2009-09-21

"Vergiftete" Informationsbrocken im Netz

--- Telepolis berichtet unter dem Aufh�nger Kontaminierte Inhalte �ber krude PR-Aktionen von Firmen und Vereinigungen im Internet und nennt konkrete Namen:
wer glaubt, er k�nne sich im Netz unbedarft an den Quellen von Wahrheit und Weisheit laben, der irrt. Wer hier seinen Wissensdurst stillt, sollte sich klar sein, dass dies ein h�chst riskantes Vorhaben ist. L�ngst sind viele Inhalte des Internets kontaminiert, doch es ist wie bei der Radioaktivit�t: Man schmeckt und riecht nichts. Immer mehr stammen die Botschaften der �ffentlichen Meinung und des Internets von Interessensgruppen und werden die B�rger durch professionelle PR-Agenturen manipuliert. Wie das im Detail funktioniert, kam jetzt erneut durch eine weitere R�ge (PDF-Datei) des Deutschen Rates f�r Public Relation (DRPR), einem Selbstregulierungsorgan der Werbebranche, in Sachen Bahnskandal ans Tageslicht. Dieser Skandal schlug bereits hohe Wellen: 1,65 Millionen Euro hatte die Deutsche Bahn 2007 f�r positive Umfragen und Leserbriefe und andere Ma�nahmen ausgegeben, um das Image des Konzerns aufzupeppen. ... Mit dabei war, wie der PR-Rat jetzt r�gte, die Firma Allendorf Media AG in Berlin. Die bringt gegen gutes Geld die Botschaften ihrer Auftrageber �ber die Medien und das Internet unter das Volk. Zum Beispiel f�r die Bundeswehr und die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", einem Propagandatrupp der Metallarbeitgeber. ... "arvato online services, Full-Service-Dienstleister f�r Online-Marketing und Loyalty-Services, hat sein Portfolio um Social Media Monitoring erweitert", ist in bestem Denglisch in einer Pressemitteilung vom Mai zu lesen. Das Unternehmen �berwacht die Darstellung ihrer Kunden in den relevanten Blogs, Foren und Communities und forscht aus, was in den Sozialen Netzwerken so geplaudert und thematisiert wird. ... "Digitale Mund-zu-Mund-Propaganda" hei�t dies bei "ethority", einer weiteren Firma zur Pflege des Webs im Auftrag von Kunden.

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2008-05-13

The Revolution will be - twittered

--- Es war zu erwarten gewesen: Nach den Tsunami-Bloggern wird nun Twitter bzw. Micro-Blogging als gro�e Medienrevolution nach dem j�ngsten chinesischen Erdbeben ausgerufen, wobei dpa sich inzwischen auch schon mal von einem Blogeintrag von SiliconValley.com inspirieren l�sst:
Wo sonst Meldungen �ber das Mittagessen, die Kinder oder die langweilige Arbeit stehen, wurde es am Montag ernst. Chinesische Internet-Nutzer informierten mit dem Webtool Twitter �ber das Erdbeben. Noch w�hrend am Montag in S�dchina die Erde bebte, verbreitete sich die Meldung von der Naturkatastrophe im Internet. Bewohner der Provinz Sichuan, die die Ersch�tterungen am eigenen Leib mitbekamen, setzten Meldungen mit dem Kurznachrichten-Dienst �Twitter� ab. �EARTH QUAKE in Beijing??�, schrieb ein chinesischer Nutzer. Der amerikanische Blogger Robert Scoble (�Scobleizer�) griff die Mitteilungen auf. Nun nimmt er f�r sich in Anspruch, dank des Internets als erster �ber das Beben berichtet zu haben - noch vor den etablierten Medien und dem Geologischen Dienst der USA. ... In der Blogosph�re ist eine Diskussion �ber die Bedeutung von Twitter entbrannt. Manch Blogger meint, der Dienst revolutioniere die Verbreitung von Nachrichten - schneller als �ber Twitter lie�en sich kaum Neuigkeiten sammeln und verbreiten, zumal aus entlegenen Regionen wie Sichuan. Kritiker halten dem entgegen, dass schnell nicht gleich zuverl�ssig sei.
Mehr dazu in einem BBC-Blog: Let's see, as this story unfolds, whether this is the moment when Twitter comes of age as a platform which can bring faster coverage of a major news event than traditional media, while allowing participants and onlookers to share their experiences.

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2008-04-10

Huffington Post im Scheinwerferlicht

--- W�hrend die deutsche Bloggerszene vergangene Woche auf der re:publica mit sich selbst besch�ftigt war und mehr oder weniger still und leise vor sich hingruschelt und Abmahnungen f�rchten muss, jubelt Spiegel Online gerade mal die Huffington Post zum Wahlkampf-beeinflussenden Alpha-Blog hoch:
Was f�r eine Karriere: Die streitbare Million�rin und Kolumnistin Arianna Huffington hat ihr Blogger-Netzwerk zum einflussreichsten Alternativmedium der USA gemacht. Jetzt forderte sie die gr��ten und wichtigsten Zeitungen des Landes heraus - und bestimmt entscheidend den Vorwahlkampf mit. ... Ein ganz normaler Tag f�r die "Huffington Post". Politik, Wirtschaft, Buntes, Klatsch: Die Inhalte des im weitesten Sinne politischen Blog-Angebotes sind eine wilde Mischung. Dazu geben Hunderte Gastblogger aus dem riesigem Bekanntenkreis der Gr�nderin Arianna Huffington ihren Senf: Filmstars wie Alec Baldwin, Steve Martin, Mia Farrow und Tim Robbins. Senatoren wie Evan Bayh, Joe Biden und Barbara Boxer. Sex-Autorin Erica Jong, Watergate-Legende Carl Bernstein, Ex-General Wesley Clark, �ber-Producer Quincy Jones und New-Age-Guru Deepak Chopra.

In nicht mal drei Jahren seit ihrer Gr�ndung hat sich die "HuffPo", wie sie nur genannt wird, vom Online-Experiment zur wichtigsten Informationsquelle f�r Millionen Amerikaner gemausert. So macht sie, als Meinungsf�hrer der Google-Generation, langsam auch den etablierten Medien Konkurrenz - und mischt mit ihrem Kessel Buntes aus News und Kommentar kr�ftig im US-Vorwahlkampf mit. Und der hat die ungeniert progressiv-linke Seite jetzt ganz an die Spitze katapultiert: Im Februar schrieb der Ratingdienst Nielsen der "HuffPo" 3,7 Millionen Page-Visits zu, mehr als doppelt so viele wie noch im Dezember 2007. Womit die "HuffPo" erstmals den konservativen "Drudge Report" �berholte, den bisherigen Platzhirsch unter den Polit-Blogs - auch das ein Zeichen f�r das gewandelte Klima in den USA. ...

Auf der Blog-Hitliste "Technorati" rangiert die "HuffPo" als meistverlinkte Adresse auf Platz eins, vor der Tech-Site "TechCrunch", dem linken Ur-Blog "Daily Kos" und dem Klatsch-Blog "TMZ". Das Magazin "Time" f�hrt die "HuffPo" als einen der "25 besten Blogs der Welt". Als der Demokrat Barack Obama sich im Skandal um seinen Ex-Pastor Jeremiah Wright verteidigen wollte, tat er das zun�chst nicht mit einer Pressekonferenz oder einer Rede. Sondern mit einem Essay in der "HuffPo". Auch Hillary Clinton steuerte im Februar einen Blog-Eintrag bei, zum Thema "Kinderarmut" - obwohl die meisten "HuffPo"-Blogger, inklusive Arianna Huffington, offen Obama unterst�tzen. ...

In Zukunft will Huffington dar�ber hinaus "mehr und mehr" investigative Eigenrecherche "mit Gesinnung" wagen, um damit ausdr�cklich der "New York Times" und der "Washington Post" Konkurrenz zu machen.
Liegt das nur am deutlich gr��eren englischsprachigen Lesepublikum oder ist Deutschland einfach kein echtes Bloggerland?

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2008-04-05

NATO startet Propaganda-TV im Netz

--- Nach Al-Qaida-TV etc. gibt es jetzt p�nktlich zum Gipfel des Militr�b�ndnisses auch einen Online-Propaganda-Sender der NATO:
De Hoop Scheffer und Rasmussen starteten den b�ndniseigenen Internetfernsehsender Natochannel.tv. Generalsekret�r De Hoop Scheffer sprach anl�sslich des Launches von einem "Schritt von der Steinzeit ins 21. Jahrhundert�. Die Website, die haupts�chlich von der d�nischen Regierung bezahlt wird, will eine Antwort auf die erfolgreiche �ffentlichkeitsarbeit vieler Terrorgruppen sein. ... Sie zeigen beispielsweise wie tschechiche Soldaten durch die W�ste um Kabul fahren. Der Zuschauer blickt auf die trockene afghanische Ebene, ab und an rollen Land Rover durchs Bild. All das unterlegt die Nato mit kitschigen Ethno-Kl�ngen. Ein weiterer Bericht lobt das Engagement der Milit�rs f�r die Bildung von Frauen und M�dchen. ... Der smarte Nato-Sprecher James Appathurai bekommt im Kanal sein eigenes Videoblog. Darin darf er mitteilen, was die westliche Presse in Afghanistan bislang alles fehlinterpretiert habe. Sie solle sich besser auf die Fortschritte des Einsatzes konzentrieren. Als Zielgruppe f�r Nato-TV hat das B�ndnis nicht die allgemeine �ffentlichkeit im Visier. Der Internetkanal richtet sich in erster Linie an Fernsehstationen. Sie sollen Videomaterial �ber die Milit�roffensive der Isaf-Schutztruppe in Afghanistan herunterladen und �ber ihre Kan�le verbreiten. "Wir wollen Geschichten zeigen, die man woanders so nicht sehen w�rde�, hei�t es im Trailer auf der Website.
Aber Achtung: die Video-Applikation basiert auf Windows Media Player und die NATO-Propagandisten haben es noch nicht geschafft, ein echtes Sehvergn�gen auf anderen Plattformen wie Mac oder Linux zu erm�glichen.

