2010-01-30

Pentagon entwickelt neue T�uschungsstrategien

--- 2002 legte das Pentagon mit dem geplanten "Office of Strategic Influence" noch eine Bauchlandung hin. Doch seitdem strickt das US-Verteidigungsministerium munter weiter an "Waffen zur Massent�uschung". Jetzt sind Pl�ne f�r die Einberufung einer offen als "Office of Strategic Deception" bezeichneten Propagandaeinheit bekannt geworden:
The Defense Department needs to get better at lying and fooling people about its intentions. That�s the conclusion from an influential Pentagon panel, the Defense Science Board (DSB), which recommends that the military and intelligence communities join in a new agency devoted to �strategic surprise/deception.� Tricking battlefield opponents has been a part of war since guys started beating each other with bones and sticks. But these days, such moves are harder to pull off, the DSB notes in a January report (.pdf) first unearthed by InsideDefense.com. �In an era of ubiquitous information access, anonymous leaks and public demands for transparency, deception operations are extraordinarily difficult. Nevertheless, successful strategic deception has in the past provided the United States with significant advantages that translated into operational and tactical success. Successful deception also minimizes U.S. vulnerabilities, while simultaneously setting conditions to surprise adversaries.� The U.S. can�t wait until it�s at war with a particular country or group before engaging in this strategic trickery, however. �Deception cannot succeed in wartime without developing theory and doctrine in peacetime,� according to the DSB. �In order to mitigate or impart surprise, the United States should [begin] deception planning and action prior to the need for military operations.�

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2008-04-20

Die trojanischen Pferde des Pentagon

--- Die New York Times hat eine umfassende Reportage �ber die Beeinflussung so genannter Milit�r-Analysen durch das Pentagon und die Bush-Regierung insgesamt. Es geht in den meisten F�llen um pensionierte Gener�le, die im Fernsehen und gegen�ber die Medien die Sprechblasen des US-Verteidigungsministeriums und der R�stungsindustrie wiedergeben:
To the public, these men are members of a familiar fraternity, presented tens of thousands of times on television and radio as �military analysts� whose long service has equipped them to give authoritative and unfettered judgments about the most pressing issues of the post-Sept. 11 world. Hidden behind that appearance of objectivity, though, is a Pentagon information apparatus that has used those analysts in a campaign to generate favorable news coverage of the administration�s wartime performance, an examination by The New York Times has found. The effort, which began with the buildup to the Iraq war and continues to this day, has sought to exploit ideological and military allegiances, and also a powerful financial dynamic: Most of the analysts have ties to military contractors vested in the very war policies they are asked to assess on air.

... Records and interviews show how the Bush administration has used its control over access and information in an effort to transform the analysts into a kind of media Trojan horse � an instrument intended to shape terrorism coverage from inside the major TV and radio networks. Analysts have been wooed in hundreds of private briefings with senior military leaders, including officials with significant influence over contracting and budget matters, records show. They have been taken on tours of Iraq and given access to classified intelligence. They have been briefed by officials from the White House, State Department and Justice Department, including Mr. Cheney, Alberto R. Gonzales and Stephen J. Hadley. In turn, members of this group have echoed administration talking points, sometimes even when they suspected the information was false or inflated. Some analysts acknowledge they suppressed doubts because they feared jeopardizing their access. A few expressed regret for participating in what they regarded as an effort to dupe the American public with propaganda dressed as independent military analysis.

... Kenneth Allard, a former NBC military analyst who has taught information warfare at the National Defense University, said the campaign amounted to a sophisticated information operation. �This was a coherent, active policy,� he said. As conditions in Iraq deteriorated, Mr. Allard recalled, he saw a yawning gap between what analysts were told in private briefings and what subsequent inquiries and books later revealed. �Night and day,� Mr. Allard said, �I felt we�d been hosed.�
Das Blatt hat dazu auch eine Multimedia-Dokumentation mit zahlreichen Original-Dokumenten �ber Sitzungen des Pentagons mit den dressierten "Analysten", in denen offen von PsyOps die Rede ist. Dass Propaganda gegen die eigenen B�rger in den USA von der Verfassung verboten wird, hat keinen wirklich gest�rt, wie dieses Protokoll (PDF-Datei) eines Brainstormings belegt. Ein geh�riges Misstrauen sollte man "Experten" ja immer entgegenbringen, vor allem, wenn es sich um in Rente gegangene Vertreter gro�er Interessenvereinigungen geht, aber das Ausma� der Korruption im Hintergrund �berrascht doch ab und an.

