2007-12-07

Wie gef�hrlich sind die Atombestrebungen Irans?

--- In die Debatte um m�gliche atomare Bedrohung durch den Iran ist im Lauf der Woche Bewegung gekommen, weil die US-Geheimdienste pl�tzlich in einem �berraschenden Meinungswechsel vorl�ufig Entwarnung gegeben und Bushs Alarmismus als ebensolchen hingestellt haben. Der Economist hat die Sache noch einmal aufgegriffen:
Just two years ago the consensus view of America's 16 intelligence agencies was tough and unambiguous: Iran was �determined to develop nuclear weapons despite its international obligations and international pressure.� The fact that Iran then, in 2006, overtly restarted nuclear enrichment�the process to make nuclear fuel which can also be used to make fissile material for bombs�in defiance of United Nations Security Council resolutions only increased the sense of alarm. Speculation has since grown that America might take matters into its own hands and bomb Iran. George Bush said in a recent speech that an Iranian bomb could contribute to �world war three�. Dick Cheney, the hawkish vice-president, gave warning of �serious consequences� if Iran did not suspend uranium enrichment. Yet on Monday December 3rd the intelligence agencies revamped their view of Iran's nuclear-weapons programme. In a new official estimate released that day, the National Intelligence Council states frankly that �We judge with high confidence that in fall 2003, Tehran halted its weapons programme.� A few sentences later it states with �moderate confidence� that �Tehran had not restarted its nuclear-weapons programme as of mid-2007.� ... It also concludes that Iran is susceptible to outside diplomatic pressure and scrutiny ...

No explanation has been given for the agencies� about turn. But there is speculation aplenty. One analyst notes that the defection to the West of an Iranian general in 2007 may have produced better intelligence from inside Iran. The spies may also have concluded that earlier assessments were overly alarming, perhaps as a result of pressure from Mr Cheney, who may have sought an intelligence document to bolster any case for bombing Iran. ...

None of this, however, suggests that Iran�s nuclear programme is no longer a threat. America's national-security adviser, Stephen Hadley, argues that the new NIE only shows that �the international community has to turn up the pressure [on Iran]�. The NIE itself says that Iran �at a minimum is keeping open the option to develop nuclear weapons.� Even if Iran is not currently working on warheads or missiles to make a nuclear weapon (as it has been saying for years), it is publicly enriching uranium. Getting the right kind of fissile material is the hardest part of making a bomb.
Und sonst: Warum Larry Lessig nicht mehr �ber Copyright reden mag, sondern lieber Lobbying-Strukturen und Korruption in der Politik allgemein angehen will: Mr Lessig says legislators are clueless about �an issue that any rational policymaker has no problem understanding.� Swayed by campaign contributions from vested interests�such as film studios, music companies and book publishers�America's Congress has lengthened copyright terms 11 times in the past four decades, he observes. And Mr Lessig sees the same sorts of interference in other domains, such as the influence of sugar lobbies on government nutrition boards and that of pharmaceutical lobbies on doctors. �I felt I was spending too much time on the substance of copyright, as if that was the issue,� he says with palpable frustration. �I'm really getting tired of telling this story. It's not rocket science. But governments always get it wrong. What links these issues is that there is so much money involved in protecting them.� ... He is also arguing his case in speeches and on his blog, with the hopes of inspiring and encouraging others to participate in his campaign, in a manner akin to Wikipedia. If �you can architect the problem into bite-sized chunks� and then motivate volunteers, the results can be impressive, he says, noting that Wikipedia has grown to be one of the internet's ten most popular sites. �If we mobilise people to think of [corruption] as a trackable problem, we can use this technology to change Washington,� he declares.

Passend dazu: Siemens will sich von den j�ngsten Korruptionsskandalen reinwaschen: The Germany-based engineering company Siemens is launching its most extensive ad campaign ever, as it grapples with "a massive corruption scandal." The "Siemens answers" campaign, developed by WPP's Ogilvy & Mather, will run in "major markets around the globe." Siemens is spending $148 million a year on the three-year campaign, which highlights health care, energy and industrial "technologies being developed by Siemens." In addition to print ads, the campaign will include billboards, television ads and "keyword-based marketing" online. The goal is to "help Siemens regain the public's trust," after allegations surfaced that company managers paid bribes to win infrastructure contracts in several countries. Siemens is also a frequent funder of video news releases.