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2008-03-18

US-Propaganda-Operationen gegen al-Qaida

--- Die New York Times berichtet, dass sich die US-Regierung gezielt auf einen Gegenfeldzug zur islamistischen Propaganda im Internet eingelassen hat:
Interviews with more than two dozen senior officials involved in the effort provided the outlines of previously unreported missions to mute Al Qaeda�s message, turn the jihadi movement�s own weaknesses against it and illuminate Al Qaeda�s errors whenever possible. A primary focus has become cyberspace, which is the global safe haven of terrorist networks. To counter efforts by terrorists to plot attacks, raise money and recruit new members on the Internet, the government has mounted a secret campaign to plant bogus e-mail messages and Web site postings, with the intent to sow confusion, dissent and distrust among militant organizations, officials confirm. ...

Terrorists hold little or no terrain, except on the Web. �Al Qaeda and other terrorists� center of gravity lies in the information domain, and it is there that we must engage it,� said Dell L. Dailey, the State Department�s counterterrorism chief. Some of the government�s most secretive counterterrorism efforts involve disrupting terrorists� cyberoperations. In Iraq, Afghanistan and Pakistan, specially trained teams have recovered computer hard drives used by terrorists and are turning the terrorists� tools against them. �If you can learn something about whatever is on those hard drives, whatever that information might be, you could instill doubt on their part by just countermessaging whatever it is they said they wanted to do or planned to do,� said Brig. Gen. Mark O. Schissler, director of cyberoperations for the Air Force and a former deputy director of the antiterrorism office for the Joint Chiefs of Staff. Since terrorists feel safe using the Internet to spread ideology and gather recruits, General Schissler added, �you may be able to interfere with some of that, interrupt some of that.� �You can also post messages to the opposite of that,� he added. Other American efforts are aimed at discrediting Qaeda operations
Hat ja offenbar ne Weile gedauert, bis sich derlei Gegenma�nahmen rumgesprochen haben. Auf jeden Fall besser als st�ndige Rufe nach mehr �berwachung aller im Netz, wie sie hierzulande en vogue sind.

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F�nf Jahre Irak-Krieg - auch im Netz

--- Es j�hrt sich mal wieder der Beginn des Irak-Krieges - und auch wenn es da wenig zu feiern gibt, erh�ht sich zwangsweise mal wieder das Medieninteresse. AP etwa berichtet �ber den Krieg im Internet - allerdings mit sehr eingeschr�nktem Fokus auf die Milblogger:
The black-shrouded Web site opens with a soldier's silhouette and the pounding rhythm of Nine Inch Nails: ''Into the fire you can send us,'' the words go. ''From the fire we return.'' This is the Unlikely Soldier's blog, where a young infantryman known as The Usual Suspect rants and shares his experiences in what soldiers call The Sandbox. ''One year ago,'' when his unit first arrived in Iraq, ''we were nervous and excited and apprehensive. Ready to do this. Green as snot. I was all sorts of optimistic, thinking we were going to do great things and kick lots of ass, GI Joe hero type (expletive). That we could be cool with the people, and bring the hammer down on the baddies.'' Then, every soldier's nightmare: ''A low rumble shakes my Stryker (armored vehicle), and two of our guys are killed by an IED while they were dismounted. ''People emerged from their houses and cheered.'' This is the war in 2008 -- coming to a computer near you. Wars have often been defined by the new technologies that shaped them. The Civil War was the first photographed conflict in U.S. history, news of World War II was delivered by movie news reels, television made Vietnam the living room war and Desert Storm was the first war broadcast live by satellite. Historians will likely remember Operation Iraqi Freedom as iWar v1.0. The Web has done more than quicken reporting from the battlefield; it has made war interactive. Al-Qaida militants, conservative bloggers, peace activists, Iraqi civilians and the U.S. military all use the Internet to distribute their versions of the truth. They often engage in e-mail debates, but more often sink to slurs and threats when challenging an opposing point of view. ... Rear Adm. Gregory Smith, the top military spokesman in Iraq, insists that blogging soldiers need not worry, as long as they follow the same rules as embedded journalists and do not reveal information that could endanger operations or lives.
Keine Zensur, alles klaro, genauso wie f�r George "Mission l�ngst accomplished" Bush und seinen Adlaten Dick Cheney, der gerade auf Promo-Tour vor Ort ist: it has been a difficult, challenging but nonetheless successful endeavor ... and it has been well worth the effort. Dabei hat inzwischen auch das Pentagon best�tigt, dass die vom Wei�en Haus erfundenen Verkn�pfungen zwischen Saddam Hussein und Al-Qaida M�rchen waren. Interessant auch, wie gro�e europ�ische TV-Sender Meinungsumfragen zur Zukunft des Irak auslegen: Der Eindruck entsteht, dass die BBC eine Periode von drei Jahren und die ARD sicherheitshalber nur von zwei Jahren herangezogen haben, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Da sage noch einer, die Medien w�rden alles nur schlecht reden wollen. Wenn man sich die Zahlen aus fr�heren Umfragen anschaut, dann haben 2005 noch 71 Prozent und 2004 70 Prozent gesagt, dass es ihnen pers�nlich sehr gut oder gut gehe. Immerhin sind das 15 Prozent mehr als im M�rz 2007.

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2008-03-17

Studie: B�rger-Journalisten haben noch wenig Einfluss

--- Glaubt man der neuen Studie The state of the American news media in 2008, ist es noch nicht so weit her mit der demokratisierenden Wirkung des Internet im Medienbetrieb. Eine Meldung von AP dazu in der Netzeitung:
Das Internet hat den Journalismus deutlich ver�ndert - einer US-Studie zufolge aber auf eine Art, wie sie noch vor wenigen Jahren nicht zu erwarten war. W�hrend lange Zeit eine Demokratisierung der Medien durch zahlreiche neue Stimmen, Geschichten und Perspektiven im Netz vorhergesagt wurde, scheint sich die Nachrichtenagenda tats�chlich eher zu verengen. Laut dem am Sonntag ver�ffentlichten j�hrlichen Zustandsbericht der Nachrichtenmedien, die das Projekt f�r Exzellenz im Journalismus erstellte, sammeln viele Webseiten lediglich Nachrichten, die an anderer Stelle produziert wurden. Zwei Themen - der Krieg im Irak und die US-Pr�sidentenwahl 2008 - beherrschten im vergangenen Jahr in den USA mehr als ein Viertel der Geschichten in Zeitungen, im Fernsehen und online. Abgesehen von Irak, Iran und Pakistan machten Geschichten �ber den Rest der Welt weniger als sechs Prozent der Nachrichten in den USA aus. Bemerkenswert sei auch, dass zwar die Zielgruppe f�r traditionelle Nachrichten in gleicher St�rke erhalten bleibe, die Zahl der Mitarbeiter bei den Nachrichtenorganisationen aber tendenziell schrumpfe, sagte Tom Rosenstiel, Direktor des Projekts. Die meisten Nachrichtenwebsites sind au�erdem nicht mehr Endziel der User.
Beim Project for Excellence in Journalism vom Pew Research Center liest sich das Ganze in der Einleitung so: Looking closely, a clear case for democratization is harder to make. Even with so many new sources, more people now consume what old media newsrooms produce, particularly from print, than before. Online, for instance, the top 10 news Web sites, drawing mostly from old brands, are more of an oligarchy, commanding a larger share of audience, than in the legacy media. The verdict on citizen media for now suggests limitations. And research shows blogs and public affairs Web sites attract a smaller audience than expected and are produced by people with even more elite backgrounds than journalists. Certainly consumers have different expectations of the press and want a changed product. But more and more it appears the biggest problem facing traditional media has less to do with where people get information than how to pay for it � the emerging reality that advertising isn�t migrating online with the consumer. The crisis in journalism, in other words, may not strictly be loss of audience. It may, more fundamentally, be the decoupling of news and advertising. This more nuanced recognition is also putting into clearer relief what news people see as their basic challenge: somehow they must reinvent their profession and their business model at the same time they are cutting back on their reporting and resources. Blogger sind also noch nicht das Mega-Ding, f�r die traditionellen Medien sieht es aber auch nicht sonderlich gut aus. Vielleicht sind ja dann doch Twitter und Co. die Zukunft des Kurznachrichtenaustauschs.

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2008-03-13

Urteil gegen �sterreichische GIMF-Propagandisten

--- Der von Skurrilit�ten nicht freie Prozess gegen die angeblichen Betreiber der deutschsprachigen GIMF-Plattform hat laut Telepolis einige Fragen offen gelassen:
Anfang September 2007 wurden in �sterreich mehrere Personen festgenommen, die als Macher der "Globalen Islamischen Medienfront" (GIMF) terroristische Propaganda verbreitet haben sollen. Gestern wurde das angeklagte Paar Mohammed M. und Mona S. in allen Punkten schuldig gesprochen. Der Richter stufte die Angeklagten als "�berzeugungst�ter" ein und begr�ndete damit die ausgesprochenen unbedingten Haftstrafen. ...