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2008-01-09

Hillary Clinton punktet nach �ffentlichen Tr�nen

--- Das Zeigen von Emotionen scheint nicht nur Beziehungen manchmal zu retten, sondern auch Stimmen zu sichern in der Politik, jedenfalls konnte Hillary Clinton nach dem �berraschenden Anfangserfolg von Barack Obama mit einer �ffentlichen Gef�hlsdarbietung und verweinten Augen nicht weniger unerwartet in New Hampshire bei der zweiten Vorwahl punkten. "Zur�ckgeheult ins Wei�e Haus?", fragt die Welt daher frech online (Schlagzeile aber geklaut von der New-York-Times-Kolumnistin Maureen Dowd):
War es ihr tr�nenumflorter Blick, die brechende Stimme in einem Caf�haus am Morgen vor der Wahl, die Hillary Clinton retteten? Erbarmten sich die Frauen einer der Ihren, als sie einen Einblick gew�hrte, wie hart es ist, h�rter sein zu m�ssen als ein Mann, um Pr�sidentin zu werden? Man wird noch in Jahren dar�ber spekulieren, wie die Demoskopen in New Hampshire fast ohne Ausnahme so falsch liegen konnten und ob das Comeback Hillary Clintons der ersten offenen gezeigten Verletztheit in 35 Jahren geschuldet war. Oder doch der F�higkeit, die N�te, Hoffnungen und den Zorn der demokratischen Basis nach sieben Jahren Bush-Regierung besser zu erkennen als der Vision�r Barack Obama mit seiner Botschaft von Heilung und neuem Aufbruch. Fest steht, dass ihr knapper Sieg der amerikanischen Demokratie einen Dienst erweist. Es gab keine Kr�nung, es gibt weder Underdogs noch Unvermeidlichkeit.
Neben den immer mal wieder falsch liegenden Demoskopen kommen nun nat�rlich die Amerika-Experten zu Wort. In der Netzeitung etwa Thomas Greven, der beide Favoriten bei den Demokraten nicht so ganz f�r die Mehrheit der Amerikaner f�r w�hlbar h�lt: Einige Amerikaner entwickeln f�r einen schwarzen Pr�sidenten sicherlich eine gewisse Begeisterung. Aber f�r das Gros der Amerikaner ist das eine schwierige Vorstellung. Offen wird das niemand zugeben, offener Rassismus ist nicht mehr opportun in den USA. Aber ein kulturelles Unbehagen ist da. Ich gehe davon aus, dass es angesichts des Erfolges von Obama eine Gegenbewegung geben wird. ...Eine konservative Frau w�re als Pr�sidentin f�r die Amerikaner leichter vorstellbar. Aber Clinton schleppt � wie schon gesagt - viel Ballast mit sich herum. Sie gilt in den USA als liberal, in Deutschland entspricht das einer links-liberalen Einstellung. Als Kandidatin wird sie offenen Widerstand provozieren und ihre Gegner stark mobilisieren. Beim Sieg John McCains bei den Republikanern sprechen viele Beobachter derweil gleich von einem Auferstehungswunder.

Und sonst: Infoschlacht um die iranische Schnellboot-Attacke im Persischen Golf: Erst bewies das Pentagon per Videover�ffentlichung die iranische Provokation im Persischen Golf - heute droht es der Regierung in Iran, sie m�sse im Fall weiterer Konfrontationen auf See "Konsequenzen tragen". Provozierten iranische Boote US-Schiffe erneut, drohe ein Feuergefecht - und kein glimpflicher Ausgang wie bei dem Zwischenfall am Samstag. ... Die Szene stammt von Bord eines der US-Schiffe - dreieinhalb Minuten Filmmaterial, das die Darstellung des iranischen Au�enministeriums widerlegt, es habe sich um einen "Routinezwischenfall" gehandelt. Ein Offizier der iranischen Revolutionsgarde hat laut Irans staatlichem TV-Sender "Press TV" ge�u�ert, die USA h�tten das Video gef�lscht. ... Die entscheidenden 35 Sekunden O-T�ne aus der Kommunikation zwischen Navy und einem der iranischen Boote hat das Pentagon ver�ffentlicht. Die Stimme eines Iraners sagt mit starkem Akzent auf Englisch: "Ich komme auf euch zu." Ruhig, aber bestimmt, erwidert ein US-Soldat: "Zwei Boote n�hern sich unseren Kriegsschiffen. Ihre Identit�t ist nicht bekannt. Ihre Intentionen sind unklar." Man solle die Kommunikation aufnehmen. Dann pariert der iranische Soldat: "Ihr werdet in ein paar Minuten in die Luft fliegen" - als handelte es sich um einen milit�rischen Angriff oder ein Selbstmordattentat. Der US-amerikanische Soldat wiederholt diese Aussage. Dann endet die Pentagon-Aufnahme. Da kann man ja mal wieder glauben, wem man will.