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2007-08-22

Wie das Wei�e Haus mit Demonstranten umgeht

--- Die US-B�rgerrechtsvereinigung ACLU hat ein Dokument des Wei�en Hauses von Oktober 2002 ausgegraben, indem Hinweise f�r Sicherheitskr�fte zum Umgang mit m�glichen Kritikern bei �ffentlichen Kundgebungen gegeben werden: Spiegel Online dazu:
Ein internes Handbuch belegt, mit welchen Mitteln die US-Regierung versucht, Bush-Gegner von Veranstaltungen des Pr�sidenten und anwesenden Medien fernzuhalten. .... An Veranstaltungen mit dem Pr�sidenten d�rften nur Menschen teilnehmen, deren Eintrittskarten genau kontrolliert und die im Vorfeld der Veranstaltung im Hinblick auf versteckte Protest-Zeichen durchsucht worden, hei�t es ... in dem Papier. Demonstranten, die es dennoch schafften, in die Veranstaltung zu gelangen, sollen von "Kadergruppen" niedergeschrien werden. Die wiederum sollen "strategisch" positioniert werden und gro�e Plakate mit "gef�lligen Botschaften" tragen. Mindestens ein Helfer solle im Umkreis der Protestler "umherwandern" und nach m�glichen Problemen Ausschau halten. Wenn all das nicht funktioniert, sollen die Demonstranten rausgeschmissen werden, hei�t es in dem Papier. "Die Aufgabe der Gruppe besteht darin, ihre Plakate und Banner als Schutzschilder zur Abschirmung der Demonstranten von der Presse zu benutzen. Wenn die Demonstranten beginnen, zu schreien, k�nnen die Helfer unterst�tzende Sprechch�re anstimmen (USA! USA! USA!)", zitiert die "Washington Post" aus dem Papier. Die M�he sollen sich die Helfer des Wei�en Hauses allerdings nur dann machen, wenn die Gefahr besteht, die Protestler k�nnten von der �ffentlichkeit wahrgenommen werden. Denn weiter hei�t es: "Wenn davon auszugehen ist, dass die Medien die Demonstranten weder sehen noch h�ren k�nnen und sie die Veranstaltung nicht st�ren werden, kann man sie ignorieren. Wenn die Demonstranten aber Schilder tragen, versuchen, den Pr�sidenten niederzuschreien oder das Ereignis in gr��erem Ausma� beeintr�chtigen k�nnen, m�ssen die Gegenma�nahmen umgehend ergriffen werden, um die Wirkung der Protestler zu minimieren."
Auch in Deutschland sind derweil seltsame Sitten eingezogen, um linke Stimmen mundtot zu machen: Durch Google-Suche in die Einzelhaft. BKA-Beamte wurden mit einer Suche nach den Begriffen "Gentrification" und "Prekarisierung" auf den Stadtsoziologen Andrej H. aufmerksam. Das habe f�r eine fast einj�hrige Observation, Video�berwachung und Lauschangriff ausgereicht, erkl�rt seine Anw�ltin.

Geheimdienste 2.0: US-Beh�rden basteln an MySpace f�r Spione. MySpace, Facebook, jetzt kommt A-Space. Der oberste Geheimdienstler der USA will ein social network f�r Spione gr�nden. �ber die Schlapphut-Community sollen befreundete Nachrichtendienste ihre Informationen austauschen. Doch die Geheimniskr�mer sind skeptisch. Mehr dazu in der Financial Times.

Nach Merkels Schwei�fleck-Entfernung durch den BR nun das: Zeitschrift retuschiert Sarkozys Speckrolle weg. Gut gemeint, schlecht gemacht: "Paris Match" hat Fotos abgedruckt, die Pr�sident Sarkozy in Badehose zeigen - ohne unsch�ne Speckrolle. Die wurde kurzerhand wegretuschiert. Die Konkurrenz zeigt nun h�misch Original und F�lschung.

Das Pentagon will 3 Millionen US-Dollar f�rs Spinning (ein Projekt f�r "strategische Kommunikation und Integration"), doch der US-Kongress ist skeptisch.

