2008-03-29

LiveLeak zensiert Anti-Islam-Film "Fitna"

--- Just LiveLeak, das nicht gerade f�r Sensibilit�t bekannte ehemalige Ogrish.com, hat das heftig umstrittene "Fitna"-Video von seinen Seiten genommen:
Nicht einmal einen Tag lang war der Anti-Islam-Film Fitna von Geert Wilders auf dem britischen Videoportal LiveLeak.com abzurufen, wo dieser ihn gepostet hatte, nachdem die Website seiner Freiheitspartei aufgrund der Nachfrage nach dem Film zusammen gebrochen war. Der weithin kritisierte Film, der mit kruden Mitteln versucht, den Koran als Grundlage einer faschistischen Ideologie darzustellen, die nach der Weltmacht strebt, hat zumindest nach au�en hin nicht den von Wilders bezweckten Aufruhr provoziert. Wie anstelle des Videos bei LiveLeak mitgeteilt wird, habe man den Film aufgrund von nicht n�her benannten Drohungen gegen�ber den Mitarbeitern vom Netz genommen. Man habe keine andere Wahl gehabt, hei�t es in dem Statement, das sei ein schlechter Tag f�r die Meinungsfreiheit. Allerdings ist der Film dutzendfach auf YouTube (wenn auch meist nur f�r Internetnutzer, die sich angemeldet haben) und auf vielen anderen Webseiten zug�nglich. ... Wilders wird auch von unerwarteter Seite kritisiert. So fordert der d�nische Karikaturist Kurt Westergaard, dass seine Mohammed-Karikatur mit der Z�ndschnur im Turban aus dem Film entfernt werden muss. Er sei von Wilders nicht um Erlaubnis gefragt worden. ... Bei der Auseinandersetzung um den Film wird von den islamophoben Parteig�ngern Wilders weniger der Inhalt des Films diskutiert, sondern meist nur die Behauptung der Meinungsfreiheit ins Feld gef�hrt. Gelegen kommt da nun, dass LiveLeak das Video vom Netz genommen hat. Daran sehe man, welche Macht die Muslime bereits haben. Angefangen von UN-Generalsekret�r Ban Ki-Moon sehen viele in dem Film allerdings ... einen Aufruf zur Gewalt und eine Hasspropaganda.
Update: LiveLeak hat das Video wieder online gestellt.

Passend zum Thema: Trends in Cybercensorship. A talk with an editor of Access Denied: The Practice and Policy of Global Internet Filtering about the recent rise in Web censorship.

"Die andere Seite" ist derweil auch nicht unt�tig, wenn es um die Produktion von Propaganda-Videos geht: Dokumentationsfilm des "bayerischen Taliban": L�chelnd zum Selbstmordattentat. Es sind die letzten Minuten im Leben des C�neyt Ciftci: Der junge Mann aus dem bayerischen Ansbach verabschiedet sich l�chelnd von seinen afghanischen Begleitern. Wenig sp�ter z�ndet er seine Bombe.

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2007-07-24

"Infame Propaganda" der Taliban beklagt

--- Im letzten Posting war der "Infowar" der Taliban im afghanischen Geiseldrama ja schon angeklungen, jetzt gibt es dazu Einzelheiten aus Sicht der Bundesregierung:
Die noch lebende deutsche Geisel in Afghanistan ist nach ARD-Informationen aufgesp�rt worden. Dem Ingenieur gehe es entgegen der Angaben der radikal-islamistischen Taliban-Miliz vergleichsweise gut. Die Gotteskrieger sind in dem Fall offenbar nur Trittbrettfahrer. Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi hatte am Dienstag behauptet, dass die deutsche Geisel gesundheitliche Probleme habe. Er sagte: "Der Deutsche ist sehr krank, er hat Diabetes". Die Aufst�ndischen h�tten keine Medikamente. "Deswegen k�nnen wir ihm nicht helfen." Es gibt allerdings erhebliche Zweifel daran, dass sich die Geisel tats�chlich in der Hand der Taliban befindet. Experten vermuten, dass die Entf�hrung stattdessen auf einen Stammeskonflikt mit kriminellem Hintergrund zur�ckgeht und die Rebellen die Geiselnahme f�r ihre Zwecke instrumentalisieren. ... So etwas wie das Verhalten der Taliban, die im aktuellen Geiseldrama nur als Trittbrettfahrer gelten, habe man noch nicht erlebt, sagte Au�enamtssprecher Martin J�ger. Ein Novum sei, dass sich so genannte Sprecher der Taliban an die �ffentlichkeit wendeten und von Dingen berichteten, die durch die Realit�t nicht gedeckt seien. So sei am Samstag die Mitteilung in Umlauf gebracht worden, das Ultimatum f�r die deutsche Geisel laufe ab. Sp�ter habe sich das als "infame Propaganda" erwiesen. Die so genannten Sprecher w�rden die Medienberichte in Deutschland genau verfolgen und darauf reagieren, sagte J�ger. Die Taliban hatten zuvor eine neue Forderung gestellt. Da die Bundesregierung einen zun�chst geforderten Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan ablehnt, wollen sie stattdessen nun die Freilassung von zehn Taliban-K�mpfern aus afghanischer Haft erreichen, sagte der Taliban-Sprecher.
Update: Das Au�enministerium hat inzwischen noch einmal nachgelegt: Im ARD-�Morgenmagazin� sagte der Sprecher des Ausw�rtigen Amtes, Martin J�ger, am Donnerstag: �Wir haben es nicht nur mit der Ebene der Attentate, der Massaker und Hinrichtungen zu tun, sondern wir haben es mit einem Ph�nomen zu tun, das Journalisten Medienkrieg genannt haben. Krieg mit Worten.� J�ger sagte, es werde von Seiten der Taliban sehr effizient mit dem Instrument der Propaganda gearbeitet. J�ger sagte, es handele sich bei den Taliban um �ausgesprochene Profis�. �Das sind die Zeremonienmeister des Terrors.� Sie f�hrten die Listen ihrer Schandtaten im Internet und beobachteten ganz gezielt die politische Diskussion in Europa, um darauf Einfluss zu nehmen.

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