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2007-08-22

Wie das Wei�e Haus mit Demonstranten umgeht

--- Die US-B�rgerrechtsvereinigung ACLU hat ein Dokument des Wei�en Hauses von Oktober 2002 ausgegraben, indem Hinweise f�r Sicherheitskr�fte zum Umgang mit m�glichen Kritikern bei �ffentlichen Kundgebungen gegeben werden: Spiegel Online dazu:
Ein internes Handbuch belegt, mit welchen Mitteln die US-Regierung versucht, Bush-Gegner von Veranstaltungen des Pr�sidenten und anwesenden Medien fernzuhalten. .... An Veranstaltungen mit dem Pr�sidenten d�rften nur Menschen teilnehmen, deren Eintrittskarten genau kontrolliert und die im Vorfeld der Veranstaltung im Hinblick auf versteckte Protest-Zeichen durchsucht worden, hei�t es ... in dem Papier. Demonstranten, die es dennoch schafften, in die Veranstaltung zu gelangen, sollen von "Kadergruppen" niedergeschrien werden. Die wiederum sollen "strategisch" positioniert werden und gro�e Plakate mit "gef�lligen Botschaften" tragen. Mindestens ein Helfer solle im Umkreis der Protestler "umherwandern" und nach m�glichen Problemen Ausschau halten. Wenn all das nicht funktioniert, sollen die Demonstranten rausgeschmissen werden, hei�t es in dem Papier. "Die Aufgabe der Gruppe besteht darin, ihre Plakate und Banner als Schutzschilder zur Abschirmung der Demonstranten von der Presse zu benutzen. Wenn die Demonstranten beginnen, zu schreien, k�nnen die Helfer unterst�tzende Sprechch�re anstimmen (USA! USA! USA!)", zitiert die "Washington Post" aus dem Papier. Die M�he sollen sich die Helfer des Wei�en Hauses allerdings nur dann machen, wenn die Gefahr besteht, die Protestler k�nnten von der �ffentlichkeit wahrgenommen werden. Denn weiter hei�t es: "Wenn davon auszugehen ist, dass die Medien die Demonstranten weder sehen noch h�ren k�nnen und sie die Veranstaltung nicht st�ren werden, kann man sie ignorieren. Wenn die Demonstranten aber Schilder tragen, versuchen, den Pr�sidenten niederzuschreien oder das Ereignis in gr��erem Ausma� beeintr�chtigen k�nnen, m�ssen die Gegenma�nahmen umgehend ergriffen werden, um die Wirkung der Protestler zu minimieren."
Auch in Deutschland sind derweil seltsame Sitten eingezogen, um linke Stimmen mundtot zu machen: Durch Google-Suche in die Einzelhaft. BKA-Beamte wurden mit einer Suche nach den Begriffen "Gentrification" und "Prekarisierung" auf den Stadtsoziologen Andrej H. aufmerksam. Das habe f�r eine fast einj�hrige Observation, Video�berwachung und Lauschangriff ausgereicht, erkl�rt seine Anw�ltin.

Geheimdienste 2.0: US-Beh�rden basteln an MySpace f�r Spione. MySpace, Facebook, jetzt kommt A-Space. Der oberste Geheimdienstler der USA will ein social network f�r Spione gr�nden. �ber die Schlapphut-Community sollen befreundete Nachrichtendienste ihre Informationen austauschen. Doch die Geheimniskr�mer sind skeptisch. Mehr dazu in der Financial Times.

