2009-07-21

Israel spannt bezahlte Blogger f�r PR ein

--- Langsam erkl�rt sich der Trend zur Cyber-Mobilisierung bei deutschen Diplomaten, denn Israel war offenbar mal wieder schneller und vor allem konsequenter:
After they became an inseparable part of the service provided by public-relations companies and advertising agencies, paid Internet talkbackers are being mobilized in the service in the service of the State. The Foreign Ministry is in the process of setting up a team of students and demobilized soldiers who will work around the clock writing pro-Israeli responses on Internet websites all over the world, and on services like Facebook, Twitter and Youtube. The Foreign Ministry�s department for the explanation of Israeli policy* is running the project, and it will be an integral part of it. The project is described in the government budget for 2009 as the �Internet fighting team� � a name that was given to it in order to distinguish it from the existing policy-explanation team, among other reasons, so that it can receive a separate budget. ... �To all intents and purposes the Internet is a theatre in the Israeli-Palestinian conflict, and we must be active in that theatre, otherwise we will lose,� Elan Shturman, deputy director of the policy-explanation department in the Foreign Ministry, and who is directly responsible for setting up the project, says in an interview with Calcalist. �Our policy-explanation achievements on the Internet today are impressive in comparison to the resources that have been invested so far, but the other side is also investing resources on the Internet. There is an endless array of pro-Palestinian websites, with huge budgets, rich with information and video clips that everyone can download and post on their websites. They are flooding the Internet with content from the Hamas news agency. It is a well-oiled machine. Our objective is to penetrate into the world in which these discussions are taking place, where reports and videos are published � the blogs, the social networks, the news websites of all sizes.

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Obama ruft Blogger bei Gesundheitsreform zu Hilfe

--- US-Pr�sident Barack Obama beschreitet ungew�hnliche Wege, um f�r seine umstrittene Reform des maroden Gesundheitswesens in den USA zu werben. So hat er sich nun -- offenbar erstmals -- in einer Telefonkonferenz direkt an Blogger gewandt und um Unterst�tzung gebeten:
President Obama, along with senior advisers David Axelrod and Nancy Ann DeParle, held a conference call with bloggers this afternoon to discuss healthcare reform and the need for grassroots and netroots pressure on Congress to keep the urgency of the issue alive. ... President Obama strongly reiterated his basic principles for a reform bill:

Cover all Americans
Drive down costs over the long term for both the private and public sector
Improve quality
Strengthen prevention and wellness
Enact real insurance reforms that end exclusions for preexisting conditions, etc.
Relief to small businesses
Create a robust public option

But the main message of the call was the urgency of getting this done sooner rather than later. In answer to John Amato's first question about the latest push for delays from Democrats and Republicans alike, President Obama answered that "we've been debating this for 50 years, that now's the time to make the tough decisions" with the options now on the table.

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2009-04-02

re:publica: Die deutsche Bloggerszene nach dem Hype

Deutsche "Alpha-Blogger" zeigten sich zum Auftakt der gr��ten Konferenz der noch jungen "Branche" in Berlin gr��tenteils ern�chtert �ber die eigenen M�glichkeiten und ihre gesellschaftliche Relevanz. "Die ganz gro�e Aufregung um Blogs ist verschwunden", konstatierte Stefan Niggemeier, der als klassischer Medienjournalist und Blogger seit einigen Jahren zwischen beiden Welten wandelt, am heutigen Mittwoch auf der re:publica. Die traditionelle Presse habe herausgefunden, "dass man sich aus Sicht des Publikums" nicht wirklich mit den eifrigen Betreibern von Webjournalen besch�ftigen m�sse. Zugleich zeigte sich der Autor entt�uscht dar�ber, "wie wenig eigenen Content Blogs generieren". Die meisten w�rden nach wie vor als zwar durchaus interessante Wegweiser zu interessanten Inhalten im Web fungieren, diese aber nur in selten F�llen selbst publizieren oder "gro�e politische Debatten" starten. Das Potenzial von Weblogs liege so ziemlich brach, vermisste Niggemeier "viel mehr Leute mit Sendungsbed�rfnis".

Robert Basic, der mit der Versteigerung seines Stammblogs "Basic Thinking" f�r 46.902 Euro vor kurzem einen gr��eren Medienrummel ausl�ste und mittlerweile seine Notizen unter eigenem Namen weiter f�hrt, beklagte eine Medienkampagne gegen die Konkurrenz von unten. Die Betreiber von Web-Journalen seien gerne als "Pyjama-Blogger" abgetan worden und dem h�tte die Szene zu wenig entgegengesetzt: "Wir haben uns beeinflussen lassen von den Stimmen, die aus der Presse kamen." Selbst verdient Basic aber monatlich zwischen 3000 und 5000 Euro mit Bloggen und kann sich nicht �ber mangelnde Aufmerksamkeit beschwerden. Er r�umte auch ein, dass sich die Vorturner der Zunft manchmal etwas zu wichtig genommen h�tten: "Wenn du gelesen wirst von ein paar tausend Leuten, denkst du, du bist der King."

Vor allem auf spezielle Themen zugeschnittene Blogs florieren laut Sascha Pallenberg, Betreiber von Netbooknews.de, unterdessen: "Ich bin vom Erfolg v�llig �berrannt worden." Schon zwei Monate nach dem Start seiner Aktivit�ten vor eineinhalb Jahren habe er seinen Job in den USA gek�ndigt, nach drei Monaten bereits f�nfstellige Ums�tze gemacht und pendele nun zwischen den Kontinenten. Viele deutsche Kollegen w�rden aber zu viel nachdenken, statt einfach zu experimentieren. Weitere Besonderheit der deutschen Blogosph�re sei es, dass "mehr gegen- als miteinander gearbeitet wird". Es gebe auch wenig "professionelle" Blogger hierzulande, stichelte der Weltenbummler selbst lautstark mit: "Man muss eine auff�llige Frisur haben oder sich einen pseudo-intellektuellen Touch geben."

Auch Markus Beckedahl von Netzpolitik.org und Mitorganisator der dieses Jahr rund 1400 Besucher anziehenden Konferenz f�hlte sich in seiner Nische wohl und zeigte keine Ber�hrungs�ngste zu anderen Bloggern in seinem Beritt. Er begr��te vielmehr, dass davon eine "netzpolitische Bewegung" ausgehe und freute sich �ber bloggende Mitstreiter im Kampf gegen Internetzensur oder rund um Datenschutzfragen.

Einig waren sich die Podiumsteilnehmer, dass ihre rechtliche Situation prek�r sei und dringend klarere Gesetze vor allem zur Haftung der Forenbetreiber n�tig seien. Beckedahl monierte, dass die Politik schon beim Erlass des Telemediengesetzes (TMG) eine Nachbesserung in diesem Bereich versprochen habe. Nun wolle das Bundeswirtschaftsministerium das Konstrukt zwar wieder anfassen, aber nur, um Websperren vorzuschreiben. Basic sah daher den Bedarf an einer professionellen Interessensvertretung f�r Blogger immer gr��er werden: "Jeder kann mich in Grund und Boden klage, nur, weil ich schreibe." Wenn das so weitergehe, sei mit einer "Internetrevolution" im Stile von 1848 zu rechnen.

Unterschiedlich nahm die Runde die neu dazugekommenen Selbstmitteilungsformen in sozialen Netzwerken oder �ber Twitter auf. Niggemeier empfand die Plattform f�r "Mikro-Blogging" als "Verlust", da sie zu kurzatmig und fl�chtig sei. G�ngige Eintr�ge in Blogs k�nnten dagegen zwar auch schnell sein, zugleich aber mehr Bestand haben. Pallenberg lobte Statusmeldungen etwa auf Facebook dagegen als "gute Erg�nzung" zum eigentlichen Web-Journal. Auch Beckedahl sah darin eine Anreicherung der Kommunikationslandschaft und hatte gleich eine Idee f�r ein aussichtsreiches Startup parat: "Es m�ssen Wege gefunden werden, um die Diskussionen wieder zusammenf�hren."

Der US-Blogforscher John Kelly hatte zuvor den Appell ausgegeben, die Blogosph�re "offen, frei, transparent und reich an unterschiedlichen Stimmen" zu halten. Seinen Messungen der Verlinkungen zwischen Blogs innerhalb verschiedener Sprachr�ume und zwischen diesen einzelnen Meta-Netzwerken h�tten ergeben, dass sich ein viel enger verkn�pfter sozialer Interaktionsraum ohne gro�e Grenzen zwischen einzelnen Mediengattungen entwickle. Das Diagramm zur deutschen Bloggerszene erinnerte ihn dabei an das Abbild der USA in seinen fr�hen Tagen, da die meisten Links noch auf die traditionellen Medien ausgerichtet seien. Diese Verkn�pfungen h�tten aber nur eine kurze Aufmerksamkeitsspanne. Einen "viralen", lang anhaltenden Charakter k�nnten dagegen vor allem Links auf YouTube-Videos annehmen. F�r Johnny Haeusler von Spreeblick.com sind Blogs zudem "im Mainstream" angekommen, erl�uterte der Mitveranstalter das Konferenzmotto "Shift happens": "Wir werden die ersten vernetzten Rentner sein, auch wenn wir keine Rente mehr kriegen."

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2008-09-26

EU-Parlament knapp an Vorsto� zu Blogger-Regulierung vorbeigeschrammt

--- Das EU-Parlament hat gestern zwei Berichte zu den Themenbereichen Weblogs, B�rger-Journalismus bzw. Citizen Journalism und Medienpluralismus beschlossen, die etwas zwiespaeltig sind. Einerseits freuen sich die Volksvertreter �ber die Vielfalt alternativer Medien im Netz, andererseits haben sie Bedenken wegen teils mangelnder Qualit�t des Gebotenen oder der Beachtung von Urheber- und Pers�nlichkeitsrechten. "B�rgermedien" sollen zudem nur unter engen Voraussetzungen (mit rein nationalen Mitteln) gef�rdert werden. Insgesamt sind die Abgeordneten an einer Initiative zur engen Regulierung von Weblogs noch mal knapp vorbeigeschrammt. Aus der Presseinformation zu dem einen Bericht zum Komplex Medienkonzentration:
Mit der Resolution betonen die Europa-Abgeordneten, wie wichtig unabh�ngige Journalisten und Redaktionen sind. Die Europa-Abgeordneten m�chten zudem, dass Ziele und die Hintergr�nde von Eignern von Medienh�usern und Verlegern bekannt gemacht werden und ermutigen auch dazu, die Eigentumsverh�ltnisse und Verflechtungen an Medienunternehmen offen zu legen. Die Abgeordneten �u�erten sich zudem besorgt �ber die F�higkeiten der Medien, als Kontrolleure in der Demokratie zu agieren, wenn private Medien vordringlich auf Gewinn aus sind. Auch vor einer zu gro�en Konzentration von Medienmacht (die dann auch politisch bedeutsam werden kann) warnten die EU-Abgeordneten. Deshalb sollten das Wettbewerbsrecht und das Medienrecht miteinander verkn�pft werden.

