2010-03-08

Harald Christ stellt Anzeige gegen Norbert Essing

--- Die Auseinandersetzung zwischen dem Unternehmer Harald Christ und dem Spindoktor Norbert Essing geht weiter, melden Spiegel, NOZ und kress:
Der Unternehmer Harald Christ hat laut Informationen des "Spiegel" Strafanzeige gegen seinen fr�heren PR-Berater Norbert Essing gestellt. Essing habe ihn gegen�ber seinem ehemaligen Arbeitgeber, der Weberbank, verleumdet. ... Essing soll, so der zentrale Vorwurf laut "Spiegel", Christ als p�dophil bezeichnet haben. Ein Video, das Essing in einer Tankstelle zeigt, soll beweisen, dass er der Versender eines anonymen Fax mit den Vorw�rfen an die Weberbank war. Die Strafanzeige, die von dem ehemaligen Bundesinnenminister Otto Schily im Auftrag Christs eingereicht wurde, wirft dem bekannten PR-Mann Essing laut dem Bericht zudem versuchte Erpressung und versuchte N�tigung vor. ... Die "Neue Osnabr�cker Zeitung" berichtet in ihrer Montagausgabe, Essing seinerseits habe bereits am 17. Februar Strafanzeige gegen Christ gestellt wegen falscher Anschuldigung, Beleidigung und Verleumdung.
Ein ziemliches Hauen und Stechen im SPD-Umfeld.

Labels:

2010-02-16

Lehrstuhl f�r Spinning ausgeschrieben

--- Spinning l�sst sich jetzt auf deutsch mit "Reformkommunikation" �bersetzen, wenn es nach einer aktuellen Stellenausschreibung geht der privaten Zeppelin University geht. Mehr bei Telepolis. Anregungen f�r den Vorsto� finden sich demnach mal wieder bei der Bertelsmann-Stiftung und der an sich schon recht spinnigen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft:
Wird es am Bodensee bald die erste Professur f�r Propaganda nach 1945 in der Bundesrepublik geben? ... Reformkommunikation, das ist, was das wissenschaftliche Ordnungsgef�ge anbelangt, ungef�hr so, als wenn man innerhalb der Veterin�rmedizin noch eine Professur f�r das Schweineschlachten ansiedelt. Und das, was bei der "Reformkommunikation" geschlachtet werden soll, ist der m�ndige B�rger. Denn wie man ihm das Fell �ber die Ohren zieht und er dabei noch immer meint, das sei zu seinem Besten, das ist der Gegenstand der "Reformkommunikation". Wer genauer wissen will, was es mit diesem Begriff auf sich hat, der kann sich zum Beispiel in einem "Diskussionspapier" der als �u�erst reformfreudig bekannten Bertelsmannstiftung mit dem Titel: Politische Reformkommunikation. Ver�nderungsprozesse �berzeugend vermitteln, informieren (PDF-Datei). ... Gerade bei Reformen, die "schmerzliche Eingriffe in die Besitzst�nde relevanter W�hlergruppen bringen", so das Bertelsmann-Papier, m�ssten die "vorhandenen gesellschaftlichen Werte- und Einstellungsmuster" durch "gezielte Kommunikationsstrategien" ver�ndert werden. ... So entbl�det sich das Bertelsmann-Papier auch nicht festzustellen, die von der "Agenda2010 eingeleitete Reformpolitik" sei nicht an den Inhalten, sondern an dem "Mangel an problemad�quatem, konsistentem kommunikativen Verhalten der politischen Akteure" gescheitert.

Labels: , ,

2010-02-05

Rahm Emanuel: Obamas Spindoktor ohne Fortune

--- Barack Obamas enger politischer Berater und B�roleiter Rahm Emanuel war vor einem Jahr noch hoch gehandelt worden als rhetorische und strategische Allzweckwaffe und Spindoktor des US-Pr�sidenten. Die LA Times widmet sich nun seinem wenig gl�ck- und erfolgreichen Wirken in den vergangenen Wochen und aktuellen Fettn�pfchen:
A senior presidential aide is supposed to solve problems, not create or compound them for his boss. So the White House was knocked off-stride when Chief of Staff Rahm Emanuel was forced to issue a public apology for using a derogatory word for people with learning disabilities. But even before the gaffe, Emanuel was becoming a magnet for criticism of President Obama's difficulties in turning his ambitious agenda into achievements. In an unguarded moment, Emanuel had referred to a group of liberal Democrats as "retarded." When reports of the remark began circulating, the former Chicago congressman -- already famous for his foxhole profanity -- moved to express his regret and promised to help leaders of the disabled community sensitize the public on the issue. ... But for all of the relationships Emanuel built in helping Democrats recapture the House in 2006, he has not succeeded in greasing the way for Obama's programs. The healthcare overhaul is in limbo. And the president's political fortunes seem to have dwindled, with his approval rating falling and Democrats suffering embarrassing setbacks in a trio of elections over the last year.

Labels: , , ,

2010-02-02

Unternehmer Christ gegen Spindoktor Essing

--- Es kommt nicht oft vor, dass Spindoktoren im Rampenlicht stehen. Geschieht dies, dann geht es meist um schmutzige Dinge. So wie aktuell im Fall des Kommunikationsberaters Norbert Essing. Der ber�t so schillernde Personen wie Ulrich Schumacher (einst Infineon) oder Klaus Kleinfeld (einst Siemens) in Fragen des Lebens. Essing sieht die Wirtschaft in Deutschland als Moloch, als Deutschland AG der schlimmsten Art, die wie die Mafia mit Paten bestimmt, wer im System erfolgreich mitspielen darf und wer nicht. Nach Ansicht Essings vertritt er selbst die Davids, die gegen den Goliath den Kampf aufnehmen, oder besser, in einem Kampf zu Unrecht verwickelt wurden. Essing f�hrt diese K�mpfe dann gern auch �ber die Medien, was zweifelsohne eine der Kernaufgaben der Spindoktoren ist. Im besten Fall gewinnt der Kunde den Kampf und belohnt den Berater daf�r f�rstlich.

Ein Kunde Essings packt jetzt aus: Der Unternehmer Harald Christ, im Wahlkampfteam des Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier, die personalisierte Wirtschaftskompetenz f�r die SPD. Christ berichtete seinerzeit schon �ber die �ble Berichterstattung der Medien, dass seine Homosexualit�t und vor allem sein Reichtum (er ist Million�r) thematisiert w�rden. Vor allem aber erz�hlte er in kleinem Kreis, dass er von einem PR-Berater mehr oder minder erpresst w�rde. Unwahrheiten w�rde der erz�hlen. Genauer wurde Christ damals nicht. Nun stehen die Details im Magazinstil geschrieben im aktuellen Spiegel. Die Nachrichtenversion findet sich online:
Harald Christ, Unternehmer und ehemaliges Mitglied im Wahlkampfteam der SPD, pr�ft eine Strafanzeige gegen seinen fr�heren PR-Berater Norbert Essing. Damit hat er nach SPIEGEL-Informationen nun den ehemaligen Bundesinnenminister Otto Schily beauftragt. Die Tatvorw�rfe lauten: versuchte Erpressung und versuchte N�tigung. Hintergrund: Christ wurde vor geraumer Zeit anonym der P�dophilie und des sexuellen Missbrauchs bezichtigt. All die Vorw�rfe entbehrten jeder Grundlage, sagte Christ. Er selbst vermutet hinter den Anschuldigungen seinen eigenen fr�heren PR-Berater Norbert Essing, der die Vorw�rfe bestreitet. Eine der anonymen Verleumdungen ging am 26. Februar 2008 per Fax bei der Weberbank ein, dem damaligen Arbeitgeber des Managers Christ. Auf der Faxkennung war als Absender die Autobahnrastst�tte Nievenheim West bei D�sseldorf sowie die Uhrzeit 12.15 Uhr angegeben. Christs Anwalt lie� daraufhin die Aufnahmen der �berwachungskameras sicherstellen - die zeigen Essing, wie er mit Papier in der Hand um 12.13 Uhr die Tankstelle betritt, zur Kasse geht und dann zum Faxger�t. Die Videos liegen mittlerweile auch dem SPIEGEL vor. Essing erkl�rt, er habe an dem Tag zwar tats�chlich ein Fax von der Tankstelle abgeschickt, aber nicht an die Weberbank. Er k�nne sich nicht mehr erinnern, an wen das Schreiben ging. Im zur�ckliegenden Bundestagswahlkampf soll Essing nach SPIEGEL-Informationen versucht haben, abtr�gliches Material �ber Christ zu verbreiten. Das h�tten verschiedene Journalisten von unterschiedlichen Medien best�tigt. Essing bestreitet die Vorw�rfe. Christ erkl�rt dem SPIEGEL, Essing habe von ihm die Verl�ngerung eines alten Beratungsauftrags verlangt, was Essing allerdings ebenfalls bestreitet. Wie der SPIEGEL weiter berichtet, pr�ft auch der Essing-Kunde und fr�here WestLB-Chef Thomas Fischer mittlerweile rechtliche Schritte gegen den PR-Mann.
F�r einen Spindoktor wie Essing d�rfte der Fall eine mittlere Katastrophe darstellen. Nichts ist wichtiger in seiner Branche, als dezent im Hintergrund zu agieren. F�r Journalisten indes zeigt sich, wie vorsichtig jeder mit Informationen umgehen sollte, die diese Personen versuchen, in den Medien zu platzieren.

Labels: , , ,

Ursula von der Leyen findet "Hartz IV" doof

--- Das war nun wirklich reichlich Unausgegoren, was Ex-Websperren-Familienministerin und jetzige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen da einfach mal rumposaunte: Sie m�ge den Begriff "Hartz IV" nicht, da er eine differenzierte Debatte �ber Langzeitarbeitslosigkeit behindere. Eine begriffliche Alternative und Gegenvision f�r das Arbeitslosengeld II, was das A und O eines rhetorischen Schachzugs gewesen w�re, lieferte die CDU-Politikerin aber gar nicht mit. Telepolis bringt ein paar historische Hintergr�nde zu Sprache und Politik:
Begriffe wie "Einheitsfront", "Volksk�rper" oder auch "gesundes Volksempfinden" (das auch heute immer noch Verwendung findet) stammen aus der Zeit des Nationalsozialismus, dessen Vertreter vom Schlage eines Joseph Goebbels wahre teuflische Meister der Sprache waren und mit wenigen konstruierten W�rtern entweder ein starkes Wir-Gef�hl oder aber psychische Ausnahmezust�nde bei ihren Zuh�rern hervorrufen konnten. Davon ist Ursula von der Leyen wahrlich Welten entfernt. Allerdings setzt sie mit ihrem Vorhaben fort, was besonders in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Hochkonjunktur hatte. Damals war es der CDU-Politiker Heiner Gei�ler, der mit dem Begriff der "neuen soziale Frage" den damals noch starken politischen Gegner SPD auf dem Gebiet der Sozialpolitik das Wasser abgraben wollte. Die "neue soziale Frage" sollte bei den W�hlern die Assoziation zur von der Sozialdemokratie vertretenen "alten" sozialen Frage hervorrufen ... Von der Leyen wird sich in diesen Tagen Kurt Biedenkopf, eines alten Freundes ihres Vaters und Ex-Ministerpr�sidenten von Niedersachsen Ernst Albrecht (der mit dem "Celler Loch"), erinnert haben ... Auf dem 22. Bundesparteitag der Christdemokraten im Jahr 1973 lie� der Professor in einer Rede die Katze aus dem Sack und forderte eine "Revolution durch Sprache". Durch die Sch�pfung von neuen Begriffen, so Biedenkopf, m�ssten Politik und Partei das eigene Versagen relativieren. Sprache sei Strategie, mit der die Medienlandschaft in Deutschland besetzt werden m�sste ... Ursula von der Leyen allerdings hat beim Griff in die Trickkiste schon daneben gelangt und den Kardinalfehler begangen: Sie hat ihre Manipulation durch Wortneusch�pfung zuvor angek�ndigt.
Und vor allem beim Gackern das Ei gar nicht gelegt.

