2008-03-20

Irak-Krieg: Abschie�en und dann die Schaufel drauf

--- Zum f�nften Jahrestag der Invasion des Iraks gibt es nicht nur zahlreiche Demonstrationen in den USA, sondern auch vor Ort eingesetzte Soldaten berichten unter dem Aufh�nger "Winter Soldiers" (also keine "Sommersoldaten", die sich nur bei eitel Sonnenschein auf die Stra�e wagen) �ber die harten Eins�tze und Befehle. Aufzeichnungen von Aktionen der Veteranen gibt es bei YouTube, eine Zusammenfassung in der Netzeitung:
�Wenn wir uns einer Stadt n�herten, in der bereits viele von uns gefallen waren, dann galt praktisch: Feuer frei. Wir wurden angehalten, auf alles zu schie�en, was sich bewegt�, berichtet der ehemalige Irak-Soldat Jason Washburn. �Und wir f�hrten die Befehle aus. Wir feuerten auf eine Frau, die mit einer gro�en Tasche auf uns zukam. Als sich der Staub gelegt hatte, sahen wir auf dem Boden verstreute Lebensmittel. Sie wollte uns etwas zu Essen bringen, daf�r schossen wir sie nieder�, erz�hlt der sichtlich ersch�tterte Mann. ... �Wenn Zivilisten anfangs versehentlich erschossen wurden, sollten Schaufeln oder Waffen auf den toten K�rper gelegt werden, um behaupten zu k�nnen, es handle sich um Aufst�ndische�, berichtet Washburn weiter. �Bei meinem dritten Einsatz lautete der Befehl: Wir schie�en auf Zivilisten, wenn sie Schaufeln und gro�e Taschen bei sich tragen. Also f�hrten wir Schaufeln und gro�e Taschen gleich im Fahrzeug mit uns.� ... Ein anderer fr�herer Soldat, John Michael Turner, wirft seine Medaillen, mit denen er f�r seine Verdienste im Irakkrieg ausgezeichnet wurde, auf den Boden. �Am 18. April 2006 beging ich den ersten offiziellen Mord�, erz�hlt Turner den Anwesenden bei der Veranstaltung in Washington. �Der Mann war unschuldig. Als er zu seinem Haus ging, t�tete ich ihn - vor den Augen seines Vaters und seines Freundes. Beim ersten Schuss schrie er auf und sah mich an. Ich sagte zu meinem Freund: 'Das kann ich nicht zulassen' und schoss ein zweites Mal. Danach wurde ich begl�ckw�nscht.�


Ansonsten zum Jahrestag: Der Bundesnachrichtendienst muss sich mit schweren Vorw�rfen auseinandersetzen. Die Pullacher sollen ihre US-Kollegen im Vorfeld des Irakkriegs mit falschen Informationen versorgt haben.

Und bin Laden hat sich auch mal wieder per Tonband zu Wort gemeldet: Die Europ�er h�tten in ihrem �Unglauben �bertrieben�, und der Papst f�hre einen neuen Kreuzzug gegen den Islam. Das erkl�rte der Al-Qaeda-F�hrer Bin Laden in einer Tonaufzeichnung - und hat wegen der Mohammed-Karikaturen diesmal auch D�nemark im Visier.

RapP��r Steinbr�ck hat zu viel Geld und rappt �ber den Vers I love cash". Symbolische Politik vom feinsten aus der Bundesrapkonferenz, groovt ziemlich mit dem Chorus im Hintergrund.

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2008-03-18

US-Propaganda-Operationen gegen al-Qaida

--- Die New York Times berichtet, dass sich die US-Regierung gezielt auf einen Gegenfeldzug zur islamistischen Propaganda im Internet eingelassen hat:
Interviews with more than two dozen senior officials involved in the effort provided the outlines of previously unreported missions to mute Al Qaeda�s message, turn the jihadi movement�s own weaknesses against it and illuminate Al Qaeda�s errors whenever possible. A primary focus has become cyberspace, which is the global safe haven of terrorist networks. To counter efforts by terrorists to plot attacks, raise money and recruit new members on the Internet, the government has mounted a secret campaign to plant bogus e-mail messages and Web site postings, with the intent to sow confusion, dissent and distrust among militant organizations, officials confirm. ...

Terrorists hold little or no terrain, except on the Web. �Al Qaeda and other terrorists� center of gravity lies in the information domain, and it is there that we must engage it,� said Dell L. Dailey, the State Department�s counterterrorism chief. Some of the government�s most secretive counterterrorism efforts involve disrupting terrorists� cyberoperations. In Iraq, Afghanistan and Pakistan, specially trained teams have recovered computer hard drives used by terrorists and are turning the terrorists� tools against them. �If you can learn something about whatever is on those hard drives, whatever that information might be, you could instill doubt on their part by just countermessaging whatever it is they said they wanted to do or planned to do,� said Brig. Gen. Mark O. Schissler, director of cyberoperations for the Air Force and a former deputy director of the antiterrorism office for the Joint Chiefs of Staff. Since terrorists feel safe using the Internet to spread ideology and gather recruits, General Schissler added, �you may be able to interfere with some of that, interrupt some of that.� �You can also post messages to the opposite of that,� he added. Other American efforts are aimed at discrediting Qaeda operations
Hat ja offenbar ne Weile gedauert, bis sich derlei Gegenma�nahmen rumgesprochen haben. Auf jeden Fall besser als st�ndige Rufe nach mehr �berwachung aller im Netz, wie sie hierzulande en vogue sind.

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2008-03-13

Urteil gegen �sterreichische GIMF-Propagandisten

--- Der von Skurrilit�ten nicht freie Prozess gegen die angeblichen Betreiber der deutschsprachigen GIMF-Plattform hat laut Telepolis einige Fragen offen gelassen:
Anfang September 2007 wurden in �sterreich mehrere Personen festgenommen, die als Macher der "Globalen Islamischen Medienfront" (GIMF) terroristische Propaganda verbreitet haben sollen. Gestern wurde das angeklagte Paar Mohammed M. und Mona S. in allen Punkten schuldig gesprochen. Der Richter stufte die Angeklagten als "�berzeugungst�ter" ein und begr�ndete damit die ausgesprochenen unbedingten Haftstrafen. ...

Der Prozess wurde in wenigen Tagen abgehandelt. Dabei fiel Mohammed M. durch mehrere Wutanf�lle und Ausf�hrungen zum "Heiligen Krieg" auf. Das ganze sei ein Schauprozess, so der Angeklagte, der aus seiner Abneigung gegen die USA keinen Hehl macht. Er beteuerte aber, gegen die T�tung von Unschuldigen zu sein, auch h�tte er nichts mit Terroranschl�gen zu tun. Auch Mona S. pl�dierte auf "nicht schuldig" und argumentierte in einer schriftlichen Stellungnahme, dass ja auch Journalisten Botschaften von Terroristen �bersetzen w�rden. Zudem betonte sie ihre Unschuld vor "Gott". Der Richter zitierte aus der Stellungnahme: "Gott gab jedem Menschen Verstand. Doch um sich ein richtiges Bild zu machen, muss der Mensch alle Versionen der Ereignisse kennen." Eine "andere Version" von "der US-Besatzung und dem Krieg im Irak" h�tte sie mit ihrer "Nachrichtenagentur" weitergegeben, so die Argumentation der Angeklagten. Als der Richter der Angeklagten gegen Prozessende gew�hrte, trotz Vollverschleierung eine m�ndliche Stellungnahme abzugeben, waren ihre Worte kaum verst�ndlich. ...

Wie auch immer die Sache weiterlaufen wird, es gibt zwei Aspekte, die vom konkreten Fall unabh�ngig weiter diskutiert werden sollten: Die europaweite Ausjudizierung, ob Vollverschleierung vor Gericht m�glich sein soll oder nicht. ... Zum anderen steht noch die heikle Frage an, inwieweit das Aussp�hen von Computerdaten tats�chlich rechtm��ig und mit der westlichen Auffassung vom B�rgerrecht auf Privatsph�re vereinbar ist. ... Wie sich diese �berwachung gestaltete, erkl�rte ein Ermittlungs-Beamter: Man habe etwa M.'s Internet-Telefonie abgeh�rt und ein Programm auf seinem Computer installiert, das "alle 60 Sekunden einen Screenshot an die �berwacher �bermittelte".
Wenigstens ist klar geworden, wie unerquicklich die heimliche Online-Durchsuchung bei den �sis derzeit abl�uft. Vom Schutz des Kernbereichs der privaten Lebensgestaltung kann bei solchen Brachialmethoden wohl kaum die Rede sein.

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2007-12-01

Die Intimit�t der Videoblogs

--- Die S�ddeutsche Zeitung widmet sich der neuen Form der Medien�ffentlichkeit in journalistischen Vlogs:
Das Ganze steckt noch in den Kinderschuhen. Man merkt, wie jeder, der sich auf das neue Medium einl�sst, seinen eigenen Weg sucht - wobei der Eindruck des Selbstgebastelten gar nicht verwischt werden soll. Trotzdem kann man bereits in diesem Anfangsstadium beobachten, wie das neue Medium, mit einem Titel von J�rgen Habermas zu sprechen, einen "Strukturwandel der �ffentlichkeit" bewirkt. Und zwar durchaus mit einer klaren Tendenz. ...

Im Videoblog verbinden sich Eigenschaften des Print-Journalismus, der Internet-Kommunikation und des Fernsehens. Alle drei verwandeln sich dabei und bringen ein neues Format mit eigener Funktionslogik hervor. Das Hauptmerkmal dabei ist, dass es sich in einer kleinen, einer fragmentierten �ffentlichkeit abspielt - und das hat Konsequenzen auf die dort favorisierte Kommunikationskultur. ... [Dort] tritt an die Stelle dieser Allgemeinheit das Besondere, Individuelle, ja das radikal Subjektive: Hier darf jeder so richtig "Ich" sagen - schlie�lich ist man in der kleinen �ffentlichkeit quasi unter sich. Man k�nnte auch sagen: Noch nie ist der Sender dem Empf�nger so vertraulich nahe ger�ckt. ...

Das Vloggen lebt von jenen Befindlichkeitswallungen, die noch nicht die Verallgemeinerungsf�higkeit des Logos erreicht haben, die man deshalb in einem Text nur schlecht auf den Begriff ("aaarrhh") bringen kann, die aber in der kleinen, der intimen �ffentlichkeit des Videoblogs sich mitteilen wie im Familienkreis. Der diskursiv-�ffentliche Raum als eine Distanzsph�re wird verzwischenmenschlicht. Es ist kein Zufall, dass man bei Harald Martensteins Videoblog tats�chlich im Zuhause des Tagesspiegel-Redakteurs angekommen ist. Man sieht ihn vor der Kulisse seiner Wohnk�che samt Kaffeetasse, blauem Toaster und Sch�rze am h�lzernen Geschirrschrank. ... Hier muss sich der laut ge�u�erte Bewusstseinsstrom nicht vor den Kosten der wertvollen Sendezeit rechtfertigen - nur vor der Langmut des Zuschauers. ...

Das Medium, eben weil es nie der Ernstfall, sondern immer nur die Spielwiese ist, neigt dazu, in einem Morast aus Ironie zu versinken, in dem es unm�glich ist, �berhaupt noch feste Fu�abdr�cke zu hinterlassen. ... Andererseits werden sich die Leute bald danach sehnen, dass niemand mehr "Ich" sagt. Es werden dann vermutlich auch im Netz Ich-hemmende Regularien zum Aufbau institutioneller Autorit�t eingef�hrt. Denn die M�glichkeiten, die das Bloggen bietet, sind zu gro�, um sie nicht zu nutzen.
Und sonst: Bin Laden gibts jetzt auch auf deutsch -- zumindest mit deutschen Untertiteln. Und die Taliban sind unschuldig, sagt der Alte in der H�hle.