Das Europaparlament h�lt fest, dass Blogger einen Beitrag zur Meinungsvielfalt leisten. Die Abgeordneten ermutigen in ihrer Resolution aber zu einer Diskussion �ber den Status von Bloggern (sind es etwa - auch - Journalisten?). Die Berichterstatterin Marianne Mikko trat Bef�rchtungen entgegen, die EU wolle Blogger regulieren: "Als ich den Cyberspace betrat, gab es sofort Reaktionen von Bloggern. Ich m�chte allen ganz klar sagen, dass niemand daran interessiert ist, das Internet zu regulieren."

Die Abgeordneten unterstrichen zugleich auch die Wichtigkeit, das Urheberrecht auch im Internet zu sch�tzen; Blogger sollten zudem deutlich machen, wenn sie Inhalte von anderen direkt �bernehmen. Auch sollen Suchmaschinen-Betreiber und E-Mail-Dienste sowie Soziale Netzwerke ihren Nutzern mehr Auskunft dar�ber geben, welche Daten �ber sie gespeichert werden.
Eine Pressemitteilung mit �hnlichem Tenor gibt es von den Gr�nen.

Die beschlossenen Volltexte im Einzelnen zum Nachlesen: "Medienkonzentration und -pluralismus in der Europ�ischen Union" sowie "Gemeinn�tzige B�rger- und Alternativmedien in Europa".

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2008-05-13

The Revolution will be - twittered

--- Es war zu erwarten gewesen: Nach den Tsunami-Bloggern wird nun Twitter bzw. Micro-Blogging als gro�e Medienrevolution nach dem j�ngsten chinesischen Erdbeben ausgerufen, wobei dpa sich inzwischen auch schon mal von einem Blogeintrag von SiliconValley.com inspirieren l�sst:
Wo sonst Meldungen �ber das Mittagessen, die Kinder oder die langweilige Arbeit stehen, wurde es am Montag ernst. Chinesische Internet-Nutzer informierten mit dem Webtool Twitter �ber das Erdbeben. Noch w�hrend am Montag in S�dchina die Erde bebte, verbreitete sich die Meldung von der Naturkatastrophe im Internet. Bewohner der Provinz Sichuan, die die Ersch�tterungen am eigenen Leib mitbekamen, setzten Meldungen mit dem Kurznachrichten-Dienst �Twitter� ab. �EARTH QUAKE in Beijing??�, schrieb ein chinesischer Nutzer. Der amerikanische Blogger Robert Scoble (�Scobleizer�) griff die Mitteilungen auf. Nun nimmt er f�r sich in Anspruch, dank des Internets als erster �ber das Beben berichtet zu haben - noch vor den etablierten Medien und dem Geologischen Dienst der USA. ... In der Blogosph�re ist eine Diskussion �ber die Bedeutung von Twitter entbrannt. Manch Blogger meint, der Dienst revolutioniere die Verbreitung von Nachrichten - schneller als �ber Twitter lie�en sich kaum Neuigkeiten sammeln und verbreiten, zumal aus entlegenen Regionen wie Sichuan. Kritiker halten dem entgegen, dass schnell nicht gleich zuverl�ssig sei.
Mehr dazu in einem BBC-Blog: Let's see, as this story unfolds, whether this is the moment when Twitter comes of age as a platform which can bring faster coverage of a major news event than traditional media, while allowing participants and onlookers to share their experiences.

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2008-04-10

Huffington Post im Scheinwerferlicht

--- W�hrend die deutsche Bloggerszene vergangene Woche auf der re:publica mit sich selbst besch�ftigt war und mehr oder weniger still und leise vor sich hingruschelt und Abmahnungen f�rchten muss, jubelt Spiegel Online gerade mal die Huffington Post zum Wahlkampf-beeinflussenden Alpha-Blog hoch:
Was f�r eine Karriere: Die streitbare Million�rin und Kolumnistin Arianna Huffington hat ihr Blogger-Netzwerk zum einflussreichsten Alternativmedium der USA gemacht. Jetzt forderte sie die gr��ten und wichtigsten Zeitungen des Landes heraus - und bestimmt entscheidend den Vorwahlkampf mit. ... Ein ganz normaler Tag f�r die "Huffington Post". Politik, Wirtschaft, Buntes, Klatsch: Die Inhalte des im weitesten Sinne politischen Blog-Angebotes sind eine wilde Mischung. Dazu geben Hunderte Gastblogger aus dem riesigem Bekanntenkreis der Gr�nderin Arianna Huffington ihren Senf: Filmstars wie Alec Baldwin, Steve Martin, Mia Farrow und Tim Robbins. Senatoren wie Evan Bayh, Joe Biden und Barbara Boxer. Sex-Autorin Erica Jong, Watergate-Legende Carl Bernstein, Ex-General Wesley Clark, �ber-Producer Quincy Jones und New-Age-Guru Deepak Chopra.

In nicht mal drei Jahren seit ihrer Gr�ndung hat sich die "HuffPo", wie sie nur genannt wird, vom Online-Experiment zur wichtigsten Informationsquelle f�r Millionen Amerikaner gemausert. So macht sie, als Meinungsf�hrer der Google-Generation, langsam auch den etablierten Medien Konkurrenz - und mischt mit ihrem Kessel Buntes aus News und Kommentar kr�ftig im US-Vorwahlkampf mit. Und der hat die ungeniert progressiv-linke Seite jetzt ganz an die Spitze katapultiert: Im Februar schrieb der Ratingdienst Nielsen der "HuffPo" 3,7 Millionen Page-Visits zu, mehr als doppelt so viele wie noch im Dezember 2007. Womit die "HuffPo" erstmals den konservativen "Drudge Report" �berholte, den bisherigen Platzhirsch unter den Polit-Blogs - auch das ein Zeichen f�r das gewandelte Klima in den USA. ...

Auf der Blog-Hitliste "Technorati" rangiert die "HuffPo" als meistverlinkte Adresse auf Platz eins, vor der Tech-Site "TechCrunch", dem linken Ur-Blog "Daily Kos" und dem Klatsch-Blog "TMZ". Das Magazin "Time" f�hrt die "HuffPo" als einen der "25 besten Blogs der Welt". Als der Demokrat Barack Obama sich im Skandal um seinen Ex-Pastor Jeremiah Wright verteidigen wollte, tat er das zun�chst nicht mit einer Pressekonferenz oder einer Rede. Sondern mit einem Essay in der "HuffPo". Auch Hillary Clinton steuerte im Februar einen Blog-Eintrag bei, zum Thema "Kinderarmut" - obwohl die meisten "HuffPo"-Blogger, inklusive Arianna Huffington, offen Obama unterst�tzen. ...

In Zukunft will Huffington dar�ber hinaus "mehr und mehr" investigative Eigenrecherche "mit Gesinnung" wagen, um damit ausdr�cklich der "New York Times" und der "Washington Post" Konkurrenz zu machen.
Liegt das nur am deutlich gr��eren englischsprachigen Lesepublikum oder ist Deutschland einfach kein echtes Bloggerland?

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2008-03-18

F�nf Jahre Irak-Krieg - auch im Netz

--- Es j�hrt sich mal wieder der Beginn des Irak-Krieges - und auch wenn es da wenig zu feiern gibt, erh�ht sich zwangsweise mal wieder das Medieninteresse. AP etwa berichtet �ber den Krieg im Internet - allerdings mit sehr eingeschr�nktem Fokus auf die Milblogger:
The black-shrouded Web site opens with a soldier's silhouette and the pounding rhythm of Nine Inch Nails: ''Into the fire you can send us,'' the words go. ''From the fire we return.'' This is the Unlikely Soldier's blog, where a young infantryman known as The Usual Suspect rants and shares his experiences in what soldiers call The Sandbox. ''One year ago,'' when his unit first arrived in Iraq, ''we were nervous and excited and apprehensive. Ready to do this. Green as snot. I was all sorts of optimistic, thinking we were going to do great things and kick lots of ass, GI Joe hero type (expletive). That we could be cool with the people, and bring the hammer down on the baddies.'' Then, every soldier's nightmare: ''A low rumble shakes my Stryker (armored vehicle), and two of our guys are killed by an IED while they were dismounted. ''People emerged from their houses and cheered.'' This is the war in 2008 -- coming to a computer near you. Wars have often been defined by the new technologies that shaped them. The Civil War was the first photographed conflict in U.S. history, news of World War II was delivered by movie news reels, television made Vietnam the living room war and Desert Storm was the first war broadcast live by satellite. Historians will likely remember Operation Iraqi Freedom as iWar v1.0. The Web has done more than quicken reporting from the battlefield; it has made war interactive. Al-Qaida militants, conservative bloggers, peace activists, Iraqi civilians and the U.S. military all use the Internet to distribute their versions of the truth. They often engage in e-mail debates, but more often sink to slurs and threats when challenging an opposing point of view. ... Rear Adm. Gregory Smith, the top military spokesman in Iraq, insists that blogging soldiers need not worry, as long as they follow the same rules as embedded journalists and do not reveal information that could endanger operations or lives.
Keine Zensur, alles klaro, genauso wie f�r George "Mission l�ngst accomplished" Bush und seinen Adlaten Dick Cheney, der gerade auf Promo-Tour vor Ort ist: it has been a difficult, challenging but nonetheless successful endeavor ... and it has been well worth the effort. Dabei hat inzwischen auch das Pentagon best�tigt, dass die vom Wei�en Haus erfundenen Verkn�pfungen zwischen Saddam Hussein und Al-Qaida M�rchen waren. Interessant auch, wie gro�e europ�ische TV-Sender Meinungsumfragen zur Zukunft des Irak auslegen: Der Eindruck entsteht, dass die BBC eine Periode von drei Jahren und die ARD sicherheitshalber nur von zwei Jahren herangezogen haben, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Da sage noch einer, die Medien w�rden alles nur schlecht reden wollen. Wenn man sich die Zahlen aus fr�heren Umfragen anschaut, dann haben 2005 noch 71 Prozent und 2004 70 Prozent gesagt, dass es ihnen pers�nlich sehr gut oder gut gehe. Immerhin sind das 15 Prozent mehr als im M�rz 2007.

