2010-01-30

Pentagon entwickelt neue T�uschungsstrategien

--- 2002 legte das Pentagon mit dem geplanten "Office of Strategic Influence" noch eine Bauchlandung hin. Doch seitdem strickt das US-Verteidigungsministerium munter weiter an "Waffen zur Massent�uschung". Jetzt sind Pl�ne f�r die Einberufung einer offen als "Office of Strategic Deception" bezeichneten Propagandaeinheit bekannt geworden:
The Defense Department needs to get better at lying and fooling people about its intentions. That�s the conclusion from an influential Pentagon panel, the Defense Science Board (DSB), which recommends that the military and intelligence communities join in a new agency devoted to �strategic surprise/deception.� Tricking battlefield opponents has been a part of war since guys started beating each other with bones and sticks. But these days, such moves are harder to pull off, the DSB notes in a January report (.pdf) first unearthed by InsideDefense.com. �In an era of ubiquitous information access, anonymous leaks and public demands for transparency, deception operations are extraordinarily difficult. Nevertheless, successful strategic deception has in the past provided the United States with significant advantages that translated into operational and tactical success. Successful deception also minimizes U.S. vulnerabilities, while simultaneously setting conditions to surprise adversaries.� The U.S. can�t wait until it�s at war with a particular country or group before engaging in this strategic trickery, however. �Deception cannot succeed in wartime without developing theory and doctrine in peacetime,� according to the DSB. �In order to mitigate or impart surprise, the United States should [begin] deception planning and action prior to the need for military operations.�

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2009-08-26

PR-Schlacht um S�dossetien

--- Nach dem Propaganda-Krieg im Kaukasus im vergangenen Jahr geht die PR-Schlacht um das zwischen Georgien und Russland umk�mpfte Gebiet munter weiter, wie PR Watch berichtet:
"The PR race is not that different from the arms race," writes John Feffer. "Russia, for instance, recently paid nearly $3 million to Ketchum for a six-month media blitz to promote the country's leaders and policies. Georgia has retained Public Strategies, Inc. at $50,000 a month. And the breakaway regions of South Ossetia and Abkhazia have hired Mark Saylor Co. at $30,000 a month.

... Russia paid Ketchum another $2.9 million "for the six months [that] ended May 31," reports O'Dwyer's PR Daily, for outreach to "top-tier global media leaders" highlighting Russia's "leadership and national policies." The Saylor firm is tasked with "explain[ing] how the Russian military saved the civilian population of South Ossetia from Georgian military forces" and countering the "aggressive information war conducted by the Government of Georgia," according to O'Dwyer's. The Moscow Times adds that Los Angeles Times editor-turned-PR executive Mark Saylor promoted South Ossetian "human rights activist Lira Tskhovrebova on a trip to the United States" in December. The U.S. State Department canceled meetings with Tskhovrebova, after it was revealed she had ties to the South Ossetian KGB.

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2009-07-21

Israel spannt bezahlte Blogger f�r PR ein

--- Langsam erkl�rt sich der Trend zur Cyber-Mobilisierung bei deutschen Diplomaten, denn Israel war offenbar mal wieder schneller und vor allem konsequenter:
After they became an inseparable part of the service provided by public-relations companies and advertising agencies, paid Internet talkbackers are being mobilized in the service in the service of the State. The Foreign Ministry is in the process of setting up a team of students and demobilized soldiers who will work around the clock writing pro-Israeli responses on Internet websites all over the world, and on services like Facebook, Twitter and Youtube. The Foreign Ministry�s department for the explanation of Israeli policy* is running the project, and it will be an integral part of it. The project is described in the government budget for 2009 as the �Internet fighting team� � a name that was given to it in order to distinguish it from the existing policy-explanation team, among other reasons, so that it can receive a separate budget. ... �To all intents and purposes the Internet is a theatre in the Israeli-Palestinian conflict, and we must be active in that theatre, otherwise we will lose,� Elan Shturman, deputy director of the policy-explanation department in the Foreign Ministry, and who is directly responsible for setting up the project, says in an interview with Calcalist. �Our policy-explanation achievements on the Internet today are impressive in comparison to the resources that have been invested so far, but the other side is also investing resources on the Internet. There is an endless array of pro-Palestinian websites, with huge budgets, rich with information and video clips that everyone can download and post on their websites. They are flooding the Internet with content from the Hamas news agency. It is a well-oiled machine. Our objective is to penetrate into the world in which these discussions are taking place, where reports and videos are published � the blogs, the social networks, the news websites of all sizes.

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2009-07-20

Diplomatenblatt wirbt f�r Cyber-Mobilisierung

--- Ungew�hnliche T�ne aus einem Diplomatenblatt:
Berliner Think-Tanks fordern die Nutzung �ffentlicher Internetforen zum Zweck staatlicher Propaganda und Subversion. Virtuelle Plattformen, �ber die Millionen Menschen weltweit kommunizieren, k�nnten als "Instrumente der Rebellion" gegen missliebige Regimes eingesetzt werden, hei�t es in der Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft f�r Ausw�rtige Politik. Voraussetzung hierf�r sei es, die "Debattenhoheit" in den entsprechenden Medien zu erringen; dies erm�gliche dann auch gezielte Unterst�tzung f�r die expansionistischen Ma�nahmen der Berliner Au�enpolitik. Gleichzeitig warnt die Zeitschrift vor den Gefahren einer staatlich unerw�nschten Mobilisierung von Menschen via Internet. F�r den Fall, dass sich "virtuelle Netzwerke" der Kontrolle entz�gen, seien - hei�t es - wirksame "Gegenstrategien" zu entwickeln. Wie die Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft f�r Ausw�rtige Politik ("Internationale Politik") in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt, lassen sich Web 2.0-Foren wie Facebook, MySpace, YouTube oder Twitter f�r "professionelle politische Kampagnen" einsetzen. Insbesondere in den L�ndern der sogenannten Dritten Welt entfalteten die neuartigen Kommunikationsmedien "eine beeindruckende Wirkung", hei�t es. Als Beispiele werden via Facebook organisierte Protestaktionen gegen die Regierungen des Iran, Zimbabwes und �gyptens angef�hrt, aber auch Mobilisierungen gegen die marxistische Guerillabewegung FARC in Kolumbien. Konkret genannt werden die iranische Pr�sidentschaftswahl 2009 und die Wahlen in Zimbabwe 2008.

Wie die "Internationale Politik" weiter ausf�hrt, m�sse man die genannten Internetplattformen als "Werkzeug" f�r "die ins Ausland gerichtete Public Diplomacy" nutzen. Insbesondere aus Menschen, die in den "Krisenregionen" der Welt lebten, k�nne man auf diese Weise "aktive Akteure" im Sinne der deutschen Au�enpolitik machen. Die Bev�lkerungen fremder Staaten lie�en sich nicht nur als Aktivisten nutzen, sondern auch als Zutr�ger strategisch relevanter Informationen, hei�t es: Das in den "Web 2.0-Communities" weltweit akkumulierte "kreative Potenzial" lasse sich nicht nur von transnational agierenden Unternehmen, sondern auch von der deutschen Politik gewinnbringend "absch�pfen".
Der Kampf um die Interpretationshoheit im Cyberspace ist in vollem Gange.

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2009-06-24

Propagandakrieg im Iran nach den Wahlen

--- Um die Wahlen im Iran ist ein Propagandakrieg oberster G�te mit PsyOps offenbar von beiden Seiten und umfangreichen Medienmanipulationen ausgebrochen. Als "Ikone des Protests" gegen das Regime hat sich die erschossene Neda herauskristallisiert:
Die Bilder ihres Todes ersch�ttern seit Samstag Millionen von Menschen weltweit. Sie sind zum Symbol der Brutalit�t geworden, mit dem das iranische Regime gegen das eigene Volk vorgeht. Ein mit einer Handykamera aufgenommener Film soll Nedas letzte Augenblicke zeigen: Wie sie, anscheinend von einer Kugel in die Brust getroffen, zu Boden sinkt. Wie ihr Blut aus Mund und Nase quillt und sich zu einer dunklen Lache sammelt, wie um sie knieende M�nner verzweifelt versuchen, sie zu retten. Ein Scharfsch�tze der iranischen Sicherheitskr�fte soll f�r Nedas Tod verantwortlich sein. Ob das stimmt, wird sich wom�glich nie beweisen lassen. Wie bei allem privatem Foto- und Filmmaterial, das in diesen Tagen von Iran aus ins Internet gestellt wird, ist die Authentizit�t der Aufnahmen von Nedas Tod nicht zu �berpr�fen. ...



Einige unabh�ngige, glaubw�rdige Journalisten in Teheran arbeiten noch - die meist iranischst�mmigen Reporter mit einem zweiten, ausl�ndischen Pass nehmen dabei ein betr�chtliches Risiko auf sich. Sie waren es, die Nedas Familie ausfindig machten. Ihre Berichte erz�hlen von einer jungen Frau, die vielleicht zu Recht zur Heldin vieler junger Iraner geworden ist: Weil sie genau so war, wie sie. ... Das staatliche Fernsehen in Teheran versucht nun, den Neda-Kult zu bek�mpfen - und behauptete am Dienstag, das Video �ber den Tod der jungen Frau sei gef�lscht. Der Sender Khabar berichtete , es sei offensichtlich, dass diejenigen, die die Aufnahmen machten, auf etwas gewartet h�tten und das Ganze dann aus mehreren Winkeln gefilmt h�tten. Beweise f�r den F�lschungsvorwurf lieferte der Sender nicht.
Mehr zu vielen Widerspr�chen in den Berichten aus dem Nahen Osten und dem m�glichen Anheizen der "Revolutionsstimmung" durch westliche Geheimdienste und vor allem die CIA bei Fefe.

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2009-05-30

Die Bahn: Alle reden �ber PR, wir nicht

--- LobbyControl hat verdeckte PR-Aktivit�ten der Deutschen Bahn unter Ex-Chef Mehdorn mit Propaganda, "No Badge"-Arbeit bzw. Astroturfing aufgedeckt. In einem "Untersuchungsbericht" (PDF-Datei) hei�t es:
W�hrend der Auseinandersetzung um die Privatisierung lie� die Bahn von einer Agentur verdeckte Pro-Privatisierungs-Propaganda durchf�hren. ... Die Deutsche Bahn AG best�tigte am 28. Mai 2009 in einer Antwort auf unsere Fragen die verdeckte Public Relations (PR)-Arbeit. Beauftragt wurde demnach die Lobby-Agentur �European Public Policy Advisers GmbH� (EPPA), das Auftragsvolumen belief sich auf 1,3 Mio. Euro. Innerhalb dieses Auftrags beauftragte EPPA nach schriftlicher Auskunft der Deutschen Bahn wiederum die Denkfabrik berlinpolis e.V. mit PR-Ma�nahmen. ...

Als zentrale Plattform diente eine separate Webseite, die Berlinpolis einrichtete: www.zukunftmobil.de. In der Selbstdarstellung gibt sich die Webseite als neutrales Informationsportal ... Am 22. Mai 2007 ver�ffentlichte Berlinpolis eine von Forsa durchgef�hrte Umfrage, die gezielt nach den Vorteilen einer m�glichen Bahnprivatisierung fragte � aber nicht nach m�glichen
Nachteilen. ...

Eine weitere Initiative, die pl�tzlich im April 2007 als Stimme pro Bahnprivatisierung auftauchte, war die �Initiative Mobil in die Zukunft� mit ihrer damaligen Webseite meinebahndeinebahn.de (nicht mehr aktiv). Als offizieller Ansprechpartner fungierte ein gewisser Daniel Kornauke aus Dresden. Die Seite sprach sich vehement f�r die Privatisierung der Deutschen Bahn aus. Ende April 2007 tauchten in verschiedenen Blogs oder Foren z.B. des Tagesspiegel �hnliche Kommentare auf, die die Privatisierung der Bahn bef�rworten und auf die Webseite meinebahndeinebahn.de verwiesen. ...

LobbyControl hat au�erdem Hinweise, dass in die �ffentlichkeitsarbeit von Berlinpolis zur Bahnprivatisierung auch die Firma Allenbach Media GmbH Berlin einbezogen war. Auf ihrer Webseite schreibt sie als Selbstdarstellung: �Mediengerechte Aufbereitung, Darstellung und Vermittlung von gesellschaftlichen, politischen und politiknahen Themen sind unser Kerngesch�ft. Zu unseren Kunden z�hlen Abgeordnete des Bundestages, der Landtage und des Europaparlamentes, die Bundeswehr und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).� Auch Berlinpolis wird ausdr�cklich als Referenzkunde aufgef�hrt, aber zu einem anderen Thema, n�mlich der Gesundheitsreform.