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2007-11-13

Medienpropaganda der Bundeswehr

--- Der Macher des Dokumentarfilms Gesteuerte Demokratie" berichtet in Telepolis �ber einen neuen Propagandafeldzug der Bundeswehr bzw. deren Einheit "Operative Information" (OpInfo) in Deutschland und Afghanistan:
Einer Randnotiz der S�ddeutschen Zeitung vom 27. Oktober zufolge verst�rkt die Bundeswehr ihre "Aufkl�rungsarbeit" gegen�ber der eigenen Bev�lkerung. Offenbar unter Bezugnahme auf eine Pressemitteilung des Bundesministeriums der Verteidigung hei�t es, dieses wolle "mit einer neuen Form der �ffentlichkeitsarbeit um mehr Verst�ndnis f�r den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan werben". Seit dem 25.Oktober biete das Verteidigungsministerium den Medien honorarfreie Fotos und Artikel �ber Projekte der zivil-milit�rischen Zusammenarbeit (CIMIC) in Afghanistan an, welche von "Soldaten und Presseoffizieren in Afghanistan sowie vom Pressestab des Ministeriums " stammen. Eine Nennung der Quelle sei bei der Ver�ffentlichung "nicht zwingend" vorgeschrieben. ... Eine �hnliche Form der verschleierten Lancierung von Medienprodukten der Bundeswehr findet schon seit geraumer Zeit im Bereich Fernsehen statt. �ber PR-Agenturen wie die Atkon TV-Service GmbH werden im Auftrag der Bundeswehr fertige TV-Beitr�ge an ein Netzwerk von Vertrauensjournalisten in Redaktionen von privaten und �ffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten geliefert. ... Das Material f�r diese Fernsehbeitr�ge kommt von der Informations- und Medienzentrale der Bundeswehr in St.Augustin (IMZBw), welche auch das Zentrale Bildarchiv der Bundeswehr verwaltet. Die ATKON AG, Mutterfirma der TV-Service GmbH, hat den an der IMZBw angesiedelten Truppenbetreungssender Bundeswehr-TV mit aufgebaut. Dort wurde ein komplettes TV-Studio eingerichtet, welches technisch voll in das Kommunikationsnetzwerk der �ffentlich-Rechtlichen Anstalten integriert ist. Bw-TV wiederum kooperiert bei der Produktion seiner Beitr�ge eng mit dem Videobereich des Zentrums f�r Operative Information der Bundeswehr in Mayen. ... Die OpInfo ist die Nachfolgetruppe der 1989/90 nach einer parlamentarischen Auseinandersetzung und einem medien�ffentlichen Skandal aufgel�sten Psychologischen Verteidigung (PSV). Die PSV hatte in gro�em Ma�e eine illegale und verdeckt durchgef�hrte Bespitzelung und Beeinflussung der bundesdeutschen Bev�lkerung betrieben. Wie die PSV wird die OpInfo in der NATO-Terminologie als PSYOP-Truppe, also als Truppe f�r Psychologische Operationen gef�hrt. Gegenw�rtig geh�ren dem Zentrum f�r Operative Information (ZOpInfo) in Mayen und dem Einsatzbataillon OpInfo 950 in Koblenz rund 1250 Soldaten an. Noch im Sommer 2006 hie� es bei der OpInfo, der PSYOP-Truppe sei die Einwirkung auf die eigene Bev�lkerung strengstens untersagt.
Mal wieder Schnee von gestern eben. Aber auch die Gegenseite bleibt etwa in Form der omin�sen GIMF (Globale Islamische Medien-Front) aktiv. Hier gibts einen Mitschnitt zu einem RTL-Interview mit einem angeblichen GIMF-Sprecher aus dem heimeligen Bayern mit Kopftuch + Adidas-Sneakern. Alles Allah zuliebe.

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2007-09-22

Deutsche Islamistenseite GIMF wird wieder gef�ttert

--- Die bereits mehrfach im Web umgezogene Globale Islamische Medien-Front ist auf deutsch wieder zur�ck:
Die Wiener Propaganda-Zelle, die letzte Woche ausgehoben wurde, hat offenbar noch mehr aktive Mitglieder als das inhaftierte Ehepaar. Seit Mittwoch gibt es jedenfalls eine neue Dependance der "Globalen Islamischen Medienfront" (GIMF). Dabei handelt es sich um jene deutschsprachige Gruppe von Internet-Dschihadisten, die im M�rz dieses Jahres ein Droh-Video gegen �sterreich und Deutschland ver�ffentlichte und vor Anschl�gen warnte, falls die beiden L�nder nicht ihre Soldaten aus Afghanistan abziehen - und au�erdem t�glich Bekennerschreiben und sonstige Terrorpropaganda von al-Qaida und verwandten Organisationen auf deutsch zug�nglich machte. ... Die Idee bestand darin, nach dem Vorbild der arabischsprachigen Ur-GIMF und ihrem englischsprachigen Ableger, Terrorpropaganda auch auf Deutsch zu verbreiten. ... Ermittler waren bereits fr�hzeitig davon ausgegangen, dass die GIMF aus mehr als nur ein paar Leuten bestehen muss; zu umfangreich war das Material, das die Gruppe tagt�glich �bersetzte. Noch im August hatte die deutsche GIMF auf ihrer Website zudem �bersetzer gesucht, um der F�lle der Propaganda Herr zu werden. Noch haben allerdings zumindest deutsche Beh�rden keine Hinweise darauf, wer hinter dem Relaunch der GIMF-Seite stehen k�nnte. Dem Hauptverd�chtigen Mohamed M. werden zwar mindestens ein dutzend einschl�giger E-Mail-Kontakte bis in den Irak und nach Saudi-Arabien zur Last gelegt, darunter offenbar Qaida-Kontaktpersonen - aber nach Deutschland f�hrt keine hei�e Spur. ... Terrorermittler gehen aber davon aus, dass es sich bei der deutschen GIMF um reine "Sessel-Dschihadisten" handelte, die keine Anschl�ge in der realen Welt planten. Die Bedeutung ihrer Seite wird trotzdem als potenziell gef�hrlich eingesch�tzt: "Da kann man Radikalisierung in Echtzeit beobachten", sagte ein deutscher Verfassungssch�tzer.
Und sonst: Die kleinen Br�der schlagen beim Thema Polizei-Brutalit�t auf YouTube und Co. zur�ck: Little Brother is watching you. In einer Welt, in der jeder Kameramann ist und YouTube den Sendeplatz stellt, steht potentiell jeder unter Beobachtung. F�r die Polizei in den USA wird das zu einem zunehmenden Problem. Nicht nur, weil es immer �fter die Schl�ger im Polizeicorps outed - sondern allen den Ruf versaut. Mehr zum j�ngsten Taser-Fall auch bei Telepolis: Elektroschockwaffen zur Disziplinierung.

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2007-09-15

Neuer Streit �ber Mohammed-Karikaturen

--- Es gibt mal wieder heftigen Streit �ber neue Mohammed-Karikaturen aus nordischen Gefilden:
Die Terrororganisation al-Qaida im Irak hat ein Kopfgeld auf den schwedischen Karikaturisten Lars Vilks sowie Ulf Johansson, Chefredakteur der Zeitung "Nerikes Allehanda", ausgesetzt. Diese hatte im August eine Zeichnung von Vilks abgedruckt, die Mohammed als riesiges Hundedenkmal in der Mitte eines Kreisverkehrs zeigt. Das Blatt illustrierte damit einen Leitartikel �ber Meinungsfreiheit. Wer Vilks t�te, k�nne mit einer Belohnung von bis zu 150.000 Dollar rechnen, versprach Abu Omar al-Baghdadi, der F�hrer von al-Qaida im Irak. Die Abschrift einer entsprechenden Tonaufnahme wurde heute auf einschl�gigen Websites im Internet ver�ffentlicht.
Der englischen �bersetzung zufolge, die ebenfalls auf den Seiten ver�ffentlicht wurde, sagte al-Baghdadi w�rtlich: "Wir rufen zur T�tung des Karikaturisten Lars Vilks auf, der es gewagt hat, unseren Propheten - Friede sei mit ihm - zu beleidigen, und wir setzen im gro�z�gigen Monat Ramadan eine Belohnung von 100.000 Dollar f�r denjenigen aus, der diesen Verbrecher t�tet." Wer Vilks "schlachte wie ein Lamm", der bekomme sogar 150.000 Dollar. 50.000 Dollar versprach der Terrorist demjenigen, der Johansson umbringe, hei�t es in der 30-min�tigen Audio-Aufnahme. Vilks selbst �u�erte sich telefonisch gegen�ber der Nachrichtenagentur AP. "Wir haben hier ein echtes Problem", sagte er. "Wir k�nnen nur hoffen, dass sich die Muslime in Europa und in der westlichen Welt von diesem Aufruf distanzieren und den Gedanken der Meinungsfreiheit unterst�tzen." Johansson erkl�rte, er nehme das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld ernster als alle anderen Bedrohungen, denen er je ausgesetzt war. ... Nur vereinzelt war es nach Ver�ffentlichung der Karikatur in einigen muslimischen L�ndern zu Protesten gekommen (mehr...). Anders als bei den gewaltt�tigen Demonstrationen im vergangenen Jahr, als Muslime gegen eine Zeichnung in einer d�nischen Zeitung protestierten, kam es diesmal kaum zu blutigen Auseinandersetzungen. Um f�r Entspannung zu sorgen, hatte der schwedische Premierminister Frederik Reinfeldt vergangene Woche 22 in Stockholm stationierte Botschafter aus islamischen Staaten zum Gespr�ch eingeladen. Al-Baghdadi reicht diese Geste offenbar nicht aus. Er erkl�rte, sollte sich der "Kreuzritter-Staat Schweden" nicht entschuldigen, werde es Angriffe auf schwedische Unternehmen geben.
Da kann die Debatte ja mal wieder los gehen, ob derlei Provokationen von westlichen Medien opportun sind.

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2007-09-08

Bin Laden geht unter die Globalisierungsgegner

--- Osama bin Laden hat sich wenige Tage vor dem 6. Jahrestag der Anschl�ge am 6. September einen Imagewandel verpasst. Das Blut von den H�nden gewischt, die Kalaschnikow abgelegt und den Bart schwarz gef�rbt wirbt der Terrorf�hrer in einem neuen Video um Sympathien an allen Fronten, wobei er sich vor allem in die Phalanx der Kapitalismuskritiker einreiht:
Die Rede ist aus mehreren Gr�nden ungew�hnlich. Dies betrifft zum einen den Inhalt: Nie zuvor hat Osama Bin Laden sich derart als eine Art globaler Oppositionspolitiker inszeniert. Weite Teile der Ansprache bestehen aus reiner Kapitalismus- und Globalisierungskritik. "So wie ihr euch zuvor aus der Sklaverei der M�nche, K�nige und Feudalherren befreit habt, so solltet ihr euch jetzt von den Irref�hrungen ... des kapitalistischen Systems befreien", sagt der Qaida-Gr�nder an einer Stelle.
Zum anderen ist ungew�hnlich, auf welche Art der Inhalt der Rede bekannt wurde. In der Nacht zum Donnerstag hatte die Qaida-nahe Produktionsfirma al-Sahab angek�ndigt, dass eine Rede des Terrorpaten bald ver�ffentlicht werde. Doch noch bevor die Terror-Propagandisten das Band publizierten, berichteten gestern US-Medien �ber die Kernaussagen Bin Ladens. ... Politische, geschichtliche und moralische Er�rterungen vermischend, zeichnet Bin Laden das Bild einer Nation, die auf der Verliererstra�e ist. Obwohl milit�risch �berm�chtig, k�nnten die Amerikaner im Irak nicht gewinnen - weil sie zwar moralisch argumentierten, in Wahrheit aber nur den Interessen internationaler Konzerne folgten. Das Ansehen der USA sei deswegen ruiniert. Um "den Krieg zwischen uns" zu stoppen, gebe es zwei M�glichkeiten: Entweder die Mudschahidin stellten die Kampfhandlungen ein, was aber nicht gehe, weil sie eine Pflicht erf�llten. ... Es gebe allerdings einen Ausweg, sagt Bin Laden weiter: Die Amerikaner sollten "nach einem alternativen, aufrechten Weg suchen", in dem es nicht darum gehe, andere zum eigenen Nutzen zu unterdr�cken. Nat�rlich hat dieser Weg auch einen Namen: Die Amerikaner sollen zum Islam konvertieren. Bin Laden macht sich sogar die M�he, Koranstellen aufzuz�hlen, in denen Jesus und Maria erw�hnt werden. Anders als in seiner vorherigen Ansprache aus dem Sommer 2006 droht er diesmal nicht mit Anschl�gen. Der Terrorpate sinniert stattdessen �ber B�cher, zum Beispiel des linken Intellektuellen Noam Chomsky. Der Libanon-Krieg, der Konflikt zwischen Hamas und Fatah, die Anschlagsversuche in Gro�britannien und Deutschland - all das wird nicht erw�hnt.
Einen ausf�hrlichen Bericht zur Wandlung bin Ladens gibts bei Telepolis: Mit Kapitalismuskritik zum Gottesstaat.