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2008-03-17

Studie: B�rger-Journalisten haben noch wenig Einfluss

--- Glaubt man der neuen Studie The state of the American news media in 2008, ist es noch nicht so weit her mit der demokratisierenden Wirkung des Internet im Medienbetrieb. Eine Meldung von AP dazu in der Netzeitung:
Das Internet hat den Journalismus deutlich ver�ndert - einer US-Studie zufolge aber auf eine Art, wie sie noch vor wenigen Jahren nicht zu erwarten war. W�hrend lange Zeit eine Demokratisierung der Medien durch zahlreiche neue Stimmen, Geschichten und Perspektiven im Netz vorhergesagt wurde, scheint sich die Nachrichtenagenda tats�chlich eher zu verengen. Laut dem am Sonntag ver�ffentlichten j�hrlichen Zustandsbericht der Nachrichtenmedien, die das Projekt f�r Exzellenz im Journalismus erstellte, sammeln viele Webseiten lediglich Nachrichten, die an anderer Stelle produziert wurden. Zwei Themen - der Krieg im Irak und die US-Pr�sidentenwahl 2008 - beherrschten im vergangenen Jahr in den USA mehr als ein Viertel der Geschichten in Zeitungen, im Fernsehen und online. Abgesehen von Irak, Iran und Pakistan machten Geschichten �ber den Rest der Welt weniger als sechs Prozent der Nachrichten in den USA aus. Bemerkenswert sei auch, dass zwar die Zielgruppe f�r traditionelle Nachrichten in gleicher St�rke erhalten bleibe, die Zahl der Mitarbeiter bei den Nachrichtenorganisationen aber tendenziell schrumpfe, sagte Tom Rosenstiel, Direktor des Projekts. Die meisten Nachrichtenwebsites sind au�erdem nicht mehr Endziel der User.
Beim Project for Excellence in Journalism vom Pew Research Center liest sich das Ganze in der Einleitung so: Looking closely, a clear case for democratization is harder to make. Even with so many new sources, more people now consume what old media newsrooms produce, particularly from print, than before. Online, for instance, the top 10 news Web sites, drawing mostly from old brands, are more of an oligarchy, commanding a larger share of audience, than in the legacy media. The verdict on citizen media for now suggests limitations. And research shows blogs and public affairs Web sites attract a smaller audience than expected and are produced by people with even more elite backgrounds than journalists. Certainly consumers have different expectations of the press and want a changed product. But more and more it appears the biggest problem facing traditional media has less to do with where people get information than how to pay for it � the emerging reality that advertising isn�t migrating online with the consumer. The crisis in journalism, in other words, may not strictly be loss of audience. It may, more fundamentally, be the decoupling of news and advertising. This more nuanced recognition is also putting into clearer relief what news people see as their basic challenge: somehow they must reinvent their profession and their business model at the same time they are cutting back on their reporting and resources. Blogger sind also noch nicht das Mega-Ding, f�r die traditionellen Medien sieht es aber auch nicht sonderlich gut aus. Vielleicht sind ja dann doch Twitter und Co. die Zukunft des Kurznachrichtenaustauschs.

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2008-02-29

Datenbank der Irak-L�gen der Bush-Regierung

--- Schon ein bisschen �lter, aber unbedingt noch nachzutragen: Das Center for Public Integrity und der Fund for Independence in Journalism haben eine frei durchsuchbare Datenbank der L�gen und Falschdarstellungen von Mitgliedern der US-Regierungen rund um den Irak-Krieg in Form der angeblichen Bedrohungen durch das Saddam-Regime und sein bis heute nicht gefunden Massenvernichtungswaffen ins Netz gestellt:
President George W. Bush and seven of his administration's top officials, including Vice President Dick Cheney, National Security Adviser Condoleezza Rice, and Defense Secretary Donald Rumsfeld, made at least 935 false statements in the two years following September 11, 2001, about the national security threat posed by Saddam Hussein's Iraq. Nearly five years after the U.S. invasion of Iraq, an exhaustive examination of the record shows that the statements were part of an orchestrated campaign that effectively galvanized public opinion and, in the process, led the nation to war under decidedly false pretenses. On at least 532 separate occasions (in speeches, briefings, interviews, testimony, and the like), Bush and these three key officials, along with Secretary of State Colin Powell, Deputy Defense Secretary Paul Wolfowitz, and White House press secretaries Ari Fleischer and Scott McClellan, stated unequivocally that Iraq had weapons of mass destruction (or was trying to produce or obtain them), links to Al Qaeda, or both. This concerted effort was the underpinning of the Bush administration's case for war. ...

In short, the Bush administration led the nation to war on the basis of erroneous information that it methodically propagated and that culminated in military action against Iraq on March 19, 2003. Not surprisingly, the officials with the most opportunities to make speeches, grant media interviews, and otherwise frame the public debate also made the most false statements, according to this first-ever analysis of the entire body of prewar rhetoric. President Bush, for example, made 232 false statements about weapons of mass destruction in Iraq and another 28 false statements about Iraq's links to Al Qaeda. Secretary of State Powell had the second-highest total in the two-year period, with 244 false statements about weapons of mass destruction in Iraq and 10 about Iraq's links to Al Qaeda. ...

Bush and the top officials of his administration have so far largely avoided the harsh, sustained glare of formal scrutiny about their personal responsibility for the litany of repeated, false statements in the run-up to the war in Iraq. There has been no congressional investigation, for example, into what exactly was going on inside the Bush White House in that period.


Und sonst: Blogger gegen Putin und Medwedew. Russische Netzautoren bilden mit ihrer oft bei�enden Kritik an Pr�sident Putin und seinem Kandidaten Medwedew ein Gegengewicht zur Kreml-Presse. Die Bedingungen, unter denen sie das tun, sind oft schwierig.

US Air Force schr�nkt Zugang zu kritischen Blogs drastisch ein: The Air Force is tightening restrictions on which blogs its troops can read, cutting off access to just about any independent site with the word "blog" in its web address.

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2007-12-20

Ist der Journalismus im Web 2.0 noch zu retten?

--- Peter Ehrlich hat einen anregenden Kommentar �ber die Qualit�tssicherung der Medienberichterstattung in der FTD geschrieben:
Ist es Journalismus, wenn ein RTL-Fernsehteam den Ex-Arbeitslosen Henrico Frank in eine Bundespressekonferenz mit dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck einschleust? Einen Wortwechsel der beiden M�nner inszeniert, die vor einem Jahr auf einem Weihnachtsmarkt aneinandergerieten - und dann �ber das "Ereignis" berichtet? Wie am Montag geschehen? ...

Seri�ser Informationsjournalismus braucht ein G�tesiegel, eine Produktkennzeichnung, wie es sie f�r Elektroger�te oder Biolebensmittel gibt. Die Lobredner der Blogosph�re und der weiten Welt der Internetforen, des Web 2.0 und der direkten Information erkl�ren diese Art von Journalismus gelegentlich f�r �berholt. Journalisten klassischer Medien wiederum blicken oft hochn�sig auf das, was wie eine weltumspannende Sch�lerzeitung wirkt. Beide Haltungen sind falsch. Auch wenn das Internet vor allem allt�glichen Informationsbed�rfnissen dient, also digitaler Treppenhaustratsch und Marktplatz ist, st�rkt es zugleich die politische und gesellschaftliche Kommunikation. ...

Journalismus wird deshalb aber nicht �berfl�ssig. Im Gegenteil: Es geht um eine Dienstleistung, die ihrem Nutzer Zeit spart, indem sie wichtige Entwicklungen zusammenfasst und einordnet. Wenn die Quellen der Information korrekt vermerkt sind, kann jeder Nutzer sich weiter informieren, und er wird dabei implizit auch die Qualit�t der Zusammenfassung bewerten. Beeintr�chtigt wird seri�se Nachrichtenvermittlung weniger durch die vielen Angebote und Quellen im Web. Der Informationsjournalismus leidet mehr unter der Jagd nach Einschaltquoten und Klickzahlen. ...

Journalismus als Informationsvermittlung muss klar von anderen Medieninhalten unterscheidbar sein. Dazu geh�rt, dass er sich eindeutigen Regeln unterwirft. Die meisten Zeitungen etwa unterziehen sich einer freiwilligen Selbstkontrolle, dem Deutschen Presserat. Der hat Regeln aufgestellt, etwa �ber die Abgrenzung zur Werbung, �ber die Ber�cksichtigung von Pers�nlichkeitsrechten und die sachliche Korrektheit von Informationen. ...

N�tig w�re statt des Presserats und der Rundfunkr�te ein Deutscher Medienrat. Wer sich den Regeln dieses Rats unterwirft und bereit ist, R�gen bei Verst��en zu ver�ffentlichen, k�nnte das von mir geforderte Qualit�tssiegel bekommen.

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2007-12-01

Die Intimit�t der Videoblogs

--- Die S�ddeutsche Zeitung widmet sich der neuen Form der Medien�ffentlichkeit in journalistischen Vlogs:
Das Ganze steckt noch in den Kinderschuhen. Man merkt, wie jeder, der sich auf das neue Medium einl�sst, seinen eigenen Weg sucht - wobei der Eindruck des Selbstgebastelten gar nicht verwischt werden soll. Trotzdem kann man bereits in diesem Anfangsstadium beobachten, wie das neue Medium, mit einem Titel von J�rgen Habermas zu sprechen, einen "Strukturwandel der �ffentlichkeit" bewirkt. Und zwar durchaus mit einer klaren Tendenz. ...

Im Videoblog verbinden sich Eigenschaften des Print-Journalismus, der Internet-Kommunikation und des Fernsehens. Alle drei verwandeln sich dabei und bringen ein neues Format mit eigener Funktionslogik hervor. Das Hauptmerkmal dabei ist, dass es sich in einer kleinen, einer fragmentierten �ffentlichkeit abspielt - und das hat Konsequenzen auf die dort favorisierte Kommunikationskultur. ... [Dort] tritt an die Stelle dieser Allgemeinheit das Besondere, Individuelle, ja das radikal Subjektive: Hier darf jeder so richtig "Ich" sagen - schlie�lich ist man in der kleinen �ffentlichkeit quasi unter sich. Man k�nnte auch sagen: Noch nie ist der Sender dem Empf�nger so vertraulich nahe ger�ckt. ...

Das Vloggen lebt von jenen Befindlichkeitswallungen, die noch nicht die Verallgemeinerungsf�higkeit des Logos erreicht haben, die man deshalb in einem Text nur schlecht auf den Begriff ("aaarrhh") bringen kann, die aber in der kleinen, der intimen �ffentlichkeit des Videoblogs sich mitteilen wie im Familienkreis. Der diskursiv-�ffentliche Raum als eine Distanzsph�re wird verzwischenmenschlicht. Es ist kein Zufall, dass man bei Harald Martensteins Videoblog tats�chlich im Zuhause des Tagesspiegel-Redakteurs angekommen ist. Man sieht ihn vor der Kulisse seiner Wohnk�che samt Kaffeetasse, blauem Toaster und Sch�rze am h�lzernen Geschirrschrank. ... Hier muss sich der laut ge�u�erte Bewusstseinsstrom nicht vor den Kosten der wertvollen Sendezeit rechtfertigen - nur vor der Langmut des Zuschauers. ...