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2009-04-11

Polizei plante Desinformationskampagne gegen RAF

--- Da kommen langsam recht interessante Details �ber die Propaganda- und PsyOps-Bem�hungen von Politik und Polizei im Kampf gegen die RAF zutage:
Bislang im Stuttgarter Innenministerium unter Verschluss gehaltene Akten aus den Jahren 1975 und 1976 belegen, wie das Bundeskriminalamt und das baden-w�rttembergische Landeskriminalamt die RAF mit einer Desinformationskampagne bek�mpfen wollten. Die Dokumente erlauben einen Blick in die Planspiele der Fahnder und zeigen, welche rechtlich fragw�rdigen Ermittlungsmethoden sie ausbr�teten. So lie� der Pr�sident des Bundeskriminalamts (BKA), Horst Herold, im Oktober 1975 "Grunds�tze der Desinformation zur Terrorismusbek�mpfung" ausarbeiten. Die Ideen des Konzepts waren mannigfaltig: Sie reichten von gef�lschten Nachrichten �ber das "Eindringen in gegnerische Gruppierungen" bis zur "F�rderung bandeninterner Konflikte". Die Staatsschutzabteilung des baden-w�rttembergischen Landeskriminalamts fertigte in der Folge eine Modellplanung zur Desinformation an. Die Liste reichte von banaler "F�lschung von Flugbl�ttern" �ber das systematische Bel�gen der Medien bis zur Planung von Anschl�gen, die der RAF zugeordnet werden sollten. ... "Das Desinformationskonzept wurde fallengelassen", erinnert sich der damalige LKA-Chef Kuno Bux, "weil es weder rechtlich noch politisch durchsetzbar war." Ex-BKA-Pr�sident Herold w�rde heute solche Methoden als "untauglich" verwerfen: "Man sollte die �ffentlichkeit nicht vergr�men."
Da m�chte man doch wissen, welche vergleichbaren Kampagnen doch zum Einsatz kommen, sp�testens seit dem 11. September 2001 ist da ja einiges m�glich und die Bedenken sind geringer geworden.

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2009-03-18

Kinderbonus: Geschicktes Wording

--- Wieder einmal hat es die Bundesregierung geschafft, mit einer Wortkreation zu suggerieren, sie gebe sich besonders freundlich den B�rgern gegen�ber, die immerhin den Staat bilden. Mit dem "Kinderbonus" sollten Eltern im Sommer 100 Euro extra erhalten, damit sie etwas f�r die Konjunktur tun - und ihrem Kind etwas g�nnen. Zumindest suggiert das der Begriff, den sich die SPD Anfang des Jahres ausgedacht hatte. Nun hat die S�ddeutsche Zeitung berichtet, wie es wirklich ist: Das Geld teilen sich Vater und Mutter - also auch getrennte Eltern. Der Unterhaltspflichtige kann seine 50 Euro mit dem Unterhalt f�rs Kind verrechnen. So steht es im Kleingedruckten der Regelung. Bleiben dem oder der Alleinerziehenden also 50 Euro.
So entwickelt sich die angebliche Wohltat des "Kinderbonus" so wie das "Elterngeld". Das bringt bei genauerer Rechnung jungen Eltern weit weniger Kompensation bei Gehaltsausf�llen, als es die gefeierte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen behauptet hat. Da loben wir uns doch die Initiative der Seite Kinderbonus.de.

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2009-01-13

Israel vs. Hamas: Krieg der Bilder im Gaza-Streifen

--- Wie jede gr��ere k�mpferische Auseinandersetzung wird auch der Krieg um den Gaza-Streifen von massiven Propaganda-Bem�hungen �ber Einspielungen f�rs Fernsehen und auf YouTube, Hackerscharm�tzeln im Internet sowie neuerdings auch �ber Twitter begleitet. Spiegel Online stellt in einem Bericht dazu vor allem die Bilderkontrolle der Hamas in den Vordergrund, w�hrend die israelische Seite nat�rlich genauso gut dabei ist am Zensieren unerw�nschter Aufnahmen und dem Verbreiten "klinisch reiner" Raketentreffer im Stil des ersten Golfkriegs:
in der Bilderflut, die sich seit zwei Wochen per Satellit aus dem Gaza-Streifen heraus �ber die Welt ergie�t, fehlen gewisse Motive. Bilder von Hamas-K�mpfern in Aktion, Aufnahmen von verletzten Militanten: Es gibt sie kaum. Dabei sind laut den Krankenh�usern im Gaza-Streifen nur etwa die H�lfte der �ber 800 der in den vergangenen zwei Wochen get�teten Menschen Zivilisten. Blutende Kinder, schreiende Frauen, Sanit�ter, die im Laufschritt zivile Opfer des j�ngsten Bombardements in die Notaufnahmen tragen: Was die Welt aus dem Gaza-Streifen sieht, ist vornehmlich das Leid der vom Krieg geschundenen Zivilbev�lkerung. Dass das so ist, liegt auch am Druck, den die Hamas auf die pal�stinensischen Journalisten im Gaza-Streifen aus�bt. Lokale Journalisten berichteten in den vergangene Tagen hinter vorgehaltener Hand, Hamas-Aufseher w�rden sie anhalten, keine K�mpfer zu zeigen. Die Aufpasser seien teilweise sogar vor den Journalisten vor Ort und g�ben Anweisungen, was zu filmen sei. Teilweise seien die Hamas-M�nner sogar handgreiflich geworden, um die Fernsehteams am Drehen zu hindern, sagte der ZDF-Kameramann seinem Sender. ...

Die internationale Presse hat seit Beginn des Gaza-Krieges keinen Zugang zu dem K�stengebiet: Obwohl das Milit�r vom h�chsten Gericht Israels aufgefordert wurde, ausl�ndische Journalisten in den Gaza-Streifen zu lassen, verweigert es den Zugang. Begr�ndet wird dies mit Sicherheitsbedenken. Daniel Seaman, Direktor des israelischen Regierungsb�ros f�r ausl�ndische Presse, ist offener: Wiederholt sagte er, es sei im Sinne Israels, die Auslandspresse aus Gaza herauszuhalten. Mit der Hamas als Herrscherin �ber Gaza d�rften ausl�ndische Reporter in Gaza ohnehin nicht frei arbeiten und nur beschr�nkt recherchieren. So w�rde die Auslandspresse zum Sprachrohr der Hamas.
Die Produktion von News-Beitr�gen rund um den Konflikt durch die Pal�stinenser hat sich bereits den Titel "Pallywood" eingefangen. Israel �bt sich derweil in Psy Ops und wirft Flugbl�tter mit Androhungen weiterer Bombardements ab - auch ein echter Propagandaklassiker. Mehr zum "Krieg in Nahost und Social Media" im Metablocker von Politik Digital. Lesenswert auch: Uri Avnery �ber die "L�gen des Kriegs".

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2008-08-13

Propaganda-Krieg im Kaukasus

--- In den letzten Tagen war im Rahmen der Berichterstattung �ber die undurchsichtigen K�mpfe zwischen Georgien und Russland rund um die Vorherrschaft am Kaukasus und die dortigen Energiereserven auch mal wieder viel zu lesen und zu h�ren von den unabdinglichen Propagandabem�hungen beider Seiten, vom Krieg im Netz und teils gar von "Cyberwar". Spiegel Online etwa hat die Propagandaschlacht um S�dossetien aufgearbeitet:
�bertriebene Opferzahlen, Falschmeldungen �ber Man�ver - im Kaukasus-Konflikt haben sich Georgien und Russland mit Horrormeldungen �berboten. Erstmals hat die Propagandaschlacht auch mit voller Wucht das Internet erfasst, mit Bloggern und Hackern als Soldaten im Cyberkrieg. ... Anna Neistat, Direktorin des Moskau-B�ros von Human Rights Watch (HRW), dr�ckt es so aus: "Der Klammergriff der staatlichen Propaganda ist besorgniserregend." Es sei praktisch unm�glich, "verl�ssliche Informationen �ber aktuelle Entwicklungen und reale Opferzahlen zu bekommen" ... W�hrend die Menschenrechtlerin in ihr Funktelefon spricht, ist sie mit dem Auto unterwegs ins s�dossetische Zchinwali, "um sich selbst ein Bild vom Ausma� der Zerst�rung zu machen". In Berichten �ber die s�dossetische Hauptstadt seien Opferzahlen klar manipuliert worden, sagt Neistat - einzig zum Zweck der kriegerischen Stimmungsmache. ... �bertreibung geh�rte in diesem Krieg zur Informationspolitik: Das russische Staatsfernsehen zeigt zwischen den Nachrichten immer wieder Zusammenschnitte erschreckender Szenen aus S�dossetien, untermalt mit getragener Musik. ... Mit der Verbreitung des Internets hat sich die Propagandaschlacht auch hier weiter zugespitzt - Fachleute sprechen schon vom "Cyberkrieg": Viele georgische Web-Seiten sind seit Tagen nicht mehr erreichbar, schuld sollen russische Hacker sein. Die estnische Regierung k�ndigte inzwischen die Entsendung von Computerspezialisten an, die Georgien im Konflikt mit Russland bei der Abwehr von Online-Angriffen unterst�tzen sollen.




Das georgische Au�enministerium ist inzwischen bei Blogspot untergekommen und meldet von dort seine Propaganda. Dass russische Sender nicht zimperlich sind, beweist dagegen dieses Video von einem �bereifrig in Deckung gehenden Saakaschwili. Insgesamt d�rfte sich Georgiens Pr�sident leicht verkalkuliert haben mit dem Einzugbefehl f�r seine Truppen in S�dossetien. Mehr zum Nebel im Kaukasus-Krieg bei Telepolis und zum angeblichen "Cyberwar" in der taz.

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2008-07-11

Bildmanipulation: Iran sch�nt Raketenstart

--- W�hrend sich die Krise zwischen Israel und Iran im Sinne auch der psychologischen Kriegsf�hrung zuspitzt, machen die Nachrichten �ber eine recht dreist Bildmanipulation der iranischen Agentur Sepah News die Runde. Die S�ddeutsche Online etwa titelt Rohrkrepierer f�r Irans Propaganda und schreibt:
Es war als Demonstration milit�rischer Macht gedacht, doch Irans Raketentest am vergangenen Mittwoch war allem Anschein nach nicht so erfolgreich, wie die Revolutionsgarden glauben machen wollten: Auf ihrer Internetseite Sepah News hatte die Elite-Einheit der Islamischen Republik ein Foto von dem Man�ver ver�ffentlicht, das zeigt, wie vier Raketen simultan ihre Feuerschweife in den Himmel ziehen und die W�stenlandschaft darunter in dichten Rauch und Staub h�llen.



Die Nachrichtenagentur Agence France-Presse verbreitete das Bild weiter, und zahlreiche internationale Zeitungen druckten es ab. Am Donnerstag zog die Agentur die Aufnahme zur�ck; sie sei "offenbar digital ver�ndert worden". Eine der vier Raketen sei vermutlich mit einem Bildbearbeitungsprogramm in das Foto hineinretuschiert worden, allem Anschein nach habe ein Geschoss nicht gez�ndet, so die Agentur weiter. Der Verdacht, die Revolutionsgarden h�tten geschwindelt, erh�rtete am Donnerstag die Agentur Associated Press, indem sie aus gleicher Quelle ein fast identisches Foto publizierte - auf dem die mobile Abschussrampe mitsamt der defekten Rakete zu erkennen ist. In der gef�lschten Aufnahme wurde offenbar die zweite Rakete von links dupliziert und als dritte von links eingef�gt. Die Rauchwolke dieser kopierten Rakete �hnelt verd�chtig jener, die im Original unten zu sehen ist. Schon in der Vergangenheit war iranischen Staatsmedien vorgeworfen worden, sie manipulierten Bilder.
Die Blogger von Boing-Boing namens gelassen und starteten einen Bildmanipulationswettbewerb unter dem Aufh�nger: "Iran: You Suck At Photoshop." Und weiter gehts: Or perhaps the headline of this post should read, "American media: you suck at fact-checking." Gewonnen hat ein Beitrag der anstatt der Raketen das Signet f�r das Stempelwerkzeug in Photoshop in den Himmel �ber der W�ste bef�rderte.