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2007-07-27

Bertelsmann-Stiftung r�stet sicherheitspolitisch auf

--- Die umstrittene Bertelsmann-Stiftung sorgt mal wieder f�r Schlagzeilen bei Telepolis:
Sage niemand, die Provinz sei harmlos. Einer der einflussreichsten F�rsprecher einer Militarisierung der deutschen und europ�ischen Au�enpolitik ist im westf�lischen G�tersloh zuhause. Die Bertelsmann-Stiftung unterst�tzt im Kampf um den globalen Einfluss den Aufbau der "Supermacht Europa" und deren milit�rischer Aufr�stung, wom�glich auch mit Atomwaffen. ... F�r die strategische Vorbereitung und Umsetzung ihrer gesellschaftspolitischen Projekte stehen der Stiftung 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verf�gung. Hinzu kommen von der Stiftung finanzierte Forschungsinstitute wie das Centrum f�r angewandte Politikwissenschaft (CAP) in M�nchen, sowie ein engmaschiges Netzwerk von pers�nlichen Beziehungen, das bis in die Spitzen der nationalen, europ�ischen und transatlantischen Politik reicht. Die au�enpolitische Agenda der Stiftung hat einen eindeutigen Fokus: Europa soll innerhalb der globalen Wirtschafts- und Machtbl�cke seine Interessen wahrnehmen, sich als Weltmacht definieren und zum globalen Milit�rakteur entwickeln, der bei Bedarf jeden Punkt der Welt kontrollieren kann. Damit sollen die sogenannten sicherheitspolitischen Interessen gewahrt werden, die Hand in Hand gehen mit wirtschaftlichen Interessen: sicherer Zufluss von Rohstoffen, ungehemmte Kapitalfl�sse sowie reibungslos funktionierende globale Liefer- und Absatzketten. ... 1999 gr�ndete die Bertelsmann Stiftung die Arbeitsgruppe "Venusberg Group". Sie besteht aus neun au�en- und sicherheitspolitischen "Experten" aus verschiedenen europ�ischen Staaten. Im Jahr 2000 ver�ffentlichte das Gremium unter dem Titel "Enhancing the European Union as an International Security Actor. A Strategy for Action" ein sicherheitspolitisches Konzept f�r die EU. Darin wird gefordert, dass sich "die EU bis 2030 gegen alle Arten von Bedrohung autonom verteidigen k�nnen" soll.
Und sonst: Neues vom Terror.web: Al Qaeda ramps up its propaganda. The bin Laden video is the latest of the group's 2007 media blitz: 63 messages, so far.

Aber auch Milit�rs in den USA und in der EU sind auf der Image- und Propagandafront nicht unt�tig: The Pentagon Gets a Lesson From Madison Avenue. U.S. Needs to Devise a Different 'Brand' to Win Over the Iraqi People, Study Advises: The key to boosting the image and effectiveness of U.S. military operations around the world involves "shaping" both the product and the marketplace, and then establishing a brand identity that places what you are selling in a positive light, said clinical psychologist Todd C. Helmus, the author of "Enlisting Madison Avenue: The Marketing Approach to Earning Popular Support in Theaters of Operation." The 211-page study, for which the U.S. Joint Forces Command paid the Rand Corp. $400,000, was released this week.

Gro�britanniens Verteidigungsministerium scheint da schon weiter zu sein, aber auch viel Geld zum Fenster hinauszuwerfen: Defence chiefs are spending millions of pounds of taxpayers' money on 1,000 "spin doctors" in an attempt to boost the military's public image. Yet in a striking admission, an internal Ministry of Defence (MoD) document reveals that senior officials have "no clear idea" of who they are, whether they are making an impact, or their actual cost to the country. The document, The Defence Communications Strategy, also contains what is believed to be the first official admission by the Government that there is little or no support for the war in Iraq among the British public. Simon MacDowall, the MoD's director general of media and communications, drew up the strategy in an attempt to reduce the bureaucracy of the department's public relations machine.

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2007-07-26

Das Schicksal von Terrorist 007 und anderen "Cyber-Dschihadisten"

--- Im Netz aktive Dschihadisten stehen aktuell im Rampenlicht der Medien. Spiegel Online etwa berichtet �ber einen der bekanntesten Propagandakrieger aus dem al-Qaida-Umfeld:
Der Cyber-Dschihadist "Irhabi007" war eine Legende - bis die Briten ihn 2006 festnahmen, weil er Anschl�ge in der realen Welt plante. Nun wurde er zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Details aus den Ermittlungen sind atemberaubend - und geben dem Fall eine neue Dimension. ... "Irhabi007" ... flog auf, weil islamistische K�mpfer aus Bosnien seine Kontaktdaten bei sich hatten, als sie verhaftet wurden. Die Spur f�hrte nach West-London, und "Irhabi007", �berraschung Nummer drei, war ein 22-j�hriger marokkanischst�mmiger Student der Informatik. Das war der Stand der Geschichte von Younis Tsouli a.k.a. "Irhabi007" - bis vorletzte Woche. Denn nun sind Details aus den Ermittlungen an die �ffentlichkeit gelangt, die dem Fall eine v�llig neue Dimension geben: Das 22-j�hrige Computer-Kid war kein Einzelt�ter, der mit ein paar Leuten vernetzt war. Er war Kopf einer regelrechten Unterst�tzerzelle f�r Dschihadisten in aller Welt, die unter anderem Anschl�ge in den USA, Europa und im Nahen Osten geplant haben sollen. Er hatte �berdies sogar einschl�gige Verbindungen bis hin zur irakischen Qaida-Filiale. Zur Finanzierung ihrer sinistren Zwecke haben Tsouli und seine beiden Mitverschw�rer, Waseem Mughal und Tariq al-Daour, laut "Wall Street Journal" unter anderem die gestohlenen Zugangsdaten von 37.000 Kreditkarten besorgt und damit insgesamt 3,5 Millionen US-Dollar erschwindelt. Mit dem Geld betrieben sie Webseiten, kauften aber auch Hardware - namentlich GPS- und Nachtsichtger�te, Schlafs�cke, Hunderte Prepaid-Handys, 250 Flugtickets von 46 Airlines, sowie Messer und Zelte. F�r wen die Gaben genau bestimmt waren und ob sie auch ausgeliefert wurden, ist noch unklar - aber dass es bei all dem um die Unterst�tzung dschihadistischer K�mpfer ging, ist verschiedenen Presseberichten zufolge unstrittig. Desweiteren wurden auf Tsoulis Rechner Daten gefunden, die Kontakte zu Dschihadisten auf der ganzen Welt belegen - und die auf m�gliche Terrorpl�ne hindeuten. So gab es einen Ordner mit dem Titel "Washington" auf dem Laptop, in dem sich zum Beispiel Videoaufnahmen des Kapitols, der Weltbank und eines Lagers f�r Treibstofflaster fanden. In Atlanta und in Kanada soll Tsouli �berdies mit weiteren Verschw�rern an Plots gearbeitet haben - es gab angeblich Pl�ne, den US-Flugzeugtr�ger USS "John F. Kennedy" zu versenken und Nachtclubs anzugreifen. Laut "New York Times" berichtete Tsouli eines Tages seinem Kumpel Mughal, er sei von al-Qaida im Irak gebeten worden, deren Online-Magazin "Dhirwat al-Sinam" ("Der h�chste Punkt des H�ckers eines Kamels") ins Englische zu �bersetzen. Am Ende wurde Tsouli �brigens "nur" f�r Aufruf zum Mord verurteilt - es war anscheinend zu kompliziert, die �brigen Verbrechen in eine gerichtsfeste Anklage zu �berf�hren ... Die F�lle der Aktivit�ten von "Irhabi007" ist indes in jedem Fall atemberaubend - und das nicht nur wegen der kriminellen Energie und Kreativit�t, die daraus spricht. Sie zeigt vielmehr, wie einfach es f�r einen intelligenten Aktivisten heute geworden ist, aus dem Nichts zu einem wichtigen Knotenpunkt des internationalen islamistischen Terrorismus aufzusteigen. Vor zehn Jahren w�re jemand wie Younis Tsouli vielleicht nicht einmal in ein Qaida-Lager eingelassen worden. Heute dagegen kann er das ganze gro�e Rad drehen - mit Hilfe eines Laptops und einer Internet-Verbindung. Weil die neue al-Qaida keine hierarchische Kaderorganisation mehr ist, sondern ein offenes Mitmach-Netzwerk, eine Art Wiki-Qaida hat das alte Modell abgel�st.
�ber einen deutschen Fall gibt es dagegen mehr bei Telepolis: Am Mittwoch begann vor dem Oberlandesgericht in Schleswig der Prozess geben einen Marokkaner. Die Anklage der Bundesanwaltschaft lautet auf "Unterst�tzung" der al-Qaida und Gr�ndung einer terroristischen Vereinigung. F�r Oberstaatsanwalt Matthias Krau� hat das Verfahren "Pilotcharakter". Redouane El-H. soll n�mlich fast alles, was ihm vorgeworfen wird, im Internet begangen haben. Bei dem Prozess soll nicht nur eine halbe Million Dateien von der bei einer nicht-virtuellen Hausdurchsuchung beschlagnahmten Festplatte des Angeklagten als potentielles Beweismaterial dienen, sondern auch zahlreiche Chat-Protokolle, die aus der �berwachung seines Internetanschlusses stammen. Au�erdem seine mitgeschnittenen VoIP-Telefonate. ... Bedenklich stimmt allerdings, wie sehr das Virtuelle von der Staatsanwaltschaft in der Anklage mit dem Reellen vermengt, ja, selbst zum Reellen erkl�rt wird: Etwa, wenn dem Marokkaner vorgeworfen wird, Osama bin Laden �ber das Internet einen "Treueschwur" geleistet zu haben. Als vor vielen Jahren die erste Website f�r Online-Beichten aufkam, wurde es ein beliebter Sport, dort die abstrusesten Verbrechen vorzubringen � ohne Ironietags, versteht sich; aber trotzdem ohne diese Taten wirklich begangen zu haben. Und auch ohne an irgendeine spirituelle Wirkung dieser Beichte zu glauben. Von einem Teil der von der Bundesanwaltschaft vorgebrachten Vorw�rfe ist es nur ein kleiner Schritt bis hin zum reinen "Informationsdelikt" � bisher wurden solche Informationsdelikte nur in wenigen Ausnahmef�llen umgesetzt: in den 1990er Jahren bei der Kinderpornographie und vor vier Jahren mit der "Urheberrechtsreform". Derzeit ist eine Tendenz beobachtbar, die in Richtung einer radikalen Ausweitung dieser Informationsdelikte geht: So soll etwa der Abruf von "Bombenbauanleitungen" im Internet strafbar gemacht werden.

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2007-07-18

US-Geheimdienstbericht: Irak-Krieg war vergeblich

--- Ein jetzt ver�ffentlichter US-Geheimdienstreport sorgt f�r Wirbel im Bl�tterwald und gibt den Irak-Krieg-Gegnern erneut Auftrieb:
Waren sechs Jahre "Krieg gegen den Terror" umsonst? Eine aktuelle Einsch�tzung der US-Geheimdienste zur Bedrohung der USA durch Terroristen geht in diese Richtung - Gegner von Pr�sident Bush sehen in ihr den letzten Beweis f�r Inkompetenz und Scheitern der US-Regierung. Das Echo ist verheerend. Allein die "New York Times" schickte heute drei Autoren in die B�tt, die den gestern ver�ffentlichten Bericht der US-Geheimdienste �ber die terroristische Bedrohung der USA zerpfl�ckten und f�r Angriffe auf Pr�sident George W. Bush nutzten. "Liest man den Bericht ernsthaft, stellt er eine m�chtige Widerlegung von Bushs Ansatz im Terrorkrieg dar", war im Editorial des Blattes zu lesen. "Ach ja, �brigens: Auch nach den Hunderten von Milliarden, die wir ausgegeben haben, und trotz der vielen Leben, die wir in Afghanistan und im Irak geopfert haben, sind wir heute genau so verwundbar wie zuvor", �tzte Maureen Dowd ... In der Tat geht aus dem Report hervor, dass die Gefahr von Terrorangriffen in den USA nach Ansicht der Agenten-Gemeinde gestiegen ist. Von dem "National Intelligence Estimate", das den Konsens von 16 US-Nachrichtendiensten abbildet, wurden zwar nur knapp zwei Seiten freigegeben, w�hrend der Rest als geheim klassifiziert ist. Aber die ver�ffentlichten "Schl�sselergebnisse" sind dennoch deutlich. So hei�t es etwa, dass das Terrornetzwerk al-Qaida nach wie vor die gr��te Bedrohung der Sicherheit der USA auf ihrem eigenen Gebiet darstellt. Bin Ladens Mannen sei es nicht nur gelungen, "einen sicheren R�ckzugsort" im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet zu etablieren und eine neue Schicht von "operativen Kadern" hervorzubringen, sondern im Irak auch noch einen Ableger zu schaffen, der ebenfalls Angriffe auf die USA plane ... Es ist vor allem der Vergleich mit fr�heren Einsch�tzungen, an denen deutlich wird, was am aktuellen Lagebericht so verst�rend ist. Erst im vergangenen September hatte es n�mlich gehei�en, amerikanische Operationen h�tten "die F�hrung al-Qaidas ernsthaft besch�digt". Heute schreiben dieselben Absender: "Die Gruppe hat ihre Schl�sselkapazit�ten zum Angriff auf die USA entweder bewahrt oder neu gewonnen." Diese F�higkeiten, sagen die Experten zudem voraus, werde das Netzwerk "weiter verst�rken."
Mehr dazu u.a. bei Telepolis.