Nach Merkels Schwei�fleck-Entfernung durch den BR nun das: Zeitschrift retuschiert Sarkozys Speckrolle weg. Gut gemeint, schlecht gemacht: "Paris Match" hat Fotos abgedruckt, die Pr�sident Sarkozy in Badehose zeigen - ohne unsch�ne Speckrolle. Die wurde kurzerhand wegretuschiert. Die Konkurrenz zeigt nun h�misch Original und F�lschung.

Das Pentagon will 3 Millionen US-Dollar f�rs Spinning (ein Projekt f�r "strategische Kommunikation und Integration"), doch der US-Kongress ist skeptisch.

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2007-08-01

Murdoch schnappt sich Wall Street Journal

--- Der Haifisch unter den Medienmogulen hat mal wieder zugebissen und sich mit Dow Jones das Wall Street Journal einverleibt. Spiegel Online, l�ngst auf alles andere als auf Nachrichten von links abonniert, versucht die halbwegs guten Seiten bei dem Deal zu sehen bzw. diesen zumindest halbwegs n�chtern zu betrachten:
30 Millionen Dollar zahlt der m�chtigste Medienmann der Welt aus der Portokasse. Die Erben des DJ-Urvaters Clarence Barron hatten sich zwar geziert, sich bei ihrem Widerstand gegen Murdochs Pl�ne auf journalistische Grunds�tze berufen. Tats�chlich waren sie jedoch mit kaltem Cash zu k�dern. Deshalb auch die �berzogene Kaufsumme, ein 67-prozentiger Aufschlag auf den vorherigen Marktwert von DJ und das Privatverm�gen der Bancrofts. Das Murdoch-Prinzip traf selbst auf den alten Presse-Clan zu: Grunds�tze sind gut - Geld ist besser. Und so nahm seinen Lauf, was viele als Untergang des journalistischen Abendlandes beklagen: Rupert Murdoch - Machtmensch, Zeremonienmeister des Vulg�ren, brillant-skrupelloser Gesch�ftsmann - erf�llt sich seinen gr��ten Lebenstraum und verleibt sich die weltbeste Wirtschaftszeitung ein, eine der letzten unabh�ngigen Pfr�nde in der US-Zeitungslandschaft. ... Zugegeben: Unter Murdoch mutierte die linksliberale, dr�ge "New York Post" zum konservativen Kampfblatt, das jeden Feind zerfetzt. Doch ist sie selbst f�r Murdochs �rgsten Gegner Pflichtlekt�re - und hat einen auffallend gut informierten Wirtschaftsteil. Auch zugegeben: Fox News, Murdochs Nachrichtensender, verbreitet gern Regierungspropaganda. Doch sein Fox-Network - die gro�e Network-Schwester des Kabel-Newskanals - machte immerhin mit den "Simpsons" Quote, jenem subversiven Zeitkritik-Comic, in dem sich Murdoch, einmal selbst auf die Schippe nahm: "Ich bin Rupert Murdoch, der Milliard�rs-Tyrann!" ... Fest in der Tradition der Neocons, stand das "WSJ" auch US-Pr�sident George W. Bush meist treu zur Seite und trommelt bis heute f�r dessen Irak-Krieg. In dieser Hinsicht ist das "WSJ" seit langem mehr Murdoch als Murdoch selbst. Was sonst k�nnte sich �ndern? Die gro�en Reportagen, die Murdoch pers�nlich "zu lang" sind? Der oft gedrechselte Stil? Viel Spielraum hat Murdoch nicht, dazu ist der "WSJ"-Leserkreis viel zu elit�r - er d�rfte beim ersten Ausflug in niedere Gefilde schnell abwandern. "Wenn das 'Journal' seine Seite-3-Girls bekommt", juxte Murdoch im Interview mit dem US-Magazin "Fortune" in Anspielung auf die t�glichen Nacktfotos in seiner britischen Postille "Sun", "dann werden wir sicherstellen, dass sie ihren Betriebswirtschaftsabschluss haben."
Viel schlimmer kann es mit dem WSJ also gar nicht werden, auch wenn Murdochs Macht erneut w�chst. Eine �bersicht �ber die Ausbreitung des "ordoliberalen Weltenherrschers" gibts in der S�ddeutschen Zeitung. Ansonsten: Deutsche Afghanistan-Geisel von al-Dschasira in Video vorgef�hrt � das Ausw�rtige Amt bezeichnet die Aufnahmen in einer ersten Stellungnahme als "Dokument der Einsch�chterung".