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2008-05-31

Ex-Bush-Sprecher Scott McClellan packt aus

--- Scott McClellan, ehemaliger Sprecher bzw. "Schweiger" im Namen seines Herrn George W. Bush und in dieser Funktion h�ufiger Gast beim Spindoktor, rebelliert gegen die von ihm jahrelang mitgetragenen Propaganda-Praktiken des Wei�en Hauses mit seinem Buch "What happended?":
Das Timing hat Symbolcharakter. �Memorial Day� ist gerade zu Ende, US-Pr�sident George W. Bush hatte sich vor den Kriegstoten verbeugt, da lie� der ehemalige Sprecher des Wei�en Hauses, Scott McClellan, die Bombe platzen. Schlimmere Vorw�rfe k�nnen von einem ehemaligen Vertrauten gegen �seinen� Pr�sidenten kaum erhoben werden. Im Klartext gipfelt das neue Buch McClellans in der Anklage, der Pr�sident der m�chtigsten Nation der Welt habe den Irakkrieg mit Tricks, Manipulationen und einer Strategie des �totalen Betrugs� bewusst und absichtlich herbeigef�hrt. Die Vorw�rfe sind so ungeheuerlich, dass das Wei�e Haus klarstellte, dass Bush darauf gar nicht erst einzugehen gedenke...

Zwar sind viele Vorw�rfe nicht ganz neu, wohl aber, dass sie von einem langj�hrigen, engsten Vertrauten in aller L�nge publik gemacht werden. Bush und McClellan waren �Buddies� (Kumpels) aus alten Texas Zeiten, noch bei seiner Verabschiedung vor zwei Jahren lobte Bush die �Klasse und die Integrit�t� des Sprechers. Es gab schon viele enge Mitarbeiter, die sich in den vergangenen Monaten vom zusehends unpopul�ren Bush abgesetzt hatten, manche �u�erten sich kritisch �ber den alten Chef - doch niemand hat ihm so ungeschminkt Versagen und Betrug vorgeworfen. Statt politischer Substanz und sachlich-professioneller Abw�gung h�tten Bush und seine Mannen eine �politische Propaganda-Kampagne� gef�hrt. Strippenzieher hinter den Kulissen sei Vizepr�sident Dick Cheney gewesen, den McClellan als einen �Zauberer� beschreibt, der Politik macht, ohne dabei Fingerabdr�cke zu hinterlassen. �Selling the War� (Den Krieg verkaufen) ist eines der Schl�sselkapitel �berschrieben. Das Fazit des Buches hei�t kurz und vernichtend: �Der Irakkrieg war nicht notwendig.�
Was ist nur in den sonst so gem�tlich wirkenden Texaner gefahren, fragt man sich da? Geht es nur um die Ankurbelung des Buchverkaufs? Jay Rosen versucht sich mit Erkl�rungen, denen zufolge Scott schon immer ein "Narr" am Hof des K�nigs gewesen sei und von den damit einhergehenden Freiheiten nun Gebrauch mache und verweist dabei auch auf eine Reihe NBC-Videos zum Thema: McClellan�s story (in my paraphrase)� I was stupid, I allowed myself to be fooled by them. I was misled, and I was misguided by the people who were supposed to guide me so I don�t die out there. I trusted the wrong people, but they were the top people. I see now that I was the public speaking part of a propaganda mission. The people running it let me lie for them. They destroyed their own press secretary when they did that. The American people rejected us because we didn�t level with them. I know, because I was the one not leveling�. And just below the surface of the words. A dream I had about public service died inside when I lied for you from the White House podium. I blame myself for not seeing that. And now I turn to your part in those events. I never expected McClellan to write a book about being the jerk at the podium for Bush, or to make connections between his experience and the larger wreckage of the Bush presidency. He�s not only done that; he�s clearly ready to hit the circuit and explain himself. Zur Geschichte und den Hintergr�nden der Entwicklung des Spinnings im Wei�en Haus und der damit einhergehenden G�ngelung der Presse hat Rosen noch einige interessante Punkte zusammengetragen.

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2008-04-29

BND und Berlin: Die Schuldfrage

--- Die FAZ hat in ausgezeichneter Art und Weise beschrieben, wie der Bundesnachrichtendienst arbeitet und welche Menschlichkeiten dort und im Zusammenspiel mit den zust�ndigen Ministerien f�r etliche Probleme sorgen. Vor allem widmet sich der Beitrag der Tatsache, dass es auch Bundesbeh�rden untereinander vortrefflich verstehen, sich die Schuld f�r den ein oder anderen Skandal zuzschieben und so in der �ffentlichkeit (also den Medien) in einem guten Licht zu erscheinen.

Schlie�lich kamen sich Nachrichtendienst und Pr�sident ziemlich verlassen vor, als wegen des Ankaufs von Steuerdateien aus Liechentstein und wegen seiner Beobachtungen zu der heimlichen Polizistenausbildung systematisch alle Vorw�rfe und Verantwortlichkeiten verschiedener Ministerien auf den BND geschoben wurden. Damals, wie auch in der j�ngsten Aff�re, hat das Kanzleramt �berwiegend geschwiegen und, den Schirm in der Hand, Uhrlaus Truppe im Regen der Vorw�rfe stehen lassen. Dass es unter solchen Umst�nden schwierig w�re, einen geeigneten Nachfolger f�r Uhrlau zu finden, versteht sich da schon fast von selbst.


So also wird alles auf dem BND abgeladen, w�hrend der Innenminsiter, der Kanzleramtsminister und andere fein raus sind.

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2008-04-20

Die trojanischen Pferde des Pentagon

--- Die New York Times hat eine umfassende Reportage �ber die Beeinflussung so genannter Milit�r-Analysen durch das Pentagon und die Bush-Regierung insgesamt. Es geht in den meisten F�llen um pensionierte Gener�le, die im Fernsehen und gegen�ber die Medien die Sprechblasen des US-Verteidigungsministeriums und der R�stungsindustrie wiedergeben:
To the public, these men are members of a familiar fraternity, presented tens of thousands of times on television and radio as �military analysts� whose long service has equipped them to give authoritative and unfettered judgments about the most pressing issues of the post-Sept. 11 world. Hidden behind that appearance of objectivity, though, is a Pentagon information apparatus that has used those analysts in a campaign to generate favorable news coverage of the administration�s wartime performance, an examination by The New York Times has found. The effort, which began with the buildup to the Iraq war and continues to this day, has sought to exploit ideological and military allegiances, and also a powerful financial dynamic: Most of the analysts have ties to military contractors vested in the very war policies they are asked to assess on air.

... Records and interviews show how the Bush administration has used its control over access and information in an effort to transform the analysts into a kind of media Trojan horse � an instrument intended to shape terrorism coverage from inside the major TV and radio networks. Analysts have been wooed in hundreds of private briefings with senior military leaders, including officials with significant influence over contracting and budget matters, records show. They have been taken on tours of Iraq and given access to classified intelligence. They have been briefed by officials from the White House, State Department and Justice Department, including Mr. Cheney, Alberto R. Gonzales and Stephen J. Hadley. In turn, members of this group have echoed administration talking points, sometimes even when they suspected the information was false or inflated. Some analysts acknowledge they suppressed doubts because they feared jeopardizing their access. A few expressed regret for participating in what they regarded as an effort to dupe the American public with propaganda dressed as independent military analysis.

... Kenneth Allard, a former NBC military analyst who has taught information warfare at the National Defense University, said the campaign amounted to a sophisticated information operation. �This was a coherent, active policy,� he said. As conditions in Iraq deteriorated, Mr. Allard recalled, he saw a yawning gap between what analysts were told in private briefings and what subsequent inquiries and books later revealed. �Night and day,� Mr. Allard said, �I felt we�d been hosed.�
Das Blatt hat dazu auch eine Multimedia-Dokumentation mit zahlreichen Original-Dokumenten �ber Sitzungen des Pentagons mit den dressierten "Analysten", in denen offen von PsyOps die Rede ist. Dass Propaganda gegen die eigenen B�rger in den USA von der Verfassung verboten wird, hat keinen wirklich gest�rt, wie dieses Protokoll (PDF-Datei) eines Brainstormings belegt. Ein geh�riges Misstrauen sollte man "Experten" ja immer entgegenbringen, vor allem, wenn es sich um in Rente gegangene Vertreter gro�er Interessenvereinigungen geht, aber das Ausma� der Korruption im Hintergrund �berrascht doch ab und an.

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2008-04-05

NATO startet Propaganda-TV im Netz

--- Nach Al-Qaida-TV etc. gibt es jetzt p�nktlich zum Gipfel des Militr�b�ndnisses auch einen Online-Propaganda-Sender der NATO:
De Hoop Scheffer und Rasmussen starteten den b�ndniseigenen Internetfernsehsender Natochannel.tv. Generalsekret�r De Hoop Scheffer sprach anl�sslich des Launches von einem "Schritt von der Steinzeit ins 21. Jahrhundert�. Die Website, die haupts�chlich von der d�nischen Regierung bezahlt wird, will eine Antwort auf die erfolgreiche �ffentlichkeitsarbeit vieler Terrorgruppen sein. ... Sie zeigen beispielsweise wie tschechiche Soldaten durch die W�ste um Kabul fahren. Der Zuschauer blickt auf die trockene afghanische Ebene, ab und an rollen Land Rover durchs Bild. All das unterlegt die Nato mit kitschigen Ethno-Kl�ngen. Ein weiterer Bericht lobt das Engagement der Milit�rs f�r die Bildung von Frauen und M�dchen. ... Der smarte Nato-Sprecher James Appathurai bekommt im Kanal sein eigenes Videoblog. Darin darf er mitteilen, was die westliche Presse in Afghanistan bislang alles fehlinterpretiert habe. Sie solle sich besser auf die Fortschritte des Einsatzes konzentrieren. Als Zielgruppe f�r Nato-TV hat das B�ndnis nicht die allgemeine �ffentlichkeit im Visier. Der Internetkanal richtet sich in erster Linie an Fernsehstationen. Sie sollen Videomaterial �ber die Milit�roffensive der Isaf-Schutztruppe in Afghanistan herunterladen und �ber ihre Kan�le verbreiten. "Wir wollen Geschichten zeigen, die man woanders so nicht sehen w�rde�, hei�t es im Trailer auf der Website.
Aber Achtung: die Video-Applikation basiert auf Windows Media Player und die NATO-Propagandisten haben es noch nicht geschafft, ein echtes Sehvergn�gen auf anderen Plattformen wie Mac oder Linux zu erm�glichen.

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2008-03-29

LiveLeak zensiert Anti-Islam-Film "Fitna"

--- Just LiveLeak, das nicht gerade f�r Sensibilit�t bekannte ehemalige Ogrish.com, hat das heftig umstrittene "Fitna"-Video von seinen Seiten genommen:
Nicht einmal einen Tag lang war der Anti-Islam-Film Fitna von Geert Wilders auf dem britischen Videoportal LiveLeak.com abzurufen, wo dieser ihn gepostet hatte, nachdem die Website seiner Freiheitspartei aufgrund der Nachfrage nach dem Film zusammen gebrochen war. Der weithin kritisierte Film, der mit kruden Mitteln versucht, den Koran als Grundlage einer faschistischen Ideologie darzustellen, die nach der Weltmacht strebt, hat zumindest nach au�en hin nicht den von Wilders bezweckten Aufruhr provoziert. Wie anstelle des Videos bei LiveLeak mitgeteilt wird, habe man den Film aufgrund von nicht n�her benannten Drohungen gegen�ber den Mitarbeitern vom Netz genommen. Man habe keine andere Wahl gehabt, hei�t es in dem Statement, das sei ein schlechter Tag f�r die Meinungsfreiheit. Allerdings ist der Film dutzendfach auf YouTube (wenn auch meist nur f�r Internetnutzer, die sich angemeldet haben) und auf vielen anderen Webseiten zug�nglich. ... Wilders wird auch von unerwarteter Seite kritisiert. So fordert der d�nische Karikaturist Kurt Westergaard, dass seine Mohammed-Karikatur mit der Z�ndschnur im Turban aus dem Film entfernt werden muss. Er sei von Wilders nicht um Erlaubnis gefragt worden. ... Bei der Auseinandersetzung um den Film wird von den islamophoben Parteig�ngern Wilders weniger der Inhalt des Films diskutiert, sondern meist nur die Behauptung der Meinungsfreiheit ins Feld gef�hrt. Gelegen kommt da nun, dass LiveLeak das Video vom Netz genommen hat. Daran sehe man, welche Macht die Muslime bereits haben. Angefangen von UN-Generalsekret�r Ban Ki-Moon sehen viele in dem Film allerdings ... einen Aufruf zur Gewalt und eine Hasspropaganda.
Update: LiveLeak hat das Video wieder online gestellt.