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2007-07-31

"Verantwortungsvoller Umgang" mit Anti-Terrorbefugnissen gelobt

--- Das Parlamentarische Kontrollgremium hat den Geheimdiensten Zur�ckhaltung bei der Anwendung der Auskunftserm�chtigungen im Anti-Terrorkampf w�hrend des vergangenen Jahres attestiert. In einer jetzt ver�ffentlichten Unterrichtung (PDF-Datei) zu den Ma�nahmen nach dem Terrorismusbek�mpfungsgesetz, das Rot-Gr�n als so genanntes zweites Anti-Terrorpaket nach dem 11. September 2001 eilig beschlossen hatte, ist von einem "zur�ckhaltenden und verantwortungsvollen Umgang der Nachrichtendienste mit dem zur Verf�gung stehenden Instrumentarium" die Rede. Die erweiterten Auskunftsrechte bei Unternehmen seien "gezielt und nicht f�r eine fl�chendeckende Ermittlung eingesetzt worden". Die Dienste h�tten bei den Eingriffen in die Grundrechte der B�rger die Grunds�tze von Eignung, Erforderlichkeit und Verh�ltnism��igkeit ber�cksichtigt.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, hat das Bundesamt f�r Verfassungsschutz (BfV) 2006 in sieben F�llen Abfragen bei Banken und Finanzdienstleistern sowie in 14 F�llen bei Telekommunikationsunternehmen get�tigt. Davon waren insgesamt 89 Personen betroffen. Ferner sind laut den H�tern �ber Eingriffe in das Post- und Fernmeldegeheimnis nach Artikel 10 des Grundgesetzes auf der Ebene der Bundesl�nder neun Auskunftsersuchen angeordnet worden, von denen sich sieben an Banken und Finanzdienstleister und zwei an Telekommunikationsunternehmen richteten. Im ersten Bereich seien neun, im zweiten Fall zwei Personen betroffen gewesen. Bundesnachrichtendienst und Milit�rischer Abschirmdienst haben dem Papier zufolge von ihren M�glichkeiten im vergangenen Jahr keinen Gebrauch gemacht.

Die "G-10-Kommission" hat den Verfassungssch�tzern zudem im vergangenen Jahr zehn Anordnungen zum Einsatz des umstrittenen IMSI-Catchers zur �berwachung der Mobilkommunikation genehmigt. Davon sollen zw�lf Personen betroffen gewesen sein. Bei 26 beendeten Auskunftsverfahren beziehungsweise Eins�tzen des IMSI-Catchers, die insgesamt 48 Personen betrafen, hat das Kontrollgremium �ber die potenzielle Benachrichtigung der in ihren Grundrechten Verletzten entschieden. Demnach sind 41 Betroffene vorl�ufig nicht �ber ihre �berwachung informiert worden. In einem Fall hat sich die G-10-Kommission endg�ltig dagegen entschieden, auf eine Mitteilung zu verzichten. So erfuhren 2006 allein sechs Personen von den erfolgten Grundrechtseingriffen.

Nach Angaben des Kontrollgremiums bildete die Ermittlung gegen ausl�ndische extremistische und terroristische Vereinigungen wie schon in den vorangegangenen Jahren den Einsatzschwerpunkt. Trotz des hohen Gef�hrdungspotenzials dieser Gruppierungen sei es nicht zu einem erh�hten Gebrauch der Befugnisse im Vergleich zum Vorjahr gekommen. Zieht man die Zahlen aus 2004 heran, haben die Geheimdienste ihre Auskunftslizenzen sogar weniger stark in Anspruch genommen. Die Abgeordneten loben daher, dass auch im Kampf gegen den internationalen Terrorismus die Freiheitsrechte nur in dem Ma� eingeschr�nkt worden seien, wie zur "Wahrung von Sicherheitsinteressen" unbedingt notwendig.

Die Grundrechtsbilanz k�nnte im kommenden Jahr aber weniger gut ausfallen, da den Nachrichtendienste seit Januar auch das ausgeweitete Instrumentarium des umstrittenen Terrorismusbek�mpfungserg�nzungsgesetz (TBEG) zur Verf�gung steht. Neben dem Verfassungsschutz k�nnen k�nftig auch Bundesnachrichtendienst (BND) und Milit�rischer Abschirmdienst (MAD) Ausk�nfte bei Luftfahrtunternehmen, Banken, Post-, Telekommunikations- und Telediensteunternehmen einholen. Dies gilt nicht mehr nur bei Terrorverdacht, sondern auch im Rahmen der Aufkl�rung "verfassungsfeindlicher Bestrebungen" im Inland. Entsprechend ausgedehnt wird die Erm�chtigung zum Einsatz des IMSI-Catchers. Verdeckt fahnden d�rfen Geheimdienste ferner im Schengener Informationssystem. Die Voraussetzungen f�r Ausk�nfte von Post-, Telekommunikations- und Teledienstunternehmen �ber Verbindungs- und Nutzungsdaten erstrecken sich auch auf weitere F�lle mit Gewaltbezug.

F�r die auskunftsberechtigten Dienste ist es zudem deutlich einfacher geworden, die vorgesehenen Informationen bei Privaten einzuholen. Insbesondere wird das Verfahren nach Artikel 10 des Grundgesetzes, das eine ministerielle Anordnung mit Zustimmung der G-10-Kommission des Bundestages vorsieht, beschr�nkt. Ausk�nfte etwa von Luftfahrtunternehmen und Banken k�nnen sich die Nachrichtendienste so unkomplizierter besorgen. Dem Kontrollgremium m�ssen sie aber weiter Bericht erstatten. Die Parlamentarier der Kommission wollen nach eigener Aussage ihr besonderes Augenmerk k�nftig darauf richten, ob mit dieser "praxisorientierten Neustrukturierung einzelner Auskunftsbereiche" weiterhin eine ausreichende Kontrolle zum Schutz des einzelnen B�rgers gew�hrleistet ist. Datensch�tzer und Provider sind hier skeptisch: sie erwarten eine deutliche Zunahme der Auskunftsersuche.