Das Medium, eben weil es nie der Ernstfall, sondern immer nur die Spielwiese ist, neigt dazu, in einem Morast aus Ironie zu versinken, in dem es unm�glich ist, �berhaupt noch feste Fu�abdr�cke zu hinterlassen. ... Andererseits werden sich die Leute bald danach sehnen, dass niemand mehr "Ich" sagt. Es werden dann vermutlich auch im Netz Ich-hemmende Regularien zum Aufbau institutioneller Autorit�t eingef�hrt. Denn die M�glichkeiten, die das Bloggen bietet, sind zu gro�, um sie nicht zu nutzen.
Und sonst: Bin Laden gibts jetzt auch auf deutsch -- zumindest mit deutschen Untertiteln. Und die Taliban sind unschuldig, sagt der Alte in der H�hle.

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2007-10-03

Burma: "Atombomben-Ansatz" zur Internetzensur

--- Von den "Cyber-Dissidenten" alias Burma- bzw. Birma-Bloggern war ja schon einiges zu lesen. Technology Review hat nun ein Interview mit John Palfrey, dem gesch�ftsf�hrenden Direktor des Berkman Center for Internet and Society an der Harvard Law School, zu dem inzwischen erfolgten "Internet Crackdown" der Junta in "Myanmar" gemacht:
The Burmese citizens have access to a sharply limited version of the Internet, which they call the Myanmar Internet. The military junta seems to have been thinking of the Internet as more like a local area network [LAN] than like the World Wide Web. They see the Internet as an internal network with as few links to the outside world as they can manage, particularly when it comes to political information. Burma is alongside places like North Korea in terms of offering one of the most limited, crudely blocked versions of the Internet in the world. On the best days. ... the people of Burma who wish to access the broader Internet have been able to use proxy services to get around the filtering traditionally. ... I've never seen anything like this cutoff to the Internet at such a broad scale so crudely and completely. They've taken the nuclear-bomb approach. We've witnessed what appear to be denial-of-service-type attacks during elections, for instance, but nothing so large-scale like this shutdown. Still, information has leaked out. So the military junta has found that given the many roots to the global telecommunications infrastructure, it's very hard to cut off a place entirely. ... The hope, I suppose, is that the military junta restores at least some form of Internet and cell access. The most clever people in Burma will find a way to use it to get information through the blockages. But the future of access to information about Burma, and by people within Burma, looks bleak.
Das sieht ja schlecht aus f�r die alte Weisheit, dass das Internet Zensur als Schaden behandle und einfach darum herum leite, zumindest f�r die Betroffenen vor Ort.

Update: Telepolis schreibt �ber die"dunklen Seiten" des B�rger-Journalismus aus Burma, da dieser anscheinend auch vom MIlit�rregime f�r seine Zwecke missbraucht wird. Die Junta kann sich nun vielleicht auch der Fotos und Filme bedienen, die Reporter und Burmesen gemacht haben, die also zun�chst auch dazu dienten, die Welt�ffentlichkeit �ber Blogs und Medien zun�chst auf die Proteste und dann auf deren brutale Niederschlagung aufmerksam zu machen. Sollte dies der Fall sein und sollte das Milit�rregime tats�chlich aufgrund von Fotos und Filmen nach den Menschen suchen, die sich an den Protesten beteiligt haben, dann erh�lt die vielerorts gepriesene �ffentlichkeit, die durch die �ber Blogs und Medien verbreiteten Bilder hergestellt wurde, zumindest eine dunkle Seite. Man k�nnte auch sagen, dass die Verbreitung von Bildern, die in einem Gewaltregime kenntlich Protestierende zeigen und deren Gesichter nicht unkenntlich machen, bestenfalls naiv ist, aber wom�glich auch den Sicherheitskr�ften die Arbeit abnimmt, um Oppositionelle zu identifizieren und zu jagen. Was m�glicherweise zu einem Umbruch � einer "gelben Revolution" � beitragen k�nnte, wird fatal und zum unfreiwilligen Akt der �berwachung, wenn die Protestbewegung wie jetzt in Burma erbarmungslos zerschlagen werden kann, ohne dass es tats�chlich eine Hilfe von au�en f�r die Betroffenen gibt. ... Wie Democratic Voice of Burma berichtet, hat das Milit�rregime eine Medienkampagne gestartet, um auch die "B�rgerjournalisten" zu identifizieren, die Bilder vom brutalen Vorgehen der Sicherheitskr�fte gemacht und sie an ausl�ndische Medien weiter gegeben haben. Staatliche Medien, Ministerien, Beh�rden und staatstreue B�rger werden aufgefordert, Fotos, die von diesen gemacht wurden, zur Verfolgung an die Geheimdienste weiter zu geben.

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2007-08-18

Bagdad-Blogger "Scott Thomas" ein Fake?

--- Spiegel Online berichtet �ber einen Glaubenskrieg um Bagdads Brutal-Blogger:
Das linke US-Magazin "New Republic" schockierte mit dem Front-Tagebuch eines Soldaten im Irak. Es steckte voller Brutalit�t, Grausamkeit, Zynismus. Die Armee erkl�rt die Berichte zur F�lschung, die Redaktion beharrt auf ihnen - eine Geschichte vom Schlachtfeld Wahrheit. Die Szenen waren herzlos, selbst f�r einen Bericht von der Front. Eine Irakerin, "ihr halbes Gesicht schwer vernarbt", von einer Bombe verbrannt. "Das t�rnt mich echt an", prahlte der Chronist. "Geschmolzene Haut, abgetrennte Gliedma�en." Er beschrieb, wie er und seine Freunde die Frau auslachten. Dann Reue: "Ich war entsetzt und sch�mte mich zugleich f�r das, was ich gerade gesagt hatte." ... Der Verfasser dieser Zeilen, einer Art Tagebuch aus Bagdad, nannte sich "Scott Thomas". Die Berichte erschienen in der "New Republic", in der Online- und dann auch der Print-Ausgabe dieses einst einflussreichen linksliberalen, neuerdings zusehends mittigen US-Magazins, das alle zwei Wochen erscheint. "Scott Thomas" sei ein Pseudonym "f�r einen Soldaten, der momentan im Irak dient", schrieb die Redaktion. Es war ein journalistischer Kn�ller: ein schonungsloses Front-Blog eines GIs mitten im Geschehen, literarisch angehaucht. Die Sache traf mitten in die hitzig gef�hrte Abzugsdebatte. ...Leider war alles erfunden. Oder �bertrieben. Oder doch wahr? Kommt nun ganz drauf an, wem man glaubt. Die Armee jedenfalls erkl�rte die Frontberichte des Soldaten, der sich unter Druck als ein Gefreiter aus Illinois zu erkennen gab, nach f�rmlichen Ermittlungen f�r "falsch". ... Eine Woche sp�ter enth�llte die "New Republic" die Identit�t von "Scott Thomas". "Ich bin der Gefreite Scott Thomas Beauchamp, ein Mitglied der Alpha Company, 1/18 Infantry, Second Brigade Combat Team, First Infantry Division", teilte der Autor auf der Website des Magazins mit. Er dementierte, seine Berichte widerrufen zu haben. "Ich bin bereit, mit meinem wahren Namen zur Gesamtheit meiner Artikel f�r die 'New Republic' zu stehen." Beauchamp, 23, versicherte, seine Texte h�tten nur seine private Sicht des Krieges zeigen sollen. ... Die "New Republic" enth�llte au�erdem, wie es zu Beauchamp kam: Er sei mit Elspeth Reeve verheiratet, der Jungreporterin des Magazins. ... Sie verteidigte, dass ihr Autor anonym geschrieben hatte: Nur so habe Beauchamp "ehrlich und offen �ber seine Emotionen und Erlebnisse" schreiben und gleichzeitig weiter bei den Frontsoldaten dienen k�nnen. Alle Essays seien von der Dokumentationsabteilung gecheckt worden, schrieb Chefredakteur Franklin Foer. Man habe Experten hinzugezogen, um die Plausibilit�t zu pr�fen. Zeugen seien kontaktiert, der Autor selbst zum Liefern "zus�tzlicher Details" gedr�ngt worden.
Eine Erkl�rung zu dem undurchsichtigen Fall, der wohl nie restlos aufgekl�rt wird, gibt es bei New Republic online.

Und sonst: Die Irakisierung Afghanistans schreitet nicht nur mit der j�ngsten Entf�hrung einer deutschen Hilfsorganisationsmitarbeiterin voran.

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2007-08-17

Putin und Sarkozy oben ohne

--- Symbolische Politik mit Oben-ohne-Fotos gestandener Staatsm�nner f�llt dieses Jahr das Sommerloch:
Der postheroische Polit-Softie ist out: Der Staatsmann von Welt l�sst die Muskeln spielen. Damit diese gut sichtbar sind, zieht er sich aus. Waschbrett statt Wampe hei�t die Devise - nicht nur bei Wladimir Putin. Der Ex-Agent Wladimir Putin �berrascht jetzt mit Oben-ohne-Fotos, beim Fischen am Jenissej-Fluss warf er sich wie Bond in die Brust und angelte damit die Aufmerksamkeit der Welt�ffentlichkeit (mehr...). Der russische Pr�sident ist nicht der erste, der sich auszog, um politisch anziehender zu wirken: Auch Berlusconi und Sarkozy stellten ihr Dekollet� zur Schau und demonstrierten damit Sportsgeist, Gesundheit und Tatendrang. Die Ikonografie passt zum politischen Klima: Der Softie hat ausgespielt, zumal Krisenherde wie der Irak und Afghanistan den ganzen Mann fordern. Der zeigt sich, wie in Putins Fall, als Outdoor-K�mpfer, dessen Pose signalisiert: Ich kann jederzeit vom Feldherrenh�gel herunterklettern und selbst mitk�mpfen. Wie Putin in Tschetschenien waren - beziehungsweise sind - auch Berlusconi und Sarkozy Feldherren. Sowohl Italien als auch Frankreich k�mpfen in Afghanistan, wo sich die geopolitischen und ideologischen Machtfragen zu handfesten Kriegen ausgeweitet haben. Vorbei also die Zeiten, als ein Top-Politiker wie Matthias Platzeck aufgrund von Burnout k�rzer treten konnte: Der Staatsmann neueren Zuschnitts ist nicht nur reflektiert, sondern vor allem trainiert. Da k�nnen Historiker lange von der posthistorischen �ra reden, in der Wehrpflicht und Soldatenehre als Auslaufmodelle gelten - mit Putin und Sarkozy kehrt Testosteron als Treibstoff zur�ck in die politische Maschinerie. Vorbei ist auch die Epoche der Saumagen-Mampfer und Sport-Verweigerer: Ein Typ wie Helmut Kohl w�re in unseren heutigen, von Fitness, Rucola und Yoga bestimmten Zeiten �sthetisch und PR-stragegisch gar nicht mehr vermittelbar. Und kein Politiker k�nnte es sich heute noch leisten, "No sports!" zu rufen - es sei denn, er h�tte ein autoaggressives Verh�ltnis zu Umfragewerten. Die deutsche Regierungschefin kann es ihren Kollegen nicht gleichtun. Im Gegenteil: M�chtige Frauen tendieren dazu, geschlechtsneutral, das hei�t auch k�rperlos zu werden. Feminit�t gilt im Politgesch�ft nach wie vor als Zeichen von Schw�che, sie wird mit n�chternen Outfits und gro�er Sachlichkeit kompensiert. Angela Merkel braucht keine Arbeitsphysis; sie brilliert als diplomatische Software, nicht als Hardware mit Lizenz zum T�ten.
Und sonst: Die Blogosph�re bzw. die wachsende Szene der bloggenden Journalisten differenziert sich weiter aus: Die Geld-Blogger. Ob Bahnstreik oder B�rsenkrise: Auf offene Wirtschaftsfragen bieten bloggende Experten im Internet viele Antworten.