Boom der PR-Industrie: Based on the survey results of 300 public relations firms around the world, The Holmes Report estimates that the industry is "generating at least $7 billion in fee income annually, employing in excess of 50,000 people, and growing by at least 8.5 percent a year."

US-Milit�r will auch im eigenen Land Propaganda betreiben d�rfen: In preparing its marketing study commissioned by the U.S. military, the RAND Corporation sought the advice of PR advisers including Burson-Marsteller, Weber Shandwick, J.D. Power, the Rendon Group, and the Lincoln Group. The report called for a review of the Smith-Mundt Act, which bans government propaganda aimed at U.S. audiences, claiming that it put the military at a "competitive disadvantage".

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2007-07-27

Bertelsmann-Stiftung r�stet sicherheitspolitisch auf

--- Die umstrittene Bertelsmann-Stiftung sorgt mal wieder f�r Schlagzeilen bei Telepolis:
Sage niemand, die Provinz sei harmlos. Einer der einflussreichsten F�rsprecher einer Militarisierung der deutschen und europ�ischen Au�enpolitik ist im westf�lischen G�tersloh zuhause. Die Bertelsmann-Stiftung unterst�tzt im Kampf um den globalen Einfluss den Aufbau der "Supermacht Europa" und deren milit�rischer Aufr�stung, wom�glich auch mit Atomwaffen. ... F�r die strategische Vorbereitung und Umsetzung ihrer gesellschaftspolitischen Projekte stehen der Stiftung 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verf�gung. Hinzu kommen von der Stiftung finanzierte Forschungsinstitute wie das Centrum f�r angewandte Politikwissenschaft (CAP) in M�nchen, sowie ein engmaschiges Netzwerk von pers�nlichen Beziehungen, das bis in die Spitzen der nationalen, europ�ischen und transatlantischen Politik reicht. Die au�enpolitische Agenda der Stiftung hat einen eindeutigen Fokus: Europa soll innerhalb der globalen Wirtschafts- und Machtbl�cke seine Interessen wahrnehmen, sich als Weltmacht definieren und zum globalen Milit�rakteur entwickeln, der bei Bedarf jeden Punkt der Welt kontrollieren kann. Damit sollen die sogenannten sicherheitspolitischen Interessen gewahrt werden, die Hand in Hand gehen mit wirtschaftlichen Interessen: sicherer Zufluss von Rohstoffen, ungehemmte Kapitalfl�sse sowie reibungslos funktionierende globale Liefer- und Absatzketten. ... 1999 gr�ndete die Bertelsmann Stiftung die Arbeitsgruppe "Venusberg Group". Sie besteht aus neun au�en- und sicherheitspolitischen "Experten" aus verschiedenen europ�ischen Staaten. Im Jahr 2000 ver�ffentlichte das Gremium unter dem Titel "Enhancing the European Union as an International Security Actor. A Strategy for Action" ein sicherheitspolitisches Konzept f�r die EU. Darin wird gefordert, dass sich "die EU bis 2030 gegen alle Arten von Bedrohung autonom verteidigen k�nnen" soll.
Und sonst: Neues vom Terror.web: Al Qaeda ramps up its propaganda. The bin Laden video is the latest of the group's 2007 media blitz: 63 messages, so far.

Aber auch Milit�rs in den USA und in der EU sind auf der Image- und Propagandafront nicht unt�tig: The Pentagon Gets a Lesson From Madison Avenue. U.S. Needs to Devise a Different 'Brand' to Win Over the Iraqi People, Study Advises: The key to boosting the image and effectiveness of U.S. military operations around the world involves "shaping" both the product and the marketplace, and then establishing a brand identity that places what you are selling in a positive light, said clinical psychologist Todd C. Helmus, the author of "Enlisting Madison Avenue: The Marketing Approach to Earning Popular Support in Theaters of Operation." The 211-page study, for which the U.S. Joint Forces Command paid the Rand Corp. $400,000, was released this week.

Gro�britanniens Verteidigungsministerium scheint da schon weiter zu sein, aber auch viel Geld zum Fenster hinauszuwerfen: Defence chiefs are spending millions of pounds of taxpayers' money on 1,000 "spin doctors" in an attempt to boost the military's public image. Yet in a striking admission, an internal Ministry of Defence (MoD) document reveals that senior officials have "no clear idea" of who they are, whether they are making an impact, or their actual cost to the country. The document, The Defence Communications Strategy, also contains what is believed to be the first official admission by the Government that there is little or no support for the war in Iraq among the British public. Simon MacDowall, the MoD's director general of media and communications, drew up the strategy in an attempt to reduce the bureaucracy of the department's public relations machine.

