2009-07-21

Israel spannt bezahlte Blogger f�r PR ein

--- Langsam erkl�rt sich der Trend zur Cyber-Mobilisierung bei deutschen Diplomaten, denn Israel war offenbar mal wieder schneller und vor allem konsequenter:
After they became an inseparable part of the service provided by public-relations companies and advertising agencies, paid Internet talkbackers are being mobilized in the service in the service of the State. The Foreign Ministry is in the process of setting up a team of students and demobilized soldiers who will work around the clock writing pro-Israeli responses on Internet websites all over the world, and on services like Facebook, Twitter and Youtube. The Foreign Ministry�s department for the explanation of Israeli policy* is running the project, and it will be an integral part of it. The project is described in the government budget for 2009 as the �Internet fighting team� � a name that was given to it in order to distinguish it from the existing policy-explanation team, among other reasons, so that it can receive a separate budget. ... �To all intents and purposes the Internet is a theatre in the Israeli-Palestinian conflict, and we must be active in that theatre, otherwise we will lose,� Elan Shturman, deputy director of the policy-explanation department in the Foreign Ministry, and who is directly responsible for setting up the project, says in an interview with Calcalist. �Our policy-explanation achievements on the Internet today are impressive in comparison to the resources that have been invested so far, but the other side is also investing resources on the Internet. There is an endless array of pro-Palestinian websites, with huge budgets, rich with information and video clips that everyone can download and post on their websites. They are flooding the Internet with content from the Hamas news agency. It is a well-oiled machine. Our objective is to penetrate into the world in which these discussions are taking place, where reports and videos are published � the blogs, the social networks, the news websites of all sizes.

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2009-03-19

Information Warfare wichtiger als herk�mmliche Waffen?

--- Heise online berichtet �ber eine Untersuchung des Historikers Yaniv Levyatan von der Universit�t Haifa �ber Propaganda im Medienkrieg im Gaza-Streifen:
Levyatan schreibt in seiner Studie, die in der Zeitschrift Bitachon Leumi des National Security College erschienen ist, dass Terrororganisationen erhebliche Mittel in den Infowar investieren, "wodurch sie die materielle Kluft zwischen ihnen und ihren konventionell k�mpfenden Kr�ften �berbr�cken k�nnen". Der Info- oder Medienkrieg werde in den neuen und herk�mmlichen Medien und anderen technischen Plattformen wie dem Internet oder Computerspielen gef�hrt. Die Organisationen h�tten im Medienkrieg auch "eingebaute Vorteile". ... Im Grunde schl�gt Levyatan vor, dass der Krieg mit t�dlichen Waffen von einem Krieg mit kulturellen Waffen erg�nzt werden m�sse, um die �ffentlichkeit sowie die Bev�lkerung in den umk�mpften Gebieten gezielt zu beeinflussen oder zu manipulieren: "Information ist eine Waffe. Wie jede Armee in Panzer und Flugzeuge investiert, muss sie auch in Informationswaffen investieren. Die Armee muss F�higkeiten und Geschicklichkeiten in Bereichen wie Computerspiele, Videoclips und Fernsehprogramme entwickeln, die nicht immer als intrinsischer Bestandteil ihrer Aktivit�ten verstanden werden." Wenn man erreiche, durch ein Informationsprodukt dem Gegner zu schaden, dann k�nne dies bei seiner Bek�mpfung wirksamer sein als materielle Gewalt.
Die entsprechende Mitteilung der Universit�t l�uft unter dem Titel: Ideas are sometimes stronger than bombs."

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2009-01-13

Israel vs. Hamas: Krieg der Bilder im Gaza-Streifen

--- Wie jede gr��ere k�mpferische Auseinandersetzung wird auch der Krieg um den Gaza-Streifen von massiven Propaganda-Bem�hungen �ber Einspielungen f�rs Fernsehen und auf YouTube, Hackerscharm�tzeln im Internet sowie neuerdings auch �ber Twitter begleitet. Spiegel Online stellt in einem Bericht dazu vor allem die Bilderkontrolle der Hamas in den Vordergrund, w�hrend die israelische Seite nat�rlich genauso gut dabei ist am Zensieren unerw�nschter Aufnahmen und dem Verbreiten "klinisch reiner" Raketentreffer im Stil des ersten Golfkriegs:
in der Bilderflut, die sich seit zwei Wochen per Satellit aus dem Gaza-Streifen heraus �ber die Welt ergie�t, fehlen gewisse Motive. Bilder von Hamas-K�mpfern in Aktion, Aufnahmen von verletzten Militanten: Es gibt sie kaum. Dabei sind laut den Krankenh�usern im Gaza-Streifen nur etwa die H�lfte der �ber 800 der in den vergangenen zwei Wochen get�teten Menschen Zivilisten. Blutende Kinder, schreiende Frauen, Sanit�ter, die im Laufschritt zivile Opfer des j�ngsten Bombardements in die Notaufnahmen tragen: Was die Welt aus dem Gaza-Streifen sieht, ist vornehmlich das Leid der vom Krieg geschundenen Zivilbev�lkerung. Dass das so ist, liegt auch am Druck, den die Hamas auf die pal�stinensischen Journalisten im Gaza-Streifen aus�bt. Lokale Journalisten berichteten in den vergangene Tagen hinter vorgehaltener Hand, Hamas-Aufseher w�rden sie anhalten, keine K�mpfer zu zeigen. Die Aufpasser seien teilweise sogar vor den Journalisten vor Ort und g�ben Anweisungen, was zu filmen sei. Teilweise seien die Hamas-M�nner sogar handgreiflich geworden, um die Fernsehteams am Drehen zu hindern, sagte der ZDF-Kameramann seinem Sender. ...