Der Prozess wurde in wenigen Tagen abgehandelt. Dabei fiel Mohammed M. durch mehrere Wutanf�lle und Ausf�hrungen zum "Heiligen Krieg" auf. Das ganze sei ein Schauprozess, so der Angeklagte, der aus seiner Abneigung gegen die USA keinen Hehl macht. Er beteuerte aber, gegen die T�tung von Unschuldigen zu sein, auch h�tte er nichts mit Terroranschl�gen zu tun. Auch Mona S. pl�dierte auf "nicht schuldig" und argumentierte in einer schriftlichen Stellungnahme, dass ja auch Journalisten Botschaften von Terroristen �bersetzen w�rden. Zudem betonte sie ihre Unschuld vor "Gott". Der Richter zitierte aus der Stellungnahme: "Gott gab jedem Menschen Verstand. Doch um sich ein richtiges Bild zu machen, muss der Mensch alle Versionen der Ereignisse kennen." Eine "andere Version" von "der US-Besatzung und dem Krieg im Irak" h�tte sie mit ihrer "Nachrichtenagentur" weitergegeben, so die Argumentation der Angeklagten. Als der Richter der Angeklagten gegen Prozessende gew�hrte, trotz Vollverschleierung eine m�ndliche Stellungnahme abzugeben, waren ihre Worte kaum verst�ndlich. ...

Wie auch immer die Sache weiterlaufen wird, es gibt zwei Aspekte, die vom konkreten Fall unabh�ngig weiter diskutiert werden sollten: Die europaweite Ausjudizierung, ob Vollverschleierung vor Gericht m�glich sein soll oder nicht. ... Zum anderen steht noch die heikle Frage an, inwieweit das Aussp�hen von Computerdaten tats�chlich rechtm��ig und mit der westlichen Auffassung vom B�rgerrecht auf Privatsph�re vereinbar ist. ... Wie sich diese �berwachung gestaltete, erkl�rte ein Ermittlungs-Beamter: Man habe etwa M.'s Internet-Telefonie abgeh�rt und ein Programm auf seinem Computer installiert, das "alle 60 Sekunden einen Screenshot an die �berwacher �bermittelte".
Wenigstens ist klar geworden, wie unerquicklich die heimliche Online-Durchsuchung bei den �sis derzeit abl�uft. Vom Schutz des Kernbereichs der privaten Lebensgestaltung kann bei solchen Brachialmethoden wohl kaum die Rede sein.

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2008-02-19

Zoomer: Spielwiese f�r Spindoktoren

--- Nun versucht auch Holtzbrinck, was die LA Times bereits vor geraumer Zeit versucht hat: User sollen bestimmen, was in der Zeitung steht. Holtzbrinck beschr�nkt sich dabei mit seinem neuen Portal Zoomer.de aufs Internet und auf junge Leser als Zielgruppe. Die FAZ schreibt:

Leser �lokutus� hat da noch einen �Hinweis an die Redakteurin Frau Preuߔ. Ihn w�rden, schreibt er unter den Beitrag zum Kosovo, �weitere Hintergr�nde zum Engagement der Bundeswehr und der Nato im Kosovo interessieren�. Frau Preu�, Redakteurin beim neuen Internetportal �Zoomer.de�, ist dieser Wunsch Befehl: �Lieber lokutus, ich mach mich sofort an die Arbeit!� Mit diesem Dialog scheint sie Wirklichkeit geworden, die im Internet getr�umte Utopie eines Journalismus 2.0, die die vermeintlichen Hierarchien auf den Kopf stellt: Nicht mehr ein Redakteur entscheidet hier, was er dem Leser vorsetzt, sondern serviert exakt das, was letzterer bestellt hat. Stets zu Diensten, signalisiert am Rande mancher Beitr�ge auch das Bildchen jenes Redakteurs, der �dieses Top-Thema� betreut.

Nun mag das nicht schlecht sein, allerdings freuen sich schon wieder alle Spindoktoren, Dritte kostenlos einzusetzen, um Artikel �ber ihre Themen zu platzieren. Die S�ddeutsche erkl�rt, wie das Bewertungssystem funktioniert.

Blaue Punkte, die von der Redaktion vergeben werden, stellen die Aktualit�t dar, gr�ne Punkte den Grad des Nutzerinteresses. Nach einem festgelegten Verfahren wird damit eine Gesamtpunktzahl errechnet, die �ber die Platzierung der jeweiligen Nachricht entscheidet. �Wir wollten etwas ganz anderes machen. Der User entscheidet mit �ber die Themen�, sagt dazu Holtzbrinck-Manager Neumann, der wie Zoomer-Chefredakteur Frank Syr� fr�her bei der Telekom gearbeitet hat. Angst, dass k�nftig die Masse entscheidet und immer Britney Spears ganz oben steht, hat er nicht. Umfragen h�tten gezeigt, dass sich junge Menschen nicht nur f�r Boulevardthemen interessieren. �Wir machen keinen Gaga-Journalismus, sondern etwas Ernsthaftes�, sagt Neumann. Am Montag stand lange - wie �berall - die Steueraff�re rund um Liechtenstein ganz oben.

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2007-12-01

Die Intimit�t der Videoblogs

--- Die S�ddeutsche Zeitung widmet sich der neuen Form der Medien�ffentlichkeit in journalistischen Vlogs:
Das Ganze steckt noch in den Kinderschuhen. Man merkt, wie jeder, der sich auf das neue Medium einl�sst, seinen eigenen Weg sucht - wobei der Eindruck des Selbstgebastelten gar nicht verwischt werden soll. Trotzdem kann man bereits in diesem Anfangsstadium beobachten, wie das neue Medium, mit einem Titel von J�rgen Habermas zu sprechen, einen "Strukturwandel der �ffentlichkeit" bewirkt. Und zwar durchaus mit einer klaren Tendenz. ...

Im Videoblog verbinden sich Eigenschaften des Print-Journalismus, der Internet-Kommunikation und des Fernsehens. Alle drei verwandeln sich dabei und bringen ein neues Format mit eigener Funktionslogik hervor. Das Hauptmerkmal dabei ist, dass es sich in einer kleinen, einer fragmentierten �ffentlichkeit abspielt - und das hat Konsequenzen auf die dort favorisierte Kommunikationskultur. ... [Dort] tritt an die Stelle dieser Allgemeinheit das Besondere, Individuelle, ja das radikal Subjektive: Hier darf jeder so richtig "Ich" sagen - schlie�lich ist man in der kleinen �ffentlichkeit quasi unter sich. Man k�nnte auch sagen: Noch nie ist der Sender dem Empf�nger so vertraulich nahe ger�ckt. ...

Das Vloggen lebt von jenen Befindlichkeitswallungen, die noch nicht die Verallgemeinerungsf�higkeit des Logos erreicht haben, die man deshalb in einem Text nur schlecht auf den Begriff ("aaarrhh") bringen kann, die aber in der kleinen, der intimen �ffentlichkeit des Videoblogs sich mitteilen wie im Familienkreis. Der diskursiv-�ffentliche Raum als eine Distanzsph�re wird verzwischenmenschlicht. Es ist kein Zufall, dass man bei Harald Martensteins Videoblog tats�chlich im Zuhause des Tagesspiegel-Redakteurs angekommen ist. Man sieht ihn vor der Kulisse seiner Wohnk�che samt Kaffeetasse, blauem Toaster und Sch�rze am h�lzernen Geschirrschrank. ... Hier muss sich der laut ge�u�erte Bewusstseinsstrom nicht vor den Kosten der wertvollen Sendezeit rechtfertigen - nur vor der Langmut des Zuschauers. ...

Das Medium, eben weil es nie der Ernstfall, sondern immer nur die Spielwiese ist, neigt dazu, in einem Morast aus Ironie zu versinken, in dem es unm�glich ist, �berhaupt noch feste Fu�abdr�cke zu hinterlassen. ... Andererseits werden sich die Leute bald danach sehnen, dass niemand mehr "Ich" sagt. Es werden dann vermutlich auch im Netz Ich-hemmende Regularien zum Aufbau institutioneller Autorit�t eingef�hrt. Denn die M�glichkeiten, die das Bloggen bietet, sind zu gro�, um sie nicht zu nutzen.
Und sonst: Bin Laden gibts jetzt auch auf deutsch -- zumindest mit deutschen Untertiteln. Und die Taliban sind unschuldig, sagt der Alte in der H�hle.

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2007-10-21

Terror-Websites raus aus dem Netz?