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2007-06-22

Terrorgefahr jetzt zwischen abstrakt und konkret

--- Seit Jahren h�ren wir davon, dass Deutschland � wie fast der gesamte Rest der Welt � zum abstrakten Gef�hrdungsraum f�r islamistische Terroranschl�ge geh�rt, dass es konkrete Anschlagshinweise aber nicht gebe. Jetzt schl�gt das Bundesinnenministerium pl�tzlich Alarm und will irgendwie die Gefahrenstufe erh�hen. Wir sind jetzt also noch st�rker zwischen abstrakt und konkret als bisher: "Die �nderungen in der Einsch�tzung seien so signifikant, dass man nicht mehr von einer abstrakten Gef�hrdung sprechen k�nne. Konkrete Erkenntnisse �ber Anschl�ge in Deutschland gebe es aber nicht." Aha. Aber mehr zu den Hintergr�nden:
Jetzt hat sich diese Lageeinsch�tzung dramatisch ver�ndert. Eilig lud der Innenstaatssekret�r August Hanning Journalisten ein, um sie �ber die aktuellen Erkenntnisse zu unterrichten. "Wir sind alarmiert", verk�ndete er. Deutschland sei so gef�hrdet wie seit 2001 nicht mehr. Er f�hle sich an die Zeit vor dem 11. September erinnert. "Wir sind voll ins Zielspektrum des islamistischen Terrors ger�ckt." Hanning, ehemals Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND, gilt als einer der Top-Experten in Sachen Terror und als ruhiger Analyst, der nicht zu alarmistischen Warnungen neigt. ... Gerade deshalb ist die Wortwahl erstaunlich - und zeugt davon, wie nerv�s die Beh�rden sind. "Wir haben eine F�lle von Mosaiksteinen", sagt ein Top-Beamter. "Es passt pl�tzlich alles zusammen, das l�sst uns so besorgt sein." Was Hannings spontanes Briefing erreichen sollte, ist nicht ganz klar. Hochrangige Beamte sagen, man habe die �ffentlichkeit sensibilisieren wollen - ohne Panik zu sch�ren. ... In letzter Zeit, so erkl�ren Experten, verfolgten deutsche und internationale Dienste einen �hnlichen "Chatter" - so nennen die Fahnder die Erkenntnisse aus E-Mail- oder Telefongespr�chen - wie vor den Anschl�gen vor sechs Jahren. Was die Fahnder h�ren, l�sst Attentate in Deutschland zumindest wahrscheinlicher erscheinen. ... Einer der j�ngsten Bausteine ist ein aktuelles Video aus Afghanistan, das der US-Sender ABC vor drei Tagen ausstrahlte: Es zeigt Hunderte Mudschahidin, die von Taliban-Kommandeur Mansur Dadullah, dem Bruder des k�rzlich get�teten Top-Kommandeurs Mullah Dadullah, zu Selbstmordmissionen in den USA, Kanada, Gro�britannien und Deutschland verabschiedet werden. ... Eine andere Begebenheit lie� die Geheimdienstler aufhorchen: Am 10. Juni wurden an der iranischen Grenze nahe der Ortschaft Taftan drei M�nner aufgegriffen. Zwei sind Deutsche, einer Kirgise. Die pakistanischen Beh�rden nehmen an, dass die Festgenommenen aus Terrorlagern kamen - oder dorthin wollten. Auffallend war die Ausstattung: Im Gep�ck fanden sich Satelliten-Telefone und Funkger�te. ... Zun�chst will die Bundesregierung nach der ge�nderten Lageeinsch�tzung vor allem die Kooperation mit ausl�ndischen Stellen schnell und effizient verbessern. Ein Schl�ssel-Partner f�r diese Zusammenarbeit sind die USA, aber auch Pakistan. Von dort, so reichlich frustrierte Ermittler, komme aber stets wenig oder nur gefiltert.
Update: Just Sonst-Scharfmacher Beckstein h�lt die Terrorwarnungen nun "aus bayerischer Sicht eher etwas �berzogen", w�hrend Sch�uble von der "Lebensnotwendigkeit" der Kommunikations�berwachung nebst heimlichen Online-Durchsuchungen spricht.