Und sonst: Dan Gilmor zum Stand des Citizen Journalism: We�ve come a long way. There�s a growing recognition and appreciation of why citizen journalism matters. Investments, from media organizations and others, are fueling experiments of various kinds. Revenue models are taking early shape. And, most important, there�s a flood of great ideas. But we have a long, long way to go. We need much more experimentation in journalism and community information projects. The business models are, at best, uncertain � and some notable failures are discouraging. Dealing with the issues of trust, credibility and ethics is essential; as are more tools and training, including a dramatically updated notion of media literacy. Erw�hnt werden auch die "Leser-Reporter" der Bild als "Citizen Papparazzi".

Einen der fr�hen B�rger-Journalisten aus dem Irak-Krieg gibts auch noch: Veteran Iraq war correspondent Chris Albritton has begun writing a regular MediaWatch column for the recently-launched news website, IraqSlogger.com. Recent columns have examined the amount of U.S. reporting on Iraq compared to other topics, highlighted the work of an Iraqi editorial cartoonist, and discussed a recently-uncovered memorandum by U.S. Marines discussing how to spin the killing of civilians in Haditha.

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2007-06-22

Terrorgefahr jetzt zwischen abstrakt und konkret

--- Seit Jahren h�ren wir davon, dass Deutschland � wie fast der gesamte Rest der Welt � zum abstrakten Gef�hrdungsraum f�r islamistische Terroranschl�ge geh�rt, dass es konkrete Anschlagshinweise aber nicht gebe. Jetzt schl�gt das Bundesinnenministerium pl�tzlich Alarm und will irgendwie die Gefahrenstufe erh�hen. Wir sind jetzt also noch st�rker zwischen abstrakt und konkret als bisher: "Die �nderungen in der Einsch�tzung seien so signifikant, dass man nicht mehr von einer abstrakten Gef�hrdung sprechen k�nne. Konkrete Erkenntnisse �ber Anschl�ge in Deutschland gebe es aber nicht." Aha. Aber mehr zu den Hintergr�nden:
Jetzt hat sich diese Lageeinsch�tzung dramatisch ver�ndert. Eilig lud der Innenstaatssekret�r August Hanning Journalisten ein, um sie �ber die aktuellen Erkenntnisse zu unterrichten. "Wir sind alarmiert", verk�ndete er. Deutschland sei so gef�hrdet wie seit 2001 nicht mehr. Er f�hle sich an die Zeit vor dem 11. September erinnert. "Wir sind voll ins Zielspektrum des islamistischen Terrors ger�ckt." Hanning, ehemals Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND, gilt als einer der Top-Experten in Sachen Terror und als ruhiger Analyst, der nicht zu alarmistischen Warnungen neigt. ... Gerade deshalb ist die Wortwahl erstaunlich - und zeugt davon, wie nerv�s die Beh�rden sind. "Wir haben eine F�lle von Mosaiksteinen", sagt ein Top-Beamter. "Es passt pl�tzlich alles zusammen, das l�sst uns so besorgt sein." Was Hannings spontanes Briefing erreichen sollte, ist nicht ganz klar. Hochrangige Beamte sagen, man habe die �ffentlichkeit sensibilisieren wollen - ohne Panik zu sch�ren. ... In letzter Zeit, so erkl�ren Experten, verfolgten deutsche und internationale Dienste einen �hnlichen "Chatter" - so nennen die Fahnder die Erkenntnisse aus E-Mail- oder Telefongespr�chen - wie vor den Anschl�gen vor sechs Jahren. Was die Fahnder h�ren, l�sst Attentate in Deutschland zumindest wahrscheinlicher erscheinen. ... Einer der j�ngsten Bausteine ist ein aktuelles Video aus Afghanistan, das der US-Sender ABC vor drei Tagen ausstrahlte: Es zeigt Hunderte Mudschahidin, die von Taliban-Kommandeur Mansur Dadullah, dem Bruder des k�rzlich get�teten Top-Kommandeurs Mullah Dadullah, zu Selbstmordmissionen in den USA, Kanada, Gro�britannien und Deutschland verabschiedet werden. ... Eine andere Begebenheit lie� die Geheimdienstler aufhorchen: Am 10. Juni wurden an der iranischen Grenze nahe der Ortschaft Taftan drei M�nner aufgegriffen. Zwei sind Deutsche, einer Kirgise. Die pakistanischen Beh�rden nehmen an, dass die Festgenommenen aus Terrorlagern kamen - oder dorthin wollten. Auffallend war die Ausstattung: Im Gep�ck fanden sich Satelliten-Telefone und Funkger�te. ... Zun�chst will die Bundesregierung nach der ge�nderten Lageeinsch�tzung vor allem die Kooperation mit ausl�ndischen Stellen schnell und effizient verbessern. Ein Schl�ssel-Partner f�r diese Zusammenarbeit sind die USA, aber auch Pakistan. Von dort, so reichlich frustrierte Ermittler, komme aber stets wenig oder nur gefiltert.
Update: Just Sonst-Scharfmacher Beckstein h�lt die Terrorwarnungen nun "aus bayerischer Sicht eher etwas �berzogen", w�hrend Sch�uble von der "Lebensnotwendigkeit" der Kommunikations�berwachung nebst heimlichen Online-Durchsuchungen spricht.

Und sonst: Die Schweiz geht gegen islamistische Internet-Propaganda vor: Swiss trial convicts two Muslims accused of supporting terror on Internet. A Swiss court on Thursday convicted two Muslims for supporting a criminal organization by running Web sites that posted statements from al-Qaida-linked groups and showed executions. The main defendant, Moez Garsallaoui, a Tunisian, was sentenced to six months in prison and given an additional 18 months suspended.

Das Pentagon heuert PR-Unterst�tzung beim Fernsehen an: Pentagon hires ABC reporter to improve PR. The Pentagon will announce this week that Geoff Morrell, previously a White House correspondent for ABC News, has been hired as the Defense Department�s on-camera briefer, a senior administration official told The Politico. Morrell, 38, will become a familiar face of the administration on television and the Web. The official said that a working journalist was chosen by Defense Secretary Robert M. Gates in an effort to improve press relations at a time when the administration is under pressure to show progress in Iraq.

Hillarys Wahlkampf 2.0: Einen Monat hat der Wettbewerb im Netz gedauert. Und die Vorschl�ge waren nicht alle sehr nett, die Hillary Clinton erhalten hat. In einem Video auf der Web-Site ihrer Wahlkampagne hatte sie Amerikas Internet-Gemeinde aufgerufen, Vorschl�ge f�r einen Titelsong f�r ihre Pr�sidentschaftswahlkampagne zu machen und dar�ber abzustimmen. Immerhin 25 000 Vorschl�ge kamen. Darunter gemeine Titel-Empfehlungen wie "Cold as ice". Blogger nannten das ganze "l�cherlich". Einer schrieb: "Wollt ihr mich verarschen?" - was Clintons Kampagne sofort ver�ffentlichte. Das alles soll nat�rlich nur eines zeigen: Dass Hillary gar nicht so ein Eisblock ist, wie viele behaupten.

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2007-05-22

Die Geburt des islamistischen Terrors aus dem Geist der CIA

--- Die S�ddeutsche bringt eine interessante Rezension �ber das Buch Guter Moslem, b�ser Moslem. Amerika und die Wurzeln des Terrors:
Wie konnte der moderne Terrorismus entstehen? Durch praktische Hilfe der Geheimdienste. ... Mahmood Mamdani durchdenkt die Frage nach den Wurzeln des Terrors vom 11. September 2001 vom S�den dieser Welt her, und die Orientierung daf�r gibt ihm vor allem Afrika. Das ist ungew�hnlich, und sollte es doch eigentlich nicht sein, denn schlie�lich waren die afrikanischen St�dte Daressalam und Nairobi schon im Jahr 1998 von Al-Qaida-Anschl�gen betroffen. ... Wer den Terrorismus der Gegenwart verstehen wolle, m�ge sich statt der Kultur der politischen Konstellation zuwenden, in der er entstanden ist, fordert Mamdani. Und die sei in der Sp�tphase des Kalten Krieges finden: In den 80er Jahren spielten sich die milit�rischen Auseinandersetzungen zwischen Ost und West in der Form von Stellvertreterkriegen im S�den dieser Welt ab. Die CIA unterst�tzte im Auftrag von Pr�sident Reagan terroristische Gruppen in Mocambique und in Zentralamerika. In Afghanistan f�rderten die CIA und der pakistanischer Geheimdienst ISI gerade die radikalsten Milizen, um nach dem Einmarsch der Sowjetunion eine m�glichst wirksame milit�rische Front aufzubauen. Die Geheimdienste entwickelten eine Art Blaupause f�r die Neuerfindung des Dschihad, der historisch keineswegs gleichbedeutend mit dem institutionalisierten "Heiligen Krieg gegen Ungl�ubige" war. Sp�ter hat sich dieser im Reaganschen Reagenzglas zusammengesetzte Dschihadismus - entgegen den urspr�nglichen Absichten - international ausgebreitet. Zun�chst bis nach �gypten und Algerien, und sp�ter weltweit unter dem Namen "Al Qaida". Im Windschatten der "Straflosigkeit" in der Sp�tzeit des Kalten Krieges sei auch die Gewalt in Ruanda, Sierra Leone und Liberia leichter m�glich geworden, so Mamdani. Ein weiteres Beispiel f�r diese Straflosigkeit sieht er im "Einsatz �berproportionaler Machtmittel" durch die israelische Armee in den pal�stinensischen Gebieten - erm�glicht durch die Allianz der israelischen mit der US-Regierung, und nicht durch obskure Verschw�rungen. ... Letztlich verteidigt Mamdani die US-amerikanische Demokratie gegen ihre Aush�hlung von innen durch die Tr�ger einer imperialen Politik - sei es durch die Stellvertreterkriege der �ra Reagan oder durch die offene Aggression in der �ra von George W. Bush. Seine Schlussfolgerung lautet: "Amerika kann nicht die Welt besetzen. Es muss lernen, in der Welt zu leben."

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2007-05-01

US-Milit�r startet Propaganda-Kanal auf YouTube

--- Das US-Milit�r will seine Arbeit im Irak mit Hilfe eines eigenen Videokanals auf YouTube ins rchte Licht r�cken, schreibt die Los Angeles Times:
In one video, a U.S. soldier blasts insurgent gunmen with a heavy sniper rifle as the room fills with smoke. In another, members of an Iraqi family throw their arms around soldiers, weeping and rejoicing, after learning that their kidnapped relative has been freed. The U.S. military has opened a new front in the Iraq war: cyberspace. Moving into a realm long dominated by Islamic militants, the military has launched its own YouTube channel offering what it calls a boots-on-the-ground perspective of the conflict. The move recognizes that the Internet is becoming a key battleground for public opinion at a time when domestic support for the war is dwindling. Islamic militants use the Internet to promote themselves and recruit followers with videos of tearful hostages, exploding military vehicles and U.S. soldiers cut down by sniper fire. No longer confined to a few obscure websites, the footage is turning up on popular video-sharing sites such as YouTube. Now the U.S. military is offering up its side of the war. Available for download are blistering firefights across rooftops, nighttime raids filmed through the green glow of night-vision devices and a "precision strike" that wiped out an insurgent antiaircraft gun in a huge ball of fire. "This effort was not designed to combat what ends up on extremist websites," said Lt. Col. Christopher Garver, a spokesman for the U.S. military in Iraq. "But we understand that it is a battle space in which we have not been active, and this is a media we can use to get our story told." Military commanders have long complained about the "negative" slant of Iraq reporting, with its focus on the violence that has claimed tens of thousands of lives since U.S.-led forces invaded in March 2003. ...The YouTube channel is a way to get other stories told by linking directly to a generation that gets its news from multiple sources, Garver said. Even on a quiet day, footage of soldiers handing out soccer balls to Iraqi children is unlikely to feature on most newscasts. But, Garver said, "the soccer ball story is part of what is happening in Iraq � and that needs to be recorded somewhere." Some YouTube viewers didn't seem to realize how common a sight it is here. ... The military says its channel provides an "unfiltered perspective" on the war, but any footage posted is carefully vetted to ensure it does not compromise the security of its troops and operations, violate laws or include excessively gory, disturbing or offensive material. Swearing is out, as is material that mocks U.S. and Iraqi troops and civilians.
Update: Mehr zum Thema und zu sch�rferen Richtlinien zur Medienkontrolle durch das Pentagon inzwischen bei Telepolis.