--- Die New York Times beleuchtet mal wieder Fragen des Umgangs mit islamistischen Propaganda-Seiten und sieht Versuche, diese aus dem Netz zu verbannen, skeptisch:
One by one, starting a few weeks ago, 40 militant Islamist Web sites got knocked off the Internet. Gone were some of the world�s most active jihadi sites, with forums full of extremist chatter. This disappearance mystified American counterterrorism officials. They hadn�t shut them down, they knew, so who had? Happily claiming credit for the jihadi blackout is a Christian-Lebanese engineer named Joseph G. Shahda, who is waging a private, and passionate, war on terrorism from his home near Boston. �These sites are very, very dangerous,� Mr. Shahda said. �And I think we should keep going after them. They are used as recruiting tools for terrorists, arousing emotions, teaching how to hate.� Except it�s not quite that simple, when you talk to some terrorism experts. Mr. Shahda�s one-man operation highlights the tension over what to do about online jihadi militancy � a tension that has grown along with the material. Perhaps it�s better to shut it down, and try to prosecute those involved. Or maybe the material should be left up, as a way to learn something valuable in the larger battle against terrorists. �There�s a lot to be gained by watching these sites,� said Brian Fishman, a senior associate at the Combating Terrorism Center at the United States Military Academy at West Point. One thing not in dispute is the sheer volume of the material. Al Qaeda has begun issuing videotapes as often as twice a week, while insurgents in Iraq pump them out daily, and the blood-drenched images appear on several thousand militant Web sites that now include upward of 100 in English. Public concern rose a notch last week when The New York Times reported that one of the most popular English-language sites was run by a 21-year-old Qaeda enthusiast named Samir Khan from his parents� home in North Carolina. Mr. Khan has done so since late 2005, unchallenged by law enforcement authorities. �Isn�t there anything this fellow can be charged with, or is he completely free to aid the global jihad from North Carolina and give interviews to The New York Times?� Robert Spencer wrote on his site, Jihad Watch. But those who are reading Mr. Khan�s blog include officials at the Combating Terrorism Center who, since last year, have been training F.B.I. agents and analysts with the government�s joint terrorism task forces. Center officials say Mr. Khan�s blog yielded confirmation of an important discovery: that a host of militant sheiks and scholars, dead and alive, are today far more influential than Osama bin Laden. These men include Abdullah Yusuf Azzam, a mentor of Mr. bin Laden�s who promoted global jihad with his writings until his death in 1989, and the center�s findings helped the authorities conclude that Al Qaeda is but part of a larger, and diffuse, ideological movement. Similar efforts to monitor online jihadists are under way in cities like Berlin, where intelligence and law enforcement officials have created a new multi-agency Internet center, and New York, where the police department this summer published a report on Islamic extremism that drew from the department�s online sleuthing.
Und sonst: Neues zum Thema Infowar: "Die erste Schlacht in den Kriegen der Zukunft geht um die Kontrolle des Cyberspace". Die US-Luftwaffe sieht den Cyberspace als Erweiterung des Luft- und Weltraums an und erkl�rt das Cyberkommando zur wichtigsten Streitkraft.

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2007-09-22

Deutsche Islamistenseite GIMF wird wieder gef�ttert

--- Die bereits mehrfach im Web umgezogene Globale Islamische Medien-Front ist auf deutsch wieder zur�ck:
Die Wiener Propaganda-Zelle, die letzte Woche ausgehoben wurde, hat offenbar noch mehr aktive Mitglieder als das inhaftierte Ehepaar. Seit Mittwoch gibt es jedenfalls eine neue Dependance der "Globalen Islamischen Medienfront" (GIMF). Dabei handelt es sich um jene deutschsprachige Gruppe von Internet-Dschihadisten, die im M�rz dieses Jahres ein Droh-Video gegen �sterreich und Deutschland ver�ffentlichte und vor Anschl�gen warnte, falls die beiden L�nder nicht ihre Soldaten aus Afghanistan abziehen - und au�erdem t�glich Bekennerschreiben und sonstige Terrorpropaganda von al-Qaida und verwandten Organisationen auf deutsch zug�nglich machte. ... Die Idee bestand darin, nach dem Vorbild der arabischsprachigen Ur-GIMF und ihrem englischsprachigen Ableger, Terrorpropaganda auch auf Deutsch zu verbreiten. ... Ermittler waren bereits fr�hzeitig davon ausgegangen, dass die GIMF aus mehr als nur ein paar Leuten bestehen muss; zu umfangreich war das Material, das die Gruppe tagt�glich �bersetzte. Noch im August hatte die deutsche GIMF auf ihrer Website zudem �bersetzer gesucht, um der F�lle der Propaganda Herr zu werden. Noch haben allerdings zumindest deutsche Beh�rden keine Hinweise darauf, wer hinter dem Relaunch der GIMF-Seite stehen k�nnte. Dem Hauptverd�chtigen Mohamed M. werden zwar mindestens ein dutzend einschl�giger E-Mail-Kontakte bis in den Irak und nach Saudi-Arabien zur Last gelegt, darunter offenbar Qaida-Kontaktpersonen - aber nach Deutschland f�hrt keine hei�e Spur. ... Terrorermittler gehen aber davon aus, dass es sich bei der deutschen GIMF um reine "Sessel-Dschihadisten" handelte, die keine Anschl�ge in der realen Welt planten. Die Bedeutung ihrer Seite wird trotzdem als potenziell gef�hrlich eingesch�tzt: "Da kann man Radikalisierung in Echtzeit beobachten", sagte ein deutscher Verfassungssch�tzer.
Und sonst: Die kleinen Br�der schlagen beim Thema Polizei-Brutalit�t auf YouTube und Co. zur�ck: Little Brother is watching you. In einer Welt, in der jeder Kameramann ist und YouTube den Sendeplatz stellt, steht potentiell jeder unter Beobachtung. F�r die Polizei in den USA wird das zu einem zunehmenden Problem. Nicht nur, weil es immer �fter die Schl�ger im Polizeicorps outed - sondern allen den Ruf versaut. Mehr zum j�ngsten Taser-Fall auch bei Telepolis: Elektroschockwaffen zur Disziplinierung.

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2007-09-07

Steinbr�ck hamstert im Web 2.0

--- Mal wieder eine Geld verschwendende PR-Aktion der Bundesregierung, dieses mal in Form eines angethrillten Monsterhamsters:
Das Video, um das es hier geht, ist ab sofort auf einer Aktions-Webseite des Bundesfinanzministeriums und auf YouTube abrufbar, demn�chst wohl auch auf weiteren Publikationsplattformen wie Clipfish oder MyVideo. Es handelt sich um eine virale Kampagne des Ministeriums, genauer: von deren PR-Agentur fischerAppelt. Kommentar des Bundesfinanzministeriums: "Das Thema Schuldenfalle ist so wichtig, dass wir nicht zulassen k�nnen, dass es bei ganz vielen nicht ankommt. Deshalb m�ssen wir um Aufmerksamkeit werben. Dieser Film ist der Versuch, mit einem neuen Schl�ssel die T�r zu mehr Aufmerksamkeit der B�rgerinnen und B�rger zu �ffnen." Gedreht hat den Clip "Am Limit"-Regisseur Pepe Danquart. ... m Zeitalter des anhaltenden Web-2.0-Wahns, er�rtert der Oscar-Preistr�ger in einem Werbeclip, warum Bundesfinanzminister Peer Steinbr�ck trotz boomender Wirtschaft die Steuern nicht senkt. Warum keine Kasernen renoviert und die Renten nach drei Nullrunden nur um 0,54 Prozent erh�ht werden. Gewidmet ist der Werbe-Clip ganz offensichtlich den Wirtschaftsteil-�berbl�tterern ... Fast so verwirrend wie Haushaltspolitik, das Ganze. Eine Kampagne, die nur mit Waschzettel funktioniert - gewisserma�en. Immerhin: Der Film ist nicht schlecht gemacht. Witziger zumindest als die Stafette unfreiwillig komischer Web-2.0-Kampagnen, mit denen die Politik sonst so versucht, jung, dynamisch und hip r�berzukommen ... Fitness-Bildschirmschoner, Podcasts, schmierige Coversongs: Die viralen Kampagnen deutscher Politiker geben viel Anlass zum Fremdsch�men.

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2007-07-26

Das Schicksal von Terrorist 007 und anderen "Cyber-Dschihadisten"