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2007-07-22

Bushs halbherziges Folterverbot

--- W�hrend Sch�uble hierzulande kr�ftig an den Pfeilern des Rechtsstaates r�ttelt, besch�ftigt sich in den USA Bush mal wieder mit den "roten Linien":
Angeblich sollen nach einem Pr�sidentenerlass die Gefangenen nach den Genfer Konventionen behandelt werden, aber wenn es sich um "feindliche K�mpfer" oder deren Unterst�tzer handelt, darf die CIA trotz Mediencoup weitermachen wie bisher. Um das Steuer noch herumzurei�en und eines der dunkelsten Kapitel des "Globalen Kriegs gegen den Terror" abzuschlie�en, hat US-Pr�sident Bush gestern eine Verf�gung unterzeichnet, nach der auch "feindliche K�mpfer" nach den Genfer Konventionen behandelt werden m�ssen und Folter verboten ist. Aber die Politik des Wei�en Hauses hat sich nicht �ber Nacht ver�ndert. Es wird weiterhin getrickst, um Medien und �ffentlichkeit hinters Licht zu f�hren. ... Hat das Wei�e Haus endlich gelernt, dass es den USA mit der Praxis des Verschwindenlassens durch Verschleppungen, der Folter von Gefangenen und der unbegrenzten Inhaftierung auf Verdacht gro�en Schaden zugef�gt hat? Das Image der USA ist au�enpolitisch auf einen Tiefpunkt gefallen, innenpolitisch haben Bush und Cheney die Verfassung ausgehebelt und mit der Kriegserm�chtigung dem Pr�sidenten immer mehr Macht zugeschaufelt. Unter Druck von der demokratischen Mehrheit im Kongress und angesichts vorerst unl�sbarer Konflikte durch den "Globalen Krieg gegen den Terror", den man flugs auf den Irak erweitert hatte, scheint man im Wei�en Haus nun zu versuchen, mit dem Nachgeben in einem Punkt den von vielen geforderten R�ckzug aus dem Irak und damit das Scheitern des wichtigsten au�enpolitischen Ziels der Bush-Regierung umgehen zu wollen. ... Jetzt also soll die CIA nach seiner Anordnung Inhaftierungen und Verh�re gem�� des Artikels 3 Genfer Konvention ausf�hren, die die Behandlung von Kriegsgefangenen regelt. Folter ist danach verboten. Bush best�tigt allerdings, dass "Mitglieder von al-Qaida, der Taliban und verb�ndeter Organisationen" weiterhin als "feindliche K�mpfer" eingestuft werden und nicht dem Schutz der dritten Genfer Konvention �ber die Behandlung von Kriegsgefangenen unterliegen. Damit will sich das Wei�e Haus auf jeden Fall schon einmal die M�glichkeit belassen, Menschen zu verschleppen und unbegrenzt zu inhaftieren. Zudem ist nur die Rede von "einem Programm der CIA zur Festnahme und Befragung" die Rede, was zudem suggeriert, es k�nne auch noch andere geben. Aber auch f�r das "eine" Programm werden Bedingungen gestellt. Im Gegensatz zur Anti-Folter-Konvention definiert der Erlass Folter nach US-Gesetzen. So ist nach dem Strafgesetzbuch � 2340 Folter nicht auch jede "grausame, unmenschliche oder dem�tigende Behandlung oder Bestrafung", sondern "severe mental pain or suffering", wozu allerdings auch die Verabreichung von Drogen oder andere Verfahren z�hlen, die die Pers�nlichkeit eines Menschen tiefgreifend ver�ndern. ... CIA-Director Michael V. Hayden beeilte sich denn auch gleich zu versichern, dass der Erlass die CIA-Angestellten sch�tzt, weil klare Regeln vorgegeben werden. Sie grenzen zwar die Folter ein, legalisieren aber auch Foltermethoden. Angeblich seien nur 100 Terrorverd�chtige � "hardened terrorists" verschleppt und verh�rt worden. Weniger als die H�lfte seien denn "verst�rkten Verh�rmethoden" unterzogen worden.
Und sonst: Auch das US-Verteidigungsministerium ist r�hrig: Darpa will mit der "Kristallkugel" und dem "Blitzkrieg" in die Zukunft sehen. Die Forschungsabteilung des Pentagon will ein System entwickeln, das im Einsatz dem Kommandeur schnelle Entscheidungshilfe bei der Planung durch Vorhersage der Folgen einer Handlung bieten soll.