Und sonst: Terroristenf�hrer get�tet? Weniger als ein Jahr nach seiner Ausrufung als Chef von Al-Kaida im Irak ist der Extremistenf�hrer Abu Ajjub al-Masri nach offiziellen Angaben tot. Masri sei am Dienstag bei einem Gefecht mit anderen Aufst�ndischen n�rdlich von Bagdad get�tet worden, teilte das irakische Innenministerium mit. Al-Qaida hat die Meldung dementiert. Zum ersten Mal gibt es solche Todesmeldungen jedenfalls nicht.

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2007-04-29

Sympathie f�r al-Qaida anscheinend nicht strafbar

--- Sympathiebezeugungen f�r al-Quaida und Dschihad fallen hierzulande anscheinend unter die freie Meinungs�u�erung:
Das Werben f�r den �heiligen Krieg� im Internet ist nach Auffassung des Bundesgerichtshofs (BGH) offenbar nicht strafbar. Wie das Nachrichtenmagazin �Der Spiegel� berichtet, stellt der BGH in einem Schreiben an die Generalbundesanwaltschaft fest, dass die Dschihad-Aufrufe des in Deutschland verhafteten mutma�lichen Al-Qaida-Unterst�tzers Ibrahim R. nicht als Unterst�tzung einer terroristischen Vereinigung zu werten seien. Nach der Neufassung des Paragrafen 129a des Strafgesetzbuches im Jahr 2002 sei ein �Werben, das nicht auf personellen Zuwachs� f�r eine Organisation, sondern als allgemeine �Sympathiewerbung� gedacht ist, nicht mehr vom diesem Tatbestand erfasst. ... Der seit 1996 in Deutschland lebende Iraker war im Oktober im nieders�chsischen Georgsmarienh�tte verhaftet worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, durch das weltweite Verbreiten von Audio- und Videobotschaften unter anderem von Terroristenf�hrer Osama Bin Laden und dessen Stellvertreter Ayman Al Zawahiri �ber das Internet in mehreren Dutzend F�llen eine terroristische Vereinigung im Ausland unterst�tzt zu haben. "Nach bisheriger Erkenntnis wird in den dem Beschuldigten zugerechneten Texten nur allgemein zum Dschihad� aufgerufen, zitiert das Magazin aus dem Schreiben des BGH. Eine Werbung f�r eine Organisation sei �nicht unmittelbar zu erkennen�.
Einerseits gut, dass hierzulande ein Gericht auch mal an die Meinungsfreiheit denkt. Andererseits d�rften islamistische Propagandaseiten wie die GIMF hierzulande damit anscheinend erst mal auf sicherem Boden stehen.

Und sonst: Wenn Roboter schie�en: Einsatzregeln f�r Kampfroboter. Noch werden die Waffen von unbemannten Systemen aus der Ferne von Menschen bedient, aber man �berlegt bereits, unter welchen Bedingungen sie auch autonom feuern sollten.

Bezahlte Nachrichten greifen in den USA um sich: Interessengebundene TV-Beitr�ge im Lokalfernsehen?

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2007-04-15

Der Aufstieg der Killer-Drohnen

--- Die New York Times beleuchtet den Erfolgszug der unbemannten Flugobjekte alias Drohnen:
For years, such planes � known as U.A.V.�s, for unmanned aerial vehicles � were pariahs within the military industry, scorned by commanders who saw them as threats to the status quo. But during the last several years, U.A.V.�s have amassed unusual political firepower. �For a long time, the only thing most generals could agree on was that they didn�t want any unmanned vehicles,� says Senator John W. Warner, the Virginia Republican who is a member of the Senate Armed Services Committee. �Now everyone wants as many as they can get.� ... This transformation is, in many ways, a reflection of how the military�s priorities and goals have changed over the last decade. It is also a testament to how much clout General Atomics has amassed in a short period of time. ... the Predator and General Atomics reflect the military�s transformation from conflicts built around manned armor to strategies organized around surveillance. U.A.V.�s embody the potential for quick, relatively effortless wars fought by drones controlled from great distances, and thus have become lightning rods for battles over the military�s direction. ... The Predator itself has offered critics some ammunition. One analyst estimates that 20 percent of all Predators sold to the United States military have crashed, because of errors by pilots controlling them from the ground. ... After taking office in 2001, President George W. Bush gave his defense secretary, Donald H. Rumsfeld, a mandate to remake the military into a more technologically advanced organization, and U.A.V.�s became a top priority, say former department officials. The Sept. 11 attacks and the wars in Iraq and Afghanistan heightened the push. ... �Predators became emblematic of what Rumsfeld wanted,� said Loren B. Thompson, a military analyst at the Lexington Institute. �Suddenly, everyone was saying they were ordering Predators, whether they actually wanted them or not.� ... In 2005, the Air Force announced that it was ordering enough Predators to equip 15 squadrons over five years, at a price of $5.7 billion. The Department of Homeland Security has bought two Predators for border control, and Italy and Turkey have also bought planes. A research firm, the Teal Group, predicts that the handful of U.A.V. manufacturers will collect about $55 billion worldwide over the next 10 years. General Atomics is expected to dominate a large portion of that market, said Philip Finnegan, an analyst at Teal. When Mr. Rumsfeld stepped down last year, one of the mandates that had bolstered the Predator for so long also disappeared. ... That presents a challenge for General Atomics, which is also confronting a flurry of competition. The major military contractors, including Northrop Grumman, Boeing and Lockheed Martin, have all jumped into the U.A.V. game. With billions of dollars at their disposal and deep military relationships, those companies can outspend smaller rivals. �This is an exploding marketplace, and we intend to claim a larger market share as it grows bigger and bigger,� said Gemma Loochkartt, a spokeswoman for Northrop Grumman. �Being a leader in this sector is important to maintaining leadership within the defense industry.� So General Atomics is aggressively building on its existing clout. Unlike many other military contractors, which wait for a guaranteed contract to build new products, General Atomics has set aside what some analysts estimate at $50 million to build the next generation of Predators. �We can move faster because we�re smaller, and we make sure people know that,� says Mr. Blue, who, at 72, still actively guides the company�s strategic direction. General Atomics has upgraded its manufacturing with a diverse range of automated and laser-guided tools that allow it to quickly change design specifications and produce custom-built planes, a flexibility that analysts say is almost unrivaled within the military industry.
Und sonst: re:publica was in town und diskutierte u.a. �ber einen Blogger-Kodex bzw. eine spezielle Ethik f�r die Betreiber von Web-Journalen und die zunehmende Kommerzialisierung von Weblogs. Fotos vom Konzert am zweiten Abend der Konferenz mit den Ohrbooten + Jammin* Inc gibts nat�rlich auch.

Richtungsstreit unter Islamisten: W�hrend die Terroranschl�ge im Irak symbolisch immer wichtigere Ziele wie eine Tigris-Br�cke oder das Parlament innerhalb der angeblich "gr�nen Zone" treffen, ist die militantische Szene vor Ort gespalten: Wenn Terroristen Terroristen bek�mpfen. Sie sind zwar kaum weniger blutr�nstig - aber mit al-Qaida m�gen sie nichts mehr zu tun haben. Neun militante irakische Gruppen wollen die dortige Filiale des Terrornetzwerks isolieren. Denn al-Qaida t�te zu viele Muslime. Und habe Interessen au�erhalb Iraks.

Neuer Bundeswehr-Skandal durch "Motherfucker"-Video - seltsame Ausbilder hats da: Ein brisantes Video kursiert im Internet: Ein Ausbilder der Bundeswehr fordert darin einen Soldaten auf, bei einer Schie��bung an "Afroamerikaner" zu denken und "Motherfucker" zu br�llen.

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2007-04-11

Die schleichende Irakisierung Afghanistans

--- Sieht nicht gut aus am Hindukusch - Propaganda gibts ausreichend von beiden Seiten:
Kurz nachdem deutsche Tornados zu ihren Eins�tzen �ber Afghanistan gestartet sind, ersch�ttert eine neue Welle von Terroranschl�gen das Land am Hindukusch. Immer �fter sprechen Experten von der Irakisierung. ... Die Zahl der "sicherheitsrelevanten Vorf�lle" hat sich im Vergleich zum ersten Vierteljahr 2006 fast verdoppelt. Seit Januar wurden mehr als 130 Polizisten und Regierungssoldaten get�tet, die meisten davon im S�den, in Kandahar und Helmand. Das westliche B�ndnis hat bisher vor allem milit�risch reagiert: mit Offensiven, mit mehr Soldaten - erst am Dienstag k�ndigte Australien an, seine Truppen auf mehr als 1000 Mann zu verdoppeln. Dennoch mehren sich die Stimmen, die Afghanistan "auf der Kippe" sehen. Von der"schleichenden Irakisierung" Afghanistans spricht der Essener Terrorexperte Rolf Tophoven. Dabei verzeichnet die westliche Schutztruppe durchaus Erfolge: F�r den Fr�hling etwa haben die radikalislamischen Taliban eine Gro�offensive gegen die afghanische Regierung und die Truppen der Isaf angek�ndigt. "Der Angriff steht unmittelbar bevor", drohte Mullah Dadullah, ihr milit�rischer F�hrer in der Region, lautstark bereits vor Wochen: "Die Zahl der K�mpfer, die bereitstehen, hat 6000 erreicht. Und sie wird auf 10.000 steigen." ... Von einer derartigen Streitmacht k�nne kaum die Rede sein, h�lt Lieutenant Colonel Robert Walker dagegen, der das 2. Bataillon des Royal Canadian Regiment kommandiert, eine in Kandahar stationierte Kampfeinheit mit 1150 Mann: "Abgesehen von ein paar Selbstmordattentaten und improvisierten Sprengfallen war bislang nicht viel von einer Offensive zu bemerken." Die Schutztruppe, die das Land f�r die schwache Zentralregierung in Kabul stabilisieren soll, scheint den Taliban mit ihrer eigenen Fr�hjahrsoffensive zuvorgekommen zu sein: der "Operation Achilles". Anfang M�rz r�ckten amerikanische, britische, kanadische und niederl�ndische Isaf-Einheiten im Norden von Helmand ein. Dort hatten sich die radikalislamischen Gotteskrieger im vergangenen Jahr breitgemacht, die Kontrolle �ber D�rfer und ganze Landstriche �bernommen und ihre m�chtigste Waffe in Stellung gebracht: "Papaver somniferum", besser bekannt als Schlafmohn, Rohstoff f�r Opium. Glaubt man der Isaf, dann ist die Operation Achilles, an der rund 5000 Soldaten beteiligt sind, ein durchschlagender Erfolg. Der Kajaki-Staudamm im Norden Helmands, in dem 40 Prozent der afghanischen Wasservorr�te gespeichert sind, sei freigek�mpft worden, berichtet der Luftwaffen-Staffelkapit�n Dave Marsh. Ende vergangener Woche wurden Hunderte weitere Soldaten in die Provinz verlegt. Damit soll der Druck auf die Taliban weiter erh�ht werden. ... "Es besteht kein Zweifel, dass die Taliban und ihre Sympathisanten zurzeit versuchen, aus dem Irak bekannte Taktiken zu �bernehmen", sagt ein westeurop�ischer Sicherheitsexperte: "Sie verf�gen aber noch nicht �ber das gleiche K�nnen wie die dortigen Aufst�ndischen." Nachrichtendienste wollen herausgefunden haben, dass in Afghanistan das Verh�ltnis zwischen den heimischen Gotteskriegern und den Kadern des Terrornetzwerks al-Kaida alles andere als ungetr�bt ist. Letztere sollen - etwa bei der Z�ndung von Bomben - �ber hochmodernes Know-how verf�gen, dies aber nur ungern an die als r�ckst�ndig geltenden Taliban weitergeben. "Die Taliban haben keinen R�ckhalt in der Bev�lkerung", sind sich Isaf-Offizier Walker und Polizeigeneral Alizei einig. Bei dieser Einsch�tzung d�rfte allerdings einiges an Zweckoptimismus mitschwingen.
Passend zum Thema: Anti-Terror-Krieg steigert Terror-Gefahr. Eine neue britische Studie der Oxford Research Group beweist, dass mit dem "Krieg gegen den Terror" und der Irak-Invasion die Unterst�tzung f�r Islamisten gewachsen ist. Endringlich warnen die Experten vor einem Iran-Feldzug.