--- Im Netz aktive Dschihadisten stehen aktuell im Rampenlicht der Medien. Spiegel Online etwa berichtet �ber einen der bekanntesten Propagandakrieger aus dem al-Qaida-Umfeld:
Der Cyber-Dschihadist "Irhabi007" war eine Legende - bis die Briten ihn 2006 festnahmen, weil er Anschl�ge in der realen Welt plante. Nun wurde er zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Details aus den Ermittlungen sind atemberaubend - und geben dem Fall eine neue Dimension. ... "Irhabi007" ... flog auf, weil islamistische K�mpfer aus Bosnien seine Kontaktdaten bei sich hatten, als sie verhaftet wurden. Die Spur f�hrte nach West-London, und "Irhabi007", �berraschung Nummer drei, war ein 22-j�hriger marokkanischst�mmiger Student der Informatik. Das war der Stand der Geschichte von Younis Tsouli a.k.a. "Irhabi007" - bis vorletzte Woche. Denn nun sind Details aus den Ermittlungen an die �ffentlichkeit gelangt, die dem Fall eine v�llig neue Dimension geben: Das 22-j�hrige Computer-Kid war kein Einzelt�ter, der mit ein paar Leuten vernetzt war. Er war Kopf einer regelrechten Unterst�tzerzelle f�r Dschihadisten in aller Welt, die unter anderem Anschl�ge in den USA, Europa und im Nahen Osten geplant haben sollen. Er hatte �berdies sogar einschl�gige Verbindungen bis hin zur irakischen Qaida-Filiale. Zur Finanzierung ihrer sinistren Zwecke haben Tsouli und seine beiden Mitverschw�rer, Waseem Mughal und Tariq al-Daour, laut "Wall Street Journal" unter anderem die gestohlenen Zugangsdaten von 37.000 Kreditkarten besorgt und damit insgesamt 3,5 Millionen US-Dollar erschwindelt. Mit dem Geld betrieben sie Webseiten, kauften aber auch Hardware - namentlich GPS- und Nachtsichtger�te, Schlafs�cke, Hunderte Prepaid-Handys, 250 Flugtickets von 46 Airlines, sowie Messer und Zelte. F�r wen die Gaben genau bestimmt waren und ob sie auch ausgeliefert wurden, ist noch unklar - aber dass es bei all dem um die Unterst�tzung dschihadistischer K�mpfer ging, ist verschiedenen Presseberichten zufolge unstrittig. Desweiteren wurden auf Tsoulis Rechner Daten gefunden, die Kontakte zu Dschihadisten auf der ganzen Welt belegen - und die auf m�gliche Terrorpl�ne hindeuten. So gab es einen Ordner mit dem Titel "Washington" auf dem Laptop, in dem sich zum Beispiel Videoaufnahmen des Kapitols, der Weltbank und eines Lagers f�r Treibstofflaster fanden. In Atlanta und in Kanada soll Tsouli �berdies mit weiteren Verschw�rern an Plots gearbeitet haben - es gab angeblich Pl�ne, den US-Flugzeugtr�ger USS "John F. Kennedy" zu versenken und Nachtclubs anzugreifen. Laut "New York Times" berichtete Tsouli eines Tages seinem Kumpel Mughal, er sei von al-Qaida im Irak gebeten worden, deren Online-Magazin "Dhirwat al-Sinam" ("Der h�chste Punkt des H�ckers eines Kamels") ins Englische zu �bersetzen. Am Ende wurde Tsouli �brigens "nur" f�r Aufruf zum Mord verurteilt - es war anscheinend zu kompliziert, die �brigen Verbrechen in eine gerichtsfeste Anklage zu �berf�hren ... Die F�lle der Aktivit�ten von "Irhabi007" ist indes in jedem Fall atemberaubend - und das nicht nur wegen der kriminellen Energie und Kreativit�t, die daraus spricht. Sie zeigt vielmehr, wie einfach es f�r einen intelligenten Aktivisten heute geworden ist, aus dem Nichts zu einem wichtigen Knotenpunkt des internationalen islamistischen Terrorismus aufzusteigen. Vor zehn Jahren w�re jemand wie Younis Tsouli vielleicht nicht einmal in ein Qaida-Lager eingelassen worden. Heute dagegen kann er das ganze gro�e Rad drehen - mit Hilfe eines Laptops und einer Internet-Verbindung. Weil die neue al-Qaida keine hierarchische Kaderorganisation mehr ist, sondern ein offenes Mitmach-Netzwerk, eine Art Wiki-Qaida hat das alte Modell abgel�st.
�ber einen deutschen Fall gibt es dagegen mehr bei Telepolis: Am Mittwoch begann vor dem Oberlandesgericht in Schleswig der Prozess geben einen Marokkaner. Die Anklage der Bundesanwaltschaft lautet auf "Unterst�tzung" der al-Qaida und Gr�ndung einer terroristischen Vereinigung. F�r Oberstaatsanwalt Matthias Krau� hat das Verfahren "Pilotcharakter". Redouane El-H. soll n�mlich fast alles, was ihm vorgeworfen wird, im Internet begangen haben. Bei dem Prozess soll nicht nur eine halbe Million Dateien von der bei einer nicht-virtuellen Hausdurchsuchung beschlagnahmten Festplatte des Angeklagten als potentielles Beweismaterial dienen, sondern auch zahlreiche Chat-Protokolle, die aus der �berwachung seines Internetanschlusses stammen. Au�erdem seine mitgeschnittenen VoIP-Telefonate. ... Bedenklich stimmt allerdings, wie sehr das Virtuelle von der Staatsanwaltschaft in der Anklage mit dem Reellen vermengt, ja, selbst zum Reellen erkl�rt wird: Etwa, wenn dem Marokkaner vorgeworfen wird, Osama bin Laden �ber das Internet einen "Treueschwur" geleistet zu haben. Als vor vielen Jahren die erste Website f�r Online-Beichten aufkam, wurde es ein beliebter Sport, dort die abstrusesten Verbrechen vorzubringen � ohne Ironietags, versteht sich; aber trotzdem ohne diese Taten wirklich begangen zu haben. Und auch ohne an irgendeine spirituelle Wirkung dieser Beichte zu glauben. Von einem Teil der von der Bundesanwaltschaft vorgebrachten Vorw�rfe ist es nur ein kleiner Schritt bis hin zum reinen "Informationsdelikt" � bisher wurden solche Informationsdelikte nur in wenigen Ausnahmef�llen umgesetzt: in den 1990er Jahren bei der Kinderpornographie und vor vier Jahren mit der "Urheberrechtsreform". Derzeit ist eine Tendenz beobachtbar, die in Richtung einer radikalen Ausweitung dieser Informationsdelikte geht: So soll etwa der Abruf von "Bombenbauanleitungen" im Internet strafbar gemacht werden.

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2007-07-01

Neue Einblicke in die islamistische Web-Propaganda

--- Radio Free Europe/Radio Liberty hat einen Bericht �ber die Internet-Propaganda islamistischer Kreise mit Schwerpunkt Irak ver�ffentlicht. Dabei handelt es sich zwar keineswegs um einen Report aus neutraler Quelle, aber die Ergebnisse kann man sich mal anschauen:
The book-length report, "Iraqi Insurgent Media: The War Of Images And Ideas" by RFE/RL regional analysts Daniel Kimmage and Kathleen Ridolfo, provides an in-depth analysis of the media efforts of Sunni insurgents, who are responsible for the majority of U.S. combat deaths in Iraq. Kimmage and Ridolfo argue that the loss of coordination and message control that results from decentralization has revealed fundamental disagreements about Iraq's present and future between nationalist and global jihadist groups in Iraq and that these disagreements are ripe for exploitation by those interested in a liberal and democratic Iraq. The report also finds that anti-Shi'ite hate speech is an increasingly prominent part of the insurgent message. With sectarian killings on the rise in Iraq, the tenor of invective points to the possibility of even greater bloodshed. A wealth of evidence shows that hate speech paved the way for genocide in Rwanda in 1994, for example. Iraq's Sunni insurgency has developed a sophisticated media campaign to deliver its message over the Internet through daily press releases, weekly and monthly magazines, books, video clips, full-length films, countless websites, and even television stations. Part of the target audience for insurgent media projects are mainstream Arabic-language media, which often amplify the insurgent message to a mass audience. The popularity of online Iraqi Sunni insurgent media, the authors contend, reflects a genuine demand for their message in the Arab world. A response, no matter how lavishly funded and cleverly produced, will not eliminate this demand. The authors argue that efforts to counter insurgent media should not focus on producing better propaganda than the insurgents, or trying to eliminate the demand for the insurgent message, but rather on exploiting the vulnerabilities of the insurgent media network.
Ein paar Ausz�ge aus der Analyse: Biographies of the best-known martyrs are sometimes lavish affairs, Abu Mus'ab al-Zarqawi, the most famous jihadist to have died in Iraq, was the subject of a downloadable "encyclopedia" that includes not on numerous materials on the Jordanian militant's life, but also a complete collection of his statements, essays on his beliefs and influence, and statements on the jihad in Iraq by Osama bin Laden. Formatted as a 7.7-megabyte self-contained mini-browser, the "encyclopedia" provides users with a table of contents and a conventient graphics interface. ... The development of martyr biographies illustrates the growing professionailism of the insurgent media network. In May 2005, a participant in a jihadist Internet forum posted a collection of 430 biographies of martyrs in Iraq culled from newspaper accounts, forum posts, and transcribed "wills" recorded by suicide bombers before their final attacks. ... Just as the operational press release is the basic unit of insurgent textual production, visual records of attacks are the basic units of insurgent video production. The two genres are closely related, and insurgent groups sometimes issue operational press releases along with links to download a video record of the attack. (...) Most insurgent groups take care to "brand" themselves, placing their logos in a corner of the screen for the duration of the video ... The impressive array of products Sunni-Iraq insurgents and their supporters create suggests the existence of a veritable multimedia empire. But this impression is misleading. The insurgent media network has no identifiable brick-and-mortar presence, no headquarters, and no bureaucracy. It relies instead on a decentralized, collaborative production model that utilizes the skills of a community of like-minded individuals.

Und sonst: Terror-Craze in UK: Polizei fahndet mit Gro�razzia nach Terroristen. Die Fahndung nach den Bombenlegern von London und den Hinterm�nnern des Anschlags auf den Flughafen von Glasgow l�uft auf Hochtouren. Und: Autobomben als billige Massenvernichtungswaffen. Von Bagdad nach London: Das urbane Leben und die Mobilit�t sind die Ziele des Terrorismus und der Sicherheits- und �berwachungsma�nahmen

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2007-06-23

Bruce Willis �ber den Verfall des Internet

--- Die S�ddeutsche Zeitung hat mit Bruce Willis im Vorfeld der Premiere von Stirb langsam 2.0 ein h�bsches Interview gemacht, in dem es unter anderem um die Auswirkungen des Internet, Geheimdienste und den Irak-Krieg geht:
Seit es YouTube gibt, stehe ich, wie einige meiner Berufskollegen, jeden Tag in Unterhosen vor der Welt�ffentlichkeit. Ich beklage mich nicht �ber mein sehr privilegiertes Leben. Aber es ist so: Sobald ich in New York oder Los Angeles auf die Stra�e gehe, sobald ich im Meer bade, einkaufen gehe, einen Burger esse oder mit dem Fahrrad durch die W�ste fahre: es wird im Internet zu sehen sein, weil es irgendwer mit einem fuckin� mobile phone filmt. Eines Tages wird man Wege finden, mich zu filmen, w�hrend ich selbstvergessen auf dem Klo hocke. Ja, ein Mobiltelefon wird sich auf den Weg machen und von unten meine Eier filmen. Ist es das, was uns die Popkultur einst versprach? ... Na, ging es nicht bei der Kunst wie im Internet um Aufkl�rung, Freiheit und Information? War das Internet nicht das perfekte Projekt zur Verschmelzung von Pop und Politik? Das Infoparadies? ... Wir haben uns alle get�uscht, Mann! Das Internet ist ein Ort der Jagd, der Ablichtung, der Durchleuchtung. Im schlimmsten Fall: ein Ort von Hinrichtungen, sexuellem Missbrauch, ein Ort f�r Fahnder und Datensch�tzer. Im harmloseren Fall: Eine eskapistische Quatschwelt. Das Internet hat etwas Sonderbares bewirkt: Klatsch war immer ein Nebenprodukt der Popkultur. Nun ist Klatsch das Hauptprodukt des Pop...