Passend zum Thema: Trends in Cybercensorship. A talk with an editor of Access Denied: The Practice and Policy of Global Internet Filtering about the recent rise in Web censorship.

"Die andere Seite" ist derweil auch nicht unt�tig, wenn es um die Produktion von Propaganda-Videos geht: Dokumentationsfilm des "bayerischen Taliban": L�chelnd zum Selbstmordattentat. Es sind die letzten Minuten im Leben des C�neyt Ciftci: Der junge Mann aus dem bayerischen Ansbach verabschiedet sich l�chelnd von seinen afghanischen Begleitern. Wenig sp�ter z�ndet er seine Bombe.

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2008-03-18

US-Propaganda-Operationen gegen al-Qaida

--- Die New York Times berichtet, dass sich die US-Regierung gezielt auf einen Gegenfeldzug zur islamistischen Propaganda im Internet eingelassen hat:
Interviews with more than two dozen senior officials involved in the effort provided the outlines of previously unreported missions to mute Al Qaeda�s message, turn the jihadi movement�s own weaknesses against it and illuminate Al Qaeda�s errors whenever possible. A primary focus has become cyberspace, which is the global safe haven of terrorist networks. To counter efforts by terrorists to plot attacks, raise money and recruit new members on the Internet, the government has mounted a secret campaign to plant bogus e-mail messages and Web site postings, with the intent to sow confusion, dissent and distrust among militant organizations, officials confirm. ...

Terrorists hold little or no terrain, except on the Web. �Al Qaeda and other terrorists� center of gravity lies in the information domain, and it is there that we must engage it,� said Dell L. Dailey, the State Department�s counterterrorism chief. Some of the government�s most secretive counterterrorism efforts involve disrupting terrorists� cyberoperations. In Iraq, Afghanistan and Pakistan, specially trained teams have recovered computer hard drives used by terrorists and are turning the terrorists� tools against them. �If you can learn something about whatever is on those hard drives, whatever that information might be, you could instill doubt on their part by just countermessaging whatever it is they said they wanted to do or planned to do,� said Brig. Gen. Mark O. Schissler, director of cyberoperations for the Air Force and a former deputy director of the antiterrorism office for the Joint Chiefs of Staff. Since terrorists feel safe using the Internet to spread ideology and gather recruits, General Schissler added, �you may be able to interfere with some of that, interrupt some of that.� �You can also post messages to the opposite of that,� he added. Other American efforts are aimed at discrediting Qaeda operations
Hat ja offenbar ne Weile gedauert, bis sich derlei Gegenma�nahmen rumgesprochen haben. Auf jeden Fall besser als st�ndige Rufe nach mehr �berwachung aller im Netz, wie sie hierzulande en vogue sind.

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2008-03-13

Urteil gegen �sterreichische GIMF-Propagandisten

--- Der von Skurrilit�ten nicht freie Prozess gegen die angeblichen Betreiber der deutschsprachigen GIMF-Plattform hat laut Telepolis einige Fragen offen gelassen:
Anfang September 2007 wurden in �sterreich mehrere Personen festgenommen, die als Macher der "Globalen Islamischen Medienfront" (GIMF) terroristische Propaganda verbreitet haben sollen. Gestern wurde das angeklagte Paar Mohammed M. und Mona S. in allen Punkten schuldig gesprochen. Der Richter stufte die Angeklagten als "�berzeugungst�ter" ein und begr�ndete damit die ausgesprochenen unbedingten Haftstrafen. ...

Der Prozess wurde in wenigen Tagen abgehandelt. Dabei fiel Mohammed M. durch mehrere Wutanf�lle und Ausf�hrungen zum "Heiligen Krieg" auf. Das ganze sei ein Schauprozess, so der Angeklagte, der aus seiner Abneigung gegen die USA keinen Hehl macht. Er beteuerte aber, gegen die T�tung von Unschuldigen zu sein, auch h�tte er nichts mit Terroranschl�gen zu tun. Auch Mona S. pl�dierte auf "nicht schuldig" und argumentierte in einer schriftlichen Stellungnahme, dass ja auch Journalisten Botschaften von Terroristen �bersetzen w�rden. Zudem betonte sie ihre Unschuld vor "Gott". Der Richter zitierte aus der Stellungnahme: "Gott gab jedem Menschen Verstand. Doch um sich ein richtiges Bild zu machen, muss der Mensch alle Versionen der Ereignisse kennen." Eine "andere Version" von "der US-Besatzung und dem Krieg im Irak" h�tte sie mit ihrer "Nachrichtenagentur" weitergegeben, so die Argumentation der Angeklagten. Als der Richter der Angeklagten gegen Prozessende gew�hrte, trotz Vollverschleierung eine m�ndliche Stellungnahme abzugeben, waren ihre Worte kaum verst�ndlich. ...

Wie auch immer die Sache weiterlaufen wird, es gibt zwei Aspekte, die vom konkreten Fall unabh�ngig weiter diskutiert werden sollten: Die europaweite Ausjudizierung, ob Vollverschleierung vor Gericht m�glich sein soll oder nicht. ... Zum anderen steht noch die heikle Frage an, inwieweit das Aussp�hen von Computerdaten tats�chlich rechtm��ig und mit der westlichen Auffassung vom B�rgerrecht auf Privatsph�re vereinbar ist. ... Wie sich diese �berwachung gestaltete, erkl�rte ein Ermittlungs-Beamter: Man habe etwa M.'s Internet-Telefonie abgeh�rt und ein Programm auf seinem Computer installiert, das "alle 60 Sekunden einen Screenshot an die �berwacher �bermittelte".
Wenigstens ist klar geworden, wie unerquicklich die heimliche Online-Durchsuchung bei den �sis derzeit abl�uft. Vom Schutz des Kernbereichs der privaten Lebensgestaltung kann bei solchen Brachialmethoden wohl kaum die Rede sein.

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2008-01-03

Propaganda muss nicht Newspeak sein

--- Lesenswerter Aufsatz von Nicholas Lemann �ber Sprache, Rhetorik, Information und Politik unter anderem am Beispiel des "Kriegs gegen den Terror": The Limits of Clear Language. Orwell worried about polluted language, but polluted information is more toxic:
There are really two distinct kinds of bad political writing: the overcomplicated, unclear kind, and propaganda. The first kind is dangerous because people in power can use it to fuzz up what they are doing and thus avoid accountability�think of a word like �rendition��but it is usually not persuasive, because persuasion is not its intent. Propaganda, on the other hand, is often quite beautifully and clearly written. When it works, it works by virtue of being simple and memorable. What is dangerous about propaganda is that it is misleading. ...

Bush was responding to a successful terrorist attack by declaring war, not against the attackers themselves but against unspecified �enemies of freedom.� Thus, as in 1984, the United States was in a war without a definite beginning or end point, against whomever Bush wanted it to be against. Still, the speech wasn�t exactly Newspeak�its rhetoric was neither purposely obscure nor flat and simple to the point of meaninglessness. It was meant to have a genuine, persuasive emotional effect, and it did. ...

All politicians use slogans. Most significant legislation is given a meaning-obscuring name, for instance, the USA patriot Act and the No Child Left Behind Act. The way we respond to these uses of language is partly conditioned by our political preferences. Conservatives, who admire Orwell today no less than liberals do, find Franklin Roosevelt�s New Deal and Lyndon Johnson�s Great Society (pretty names for great expansions in the charter of the federal welfare state) to be Orwellian uses of language. Every recent president has seemed to his opposition to have used political spin at an unprecedented and alarming level, and every party out of power believes that if it can only use language more effectively (as opposed to more honestly), it will win again. ...

To my mind, an even more frightening political prospect than the corruption of language is the corruption of information. Language, especially in the age of the Internet, is accessible to everybody. ... Information, on the other hand, is much less generally accessible than words. When the process of determining whether the facts of a situation have been intentionally corrupted by people in power (whether, let�s say, Saddam Hussein had the ability to produce nuclear weapons, or whether a new drug has harmful side effects), there often is no corrective mechanism at hand, as there is in cases of the intentional corruption of language. Intellectual honesty about the gathering and use of facts and data is a riskier and more precious part of a free society than is intellectual honesty in language.
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2007-12-01

Die Intimit�t der Videoblogs

--- Die S�ddeutsche Zeitung widmet sich der neuen Form der Medien�ffentlichkeit in journalistischen Vlogs:
Das Ganze steckt noch in den Kinderschuhen. Man merkt, wie jeder, der sich auf das neue Medium einl�sst, seinen eigenen Weg sucht - wobei der Eindruck des Selbstgebastelten gar nicht verwischt werden soll. Trotzdem kann man bereits in diesem Anfangsstadium beobachten, wie das neue Medium, mit einem Titel von J�rgen Habermas zu sprechen, einen "Strukturwandel der �ffentlichkeit" bewirkt. Und zwar durchaus mit einer klaren Tendenz. ...

Im Videoblog verbinden sich Eigenschaften des Print-Journalismus, der Internet-Kommunikation und des Fernsehens. Alle drei verwandeln sich dabei und bringen ein neues Format mit eigener Funktionslogik hervor. Das Hauptmerkmal dabei ist, dass es sich in einer kleinen, einer fragmentierten �ffentlichkeit abspielt - und das hat Konsequenzen auf die dort favorisierte Kommunikationskultur. ... [Dort] tritt an die Stelle dieser Allgemeinheit das Besondere, Individuelle, ja das radikal Subjektive: Hier darf jeder so richtig "Ich" sagen - schlie�lich ist man in der kleinen �ffentlichkeit quasi unter sich. Man k�nnte auch sagen: Noch nie ist der Sender dem Empf�nger so vertraulich nahe ger�ckt. ...

Das Vloggen lebt von jenen Befindlichkeitswallungen, die noch nicht die Verallgemeinerungsf�higkeit des Logos erreicht haben, die man deshalb in einem Text nur schlecht auf den Begriff ("aaarrhh") bringen kann, die aber in der kleinen, der intimen �ffentlichkeit des Videoblogs sich mitteilen wie im Familienkreis. Der diskursiv-�ffentliche Raum als eine Distanzsph�re wird verzwischenmenschlicht. Es ist kein Zufall, dass man bei Harald Martensteins Videoblog tats�chlich im Zuhause des Tagesspiegel-Redakteurs angekommen ist. Man sieht ihn vor der Kulisse seiner Wohnk�che samt Kaffeetasse, blauem Toaster und Sch�rze am h�lzernen Geschirrschrank. ... Hier muss sich der laut ge�u�erte Bewusstseinsstrom nicht vor den Kosten der wertvollen Sendezeit rechtfertigen - nur vor der Langmut des Zuschauers. ...

Das Medium, eben weil es nie der Ernstfall, sondern immer nur die Spielwiese ist, neigt dazu, in einem Morast aus Ironie zu versinken, in dem es unm�glich ist, �berhaupt noch feste Fu�abdr�cke zu hinterlassen. ... Andererseits werden sich die Leute bald danach sehnen, dass niemand mehr "Ich" sagt. Es werden dann vermutlich auch im Netz Ich-hemmende Regularien zum Aufbau institutioneller Autorit�t eingef�hrt. Denn die M�glichkeiten, die das Bloggen bietet, sind zu gro�, um sie nicht zu nutzen.
Und sonst: Bin Laden gibts jetzt auch auf deutsch -- zumindest mit deutschen Untertiteln. Und die Taliban sind unschuldig, sagt der Alte in der H�hle.