Labels: , ,

2010-01-16

Kunduz und die ganze (Un-)Wahrheit

--- Sp�testens seit dem bei Wikileaks aufgetauchten Feldj�ger-Report geh�rt der Tanklaster-Beschuss bei Kunduz zu den vermintesten Gebieten des deutschen Kriegseinsatzes in Afghanistan mit viel Spinning und Propaganda drum herum. Der Spiegel legt heute mit einer knackigen Schlagzeile nach: Oberst Klein gibt gezielte Falschinformationen zu:
Vor dem Angriff hatten die von Bundeswehroberst Klein angeforderten US-Piloten mehrfach Bedenken ge�u�ert und nachgefragt, ob tats�chlich eine "akute Bedrohung" vorliege. Daraufhin lie� der deutsche Oberst seinen Fliegerleitoffizier antworten: "Ja, diese Menschen stellen eine akute Bedrohung dar", die Aufst�ndischen versuchten, das Benzin abzuzapfen, "danach werden sie sich neu formieren, und wir haben Erkenntnisse �ber laufende Operationen und dar�ber, dass sie vermutlich Camp Kunduz angreifen werden". In dem rund 500 Seiten starken Untersuchungsbericht, der bisher nur in Ausz�gen bekannt war und dem SPIEGEL vorliegt, korrigiert die Nato dagegen, dass es keine sicheren Erkenntnisse gegeben habe, "die auf einen geplanten Angriff der Taliban" gegen das deutsche Feldlager hinwiesen. Gegen�ber den Nato-Ermittlern gab Klein zudem zu, dass er gezielt die Unwahrheit angegeben habe, um sich die amerikanische Luftunterst�tzung zu sichern. Daf�r musste er den Eindruck erwecken, dass seine Soldaten Feindber�hrung hatten, also "troops in contact" waren, kurz: TIC. "Sein Problem sei gewesen, dass er gewusst h�tte, dass es in Wirklichkeit keine TIC-Situation gab", hei�t es in dem Protokoll von Kleins Befragung zusammenfassend. "Er war der Ansicht, dass er bei Meldung einer TIC-Situation die gew�nschte Luftunterst�tzung bekommen werde." ... Der Nato-Bericht bringt auch Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) weiter in Bedr�ngnis. Nach Informationen des SPIEGEL enth�lt der Bericht bereits alle Details, die Guttenberg angeblich erst bekannt wurden, nachdem er die Luftangriffe als "milit�risch angemessen" bewertet hatte.

Labels: , ,

2009-09-21

"Vergiftete" Informationsbrocken im Netz

--- Telepolis berichtet unter dem Aufh�nger Kontaminierte Inhalte �ber krude PR-Aktionen von Firmen und Vereinigungen im Internet und nennt konkrete Namen:
wer glaubt, er k�nne sich im Netz unbedarft an den Quellen von Wahrheit und Weisheit laben, der irrt. Wer hier seinen Wissensdurst stillt, sollte sich klar sein, dass dies ein h�chst riskantes Vorhaben ist. L�ngst sind viele Inhalte des Internets kontaminiert, doch es ist wie bei der Radioaktivit�t: Man schmeckt und riecht nichts. Immer mehr stammen die Botschaften der �ffentlichen Meinung und des Internets von Interessensgruppen und werden die B�rger durch professionelle PR-Agenturen manipuliert. Wie das im Detail funktioniert, kam jetzt erneut durch eine weitere R�ge (PDF-Datei) des Deutschen Rates f�r Public Relation (DRPR), einem Selbstregulierungsorgan der Werbebranche, in Sachen Bahnskandal ans Tageslicht. Dieser Skandal schlug bereits hohe Wellen: 1,65 Millionen Euro hatte die Deutsche Bahn 2007 f�r positive Umfragen und Leserbriefe und andere Ma�nahmen ausgegeben, um das Image des Konzerns aufzupeppen. ... Mit dabei war, wie der PR-Rat jetzt r�gte, die Firma Allendorf Media AG in Berlin. Die bringt gegen gutes Geld die Botschaften ihrer Auftrageber �ber die Medien und das Internet unter das Volk. Zum Beispiel f�r die Bundeswehr und die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", einem Propagandatrupp der Metallarbeitgeber. ... "arvato online services, Full-Service-Dienstleister f�r Online-Marketing und Loyalty-Services, hat sein Portfolio um Social Media Monitoring erweitert", ist in bestem Denglisch in einer Pressemitteilung vom Mai zu lesen. Das Unternehmen �berwacht die Darstellung ihrer Kunden in den relevanten Blogs, Foren und Communities und forscht aus, was in den Sozialen Netzwerken so geplaudert und thematisiert wird. ... "Digitale Mund-zu-Mund-Propaganda" hei�t dies bei "ethority", einer weiteren Firma zur Pflege des Webs im Auftrag von Kunden.

Labels: , ,

2009-08-26

PR-Schlacht um S�dossetien

--- Nach dem Propaganda-Krieg im Kaukasus im vergangenen Jahr geht die PR-Schlacht um das zwischen Georgien und Russland umk�mpfte Gebiet munter weiter, wie PR Watch berichtet:
"The PR race is not that different from the arms race," writes John Feffer. "Russia, for instance, recently paid nearly $3 million to Ketchum for a six-month media blitz to promote the country's leaders and policies. Georgia has retained Public Strategies, Inc. at $50,000 a month. And the breakaway regions of South Ossetia and Abkhazia have hired Mark Saylor Co. at $30,000 a month.

... Russia paid Ketchum another $2.9 million "for the six months [that] ended May 31," reports O'Dwyer's PR Daily, for outreach to "top-tier global media leaders" highlighting Russia's "leadership and national policies." The Saylor firm is tasked with "explain[ing] how the Russian military saved the civilian population of South Ossetia from Georgian military forces" and countering the "aggressive information war conducted by the Government of Georgia," according to O'Dwyer's. The Moscow Times adds that Los Angeles Times editor-turned-PR executive Mark Saylor promoted South Ossetian "human rights activist Lira Tskhovrebova on a trip to the United States" in December. The U.S. State Department canceled meetings with Tskhovrebova, after it was revealed she had ties to the South Ossetian KGB.

Labels: , , , ,

2009-07-21

Israel spannt bezahlte Blogger f�r PR ein

--- Langsam erkl�rt sich der Trend zur Cyber-Mobilisierung bei deutschen Diplomaten, denn Israel war offenbar mal wieder schneller und vor allem konsequenter:
After they became an inseparable part of the service provided by public-relations companies and advertising agencies, paid Internet talkbackers are being mobilized in the service in the service of the State. The Foreign Ministry is in the process of setting up a team of students and demobilized soldiers who will work around the clock writing pro-Israeli responses on Internet websites all over the world, and on services like Facebook, Twitter and Youtube. The Foreign Ministry�s department for the explanation of Israeli policy* is running the project, and it will be an integral part of it. The project is described in the government budget for 2009 as the �Internet fighting team� � a name that was given to it in order to distinguish it from the existing policy-explanation team, among other reasons, so that it can receive a separate budget. ... �To all intents and purposes the Internet is a theatre in the Israeli-Palestinian conflict, and we must be active in that theatre, otherwise we will lose,� Elan Shturman, deputy director of the policy-explanation department in the Foreign Ministry, and who is directly responsible for setting up the project, says in an interview with Calcalist. �Our policy-explanation achievements on the Internet today are impressive in comparison to the resources that have been invested so far, but the other side is also investing resources on the Internet. There is an endless array of pro-Palestinian websites, with huge budgets, rich with information and video clips that everyone can download and post on their websites. They are flooding the Internet with content from the Hamas news agency. It is a well-oiled machine. Our objective is to penetrate into the world in which these discussions are taking place, where reports and videos are published � the blogs, the social networks, the news websites of all sizes.

Labels: , , , , ,

2009-07-20

Diplomatenblatt wirbt f�r Cyber-Mobilisierung

--- Ungew�hnliche T�ne aus einem Diplomatenblatt:
Berliner Think-Tanks fordern die Nutzung �ffentlicher Internetforen zum Zweck staatlicher Propaganda und Subversion. Virtuelle Plattformen, �ber die Millionen Menschen weltweit kommunizieren, k�nnten als "Instrumente der Rebellion" gegen missliebige Regimes eingesetzt werden, hei�t es in der Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft f�r Ausw�rtige Politik. Voraussetzung hierf�r sei es, die "Debattenhoheit" in den entsprechenden Medien zu erringen; dies erm�gliche dann auch gezielte Unterst�tzung f�r die expansionistischen Ma�nahmen der Berliner Au�enpolitik. Gleichzeitig warnt die Zeitschrift vor den Gefahren einer staatlich unerw�nschten Mobilisierung von Menschen via Internet. F�r den Fall, dass sich "virtuelle Netzwerke" der Kontrolle entz�gen, seien - hei�t es - wirksame "Gegenstrategien" zu entwickeln. Wie die Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft f�r Ausw�rtige Politik ("Internationale Politik") in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt, lassen sich Web 2.0-Foren wie Facebook, MySpace, YouTube oder Twitter f�r "professionelle politische Kampagnen" einsetzen. Insbesondere in den L�ndern der sogenannten Dritten Welt entfalteten die neuartigen Kommunikationsmedien "eine beeindruckende Wirkung", hei�t es. Als Beispiele werden via Facebook organisierte Protestaktionen gegen die Regierungen des Iran, Zimbabwes und �gyptens angef�hrt, aber auch Mobilisierungen gegen die marxistische Guerillabewegung FARC in Kolumbien. Konkret genannt werden die iranische Pr�sidentschaftswahl 2009 und die Wahlen in Zimbabwe 2008.

Wie die "Internationale Politik" weiter ausf�hrt, m�sse man die genannten Internetplattformen als "Werkzeug" f�r "die ins Ausland gerichtete Public Diplomacy" nutzen. Insbesondere aus Menschen, die in den "Krisenregionen" der Welt lebten, k�nne man auf diese Weise "aktive Akteure" im Sinne der deutschen Au�enpolitik machen. Die Bev�lkerungen fremder Staaten lie�en sich nicht nur als Aktivisten nutzen, sondern auch als Zutr�ger strategisch relevanter Informationen, hei�t es: Das in den "Web 2.0-Communities" weltweit akkumulierte "kreative Potenzial" lasse sich nicht nur von transnational agierenden Unternehmen, sondern auch von der deutschen Politik gewinnbringend "absch�pfen".
Der Kampf um die Interpretationshoheit im Cyberspace ist in vollem Gange.

Labels: , , , ,

2009-04-12

Brown-Spindoktor stolpert �ber Schmutzkampagne

--- Nachdem Tony Blairs Spindoktor Alistair Campbell ein "aufgesextes" Irak-Dossier seinen Job kostete, stolperte einer seiner �ffentlich weniger bekannten "Nachfolger" unter Gordon Brown, Damian McBride, nun �ber eine geplante Negativ-Kampagne gegen die konservative Opposition:
Ein hochrangiger Berater von Premierminister Gordon Brown hat E-Mails �ber eine geplante Schmutzkampagne gegen die Opposition von seinem offiziellen Downing-Street-Konto an einen Blogger geschickt. Sp�ter gelangten die Schreiben an die Presse. In den Mails st�nden Anz�glichkeiten und intime Details unter anderem �ber David Cameron, den Chef der Konservativen, schrieb die Zeitung "Daily Telegraph" am Samstag. Der Autor Damian McBride -- Browns Strategieberater und fr�herer Pressesprecher -- trat am Abend zur�ck. F�r "Verbreitung solchen Materials" sei kein Platz in der Politik, sagte ein Regierungssprecher.
Zumindest, wenn die Pl�ne aufgedeckt werden.

Hier noch ein paar interessante Details aus der Originalmeldung:
Mr McBride had earlier apologised for the �juvenile and inappropriate� comments and insisted that no one else at No 10 had been involved. But the row showed little signs of abating as details emerged of the emails� contents. They were sent from Mr McBride�s high-security Downing Street account to Derek Draper, a former Labour spin doctor who runs a Left-wing website. They contained a number of innuendo-laden suggestions about the personal lives of Tory MPs including Mr Cameron and George Osborne, the shadow chancellor. The emails were obtained by Paul Staines, a Tory blogger who runs an internet site called Guido Fawkes. They were offered to newspapers including The Daily Telegraph, which declined to buy them. However, several other newspapers were preparing to publish the material.