Reden wir mal nicht mehr �ber die Soldaten, die das nun ausbaden m�ssen. Sondern �ber die Politik und �ber Ihren Geheimdienstvorschlag: Die CIA hat die Taliban gro�gemacht, weil sie sie brauchte im Kampf gegen die Sowjetunion! Die CIA hat Saddam Hussein gro�gemacht, weil sie ihn brauchte im Kampf gegen den Iran! Die CIA hat Verbrecher wie Augusto Pinochet unterst�tzt, weil sie Panik vor einem kommunistischen Chile hatten! Last not least hat die CIA 9/11 nicht verhindert, obwohl die M�glichkeit klar bestanden h�tte. Und denen trauen Sie zu, Osama bin Laden zu finden und die Taliban zu erledigen? Fuck, no! Die Sache sieht so aus: US-Regierungen haben Blut an den H�nden, wir haben zu oft die falschen Leute mit Waffen ausger�stet - und unsere jungen Soldaten da unten m�ssen auch das jetzt ausbaden.
Bruce vom Feinsten.

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2007-06-14

Zuwachs im terror.web

--- Spiegel Online berichet �ber Zuwachs im terror.net bzw. terror.web:
Terror im Internet ist ein Mega-Thema. Zu Recht, denn es gibt l�ngst tausende dschihadistische Websites. Ausgerechnet al-Qaida ist dabei allerdings zur�ckhaltend: Weder die Zentrale, noch die Filialen haben eigene Homepages. Neuerdings gibt es jedoch eine Ausnahme. Denn seit einer Woche sind die Dschihadisten der "Organisation al-Qaida im islamischen Westen" online erreichbar. Der Nordafrika-Ableger ist - nach Etablierung der Filialen in Saudi-Arabien (um 2002) und Irak (2004) - der j�ngste Zuwachs zu Bin Ladens Terrornetzwerk. Allerdings handelt es sich um keine Neugr�ndung: Al-Qaida im Maghreb (so der Name auf Arabisch, die Truppe selbst k�rzt sich "AQIM" ab) ist die Nachfolgeorganisation der algerischen GSPC und nannte sich Anfang 2007 um. ... Die AQIM, muss man vielleicht erg�nzen, ist schlie�lich nicht irgendeine kleine, dahergelaufene Terrorzelle - sie f�hrte erst im April einen verheerenden Terroranschlag in Algier durch, dem 24 Menschen zum Opfer fielen. Au�erdem ist sie ein Sammelbecken auch f�r Dschihadisten in den Nachbarl�ndern Marokko und Tunesien. Und schlie�lich stellen Algerier einen hohen Anteil unter jenen Terroristen oder verhinderten Terroristen, die sich Europa als Ziel ausgesucht hatten. Nat�rlich ist der Aussagewert der Bilder begrenzt. Aber immerhin: Man sieht dutzende M�nner, die mit schweren Waffen trainieren, etwa mit Granatwerfern. Sie durchqueren Fl�sse, sie robben durch Wald und W�ste, sie arbeiten in Zelten an Laptops, sie pr�parieren Sprengs�tze. Das alles macht einen wesentlich ernsthafteren, ja professionelleren Eindruck als zum Beispiel eine j�ngst ver�ffentlichte Bilderserie der im Libanon operierenden "Fatah al-Islam" ... Dass es �berhaupt eine AQIM-Website gibt, verdeutlicht �brigens, dass mittlerweile jede Qaida-Filiale vorgeht, wie sie es f�r am besten h�lt - ohne Einflussnahme von "oben", also der ehemaligen Zentrale um Osama Bin Laden und Aiman al-Sawahiri. Die Zentrale hatte �brigens nie eine eigene Website. Nur einzelne Qaida-Kader brachten Qaida-nahe Inhalte ab 1996 eigenst�ndig ins Netz, so etwa der mittlerweile get�tet Abd al-Aziz al-Mukrin mit neda.com.
Genug Arbeit auf jeden Fall f�r die mit neuen Befugnissen ausger�steten Eurocops bei Europol mit ihrem Projekt Check the Web.

Und sonst: Der Kampf um die Cyber-Dominanz: "Cyber Command" soll �berlegenheit der USA im Cyberspace sichern. Das Pentagon f�rchtet, China k�nnte die USA im Cyberspace milit�risch �berrunden. Daher richtet die US-Luftwaffe ein neues "Cyber Command" ein, um die "Informations�berlegenheit" zu gew�hrleisten.

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2007-05-23

Das Internet und das "Propaganda-Modell"

--- Sheldon Rampton von PR Watch ist im Rahmen der sich interessant anh�renden Konferenz "20 Years of Propaganda?" der Aktualit�t des "Propaganda-Modells" nach:
In their groundbreaking 1988 book, Manufacturing Consent, professors Ed Herman and Noam Chomsky not only explained, but documented with extensive case studies, how mass media and public opinion are shaped in a democracy. Twenty years later, can their "propaganda model" still be used to explain modern media distortions? ... When it first appeared, it was almost unheard-of to suggest that U.S. media such as the New York Times, Time and Newsweek magazines and CBS News were propaganda vehicles. Today things are somewhat different. Across the political spectrum, there is a widespread belief that disinformation, deception and propaganda pervade the media. On the internet, the initials MSM have become a standard term of disparagement for untrustworthy "mainstream media." The right has in fact far surpassed the left at denouncing the myth of media objectivity and has developed an entire industry of think tanks, media watchdogs and pundits such as Michelle Malkin or Anne Coulter who devote themselves to discovering and denouncing purported instances of media bias � while enjoying privileged media access themselves. ... When considering media coverage of the current war in Iraq, much of Herman and Chomsky's propaganda model is directly relevant. For example, they identify the differential treatment given to "worthy" vs. "unworthy" victims of violence as a signature characteristic of propaganda. "A propaganda system," they wrote, "will consistently portray people abused in enemy states as worthy victims, whereas those treated with equal or greater severity by its own government or clients will be unworthy. The evidence of worth may be read from the extent and character of attention and indignation." ... At the same time, the history of the past 20 years since the book was written suggests that the five "filters" highlighted in the first chapter of Manufacturing Consent � media ownership, the importance of advertising, reliance on official sources, "flak" produced by wealthy interest groups, and anti-communism as an ideological control mechanism � serve better as descriptions of the media as they existed then in the United States than they do of media as they exist today. The five filters are an essential part of the Herman-Chomsky propaganda model, because they provide a way of explaining how propaganda can enter the media in a Western democratic society, without an overt system of outright coercion or censorship. ... Today, in place of "broadcasting" we hear increasingly of "narrowcasting." Rather than a single mass audience consuming the same broadcast information, we have multiple audiences, interests, and information channels. The emergence of new communications media challenge the propaganda/broadcast model by increasing the number of channels through which information reaches the public, and also by lowering the costs of entry to previously-excluded voices. On the internet in particular, blogging, virally-distributed email and collaboratively-written wikis have changed the traditional distinction between "broadcaster" and "audience."
Und sonst: U.S. Think Tank Calls for More Troops, More Propaganda. "A new security study released by the Third Way, a Democratic-leaning think tank," and authored by two former Clinton administration officials, discusses how to rebuild U.S. credibility overseas. "American voters yearn for an alternative to the Bush administration's aggressive foreign policy stance," say the Brookings Institution's William Galston and Harvard's Elaine Kamarck, "but neither Democrats nor Republicans are articulating a different path." Their study calls for "a robust military response to the terrorist threat," along with "a massive public relations effort akin to the Cold War propaganda machine."

Neue Spindoktoren braucht England: The Post-Blair Pitch Project: With British Prime Minister Tony Blair leaving office in June, people are wondering "who will be the next famous Downing Street spinner, the new Alastair Campbell," writes columnist Andy McSmith. Under Blair and his "New Labour" party, the term "spin-doctor" became widely known in Britain, and "two in particular -- Alastair Campbell and Peter Mandelson -- became so well known that the comics could make jokes about them." Unless Blair's designated successor, Gordon Brown, "has a late change of mind, it seems he will run his media operation through people who have come up via the Treasury press office and kept out of the public eye. That will mean sticking with low-profile Damien McBride, a former civil servant whose style, while direct, is less slick."

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2007-04-29

Sympathie f�r al-Qaida anscheinend nicht strafbar

--- Sympathiebezeugungen f�r al-Quaida und Dschihad fallen hierzulande anscheinend unter die freie Meinungs�u�erung:
Das Werben f�r den �heiligen Krieg� im Internet ist nach Auffassung des Bundesgerichtshofs (BGH) offenbar nicht strafbar. Wie das Nachrichtenmagazin �Der Spiegel� berichtet, stellt der BGH in einem Schreiben an die Generalbundesanwaltschaft fest, dass die Dschihad-Aufrufe des in Deutschland verhafteten mutma�lichen Al-Qaida-Unterst�tzers Ibrahim R. nicht als Unterst�tzung einer terroristischen Vereinigung zu werten seien. Nach der Neufassung des Paragrafen 129a des Strafgesetzbuches im Jahr 2002 sei ein �Werben, das nicht auf personellen Zuwachs� f�r eine Organisation, sondern als allgemeine �Sympathiewerbung� gedacht ist, nicht mehr vom diesem Tatbestand erfasst. ... Der seit 1996 in Deutschland lebende Iraker war im Oktober im nieders�chsischen Georgsmarienh�tte verhaftet worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, durch das weltweite Verbreiten von Audio- und Videobotschaften unter anderem von Terroristenf�hrer Osama Bin Laden und dessen Stellvertreter Ayman Al Zawahiri �ber das Internet in mehreren Dutzend F�llen eine terroristische Vereinigung im Ausland unterst�tzt zu haben. "Nach bisheriger Erkenntnis wird in den dem Beschuldigten zugerechneten Texten nur allgemein zum Dschihad� aufgerufen, zitiert das Magazin aus dem Schreiben des BGH. Eine Werbung f�r eine Organisation sei �nicht unmittelbar zu erkennen�.
Einerseits gut, dass hierzulande ein Gericht auch mal an die Meinungsfreiheit denkt. Andererseits d�rften islamistische Propagandaseiten wie die GIMF hierzulande damit anscheinend erst mal auf sicherem Boden stehen.