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2007-11-24

Kriegsberichterstattung im freien Fall

--- Die S�ddeutsche besch�ftigt sich mit dem Wandel der Kriegsberichterstattung in den vergangenen 20 Jahren:
Bosnien ver�nderte alles. ...Wir hatten ja immer ein privilegiertes Leben gef�hrt - immer an vorderster Front und doch niemals direkt beteiligt und betroffen. Doch nun war alles anders: Reporter waren auf einmal keine neutralen Beobachter mehr, sondern Ziel und Opfer. Tomas hatte im Journalistenhotel Holiday Inn nur knapp einen Granateinschlag in seinem Zimmer verpasst. Ron hatten Serben in der Krajina gemeinsam mit einem franz�sischen Kollegen drei Tage lang in eine Scheune gesperrt und gefoltert. Es gingen Ger�chte um, dass die serbischen Scharfsch�tzen mit Kopfpr�mien f�r Kinder und Frauen bezahlt wurden. Und angeblich waren die h�chsten Pr�mien f�r Journalisten ausgesetzt worden. Sp�ter stellte sich heraus, dass die Kopfpr�mienger�chte von der amerikanischen PR-Firma Ruder & Finn in die Welt gesetzt worden waren, die von der kroatischen Regierung 18.000 Dollar im Monat erhielt, um das Image der Kroaten aufzupolieren. Doch egal, ob Ger�cht oder nicht. Es wurde ja auf Journalisten geschossen. ... Was sich im Libanon, in Kolumbien und in Somalia schon angebahnt hatte, wurde in Bosnien besiegelt: Die Neutralit�t der Weltpresse war aufgehoben. Lokale Journalisten waren schon immer verfolgt worden, hatten ihren Mut mit dem Leben bezahlt. Wir internationale Journalisten hatten immer das Privileg der Unabh�ngigkeit genossen. Und ja auch gepflegt. Kam doch mal einer von uns ums Leben, so waren es fast immer Unw�gbarkeiten wie Kreuzfeuer, Granateinschl�ge oder betrunkene Milizen. ... Wer heute als Kriegsreporter arbeitet, der kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass ihn sein internationaler Presseausweis sch�tzt. Im Gegenteil: Im Irak kann es ihm passieren, dass ihn entweder der irakische Widerstand, die al-Qaida oder die Besatzungstruppen der Amerikaner ins Visier nehmen. Mit dem Zweifrontensystem des Kalten Krieges sind aber auch die Parameter der Berichterstattung verschwunden. Die Guerrillaromantik der sechziger und siebziger Jahre funktioniert nicht mehr.
Ansonsten: Nachdem diese Woche auf den ungarischen Server der deutschsprachigen GIMF-Seite (Globale Islamische Medienfront) erneut ein Drohvideo auftauchte, hier noch der Verweis auf einen Bericht zur BKA-Tagung "Tatort Internet":
�ber dem kleinen Jungen glitzert ein goldenes Sternchen, daneben scheint der Mond hell. Der Junge unter diesem Himmelszelt kniet auf einem Gebetsteppich. Hellblau und freundlich sieht die Internetseite der pal�stinensischen Terrororganisation Hamas aus, die sich an die Allerj�ngsten wendet. Nett und harmlos. Ein paar Mausklicks weiter sieht man ein Kopfsteinpflaster. Ein abgetrennter Frauenkopf liegt auf der Stra�e. Daneben wird das Bild einer l�chelnden, Kopftuch tragenden jungen Frau gezeigt, einer Frau, die sich f�r den Heiligen Krieg als Selbstmordattent�terin in die Luft gesprengt hat. Es ist ihr Kopf, der hier auf der Stra�e liegt. So sieht das Kinderprogramm islamistischer Terroristen aus. Immer mehr solcher Versuche gezielter Einflussnahme auf Kinder sind im Internet zu finden. Die Zahl der Terrorseiten steigt konstant. "1998 gab es weltweit zw�lf Terrorseiten, 2003 waren es 2650, im September 2007 haben wir 5860 Seiten gez�hlt", berichtete der israelische Kommunikationsforscher Gabriel Weimann von der Universit�t Haifa auf der Tagung "Tatort Internet" des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden.

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2007-11-13

Medienpropaganda der Bundeswehr

--- Der Macher des Dokumentarfilms Gesteuerte Demokratie" berichtet in Telepolis �ber einen neuen Propagandafeldzug der Bundeswehr bzw. deren Einheit "Operative Information" (OpInfo) in Deutschland und Afghanistan:
Einer Randnotiz der S�ddeutschen Zeitung vom 27. Oktober zufolge verst�rkt die Bundeswehr ihre "Aufkl�rungsarbeit" gegen�ber der eigenen Bev�lkerung. Offenbar unter Bezugnahme auf eine Pressemitteilung des Bundesministeriums der Verteidigung hei�t es, dieses wolle "mit einer neuen Form der �ffentlichkeitsarbeit um mehr Verst�ndnis f�r den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan werben". Seit dem 25.Oktober biete das Verteidigungsministerium den Medien honorarfreie Fotos und Artikel �ber Projekte der zivil-milit�rischen Zusammenarbeit (CIMIC) in Afghanistan an, welche von "Soldaten und Presseoffizieren in Afghanistan sowie vom Pressestab des Ministeriums " stammen. Eine Nennung der Quelle sei bei der Ver�ffentlichung "nicht zwingend" vorgeschrieben. ... Eine �hnliche Form der verschleierten Lancierung von Medienprodukten der Bundeswehr findet schon seit geraumer Zeit im Bereich Fernsehen statt. �ber PR-Agenturen wie die Atkon TV-Service GmbH werden im Auftrag der Bundeswehr fertige TV-Beitr�ge an ein Netzwerk von Vertrauensjournalisten in Redaktionen von privaten und �ffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten geliefert. ... Das Material f�r diese Fernsehbeitr�ge kommt von der Informations- und Medienzentrale der Bundeswehr in St.Augustin (IMZBw), welche auch das Zentrale Bildarchiv der Bundeswehr verwaltet. Die ATKON AG, Mutterfirma der TV-Service GmbH, hat den an der IMZBw angesiedelten Truppenbetreungssender Bundeswehr-TV mit aufgebaut. Dort wurde ein komplettes TV-Studio eingerichtet, welches technisch voll in das Kommunikationsnetzwerk der �ffentlich-Rechtlichen Anstalten integriert ist. Bw-TV wiederum kooperiert bei der Produktion seiner Beitr�ge eng mit dem Videobereich des Zentrums f�r Operative Information der Bundeswehr in Mayen. ... Die OpInfo ist die Nachfolgetruppe der 1989/90 nach einer parlamentarischen Auseinandersetzung und einem medien�ffentlichen Skandal aufgel�sten Psychologischen Verteidigung (PSV). Die PSV hatte in gro�em Ma�e eine illegale und verdeckt durchgef�hrte Bespitzelung und Beeinflussung der bundesdeutschen Bev�lkerung betrieben. Wie die PSV wird die OpInfo in der NATO-Terminologie als PSYOP-Truppe, also als Truppe f�r Psychologische Operationen gef�hrt. Gegenw�rtig geh�ren dem Zentrum f�r Operative Information (ZOpInfo) in Mayen und dem Einsatzbataillon OpInfo 950 in Koblenz rund 1250 Soldaten an. Noch im Sommer 2006 hie� es bei der OpInfo, der PSYOP-Truppe sei die Einwirkung auf die eigene Bev�lkerung strengstens untersagt.
Mal wieder Schnee von gestern eben. Aber auch die Gegenseite bleibt etwa in Form der omin�sen GIMF (Globale Islamische Medien-Front) aktiv. Hier gibts einen Mitschnitt zu einem RTL-Interview mit einem angeblichen GIMF-Sprecher aus dem heimeligen Bayern mit Kopftuch + Adidas-Sneakern. Alles Allah zuliebe.

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2007-11-01

Bushs-Propagandast�tze Karen Hughes geht

--- Buhs-Propagandast�tze Karen Hughes, �ber deren Schicksalsaufgabe, ihre eigenartige Arbeitsmoral und ihre Fauxpas der Spindoktorwiederholt berichtete, hat ihren aktuellen Job als Image-Sch�nerin im US-Au�enministerium hingeworfen:
Als Karen Hughes noch f�r George W. Bush Wahlk�mpfe organisierte, war sie eine beeindruckende "Spin-Doktorin". Manchmal auch eine Angst einfl��ende. So sehr, dass jede Menge Geschichten �ber sie kursierten. Etwa, wie sie einmal quer durch den ganzen Raum auf einen Agentur-Reporter zust�rmte, der gerade einen frechen Bericht �ber einen missgl�ckten Bush-Auftritt verfasste. "Wo haben Sie denn da Buhs geh�rt?", br�llte Hughes den Berichterstatter an. Eine halbe Stunde sp�ter soll sich in dessen Artikel keine Zeile mehr zu Buhs gefunden haben. Wer Hughes in den vorigen zwei Jahren traf - als sie f�r das US-Au�enministerium die "Public Diplomacy" verantwortete, eine Art weltweite Marketing-Offensive f�r Amerika - konnte diese Aggressivit�t immer noch sp�ren. Eigentlich m�sse man die Politik der USA blo� entschiedener kommunizieren, erz�hlte Hughes dann gerne. Die Diplomaten vor Ort sollten h�ufiger im Fernsehen auftreten, sie sollten ihre Zielgruppe genau im Auge behalten, sie sollten neue Medien nutzen, sie sollten Blogs schreiben. M�helos sprang Karen Hughes im Gespr�ch von "Karen's Rules" - einer Art Medienfibel f�r ihre oft leicht verschnarchten Diplomaten - zur Bedeutung von Sportstars als Image-Boschafter f�r die USA. In diesen Momenten schien der amerikanische Sieg im Kampf um die Herzen des Rests der Welt nur eine Frage der Zeit. Doch irgendwann konnte selbst die Berufsoptimistin Hughes eine gewisse M�digkeit nicht mehr verbergen. Deshalb war ihr Abschied zum Jahresende, den sie gemeinsam mit US-Au�enministerin Condoleezza Rice gestern verk�ndete, nicht wirklich �berraschend. ... Zu deutlich waren auch die Zahlen-R�ckschl�ge gewesen, die ihre Arbeit zunehmend wie einen Kampf gegen Windm�hlenfl�gel erschienen lie�en. Als gelernte Wahlkampfstrategin war Hughes auf Zahlen fixiert, auf Umfragewerte. Und die blieben f�r die USA schlecht, etwa in der j�hrlichen "Pew Survey" zu Amerikas Ansehen in der Welt. Stimmungsbilder wie die "Transatlantic Trends" des German Marshall Fund offenbarten gar, dass sich in manchen L�ndern - etwa der T�rkei - trotz aller Hughes-Anstrengungen die Sympathie f�r die Amerikaner sogar deutlich abk�hlte. Schuld daran waren vor allem Bilder: vom Irak-Schlamassel, aus Guantanamo, von Abu Ghureib. Bilder, die sich als st�rker herausstellten als jede noch so gewiefte "Public Diplomacy".
Als "Erbe" hat die PR-Zarin dem State Department unter anderem ein Diplomaten-Blog (Dipnote) hinterlassen, das wider Erwarten sogar hei�e Themen wie Afghanistan und Irak ohne g�nzliche Sch�nf�rberei aufgreift. Dort zu finden ist aber auch der neue, von Disney in sch�nster Hollywood-Manier gemachte "Welcome"-Spot f�r USA-Reisende, welcher in scharfen Kontrast zu PNR-Daten und dem Zwang zur Abgabe von Fingerabdr�cken an der Grenze steht.



Hughes selbst noch zu dem Thema: This week I attended a movie premiere, but without Hollywood stars � this is Washington after all. The stars of this film are the men, women and children of America, shown at work, at play and going about their daily lives. ... When I first started working on America�s public diplomacy a couple of years ago, a few things became very clear, very quickly. First, all our research shows that people who have visited America and seen us for themselves have much more positive views ... But that collided with another reality � that in the aftermath of September 11th, new security regulations designed to protect both our citizens and our guests had slowed the visa process, made our airports seem less friendly, and generally created a perception that was more off-putting than welcoming. ... I started looking for partners to help us put out a better welcome mat, and realized that the travel tourism industry had a shared interest in bringing people to our country. We started brainstorming ways to make the entire process, from getting a visa to standing in an airport security line, more customer friendly. One of the things we all talked about from our very first meeting was using television monitors to display a welcoming video message as people stood in lines to go through customs.