Wer spinnt denn da in der Wikipedia herum? Wer bislang an den Artikeln der Internet-Enzyklop�die Wikipedia herumdokterte, konnte sich hinter seiner Anonymit�t verstecken. Leser konnten zwar sehen, dass Eintr�ge ver�ndert worden waren - aber nicht, durch wen. Lediglich ein schwer identifizierbarer Zahlencode, die sogenannte IP-Adresse, lie� vage R�ckschl�sse auf den Autor zu. Mit dieser Anonymit�t ist es jetzt vorbei, jedenfalls teilweise: Virgil Griffith, ein junger Computerspezialist aus Kalifornien, hat eine Software entwickelt, mit der sich zuordnen l�sst, zu welcher Institution bestimmte IP-Adressen geh�ren. Einige Manipulationen, die Griffith mit seinem "Wikipedia Scanner" bereits zutage f�rderte, haben es in sich. ... So wurden von Computern des Vatikans aus Passagen zum nordirisch-katholischen Politiker Gerry Adams getilgt. Durch die S�uberungen verschwanden Hinweise auf eine m�gliche Beteiligung des Sinn-Fein-F�hrers an Mordanschl�gen w�hrend der Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland. ... Besonders beliebt scheint das Redigieren von Wikipedia-Eintr�gen bei Unternehmen zu sein. In einem Eintrag zu Diebold, einer US-Firma, die Wahlautomaten herstellt, fehlte pl�tzlich ein nicht unbedeutender Aspekt: Der Chef hatte im Wahlkampf gro�e Summen an US-Pr�sident George W. Bush gespendet. Hinter der Manipulation, so fand Griffith heraus, stand offensichtlich ein Diebold-Mitarbeiter. Mehr zum Wikiscanner und den aufgedeckten spin jobs bei Wired News und heise online.

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2007-06-18

OhmyNews: Schw�chelt der B�rger-Journalismus?

--- Die LA Times widmet sich dem Modell Citizen Journalism am bekannten Beispiel OhmyNews in S�dkorea, das ja Vorbild etwa f�r die Readers Edition der Netzeiung oder Wikinews war (von denen man nicht so viel h�rt), und arbeitet dabei auch einige Schattenseiten des B�rger-Journalismus heraus:
Although traditional newspapers and magazines around the world are cutting jobs amid declining circulation and a shift toward the Internet, OhmyNews continues to recruit. It currently has a reporting corps of 50,000. The company's motto, posted outside its crammed office in central Seoul, is a big help-wanted sign: "Every citizen can be a reporter." The experiment has been lauded by the Economist and other publications. OhmyNews' founder and chief executive, Oh Yeon-ho, a onetime writer for a dissident magazine, has traveled the globe extolling the virtues of "participatory citizens' journalism" and offering a new business model for a struggling industry. "I find some universal applicability in the OhmyNews model," says the wiry 42-year-old. But as the news service has matured, a bit of the sheen has worn off. The headline on OhmyNews' story could be "Business Is Depressed, Readership Is Down and Backers Are Worried." After making a big splash during South Korea's 2002 presidential elections, the company lost money last year on revenue of about $6 million, most of it from ads. Its readership, as measured by page views on the Internet, has fallen to about 1.5 million a day, from a peak of 20 million five years ago. Last summer OhmyNews expanded into Japan, with $11 million of financing from Tokyo-based investment giant Softbank Corp., but neither that site nor the English-language international site has come close to matching OhmyNews' performance in South Korea. "My personal feeling is the future is not bright," says Yoon Young-chul, a journalism professor at Yonsei University in Seoul. "Its impact has been decreased." In some ways, OhmyNews is a victim of its own success. It was a pioneer of citizen journalism, but its ideas of engaging readers, particularly younger ones, have been co-opted by rival news purveyors in South Korea and all the way to CNN and the BBC. Mainstream media websites, including that of the Los Angeles Times, now post videos, photos and comments from the public. But OhmyNews has encountered other problems. It has faced questions of credibility, partly because of its liberal bent and its army of nonprofessional reporters. In one instance, an advertising agent and citizen reporter wrote a story promoting a company that, it was later discovered, was one of his clients, prompting Oh to issue a public apology. Oh declined to comment about that incident, but in an e-mail reply he said citizen reporters were required to reveal their association with clients. Reporters must also use their real names on stories and promise to abide by an ethics code similar to those of other news-gathering organizations. Thus far, the company says, only a few stories written by citizen reporters have been involved in legal disputes. ... To broaden its appeal, though, OhmyNews is devoting more resources to reporting on the economy and other topics. Oh is offering Journalism 101 classes to citizen reporters and trying to improve collaboration between the company's amateurs and professionals. OhmyNews has created a "panic button" online that citizen reporters can tap to talk with editors about what's happened to their stories. About 30% of submissions are rejected. ... Citizen reporters can't make a living working for OhmyNews. The company pays no more than $22 per submission, though readers can contribute as much as $54 at a time for a story they like through a tip-jar system, a la PayPal. Kim Young-oak, a Harvard-trained classics scholar, holds the record: More than $30,000 poured in after he wrote an article questioning the logic and wisdom of moving the nation's capital outside Seoul.
Passend dazu: Die USA suchen nach einer Definition f�r Journalisten und die damit einhergehenden Rechte: "Freier Fluss der Informationen" droht der US-Regierung zu breit zu werden. Der demokratische Repr�sentantenhaus-Abgeordnete Frederick Boucher hat mit dem Free Flow Information Act of 2007 einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der dem US-Justizministerium in seiner derzeitigen Fassung zu weit geht. Mit dem Gesetz sollen Journalisten davor bewahrt werden, Ermittlungsbeh�rden ihre Informanten preiszugeben, um den "freien Fluss der Informationen" zu gew�hrleisten. Ausnahmen gelten beispielsweise bei "Gefahren f�r die nationale Sicherheit". ... An diesem Punkt �berlappen die Argumente mit einigen, die in der Diskussion f�r und wider "B�rgerjournalismus" vorgef�hrt werden. Auch jener, der nicht daf�r bezahlt werde, der �ffentlichkeit aber wichtige Informationen �berbringe, bet�tige sich als Journalist. Insofern m�ssten auch Blogger unter das Gesetz fallen, meinen Bef�rworter von Bouchers Entwurf..

Ein recht dreister Media-Hack: Als das b�hmische Riesengebirge am gestrigen Sonntagmorgen inmitten einer Atombombenexplosion verging, d�rfte einigen Zuschauern des tschechischen Fr�hst�cksfernsehens im �ffentlich rechtlichen Sender CT2 wohl das Br�tchen im Halse stecken geblieben sein. Gl�cklicherweise stellte sich das Ganze als F�lschung der K�nstlergruppe Ztohoven heraus. Die hatten sich �ber das Internet in eine Kamera respektive einen Kameraserver gehackt, der im Rahmen des fr�hmorgendlichen Panoramafernsehens Bilder des Riesengebirges lieferte. Ausschnitte bei YouTube.

Auch das noch: Das ultimative �berwachungstool f�r Netzwerke. Strategen der US-Luftwaffe entwickelten ein wahrhaft futuristisches Konzept eines "Cyber-Fahrzeugs", um im virtuellen Medium ebenso pr�sent zu sein wie in der Luft, auf dem Boden, auf See oder im Weltraum.

Lobbying the "Googley Way": Google sucht offene Lobbying-Strategie und hat dazu ein "Public Policy Blog" ins Leben gerufen.

