Stefan Krempl
Krieg und Internet: Ausweg aus der Propaganda?
 
Rezensionen

Netzkritik.de (11.05.2004)

Krempl [gelingt es ] im ersten Drittel seines gut lesbaren Buches mit großer Leichtigkeit ..., eine wirklich fabelhafte Bestandsaufnahme der Massenmedien im Dunst einer immer ausgefeilteren Regierungs-Propaganda zu verfassen. ... Auf den letzten Seiten ... liefert [das Buch] einen blendenden Abriss zum Thema War-Blogs und deren Qualitäten, die der traditionellen Kriegsberichterstattung und erst recht dem eingebetteten Journalismus etwas Neues entgegen zu setzen weiß. ... Fazit: So lohnt sich das Buch ganz bestimmt für alle, die an einer nachträglichen Analyse der Berichterstattung während des Nato-Bombardements gegen Serbien und des Irakkriegs interessiert sind. ... Immer auf dem Laufenden bleibt man, wenn man das buchbegleitende Blog des Autors Spindoktor.de aufruft. Dort findet man viele Links und interessante Berichte über den propagandistischen „Spin“ in den Nachrichten zum aktuellen Weltgeschehen.

 

Märkische Oderzeitung (MOZ) 24.04.2004

Die Rettung für den nach objektiver Information dürstenden Bürger könnte dort liegen, wo schon seit mehr als zehn Jahren auf die große Medienrevolution gewartet wird: im Internet. Der Kommunikationswissenschaftler Stefan Krempl ... hat dazu ein lehrreiches, ungemein detailliertes und doch sehr gut lesbares Buch vorgelegt. Krempl begibt sich auf die Suche nach authentischen Stimmen aus dem Netz, die als Ergänzung zur in den Zeitungen und im Fernsehen dargestellten Realität des Krieges das Bild gerade rücken können.

 

Medienobservationen (15.02.2004)

Stell dir vor es ist Krieg und keiner sieht fern. Dies ist, überspitzt ausgedrückt, das Szenario das Stefan Krempl in seinem Buch Krieg und Internet. Ausweg aus der Propaganda? für die Zukunft entwirft. Denn die etablierten Massenmedien sind in den Verdacht der Desinformation geraten, zuletzt im Irak-Krieg, aber auch in anderen Konflikten der jüngsten Vergangenheit. Immer mehr Menschen sehen sich deshalb nach alternativen Informationsquellen um, und zwar nahe liegender Weise vor allem im Internet. ... Das Kapitel über den Kosovo-Krieg erscheint – innerhalb des engen Rahmens der untersuchten Medien – durchaus geglückt. ... Das Fazit des Kosovo-Kapitels ist, dass die Mailingliste als wichtige Ergänzung anderer Nachrichtenquellen dienen kann, in einigen Fällen auch als Korrektiv zu propagandistischen Medien.

 

c't (2/2004):

Mit seinem Buch bietet Stefan Krempl auf 237 Seiten viel Stoff zum Nachdenken, Weiterlesen und Diskutieren. Behandelt er doch eine der zentralen Fragen der Netzgesellschaft -- und eine ihrer großen Hoffnungen. ... Trotz dieses strengen wissenschaftlichen Anspruchs bleibt das Werk gut lesbar und bietet auch Lesern, die nicht seit Jahren zur Hälfte im Internet siedeln, interessante Einblicke und Denkanstöße. So liefert er eine Einführung zum Thema Information Warfare ebenso wie Exkurse zur Herkunft des Begriffes Propaganda oder eine Einführung in das Phänomen Weblog.

 

politik&kommunikation (Dez. 03/Jan. 04):

"Kein Krieg ohne Propaganda. Ab heute auch mit embedded journalists und Patrioten-TV. Da rückt der Blick auf das Internet, das hilft, Lügen zu zersetzen. … Empfehlung: Hilfreicher Einblick bis in die Tiefen des Geistkriegs im Netz mit Weblogs, Newsgroups und E-Mail-Ketten."

 

Hauptstadt Depesche (Jan. 04):

"Neuerscheinung des Monats: Im Internet überwachen immer mehr vernetzte Geister auf Mailinglisten und in Weblogs die offizielle Rhetorik der Regierungen und die Nachrichten der traditionellen Medien..."