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2007-10-27

US-Beh�rde probierts mit gefakter Pressekonferenz

--- Von gefakten oder bezahlten Nachrichten in diversen Medien hat man ja schon einiges geh�rt. Die schon im Katrina-Umfeld in die Kritik geratene US-Notfallbeh�rde Federal Emergency Management Agency (FEMA) ging nun einen deutlichen Schritt weiter:
Es waren erfreulich harmlose Fragen, mit denen sich Harvey Johnson konfrontiert sah. "Sind Sie zufrieden mit Femas Reaktion?", fragte ein Reporter den Vizechef der Federal Emergency Management Agency zur Brandkatastrophe. "Ja, ich bin sehr zufrieden", antwortete Johnson. Kritischer wurde es im Verlauf der am vergangenen Dienstag von der Fema in Washington anberaumten Pressekonferenz nicht - denn alle vermeintlichen Journalisten vor Ort waren in Wirklichkeit Fema-Mitarbeiter, wie die "Washington Post" jetzt herausfand.Die Beh�rde hatte ihre Pressekonferenz zu den schweren Waldbr�nden in Kalifornien erst 15 Minuten vor Beginn angek�ndigt. Deshalb war es keinem einzigen Reporter m�glich, bei der Veranstaltung pr�sent zu sein. Einige Journalisten lie�en sich telefonisch zuschalten, konnten jedoch keine Fragen stellen. Vor Ort waren neben Johnson lediglich Mitarbeiter der Fema anwesend. Die Pressekonferenz wurde von mehreren TV-Stationen �bertragen. Die Beh�rdenleute gaben sich zu keiner Zeit als Fema-Angestellte zu erkennen und stellten ihrem Vorgesetzten etliche lammfromme Fragen. ohnson schrieb am Freitag in einem Beitrag f�r die "Washington Post": "Unser Ziel war es, die Information so schnell wie m�glich zu verbreiten, dabei haben wir einen Fehler gemacht." Er wies jedoch darauf hin, wie hervorragend die Reaktion der Fema auf die Waldbr�nde gewesen sei. Eine Sprecherin von Pr�sident George W. Bush sagte der "Los Angeles Times" (Samstagsausgabe): "Das ist keine Praxis, die wir hier im Wei�en Haus anwenden w�rden." ... Deutlicher �u�erte sich das US-Heimatschutzministerium, dem die Beh�rde unterstellt ist: "Das ist unentschuldbar, solche Aktionen werden nicht toleriert und d�rfen sich nicht wiederholen."
Und sonst: Sch�uble k�mpft weiter gegen islamistische Propaganda im Netz: Bundesinnenminister Wolfgang Sch�uble hat am heutigen Freitag das Gemeinsame Internetzentrum (GIZ) in Berlin besucht, dessen Aufgabe es ist, Informationen zum islamistischen Extremismus und Terrorismus durch die Beobachtung einschl�giger Internetseiten zu beschaffen. ... Die GIZ-Mitarbeiter wussten unterdessen davon zu berichten, dass Deutsch als Sprache islamistischer Propaganda im weltweiten Datennetz immer mehr an Bedeutung gewinne. Wichtigste Sprache sei zwar nach wie vor Arabisch, aber neben der zunehmenden Zahl englisch- und franz�sischsprachiger Webseiten f�nden sich zunehmend auch solche auf deutsch. Sch�uble wertete die Zunahme als ein Zeichen daf�r, wie versucht werde, gezielt Menschen anzuwerben, die weder einen ausl�ndischen noch einen Migrationshintergrund haben. Auch berichteten die Mitarbeiter dem Minister von einer explosionsartigen Vermehrung islamistischer Propaganda im Datennetz.

Passend dazu von der anderen Seite: Mit eigenen Videos gegen Terror-PR. Die NATO will politischen Eiferern, etwa islamischen Extremisten, die ihre �ffentlichkeitsarbeit inzwischen professionell aufgezogen haben, jetzt auch in puncto PR den Kampf ansagen � und k�nftig ebenfalls auf die Macht des bewegten Bildes setzen. Laut der Nachrichtenagentur Canadian Press hat D�nemark eine Million Euro bewilligt, um die NATO mit Kameras und Videotechnik zu versorgen � das Ziel: Die Soldaten sollen �ffentlichkeitswirksames Bildmaterial aus Afghanistan liefern.

Bush d�rfte als gro�er Umarmer in die Geschichte der symbolischen Politik eingehen: Bush the Embracer: Interpreting the Presidential Hug. ... Long after his presidency is history, some of the most memorable images of Bush's years in office will involve hugs.

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2007-10-21

Terror-Websites raus aus dem Netz?

--- Die New York Times beleuchtet mal wieder Fragen des Umgangs mit islamistischen Propaganda-Seiten und sieht Versuche, diese aus dem Netz zu verbannen, skeptisch:
One by one, starting a few weeks ago, 40 militant Islamist Web sites got knocked off the Internet. Gone were some of the world�s most active jihadi sites, with forums full of extremist chatter. This disappearance mystified American counterterrorism officials. They hadn�t shut them down, they knew, so who had? Happily claiming credit for the jihadi blackout is a Christian-Lebanese engineer named Joseph G. Shahda, who is waging a private, and passionate, war on terrorism from his home near Boston. �These sites are very, very dangerous,� Mr. Shahda said. �And I think we should keep going after them. They are used as recruiting tools for terrorists, arousing emotions, teaching how to hate.� Except it�s not quite that simple, when you talk to some terrorism experts. Mr. Shahda�s one-man operation highlights the tension over what to do about online jihadi militancy � a tension that has grown along with the material. Perhaps it�s better to shut it down, and try to prosecute those involved. Or maybe the material should be left up, as a way to learn something valuable in the larger battle against terrorists. �There�s a lot to be gained by watching these sites,� said Brian Fishman, a senior associate at the Combating Terrorism Center at the United States Military Academy at West Point. One thing not in dispute is the sheer volume of the material. Al Qaeda has begun issuing videotapes as often as twice a week, while insurgents in Iraq pump them out daily, and the blood-drenched images appear on several thousand militant Web sites that now include upward of 100 in English. Public concern rose a notch last week when The New York Times reported that one of the most popular English-language sites was run by a 21-year-old Qaeda enthusiast named Samir Khan from his parents� home in North Carolina. Mr. Khan has done so since late 2005, unchallenged by law enforcement authorities. �Isn�t there anything this fellow can be charged with, or is he completely free to aid the global jihad from North Carolina and give interviews to The New York Times?� Robert Spencer wrote on his site, Jihad Watch. But those who are reading Mr. Khan�s blog include officials at the Combating Terrorism Center who, since last year, have been training F.B.I. agents and analysts with the government�s joint terrorism task forces. Center officials say Mr. Khan�s blog yielded confirmation of an important discovery: that a host of militant sheiks and scholars, dead and alive, are today far more influential than Osama bin Laden. These men include Abdullah Yusuf Azzam, a mentor of Mr. bin Laden�s who promoted global jihad with his writings until his death in 1989, and the center�s findings helped the authorities conclude that Al Qaeda is but part of a larger, and diffuse, ideological movement. Similar efforts to monitor online jihadists are under way in cities like Berlin, where intelligence and law enforcement officials have created a new multi-agency Internet center, and New York, where the police department this summer published a report on Islamic extremism that drew from the department�s online sleuthing.
Und sonst: Neues zum Thema Infowar: "Die erste Schlacht in den Kriegen der Zukunft geht um die Kontrolle des Cyberspace". Die US-Luftwaffe sieht den Cyberspace als Erweiterung des Luft- und Weltraums an und erkl�rt das Cyberkommando zur wichtigsten Streitkraft.

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2007-10-17

Polen: Deutsche Journalisten sind "gleichgeschaltet"

--- Polen sch�rt die Angst vor den Deutschen? D�rfen wir das schrieben, oder machen wir uns damit gleich gemein mit der "gleichgeschalteten" deutschen Presse, die seit Monaten gegen Polen wettert? So jedenfalls sieht es die polnische Regierung jetzt in einer eigens erstellten Brosch�re, wie die FAZ berichtet.
"Mariusz Muszynski, der Beauftragte der polnischen Regierung f�r die Beziehungen zu Deutschland, hat jetzt im Auftrag des Au�enministeriums zusammen mit einigen Freunden in einer dicken Brosch�re verk�ndet, warum deutsche Journalisten kein gutes Haar an Polen lassen: weil sie samt und sonders �von dem Ideal abweichen�, dem sie in der Demokratie folgen sollen, n�mlich �selbstlose, unvoreingenommene, �berparteiliche Mittler� zu sein. Statt dessen s�hen sie ihr oberstes Ziel darin, immer und �berall die Diplomatie der �Gro�macht BRD� �tatkr�ftig� zu unterst�tzen, welche seit �Bismarck� nur im Sinn habe, �den ganzen Kontinent� mit �einem Netz bi- und multinationaler Vertr�ge� zu �berziehen, dessen �F�den� schlie�lich alle nach Berlin liefen."
Nicht ohne, Herr Muszynski. Offenkundig liest er zu wenig deutche Zeitung und konzentriert sich nur auf die Karrikaturen, die seinen Regierungschef nicht immer nett gezeichnet haben - was einen bei einer Karrikatur nicht wundern muss. Aber, es geht ja noch weiter: "Ausgehend vom Begriff der Staatsr�son, entwickelt Muszynski eine Theorie der Selbstgleichschaltung der deutschen Medien, welche vor allem dadurch m�glich sei, dass den Lesern im Lande letztlich egal sei, was in den au�enpolitischen Spalten der Zeitungen stehe. �Der Haken bei der Sache� liege �darin, dass die deutsche Gesellschaft in ihrer Masse eher auf Konsum eingestellt ist und kein Interesse an der Au�enpolitik als solcher zeigt�, stellt er sachkundig fest. So k�nne das Heer der Korrespondenten es sich leisten, ungestraft als Regierungsherolde zu schreiben, statt als Dienstleister eines wissensdurstigen Publikums."
�brigens wird bald gew�hlt in Polen. Ist es jetzt arrogant, wenn wir das alles als Schmunzette abtun? Egal - weiter machen!
P.S.: Reporter ohne Grenzen haben diese Woche festgestellt, dass in der EU die Pressefreiheit in Polen am st�rksten eingeschr�nkt ist.


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2007-09-22

Deutsche Islamistenseite GIMF wird wieder gef�ttert

--- Die bereits mehrfach im Web umgezogene Globale Islamische Medien-Front ist auf deutsch wieder zur�ck:
Die Wiener Propaganda-Zelle, die letzte Woche ausgehoben wurde, hat offenbar noch mehr aktive Mitglieder als das inhaftierte Ehepaar. Seit Mittwoch gibt es jedenfalls eine neue Dependance der "Globalen Islamischen Medienfront" (GIMF). Dabei handelt es sich um jene deutschsprachige Gruppe von Internet-Dschihadisten, die im M�rz dieses Jahres ein Droh-Video gegen �sterreich und Deutschland ver�ffentlichte und vor Anschl�gen warnte, falls die beiden L�nder nicht ihre Soldaten aus Afghanistan abziehen - und au�erdem t�glich Bekennerschreiben und sonstige Terrorpropaganda von al-Qaida und verwandten Organisationen auf deutsch zug�nglich machte. ... Die Idee bestand darin, nach dem Vorbild der arabischsprachigen Ur-GIMF und ihrem englischsprachigen Ableger, Terrorpropaganda auch auf Deutsch zu verbreiten. ... Ermittler waren bereits fr�hzeitig davon ausgegangen, dass die GIMF aus mehr als nur ein paar Leuten bestehen muss; zu umfangreich war das Material, das die Gruppe tagt�glich �bersetzte. Noch im August hatte die deutsche GIMF auf ihrer Website zudem �bersetzer gesucht, um der F�lle der Propaganda Herr zu werden. Noch haben allerdings zumindest deutsche Beh�rden keine Hinweise darauf, wer hinter dem Relaunch der GIMF-Seite stehen k�nnte. Dem Hauptverd�chtigen Mohamed M. werden zwar mindestens ein dutzend einschl�giger E-Mail-Kontakte bis in den Irak und nach Saudi-Arabien zur Last gelegt, darunter offenbar Qaida-Kontaktpersonen - aber nach Deutschland f�hrt keine hei�e Spur. ... Terrorermittler gehen aber davon aus, dass es sich bei der deutschen GIMF um reine "Sessel-Dschihadisten" handelte, die keine Anschl�ge in der realen Welt planten. Die Bedeutung ihrer Seite wird trotzdem als potenziell gef�hrlich eingesch�tzt: "Da kann man Radikalisierung in Echtzeit beobachten", sagte ein deutscher Verfassungssch�tzer.
Und sonst: Die kleinen Br�der schlagen beim Thema Polizei-Brutalit�t auf YouTube und Co. zur�ck: Little Brother is watching you. In einer Welt, in der jeder Kameramann ist und YouTube den Sendeplatz stellt, steht potentiell jeder unter Beobachtung. F�r die Polizei in den USA wird das zu einem zunehmenden Problem. Nicht nur, weil es immer �fter die Schl�ger im Polizeicorps outed - sondern allen den Ruf versaut. Mehr zum j�ngsten Taser-Fall auch bei Telepolis: Elektroschockwaffen zur Disziplinierung.