Die internationale Presse hat seit Beginn des Gaza-Krieges keinen Zugang zu dem K�stengebiet: Obwohl das Milit�r vom h�chsten Gericht Israels aufgefordert wurde, ausl�ndische Journalisten in den Gaza-Streifen zu lassen, verweigert es den Zugang. Begr�ndet wird dies mit Sicherheitsbedenken. Daniel Seaman, Direktor des israelischen Regierungsb�ros f�r ausl�ndische Presse, ist offener: Wiederholt sagte er, es sei im Sinne Israels, die Auslandspresse aus Gaza herauszuhalten. Mit der Hamas als Herrscherin �ber Gaza d�rften ausl�ndische Reporter in Gaza ohnehin nicht frei arbeiten und nur beschr�nkt recherchieren. So w�rde die Auslandspresse zum Sprachrohr der Hamas.
Die Produktion von News-Beitr�gen rund um den Konflikt durch die Pal�stinenser hat sich bereits den Titel "Pallywood" eingefangen. Israel �bt sich derweil in Psy Ops und wirft Flugbl�tter mit Androhungen weiterer Bombardements ab - auch ein echter Propagandaklassiker. Mehr zum "Krieg in Nahost und Social Media" im Metablocker von Politik Digital. Lesenswert auch: Uri Avnery �ber die "L�gen des Kriegs".

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2007-01-07

Die zwei Gesichter der Gates-Stiftung

--- Die LA Times hat sich die Gesch�fts- und Investitionspolitik der Gates-Stiftung mal genauer angeschaut, wonach die Philantrophie von Bill Gates und seiner Gattin anscheinend teilweise nach hinten losgeht bzw. die Investments ihre guten Taten konterkarieren:
Justice Eta, 14 months old, held out his tiny thumb. An ink spot certified that he had been immunized against polio and measles, thanks to a vaccination drive supported by the Bill & Melinda Gates Foundation. But polio is not the only threat Justice faces. Almost since birth, he has had respiratory trouble. His neighbors call it "the cough." People blame fumes and soot spewing from flames that tower 300 feet into the air over a nearby oil plant. It is owned by the Italian petroleum giant Eni, whose investors include the Bill & Melinda Gates Foundation. Justice squirmed in his mother's arms. His face was beaded with sweat caused either by illness or by heat from the flames that illuminate Ebocha day and night. Ebocha means "city of lights." The makeshift clinic at a church where Justice Eta was vaccinated and the flares spewing over Ebocha represent a head-on conflict for the Gates Foundation. In a contradiction between its grants and its endowment holdings, a Times investigation has found, the foundation reaps vast financial gains every year from investments that contravene its good works. ... The Gates Foundation has poured $218 million into polio and measles immunization and research worldwide, including in the Niger Delta. At the same time that the foundation is funding inoculations to protect health, The Times found, it has invested $423 million in Eni, Royal Dutch Shell, Exxon Mobil Corp., Chevron Corp. and Total of France � the companies responsible for most of the flares blanketing the delta with pollution, beyond anything permitted in the United States or Europe. Indeed, local leaders blame oil development for fostering some of the very afflictions that the foundation combats. Oil workers, for example, and soldiers protecting them are a magnet for prostitution, contributing to a surge in HIV and teenage pregnancy, both targets in the Gates Foundation's efforts to ease the ills of society, especially among the poor. Oil bore holes fill with stagnant water, which is ideal for mosquitoes that spread malaria, one of the diseases the foundation is fighting.
Interessant auch, dass die Auflistung der Times �ber die Geldanlagen auch "die Bundesregierung" ("German government") enth�lt (Anlagesumme: Between $1 billion and $1.5 billion). Sind damit Bundesschatzbriefe gemeint oder was?

Und sonst: Jawoll, Frau Bundeskanzlerin: Die Rede von Bush beim Pressegespr�ch w�hrend des letzten Besuchs von Merkel in Washington (gleich nach dem Antritt der EU-Ratspr�sidentschaft und der G8-F�hrung) ist lesenswert wegen all der sch�nen rhetorischen Darbietungen � la: Wir sprachen �ber Afghanistan, und, Frau Bundeskanzlerin, ich bin sehr dankbar f�r Ihre Unterst�tzung der Menschen in Afghanistan. Sie nehmen Ihre Verpflichtungen in der NATO ernst. Wir sind stolz darauf, an der Seite eines so starken Verb�ndeten dienen zu d�rfen.

Auch das noch aus der Sunday Times: Revealed: Israel plans nuclear strike on Iran. Israel has drawn up secret plans to destroy Iran�s uranium enrichment facilities with tactical nuclear weapons. Two Israeli air force squadrons are training to blow up an Iranian facility using low-yield nuclear �bunker-busters�, according to several Israeli military sources. The attack would be the first with nuclear weapons since 1945, when the United States dropped atomic bombs on Hiroshima and Nagasaki. The Israeli weapons would each have a force equivalent to one-fifteenth of the Hiroshima bomb. Under the plans, conventional laser-guided bombs would open �tunnels� into the targets. �Mini-nukes� would then immediately be fired into a plant at Natanz, exploding deep underground to reduce the risk of radioactive fallout. Update: Mehr zum Thema in Telepolis: Psychologische Kriegsf�hrung. Die Aufregung um vermeintliche Angriffspl�ne Israels auf Iran ist gewollt.

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