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2007-05-18

Bagdad-Videoblogger made by USA

--- Auch wo Blogger draufsteht, ist nicht immer Authentizit�t drin:
Anschl�ge, Angst und st�ndige Unsicherheit - das Leben in Bagdad ist hart. Drei junge M�nner aus der irakischen Hauptstadt berichten seit Wochen regelm��ig in Internet-Videoclips �ber ihren Alltag. Doch dahinter steckt ein cleverer Marketingtrick aus den USA. ... Nach dem ersten, fl�chtigen Anschein besitzt die Idee zu "Hometown Baghdad" die �blen Eigenheiten des Reality-TV vom Schlage "Survivor", "American Idol" oder "The Real World": Selbstbespiegelungen von M�chtegern-Stars, die sich vor Videokameras im Wettbewerb spreizen. Im blutenden Bagdad tr�ge die Banalit�t morbide Z�ge. Und wer abgew�hlt wird, endet in einer Scheinhinrichtung? In Wahrheit gelingt der Serie "Hometown Baghdad", in der drei Iraker Mitte zwanzig auftreten, das Gegenteil des Reality-Genres: Hinter dem irrealen Alltag der t�glichen Bombenanschl�ge und nach Dutzenden gez�hlten Toten tritt die unwirklich anmutende Realit�t von Ausama, Saif und Adel hervor, die um Normalit�t ringen. Das Internet ist das Forum f�r "Hometown Baghdad", die YouTube-Generation das Publikum. Die drei jungen M�nner wurden, wie die "Los Angeles Times" in einer Reportage �ber die Serie berichtet, von einer New Yorker Produktionsfirma unter 50 Bewerbern sorgf�ltig ausgew�hlt. Sie geh�ren der oberen Mittelschicht an, sprechen Englisch. ... Adel, der Rebell, tritt in einer legend�ren Szene auf, in der er Graffiti an eine H�userwand spr�ht. Sie ist zu sch�n, um wahr zu sein. Das Kamerateam half der Realit�t nach, indem es brav die Erlaubnis der Beh�rden einholte und nach dem Dreh die Wand wei� t�nchte.
Und sonst: Eine Medienverschw�rung, die dann doch wieder keine ist (PDF-Datei): Nach langer Suche hat Gerhard Hofmann, Chefkorrespondent von N-TV und RTL, einen Verleger fu?r sein Buch �Die Verschwo?rung der Journaille zu Berlin� gefunden. Ganz neue These: Einige Medien haben 2005 bewusst an Gerhard Schro?ders Stuhl gesa?gt ... Hofmann: Das waren weniger einzelne Kollegen, als vielmehr Bla?tter. Da geho?rte zum Beispiel der SPIEGEL dazu, natu?rlich BILD, in Teilen die FAZ, auch die ZEIT. Erstaunlich war das natu?rlich weniger bei BILD, als bei Druckwerken, die bisher eher auf der halblinken, sozialliberalen bis rot-gru?nen Seite zu verorten waren. ... Es gab keine gezielte Verschwo?rung � der Titel des Buches ist ironisch gemeint und als kleiner Bildungsnachweis in Anlehnung an ein klassisches Drama gewa?hlt. Es ergab eine mehr oder weniger zufa?llige Interessenu?bereinstimmung: Die einen taten es aus Auflagenopportunismus. Andere, weil sie schon immer gegen Rot-Gru?n waren, wieder andere weil man so eher Talkshow-interessant wird. Und schlie�lich: weil�s mehr fetzte � es hat einfach mehr Spa� gemacht, sich auf einen Machtwechsel einzurichten.

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2007-04-15

Der Aufstieg der Killer-Drohnen

--- Die New York Times beleuchtet den Erfolgszug der unbemannten Flugobjekte alias Drohnen:
For years, such planes � known as U.A.V.�s, for unmanned aerial vehicles � were pariahs within the military industry, scorned by commanders who saw them as threats to the status quo. But during the last several years, U.A.V.�s have amassed unusual political firepower. �For a long time, the only thing most generals could agree on was that they didn�t want any unmanned vehicles,� says Senator John W. Warner, the Virginia Republican who is a member of the Senate Armed Services Committee. �Now everyone wants as many as they can get.� ... This transformation is, in many ways, a reflection of how the military�s priorities and goals have changed over the last decade. It is also a testament to how much clout General Atomics has amassed in a short period of time. ... the Predator and General Atomics reflect the military�s transformation from conflicts built around manned armor to strategies organized around surveillance. U.A.V.�s embody the potential for quick, relatively effortless wars fought by drones controlled from great distances, and thus have become lightning rods for battles over the military�s direction. ... The Predator itself has offered critics some ammunition. One analyst estimates that 20 percent of all Predators sold to the United States military have crashed, because of errors by pilots controlling them from the ground. ... After taking office in 2001, President George W. Bush gave his defense secretary, Donald H. Rumsfeld, a mandate to remake the military into a more technologically advanced organization, and U.A.V.�s became a top priority, say former department officials. The Sept. 11 attacks and the wars in Iraq and Afghanistan heightened the push. ... �Predators became emblematic of what Rumsfeld wanted,� said Loren B. Thompson, a military analyst at the Lexington Institute. �Suddenly, everyone was saying they were ordering Predators, whether they actually wanted them or not.� ... In 2005, the Air Force announced that it was ordering enough Predators to equip 15 squadrons over five years, at a price of $5.7 billion. The Department of Homeland Security has bought two Predators for border control, and Italy and Turkey have also bought planes. A research firm, the Teal Group, predicts that the handful of U.A.V. manufacturers will collect about $55 billion worldwide over the next 10 years. General Atomics is expected to dominate a large portion of that market, said Philip Finnegan, an analyst at Teal. When Mr. Rumsfeld stepped down last year, one of the mandates that had bolstered the Predator for so long also disappeared. ... That presents a challenge for General Atomics, which is also confronting a flurry of competition. The major military contractors, including Northrop Grumman, Boeing and Lockheed Martin, have all jumped into the U.A.V. game. With billions of dollars at their disposal and deep military relationships, those companies can outspend smaller rivals. �This is an exploding marketplace, and we intend to claim a larger market share as it grows bigger and bigger,� said Gemma Loochkartt, a spokeswoman for Northrop Grumman. �Being a leader in this sector is important to maintaining leadership within the defense industry.� So General Atomics is aggressively building on its existing clout. Unlike many other military contractors, which wait for a guaranteed contract to build new products, General Atomics has set aside what some analysts estimate at $50 million to build the next generation of Predators. �We can move faster because we�re smaller, and we make sure people know that,� says Mr. Blue, who, at 72, still actively guides the company�s strategic direction. General Atomics has upgraded its manufacturing with a diverse range of automated and laser-guided tools that allow it to quickly change design specifications and produce custom-built planes, a flexibility that analysts say is almost unrivaled within the military industry.
Und sonst: re:publica was in town und diskutierte u.a. �ber einen Blogger-Kodex bzw. eine spezielle Ethik f�r die Betreiber von Web-Journalen und die zunehmende Kommerzialisierung von Weblogs. Fotos vom Konzert am zweiten Abend der Konferenz mit den Ohrbooten + Jammin* Inc gibts nat�rlich auch.

Richtungsstreit unter Islamisten: W�hrend die Terroranschl�ge im Irak symbolisch immer wichtigere Ziele wie eine Tigris-Br�cke oder das Parlament innerhalb der angeblich "gr�nen Zone" treffen, ist die militantische Szene vor Ort gespalten: Wenn Terroristen Terroristen bek�mpfen. Sie sind zwar kaum weniger blutr�nstig - aber mit al-Qaida m�gen sie nichts mehr zu tun haben. Neun militante irakische Gruppen wollen die dortige Filiale des Terrornetzwerks isolieren. Denn al-Qaida t�te zu viele Muslime. Und habe Interessen au�erhalb Iraks.

Neuer Bundeswehr-Skandal durch "Motherfucker"-Video - seltsame Ausbilder hats da: Ein brisantes Video kursiert im Internet: Ein Ausbilder der Bundeswehr fordert darin einen Soldaten auf, bei einer Schie��bung an "Afroamerikaner" zu denken und "Motherfucker" zu br�llen.

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2007-04-02

Iran �bt sich in psychologischer Kriegsf�hrung

--- Iran zieht in der Aff�re um die 15 gefangenen britischen Soldaten weiter alle Register der psychologischen Kriegsf�hrung. Gestern f�hrte das iranische Fernsehen die "Eindringlinge" noch einmal vor, einer entschuldigte sich �ffentlich beim iranischen Volk f�r die angebliche Verletzung des Territoriums:
"Alle 15 festgenommenen Soldaten haben akzeptiert, dass sie illegal in iranische Hoheitsgew�sser eingedrungen sind", meldete das iranische Staatsradio heute Morgen. Der staatliche Sender al-Alam zeigte gestern Abend Aufnahmen zweier britischer Soldaten in Khaki-Uniformen, die an einer Landkarte die Positionen ihres Schiffs erkl�rten. ... In dem TV-Kommentar hie� es, beide h�tten datailliert geschildert, wie sie in iranisches Gew�sser eingedrungen seien. Zudem h�tten die beiden angegeben, sie w�rden gut behandelt. Eine Sprecherin des britischen Au�enministeriums bezeichnete es in einer ersten Reaktion als "nicht akzeptabel, dass diese Bilder gezeigt werden".
Ungeachtet der neuen Videoaufnahmen bem�ht sich London weiter mit diplomatischen Mitteln um die Freilassung seiner Soldaten. Dazu seien interne Gespr�che im Gange, berichtete der Sender BBC heute unter Berufung auf Regierungskreise. Bereits am Wochenende zeichnete sich ab, dass London nun den direkten Kontakt zu Teheran sucht. Gro�britanniens Au�enministerin Margaret Beckett und Verkehrsminister Douglas Alexander bekr�ftigten ihre Bereitschaft zum Dialog. Sie sprachen allerdings nicht die von Teheran geforderte Entschuldigung aus. Verteidigungsminister Des Browne best�tigte, dass es zur L�sung des Konflikts "direkte bilaterale Kommunikation" mit den Iranern gebe. Einzelheiten nannte er nicht. Die Zeitung "Sunday Telegraph" zitierte einen Mitarbeiter aus dem Verteidigungsministerium mit den Worten: "Wir sind bereit, uns mit Iran �ber die Garantie zu einigen, dass wir niemals ohne ihr Einverst�ndnis in ihre Gew�sser eindringen, weder jetzt noch in Zukunft." Das Angebot sei aber kein Schuldeingest�ndnis oder eine Entschuldigung. "Ich glaube, die ganze Welt bedauert die Situation, die entstanden ist, und deswegen wollen wir einen Ausweg finden", sagte Au�enministerin Beckett. Eine L�sung solle auf friedliche Weise und so bald wie m�glich gefunden werden.
Ein Video-Mitschnitt des TV-Auftritts der beiden Gefangenen findet sich etwa bei LiveLeak, ein Bericht �ber die Darstellung der Aff�re in iranischen Blogs bei Spiegel Online.