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2007-09-08

Bin Laden geht unter die Globalisierungsgegner

--- Osama bin Laden hat sich wenige Tage vor dem 6. Jahrestag der Anschl�ge am 6. September einen Imagewandel verpasst. Das Blut von den H�nden gewischt, die Kalaschnikow abgelegt und den Bart schwarz gef�rbt wirbt der Terrorf�hrer in einem neuen Video um Sympathien an allen Fronten, wobei er sich vor allem in die Phalanx der Kapitalismuskritiker einreiht:
Die Rede ist aus mehreren Gr�nden ungew�hnlich. Dies betrifft zum einen den Inhalt: Nie zuvor hat Osama Bin Laden sich derart als eine Art globaler Oppositionspolitiker inszeniert. Weite Teile der Ansprache bestehen aus reiner Kapitalismus- und Globalisierungskritik. "So wie ihr euch zuvor aus der Sklaverei der M�nche, K�nige und Feudalherren befreit habt, so solltet ihr euch jetzt von den Irref�hrungen ... des kapitalistischen Systems befreien", sagt der Qaida-Gr�nder an einer Stelle.
Zum anderen ist ungew�hnlich, auf welche Art der Inhalt der Rede bekannt wurde. In der Nacht zum Donnerstag hatte die Qaida-nahe Produktionsfirma al-Sahab angek�ndigt, dass eine Rede des Terrorpaten bald ver�ffentlicht werde. Doch noch bevor die Terror-Propagandisten das Band publizierten, berichteten gestern US-Medien �ber die Kernaussagen Bin Ladens. ... Politische, geschichtliche und moralische Er�rterungen vermischend, zeichnet Bin Laden das Bild einer Nation, die auf der Verliererstra�e ist. Obwohl milit�risch �berm�chtig, k�nnten die Amerikaner im Irak nicht gewinnen - weil sie zwar moralisch argumentierten, in Wahrheit aber nur den Interessen internationaler Konzerne folgten. Das Ansehen der USA sei deswegen ruiniert. Um "den Krieg zwischen uns" zu stoppen, gebe es zwei M�glichkeiten: Entweder die Mudschahidin stellten die Kampfhandlungen ein, was aber nicht gehe, weil sie eine Pflicht erf�llten. ... Es gebe allerdings einen Ausweg, sagt Bin Laden weiter: Die Amerikaner sollten "nach einem alternativen, aufrechten Weg suchen", in dem es nicht darum gehe, andere zum eigenen Nutzen zu unterdr�cken. Nat�rlich hat dieser Weg auch einen Namen: Die Amerikaner sollen zum Islam konvertieren. Bin Laden macht sich sogar die M�he, Koranstellen aufzuz�hlen, in denen Jesus und Maria erw�hnt werden. Anders als in seiner vorherigen Ansprache aus dem Sommer 2006 droht er diesmal nicht mit Anschl�gen. Der Terrorpate sinniert stattdessen �ber B�cher, zum Beispiel des linken Intellektuellen Noam Chomsky. Der Libanon-Krieg, der Konflikt zwischen Hamas und Fatah, die Anschlagsversuche in Gro�britannien und Deutschland - all das wird nicht erw�hnt.
Einen ausf�hrlichen Bericht zur Wandlung bin Ladens gibts bei Telepolis: Mit Kapitalismuskritik zum Gottesstaat.

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2007-08-02

Die Stimme der Taliban

--- Die Welt betrachtet den Medienkrieg der Steinzeit-K�mpfer:
Er telefoniert viel. Er wird seit zwei Wochen in westlichen Medien nahezu t�glich zitiert. Vor allem in Deutschland und in S�dkorea. Dabei wirkt er in seinen Anrufen bei Agenturjournalisten nicht einmal eloquent, sondern recht einsilbig. So als habe er nur Texte, die er ablese, aber kein dar�ber hinaus reichendes Wissen. Er spricht Paschtu, offenbar ausschlie�lich. Sein Name: Muhammed Jusuf Ahmadi. In anderer Schreibweise: Kari Mohammed Yusuf. Beruf: unbekannt. Aktuelle T�tigkeit: autorisierter Sprecher der Taliban. Muhammed Jusuf Ahmadi, von dem nicht einmal der Bundesnachrichtendienst ein Foto besitzt, ist nicht das Hirn der Taliban und nicht ihr Gesicht. Er ist einfach nur ihre aktuelle Stimme. Er versorgt die Medien mit den Schlagzeilen des n�chsten Tages: �Wir haben zwei Deutsche entf�hrt.� � �23 koreanischen Geiseln befinden sich in unserer Hand.� � �Das Ultimatum l�uft.� � �Beide Deutsche sind hingerichtet worden.�� �Eine letzte Frist f�r die Koreaner.� � �Dem Deutschen geht es schlecht.� Auf den Wahrheitsgehalt kommt es Jusuf Ahmadi erkennbar nicht an. ... ie von Mullah Omar gef�hrten Krieger wider die Moderne haben sich mit moderner Technik ausger�stet, um die �Ungl�ubigen� auf dem Schlachtfeld der medialen �ffentlichkeit zu besiegen. ... Hatten die Taliban in dem von ihnen beherrschten �Islamischen Emirat Afghanistan� Fernsehen, Musik, Kino und Internet unter drakonische Strafen gestellt, agieren sie heute aus ihren H�hlen und Unterst�nden mit H�rfunksendern, professionellen Web-Sites und eitlen Selbstdarstellungen vor westlichen TV-Kameras. ... Die Drehb�cher zu derartigen Inszenierungen schreibt das �Taliban-Medien-Komitee�, gegr�ndet 1993 kurz nach Ende der sowjetischen Besatzung. Abdul Hay Mudmateeb leitet die PR-Zentrale der Islamisten. Die Handy-Nummern und E-Mail-Adressen von Mudmateeb und seinen beiden Haupt-Sprechern Muhammed Jusuf Ahmadi und Zbiabullah Mujahed liegen Geheimdiensten und Journalisten vor. ... Der R�ckhalt der Taliban ist unter den Paschtunen immer noch gro�. Immerhin waren es die Islamisten, die mit Korruption aufr�umten, den Russen entgegen traten und die Macht der Warlords tadschikischer oder usbekischer Abstammung brachen. Aber BND-Experten sch�tzen den harten Kern der Taliban nur noch auf einige tausende Mann. Um sie herum agieren zigtausende Anh�nger und S�ldner mit begrenzter Loyalit�t.
Und sonst: Der Pressefreiheit gehts hierzulande anscheinend mal wieder an den Kragen: Ermittlungen gegen Journalisten. Mehrere Staatsanwaltschaften ermitteln jetzt gegen 17 Journalisten, weil sie aus geheimen Akten des BND-Untersuchungsausschusses zitiert haben sollen

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2007-08-01

Murdoch schnappt sich Wall Street Journal

--- Der Haifisch unter den Medienmogulen hat mal wieder zugebissen und sich mit Dow Jones das Wall Street Journal einverleibt. Spiegel Online, l�ngst auf alles andere als auf Nachrichten von links abonniert, versucht die halbwegs guten Seiten bei dem Deal zu sehen bzw. diesen zumindest halbwegs n�chtern zu betrachten:
30 Millionen Dollar zahlt der m�chtigste Medienmann der Welt aus der Portokasse. Die Erben des DJ-Urvaters Clarence Barron hatten sich zwar geziert, sich bei ihrem Widerstand gegen Murdochs Pl�ne auf journalistische Grunds�tze berufen. Tats�chlich waren sie jedoch mit kaltem Cash zu k�dern. Deshalb auch die �berzogene Kaufsumme, ein 67-prozentiger Aufschlag auf den vorherigen Marktwert von DJ und das Privatverm�gen der Bancrofts. Das Murdoch-Prinzip traf selbst auf den alten Presse-Clan zu: Grunds�tze sind gut - Geld ist besser. Und so nahm seinen Lauf, was viele als Untergang des journalistischen Abendlandes beklagen: Rupert Murdoch - Machtmensch, Zeremonienmeister des Vulg�ren, brillant-skrupelloser Gesch�ftsmann - erf�llt sich seinen gr��ten Lebenstraum und verleibt sich die weltbeste Wirtschaftszeitung ein, eine der letzten unabh�ngigen Pfr�nde in der US-Zeitungslandschaft. ... Zugegeben: Unter Murdoch mutierte die linksliberale, dr�ge "New York Post" zum konservativen Kampfblatt, das jeden Feind zerfetzt. Doch ist sie selbst f�r Murdochs �rgsten Gegner Pflichtlekt�re - und hat einen auffallend gut informierten Wirtschaftsteil. Auch zugegeben: Fox News, Murdochs Nachrichtensender, verbreitet gern Regierungspropaganda. Doch sein Fox-Network - die gro�e Network-Schwester des Kabel-Newskanals - machte immerhin mit den "Simpsons" Quote, jenem subversiven Zeitkritik-Comic, in dem sich Murdoch, einmal selbst auf die Schippe nahm: "Ich bin Rupert Murdoch, der Milliard�rs-Tyrann!" ... Fest in der Tradition der Neocons, stand das "WSJ" auch US-Pr�sident George W. Bush meist treu zur Seite und trommelt bis heute f�r dessen Irak-Krieg. In dieser Hinsicht ist das "WSJ" seit langem mehr Murdoch als Murdoch selbst. Was sonst k�nnte sich �ndern? Die gro�en Reportagen, die Murdoch pers�nlich "zu lang" sind? Der oft gedrechselte Stil? Viel Spielraum hat Murdoch nicht, dazu ist der "WSJ"-Leserkreis viel zu elit�r - er d�rfte beim ersten Ausflug in niedere Gefilde schnell abwandern. "Wenn das 'Journal' seine Seite-3-Girls bekommt", juxte Murdoch im Interview mit dem US-Magazin "Fortune" in Anspielung auf die t�glichen Nacktfotos in seiner britischen Postille "Sun", "dann werden wir sicherstellen, dass sie ihren Betriebswirtschaftsabschluss haben."
Viel schlimmer kann es mit dem WSJ also gar nicht werden, auch wenn Murdochs Macht erneut w�chst. Eine �bersicht �ber die Ausbreitung des "ordoliberalen Weltenherrschers" gibts in der S�ddeutschen Zeitung. Ansonsten: Deutsche Afghanistan-Geisel von al-Dschasira in Video vorgef�hrt � das Ausw�rtige Amt bezeichnet die Aufnahmen in einer ersten Stellungnahme als "Dokument der Einsch�chterung".

Boom der PR-Industrie: Based on the survey results of 300 public relations firms around the world, The Holmes Report estimates that the industry is "generating at least $7 billion in fee income annually, employing in excess of 50,000 people, and growing by at least 8.5 percent a year."

US-Milit�r will auch im eigenen Land Propaganda betreiben d�rfen: In preparing its marketing study commissioned by the U.S. military, the RAND Corporation sought the advice of PR advisers including Burson-Marsteller, Weber Shandwick, J.D. Power, the Rendon Group, and the Lincoln Group. The report called for a review of the Smith-Mundt Act, which bans government propaganda aimed at U.S. audiences, claiming that it put the military at a "competitive disadvantage".

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2007-07-27

Bertelsmann-Stiftung r�stet sicherheitspolitisch auf

--- Die umstrittene Bertelsmann-Stiftung sorgt mal wieder f�r Schlagzeilen bei Telepolis:
Sage niemand, die Provinz sei harmlos. Einer der einflussreichsten F�rsprecher einer Militarisierung der deutschen und europ�ischen Au�enpolitik ist im westf�lischen G�tersloh zuhause. Die Bertelsmann-Stiftung unterst�tzt im Kampf um den globalen Einfluss den Aufbau der "Supermacht Europa" und deren milit�rischer Aufr�stung, wom�glich auch mit Atomwaffen. ... F�r die strategische Vorbereitung und Umsetzung ihrer gesellschaftspolitischen Projekte stehen der Stiftung 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verf�gung. Hinzu kommen von der Stiftung finanzierte Forschungsinstitute wie das Centrum f�r angewandte Politikwissenschaft (CAP) in M�nchen, sowie ein engmaschiges Netzwerk von pers�nlichen Beziehungen, das bis in die Spitzen der nationalen, europ�ischen und transatlantischen Politik reicht. Die au�enpolitische Agenda der Stiftung hat einen eindeutigen Fokus: Europa soll innerhalb der globalen Wirtschafts- und Machtbl�cke seine Interessen wahrnehmen, sich als Weltmacht definieren und zum globalen Milit�rakteur entwickeln, der bei Bedarf jeden Punkt der Welt kontrollieren kann. Damit sollen die sogenannten sicherheitspolitischen Interessen gewahrt werden, die Hand in Hand gehen mit wirtschaftlichen Interessen: sicherer Zufluss von Rohstoffen, ungehemmte Kapitalfl�sse sowie reibungslos funktionierende globale Liefer- und Absatzketten. ... 1999 gr�ndete die Bertelsmann Stiftung die Arbeitsgruppe "Venusberg Group". Sie besteht aus neun au�en- und sicherheitspolitischen "Experten" aus verschiedenen europ�ischen Staaten. Im Jahr 2000 ver�ffentlichte das Gremium unter dem Titel "Enhancing the European Union as an International Security Actor. A Strategy for Action" ein sicherheitspolitisches Konzept f�r die EU. Darin wird gefordert, dass sich "die EU bis 2030 gegen alle Arten von Bedrohung autonom verteidigen k�nnen" soll.
Und sonst: Neues vom Terror.web: Al Qaeda ramps up its propaganda. The bin Laden video is the latest of the group's 2007 media blitz: 63 messages, so far.