Labels: , , ,

2009-04-07

Folien zu Vortrag �ber Spin Doctoring online

--- Ende M�rz durfte ich einen Vortrag zum Thema "Spindoktoren � unerm�dliche Faktenverdreher oder unersetzliche Vermarktungsgehilfen?" beim Bayerischen Journalistenverband im PresseClub M�nchen halten. Es ging dabei um einen einf�hrenden "Ausflug in die Welt der Nachrichtenmacher, die Geschichten einen gewissen Drall geben". Die Pr�sentationsfolien dazu gibt es jetzt hier als PDF-Datei.

Labels: , ,

2009-03-26

"Krieg gegen Terror" hei�t jetzt "�bersee-Krisenoperation"

--- Neuer Spin der Obama-Regierung: Aus Bushs "globalem Krieg gegen den Terror" soll eine sich abgemildert anh�rende "Krisenoperation in �bersee" werden:
The Obama administration appears to be backing away from the phrase "global war on terror," a signature rhetorical legacy of its predecessor. In a memo e-mailed this week to Pentagon staff members, the Defense Department's office of security review noted that "this administration prefers to avoid using the term 'Long War' or 'Global War on Terror' [GWOT.] Please use 'Overseas Contingency Operation.'" The memo said the direction came from the Office of Management and Budget, the executive-branch agency that reviews the public testimony of administration officials before it is delivered. Not so, said Kenneth Baer, an OMB spokesman. "There was no memo, no guidance," Baer said yesterday. "This is the opinion of a career civil servant." Coincidentally or not, senior administration officials had been publicly using the phrase "overseas contingency operations" in a war context for roughly a month before the e-mail was sent.

Labels: , , ,

2009-03-21

Microsoft-Chef spinnt sich Apple sch�n

--- Steve Ballmer erkl�rt den Wert von Marken in Rezessionszeiten am Beispiel eines alten Konkurrenten:
Apple gained about one point, but now I think the tide has really turned back the other direction. The economy is helpful. Paying an extra $500 for a computer in this environment�same piece of hardware�paying $500 more to get a logo on it? I think that's a more challenging proposition for the average person than it used to be.

Labels:

2008-12-01

Obama und der gro�e "Change"-Spin

--- Mit jeder Personalentscheidung des Teams von Barack Obama wird es klarer: W�hrend offiziell und formal weiter der Slogan Change.gov ausgegeben wird, lautet das eigentliche Motto der sich findenden Regierung des Hoffnungstr�gers der Demokraten offensichtlich schlicht "more of the same", blo� mit einem anderen Spin als unter Bush. John Horvarth hat mehr dazu in Telepolis:
For some, the Obama cabinet is starting to look a little like the third Clinton administration. Many of those who have been appointed are of the same old guard from 8 years ago. The appointment of Hillary Clinton as Foreign Secretary is merely icing on the cake. The problem for Obama is not only that these appointments run in the face of his campaign for change and his promise to break with "old" Washington. Many of these nominees have a distinct record of support for the corporate-friendly NAFTA trade pact (which Obama had promised during the primaries to renegotiate), gutting public assistance programs under the guise of welfare "reform," and pushing various deregulatory policies in the financial sector. All this is contrary to what most Americans expect to come out of the new president's administration. ...



the trick of the Clinton presidency was to sell corporate capitalism to people with a smiling face, that is, under the guise of so-called "liberalism". This was done through a comprehensive program of liberalisation and deregulation. ... Clinton's notion of "humanitarian warfare" (as was used in the Balkans) was more acceptable than the arrogance, brazenness, extremism, and ultra-nationalism of the Bush administration's "war on terrorism". In other words, as with economic policy, there is little difference between the objectives pursued by different administrations; instead, as Clinton clearly understood, there's a more polite way of following the same policy. All this doesn't bode well for the future of the Obama presidency. ...

As the spin would have it, Obama is putting together a team of experts and pragmatists who are essentially "ideology-free". The American media watchdog FAIR (Fairness and Accuracy in Reporting) takes issue with this. In its latest media advisory entitled Media Cheer for "Non-Ideological" Centrists, FAIR maintains that the notion that these appointees are non-ideological is about as ridiculous as saying that the corporate media in the US is itself also non-ideological. Noam Chomsky once pointed out that in America there is no such thing as a left-wing party or a right-wing party, only a business party: the Democrats representing the business left, and the Republicans representing the business right. ... As Chomsky noted before the election, "in the Obama campaign the words are hope, change, and unity - totally vacuous slogans said by a nice person, who looks good and talks nicely - what commentators call "soaring rhetoric" - and you can write anything you like on that blank slate."
Schon seit Tagen wird auch viel dar�ber spekuliert, ob Obama einen Kurswechsel bei Fragen wie �berwachung, Abh�rprogrammen und Geheimdienstaufr�stung fahren wird. Dass Robert Gates im Pentagon als Verteidigungsminister bleiben soll, spricht auch dort nicht f�r Wandel. Aber immer noch alles besser als Bush, Cheney und Rumsfeld?

Labels: , , ,

2008-09-18

Software soll Spin in politischen Reden erkennen

--- Nach dem L�gendetektor soll es jetzt auch einen automatischen Spin-Detektor geben, berichtet New Scientiest:
Software programs that analyse a person's speech, voice or facial expressions are building upon the work of researchers like Ekman to help us discover when the truth is being stretched, and even by how much. "The important thing to recognise is that politicians aren't typically good at out-and-out lies, but they are very adept at dancing around the truth," says David Skillicorn, a mathematics and computer science researcher at Queen's University in Kingston, Ontario, Canada. "The 2008 election has so far given us plenty of chances to see them in action." Skillicorn has been watching out for verbal "spin". He has developed an algorithm that evaluates word usage within the text of a conversation or speech to determine when a person "presents themselves or their content in a way that does not necessarily reflect what they know to be true". The algorithm counts usage of first person nouns - "I" tends to indicate less spin than "we", for example. It also searches out phrases that offer qualifications or clarifications of more general statements, since speeches that contain few such amendments tend to be high on spin. Finally, increased rates of action verbs such as "go" and "going", and negatively charged words, such as "hate" and "enemy", also indicate greater levels of spin. ...

In general though, Obama's speeches contain considerably higher spin than either McCain or Clinton. For example, for their speeches accepting their party's nomination for president, Obama's speech scored a spin value of 6.7 - where 0 is the average level of spin within all the political speeches analysed, and positive values represent higher spin. In contrast, McCain's speech scored -7.58, while Hillary Clinton's speech at the Democratic National Convention scored 0.15. Skillicorn also found that Sarah Palin's speeches contain slightly more spin than average.

Labels: ,

2008-07-14

Spindoktoren: Von bunten V�geln zu grauen Eminenzen

--- Die Fachzeitschrift Politik & Kommunikation berichtet in einem Beitrag von Stefan Marx im aktuellen Juli-Heft �ber neue Trends beim Spin Doctoring:
Kein Politiker kommt mehr ohne den Dreiklang aus strategischer Planung der eigenen Botschaften, der entsprechenden Pr�sentation und gro�er Reaktionsschnelle aus. Wer das vernachl�ssigt, kommt im schnellen Strom der 24-Stunden-Nachrichten sofort ins Trudeln ... Die fr�hen Spin Doctors der fr�hen Schr�der-Blair-Jahre ... griffen zur Selbstinszenierung: Blairs Sprecher Alastair Campbell lie� sich tagelang von der BBC bei der Arbeit filmen und wies vor laufender Kamera den eigenen Chef zurecht. Der Berater des Bundesfinanzministers, Klaus-Peter Schmidt-Deguelle, referierte in Interwiews �ber die Marke Hans Eichel. ...

So sehr sich auch Merkel und Brown von den Regierungsstilen der Vorg�nger abgrenzen wollen, die kommunikativen Lehren haben sie verinnerlicht. Die Pressestellen in den Regierungszentralen behalten nun die Medienberichterstattung gut im Auge: Bis eine im Internet herumgeisternde Falschmeldung dementiert ist, m�ssen Hauptstadtjournalisten oft nur noch 15 Minuten warten. Nur: Das geschieht ger�uschlos, ohne dass die PR-Experten im Bild erscheinen. Sie sind wieder graue Eminenzen -- ganz wie fr�her.

Labels: , , , , ,

2008-05-31

Ex-Bush-Sprecher Scott McClellan packt aus

--- Scott McClellan, ehemaliger Sprecher bzw. "Schweiger" im Namen seines Herrn George W. Bush und in dieser Funktion h�ufiger Gast beim Spindoktor, rebelliert gegen die von ihm jahrelang mitgetragenen Propaganda-Praktiken des Wei�en Hauses mit seinem Buch "What happended?":
Das Timing hat Symbolcharakter. �Memorial Day� ist gerade zu Ende, US-Pr�sident George W. Bush hatte sich vor den Kriegstoten verbeugt, da lie� der ehemalige Sprecher des Wei�en Hauses, Scott McClellan, die Bombe platzen. Schlimmere Vorw�rfe k�nnen von einem ehemaligen Vertrauten gegen �seinen� Pr�sidenten kaum erhoben werden. Im Klartext gipfelt das neue Buch McClellans in der Anklage, der Pr�sident der m�chtigsten Nation der Welt habe den Irakkrieg mit Tricks, Manipulationen und einer Strategie des �totalen Betrugs� bewusst und absichtlich herbeigef�hrt. Die Vorw�rfe sind so ungeheuerlich, dass das Wei�e Haus klarstellte, dass Bush darauf gar nicht erst einzugehen gedenke...

Zwar sind viele Vorw�rfe nicht ganz neu, wohl aber, dass sie von einem langj�hrigen, engsten Vertrauten in aller L�nge publik gemacht werden. Bush und McClellan waren �Buddies� (Kumpels) aus alten Texas Zeiten, noch bei seiner Verabschiedung vor zwei Jahren lobte Bush die �Klasse und die Integrit�t� des Sprechers. Es gab schon viele enge Mitarbeiter, die sich in den vergangenen Monaten vom zusehends unpopul�ren Bush abgesetzt hatten, manche �u�erten sich kritisch �ber den alten Chef - doch niemand hat ihm so ungeschminkt Versagen und Betrug vorgeworfen. Statt politischer Substanz und sachlich-professioneller Abw�gung h�tten Bush und seine Mannen eine �politische Propaganda-Kampagne� gef�hrt. Strippenzieher hinter den Kulissen sei Vizepr�sident Dick Cheney gewesen, den McClellan als einen �Zauberer� beschreibt, der Politik macht, ohne dabei Fingerabdr�cke zu hinterlassen. �Selling the War� (Den Krieg verkaufen) ist eines der Schl�sselkapitel �berschrieben. Das Fazit des Buches hei�t kurz und vernichtend: �Der Irakkrieg war nicht notwendig.�
Was ist nur in den sonst so gem�tlich wirkenden Texaner gefahren, fragt man sich da? Geht es nur um die Ankurbelung des Buchverkaufs? Jay Rosen versucht sich mit Erkl�rungen, denen zufolge Scott schon immer ein "Narr" am Hof des K�nigs gewesen sei und von den damit einhergehenden Freiheiten nun Gebrauch mache und verweist dabei auch auf eine Reihe NBC-Videos zum Thema: McClellan�s story (in my paraphrase)� I was stupid, I allowed myself to be fooled by them. I was misled, and I was misguided by the people who were supposed to guide me so I don�t die out there. I trusted the wrong people, but they were the top people. I see now that I was the public speaking part of a propaganda mission. The people running it let me lie for them. They destroyed their own press secretary when they did that. The American people rejected us because we didn�t level with them. I know, because I was the one not leveling�. And just below the surface of the words. A dream I had about public service died inside when I lied for you from the White House podium. I blame myself for not seeing that. And now I turn to your part in those events. I never expected McClellan to write a book about being the jerk at the podium for Bush, or to make connections between his experience and the larger wreckage of the Bush presidency. He�s not only done that; he�s clearly ready to hit the circuit and explain himself. Zur Geschichte und den Hintergr�nden der Entwicklung des Spinnings im Wei�en Haus und der damit einhergehenden G�ngelung der Presse hat Rosen noch einige interessante Punkte zusammengetragen.