Die Taliban bet�tigen sich als Infokrieger: Informations-Wirrwarr um den toten Deutschen. Im Geiseldrama werden die Informationen aus Afghanistan immer widerspr�chlicher: Ein Polizeichef bestreitet pl�tzlich, den Tod eines verschleppten Deutschen verlautbart zu haben. Unklar ist auch, ob der Leichnam eine Schussverletzung aufweist.

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2007-07-18

US-Geheimdienstbericht: Irak-Krieg war vergeblich

--- Ein jetzt ver�ffentlichter US-Geheimdienstreport sorgt f�r Wirbel im Bl�tterwald und gibt den Irak-Krieg-Gegnern erneut Auftrieb:
Waren sechs Jahre "Krieg gegen den Terror" umsonst? Eine aktuelle Einsch�tzung der US-Geheimdienste zur Bedrohung der USA durch Terroristen geht in diese Richtung - Gegner von Pr�sident Bush sehen in ihr den letzten Beweis f�r Inkompetenz und Scheitern der US-Regierung. Das Echo ist verheerend. Allein die "New York Times" schickte heute drei Autoren in die B�tt, die den gestern ver�ffentlichten Bericht der US-Geheimdienste �ber die terroristische Bedrohung der USA zerpfl�ckten und f�r Angriffe auf Pr�sident George W. Bush nutzten. "Liest man den Bericht ernsthaft, stellt er eine m�chtige Widerlegung von Bushs Ansatz im Terrorkrieg dar", war im Editorial des Blattes zu lesen. "Ach ja, �brigens: Auch nach den Hunderten von Milliarden, die wir ausgegeben haben, und trotz der vielen Leben, die wir in Afghanistan und im Irak geopfert haben, sind wir heute genau so verwundbar wie zuvor", �tzte Maureen Dowd ... In der Tat geht aus dem Report hervor, dass die Gefahr von Terrorangriffen in den USA nach Ansicht der Agenten-Gemeinde gestiegen ist. Von dem "National Intelligence Estimate", das den Konsens von 16 US-Nachrichtendiensten abbildet, wurden zwar nur knapp zwei Seiten freigegeben, w�hrend der Rest als geheim klassifiziert ist. Aber die ver�ffentlichten "Schl�sselergebnisse" sind dennoch deutlich. So hei�t es etwa, dass das Terrornetzwerk al-Qaida nach wie vor die gr��te Bedrohung der Sicherheit der USA auf ihrem eigenen Gebiet darstellt. Bin Ladens Mannen sei es nicht nur gelungen, "einen sicheren R�ckzugsort" im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet zu etablieren und eine neue Schicht von "operativen Kadern" hervorzubringen, sondern im Irak auch noch einen Ableger zu schaffen, der ebenfalls Angriffe auf die USA plane ... Es ist vor allem der Vergleich mit fr�heren Einsch�tzungen, an denen deutlich wird, was am aktuellen Lagebericht so verst�rend ist. Erst im vergangenen September hatte es n�mlich gehei�en, amerikanische Operationen h�tten "die F�hrung al-Qaidas ernsthaft besch�digt". Heute schreiben dieselben Absender: "Die Gruppe hat ihre Schl�sselkapazit�ten zum Angriff auf die USA entweder bewahrt oder neu gewonnen." Diese F�higkeiten, sagen die Experten zudem voraus, werde das Netzwerk "weiter verst�rken."
Mehr dazu u.a. bei Telepolis.

Und sonst: Dan Gilmor zum Stand des Citizen Journalism: We�ve come a long way. There�s a growing recognition and appreciation of why citizen journalism matters. Investments, from media organizations and others, are fueling experiments of various kinds. Revenue models are taking early shape. And, most important, there�s a flood of great ideas. But we have a long, long way to go. We need much more experimentation in journalism and community information projects. The business models are, at best, uncertain � and some notable failures are discouraging. Dealing with the issues of trust, credibility and ethics is essential; as are more tools and training, including a dramatically updated notion of media literacy. Erw�hnt werden auch die "Leser-Reporter" der Bild als "Citizen Papparazzi".

Einen der fr�hen B�rger-Journalisten aus dem Irak-Krieg gibts auch noch: Veteran Iraq war correspondent Chris Albritton has begun writing a regular MediaWatch column for the recently-launched news website, IraqSlogger.com. Recent columns have examined the amount of U.S. reporting on Iraq compared to other topics, highlighted the work of an Iraqi editorial cartoonist, and discussed a recently-uncovered memorandum by U.S. Marines discussing how to spin the killing of civilians in Haditha.