Derweil f�llt das neue Schlachtenepos 300 von Warner Bros. bei den Iranern nicht ganz zu Unrecht unter die Kategorie westliche Propaganda: �Ganz Teheran ist in Aufruhr�, meldet das Magazin Time. Raubkopien des Films �300� hatten die iranische Hauptstadt erreicht. �300�, die Verfilmung eines Comics von Frank Miller �ber die Schlacht zwischen Persern und Spartanern 480 vor Christus an den Thermopylen, hat gleich am ersten Wochenende 70 Millionen Dollar eingespielt. ... er Film zeichnet zwei Welten: die der Spartaner, in der schon die S�uglinge abgeh�rtet werden und die Achtj�hrigen den Schwertkampf mit ihren V�tern f�hren, und die Welt der Perser, in denen Laszivit�t, Korruption, Verweichlichung und Grausamkeit herrschen. �Hollywood hat eine neue Front im Krieg gegen den Iran er�ffnet�, hie� es in den Abendnachrichten der staatlichen Fernsehanstalt Irans, und die Tageszeitung �Ayende-No� schrieb: �Der Film pr�sentiert die Iraner als D�monen, ohne Kultur, Gef�hl oder Menschlichkeit, die an nichts anderes denken als daran, andere Nationen anzugreifen und Leute umzubringen. Es ist ein weiterer Versuch, das iranische Volk und seine Zivilisation in den Augen der Welt�ffentlichkeit anzuschw�rzen, in einer Zeit zunehmender amerikanischer Drohungen gegen den Iran.� Die gr��te iranische Tageszeitung �Hamshari� erkl�rt, der Film �dient den Interessen der amerikanischen F�hrung. Er wird eine Welle des Protests in aller Welt ausl�sen. Iraner in Amerika oder in Europa werden eine solche Beleidigung nicht hinnehmen.� Javad Shamgari, der kulturpolitische Berater des Pr�sidenten Ahmadinedschad, erkl�rte, die USA wollten �Iran dem�tigen und die historische Realit�t verdrehen, um ihre eigenen Fehler wieder gutzumachen, indem sie amerikanische Soldaten und Kriegstreiber anstacheln.� Der Iran, der sich wenig empfindlich zeigte, als es um die Versammlung internationaler Holocaust-Leugner auf staatliche Einladung ging, hat bei der Uno in aller Form gegen die Darstellung der (vorislamischen) Perser in �300� scharf protestiert. ... Aber auch unter den westlichen Filmkritikern sorgt �300� f�r Unmut. Die Besprechung in �Filmstarts� nennt ihn gar �faschistische Propaganda�. Auch der Kritiker des �New Yorker� �u�ert Verst�ndnis f�r die erbosten Iraner. �Vielleicht haben die Iraner Schwierigkeiten zu verstehen, dass bei uns nicht die Regierung einen Film bestellt, sondern die Studiobosse. Aber man kann den Iranern nicht vorwerfen, dass sie keinen rechten Humor f�r unsere Popkultur haben. Sie haben in gewisser Weise recht: �300� ist eine politische Fabel, die der gegenw�rtigen Lage unheimlich auf den Leib geschneidert scheint. Wie viele antike Armeen sind, wie es hier von den Spartanern hei�t, f�r die �Vernunft� in den Krieg gezogen? Ein Hauch von Verachtung f�r den Osten � was Edward Said Orientalismus nannte � entsteigt aus dem Schlachtget�mmel, und macht �300� zu einem Epos �ber den Aufstieg der Demokratie.� Entstanden in einer Zeit der Frustration, in der Amerikaner �einen Krieg f�hren, den sie weder gewinnen noch beenden k�nnen, wirkt �300� wie das Produkt einer Kultur, die langsam und schmerzhaft durchdreht.�

Und sonst: Aufregung ohne Berechtigung im Fall Kathy Sierra? Call for blogging code of conduct. The support for a blogger hounded by death threats has intensified with some high profile web experts calling for a code of conduct in the blogosphere. The female blogger at the centre of the row has been shocked to discover that hers is not an isolated incident.

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2007-03-17

LA Times: Blogger toppen Massenmedien

--- Die LA Times beleuchtet heute ein liberales Politblog n�her und kommt zum Schluss, dass die eifrigen Blogger inzwischen die Mainstream-Medien immer wieder �bertreffen im Bereich von Enth�llungen:
The world headquarters of TPM Media is pretty much like any small newsroom, anywhere, except for the shirts. And the dog. And the quiet. Most newsrooms are notably noisy places, full of shrill phones and quacking reporters. Here there is mainly quiet, except for the clacking keyboards. It's 20 or so blocks up town to the heart of the media establishment, the Midtown towers that house the big newspaper, magazine and book publishers. And yet it was here in a neighborhood of bodegas and floral wholesalers that, over the last two months, one of the biggest news stories in the country � the Bush administration's firing of a group of U.S. attorneys � was pieced together by the reporters of the blog Talking Points Memo. The bloggers used the usual tools of good journalists everywhere � determination, insight, ingenuity � plus a powerful new force that was not available to reporters until blogging came along: the ability to communicate almost instantaneously with readers via the Internet and to deputize those readers as editorial researchers, in effect multiplying the reporting power by an order of magnitude. In December, Josh Marshall, who owns and runs TPM , posted a short item linking to a news report in the Arkansas Democrat-Gazette about the firing of the U.S. attorney for that state. Marshall later followed up, adding that several U.S. attorneys were apparently being replaced and asked his 100,000 or so daily readers to write in if they knew anything about U.S. attorneys being fired in their areas. For the two months that followed, Talking Points Memo and one of its sister sites, TPM Muckraker, accumulated evidence from around the country on who the axed prosecutors were, and why politics might be behind the firings. The cause was taken up among Democrats in Congress. One senior Justice Department official has resigned, and Atty. Gen. Alberto R. Gonzales is now in the media crosshairs. This isn't the first time Marshall and Talking Points have led coverage on national issues. In 2002, the site was the first to devote more than just passing mention to then-Senate Majority Leader Trent Lott's claim that the country would have been better off had the segregationist 1948 presidential campaign of Sen. Strom Thurmond succeeded. The subsequent furor cost Lott his leadership position. Similarly, the TPM sites were leaders in chronicling the various scandals associated with Republican lobbyist Jack Abramoff. All of this from an enterprise whose annual budget probably wouldn't cover the janitorial costs incurred by a metropolitan daily newspaper.

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2007-02-10

Irak-Krieg: Bush soll in die Irre gef�hrt worden sein

--- H�bsche Realsatire zu den Beweggr�nden f�r den Irak-Krieg:
Der ehemalige Leiter der Politik-Planungsabteilung im US-Verteidigungsministerium, Douglas Feith, habe im Wei�en Haus von einer �u�erst engen und ausgereiften Beziehungen zwischen der Extremistenorganisation al-Qaida und der irakischen F�hrung gesprochen, als ob es sich um eine Tatsache handle, kritisierte der Pentagon-General-Inspekteur Thomas Gimble gestern Abend. Gegenteilige Erkenntnisse der Geheimdienste habe Feith dabei schlichtweg ignoriert. Feith "zeigte die andere, abweichende Seite nicht". Feiths Handlungen seien in einigen F�llen unangemessen gewesen, weil sie ihre Abweichung von Erkenntnissen der Geheimdienste nicht deutlich gemacht h�tten, sagte Gimble. So habe Feith angegeben, dass Monate vor den Anschl�gen vom 11. September 2001 sich ihr Drahtzieher Mohammed Atta mit einem irakischen Beh�rdenvertreter getroffen habe. Die US-Geheimdienste h�tten dies jedoch nicht belegen k�nnen. Gimble kam auch zu dem Schluss, dass Ex-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz Feith beauftragt habe, alternative Geheimdiensterkenntnisse zu verfolgen. Gimble berief sich auf den Untersuchungsbericht, den er nach einj�hriger Arbeit im Auftrag des Geheimdienstausschusses des Senats am Freitag vorstellte. Trotz der Erkenntnisse wird darin empfohlen, keine Konsequenzen aus den Vorw�rfen zu ziehen. Die inzwischen vollzogenen Personalwechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums und der Geheimdienste machten eine Wiederholung unwahrscheinlich.
Und sonst: The Good Russian: Der russische Pr�sident Wladimir Putin hat den USA und der Nato unter anderem eine gef�hrliche Militarisierung der Au�enpolitik vorgeworfen. �Wir sind Zeuge ungez�gelter Milit�ranwendung in internationalen Anliegen�, sagte er auf der M�nchner Sicherheitskonferenz. ... Die USA h�tten die Grenzen in fast allen Bereichen �berschritten. Gewalt d�rfe nur das letzte Mittel sein und sei nur legitim, wenn sie von den Vereinten Nationen beschlossen worden sei - Entscheidungen der Nato oder der Europ�ischen Union k�nnten dies nicht ersetzen, sagte Putin und warnte: �Einseitige, unlegitimierte Aktionen sind keine L�sung, sondern Quelle neuer Trag�dien und Spannungsherde�.

Wir wussten es ja schon immer: Blogger sind meistens "investigative Multiplikatoren". Eine Studie �ber Blognutzer der Universit�t Leipzig in Kooperation mit der Suchmaschine ask.com sieht in ihnen vor allem Internet-Nutzer, die mehr wissen wollen, Informationen aktiv weitergeben und gut vernetzt sind. Im einzelnen machte die Studie unter den mehr als 600 befragten Internetnutzern aus Deutschland f�nf verschiedene Typen von Blognutzer aus, wie das Unternehmen in M�nchen mitteilt. Demnach werden 17,7 Prozent der Befragten als "social networker" klassifiziert. Sie nutzten Blogs in erster Linie, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, neue Bekanntschaften zu kn�pfen und um sich mit anderen auszutauschen. Ebenfalls 17,7 Prozent z�hlten zu der Gruppe der "Selbstdarsteller", die von sich behaupten, etwas zu sagen zu haben und �rger und Kritik loswerden m�chten. Die gr��te Gruppe bilden den Angaben zufolge allerdings die "Wissensdurstigen" mit 23,7 Prozent. Sie nutzten Blogs vor allem, um Hintergrundinformationen zu suchen, da sie klassischen Medien weniger trauten. Zwei weitere Gruppen seien die "Informationssucher" (18,9 Prozent) und die "aktiven Konsumenten" (22,8 Prozent).