Labels: , , ,

2008-05-07

Tui: PR-Berater kassieren

--- Wird die Tui zerschlagen? Muss Tui-Chef Micael Frenzel seinen Stuhl r�umen? �bernimmt der rusische Gro�aktion�r Mordaschow das Ruder oder gar der St�renfried John Fredriksen, Gro�aktion�r aus Norwegen? Die vergangenen Wochen ging es in der Presse hei� her, um Licht ins Dunkel um die Zukunft des Touristik- und Schifffahrtskonzerns zu bringen. Heute ist die Hauptvesammlung, Zeit f�r den Showdown also. Zeit auch f�r das , die Arbeit der PR-Berater und Spindoktoren etwas n�her zu beleuchten.

Wohl selten in der deutschen Unternehmensgeschichte hat ein einzelner Konzern in so kurzer Zeit f�r so viele Tageshonorare und Spesenabrechnungen von Spin-Doktoren gesorgt wie Tui. Zwar besch�ftigt Tui in Hannover selbst eine gut ausgestattete �ffentlichkeitsabteilung. F�r den Abwehrkampf gegen Fredriksen, der Tui aufspalten will, leistet sich das Unternehmen aber eine der teuersten PR-Agenturen der Republik: Hering Schuppener.

Doch auch die Gegenseite spart nicht. Fredriksen l�sst neben Investmentbankern aus London auch die international t�tige "Strategieberatung f�r Kommunikation" Brunswick f�r sich arbeiten. Die Spezialisten sind seit Wochen im Hintergrund aktiv; heute fr�h werden sie den anreisenden Aktion�ren schon vor Betreten des Congress Centrums in Hannover "Infopakete" in die H�nde dr�cken - nur f�r den Fall, dass jemand nach dem medialen Dauerfeuer der vergangenen Tage noch nicht mitbekommen hat, wie schlecht Fredriksen die Leistung von Frenzel bewertet und wie dringend er selbst in den Aufsichtsrat m�chte. F�r neun Uhr hat Brunswick auch zu einem Round-Table- Gespr�ch f�r Journalisten eingeladen, an dem auch Fredriksen, der gr��te Tui-Einzelaktion�r, teilnimmt.


Ihr Dasein bestimmt nat�rlich die Arbeit der Journalisten, die jeden Tag "beatmet" werden, wie die Einflussnahme und das Aspekte-Management gerne genannt wird.

Wer den zweitgr��ten Tui-Aktion�r, den Russen Alexej Mordaschow, sprechen will, ruft nicht etwa in Moskau an, sondern in M�nchen. Dort hat Mordaschow die Kommunikationsberatung CNC beauftragt, eine der einflussreichsten Agenturen Europas. CNC ist praktisch �berall aktiv, wo Unternehmen in "Sondersituationen" kommen, wie es im Branchenjargon hei�t. Die Experten von CNC erkl�ren jetzt, warum der russische Stahlunternehmer Mordaschow gemeinsam mit Tui gro�e Tourismuspl�ne schmiedet.

Das Ergebnis dieser vielk�pfigen Schar von Kommunikationsexperten ist vor allem eines: eine Verwirrung. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht der eine oder andere PR-Berater eine Geschichte in dem einen oder anderen Blatt platziert hat. Ist Frenzel wirklich siegessicher? Hat Fredriksen tats�chlich 30 Prozent des Kapitals hinter sich? Nachpr�fbare Aussagen sind selten, oft werden sie sofort dementiert. Das allein allerdings kann die PR-Lawine nicht bremsen. F�r ein paar tausend Euro Tagessatz haben die Kommunikationsexperten immer schon das n�chste Ger�cht im Angebot.

Labels: ,

2008-04-20

Die trojanischen Pferde des Pentagon

--- Die New York Times hat eine umfassende Reportage �ber die Beeinflussung so genannter Milit�r-Analysen durch das Pentagon und die Bush-Regierung insgesamt. Es geht in den meisten F�llen um pensionierte Gener�le, die im Fernsehen und gegen�ber die Medien die Sprechblasen des US-Verteidigungsministeriums und der R�stungsindustrie wiedergeben:
To the public, these men are members of a familiar fraternity, presented tens of thousands of times on television and radio as �military analysts� whose long service has equipped them to give authoritative and unfettered judgments about the most pressing issues of the post-Sept. 11 world. Hidden behind that appearance of objectivity, though, is a Pentagon information apparatus that has used those analysts in a campaign to generate favorable news coverage of the administration�s wartime performance, an examination by The New York Times has found. The effort, which began with the buildup to the Iraq war and continues to this day, has sought to exploit ideological and military allegiances, and also a powerful financial dynamic: Most of the analysts have ties to military contractors vested in the very war policies they are asked to assess on air.

... Records and interviews show how the Bush administration has used its control over access and information in an effort to transform the analysts into a kind of media Trojan horse � an instrument intended to shape terrorism coverage from inside the major TV and radio networks. Analysts have been wooed in hundreds of private briefings with senior military leaders, including officials with significant influence over contracting and budget matters, records show. They have been taken on tours of Iraq and given access to classified intelligence. They have been briefed by officials from the White House, State Department and Justice Department, including Mr. Cheney, Alberto R. Gonzales and Stephen J. Hadley. In turn, members of this group have echoed administration talking points, sometimes even when they suspected the information was false or inflated. Some analysts acknowledge they suppressed doubts because they feared jeopardizing their access. A few expressed regret for participating in what they regarded as an effort to dupe the American public with propaganda dressed as independent military analysis.

... Kenneth Allard, a former NBC military analyst who has taught information warfare at the National Defense University, said the campaign amounted to a sophisticated information operation. �This was a coherent, active policy,� he said. As conditions in Iraq deteriorated, Mr. Allard recalled, he saw a yawning gap between what analysts were told in private briefings and what subsequent inquiries and books later revealed. �Night and day,� Mr. Allard said, �I felt we�d been hosed.�
Das Blatt hat dazu auch eine Multimedia-Dokumentation mit zahlreichen Original-Dokumenten �ber Sitzungen des Pentagons mit den dressierten "Analysten", in denen offen von PsyOps die Rede ist. Dass Propaganda gegen die eigenen B�rger in den USA von der Verfassung verboten wird, hat keinen wirklich gest�rt, wie dieses Protokoll (PDF-Datei) eines Brainstormings belegt. Ein geh�riges Misstrauen sollte man "Experten" ja immer entgegenbringen, vor allem, wenn es sich um in Rente gegangene Vertreter gro�er Interessenvereinigungen geht, aber das Ausma� der Korruption im Hintergrund �berrascht doch ab und an.

Labels: , , , , , ,

2008-04-01

"PR-Krieg": Boeing gegen Airbus

--- Das Handelsblatt besch�ftigt sich damit, wie sich Boeing und Airbus um einen Auftrag der amerikanischen Luftwaffe zum Bau einer neuen Tankerflotte streiten. Der Zuschlag ging vor kurzem an den europ�ischen Konzern Airbus und nicht an die amerikanische Konkurrenz Boeing. Normalerweise wrrdedn diese Auftr�ge aber gerne an die eigenen Unternehmen vergeben. Was Airbus damals als Durchbruch auf dem amerikanischen Markt feierte, wird nun erbittert von Boeing bek�mpft. Es geht um nicht weniger als 40 Milliarden Dollar. Kein Wunder, dass Boeing etwas gegen diese Vergabe hat und sie entsprechend anzweifelt. Dazu wird offenkundig - und ebenfalls wenig verwunderlich - auch darum gek�mpft, wer das bessere Image in der �ffentlichkeit hat, um so bei der Sympathie und am Ende beim Auftrag zu punkten.


Zwischen Boeing und Northrop herrsche das "�quivalent eines totalen Krieges", sagt Richard Aboulafia, Luftfahrt- und R�stungsexperte der Washingtoner Teal Group. Northrop hat seine Lobbyisten angespitzt und in seiner Niederlassung in Washington eine Kommandozentrale f�r �ffentlichkeitsarbeit eingerichtet. Unter dem Kampagnennamen "America's New Tanker" wird dort f�r das Projekt geworben. "Dies ist der am meisten politisierte R�stungsauftrag, den ich je gesehen habe", sagt Aboulafia.
Ob eine Agenturmeldung, ein Zeitungsartikel, ein Leserbrief oder eine Stellungnahme der Gegenseite: Northrop reagiert garantiert mit einer Mitteilung darauf. "Wir betreiben in diesem Fall eine noch intensivere �ffentliche Aufkl�rung als sonst", sagt Northrop-Sprecher Tim Paynter. Artikel, die Northrop loben oder die Auftragserteilung an das Konsortium rechtfertigen, werden �ffentlich zur Lekt�re empfohlen. �u�ern sich Vertreter von Boeing oder dessen Alliierten im Kongress kritisch, kommt von Northrop umgehend eine "faktische Klarstellung".

Labels: ,

2008-02-29

Datenbank der Irak-L�gen der Bush-Regierung

--- Schon ein bisschen �lter, aber unbedingt noch nachzutragen: Das Center for Public Integrity und der Fund for Independence in Journalism haben eine frei durchsuchbare Datenbank der L�gen und Falschdarstellungen von Mitgliedern der US-Regierungen rund um den Irak-Krieg in Form der angeblichen Bedrohungen durch das Saddam-Regime und sein bis heute nicht gefunden Massenvernichtungswaffen ins Netz gestellt:
President George W. Bush and seven of his administration's top officials, including Vice President Dick Cheney, National Security Adviser Condoleezza Rice, and Defense Secretary Donald Rumsfeld, made at least 935 false statements in the two years following September 11, 2001, about the national security threat posed by Saddam Hussein's Iraq. Nearly five years after the U.S. invasion of Iraq, an exhaustive examination of the record shows that the statements were part of an orchestrated campaign that effectively galvanized public opinion and, in the process, led the nation to war under decidedly false pretenses. On at least 532 separate occasions (in speeches, briefings, interviews, testimony, and the like), Bush and these three key officials, along with Secretary of State Colin Powell, Deputy Defense Secretary Paul Wolfowitz, and White House press secretaries Ari Fleischer and Scott McClellan, stated unequivocally that Iraq had weapons of mass destruction (or was trying to produce or obtain them), links to Al Qaeda, or both. This concerted effort was the underpinning of the Bush administration's case for war. ...

In short, the Bush administration led the nation to war on the basis of erroneous information that it methodically propagated and that culminated in military action against Iraq on March 19, 2003. Not surprisingly, the officials with the most opportunities to make speeches, grant media interviews, and otherwise frame the public debate also made the most false statements, according to this first-ever analysis of the entire body of prewar rhetoric. President Bush, for example, made 232 false statements about weapons of mass destruction in Iraq and another 28 false statements about Iraq's links to Al Qaeda. Secretary of State Powell had the second-highest total in the two-year period, with 244 false statements about weapons of mass destruction in Iraq and 10 about Iraq's links to Al Qaeda. ...

Bush and the top officials of his administration have so far largely avoided the harsh, sustained glare of formal scrutiny about their personal responsibility for the litany of repeated, false statements in the run-up to the war in Iraq. There has been no congressional investigation, for example, into what exactly was going on inside the Bush White House in that period.


Und sonst: Blogger gegen Putin und Medwedew. Russische Netzautoren bilden mit ihrer oft bei�enden Kritik an Pr�sident Putin und seinem Kandidaten Medwedew ein Gegengewicht zur Kreml-Presse. Die Bedingungen, unter denen sie das tun, sind oft schwierig.

US Air Force schr�nkt Zugang zu kritischen Blogs drastisch ein: The Air Force is tightening restrictions on which blogs its troops can read, cutting off access to just about any independent site with the word "blog" in its web address.