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2007-04-05

Terroristen all over bei Spiegel Online und anderswo

--- Spiegel Online berichtet mal wieder ausgiebig �ber aktuelle Terrorbestrebungen und -netze in Nah und Fern. Zum einen geht es um Bin Ladens Eurofighter, also die ausgemachte Unterwanderung der EU durch al-Qaida:
Die Forscher umschrieben ihre Aufgabenstellung ambitioniert: "Wir m�ssen wissen, wer die Dschihadisten sind, woher sie stammen und wie sie aussehen." Ganz konnten die Niederl�nder Edwin Bakker und Teije Hidde Donker diesen Anspruch nicht einl�sen. Aber ihre Studie "Dschihadistische Terroristen in Europa" liefert dennoch zuhauf spannende Ergebnisse. 242 Personen haben sie sich vorgenommen, die von 2001 bis 2006 in 28 Netzwerken organisiert waren, 31 Anschl�ge geplant und zum Teil auch durchgef�hrt haben oder haben sollen. (Einige gelten bisher als mutma�liche Terroristen, weil die Verfahren noch nicht abgeschlossen sind.) Die Liste umfasst wenig bekannte Plots wie den Versuch, 2004 das oberste spanische Gericht anzugreifen, aber auch prominente Terrorattacken: zum Beispiel die Ermordung Theo van Goghs 2004 oder die Bomben in der Londoner U-Bahn 2005. Eines der wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung: Es gibt keinen Standard-Dschihadisten. Die insgesamt 28 identifizierten Netzwerke unterscheiden sich den Forschern zufolge untereinander erheblich. Manchmal hatten die Beh�rden es mit Einzelt�tern zu tun, im Falle der Bomben gegen Madrider Vorortz�ge 2004 dagegen mit mehr als 30 Personen. Auch was das Alter der Attent�ter angeht, klaffen die Daten auseinander: Der j�ngste war 16, der �lteste 59 - da ist es wenig aussagekr�ftig, dass der Durchschnitt bei 27,3 Jahren liegt. Im Inneren sind die Zellen allerdings �berraschend homogen: Pakistaner finden meistens zu Pakistanern, Marokkaner zu Marokkanern und - im Falle der Kofferbomber in Deutschland - Libanesen zu Libanesen. Die meisten Dschihadisten sind M�nner. Nur f�nf Frauen tauchen in der Auswertung auf. Auch die Ziele und Methoden unterscheiden sich nicht allzusehr. Mit Abstand am h�ufigsten wurden Verkehrssysteme ins Visier genommen, in vielen F�llen sollte Sprengstoff zum Einsatz kommen. Die Zielauswahl war durchgehend perfide: Die Pl�ne richteten sich ausschlie�lich gegen zivile Einrichtungen oder Zivilisten. Unter den 242 Dschihadisten waren 11 Selbstmordattent�ter - die die verheerendsten Anschl�ge begingen. ... Die Euro-Terroristen rekrutieren sich selbst. Das Internet spielt dabei eine besondere Rolle. Denn viele der untersuchten Dschihadisten versorgten sich �ber das Netz mit Propaganda von al-Qaida & Co. - und zwar verst�rkt innerhalb weniger Monate vor der Tat. Das erh�rtet, was Sicherheitsbeh�rden l�ngst f�rchten: Die Radikalisierungsphase f�llt immer k�rzer aus.
Auf der Basis vo US-Medienberichten gibt es zudem Einblicke in die afghanische Unterwelt unter dem nicht weniger aufmerksamkeitsstarken Aufh�nger Al-Qaida reloaded: Die Nachrichten sind alarmierend: US-amerikanische und franz�sische Geheimdienste sind �berzeugt, dass das Terrornetzwerk al-Qaida sich reorganisiert. Sogar neue Ausbildungscamps soll es geben: In Afghanistan, aber vor allem in den schwer zug�nglichen Stammesgebieten Nord-Pakistans. Eine neue Generation von Kadern sei nachgewachsen, hei�t es - und einige werden verd�chtigt, Anschl�ge im Westen zu planen. ... die Versuche, sich neu zu organisieren, sind un�bersehbar. Die neuen Camps sind ein Indiz. Zwischen 10 und 300 Dschihadisten fassen sie, berichtet "Time". "Wir wissen, dass es sie gibt, aber es ist wie eine Nadel im Heuhafen zu suchen", zitiert das Magazin einen US-Milit�r in Afghanistan. Das Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan, erkl�rte j�ngst Generalleutnant Michael D. Maples vom US-Milit�rgeheimdienst DIA, sei "ein Zufluchtsort f�r al-Qaida". ... Die CIA und Vizepr�sident Dick Cheney haben ihre Sorge der pakistanischen Regierung von Pr�sident Pervez Musharraf bereits deutlich zur Kenntnis gebracht. Sie brachten markierte Karten mit. Auf den ersten Blick ist auf den schwarz-wei�en Bildern nicht viel zu sehen. Doch es sind kleine Geh�ft-�hnliche Strukturen, um die es ging: Meist nicht mehr als zwei bis drei H�user, umgeben von hohen Mauern. Hier vermuten die US-Geheimdienstler die neuen Lager der Qaida. Die sogenannten "Tribal Areas", in denen sie liegen, entziehen sich Islamabads Kontrolle von jeher. Stammesf�rsten agieren hier nach Gutd�nken und bieten al-Qaida und den Taliban Unterschlupf. Innerhalb des US-Milit�rs wird bereits �ber Luftschl�ge auf pakistanischem Gebiet ohne Deckung durch Musharraf diskutiert, noch aber haben jene die Oberhand, die den Milit�rmachthaber nicht weiter unterminieren wollen. Eine ganze Reihe von Qaida-Kadern sind in die erste Reihe aufger�ckt, warnen Geheimdienste. Und Aiman al-Sawahiri, der Stellvertreter Bin Ladens, k�nnte mehr F�den in der Hand halten als bisher vermutet. Nach Erkenntnissen von CIA-Agenten in Pakistan kann der �gypter innerhalb von 24 Stunden auf Anfragen anderer K�mpfer antworten. "Die Zeit der rigorosen Vorsicht scheint vorbei, M�nner wie al-Sawahiri werden selbstsicherer", sagte ein westlicher Geheimdienstler k�rzlich in Islamabad. In einem Fall fingen die Dienste sogar Anweisungen ab, wie mit einem Gefangenen umzugehen sei. "Die Befehlskette ist wieder geschlossen", zitiert die "New York Times" einen US-Beamten. ... Im vergangenen Sommer planten Islamisten, von London aus mehrere Passagierflugzeuge zu sprengen. Der Plan konnte vereitelt werden - doch die Spuren f�hrten erstmals seit langer Zeit wieder bis zu einem bekannten Qaida-Kader. Der �gypter Abu Ubaida al-Masri, so die "NYT", wird als Drahtzieher betrachtet. Er gilt als m�glicher Nachfolger von Hamsa Rabia, dem 2005 get�teten Operationschef al-Qaidas, der wiederum bereits der vierte Nachfolger des legend�ren Chalid Scheich Mohammed war.

Bei LiveLeak gibt es derweil das neue Drohungsvideo der irakischen Entf�hrer der beiden Deutschen. Mehr dazu in Telepolis: P�nktlich zum Abflug der deutschen Tornados nach Afghanistan, die nach wiederholter und deswegen nicht glaubhafterer Beteuerung von Verteidigungsminister Jung nur der Aufkl�rung dienen, aber nicht an Kampfeins�tzen beteiligtt sein wollen, haben die Entf�hrer der beiden deutschen Geiseln im Irak wieder ein Video ver�ffentlicht. ... Nun scheinen die GIMF, eine Gruppe, die man in Deutschland und/oder �sterreich vermutet und die vornehmlich deutsche bzw. englische �bersetzungen von Videos islamistischer Terroristen herstellt und im Netz verbreitet, und die "Pfeile der Rechtschaffenheit" direkt zu kooperieren. "Der zweite Aufruf an die deutsche Regierung" wurde jedenfalls von der "Abteilung f�r Fremdsprachen" der GIMF, wie es gro�sprecherisch hei�t, �bersetzt. Die GIMF, m�glicherweise nur ein Ein- oder Zwei-Mann-Betrieb, will sich im deutschsprachigen Raum damit weiter profilieren ... In dem Video fleht wiederum Hannelore K. die Menschen in Deutschland auf deutsch an, ihnen zu helfen. Sie h�tten nur noch kurze Zeit zu leben. "Bitte, macht was, helft uns", sagt sie wiederholt unter Weinen und schl�gt vor, beispielsweise sich an Zeitungen zu wenden oder Protestm�rsche zu organisieren. In der offenbar von den Entf�hrern instruierten Ansprache der Entf�hrten hei�t es etwa, dass Deutschland und �sterreich so lange sicher waren, bis sie sich mit den Amerikanern in eine "teuflische Koalition" eingereiht h�tten. Die Kamera ist, w�hrend die Hannelore K. spricht, meist auf ihren Sohn gerichtet, der versucht, in diesem dem�tigenden und grausamen Schauspiel Haltung zu bewahren.

Update: Passend zum Thema auch: Not for your average jihadi. Al-Fajr Information Center, a jihadist organization, recently published the February issue of Technical Mujahid, a magazine released once every two months that is available online. ... According to the editor-in-chief of Technical Mujahid, Abu al-Mothanna al-Najdi, the objectives of the magazine are to eradicate the phobia and anxiety suffered by those who refrain from participating in jihad because they erroneously believe that intelligence services are monitoring their every move. Additionally, the publication aims to spread a sense of security, vigilance and self-confidence, in a scientific way, among members of jihadist forums by educating them in jihadist propaganda and enhancing their knowledge of field operations.

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2007-03-20

Mehr Ehrlichkeit in der Terror-Debatte gefordert

--- Thomas Steinmann redet Tacheless in einem Kommentar f�r die FTD �ber das Terrorgehabe der Bundesregierung und der Sicherheitsbeh�rden:
In Gro�britannien haben sie immer gewusst, dass es passieren w�rde. Und sie haben es den B�rgern immer offen und ehrlich gesagt: "Es ist v�llig unvermeidlich, dass Terroristen einen Anschlag versuchen werden", betonten die Chefs von Scotland Yard bei jeder Gelegenheit. Wenn Islamisten bereit seien, ihr Leben zu opfern, sei es ein "reines Wunder, wenn einige nicht irgendwann Erfolg h�tten", sagte Londons B�rgermeister Ken Livingstone. ... Entsprechend unaufgeregt gingen die Briten mit dem Ernstfall um. ... Es ist bedauerlich, dass [hierzulande] keiner diese Wahrheit ausspricht. Die Verantwortlichen fl�chten sich lieber in hohle Phrasen, die die Bev�lkerung beruhigen sollen - die wegen ihrer Unsch�rfe aber genau das Gegenteil bewirken. Da ist die Rede von einer "abstrakten Gef�hrdung" oder davon, dass Deutschland "Teil eines weltweiten Gefahrenraums" sei. Was aber ist der Wert dieser Aussage, wenn der Gefahrenraum ohnehin weltweit ist? ... Hat der B�rger aber das Gef�hl, dass ihm das wahre Ausma� der Bedrohung vorenthalten wird, verliert er das Vertrauen in diejenigen, die ihn sch�tzen sollen. So wird die Hysterie gez�chtet, die sich am Tag X Bahn bricht. Doch die Bev�lkerung kann viel besser mit dem Wissen um den Ernst der Lage umgehen, als es ihr Politiker zutrauen. ... Ehrliche Innenminister m�ssten deshalb sagen: Wir tun alles f�r die Sicherheit. Gleichwohl wissen wir, dass wir auf Dauer nicht jeden Anschlag verhindern k�nnen. Weil es im Kampf gegen den Terror um die Verteidigung unserer Werte geht, sind wir aber bereit, diesen hohen Preis zu zahlen. Alles andere w�re eine Kapitulation vor den Terroristen.