Und sonst: Wenn Roboter schie�en: Einsatzregeln f�r Kampfroboter. Noch werden die Waffen von unbemannten Systemen aus der Ferne von Menschen bedient, aber man �berlegt bereits, unter welchen Bedingungen sie auch autonom feuern sollten.

Bezahlte Nachrichten greifen in den USA um sich: Interessengebundene TV-Beitr�ge im Lokalfernsehen?

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2007-03-13

R�tselraten um Bedeutung der "Stimme des Kalifats"

--- Nach den Terrordrohungen vom Wochenende, wird an vielen Orten �ber die Bedeutung der bereits im Vorfeld in Erscheinung getretenen "Stimme des Kalifats" spekuliert:
Es war im Sommer 2005, da begann die "Globale Islamische Medienfront" (GIMF) ehrenamtliche Mitarbeiter zu suchen: "Ihr, die ihr die Mudschahidin unterst�tzen wollt! Die 'Front' ruft Euch!", hie� es in dem Aufruf der GIMF-F�hrung, den sie auf einer einschl�gigen und f�r solche Zwecke geeigneten Dschihad-Website streute. "Wer die Nachrichten der Mudschahidin und ihre Erkl�rungen verbreiten will, den rufen wir!" Gut m�glich, dass es dieser Appell war, aus dem heraus sich die deutschsprachige Filiale der GIMF entwickelte. ... Ein halbes Jahr lang hatte es den Anschein, es ginge den Machern dieser "deutschen GIMF" alleine darum, die Ideologie von al-Qaida & Co. zu verbreiten. Seit neuestem und aus gegebenem Anlass keimen bei deutschen Sicherheitsexperten aber mittlerweile Zweifel, ob man es wirklich nur mit Propaganda-Schleudern zu tun hat. ... Vom reinen Lautsprecher von al-Qaida & Co. hin zum eigenst�ndigen Akteur: Hat die GIMF einen Entwicklungssprung gemacht? Ob hinter der Drohung ernsthafte Terrorpl�ne stecken, ist v�llig unklar. ... Dass das Video in Deutschland, �sterreich oder der Schweiz produziert wurde - darauf weist aus Sicht der Sicherheitsexperten vor allem eines hin: die fast einwandfreie deutsche �bersetzung der arabischen Rede, die ein Vermummter in einer Art Fernsehstudio h�lt. Sie enth�lt in Teilen sogar die neue deutsche Rechtschreibung, allerdings auch einige Rechtschreibfehler. Die Nachrichtenagentur ddp berichtet dar�ber hinaus unter Berufung auf Sicherheitskreise, es gebe Vermutungen, dass der Inhalt der Botschaft auf die Webseite eines Servers in der Bundesrepublik aufgespielt wurde. Der Text habe nur von Deutschen oder von in Deutschland lebenden Muslimen der zweiten oder dritten Generation mit einwandfreien Grammatikkenntnissen stammen k�nnen - so gibt ddp die Einsch�tzung eines Experten wieder. Dritter Hinweis ist der Fokus der Botschaft auf Deutschland und �sterreich. Beides sind L�nder, die die arabischsprachige Dschihadistenszene eher selten umtreiben. Besonders die Kritik an �sterreichs Einsatz in Afghanistan scheint bem�ht. Schlie�lich ist das Land dort mit blo� vier Stabsoffizieren vertreten. Besonders hart sind diese Indizien aber nicht. Denn einer der Trends in der Propagandaarbeit von al-Qaida und verwandten Organisationen ist es seit Monaten, dass immer mehr Material in qualitativ guten �bersetzungen verbreitet wird. ... Das Video wurde am Wochenende auf mindestens zwei Websites ver�ffentlicht: Einer arabischsprachigen Pro-Dschihad-Seite, die fast alle islamistischen Terrororganisationen seit mehr als einem Jahr stetig nutzen, um ihre Communiques zu publizieren - und auf der Website der deutschen GIMF. Allerdings bekennt sich die deutsche GIMF an keiner Stelle dazu, das Band selbst gedreht zu haben. Als Absender der Warnungen und Produzent des Videos wird die "Stimme des Kalifats" angegeben. Die "Stimme des Kalifats" trat erstmals 2005 in Erscheinung: Es war der Name, den die arabische GIMF ihrer Online-Fernsehsendung gab. ... Ende 2006 wurde eine Erkl�rung auf den einschl�gigen arabischen Dschihad-Foren verbreitet, dass der Sender "Stimme des Kalifats" und die GIMF sowie ein weiterer Propagandakanal namens "al-Firdaws" nunmehr verschmolzen worden seien. Schon im August 2005 hatte die arabische GIMF-F�hrung au�erdem festgestellt, sie geh�re nicht zu al-Qaida: "Die GIMF ist eine islamische Medienbasis im Internet. Sie ist die Botschafterin der Mudschahidin gegen�ber den Muslimen und jenen Nichtmuslimen, die dem Islam nicht feindlich gegen�berstehen", hie� es in dem Text. Die GIMF geh�rt niemandem. Sie geh�rt zu keiner Organisation oder bestimmten Gruppe."
In Folge einer dpa-Meldung nutzen auch andere Medien wie N24 derweil den Aufh�nger "Blogger als Terroristen", weil die GIMF-Seite auf Blogger-Software basiert und eine Art "Terror-Podcast" vertreibt: Islamisten nutzen virtuos nicht nur neueste Verschl�sselungstechnologien. Sie treten auch als Blogger auf. Das Video der "Stimme des Kalifats", in dem Anschl�ge in Deutschland und �sterreich angedroht werden, wurde nicht nur von arabischen TV-Stationen gesendet, sondern erschien parallel dazu auf vielen Webseiten. Mit �berall erh�ltlichen Verschl�sselungsprogrammen verhindern die Extremisten, dass sie beim Hochladen der Videos auswertbaren Spuren im Netz hinterlassen. Auch nutzen die Extremisten massiv Online-Werkzeuge, die urspr�nglich f�r B�rgerjournalisten geschaffen wurden, wie die Nachrichtenagentur dpa schreibt. So meldete sich auf der Weblog-Plattform Wordpress.com eine "Globale Islamische Medien-Front" (GIMF) zu Wort - ein seit Jahren t�tiger unbekannter Personenkreis, der islamistische Propaganda im Internet verbreitet. Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass die GIMF von Blogspot auf Wordpress (http://gimf1.wordpress.com/) umgestellt hat und die Vorschautechnik Snap einsetzt. Das Bundesinnenministerium warnt derweil �ber die BILD und auf der eigenen Website: "Schwarz-Rot-Gold ist keine Schutzweste mehr" - als ob es das je gewesen w�re.

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2007-03-12

Internet treibt Zeitungen zur Hyper-Lokalit�t

--- Das ist ja auch mal wieder ein sch�nes "Paradox" des globalen, vom Internet angeheizten Medienbetriebs: der treibt die Zeitungen n�mlich angeblich in die Hyper-Lokalit�t und verengt die Sicht auf die Weltnachrichten bei ihnen:
News organizations confronted with declining revenue and increased competition are entering an era of more limited ambition in which they will drop a broad worldview for more narrowly focused reporting, according to an annual review of the news business being released today by a watchdog group. The http://www.journalism.org/Project for Excellence in Journalism reports that the struggle to create sustainable media brands is driving "hyper-local" coverage in newspapers; encouraging citizen journalism on the Internet; and giving rise to opinion-driven television personalities like CNN's Lou Dobbs and Fox News' Bill O'Reilly. "The consequences of this narrowing of focus involve more risk than we sense the business has considered," said the report from the project, an arm of the Washington-based Pew Research Center. "Concepts like hyper-localism, pursued in the most literal sense, can be marketing speak for simply doing less." The review describes print, radio and television news operations as weathering "epochal" changes � with audiences splintering so radically that is has become difficult to accurately measure new viewing and reading habits. Daily newspaper circulation declined 3% in 2006, for instance, but the increase in online readership is more difficult to quantify. The three television networks collectively lost an additional 1 million viewers � about the average in each of the last 25 years � but YouTube and other online services created a new delivery vehicle for the networks' content. Traditional newsrooms remain the primary source for information, and the report suggests that news organizations need to be more aggressive about mining revenue for their work. The old-line media may have to form consortiums to force Internet "aggregators," which compile content from other sources, to pay licensing fees for news and information, the report says. Tom Rosenstiel, director of the Project for Excellence in Journalism, said that most news organizations would have to shrink their staffs but that much more thought needed to go into how the reductions are made. "The current thinking, hyper-localism, seems problematic," he said in an e-mail response to a question. "In an era of globalism, how can you suggest that the L.A. or Boston market does not need its own specialized foreign reporting that informs the local economy, the local culture and more, in a way that is different than what generic wires would cover?" Respected newspapers such as the New York Times and Washington Post have placed high hopes in replacing declining print advertising with ads on their websites. Indeed, as audiences online have expanded, newspapers have seen their online revenue grow by more than 30% a year. But the Project for Excellence report suggests that the boom in online news audiences and income has begun to wane. A Pew Research Center study cited in the report found that the number of Americans who said they went online for news every day declined to 27% in June 2006, compared with 34% in June 2005.
Und sonst: Anschlagspl�ne auf wichtigen Internetknoten in London entdeckt: Die britische Polizei soll bei Razzien Pl�ne islamistischer Extremisten f�r einen Anschlag auf das Internet in Gro�britannien entdeckt haben. Wie die Sunday Times berichtet, seien "Computerdateien" beschlagnahmt worden, die zeigen, dass ein Anschlag auf den wichtigsten britischen Internet-Hub London Internet Exchange, durch den praktisch alle Daten von und nach Gro�britannien flie�en, beabsichtigt worden sei.