Labels: , , , , ,

2008-02-23

Merkel: Kampagnen zu Staatsbesuchen

--- Es ist schon merkw�rdig: Da reist Angela Merkel im vergangenen Jahr nach China und p�nktlich zur Reise ver�ffentlicht der Spiegel eine Titelgeschichte �ber "Die gelbe nSpione", die im Kanzleramt und den Ministerien Daten von den Computern klauen. Auch damals ging es um den BND. Entweder hat der Spiegel seinerzeit gut recherchiert - oder aber die Regierung Merkel selbst hat die Infos p�nktlich vorab dem Nachrichtemagazin gegeben.
Und nun also Liechtenstein: p�nktlich vor dem Staatsbesuch des Regierungschefs von Liechtenstein schl�gt die Staatsanwaltschaft zu mit Daten einer CD (besorgt vom BND), die sie schon l�nger besitzt. Das Finanzministerium jubelt - und war wom�glich die Quelle, die die mediale Hetze angezettelt hatte, wie andere Medien bereits spekulieren.
Gestern hat die FAZ Ottmar Hasler, den Regierungschef Liechtensteins, interviewt. Am Ende fragte die Zeitung:
Kann es Zufall sein, dass ausgerechnet zu Ihrem Besuch der Skandal bekanntgeworden ist?
Ich m�chte mich zu diesem Thema nicht an Spekulationen beteitligen.
Und sonst? Der Spindoktor Kurt Beck, seines Zeichens SPD-Chef, wird am Sonntag bei der Hamburgwahl merken, ob er seine Arbeit versteht. Nachdem er in vertrauter Runde mit Journalisten dar�ber siniert hat, dass sich die SPD-Chefin in Hessen, Ypsilanti, durch die Linke zur Ministerpr�sidentin w�hlen lassen werde, tobt in der Partei ein heftiger Streit und die W�hler sind verschreckt. Verliert die SPD jetzt in Hamburg Stimmen, wird Beck es erkl�ren m�ssen. Heute morgen jedenfalls hat Wolf Biermann im Deutschlandfunk gesagt, er wollte SPD in Hamburg w�hlen, werde es wohl jetzt aber nicht mehr, weil die Linken nunmal seine Totfeinde seien. Er warnte die SPD: Schon einmal h�tten die Linken die SPD kaputt gemacht und aufgesogen. Damals wurde aus KPD und SPD die SED.

Labels: ,

2008-02-20

Liechtenstein: Debatte �ber Medienkampagne

--- Liechtenstein beschwert sich, dass eine Medienkampagne gegen das Land durch deutsche Medien gef�hrt wird - angezettelt durch die Bundesregierung. Der Deutschen Journalistenverband kontert, deutsche Medien lie�en isch nicht von der Bundesregierung "instrumentalisieren".
Ja, warum denn nicht? Passiert das nicht st�ndig? Ging es nicht damit los, dass Kamerateams vor Zumwinkels Haust�re standen? Welch ein zeitlicher Zufall!
Ging es nicht damit weiter, dass niemand mit den Betroffenen reden konnte und sich alle letztlich auf den Sprecher des Bundesfinanzministeriums verlie�en - und nat�rlich auf die Staatsanwaltschaft?
Und warum werden pl�tzlich keine Namen mehr von Promis ver�ffentlicht, die jetzt auch zu hause hochgenommen wurden?
Wenn da nicht mal die Medien genutzt wurden, um Deutschlands Steuers�nder - und damit auch das kleine F�rstentum Liechtenstein - in Panik zu versetzen. So konnte Merkel heute beim Treffen mit dem Liechtensteiner Regierungschef einen Forderungskatalog pr�sentieren. Das wirkt medial eindrucksvoll. Das Steuerparadies wird deshalb noch lange nicht sein Gesch�ftsmodell aufgeben.

Labels: ,

2008-02-19

Zoomer: Spielwiese f�r Spindoktoren

--- Nun versucht auch Holtzbrinck, was die LA Times bereits vor geraumer Zeit versucht hat: User sollen bestimmen, was in der Zeitung steht. Holtzbrinck beschr�nkt sich dabei mit seinem neuen Portal Zoomer.de aufs Internet und auf junge Leser als Zielgruppe. Die FAZ schreibt:

Leser �lokutus� hat da noch einen �Hinweis an die Redakteurin Frau Preuߔ. Ihn w�rden, schreibt er unter den Beitrag zum Kosovo, �weitere Hintergr�nde zum Engagement der Bundeswehr und der Nato im Kosovo interessieren�. Frau Preu�, Redakteurin beim neuen Internetportal �Zoomer.de�, ist dieser Wunsch Befehl: �Lieber lokutus, ich mach mich sofort an die Arbeit!� Mit diesem Dialog scheint sie Wirklichkeit geworden, die im Internet getr�umte Utopie eines Journalismus 2.0, die die vermeintlichen Hierarchien auf den Kopf stellt: Nicht mehr ein Redakteur entscheidet hier, was er dem Leser vorsetzt, sondern serviert exakt das, was letzterer bestellt hat. Stets zu Diensten, signalisiert am Rande mancher Beitr�ge auch das Bildchen jenes Redakteurs, der �dieses Top-Thema� betreut.

Nun mag das nicht schlecht sein, allerdings freuen sich schon wieder alle Spindoktoren, Dritte kostenlos einzusetzen, um Artikel �ber ihre Themen zu platzieren. Die S�ddeutsche erkl�rt, wie das Bewertungssystem funktioniert.

Blaue Punkte, die von der Redaktion vergeben werden, stellen die Aktualit�t dar, gr�ne Punkte den Grad des Nutzerinteresses. Nach einem festgelegten Verfahren wird damit eine Gesamtpunktzahl errechnet, die �ber die Platzierung der jeweiligen Nachricht entscheidet. �Wir wollten etwas ganz anderes machen. Der User entscheidet mit �ber die Themen�, sagt dazu Holtzbrinck-Manager Neumann, der wie Zoomer-Chefredakteur Frank Syr� fr�her bei der Telekom gearbeitet hat. Angst, dass k�nftig die Masse entscheidet und immer Britney Spears ganz oben steht, hat er nicht. Umfragen h�tten gezeigt, dass sich junge Menschen nicht nur f�r Boulevardthemen interessieren. �Wir machen keinen Gaga-Journalismus, sondern etwas Ernsthaftes�, sagt Neumann. Am Montag stand lange - wie �berall - die Steueraff�re rund um Liechtenstein ganz oben.

Labels: ,

2008-01-03

Propaganda muss nicht Newspeak sein

--- Lesenswerter Aufsatz von Nicholas Lemann �ber Sprache, Rhetorik, Information und Politik unter anderem am Beispiel des "Kriegs gegen den Terror": The Limits of Clear Language. Orwell worried about polluted language, but polluted information is more toxic:
There are really two distinct kinds of bad political writing: the overcomplicated, unclear kind, and propaganda. The first kind is dangerous because people in power can use it to fuzz up what they are doing and thus avoid accountability�think of a word like �rendition��but it is usually not persuasive, because persuasion is not its intent. Propaganda, on the other hand, is often quite beautifully and clearly written. When it works, it works by virtue of being simple and memorable. What is dangerous about propaganda is that it is misleading. ...

Bush was responding to a successful terrorist attack by declaring war, not against the attackers themselves but against unspecified �enemies of freedom.� Thus, as in 1984, the United States was in a war without a definite beginning or end point, against whomever Bush wanted it to be against. Still, the speech wasn�t exactly Newspeak�its rhetoric was neither purposely obscure nor flat and simple to the point of meaninglessness. It was meant to have a genuine, persuasive emotional effect, and it did. ...

All politicians use slogans. Most significant legislation is given a meaning-obscuring name, for instance, the USA patriot Act and the No Child Left Behind Act. The way we respond to these uses of language is partly conditioned by our political preferences. Conservatives, who admire Orwell today no less than liberals do, find Franklin Roosevelt�s New Deal and Lyndon Johnson�s Great Society (pretty names for great expansions in the charter of the federal welfare state) to be Orwellian uses of language. Every recent president has seemed to his opposition to have used political spin at an unprecedented and alarming level, and every party out of power believes that if it can only use language more effectively (as opposed to more honestly), it will win again. ...

To my mind, an even more frightening political prospect than the corruption of language is the corruption of information. Language, especially in the age of the Internet, is accessible to everybody. ... Information, on the other hand, is much less generally accessible than words. When the process of determining whether the facts of a situation have been intentionally corrupted by people in power (whether, let�s say, Saddam Hussein had the ability to produce nuclear weapons, or whether a new drug has harmful side effects), there often is no corrective mechanism at hand, as there is in cases of the intentional corruption of language. Intellectual honesty about the gathering and use of facts and data is a riskier and more precious part of a free society than is intellectual honesty in language.
.

Labels: , , , ,

2007-12-20

VEB Airbus

--- Wie sich auch die Politik von Spindoktoren �bers Ohr hauen l�sst, beschreibt heute eindrucksvoll das Handelsblatt:
"Ein denkw�rdiger Tag f�r die deutsche Industriepolitik: Drei deutsche Werke des Flugzeugherstellers Airbus gehen an das Bremer Technologieunternehmen OHB. Mit mehreren Hundert Millionen Euro aus deutschen Staatskassen wird dem Mittelst�ndler der Einstieg subventioniert und ein amerikanischer Konkurrent aus dem Feld geschlagen.
Es ist ein Angebot, dass die Airbus-Mutter EADS nicht ablehnen konnte: Fast s�mtliche Risiken k�nftiger Flugzeugproduktionen werden auf den Steuerzahler abgew�lzt. F�r eine Branche, die derzeit den l�ngsten Boom ihrer Geschichte erlebt, ist so viel staatliche F�rsorge schon erstaunlich.
Doch wirtschaftliche Vernunft spielt bei dem Deal keine Rolle. Die Bundesregierung wollte um jeden Preis einen deutschen Investor, um zumindest auf dem Papier Augenh�he mit den franz�sischen Partnern zu halten. Aufgeschreckt von der schwelenden Airbus-Krise, suchte Berlin hektisch einen K�ufer f�r die deutschen Standorte in Varel, Nordenham und Augsburg. Geschickt dramatisierte das EADS-Management in den letzten Wochen die Probleme des Flugzeugherstellers. Zus�tzliche Milliardenverluste drohten wegen des Dollar-Verfalls, lie� Konzernchef Louis Gallois verbreiten. Airbus-Chef Tom Enders malte vor deutschen Betriebsr�ten ein Untergangsszenario an die Wand.
F�r so viel Krise ist in Deutschland traditionell der Staat zust�ndig. Und so schn�rte die Bundesregierung ein mit reichlich Zuckerguss verziertes Weihnachtspaket, weil sie nicht anders konnte.
"


Zu Zeiten der Deutschland AG h�tte die Industrie das Problem selbst gel�st. Heute zahlt der Steuerzahler f�r die Industriepolitik des Landes.

Labels: , ,

2007-11-16

Politik und Wahrheit: Eine dehnbare Verbindung

--- Hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nun das Wort beim Mindestlohn gebrochen, wie die SPD landauf, landab verbreitet, oder nicht? Die FAZ versucht sich heute in einer Analyse der politischen Debatte, um Licht ins Dunkel zu bringen.
�Die Vorw�rfe sind einfach zu verstehen, die Wahrheit ist kompliziert. Am 18. Juni 2007 befasste sich der Koalitionsausschuss mit dem Thema Mindestl�hne, �ber die in der Zwischenzeit viel gestritten wurde. CDU, CSU und SPD einigten sich auf einen Kompromiss, der auf zwei Seiten festgeschrieben ist.
Danach stimmt die Union zu, dass in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz neben den Geb�udereinigern auch andere Branchen aufgenommen werden k�nnen und tarifliche Mindestl�hne festlegen d�rfen. Das solle aber nur f�r �Branchen mit einer Tarifbindung von mindestens 50 Prozent� gelten. Bis zum 31. M�rz 2008 sollten dazu die Tarifvertragsparteien einen �gemeinsamen Antrag� f�r ihre jeweilige Branche stellen. Wenn also nun die Arbeitnehmer, f�r die der Tarifvertrag gilt, mehr als die H�lfte aller Kollegen ausmacht, sollte �unverz�glich� ein Gesetzgebungsverfahren eingeleitet werden, das Mindestl�hne f�r diesen Sektor festlegt. F�r die SPD und auch die Union schien das f�r die Brieftr�ger zuzutreffen.