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2007-02-05

In einem Bett: Medien und PR

--- Die NZZ berichtet �ber eine neue Studie zur �bernahme von PR-Material in den (Schweizer) Medien:
Wie selbst�ndig berichten die Medien? Zu wenig, findet erneut eine Studie, welche die Leistungen von Lokalmedien in den R�umen Z�rich und St. Gallen analysierte. �Was als Medienleistung erscheint, ist zu einem betr�chtlichen Teil PR-Leistung�, heisst es im Bericht, welchen die Publicom dem Auftraggeber, dem Bundesamts f�r Kommunikation, vorlegte. Ren� Grossenbacher, der Forschungsleiter, findet damit seine Untersuchungen best�tigt, die er vor zwanzig Jahren durchf�hrte. Danach agieren die Medien oft am G�ngelband der �ffentlichkeitsarbeiter. Im aktuellen Fall untersuchte die Publicom, wie die elektronischen Lokalmedien die Pressekonferenzen der Z�rcher und St. Galler Beh�rden verarbeiteten. Zwei Arbeitsmonate dienten als Forschungsbasis. Die Ergebnisse sind ern�chternd; sie best�tigen allerdings intuitive Eindr�cke. So konnte man in gut der H�lfte der Berichte keinerlei inhaltliche Eigenleistung der Medien erkennen. Publiziert wurde die unver�nderte oder lediglich gek�rzte Fassung der Texte, die von den beh�rdlichen Medienstellen zur Verf�gung gestellt wurden. Nur 13 Prozent der Beitr�ge kamen eigenst�ndig zustande. Nachrecherchen erfolgten selten. Begrenzt scheint �berdies die Bereitschaft, die Quellen der verbreiteten Informationen offenzulegen. Nur ein F�nftel der Beitr�ge verwies auf die Medienkonferenzen als Basis. In der Regel werden allerdings die Personen genannt, von welchen die Informationen stammen. So vermittelt das Medium dem Publikum den falschen Eindruck, der Beitrag beruhe auf einer Eigeninitiative. In gut einem Viertel der Berichte werde aber auch dies nicht ersichtlich, h�lt die Studie fest. Die Quellen werden vor allem durch die Online- Medien und die privaten Fernsehsender verschleiert.
Tats�chlich ist ja das Copy & Paste von Pressemitteilungen das "Gesch�ftsmodell" einiger "Newsticker" im Internet ohne jeglichen Verweis auf den Ursprung der "Nachrichten". Siehe auch einen Kommentar zum Thema in der NZZ: Die Kernaussagen der nebenstehend pr�sentierten Studie sind ersch�tternd: Die Medien arbeiten danach zu einem grossen Teil als blosse Transporteure von Botschaften aus den Werkst�tten der �ffentlichkeitsarbeiter. Die Forscher sehen damit Untersuchungen (Barbara Bearns / Ren� Grossenbacher) aus den achtziger Jahren best�tigt. Schon damals wurde errechnet, dass zwei Drittel aller von den Medien verbreiteten Meldungen aus Pressestellen und PR-Agenturen stammen. ... Die Medien betreiben somit in hohem Mass Etikettenschwindel. Das ist verwerflich. Dennoch muss man die genannten wissenschaftlichen Befunde relativieren. Eine wesentliche Aufgabe der Medien besteht darin, �ber Ereignisse und Entscheide in Politik und Wirtschaft zu berichten. �fters handelt es sich um Informationen, die nicht kontrovers sind. Diese werden heute von den jeweiligen Kommunikationsabteilungen meist Medien-affin und professionell aufbereitet. Zudem sind �ffentlichkeitsarbeiter auf ein Vertrauensverh�ltnis mit den Medienschaffenden angewiesen. Durch Vermittlung gezinkter Informationen w�rden sie ihre Glaubw�rdigkeit sch�digen. Sie liefen Gefahr, den Zugang zu den Medienkan�len zu verlieren. Denn die Journalisten treffen die Auswahl unter den PR-Meldungen. Als Schleusenw�rter nehmen sie eine Kontrollfunktion wahr. In diesem Sinne herrscht also kein universeller �Verblendungszusammenhang�. Nicht alles, was aus PR-Werkst�tten kommt, muss von vorneherein schlecht sein. ... Wenn man die Presse einbezogen h�tte, w�ren die Resultate wohl etwas positiver ausgefallen. W�hrend Websites, Privatradios und Lokalsender immer noch als Durchlauferhitzer funktionieren (daran werden Subventionsgelder kaum etwas �ndern), liefert das gedruckte Medium am ehesten noch Einordnungen und Analysen. Angesichts der �konomischen Schwierigkeiten steht allerdings auch die Presse unter Druck. Der Sparzwang gef�hrdet das Reflexionspotenzial. PS: Baerns heisst die Barbara aber, nicht Bearns.

Und sonst: media-bl�d k�mpft gegen Abmahnungen mit einer seltsamen Art von "Justiztourismus".

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2007-01-18

Entscheiden Blogger die US-Wahl in 2008?

--- Blogs gewinnen bei der politischen Meinungsbildung in den USA eine immer st�rkere Rolle:
Die US-Amerikaner vertrauen bei ihrer Information �ber Politik zunehmend dem Internet - die n�chsten US-Wahlen k�nnten sich deshalb auch im Netz entscheiden. Bislang informieren sich die meisten Amerikaner aber noch mittels eines alten Bekannten. Laut einer Studie (PDF-Datei) des Marktforschungsunternehmens Nielsen/NetRatings spielen Blogs - zu deutsch: Online-Tageb�cher - bei der Information �ber amerikanische Politik eine immer wichtigere Rolle. Die zehn gr��ten US-Zeitungen zogen im Dezember dreimal so viele Leser mit ihren Blogs an wie noch vor einem Jahr, geht aus der Erhebung hervor. Eine Studie des Pew Internet Project zeigt zudem, dass bei den US-Kongresswahlen im vergangenen Jahr 15 Prozent der Befragten den gr��ten Teil ihrer Informationen aus dem Internet zogen. "Wir k�nnten 2008 als das Jahr erleben, ab dem der Unterschied zwischen 'virtueller' und 'echter' Politik drastisch zur�ckgeht", sagte Lee Rainie, Mitautor der Pew-Studie. Bei Pr�sidentenwahlen nehme das Interesse deutlich zu. Zudem d�rften einige Kandidaten verst�rkt ihren Wahlkampf ins Internet verlegen. Blogs entwickeln sich dabei zum Medium der Zukunft: 3,8 Millionen Leser clickten Nielsen zufolge die Online-Tageb�cher an, die auf den Homepages von Zeitungen wie der "Washington Post" oder der "New York Times" ver�ffentlicht werden. Im vergangenen Jahr waren es nur 1,2 Millionen Leser.
Kein Wunder, dass nicht alle Politiker im US-Kongress die Entwicklung gut finden: In what sounds like a comedy sketch from Jon Stewart�s Daily Show, but isn�t, the U. S. Senate would impose criminal penalties, even jail time, on grassroots causes and citizens who criticize Congress. Section 220 of S. 1, the lobbying reform bill currently before the Senate, would require grassroots causes, even bloggers, who communicate to 500 or more members of the public on policy matters, to register and report quarterly to Congress the same as the big K Street lobbyists.

Auch das mal wieder: Intelligence agencies see worrying signs of al-Qaeda�s revival, berichtet der Economist. Western security officials say the revitalisation of al-Qaeda is partly due to the fact that �the pressure is off� in North Waziristan, a Pakistani tribal region where the army agreed a ceasefire with militants last September. Afghan and NATO commanders complain that the truce has also provided cross-border safe havens for the Taliban. Mr Negroponte called Pakistan an important ally, but also �a major source of Islamic extremism�. Western officials also worry about what they call �blowback� from Iraq: instead of sucking in would-be suicide bombers on one-way tickets, it could pump out battle-hardened fighters to wage violent campaigns elsewhere. Mr Negroponte said an American pull-out would allow Iraq to replace Afghanistan as an al-Qaeda sanctuary.

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2007-01-15

Blogging zwischen Nihilismus und Zynismus

--- Geert Lovink hat sich mit seinen medientheoretischen Einsch�tzungen der Blogosph�re sichtlich verausgabt. Da wird vieles angestochen, aber so richtig wei� der Autor dann doch nicht, was er aus dem ach so postmodernen Ph�nomen machen will. Ein wenig Denken mehr auf den Punkt h�tte dem an sich lesenswerten Text �ber das Thema "Wir bloggen, also sind wir (nichts)" gut getan. Ein paar Ausz�ge:
Whereas the investigative journalist works months, if not years, to uncover a story, bloggers look more like an army of ants contributing to the great hive called "public opinion". Bloggers rarely add new facts to a news story. They find bugs in products and news reports but rarely "unmask" spin, let alone come up with well-researched reports. ... blogs fit into the wider trend in which all our movements and activities are being monitored and stored. In the case of blogs, this is carried out not by some invisible and abstract authority but the subjects themselves, who record their everyday lives. ... Net cynicism is a cultural spin-off from blogging software, hardwired in a specific era and resulting from procedures such as login, link, edit, create, browse, read, submit, tag, and reply. Some would judge the mere use of the term cynicism as blog bashing. So be it. Again, we're not talking about an attitude here, let alone a shared life style. Net cynicism no longer believes in cyberculture as an identity provider with related entrepreneurial hallucinations. It is constituted by cold enlightenment as a post-political condition and by confession described by Michel Foucault. People are taught that their liberation requires them to "tell the truth", to confess it to someone (a priest, psychoanalyst, or weblog), and this truth telling will somehow set them free. There is a quest for truth in blogging. But it is a truth with a question mark. Truth has become an amateur project, not an absolute value, sanctioned by higher authorities. In lieu of a common definition, we could say that cynicism is the unpleasant way of performing the truth. ... There is no possibility to simply ignore blogs and live the comfortable lifestyle of a twentieth-century "public intellectual". Like Michel Houellebecq, bloggers are trapped by their own inner contradictions in the Land of No Choice. The London Times noted that Houellebecq "writes from inside alienation. His bruised male heroes, neglected by their parents, cope by depriving themselves of loving interactions; they project their coldness and loneliness on to the world." Blogs are perfect projection fields for such an undertaking. ... We're operating in a post-deconstruction world in which blogs offer a never-ending stream of confessions, a cosmos of micro-opinions attempting to interpret events beyond the well-known twentieth-century categories. The nihilist impulse emerges as a response to the increasing levels of complexity within interconnected topics. ... Blogging is neither a project nor a proposal but a condition whose existence one must recognize. "We blog," as Kline and Bernstein say. ... Blogging is the opposite of the spectacle. It is flat (and yet meaningful). Blogging is not a digital clone of the "letter to the editor". Instead of complaining and arguing, the blogger puts him or herself in the perversely pleasurable position of media observer. ... Blogs bring on decay. Each new blog is supposed to add to the fall of the media system that once dominated the twentieth century. This process is not one of a sudden explosion. The erosion of the mass media cannot easily be traced in figures of stagnant sales and the declining readership of newspapers. In many parts of the world, television is still on the rise. What's declining is the Belief in the Message. That is the nihilist moment, and blogs facilitate this culture as no platform has ever done before. ... As a micro-heroic, Nietzschean act of the pajama people, blogging grows out of a nihilism of strength, not out of the weakness of pessimism. Instead of time and again presenting blog entries as self-promotion, we should interpret them as decadent artifacts that remotely dismantle the mighty and seductive power of the broadcast media. Bloggers are nihilists because they are "good for nothing". They post into Nirvana and have turned their futility into a productive force. They are the nothingists who celebrate the death of the centralized meaning structures and ignore the accusation that they would only produce noise. ... Translating Karen Carr's insight to today's condition, we could say that the blogger is an individual "who lives in self-conscious confrontation with a meaningless world, refusing either to deny or succumb to its power." ... What is blogged is the relentless uncertainty of the everyday. Whereas entrepreneurs colonize the future, energized by collective hallucinations, bloggers expose the present they find themselves caught in. Blogging is the answer to "individualization of social inequality". It hits back, not so much with collective action, but with massive hyper-individual linking. This is the network paradox: there is simultaneous construction and destruction of the social at hand.
Schlu�folgerung: Weitermachen!

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