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2007-02-27

Neues vom Cyber-Dschihad

--- MEMRI hat mal wieder einen ausf�hrlichen Bericht zum Ph�nomen des E-Dschihad ver�ffentlicht, in dem der aktuelle Stand islamistischer Bewegungen und Propaganda rund ums Internet aufgezeigt wird:
Electronic jihad is a phenomenon whereby mujahideen use the Internet to wage economic and ideological warfare against their enemies. Unlike other hackers, those engaged in electronic jihad are united by a common strategy and ideology which are still in a process of formation. ... In the past few years Islamist websites have provided ample evidence that Islamist hackers do not operate as isolated individuals, but carry out coordinated attacks against websites belonging to those whom they regard as their enemies. As evident from numerous postings on the Islamist websites, many of these coordinated attacks are organized by groups devoted to electronic jihad. Six prominent groups of this sort have emerged on the Internet over the past few years: Hackboy, [oder auch: Hackerboy] Ansar Al-Jihad Lil-Jihad Al-Electroni, Munazamat Fursan Al-Jihad Al-Electroni, Majmu'at Al-Jihad Al-Electroni, Majma' Al-Haker Al-Muslim, and Inhiyar Al-Dolar. All these groups, with the exception of Munazamat Fursan Al-Jihad and Inhiyar al-Dolar, have websites of their own through which they recruit volunteers to take part in electronic attacks, maintain contacts with others who engage in electronic jihad, coordinate their attacks, and enable their members to chat with one another anonymously. ... A more recent indication of the increasingly organized nature of electronic jihad is an initiative launched January 3, 2007 on Islamist websites: mujahideen operating on the Internet (and in the media in general) were invited to sign a special pact called "Hilf Al-Muhajirin" ("Pact of the Immigrants"). In it, they agree "to stand united under the banner of the Muhajirun Brigades in order to promote [cyber-warfare]," and "to pledge allegiance to the leader [of the Muhajirun Brigades]." They vow to "obey [the leader] in [all tasks], pleasant or unpleasant, not to contest [his] leadership, to exert every conceivable effort in [waging] media jihad� [and to persist] in attacking those websites which do harm to Islam and to the Muslims�" This initiative clearly indicates that the Islamist hackers no longer regard themselves as loosely connected individual activists, but as dedicated soldiers who are bound by a pact and committed to a joint ideological mission. ... One objective of electronic jihad which is frequently evoked by the mujahideen is assisting Islam by attacking websites that slander Islam or launch attacks against Islamic websites, or by attacking websites that interfere with the goal of rendering Islam supreme (e.g. Christian websites). More recently, however, the mujahideen have begun to cite additional objectives: avenging the death of Muslim martyrs and the suffering of Muslims worldwide (including imprisoned jihad fighters); inflicting damage on Western economy; affecting the morale of the West; and even bringing about the total collapse of the West. ... Islamist websites present very little evidence of more sophisticated attacks utilizing actual hacking techniques (i.e., obtaining the admin password and using admin privileges to corrupt data or damage the server itself). However, two examples do indicate that the cyberspace mujahideen may possess the capability to carry out such attacks. On October 17, 2006, an Islamist website posted a message containing a link to what appeared to be live pictures of Anchorage International Airport taken by the airport's security cameras. There was also a link to an admin control program allowing surfers to control the airport's security cameras. If this was an authentic break-in, it indicates that Muslim hackers are capable of hacking even into highly secure servers. Another example which illustrates the extent of the mujahideen's hacking skills is the story of 22-year-old Younis Tsouli from West London, better know as Irhabi 007, who was arrested in 2005 by Scotland Yard. In his short but rich hacking career, Irahbi 007 wrote a hacking manual for mujahideen, instructed Islamist hackers online, and broke into servers of American universities, using them to upload shared files containing jihad-related materials.

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2007-02-05

In einem Bett: Medien und PR

--- Die NZZ berichtet �ber eine neue Studie zur �bernahme von PR-Material in den (Schweizer) Medien:
Wie selbst�ndig berichten die Medien? Zu wenig, findet erneut eine Studie, welche die Leistungen von Lokalmedien in den R�umen Z�rich und St. Gallen analysierte. �Was als Medienleistung erscheint, ist zu einem betr�chtlichen Teil PR-Leistung�, heisst es im Bericht, welchen die Publicom dem Auftraggeber, dem Bundesamts f�r Kommunikation, vorlegte. Ren� Grossenbacher, der Forschungsleiter, findet damit seine Untersuchungen best�tigt, die er vor zwanzig Jahren durchf�hrte. Danach agieren die Medien oft am G�ngelband der �ffentlichkeitsarbeiter. Im aktuellen Fall untersuchte die Publicom, wie die elektronischen Lokalmedien die Pressekonferenzen der Z�rcher und St. Galler Beh�rden verarbeiteten. Zwei Arbeitsmonate dienten als Forschungsbasis. Die Ergebnisse sind ern�chternd; sie best�tigen allerdings intuitive Eindr�cke. So konnte man in gut der H�lfte der Berichte keinerlei inhaltliche Eigenleistung der Medien erkennen. Publiziert wurde die unver�nderte oder lediglich gek�rzte Fassung der Texte, die von den beh�rdlichen Medienstellen zur Verf�gung gestellt wurden. Nur 13 Prozent der Beitr�ge kamen eigenst�ndig zustande. Nachrecherchen erfolgten selten. Begrenzt scheint �berdies die Bereitschaft, die Quellen der verbreiteten Informationen offenzulegen. Nur ein F�nftel der Beitr�ge verwies auf die Medienkonferenzen als Basis. In der Regel werden allerdings die Personen genannt, von welchen die Informationen stammen. So vermittelt das Medium dem Publikum den falschen Eindruck, der Beitrag beruhe auf einer Eigeninitiative. In gut einem Viertel der Berichte werde aber auch dies nicht ersichtlich, h�lt die Studie fest. Die Quellen werden vor allem durch die Online- Medien und die privaten Fernsehsender verschleiert.
Tats�chlich ist ja das Copy & Paste von Pressemitteilungen das "Gesch�ftsmodell" einiger "Newsticker" im Internet ohne jeglichen Verweis auf den Ursprung der "Nachrichten". Siehe auch einen Kommentar zum Thema in der NZZ: Die Kernaussagen der nebenstehend pr�sentierten Studie sind ersch�tternd: Die Medien arbeiten danach zu einem grossen Teil als blosse Transporteure von Botschaften aus den Werkst�tten der �ffentlichkeitsarbeiter. Die Forscher sehen damit Untersuchungen (Barbara Bearns / Ren� Grossenbacher) aus den achtziger Jahren best�tigt. Schon damals wurde errechnet, dass zwei Drittel aller von den Medien verbreiteten Meldungen aus Pressestellen und PR-Agenturen stammen. ... Die Medien betreiben somit in hohem Mass Etikettenschwindel. Das ist verwerflich. Dennoch muss man die genannten wissenschaftlichen Befunde relativieren. Eine wesentliche Aufgabe der Medien besteht darin, �ber Ereignisse und Entscheide in Politik und Wirtschaft zu berichten. �fters handelt es sich um Informationen, die nicht kontrovers sind. Diese werden heute von den jeweiligen Kommunikationsabteilungen meist Medien-affin und professionell aufbereitet. Zudem sind �ffentlichkeitsarbeiter auf ein Vertrauensverh�ltnis mit den Medienschaffenden angewiesen. Durch Vermittlung gezinkter Informationen w�rden sie ihre Glaubw�rdigkeit sch�digen. Sie liefen Gefahr, den Zugang zu den Medienkan�len zu verlieren. Denn die Journalisten treffen die Auswahl unter den PR-Meldungen. Als Schleusenw�rter nehmen sie eine Kontrollfunktion wahr. In diesem Sinne herrscht also kein universeller �Verblendungszusammenhang�. Nicht alles, was aus PR-Werkst�tten kommt, muss von vorneherein schlecht sein. ... Wenn man die Presse einbezogen h�tte, w�ren die Resultate wohl etwas positiver ausgefallen. W�hrend Websites, Privatradios und Lokalsender immer noch als Durchlauferhitzer funktionieren (daran werden Subventionsgelder kaum etwas �ndern), liefert das gedruckte Medium am ehesten noch Einordnungen und Analysen. Angesichts der �konomischen Schwierigkeiten steht allerdings auch die Presse unter Druck. Der Sparzwang gef�hrdet das Reflexionspotenzial. PS: Baerns heisst die Barbara aber, nicht Bearns.

Und sonst: media-bl�d k�mpft gegen Abmahnungen mit einer seltsamen Art von "Justiztourismus".

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