F�r Wirtschaftszweige, in denen es keine Tarifvertr�ge gibt oder nur f�r eine Minderheit der Arbeitnehmer, einigte sich der Koalitionsausschuss auf die Neuauflage des �Mindestarbeitsbedingungengesetz� von 1952. Danach k�nnen kleinere Branchen zumindest eine Lohnuntergrenze vereinbaren. Die Union wollte in jedem Fall einen generellen Mindestlohn verhindern, den die SPD anstrebte. Nach diesem Ausschuss trat Arbeitsminister M�ntefering (SPD) vor die Presse, und die wurde Zeuge eines �kontrollierten Wutausbruch�, wie er es nannte. Die Lehre des Abends sei, �dass man den Mindestlohn mit der Union nicht machen kann�. M�ntefering gab sich als Verlierer, die Union reklamierte den Sieg f�r sich. Dabei war es eher umgekehrt: Auf Dringen der SPD musste die Union, die ja gar keinen weiteren Mindestlohn wollte, ihren Widerstand gegen die Ausweitung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes aufgegeben. Sie �ffnete damit die Hintert�r zur Einf�hrung von Mindestl�hnen, wozu sie der Koalitionsvertrag nicht zwang.�
Dann wurde eifrig weiter verhandelt und vereinbart, den Mindestlohn f�r die Postler einzuf�hren, daf�r das Postmonopol ab 2008 aufzugeben. Die FAZ: �Niemand sagte damals ausdr�cklich, Frau Merkel habe �ihr Wort gegeben�, dass der Post-Mindestlohn in jedem Fall kommen werde. Doch trat Beck direkt nach dem Abend wie ein Sieger vor die Presse und sagte, dass �quasi ein Durchbruch� f�r den Mindestlohn bei der Post gelungen sei. Frau Merkel war das zu viel des �berschwangs. Sie widersprach nicht �ffentlich, lie� aber in Redaktionen anrufen und die Botschaft verk�nden: �Nichts ist beschlossen. Wir haben uns nur verst�ndigt, dass wir den Prozess konstruktiv begleiten.� Nur Tage sp�ter fand sich der mit Beck besprochene Kompromiss im Ergebnis der Kabinettsklausur von Meseberg wieder: �Im Zusammenhang mit der Liberalisierung des Postmarktes zum 1. Januar 2008 wird die Branche der Postdienstleistungen noch in 2007 in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz aufgenommen, wenn die Tarifpartner einen entsprechenden Antrag stellen�, hei�t es im Protokoll. Aber einschr�nkend folgt: �Dabei geht die Bundesregierung davon aus, dass mehr als 50 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Postbranche tarifgebunden sind.��
Seither glaubt die Union, der Tarifvertrag der Post sei nicht sauber zustande gekommen, weshalb der Mindestlohn geplatzt ist. Die Wahrheit ist manchmal eine komplizierte Sache.

Labels: , ,

2007-11-01

Bushs-Propagandast�tze Karen Hughes geht

--- Buhs-Propagandast�tze Karen Hughes, �ber deren Schicksalsaufgabe, ihre eigenartige Arbeitsmoral und ihre Fauxpas der Spindoktorwiederholt berichtete, hat ihren aktuellen Job als Image-Sch�nerin im US-Au�enministerium hingeworfen:
Als Karen Hughes noch f�r George W. Bush Wahlk�mpfe organisierte, war sie eine beeindruckende "Spin-Doktorin". Manchmal auch eine Angst einfl��ende. So sehr, dass jede Menge Geschichten �ber sie kursierten. Etwa, wie sie einmal quer durch den ganzen Raum auf einen Agentur-Reporter zust�rmte, der gerade einen frechen Bericht �ber einen missgl�ckten Bush-Auftritt verfasste. "Wo haben Sie denn da Buhs geh�rt?", br�llte Hughes den Berichterstatter an. Eine halbe Stunde sp�ter soll sich in dessen Artikel keine Zeile mehr zu Buhs gefunden haben. Wer Hughes in den vorigen zwei Jahren traf - als sie f�r das US-Au�enministerium die "Public Diplomacy" verantwortete, eine Art weltweite Marketing-Offensive f�r Amerika - konnte diese Aggressivit�t immer noch sp�ren. Eigentlich m�sse man die Politik der USA blo� entschiedener kommunizieren, erz�hlte Hughes dann gerne. Die Diplomaten vor Ort sollten h�ufiger im Fernsehen auftreten, sie sollten ihre Zielgruppe genau im Auge behalten, sie sollten neue Medien nutzen, sie sollten Blogs schreiben. M�helos sprang Karen Hughes im Gespr�ch von "Karen's Rules" - einer Art Medienfibel f�r ihre oft leicht verschnarchten Diplomaten - zur Bedeutung von Sportstars als Image-Boschafter f�r die USA. In diesen Momenten schien der amerikanische Sieg im Kampf um die Herzen des Rests der Welt nur eine Frage der Zeit. Doch irgendwann konnte selbst die Berufsoptimistin Hughes eine gewisse M�digkeit nicht mehr verbergen. Deshalb war ihr Abschied zum Jahresende, den sie gemeinsam mit US-Au�enministerin Condoleezza Rice gestern verk�ndete, nicht wirklich �berraschend. ... Zu deutlich waren auch die Zahlen-R�ckschl�ge gewesen, die ihre Arbeit zunehmend wie einen Kampf gegen Windm�hlenfl�gel erschienen lie�en. Als gelernte Wahlkampfstrategin war Hughes auf Zahlen fixiert, auf Umfragewerte. Und die blieben f�r die USA schlecht, etwa in der j�hrlichen "Pew Survey" zu Amerikas Ansehen in der Welt. Stimmungsbilder wie die "Transatlantic Trends" des German Marshall Fund offenbarten gar, dass sich in manchen L�ndern - etwa der T�rkei - trotz aller Hughes-Anstrengungen die Sympathie f�r die Amerikaner sogar deutlich abk�hlte. Schuld daran waren vor allem Bilder: vom Irak-Schlamassel, aus Guantanamo, von Abu Ghureib. Bilder, die sich als st�rker herausstellten als jede noch so gewiefte "Public Diplomacy".
Als "Erbe" hat die PR-Zarin dem State Department unter anderem ein Diplomaten-Blog (Dipnote) hinterlassen, das wider Erwarten sogar hei�e Themen wie Afghanistan und Irak ohne g�nzliche Sch�nf�rberei aufgreift. Dort zu finden ist aber auch der neue, von Disney in sch�nster Hollywood-Manier gemachte "Welcome"-Spot f�r USA-Reisende, welcher in scharfen Kontrast zu PNR-Daten und dem Zwang zur Abgabe von Fingerabdr�cken an der Grenze steht.



Hughes selbst noch zu dem Thema: This week I attended a movie premiere, but without Hollywood stars � this is Washington after all. The stars of this film are the men, women and children of America, shown at work, at play and going about their daily lives. ... When I first started working on America�s public diplomacy a couple of years ago, a few things became very clear, very quickly. First, all our research shows that people who have visited America and seen us for themselves have much more positive views ... But that collided with another reality � that in the aftermath of September 11th, new security regulations designed to protect both our citizens and our guests had slowed the visa process, made our airports seem less friendly, and generally created a perception that was more off-putting than welcoming. ... I started looking for partners to help us put out a better welcome mat, and realized that the travel tourism industry had a shared interest in bringing people to our country. We started brainstorming ways to make the entire process, from getting a visa to standing in an airport security line, more customer friendly. One of the things we all talked about from our very first meeting was using television monitors to display a welcoming video message as people stood in lines to go through customs.

Labels: , , , ,

2007-08-22

Wie das Wei�e Haus mit Demonstranten umgeht

--- Die US-B�rgerrechtsvereinigung ACLU hat ein Dokument des Wei�en Hauses von Oktober 2002 ausgegraben, indem Hinweise f�r Sicherheitskr�fte zum Umgang mit m�glichen Kritikern bei �ffentlichen Kundgebungen gegeben werden: Spiegel Online dazu:
Ein internes Handbuch belegt, mit welchen Mitteln die US-Regierung versucht, Bush-Gegner von Veranstaltungen des Pr�sidenten und anwesenden Medien fernzuhalten. .... An Veranstaltungen mit dem Pr�sidenten d�rften nur Menschen teilnehmen, deren Eintrittskarten genau kontrolliert und die im Vorfeld der Veranstaltung im Hinblick auf versteckte Protest-Zeichen durchsucht worden, hei�t es ... in dem Papier. Demonstranten, die es dennoch schafften, in die Veranstaltung zu gelangen, sollen von "Kadergruppen" niedergeschrien werden. Die wiederum sollen "strategisch" positioniert werden und gro�e Plakate mit "gef�lligen Botschaften" tragen. Mindestens ein Helfer solle im Umkreis der Protestler "umherwandern" und nach m�glichen Problemen Ausschau halten. Wenn all das nicht funktioniert, sollen die Demonstranten rausgeschmissen werden, hei�t es in dem Papier. "Die Aufgabe der Gruppe besteht darin, ihre Plakate und Banner als Schutzschilder zur Abschirmung der Demonstranten von der Presse zu benutzen. Wenn die Demonstranten beginnen, zu schreien, k�nnen die Helfer unterst�tzende Sprechch�re anstimmen (USA! USA! USA!)", zitiert die "Washington Post" aus dem Papier. Die M�he sollen sich die Helfer des Wei�en Hauses allerdings nur dann machen, wenn die Gefahr besteht, die Protestler k�nnten von der �ffentlichkeit wahrgenommen werden. Denn weiter hei�t es: "Wenn davon auszugehen ist, dass die Medien die Demonstranten weder sehen noch h�ren k�nnen und sie die Veranstaltung nicht st�ren werden, kann man sie ignorieren. Wenn die Demonstranten aber Schilder tragen, versuchen, den Pr�sidenten niederzuschreien oder das Ereignis in gr��erem Ausma� beeintr�chtigen k�nnen, m�ssen die Gegenma�nahmen umgehend ergriffen werden, um die Wirkung der Protestler zu minimieren."
Auch in Deutschland sind derweil seltsame Sitten eingezogen, um linke Stimmen mundtot zu machen: Durch Google-Suche in die Einzelhaft. BKA-Beamte wurden mit einer Suche nach den Begriffen "Gentrification" und "Prekarisierung" auf den Stadtsoziologen Andrej H. aufmerksam. Das habe f�r eine fast einj�hrige Observation, Video�berwachung und Lauschangriff ausgereicht, erkl�rt seine Anw�ltin.

Geheimdienste 2.0: US-Beh�rden basteln an MySpace f�r Spione. MySpace, Facebook, jetzt kommt A-Space. Der oberste Geheimdienstler der USA will ein social network f�r Spione gr�nden. �ber die Schlapphut-Community sollen befreundete Nachrichtendienste ihre Informationen austauschen. Doch die Geheimniskr�mer sind skeptisch. Mehr dazu in der Financial Times.

Nach Merkels Schwei�fleck-Entfernung durch den BR nun das: Zeitschrift retuschiert Sarkozys Speckrolle weg. Gut gemeint, schlecht gemacht: "Paris Match" hat Fotos abgedruckt, die Pr�sident Sarkozy in Badehose zeigen - ohne unsch�ne Speckrolle. Die wurde kurzerhand wegretuschiert. Die Konkurrenz zeigt nun h�misch Original und F�lschung.

Das Pentagon will 3 Millionen US-Dollar f�rs Spinning (ein Projekt f�r "strategische Kommunikation und Integration"), doch der US-Kongress ist skeptisch.