Aber auch Milit�rs in den USA und in der EU sind auf der Image- und Propagandafront nicht unt�tig: The Pentagon Gets a Lesson From Madison Avenue. U.S. Needs to Devise a Different 'Brand' to Win Over the Iraqi People, Study Advises: The key to boosting the image and effectiveness of U.S. military operations around the world involves "shaping" both the product and the marketplace, and then establishing a brand identity that places what you are selling in a positive light, said clinical psychologist Todd C. Helmus, the author of "Enlisting Madison Avenue: The Marketing Approach to Earning Popular Support in Theaters of Operation." The 211-page study, for which the U.S. Joint Forces Command paid the Rand Corp. $400,000, was released this week.

Gro�britanniens Verteidigungsministerium scheint da schon weiter zu sein, aber auch viel Geld zum Fenster hinauszuwerfen: Defence chiefs are spending millions of pounds of taxpayers' money on 1,000 "spin doctors" in an attempt to boost the military's public image. Yet in a striking admission, an internal Ministry of Defence (MoD) document reveals that senior officials have "no clear idea" of who they are, whether they are making an impact, or their actual cost to the country. The document, The Defence Communications Strategy, also contains what is believed to be the first official admission by the Government that there is little or no support for the war in Iraq among the British public. Simon MacDowall, the MoD's director general of media and communications, drew up the strategy in an attempt to reduce the bureaucracy of the department's public relations machine.

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2007-07-24

"Infame Propaganda" der Taliban beklagt

--- Im letzten Posting war der "Infowar" der Taliban im afghanischen Geiseldrama ja schon angeklungen, jetzt gibt es dazu Einzelheiten aus Sicht der Bundesregierung:
Die noch lebende deutsche Geisel in Afghanistan ist nach ARD-Informationen aufgesp�rt worden. Dem Ingenieur gehe es entgegen der Angaben der radikal-islamistischen Taliban-Miliz vergleichsweise gut. Die Gotteskrieger sind in dem Fall offenbar nur Trittbrettfahrer. Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi hatte am Dienstag behauptet, dass die deutsche Geisel gesundheitliche Probleme habe. Er sagte: "Der Deutsche ist sehr krank, er hat Diabetes". Die Aufst�ndischen h�tten keine Medikamente. "Deswegen k�nnen wir ihm nicht helfen." Es gibt allerdings erhebliche Zweifel daran, dass sich die Geisel tats�chlich in der Hand der Taliban befindet. Experten vermuten, dass die Entf�hrung stattdessen auf einen Stammeskonflikt mit kriminellem Hintergrund zur�ckgeht und die Rebellen die Geiselnahme f�r ihre Zwecke instrumentalisieren. ... So etwas wie das Verhalten der Taliban, die im aktuellen Geiseldrama nur als Trittbrettfahrer gelten, habe man noch nicht erlebt, sagte Au�enamtssprecher Martin J�ger. Ein Novum sei, dass sich so genannte Sprecher der Taliban an die �ffentlichkeit wendeten und von Dingen berichteten, die durch die Realit�t nicht gedeckt seien. So sei am Samstag die Mitteilung in Umlauf gebracht worden, das Ultimatum f�r die deutsche Geisel laufe ab. Sp�ter habe sich das als "infame Propaganda" erwiesen. Die so genannten Sprecher w�rden die Medienberichte in Deutschland genau verfolgen und darauf reagieren, sagte J�ger. Die Taliban hatten zuvor eine neue Forderung gestellt. Da die Bundesregierung einen zun�chst geforderten Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan ablehnt, wollen sie stattdessen nun die Freilassung von zehn Taliban-K�mpfern aus afghanischer Haft erreichen, sagte der Taliban-Sprecher.
Update: Das Au�enministerium hat inzwischen noch einmal nachgelegt: Im ARD-�Morgenmagazin� sagte der Sprecher des Ausw�rtigen Amtes, Martin J�ger, am Donnerstag: �Wir haben es nicht nur mit der Ebene der Attentate, der Massaker und Hinrichtungen zu tun, sondern wir haben es mit einem Ph�nomen zu tun, das Journalisten Medienkrieg genannt haben. Krieg mit Worten.� J�ger sagte, es werde von Seiten der Taliban sehr effizient mit dem Instrument der Propaganda gearbeitet. J�ger sagte, es handele sich bei den Taliban um �ausgesprochene Profis�. �Das sind die Zeremonienmeister des Terrors.� Sie f�hrten die Listen ihrer Schandtaten im Internet und beobachteten ganz gezielt die politische Diskussion in Europa, um darauf Einfluss zu nehmen.

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2007-07-01

Neue Einblicke in die islamistische Web-Propaganda

--- Radio Free Europe/Radio Liberty hat einen Bericht �ber die Internet-Propaganda islamistischer Kreise mit Schwerpunkt Irak ver�ffentlicht. Dabei handelt es sich zwar keineswegs um einen Report aus neutraler Quelle, aber die Ergebnisse kann man sich mal anschauen:
The book-length report, "Iraqi Insurgent Media: The War Of Images And Ideas" by RFE/RL regional analysts Daniel Kimmage and Kathleen Ridolfo, provides an in-depth analysis of the media efforts of Sunni insurgents, who are responsible for the majority of U.S. combat deaths in Iraq. Kimmage and Ridolfo argue that the loss of coordination and message control that results from decentralization has revealed fundamental disagreements about Iraq's present and future between nationalist and global jihadist groups in Iraq and that these disagreements are ripe for exploitation by those interested in a liberal and democratic Iraq. The report also finds that anti-Shi'ite hate speech is an increasingly prominent part of the insurgent message. With sectarian killings on the rise in Iraq, the tenor of invective points to the possibility of even greater bloodshed. A wealth of evidence shows that hate speech paved the way for genocide in Rwanda in 1994, for example. Iraq's Sunni insurgency has developed a sophisticated media campaign to deliver its message over the Internet through daily press releases, weekly and monthly magazines, books, video clips, full-length films, countless websites, and even television stations. Part of the target audience for insurgent media projects are mainstream Arabic-language media, which often amplify the insurgent message to a mass audience. The popularity of online Iraqi Sunni insurgent media, the authors contend, reflects a genuine demand for their message in the Arab world. A response, no matter how lavishly funded and cleverly produced, will not eliminate this demand. The authors argue that efforts to counter insurgent media should not focus on producing better propaganda than the insurgents, or trying to eliminate the demand for the insurgent message, but rather on exploiting the vulnerabilities of the insurgent media network.
Ein paar Ausz�ge aus der Analyse: Biographies of the best-known martyrs are sometimes lavish affairs, Abu Mus'ab al-Zarqawi, the most famous jihadist to have died in Iraq, was the subject of a downloadable "encyclopedia" that includes not on numerous materials on the Jordanian militant's life, but also a complete collection of his statements, essays on his beliefs and influence, and statements on the jihad in Iraq by Osama bin Laden. Formatted as a 7.7-megabyte self-contained mini-browser, the "encyclopedia" provides users with a table of contents and a conventient graphics interface. ... The development of martyr biographies illustrates the growing professionailism of the insurgent media network. In May 2005, a participant in a jihadist Internet forum posted a collection of 430 biographies of martyrs in Iraq culled from newspaper accounts, forum posts, and transcribed "wills" recorded by suicide bombers before their final attacks. ... Just as the operational press release is the basic unit of insurgent textual production, visual records of attacks are the basic units of insurgent video production. The two genres are closely related, and insurgent groups sometimes issue operational press releases along with links to download a video record of the attack. (...) Most insurgent groups take care to "brand" themselves, placing their logos in a corner of the screen for the duration of the video ... The impressive array of products Sunni-Iraq insurgents and their supporters create suggests the existence of a veritable multimedia empire. But this impression is misleading. The insurgent media network has no identifiable brick-and-mortar presence, no headquarters, and no bureaucracy. It relies instead on a decentralized, collaborative production model that utilizes the skills of a community of like-minded individuals.

Und sonst: Terror-Craze in UK: Polizei fahndet mit Gro�razzia nach Terroristen. Die Fahndung nach den Bombenlegern von London und den Hinterm�nnern des Anschlags auf den Flughafen von Glasgow l�uft auf Hochtouren. Und: Autobomben als billige Massenvernichtungswaffen. Von Bagdad nach London: Das urbane Leben und die Mobilit�t sind die Ziele des Terrorismus und der Sicherheits- und �berwachungsma�nahmen

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2007-06-26

Wie Murdoch sein Medienimperium ausweitet

--- Die New York Times beleuchtet die st�ndige Ausbreitung des Medienimperiums von Rupert Murdoch, dessen Lobbying-Strategien und sich abzeichnende Interessenskonflikte mit dem geplanten Kauf der Verlagsgesellschaft des Wall Street Journals:
In the fall of 2003, a piece of Rupert Murdoch�s sprawling media empire was in jeopardy. Congress was on the verge of limiting any company from owning local television stations that reached more than 35 percent of American homes. Mr. Murdoch�s Fox stations reached nearly 39 percent, meaning he would have to sell some. A strike force of Mr. Murdoch�s lobbyists joined other media companies in working on the issue. The White House backed the industry, and in a late-night meeting just before Thanksgiving, Congressional leaders agreed to raise the limit � to 39 percent. One leader of the Congressional movement to limit ownership was Senator Trent Lott, Republican of Mississippi. But in the end, he, too, agreed to the compromise. It turns out he had a business connection to Mr. Murdoch. Months before, HarperCollins, Mr. Murdoch�s publishing house, had signed a $250,000 book deal to publish Mr. Lott�s memoir, �Herding Cats,� records and interviews show. His vast media holdings give him a gamut of tools � not just campaign contributions, but also jobs for former government officials and media exposure that promotes allies while attacking adversaries, sometimes viciously � all of which he has used to further his financial interests and establish his legitimacy in the United States, interviews and government records show. Mr. Murdoch may be best known in the this country as the man who created Fox News as a counterweight to what he saw as a liberal bias in the news media. But he has often set aside his conservative ideology in pursuit of his business interests. In recent years, he has spread campaign contributions across both sides of the political aisle and nurtured relationships with the likes of Bill and Hillary Clinton. More than 30 years after the Australian-born Mr. Murdoch arrived on the American newspaper scene and turned The New York Post into a racy, right-leaning tabloid, his holding company, the News Corporation, has offered $5 billion to buy a pillar of the business news establishment � Dow Jones, parent company of The Wall Street Journal. The sale would give Mr. Murdoch control of the pre-eminent journalistic authority on the world in which he is an active, aggressive participant. What worries his critics is that Mr. Murdoch will use The Journal, which has won many Pulitzer Prizes and has a sterling reputation for accuracy and fairness, as yet another tool to further his myriad financial and political agendas. �It is hard to imagine Rupert Murdoch publishing The New York Post in Midtown Manhattan, with all of his personal and political biases and business interests reflected every day, while publishing The Wall Street Journal in Downtown Manhattan with no interference whatsoever,� James Ottaway Jr., a 5 percent shareholder and former director of Dow Jones, said recently. ... From his beginnings as a proprietor of a single Australian newspaper, Mr. Murdoch now commands a news, entertainment and Internet enterprise whose $68 billion value slightly exceeds that of the Walt Disney Company.
In Richtung Murdochs Ambitionen Richtung China legt die NYT gleich auch noch mal nach, das Management der "guten alten Lady" hat wohl wirklich was gegen die �bernahme des Zeitungskonkurrenten durch den Medienmogul.

Und sonst: Mit Iran hat Murdoch noch nicht angebandelt, dort sollen Propagandakan�le wie "Press TV" unter staatlicher Regie gro� werden: Iran startet Konkurrenz zu CNN und BBC. Der Glaube, dass die eigentliche Macht in den Medien und damit in Worten und Bildern liegt, ist ansteckend.

Abgesang auf eine �ra symbolischer Politik: Die Trivialisierung der Politik. Sabine Christiansen und Tony Blair reiten dem Sonnenuntergang entgegen.

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