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2007-03-14

K�hler reagiert mit eigenen Video-Appell auf Entf�hrer

--- Hm, nimmt man die Entf�hrer und ihre Propaganda damit nicht schon zu ernst? Horst K�hler schl�gt mit einem Video zur�ck, wenn auch mit etwas weniger Dramatik:
Der Bundespr�sident hat in einer Videobotschaft an die Geiselnehmer der beiden im Irak verschleppten Deutschen deren Freilassung verlangt. Kein politisches Ziel rechtfertige die Entf�hrung. Auch an die religi�sen Gef�hle der Kidnapper appelliert K�hler.K�hler appellierte w�hrend seiner Lateinamerikareise an die Entf�hrer, die Geiseln ihren Familien zur�ckzugeben. Die Videobotschaft, die zeitgleich im arabischen Raum und in Deutschland im Fernsehen verbreitet werden soll, hat nach Angaben des ARD-Hauptstadtstudios vom Mittwoch folgenden Wortlaut: �Am 6. Februar wurden in Bagdad die beiden Deutschen, Frau Hannelore Krause und ihr Sohn Sinan, entf�hrt. Seitdem befinden sie sich in der Hand unbekannter T�ter, und seitdem bem�ht sich die Bundesregierung um ihre Freilassung. Am letzten Samstag drohten die Entf�hrer mit der Ermordung der Geiseln, wenn sich die Bundeswehr nicht aus Afghanistan zur�ckzieht. Es gibt kein politisches Ziel, das die Entf�hrung oder die T�tung unschuldiger Menschen rechtfertigt. Keine Religion erlaubt ein solches Verhalten. Ich wende mich jetzt direkt an Sie, die Entf�hrer: Ich appelliere an Sie, Frau Krause und Ihren Sohn umgehend freizulassen. In Irak ist schon zuviel unschuldiges Blut vergossen worden. Halten Sie ein! Geben Sie die Geiseln ihren Familien zur�ck.� ... Am vergangenen Samstag hatten sich die Entf�hrer der 61-j�hrigen Frau und ihres Sohnes erstmals �ffentlich gemeldet und mit der T�tung der Geiseln gedroht, sollte die Bundeswehr ihren Afghanistan-Einsatz nicht beenden. �hnliche Drohungen enthielt eine zweite, kurz danach verbreitete Botschaft in einem Internetforum namens �Stimme des Kalifats Kanal�.

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2007-03-13

R�tselraten um Bedeutung der "Stimme des Kalifats"

--- Nach den Terrordrohungen vom Wochenende, wird an vielen Orten �ber die Bedeutung der bereits im Vorfeld in Erscheinung getretenen "Stimme des Kalifats" spekuliert:
Es war im Sommer 2005, da begann die "Globale Islamische Medienfront" (GIMF) ehrenamtliche Mitarbeiter zu suchen: "Ihr, die ihr die Mudschahidin unterst�tzen wollt! Die 'Front' ruft Euch!", hie� es in dem Aufruf der GIMF-F�hrung, den sie auf einer einschl�gigen und f�r solche Zwecke geeigneten Dschihad-Website streute. "Wer die Nachrichten der Mudschahidin und ihre Erkl�rungen verbreiten will, den rufen wir!" Gut m�glich, dass es dieser Appell war, aus dem heraus sich die deutschsprachige Filiale der GIMF entwickelte. ... Ein halbes Jahr lang hatte es den Anschein, es ginge den Machern dieser "deutschen GIMF" alleine darum, die Ideologie von al-Qaida & Co. zu verbreiten. Seit neuestem und aus gegebenem Anlass keimen bei deutschen Sicherheitsexperten aber mittlerweile Zweifel, ob man es wirklich nur mit Propaganda-Schleudern zu tun hat. ... Vom reinen Lautsprecher von al-Qaida & Co. hin zum eigenst�ndigen Akteur: Hat die GIMF einen Entwicklungssprung gemacht? Ob hinter der Drohung ernsthafte Terrorpl�ne stecken, ist v�llig unklar. ... Dass das Video in Deutschland, �sterreich oder der Schweiz produziert wurde - darauf weist aus Sicht der Sicherheitsexperten vor allem eines hin: die fast einwandfreie deutsche �bersetzung der arabischen Rede, die ein Vermummter in einer Art Fernsehstudio h�lt. Sie enth�lt in Teilen sogar die neue deutsche Rechtschreibung, allerdings auch einige Rechtschreibfehler. Die Nachrichtenagentur ddp berichtet dar�ber hinaus unter Berufung auf Sicherheitskreise, es gebe Vermutungen, dass der Inhalt der Botschaft auf die Webseite eines Servers in der Bundesrepublik aufgespielt wurde. Der Text habe nur von Deutschen oder von in Deutschland lebenden Muslimen der zweiten oder dritten Generation mit einwandfreien Grammatikkenntnissen stammen k�nnen - so gibt ddp die Einsch�tzung eines Experten wieder. Dritter Hinweis ist der Fokus der Botschaft auf Deutschland und �sterreich. Beides sind L�nder, die die arabischsprachige Dschihadistenszene eher selten umtreiben. Besonders die Kritik an �sterreichs Einsatz in Afghanistan scheint bem�ht. Schlie�lich ist das Land dort mit blo� vier Stabsoffizieren vertreten. Besonders hart sind diese Indizien aber nicht. Denn einer der Trends in der Propagandaarbeit von al-Qaida und verwandten Organisationen ist es seit Monaten, dass immer mehr Material in qualitativ guten �bersetzungen verbreitet wird. ... Das Video wurde am Wochenende auf mindestens zwei Websites ver�ffentlicht: Einer arabischsprachigen Pro-Dschihad-Seite, die fast alle islamistischen Terrororganisationen seit mehr als einem Jahr stetig nutzen, um ihre Communiques zu publizieren - und auf der Website der deutschen GIMF. Allerdings bekennt sich die deutsche GIMF an keiner Stelle dazu, das Band selbst gedreht zu haben. Als Absender der Warnungen und Produzent des Videos wird die "Stimme des Kalifats" angegeben. Die "Stimme des Kalifats" trat erstmals 2005 in Erscheinung: Es war der Name, den die arabische GIMF ihrer Online-Fernsehsendung gab. ... Ende 2006 wurde eine Erkl�rung auf den einschl�gigen arabischen Dschihad-Foren verbreitet, dass der Sender "Stimme des Kalifats" und die GIMF sowie ein weiterer Propagandakanal namens "al-Firdaws" nunmehr verschmolzen worden seien. Schon im August 2005 hatte die arabische GIMF-F�hrung au�erdem festgestellt, sie geh�re nicht zu al-Qaida: "Die GIMF ist eine islamische Medienbasis im Internet. Sie ist die Botschafterin der Mudschahidin gegen�ber den Muslimen und jenen Nichtmuslimen, die dem Islam nicht feindlich gegen�berstehen", hie� es in dem Text. Die GIMF geh�rt niemandem. Sie geh�rt zu keiner Organisation oder bestimmten Gruppe."
In Folge einer dpa-Meldung nutzen auch andere Medien wie N24 derweil den Aufh�nger "Blogger als Terroristen", weil die GIMF-Seite auf Blogger-Software basiert und eine Art "Terror-Podcast" vertreibt: Islamisten nutzen virtuos nicht nur neueste Verschl�sselungstechnologien. Sie treten auch als Blogger auf. Das Video der "Stimme des Kalifats", in dem Anschl�ge in Deutschland und �sterreich angedroht werden, wurde nicht nur von arabischen TV-Stationen gesendet, sondern erschien parallel dazu auf vielen Webseiten. Mit �berall erh�ltlichen Verschl�sselungsprogrammen verhindern die Extremisten, dass sie beim Hochladen der Videos auswertbaren Spuren im Netz hinterlassen. Auch nutzen die Extremisten massiv Online-Werkzeuge, die urspr�nglich f�r B�rgerjournalisten geschaffen wurden, wie die Nachrichtenagentur dpa schreibt. So meldete sich auf der Weblog-Plattform Wordpress.com eine "Globale Islamische Medien-Front" (GIMF) zu Wort - ein seit Jahren t�tiger unbekannter Personenkreis, der islamistische Propaganda im Internet verbreitet. Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass die GIMF von Blogspot auf Wordpress (http://gimf1.wordpress.com/) umgestellt hat und die Vorschautechnik Snap einsetzt. Das Bundesinnenministerium warnt derweil �ber die BILD und auf der eigenen Website: "Schwarz-Rot-Gold ist keine Schutzweste mehr" - als ob es das je gewesen w�re.

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2007-03-11

Islamisten-Video: Deutsche Geiseln appellieren an Merkel

--- Die Ver�ffentlichung eines sechseinhalb min�tigen Videos der islamistischen Geiselnehmer hat die aktuelle Entf�hrung zweier Deutscher im Irak wieder in den Blickpunkt des Medieninteresses ger�ckt - kurz nach der Entsendung von Tornados nach Afghanistan durch den Bundestag. In der Aufnahme fleht die Mutter des nur neben ihr kauernden Sohnes Kanzlerin Merkel unter Tr�nen an, den Forderungen der Islamisten zum R�ckzug der deutschen Truppen aus Afghanistan Folge zu leisten, sonst werde man sie beide t�ten. An die Bundesb�rger geht der Appell, sich f�r die Erf�llung der Ma�gabe der Terroristen einzusetzen. Spiegel Online dazu:
Das Video wurde heute unter anderem auf einem einschl�gigen arabischsprachigen Internetforum verbreitet, in dem verschiedene Terrororganisationen seit Monaten ihre Bekennerschreiben, Propaganda und Videos ablegen. Die �berschrift lautet: "Eilige Nachricht. Aufruf der Gruppe 'Pfeile der Rechtschaffenheit' an die deutsche Regierung (Mit Video)". Auch erste Kommentare von Sympathisanten wurden bereits verfasst. Ein User namens "Al-Mudschahid al-Tarid" schrieb: "Gepriesen seien die 'Pfeile der Rechtschaffenheit', wahrlich, der eine Muslim ist des anderen Muslim Bruder". ... Auf ein einf�hrendes Koranzitat folgt die Einblendung des deutschen Reisepasses und des Personalausweises der entf�hrten Frau. Dann ergreift sie selbst das Wort und bittet auf Deutsch mehrere Minuten lang die deutsche Regierung darum, ihr zu helfen. Die Forderung "dieser Leute" bestehe darin, dass Deutschland sich aus Afghanistan zur�ckziehe, sagt sie. Ihre Worte wurden schriftlich ins Arabische �bersetzt. Danach melden sich die Entf�hrer zu Wort: Drei M�nner sind zu sehen, zwei davon bewaffnet, alle vermummt. Der Wortf�hrer tr�gt auf Arabisch vor: Deutschland sei Teil der Besatzer Afghanistans und m�sse abziehen. "Wir geben der deutschen Regierung zehn Tage vom Datum dieser Erkl�rung an, um den Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan bekannt zu geben und zu beginnen", sagt ein Maskierter. Er liest die Erkl�rung von einem Zettel ab. "Andernfalls werden sie nicht einmal die Leichen dieser beiden Agenten zu sehen bekommen." Die beiden Deutschen werden seit Anfang Februar vermisst. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich bei den Entf�hrten um eine mit einem Iraker verheiratete, �ber 60 Jahre alte Frau und ihren Sohn, der Mitte 20 sei. ... Dutzende Terrorgruppen aus dem Irak melden sich t�glich zu Wort, um ihre Attacken kundzutun. Aber die "Pfeile der Rechtschaffenheit" waren bisher nicht dabei.
Inzwischen ist auch die bereits bekanntere "Stimme des Kalifats" auf den Drohungszug per Video aufgesprungen: "Warum solltest Du (Deutschland) all diese wirtschaftlichen Interessen gef�hrden wollen f�r das Wohl von Bush und seiner Bande?", fragt ein Sprecher darin auf Arabisch und mit Blick auf das deutsche Engagement in Afghanistan. "Ist es nicht dumm, die Mudschahidin zu ermutigen, Anschl�ge in eurem Land zu ver�ben?" Eine Institution namens "Stimme des Kalifats" ist schon mehrfach in Erscheinung getreten, erstmals 2005. Dabei handelte es sich zun�chst um den Versuch, eine w�chentliche Internet-Fernsehsendung unter diesem Namen zu etablieren, die Terrorsympathisanten in aller Welt mit Informationen �ber die dschihadistische Internationale versorgt. Die Macher der Sendung, von der nicht einmal ein halbes Dutzend Ausgaben erschienen, entstammten nach eigenen Angaben der "Global Islamic Media Front" (GIMF). Die GIMF war urspr�nglich eine Art Online-Nachrichtenagentur, die dem Terrornetzwerk al-Qaida nahe stand. Mittlerweile scheint sie aber komplett in die H�nde von Terrorsympathisanten �bergegangen zu sein, die es als ihre Aufgabe betrachten, Neuigkeiten von al-Qaida & Co. (die sie im Internet auf einschl�gigen Dschihad-Websites zusammensuchen) einem m�glichst gro�en Publikum zug�nglich zu machen. Zu Terroranschl�gen haben sich bisher aber weder die GIMF noch der Kanal "Stimme des Kalifats" bekannt. Einige Experten vermuten, dass es sich eher um Trittbrettfahrer als um Terroristen handelt, die lediglich versuchen, mit lautstarken Erkl�rungen und Drohungen Angst und Schrecken zu verbreiten.