Labels: , , , , ,

2007-08-17

Putin und Sarkozy oben ohne

--- Symbolische Politik mit Oben-ohne-Fotos gestandener Staatsm�nner f�llt dieses Jahr das Sommerloch:
Der postheroische Polit-Softie ist out: Der Staatsmann von Welt l�sst die Muskeln spielen. Damit diese gut sichtbar sind, zieht er sich aus. Waschbrett statt Wampe hei�t die Devise - nicht nur bei Wladimir Putin. Der Ex-Agent Wladimir Putin �berrascht jetzt mit Oben-ohne-Fotos, beim Fischen am Jenissej-Fluss warf er sich wie Bond in die Brust und angelte damit die Aufmerksamkeit der Welt�ffentlichkeit (mehr...). Der russische Pr�sident ist nicht der erste, der sich auszog, um politisch anziehender zu wirken: Auch Berlusconi und Sarkozy stellten ihr Dekollet� zur Schau und demonstrierten damit Sportsgeist, Gesundheit und Tatendrang. Die Ikonografie passt zum politischen Klima: Der Softie hat ausgespielt, zumal Krisenherde wie der Irak und Afghanistan den ganzen Mann fordern. Der zeigt sich, wie in Putins Fall, als Outdoor-K�mpfer, dessen Pose signalisiert: Ich kann jederzeit vom Feldherrenh�gel herunterklettern und selbst mitk�mpfen. Wie Putin in Tschetschenien waren - beziehungsweise sind - auch Berlusconi und Sarkozy Feldherren. Sowohl Italien als auch Frankreich k�mpfen in Afghanistan, wo sich die geopolitischen und ideologischen Machtfragen zu handfesten Kriegen ausgeweitet haben. Vorbei also die Zeiten, als ein Top-Politiker wie Matthias Platzeck aufgrund von Burnout k�rzer treten konnte: Der Staatsmann neueren Zuschnitts ist nicht nur reflektiert, sondern vor allem trainiert. Da k�nnen Historiker lange von der posthistorischen �ra reden, in der Wehrpflicht und Soldatenehre als Auslaufmodelle gelten - mit Putin und Sarkozy kehrt Testosteron als Treibstoff zur�ck in die politische Maschinerie. Vorbei ist auch die Epoche der Saumagen-Mampfer und Sport-Verweigerer: Ein Typ wie Helmut Kohl w�re in unseren heutigen, von Fitness, Rucola und Yoga bestimmten Zeiten �sthetisch und PR-stragegisch gar nicht mehr vermittelbar. Und kein Politiker k�nnte es sich heute noch leisten, "No sports!" zu rufen - es sei denn, er h�tte ein autoaggressives Verh�ltnis zu Umfragewerten. Die deutsche Regierungschefin kann es ihren Kollegen nicht gleichtun. Im Gegenteil: M�chtige Frauen tendieren dazu, geschlechtsneutral, das hei�t auch k�rperlos zu werden. Feminit�t gilt im Politgesch�ft nach wie vor als Zeichen von Schw�che, sie wird mit n�chternen Outfits und gro�er Sachlichkeit kompensiert. Angela Merkel braucht keine Arbeitsphysis; sie brilliert als diplomatische Software, nicht als Hardware mit Lizenz zum T�ten.
Und sonst: Die Blogosph�re bzw. die wachsende Szene der bloggenden Journalisten differenziert sich weiter aus: Die Geld-Blogger. Ob Bahnstreik oder B�rsenkrise: Auf offene Wirtschaftsfragen bieten bloggende Experten im Internet viele Antworten.

Wer spinnt denn da in der Wikipedia herum? Wer bislang an den Artikeln der Internet-Enzyklop�die Wikipedia herumdokterte, konnte sich hinter seiner Anonymit�t verstecken. Leser konnten zwar sehen, dass Eintr�ge ver�ndert worden waren - aber nicht, durch wen. Lediglich ein schwer identifizierbarer Zahlencode, die sogenannte IP-Adresse, lie� vage R�ckschl�sse auf den Autor zu. Mit dieser Anonymit�t ist es jetzt vorbei, jedenfalls teilweise: Virgil Griffith, ein junger Computerspezialist aus Kalifornien, hat eine Software entwickelt, mit der sich zuordnen l�sst, zu welcher Institution bestimmte IP-Adressen geh�ren. Einige Manipulationen, die Griffith mit seinem "Wikipedia Scanner" bereits zutage f�rderte, haben es in sich. ... So wurden von Computern des Vatikans aus Passagen zum nordirisch-katholischen Politiker Gerry Adams getilgt. Durch die S�uberungen verschwanden Hinweise auf eine m�gliche Beteiligung des Sinn-Fein-F�hrers an Mordanschl�gen w�hrend der Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland. ... Besonders beliebt scheint das Redigieren von Wikipedia-Eintr�gen bei Unternehmen zu sein. In einem Eintrag zu Diebold, einer US-Firma, die Wahlautomaten herstellt, fehlte pl�tzlich ein nicht unbedeutender Aspekt: Der Chef hatte im Wahlkampf gro�e Summen an US-Pr�sident George W. Bush gespendet. Hinter der Manipulation, so fand Griffith heraus, stand offensichtlich ein Diebold-Mitarbeiter. Mehr zum Wikiscanner und den aufgedeckten spin jobs bei Wired News und heise online.

Labels: , , , ,

2007-08-13

Bushs Spindoktor Karl Rove tritt ab

--- Karl Rove, der Architekt des Siegs von US-Pr�sident George W. Bush und der Wegbereiter der Neocons, kommt dem Fall seines Herrn zuvor und packt die Koffer in Washington � f�r den Moment zumindest und angeblich aus famili�ren Gr�nden. F�r die Verk�ndigung seines Abschieds vom Wei�en Haus w�hlte er das von Murdoch geschluckte Wall Street Journal. Fehler? Niemals, so die Kernaussage. Nun steht Bush also erst mal mehr oder weniger hirnlos da. Die New York Times zum Thema:
Karl Rove, the political adviser who masterminded President George W. Bush�s two winning presidential campaigns and secured his own place in history as a political strategist with extraordinary influence within the White House, is resigning, the White House confirmed today. In an interview published this morning in The Wall Street Journal, Mr. Rove said, �I just think it�s time,� adding, �There�s always something that can keep you here, and as much as I�d like to be here, I�ve got to do this for the sake of my family.� Mr. Rove said he had first considered leaving a year ago but stayed after his party lost the crucial midterm elections last fall, which put Congress in Democratic hands, and as Mr. Bush�s problems mounted in Iraq and in his pursuit of a new immigration policy. ...

The White House did not say early today whether Mr. Bolten would name a successor to Mr. Rove, who held a �deputy chief of staff� title. But even if he does, none would have the same influence with the president or, likely, the same encyclopedic knowledge of American politics. ... With his departure, Mr. Rove will be the latest major figure to leave the Bush administration�s inner circle. Earlier this summer, Mr. Bush lost as his counsel Dan Bartlett, a fellow Texan who had been part of the original group of close advisers that followed Mr. Bush from the Texas governor�s mansion to the White House. ...

Mr. Rove was not only the chief architect of Mr. Bush�s political campaigns but also the midwife of the president�s political persona itself. His continued presence in the White House had become a source of fascination in Washington ... He predicted that conditions in Iraq would improve with the continuation of the surge � though he did not address speculation that the president will face pressure this fall, possibly even from fellow Republicans, to bring troops home sooner rather than later. And he predicted that Democrats would fail to show unity on issues such as the president�s eavesdropping program. He said he intended to write a book, which had been encouraged by �the boss,� and eventually to teach. Throughout Mr. Bush�s tenure, Mr. Rove vilified Democrats, and they vilified him right back, complaining about his infamously bare-knuckled political tactics on the campaign trail and what they considered his overt politicization of the White House. He has been the focus in the Congressional investigations into the firings last year of several federal prosecutors, and he was until last year a focus of the C.I.A. leak case investigation that led to perjury charges for Vice President Dick Cheney�s former chief of staff, I. Lewis Libby. ...

But Mr. Rove was in the eye of the political storm once again this year as Congress set out to learn his role in the attorney firings, which critics charge had been carried out to impede or spark investigations for partisan aims. ... In his exit interview today, which was with Paul Gigot, the editorial page editor of The Wall Street Journal, Mr. Rove had a parting shot for his political nemeses, telling Mr. Gigot that he believed Senator Hillary Rodham Clinton would be the Democratic nominee but called her a �tough, tenacious, fatally flawed candidate,� and predicted a Republican victory in the 2008 presidential race. It is the sort of political boasting that had become Mr. Rove�s hallmark.
Mehr Polit-Tratsch zum Thema etwa im Guardian: Hired by George Bush senior aged just 22, he started a lifelong association with the family. One of his menial jobs was to hand over the Bush car keys whenever George junior went to Washington. Mr Rove's description sounds like the start of a love affair. "I can literally remember what he was wearing," he said of an occasion in 1973: "an Air National Guard flight jacket, cowboy boots, blue jeans. He was exuding more charisma than any one individual should be allowed to have." Es ist kaum �bertrieben, mit dem letztlich doch �berraschenden Abgang Roves vom Ende einer �ra zu sprechen. Aber irgendwann erweist sich der t�gliche Spagat zwischen politischer Wunschwelt und dem Rest der Wirklichkeit erfahrungsgem�� f�r jeden Spindoktor zu weit.

Und sonst: Ein PR-Skand�lchen in Berlin � Flaskamp erh�lt keine Auftr�ge vom Bundeswirtschaftsministerium mehr: Gib mir einen Zeitungsartikel, dann bekommst du eine bezahlte Anzeige: Solch anr�chige PR-Arbeit brachte das Wirtschaftsministerium von Michael Glos unter Druck. Jetzt wurde die zust�ndige Agentur gefeuert - die Regierung versichert aufgeschreckt, sie habe damit nichts zu tun.

Labels: , , , , ,

2007-07-27

Bertelsmann-Stiftung r�stet sicherheitspolitisch auf

--- Die umstrittene Bertelsmann-Stiftung sorgt mal wieder f�r Schlagzeilen bei Telepolis:
Sage niemand, die Provinz sei harmlos. Einer der einflussreichsten F�rsprecher einer Militarisierung der deutschen und europ�ischen Au�enpolitik ist im westf�lischen G�tersloh zuhause. Die Bertelsmann-Stiftung unterst�tzt im Kampf um den globalen Einfluss den Aufbau der "Supermacht Europa" und deren milit�rischer Aufr�stung, wom�glich auch mit Atomwaffen. ... F�r die strategische Vorbereitung und Umsetzung ihrer gesellschaftspolitischen Projekte stehen der Stiftung 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verf�gung. Hinzu kommen von der Stiftung finanzierte Forschungsinstitute wie das Centrum f�r angewandte Politikwissenschaft (CAP) in M�nchen, sowie ein engmaschiges Netzwerk von pers�nlichen Beziehungen, das bis in die Spitzen der nationalen, europ�ischen und transatlantischen Politik reicht. Die au�enpolitische Agenda der Stiftung hat einen eindeutigen Fokus: Europa soll innerhalb der globalen Wirtschafts- und Machtbl�cke seine Interessen wahrnehmen, sich als Weltmacht definieren und zum globalen Milit�rakteur entwickeln, der bei Bedarf jeden Punkt der Welt kontrollieren kann. Damit sollen die sogenannten sicherheitspolitischen Interessen gewahrt werden, die Hand in Hand gehen mit wirtschaftlichen Interessen: sicherer Zufluss von Rohstoffen, ungehemmte Kapitalfl�sse sowie reibungslos funktionierende globale Liefer- und Absatzketten. ... 1999 gr�ndete die Bertelsmann Stiftung die Arbeitsgruppe "Venusberg Group". Sie besteht aus neun au�en- und sicherheitspolitischen "Experten" aus verschiedenen europ�ischen Staaten. Im Jahr 2000 ver�ffentlichte das Gremium unter dem Titel "Enhancing the European Union as an International Security Actor. A Strategy for Action" ein sicherheitspolitisches Konzept f�r die EU. Darin wird gefordert, dass sich "die EU bis 2030 gegen alle Arten von Bedrohung autonom verteidigen k�nnen" soll.
Und sonst: Neues vom Terror.web: Al Qaeda ramps up its propaganda. The bin Laden video is the latest of the group's 2007 media blitz: 63 messages, so far.

Aber auch Milit�rs in den USA und in der EU sind auf der Image- und Propagandafront nicht unt�tig: The Pentagon Gets a Lesson From Madison Avenue. U.S. Needs to Devise a Different 'Brand' to Win Over the Iraqi People, Study Advises: The key to boosting the image and effectiveness of U.S. military operations around the world involves "shaping" both the product and the marketplace, and then establishing a brand identity that places what you are selling in a positive light, said clinical psychologist Todd C. Helmus, the author of "Enlisting Madison Avenue: The Marketing Approach to Earning Popular Support in Theaters of Operation." The 211-page study, for which the U.S. Joint Forces Command paid the Rand Corp. $400,000, was released this week.

Gro�britanniens Verteidigungsministerium scheint da schon weiter zu sein, aber auch viel Geld zum Fenster hinauszuwerfen: Defence chiefs are spending millions of pounds of taxpayers' money on 1,000 "spin doctors" in an attempt to boost the military's public image. Yet in a striking admission, an internal Ministry of Defence (MoD) document reveals that senior officials have "no clear idea" of who they are, whether they are making an impact, or their actual cost to the country. The document, The Defence Communications Strategy, also contains what is believed to be the first official admission by the Government that there is little or no support for the war in Iraq among the British public. Simon MacDowall, the MoD's director general of media and communications, drew up the strategy in an attempt to reduce the bureaucracy of the department's public relations machine.