Und sonst: Die Schweiz geht gegen islamistische Internet-Propaganda vor: Swiss trial convicts two Muslims accused of supporting terror on Internet. A Swiss court on Thursday convicted two Muslims for supporting a criminal organization by running Web sites that posted statements from al-Qaida-linked groups and showed executions. The main defendant, Moez Garsallaoui, a Tunisian, was sentenced to six months in prison and given an additional 18 months suspended.

Das Pentagon heuert PR-Unterst�tzung beim Fernsehen an: Pentagon hires ABC reporter to improve PR. The Pentagon will announce this week that Geoff Morrell, previously a White House correspondent for ABC News, has been hired as the Defense Department�s on-camera briefer, a senior administration official told The Politico. Morrell, 38, will become a familiar face of the administration on television and the Web. The official said that a working journalist was chosen by Defense Secretary Robert M. Gates in an effort to improve press relations at a time when the administration is under pressure to show progress in Iraq.

Hillarys Wahlkampf 2.0: Einen Monat hat der Wettbewerb im Netz gedauert. Und die Vorschl�ge waren nicht alle sehr nett, die Hillary Clinton erhalten hat. In einem Video auf der Web-Site ihrer Wahlkampagne hatte sie Amerikas Internet-Gemeinde aufgerufen, Vorschl�ge f�r einen Titelsong f�r ihre Pr�sidentschaftswahlkampagne zu machen und dar�ber abzustimmen. Immerhin 25 000 Vorschl�ge kamen. Darunter gemeine Titel-Empfehlungen wie "Cold as ice". Blogger nannten das ganze "l�cherlich". Einer schrieb: "Wollt ihr mich verarschen?" - was Clintons Kampagne sofort ver�ffentlichte. Das alles soll nat�rlich nur eines zeigen: Dass Hillary gar nicht so ein Eisblock ist, wie viele behaupten.

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2007-05-07

Pentagon will sich bei Hightech-Startups bedienen

--- Das US-Verteidigungsministerium sucht verst�rkt bei Startups nach neuen Ideen f�r Waffen und �berwachungsnetzwerke, schreibt die New York Times:
The nation�s military, in its search for the next surveillance system, bioterror vaccine or robot warrior, has decided to take a peek into the garage. Through a program that recently emerged from an experimental phase, the Defense Department is using some of the nation�s top technology investors to help it find innovations from tiny start-up companies, which have not traditionally been a part of the military�s vast supply chain. The program provides a regular exchange of ideas and periodic meetings between a select group of venture capitalists and dozens of strategists and buyers from the major military and intelligence branches. Government officials talk about their needs, and the investors suggest solutions culled from technology start-ups across the country. It is in some ways an odd coupling of the historically slow-moving federal agencies and fast-moving investors, who deal in technologies that are no sooner developed than they are threatened with obsolescence. But the participants argue that the project, called DeVenCI for Defense Venture Catalyst Initiative, brings together two groups that have much to gain from each other and that have had trouble finding easy, efficient ways to work together. Those on the military side of things have adopted the Silicon Valley vernacular to explain the idea of systematically consulting investors to find new technology. �We�re a search engine,� said Bob Pohanka, director of DeVenCI, noting that the program is a chance for military procurement officials to have more intimate contact with investors who make a living scouring laboratories and universities for the latest innovations. Venture capitalists �have knowledge of emerging technology that may be developed by companies as small as two guys in a garage,� Mr. Pohanka said. �These are companies that are not involved in the D.O.D. supply chain.� For the investors, it is a chance to get closer to a branch of government with vast spending power that is a potential customer for the start-ups they have backed. That can be particularly valuable because the venture capital industry, far from enjoying the success of the dot-com boom, has languished in recent years and is looking for new markets and sales opportunities. The military is �like a Fortune No. 1 company,� said E. Rogers Novak Jr., managing director of the venture capital firm Novak Biddle Venture Partners, and one of the investors who consults with the government. �We may get a customer and the D.O.D. gets something that helps them.�
Eigentlich ist die Verbindung zwischen Pentagon und Silicon Valley bzw. zwischen Milit�r und Computertechnik ja schon lange eine sehr enge, aber �ber das Einspannen der Wagniskapitalgeber soll die Beziehung wohl noch effektiver gestaltet werden.

Und sonst: Sarkozy triumphiert und Frankreich r�ckt nach rechts.

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