2010-02-02

Unternehmer Christ gegen Spindoktor Essing

--- Es kommt nicht oft vor, dass Spindoktoren im Rampenlicht stehen. Geschieht dies, dann geht es meist um schmutzige Dinge. So wie aktuell im Fall des Kommunikationsberaters Norbert Essing. Der ber�t so schillernde Personen wie Ulrich Schumacher (einst Infineon) oder Klaus Kleinfeld (einst Siemens) in Fragen des Lebens. Essing sieht die Wirtschaft in Deutschland als Moloch, als Deutschland AG der schlimmsten Art, die wie die Mafia mit Paten bestimmt, wer im System erfolgreich mitspielen darf und wer nicht. Nach Ansicht Essings vertritt er selbst die Davids, die gegen den Goliath den Kampf aufnehmen, oder besser, in einem Kampf zu Unrecht verwickelt wurden. Essing f�hrt diese K�mpfe dann gern auch �ber die Medien, was zweifelsohne eine der Kernaufgaben der Spindoktoren ist. Im besten Fall gewinnt der Kunde den Kampf und belohnt den Berater daf�r f�rstlich.

Ein Kunde Essings packt jetzt aus: Der Unternehmer Harald Christ, im Wahlkampfteam des Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier, die personalisierte Wirtschaftskompetenz f�r die SPD. Christ berichtete seinerzeit schon �ber die �ble Berichterstattung der Medien, dass seine Homosexualit�t und vor allem sein Reichtum (er ist Million�r) thematisiert w�rden. Vor allem aber erz�hlte er in kleinem Kreis, dass er von einem PR-Berater mehr oder minder erpresst w�rde. Unwahrheiten w�rde der erz�hlen. Genauer wurde Christ damals nicht. Nun stehen die Details im Magazinstil geschrieben im aktuellen Spiegel. Die Nachrichtenversion findet sich online:
Harald Christ, Unternehmer und ehemaliges Mitglied im Wahlkampfteam der SPD, pr�ft eine Strafanzeige gegen seinen fr�heren PR-Berater Norbert Essing. Damit hat er nach SPIEGEL-Informationen nun den ehemaligen Bundesinnenminister Otto Schily beauftragt. Die Tatvorw�rfe lauten: versuchte Erpressung und versuchte N�tigung. Hintergrund: Christ wurde vor geraumer Zeit anonym der P�dophilie und des sexuellen Missbrauchs bezichtigt. All die Vorw�rfe entbehrten jeder Grundlage, sagte Christ. Er selbst vermutet hinter den Anschuldigungen seinen eigenen fr�heren PR-Berater Norbert Essing, der die Vorw�rfe bestreitet. Eine der anonymen Verleumdungen ging am 26. Februar 2008 per Fax bei der Weberbank ein, dem damaligen Arbeitgeber des Managers Christ. Auf der Faxkennung war als Absender die Autobahnrastst�tte Nievenheim West bei D�sseldorf sowie die Uhrzeit 12.15 Uhr angegeben. Christs Anwalt lie� daraufhin die Aufnahmen der �berwachungskameras sicherstellen - die zeigen Essing, wie er mit Papier in der Hand um 12.13 Uhr die Tankstelle betritt, zur Kasse geht und dann zum Faxger�t. Die Videos liegen mittlerweile auch dem SPIEGEL vor. Essing erkl�rt, er habe an dem Tag zwar tats�chlich ein Fax von der Tankstelle abgeschickt, aber nicht an die Weberbank. Er k�nne sich nicht mehr erinnern, an wen das Schreiben ging. Im zur�ckliegenden Bundestagswahlkampf soll Essing nach SPIEGEL-Informationen versucht haben, abtr�gliches Material �ber Christ zu verbreiten. Das h�tten verschiedene Journalisten von unterschiedlichen Medien best�tigt. Essing bestreitet die Vorw�rfe. Christ erkl�rt dem SPIEGEL, Essing habe von ihm die Verl�ngerung eines alten Beratungsauftrags verlangt, was Essing allerdings ebenfalls bestreitet. Wie der SPIEGEL weiter berichtet, pr�ft auch der Essing-Kunde und fr�here WestLB-Chef Thomas Fischer mittlerweile rechtliche Schritte gegen den PR-Mann.
F�r einen Spindoktor wie Essing d�rfte der Fall eine mittlere Katastrophe darstellen. Nichts ist wichtiger in seiner Branche, als dezent im Hintergrund zu agieren. F�r Journalisten indes zeigt sich, wie vorsichtig jeder mit Informationen umgehen sollte, die diese Personen versuchen, in den Medien zu platzieren.

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2007-05-06

Spindoktoren sind �berall

--- Siemensskandal, Papstinszenierung oder Super-Kanzlerin Angela Merkel: Die Spindoktoren sind inzwischen �berall unterwegs. Heute beschreibt die FAS die Branche ein wenig n�her und wie sie immer wieder versuchen, �ber Ger�chte, Einsch�tzungen und Halbwahrheiten die Journalisten zu Artikeln mit dem richtigen Spin zu bewegen. Als Top-Spindoktoren der Wirtschaft werden Norbert Essing, Bernd Schuppener und Christioph Walther genannt (CNC). "Der Sturz von Siemens-Chef Klaus Kleinfeld wurde zur peinlichen Niederlage f�r Walther. Noch nie wurde eine Intrige so �ffentlich ausgetragen, st�ndig gef�ttert und befeuert von dem Rudel der PR-Berater. Christoph Walthers Agentur hatte dabei den Auftrag, Kleinfelds Job zu retten. Die Spin-Doktoren gingen so offensiv und ungeschickt vor, dass sich die Siemens-Aufsichtsr�te provoziert f�hlten und dem Vorstandschef unterstellten, er wolle �ber �ffentlichen Druck eine Vertragsverl�ngerung erzwingen. Das Ergebnis ist bekannt: Heute sucht der Konzern einen neuen Chef."

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