Labels: , , , , , , ,

2007-07-09

Die Memoiren eines Spindoktors

--- Tony Blairs langj�hriger Regierungssprecher Alastair Campbell, der Inbegriff eines Spindoktors, hat auf rund 800 Seiten Ausz�ge aus seinen Tageb�chern unter dem Titel The Blair Years ver�ffentlicht. Mega-Enth�llungen enth�lt der nat�rlich auch zurecht gesponnene, zensierte und im Vergleich zu ersten Entw�rfen immens zusammengestrichene Band ersten Medienberichten zufolge nicht. So schreibt die BBC:
Mr Campbell has been happy to confirm that he left out big chunks about the relationship between the current and former prime ministers for the simple reason he didn't want to hand David Cameron ammunition - thereby confirming these "lost" episodes would be damaging to the Labour government. He will, however, get around to recounting them some time in the future. The truth is, everybody and his dog already knows that the relationship between the two biggest political figures of the past decade was often bitter, divisive and even threatening to the smooth working of the government. Plenty of other insiders have detailed some of the spats, sulks and fallings-out so all that Mr Campbell could probably have done, under the self-imposed constraints, was add more vivid colouring to the scenes. And that is, frankly, what his published words seem mostly to have accomplished. ... But there are none of those breathtaking moments, the "killer facts" that we have come to expect, or at least hope for. ... So, nothing stunningly new in these diaries, although a diverting read for those who also lived through these events and may have a radically different take on things. And then there is the problem - the one which perhaps explains why Mr Campbell has rushed out the diaries within a fortnight of Mr Blair quitting. Things have moved on with such astonishing speed, as they do in politics, that these events already seem from another era altogether.
�hnlich Der Standard: Campbell demonstrierte mit seinem Buch drastisch, wor�ber er sich seit Jahren gern beklagt: die Beschleunigung der Zeitgeschichtsschreibung im Zeitalter einer globalisierten, 24 Stunden am Tag pr�senten Medienkultur. Aber schlie�lich w�re es doch "eine Verschwendung" gewesen, sagte Campbell der BBC, mit der Ver�ffentlichung seines Buches zu warten, "bis die Leute nicht mehr �ber uns nachdenken". Einer will das aber auch jetzt ganz bestimmt nicht tun: Der britische Premierminister Gordon Brown teilte am Wochenende mit, er werde Campbells Werk nicht lesen: "Die Vergangenheit ist die Vergangenheit." Zu dieser Vergangenheit geh�rt auch die ber�hmte Einsch�tzung des damaligen Schatzkanzlers Brown als "psychologisch defekt". Dass das urspr�nglich anonyme _Zitat von Campbell stammte, steht l�ngst fest. Aber war der H�ne aus der nordenglischen Grafschaft Yorkshire, der auch als Regierungssprecher gerne Klartext redete, auch der Urheber? Oder stammte das Zitat gar vom damaligen Premierminister Blair selbst? �ber dieses spannende Detail gibt das Buch ebenso wenig Auskunft wie generell �ber die permanenten Streitigkeiten zwischen Blair und Brown, welche die ersten zehn Jahre der Labour-Regierung pr�gten. ... Munition liefert er hingegen jenen in seiner Partei, die sich angesichts des nicht enden wollenden Debakels im Irak von der urspr�nglichen Entscheidung zum Krieg distanzieren wollen. Im Kabinett und in Blairs engem Umkreis habe es im Vorfeld des Feldzugs im M�rz 2003 niemanden gegeben, der nicht "ziemlich schwere Zweifel" gehabt h�tte. Nur einer sei vom Irak-Krieg � zumindest nach au�en hin � wirklich �berzeugt gewesen: Blair selbst. "Wenn er Zweifel hatte, dann hat er sie sogar vor uns verborgen", schreibt Campbell, der zehn Jahre als Medienberater Blairs t�tig war, lakonisch. Loyale Gefolgsleute Blairs wie Vizepremier John Prescott oder der fr�here Innenminister John Reid h�tten in der Sitzung vor dem Krieg jedenfalls "richtig krank" ausgesehen. Reid soll S�tze gesagt haben, die sich heute als bemerkenswert korrekte Weissagung lesen: Man werde "daran gemessen werden, wie der Irak nach Saddam Hussein aussieht". Ausz�ge gibts hier.

Und sonst: Frankreichs Medien werden gegen�ber Sarkozy aufm�pfiger, berichtet J�rg Altwegg in der FAZ: "Dass die Boulevardzeitung 'Aujourd'hui' ein Dossier �ber Sarkozy und die Medien erstellte, das aus dem Redaktionssystem verschwand, haben die anderen schnell gemeldet. Zwischen den Zeitungen wurde ein Informationssystem eingerichtet, das per E-Mail problemlos funktioniert. Jeder Vorfall gelangt an die �ffentlichkeit... Die Zeitungen profilieren sich gegen die Anspr�che der politischen Macht und m�ssen sich gegen das 'freie' Internet behaupten. Der Druck, den Sarkozy aus�bt, macht das Internet zur echten Informationsquelle. Millionen verfolgen im Internet die kleinen und gro�en Zensurgeschichten. Die Vorst�dte sind ruhig, die Demos auf den Stra�en ausgeblieben. Die Revolte rumort in den Medien."

Labels: , , , ,

2007-07-03

Bush bewahrt Spindoktor vor Gef�ngnis

--- Bush hat mit Lewis Libby einen seiner untergebensten Diener in der CIA-Aff�re rund um Judy Miller einfach mal freigeboxt, was Medien wie die New York Times wenig erfreut aufnehmen:
President Bush spared I. Lewis Libby Jr. from prison Monday, commuting his two-and-a-half-year sentence while leaving intact his conviction for perjury and obstruction of justice in the C.I.A. leak case. Mr. Bush�s action, announced hours after a panel of judges ruled that Mr. Libby, Vice President Dick Cheney�s former chief of staff, could not put off serving his sentence while he appealed his conviction, came as a surprise to all but a few members of the president�s inner circle. It reignited the passions that have surrounded the case from the beginning. The commutation brought immediate praise from conservatives, who hailed it as a courageous step to avert a miscarriage of justice, and condemnation from Democrats, who said it showed a lack of accountability and respect for the law. The president portrayed his commutation of the sentence, which fell short of a pardon and still requires Mr. Libby to pay a $250,000 fine and be on probation for two years, as a carefully considered compromise. �I respect the jury�s verdict,� Mr. Bush said in a statement. �But I have concluded that the prison sentence given to Mr. Libby is excessive.� ... The action drew a sharp response from Patrick J. Fitzgerald, the special prosecutor in the case, in which Mr. Libby was accused of lying to investigators looking into the leak of a C.I.A. operative�s identity. ... �In this case an experienced federal judge considered extensive argument from the parties and then imposed a sentence consistent with the applicable laws,� Mr. Fitzgerald said in a statement. �It is fundamental to the rule of law that all citizens stand before the bar of justice as equals.� ... Senator Patrick J. Leahy, Democrat of Vermont and chairman of the Judiciary Committee, acknowledged that the president had acted within his powers. But Mr. Leahy said: �Accountability has been in short supply in the Bush administration, and this commutation fits that pattern. It is emblematic of a White House that sees itself as being above the law.�

Labels: , , ,

2007-06-13

Spin: Blair kritisiert Medienhype

-- Welche Ver�nderung geht in einem Menschen hervor, wenn er nach vielen Jahren eines der wichtigsten �mter in seinem Land abgeben muss? Tony Blair, scheidender Premierminister von Gro�britannien und einer der gr��ten Inszinierer seiner Politik (der dabei Vorbild f�r Gerhard Schr�der war) findet pl�tzlich die Inszinierung und Dauererregung in der Politik sch�dlich f�rs Land. ""Das Verh�ltnis zwischen Politik und Medien ist so besch�digt, dass es der Reparatur bedarf�, mahnt der britische Premierminister zwei Wochen vor dem Ende seiner zehnj�hrigen Amtszeit. �Der Schaden unterminiert das Selbstvertrauen des Landes und seine Institutionen, und er reduziert die F�higkeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen.� Das s�hen auch F�hrungskr�fte aus Wirtschaft, Milit�r und gar Wohlfahrtsorganisationen so, sagt er. Es traue sich nur keiner, das offen zu sagen." Das notiert heute das Handelsblatt auf seiner Titelseite. Und weiter attackiert er Journalisten in einer Rede bei Reuters : "Ihnen kreidet er an, dass sie immer hektischer reagierten, immer bedenkenloser Themen hochpeitschten und immer schamloser auf den Bauch statt das Hirn des Publikums zielten. Wenn die Medien die wachsende Politikverdrossenheit kritisierten, dann m�ssten sie bei sich selber nach den Ursachen suchen. (...) "Ich gestehe meine Komplizenschaft ein�, sagt Blair. �In den fr�hen Tagen von New Labour haben wir unangemessen stark die Medien hofiert.� Damit habe man riskiert, die Trends, die er nun beklage, zu befeuern. Eine L�sung hat Blair nicht zu bieten, das ist auch nicht mehr seine Aufgabe. Er deutet nur an, dass ein neuer Regulierungsansatz n�tig sei. Die Debatte m�sse aus der Medienbranche selber kommen � �wenn die Politik sie startet, wird sie sie verlieren�.

Labels: , ,

2007-05-24

Future Force Warrior macht Fortschritte

--- Die neue, mit tragbarer Computertechnik vollgestopfte Uniform der US-Armee, die seit 2001 unter dem Aufh�nger Future Force Warrior entwickelt wird, soll bald einsatzbereit sein:
Mini-Computer am G�rtel, digitale Landkarte in der Schutzbrille und eine wirklich kugelsichere Weste: Mit einem Hightech-Kampfanzug sollen US-Soldaten k�nftig in den Krieg ziehen. Der Prototyp wird jetzt in einer Geisterstadt getestet. ... Nun steht in Fort Dix (US-Bundesstaat New Jersey) die erste richtige Bew�hrungsprobe bevor: 40 Soldaten werden den Anzug zwei Monate lang in Komplettausstattung testen und vor allem das neue digitale Netzwerk der Uniformen auf die Probe stellen. In der zweiten H�lfte werden sich die Probanden daf�r - aufgeteilt in "US-Armee" und "Feind" - in der Geisterstadt von Fort Dix bekriegen. ... Die neue kugelsichere Weste ist zehn Prozent gr��er, sie sch�tzt nun auch die Seiten des Oberk�rpers und die untere Bauchregion. "Diese R�stung stoppt jedes Maschinengewehr-Feuer", sagt Jean-Louis DeGay, der Equipment-Spezialist des Teams. Ein Soldat k�nne durch den Aufprall der Geschosse zwar zu Boden gehen, die Munition ber�hre seine Haut jedoch nicht - wegen der chinesischen Keramik, die in den Oberk�rper-Panzer eingearbeitet ist. Peilsender im Anzug und digitale Karten � la Google Earth sollen die Orientierung erleichtern und "friendly fire", den Beschuss durch eigene Truppen, verhindern: Auf einem briefmarkengro�en Bildschirm in der Schutzbrille sieht jeder Soldat seinen Standort und den der Kameraden auf den Meter genau - und feindliche Panzer. Kompass und Faltkarte sind pass�. Mit der neusten Entwicklung sollen die Waffen sogar zusammenarbeiten: Macht ein Soldat ein feindliches Ziel aus, markiert er es mit einem Laser; per Computer-Netzwerk sehen dann auch die Kameraden, wohin der Soldat zielt. Den dazugeh�rigen Computer tr�gt jeder Soldat bei sich. Vor ein paar Tagen noch schleppte Deveraux einen handels�blichen Laptop in einem Rucksack mit sich herum. Nun hat der Computer nur noch die Gr��e und das Gewicht einer gut gef�llten Brotb�chse und h�ngt am G�rtel.
Und sonst: Podcast zu Spindoktoren: Der kanadische Sender CBC sechsteilige Radioserie namens "Spin Cycles" ver�ffentlicht, welche Geschichte, Auswirkungen und Beispiele f�r die Kunst des Spinnings beleuchten. Via p-pricken.de (Dank an patrick f�r den Hinweis).

Labels: , , ,