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2007-07-03

Bush bewahrt Spindoktor vor Gef�ngnis

--- Bush hat mit Lewis Libby einen seiner untergebensten Diener in der CIA-Aff�re rund um Judy Miller einfach mal freigeboxt, was Medien wie die New York Times wenig erfreut aufnehmen:
President Bush spared I. Lewis Libby Jr. from prison Monday, commuting his two-and-a-half-year sentence while leaving intact his conviction for perjury and obstruction of justice in the C.I.A. leak case. Mr. Bush�s action, announced hours after a panel of judges ruled that Mr. Libby, Vice President Dick Cheney�s former chief of staff, could not put off serving his sentence while he appealed his conviction, came as a surprise to all but a few members of the president�s inner circle. It reignited the passions that have surrounded the case from the beginning. The commutation brought immediate praise from conservatives, who hailed it as a courageous step to avert a miscarriage of justice, and condemnation from Democrats, who said it showed a lack of accountability and respect for the law. The president portrayed his commutation of the sentence, which fell short of a pardon and still requires Mr. Libby to pay a $250,000 fine and be on probation for two years, as a carefully considered compromise. �I respect the jury�s verdict,� Mr. Bush said in a statement. �But I have concluded that the prison sentence given to Mr. Libby is excessive.� ... The action drew a sharp response from Patrick J. Fitzgerald, the special prosecutor in the case, in which Mr. Libby was accused of lying to investigators looking into the leak of a C.I.A. operative�s identity. ... �In this case an experienced federal judge considered extensive argument from the parties and then imposed a sentence consistent with the applicable laws,� Mr. Fitzgerald said in a statement. �It is fundamental to the rule of law that all citizens stand before the bar of justice as equals.� ... Senator Patrick J. Leahy, Democrat of Vermont and chairman of the Judiciary Committee, acknowledged that the president had acted within his powers. But Mr. Leahy said: �Accountability has been in short supply in the Bush administration, and this commutation fits that pattern. It is emblematic of a White House that sees itself as being above the law.�

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2007-06-27

CIA ver�ffentlicht ihre "Familienjuwelen"

--- Die CIA gibt mit der Ver�ffentlichung von zwei umfangreichen Dossiers Einblicke in das Treiben des US-Auslandsgeheimdienstes. : The first collection, which some call the �Family Jewels,� consists of almost 700 pages and was compiled in 1973 under Director of Central Intelligence James Schlesinger, who asked CIA employees to report activities they thought might be inconsistent with the Agency�s charter. ... The release of this collection answers a Freedom of Information Act request from 1992. ... The second collection, the CAESAR-POLO-ESAU papers, consists of 147 documents and 11,000 pages of analysis from 1953 to 1973. The CAESAR and POLO papers studied Soviet and Chinese leadership hierarchies, respectively, and the ESAU papers were developed by analysts to inform CIA assessments on Sino-Soviet relations.

Einen Bericht dazu gibts unter anderem in der New York Times:
Long-secret documents released Tuesday provide new details about how the Central Intelligence Agency illegally spied on Americans decades ago, including trying to bug a Las Vegas hotel room for evidence of infidelity and tracking down an expert lock-picker for a Watergate conspirator. ... The papers provide evidence of paranoia and occasional incompetence as the agency began a string of illegal spying operations in the 1960s and 1970s, often to hunt links between Communist governments and the domestic protests that roiled the nation in that period. Yet the long-awaited documents leave out a great deal. Large sections are censored, showing that the C.I.A. still cannot bring itself to expose all the skeletons in its closet. And many activities about overseas operations disclosed years ago by journalists, Congressional investigators and a presidential commission � which led to reforms of the nation�s intelligence agencies � are not detailed in the papers. ... The 60-year-old agency has been under fire, though, by critics who object to the secret prisons and harsh interrogation practices it has adopted since the Sept. 11 attacks. Some intelligence experts suggested on Tuesday that the release of the documents was intended to distract from the current controversies. ... Tom Blanton of the National Security Archive, the research group that filed the Freedom of Information request in 1992 that led to the documents� becoming public, said he was initially underwhelmed by them because they contained little about the agency�s foreign operations. But Mr. Blanton said what was striking was the scope of the C.I.A�s domestic spying efforts � what he called the �C.I.A. doing its Stasi imitation� � and the �confessional� nature of so many of the documents. ... Some of the documents provide insight into the mundane workings of a bureaucracy � tedious correspondence about reimbursement for stationery, references to insurance benefits for E. Howard Hunt, the Watergate conspirator, and a document noting �the high degree of resentment� among C.I.A. officers who had to grow long hair to pose as hippie radicals to infiltrate the peace movement at home and overseas. And some of the language in the papers reflects the sanitized jargon of officialdom: �gangster-type action� refers to an assassination plot against Fidel Castro, for example. ... Historians have generally concluded that far from being a rogue agency, the C.I.A. was following orders from the White House or top officials. In 1967, for instance, President Lyndon B. Johnson became convinced that the American antiwar movement was controlled and financed by Communist governments, and he ordered the C.I.A. to produce evidence. His director of central intelligence, Richard Helms, reminded him that the C.I.A. was barred from spying on Americans. In his posthumous memoir, Mr. Helms said Johnson told him: �I�m quite aware of that. What I want for you is to pursue this matter, and to do what is necessary to track down the foreign Communists who are behind this intolerable interference in our domestic affairs.� Though it was a violation of the C.I.A.�s charter, Mr. Helms obeyed the president�s orders.