In Pakistan ist Ende Januar ferner ein 29-j�hriger Deutsch-Bosnier aus Pforzheim unter dem Verdacht verhaftet worden, die Terrororganisation al-Qaida unterst�tzt zu haben. Der baden-w�rttembergische Verfassungsschutzpr�sident Johannes Schmalzl sagte, immer wieder opferten "junge M�nner aus Deutschland f�r die vermeintlich gute Sache aus ihrer Sicht ihr Leben im Ausland" - etwa im Irak, in Afghanistan oder in Tschetschenien. "Der Radikalisierungsprozess geht immer schneller voran. Besondere Bedeutung kommt dabei der islamistischen Propaganda im Internet zu." Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte am Donnerstag von zwei ebenfalls aus Deutschland kommenden t�rkisch-kurdischen Terrorverd�chtigen berichtet, die k�rzlich an der pakistanisch- afghanischen Grenze aufgegriffen und dann in amerikanische Obhut gebracht worden seien. Die M�nner sollen sich in einem Ausbildungslager islamistischer Terroristen aufgehalten haben.

Die Initiative Avaaz.org (von Res Publica und Moveon.org) will einen "Krieg der Kulturen" dagegen verhindern helfen: Es wird zunehmend vom �Konflikt der Zivilisationen� gesprochen. Aber das Problem ist nicht Kultur; es ist Politik � vom 9. September bis Guant�namo, vom Irak bis Iran. Dieser Zusammenprall ist nicht unumg�nglich und die meisten Menschen rund um den Erdball weisen dies von sich. Zusammen k�nnen wir es stoppen. Aber wo beginnen? Der pal�stinensisch-israelische Konflikt ist das Schl�sselsymbol f�r die Kluft zwischen dem Islam und dem Westen. Die Zeit l�uft f�r den Frieden ab: die internationalen F�hrer m�ssen die Initiative ergreifen. Sehen Sie unser neues Video � unterzeichnen Sie bitte nachstehende Petition. Wenn sich die F�hrer Ende M�rz treffen, wird unsere Nachricht in einer Art und Weise zugestellt werden, die sie nicht ignorieren k�nnen.

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2007-02-28

Mullah Dadullah als Nachfolger bin Ladens?

--- Spiegel Online stellt einen neuen Taliban-F�hrer vor:
Es l�sst Menschen vor laufender Kamera den Kopf abschneiden, befehligt nach eigenen Worten ein Heer von 6000 Selbstmordattent�tern: Mullah Dadullah gibt sich als der neue Anf�hrer der Taliban. Den westlichen Truppen in Afghanistan droht er mit einem blutigen Fr�hling. Falls Osama Bin Laden Starall�ren haben sollte, wird er in seinem Versteck dieser Tage Depressionen bekommen. Lange schon flimmerte das Konterfei des Scheichs der Terrororganisation al-Qaida nicht mehr in den Abendnachrichten. Und die Taliban? Sie brauchen Bin Laden nicht mehr als F�hrungsfigur. F�r ihren Kampf gegen die westlichen Truppen und die Regierung von Hamid Karzai in Afghanistan haben sie ihren "eigenen Star", warnen westliche Geheimdienstler. Der neue Albtraum am Hindukusch hei�t Mullah Dadullah, tr�gt tiefschwarzen Bart, stets eine Milit�rjacke und ist medial omnipr�sent. Die blutr�nstige Propaganda des Taliban-Kommandeurs ist nahe der afghanischen Grenze nicht schwer zu finden. Fast jeder CD-H�ndler auf dem Basar in Peschawar hat die neuesten Videos des Taliban-Anf�hrers. "Ach so, sie wollen die Dadullah-Tapes", sagt einer, "die sind gerade sehr beliebt". Kaum eine Minute verschwindet er, dann kommt er mit einem ganzen Stapel wieder. Knapp drei Euro will er pro St�ck. Wer mehrere kauft, bekommt Rabatt. Die Bilder auf den DVDs zeugen von Selbstbewusstsein und der neuen Professionalit�t der Taliban. Sie k�ndigen einen blutigen Fr�hling in Afghanistan an, in dem die internationalen Truppen einer erstarkten Talib-Armee und einer reorganisierten F�hrungsriege gegen�berstehen. Gut bewaffnet und logistisch besser organisiert denn je r�sten sie zur Schlacht gegen die verhassten Nato-Besatzer, deren Allianz in der letzten Zeit Risse zeigte. "Es soll der Sommer der Entscheidung werden", sagt einer, der ab und an mit Taliban-Kommandeuren Tee trinkt. ... Erst k�rzlich hat Dadullah pers�nlich das Szenario f�r die kommenden Monate skizziert. Fast wie ein normaler Politiker lud er Journalisten von al-Dschasira zu sich in die Berge ein. Bei aller Propagandarhetorik m�ssen seine Worte beunruhigen: 6000 Freiwillige f�r Selbstmordanschl�ge befehlige er, deren Angriff stehe "unmittelbar" bevor. Einige seiner M�nner seien schon auf dem Weg zu ihrer Mission, die er als "Blutbad der Besatzer" umrei�t. Das symbolische Attentat auf den US-Vizepr�sidenten vom Montag l�sst bef�rchten, dass Dadullahs Drohungen keineswegs nur hohle Phrasen sind.
Mehr zu dem neuen Schreckgespenst und dessen PR-Abteilung Al Sabah unter anderem in der Berliner Zeitung.

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2007-02-27

Neues vom Cyber-Dschihad

--- MEMRI hat mal wieder einen ausf�hrlichen Bericht zum Ph�nomen des E-Dschihad ver�ffentlicht, in dem der aktuelle Stand islamistischer Bewegungen und Propaganda rund ums Internet aufgezeigt wird:
Electronic jihad is a phenomenon whereby mujahideen use the Internet to wage economic and ideological warfare against their enemies. Unlike other hackers, those engaged in electronic jihad are united by a common strategy and ideology which are still in a process of formation. ... In the past few years Islamist websites have provided ample evidence that Islamist hackers do not operate as isolated individuals, but carry out coordinated attacks against websites belonging to those whom they regard as their enemies. As evident from numerous postings on the Islamist websites, many of these coordinated attacks are organized by groups devoted to electronic jihad. Six prominent groups of this sort have emerged on the Internet over the past few years: Hackboy, [oder auch: Hackerboy] Ansar Al-Jihad Lil-Jihad Al-Electroni, Munazamat Fursan Al-Jihad Al-Electroni, Majmu'at Al-Jihad Al-Electroni, Majma' Al-Haker Al-Muslim, and Inhiyar Al-Dolar. All these groups, with the exception of Munazamat Fursan Al-Jihad and Inhiyar al-Dolar, have websites of their own through which they recruit volunteers to take part in electronic attacks, maintain contacts with others who engage in electronic jihad, coordinate their attacks, and enable their members to chat with one another anonymously. ... A more recent indication of the increasingly organized nature of electronic jihad is an initiative launched January 3, 2007 on Islamist websites: mujahideen operating on the Internet (and in the media in general) were invited to sign a special pact called "Hilf Al-Muhajirin" ("Pact of the Immigrants"). In it, they agree "to stand united under the banner of the Muhajirun Brigades in order to promote [cyber-warfare]," and "to pledge allegiance to the leader [of the Muhajirun Brigades]." They vow to "obey [the leader] in [all tasks], pleasant or unpleasant, not to contest [his] leadership, to exert every conceivable effort in [waging] media jihad� [and to persist] in attacking those websites which do harm to Islam and to the Muslims�" This initiative clearly indicates that the Islamist hackers no longer regard themselves as loosely connected individual activists, but as dedicated soldiers who are bound by a pact and committed to a joint ideological mission. ... One objective of electronic jihad which is frequently evoked by the mujahideen is assisting Islam by attacking websites that slander Islam or launch attacks against Islamic websites, or by attacking websites that interfere with the goal of rendering Islam supreme (e.g. Christian websites). More recently, however, the mujahideen have begun to cite additional objectives: avenging the death of Muslim martyrs and the suffering of Muslims worldwide (including imprisoned jihad fighters); inflicting damage on Western economy; affecting the morale of the West; and even bringing about the total collapse of the West. ... Islamist websites present very little evidence of more sophisticated attacks utilizing actual hacking techniques (i.e., obtaining the admin password and using admin privileges to corrupt data or damage the server itself). However, two examples do indicate that the cyberspace mujahideen may possess the capability to carry out such attacks. On October 17, 2006, an Islamist website posted a message containing a link to what appeared to be live pictures of Anchorage International Airport taken by the airport's security cameras. There was also a link to an admin control program allowing surfers to control the airport's security cameras. If this was an authentic break-in, it indicates that Muslim hackers are capable of hacking even into highly secure servers. Another example which illustrates the extent of the mujahideen's hacking skills is the story of 22-year-old Younis Tsouli from West London, better know as Irhabi 007, who was arrested in 2005 by Scotland Yard. In his short but rich hacking career, Irahbi 007 wrote a hacking manual for mujahideen, instructed Islamist hackers online, and broke into servers of American universities, using them to upload shared files containing jihad-related materials.

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2007-01-18

Entscheiden Blogger die US-Wahl in 2008?

--- Blogs gewinnen bei der politischen Meinungsbildung in den USA eine immer st�rkere Rolle:
Die US-Amerikaner vertrauen bei ihrer Information �ber Politik zunehmend dem Internet - die n�chsten US-Wahlen k�nnten sich deshalb auch im Netz entscheiden. Bislang informieren sich die meisten Amerikaner aber noch mittels eines alten Bekannten. Laut einer Studie (PDF-Datei) des Marktforschungsunternehmens Nielsen/NetRatings spielen Blogs - zu deutsch: Online-Tageb�cher - bei der Information �ber amerikanische Politik eine immer wichtigere Rolle. Die zehn gr��ten US-Zeitungen zogen im Dezember dreimal so viele Leser mit ihren Blogs an wie noch vor einem Jahr, geht aus der Erhebung hervor. Eine Studie des Pew Internet Project zeigt zudem, dass bei den US-Kongresswahlen im vergangenen Jahr 15 Prozent der Befragten den gr��ten Teil ihrer Informationen aus dem Internet zogen. "Wir k�nnten 2008 als das Jahr erleben, ab dem der Unterschied zwischen 'virtueller' und 'echter' Politik drastisch zur�ckgeht", sagte Lee Rainie, Mitautor der Pew-Studie. Bei Pr�sidentenwahlen nehme das Interesse deutlich zu. Zudem d�rften einige Kandidaten verst�rkt ihren Wahlkampf ins Internet verlegen. Blogs entwickeln sich dabei zum Medium der Zukunft: 3,8 Millionen Leser clickten Nielsen zufolge die Online-Tageb�cher an, die auf den Homepages von Zeitungen wie der "Washington Post" oder der "New York Times" ver�ffentlicht werden. Im vergangenen Jahr waren es nur 1,2 Millionen Leser.
Kein Wunder, dass nicht alle Politiker im US-Kongress die Entwicklung gut finden: In what sounds like a comedy sketch from Jon Stewart�s Daily Show, but isn�t, the U. S. Senate would impose criminal penalties, even jail time, on grassroots causes and citizens who criticize Congress. Section 220 of S. 1, the lobbying reform bill currently before the Senate, would require grassroots causes, even bloggers, who communicate to 500 or more members of the public on policy matters, to register and report quarterly to Congress the same as the big K Street lobbyists.

Auch das mal wieder: Intelligence agencies see worrying signs of al-Qaeda�s revival, berichtet der Economist. Western security officials say the revitalisation of al-Qaeda is partly due to the fact that �the pressure is off� in North Waziristan, a Pakistani tribal region where the army agreed a ceasefire with militants last September. Afghan and NATO commanders complain that the truce has also provided cross-border safe havens for the Taliban. Mr Negroponte called Pakistan an important ally, but also �a major source of Islamic extremism�. Western officials also worry about what they call �blowback� from Iraq: instead of sucking in would-be suicide bombers on one-way tickets, it could pump out battle-hardened fighters to wage violent campaigns elsewhere. Mr Negroponte said an American pull-out would allow Iraq to replace Afghanistan as an al-Qaeda sanctuary.

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