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2007-06-23

Bruce Willis �ber den Verfall des Internet

--- Die S�ddeutsche Zeitung hat mit Bruce Willis im Vorfeld der Premiere von Stirb langsam 2.0 ein h�bsches Interview gemacht, in dem es unter anderem um die Auswirkungen des Internet, Geheimdienste und den Irak-Krieg geht:
Seit es YouTube gibt, stehe ich, wie einige meiner Berufskollegen, jeden Tag in Unterhosen vor der Welt�ffentlichkeit. Ich beklage mich nicht �ber mein sehr privilegiertes Leben. Aber es ist so: Sobald ich in New York oder Los Angeles auf die Stra�e gehe, sobald ich im Meer bade, einkaufen gehe, einen Burger esse oder mit dem Fahrrad durch die W�ste fahre: es wird im Internet zu sehen sein, weil es irgendwer mit einem fuckin� mobile phone filmt. Eines Tages wird man Wege finden, mich zu filmen, w�hrend ich selbstvergessen auf dem Klo hocke. Ja, ein Mobiltelefon wird sich auf den Weg machen und von unten meine Eier filmen. Ist es das, was uns die Popkultur einst versprach? ... Na, ging es nicht bei der Kunst wie im Internet um Aufkl�rung, Freiheit und Information? War das Internet nicht das perfekte Projekt zur Verschmelzung von Pop und Politik? Das Infoparadies? ... Wir haben uns alle get�uscht, Mann! Das Internet ist ein Ort der Jagd, der Ablichtung, der Durchleuchtung. Im schlimmsten Fall: ein Ort von Hinrichtungen, sexuellem Missbrauch, ein Ort f�r Fahnder und Datensch�tzer. Im harmloseren Fall: Eine eskapistische Quatschwelt. Das Internet hat etwas Sonderbares bewirkt: Klatsch war immer ein Nebenprodukt der Popkultur. Nun ist Klatsch das Hauptprodukt des Pop...

Reden wir mal nicht mehr �ber die Soldaten, die das nun ausbaden m�ssen. Sondern �ber die Politik und �ber Ihren Geheimdienstvorschlag: Die CIA hat die Taliban gro�gemacht, weil sie sie brauchte im Kampf gegen die Sowjetunion! Die CIA hat Saddam Hussein gro�gemacht, weil sie ihn brauchte im Kampf gegen den Iran! Die CIA hat Verbrecher wie Augusto Pinochet unterst�tzt, weil sie Panik vor einem kommunistischen Chile hatten! Last not least hat die CIA 9/11 nicht verhindert, obwohl die M�glichkeit klar bestanden h�tte. Und denen trauen Sie zu, Osama bin Laden zu finden und die Taliban zu erledigen? Fuck, no! Die Sache sieht so aus: US-Regierungen haben Blut an den H�nden, wir haben zu oft die falschen Leute mit Waffen ausger�stet - und unsere jungen Soldaten da unten m�ssen auch das jetzt ausbaden.
Bruce vom Feinsten.

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2007-05-22

Die Geburt des islamistischen Terrors aus dem Geist der CIA

--- Die S�ddeutsche bringt eine interessante Rezension �ber das Buch Guter Moslem, b�ser Moslem. Amerika und die Wurzeln des Terrors:
Wie konnte der moderne Terrorismus entstehen? Durch praktische Hilfe der Geheimdienste. ... Mahmood Mamdani durchdenkt die Frage nach den Wurzeln des Terrors vom 11. September 2001 vom S�den dieser Welt her, und die Orientierung daf�r gibt ihm vor allem Afrika. Das ist ungew�hnlich, und sollte es doch eigentlich nicht sein, denn schlie�lich waren die afrikanischen St�dte Daressalam und Nairobi schon im Jahr 1998 von Al-Qaida-Anschl�gen betroffen. ... Wer den Terrorismus der Gegenwart verstehen wolle, m�ge sich statt der Kultur der politischen Konstellation zuwenden, in der er entstanden ist, fordert Mamdani. Und die sei in der Sp�tphase des Kalten Krieges finden: In den 80er Jahren spielten sich die milit�rischen Auseinandersetzungen zwischen Ost und West in der Form von Stellvertreterkriegen im S�den dieser Welt ab. Die CIA unterst�tzte im Auftrag von Pr�sident Reagan terroristische Gruppen in Mocambique und in Zentralamerika. In Afghanistan f�rderten die CIA und der pakistanischer Geheimdienst ISI gerade die radikalsten Milizen, um nach dem Einmarsch der Sowjetunion eine m�glichst wirksame milit�rische Front aufzubauen. Die Geheimdienste entwickelten eine Art Blaupause f�r die Neuerfindung des Dschihad, der historisch keineswegs gleichbedeutend mit dem institutionalisierten "Heiligen Krieg gegen Ungl�ubige" war. Sp�ter hat sich dieser im Reaganschen Reagenzglas zusammengesetzte Dschihadismus - entgegen den urspr�nglichen Absichten - international ausgebreitet. Zun�chst bis nach �gypten und Algerien, und sp�ter weltweit unter dem Namen "Al Qaida". Im Windschatten der "Straflosigkeit" in der Sp�tzeit des Kalten Krieges sei auch die Gewalt in Ruanda, Sierra Leone und Liberia leichter m�glich geworden, so Mamdani. Ein weiteres Beispiel f�r diese Straflosigkeit sieht er im "Einsatz �berproportionaler Machtmittel" durch die israelische Armee in den pal�stinensischen Gebieten - erm�glicht durch die Allianz der israelischen mit der US-Regierung, und nicht durch obskure Verschw�rungen. ... Letztlich verteidigt Mamdani die US-amerikanische Demokratie gegen ihre Aush�hlung von innen durch die Tr�ger einer imperialen Politik - sei es durch die Stellvertreterkriege der �ra Reagan oder durch die offene Aggression in der �ra von George W. Bush. Seine Schlussfolgerung lautet: "Amerika kann nicht die Welt besetzen. Es muss lernen, in der Welt zu leben."

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2007-02-18

Hochrangiger BND-Spion vergiftet?

--- Rollt auf die Pullacher Schlapph�te eine eigene Aff�re Litwinenko zu? Ein Bericht der Berliner Zeitung sorgt jedenfalls momentan f�r Aufsehen:
Es schien zun�chst nur ein tragischer Todesfall zu sein, der sich im vergangenen Dezember, eine knappe Woche vor Weihnachten, im M�nchner Klinikum Gro�hadern ereignete. Ein Patient, der wenige Wochen zuvor wegen r�tselhafter L�hmungserscheinungen eingeliefert worden war und sich schon auf dem Weg der Besserung zu befinden schien, war urpl�tzlich verstorben. ... Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft M�nchen I, und es steht ein ungeheuerlicher Verdacht im Raum: Der 57-J�hrige soll Verwandten gegen�ber die Vermutung ge�u�ert haben, seine r�tselhafte Erkrankung sei Folge eines Giftanschlages auf ihn, und er kenne auch die T�ter. Sollte dies zutreffen, bek�me der Fall eine politische Dimension: Bei dem Verstorbenen handelt es sich um Ulrich W�ssner, einen hochrangigen Beamten des Bundesnachrichtendienstes, der zu den zentralen Figuren der j�ngsten BND-Aff�ren z�hlte und als wichtiger Zeuge f�r den Bundestagsuntersuchungsausschuss galt. ... Untersucht werden die Proben jetzt auch auf m�gliche Giftspuren, unter anderem auf nukleare Stoffe wie Polonium. W�ssner war seit den siebziger Jahren beim BND, wo er dienstintern den Decknamen "Doring" trug. Seine h�chste Position hatte er im Sommer 1998 mit der Leitung der BND-Sicherheitsabteilung erreicht. Sein Amtsvorg�nger, der altgediente BND-Direktor Volker Foertsch, war einer letztlich nie restlos aufgekl�rten Spionageaff�re im Dienst zum Opfer gefallen.
Bei dem Geheimdienst will man von den Verd�chtigungen nat�rlich nichts wissen: Diese seien "stillos, niveaulos und substanzlos", erkl�rte ein Sprecher des Geheimdienstes am Wochenende. ... "Die Geschichte ist von vorn bis hinten an den Haaren herbeigezogen", sagte ein Sprecher. Auch die Verbindung zum BND-Untersuchungsausschuss sei v�llig unzul�ssig. Der Mitarbeiter sei bisher nicht als Zeuge im Ausschuss geladen gewesen und auch f�r die Zukunft sei nach Informationen des BND keine Ladung beabsichtigt gewesen. ... Der BND-Sprecher sagte, er warne vor einer "Irref�hrung der �ffentlichkeit - mit dem Versuch, eine Schlagzeile zu produzieren".

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