2010-01-30

Pentagon entwickelt neue T�uschungsstrategien

--- 2002 legte das Pentagon mit dem geplanten "Office of Strategic Influence" noch eine Bauchlandung hin. Doch seitdem strickt das US-Verteidigungsministerium munter weiter an "Waffen zur Massent�uschung". Jetzt sind Pl�ne f�r die Einberufung einer offen als "Office of Strategic Deception" bezeichneten Propagandaeinheit bekannt geworden:
The Defense Department needs to get better at lying and fooling people about its intentions. That�s the conclusion from an influential Pentagon panel, the Defense Science Board (DSB), which recommends that the military and intelligence communities join in a new agency devoted to �strategic surprise/deception.� Tricking battlefield opponents has been a part of war since guys started beating each other with bones and sticks. But these days, such moves are harder to pull off, the DSB notes in a January report (.pdf) first unearthed by InsideDefense.com. �In an era of ubiquitous information access, anonymous leaks and public demands for transparency, deception operations are extraordinarily difficult. Nevertheless, successful strategic deception has in the past provided the United States with significant advantages that translated into operational and tactical success. Successful deception also minimizes U.S. vulnerabilities, while simultaneously setting conditions to surprise adversaries.� The U.S. can�t wait until it�s at war with a particular country or group before engaging in this strategic trickery, however. �Deception cannot succeed in wartime without developing theory and doctrine in peacetime,� according to the DSB. �In order to mitigate or impart surprise, the United States should [begin] deception planning and action prior to the need for military operations.�

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2009-06-24

Propagandakrieg im Iran nach den Wahlen

--- Um die Wahlen im Iran ist ein Propagandakrieg oberster G�te mit PsyOps offenbar von beiden Seiten und umfangreichen Medienmanipulationen ausgebrochen. Als "Ikone des Protests" gegen das Regime hat sich die erschossene Neda herauskristallisiert:
Die Bilder ihres Todes ersch�ttern seit Samstag Millionen von Menschen weltweit. Sie sind zum Symbol der Brutalit�t geworden, mit dem das iranische Regime gegen das eigene Volk vorgeht. Ein mit einer Handykamera aufgenommener Film soll Nedas letzte Augenblicke zeigen: Wie sie, anscheinend von einer Kugel in die Brust getroffen, zu Boden sinkt. Wie ihr Blut aus Mund und Nase quillt und sich zu einer dunklen Lache sammelt, wie um sie knieende M�nner verzweifelt versuchen, sie zu retten. Ein Scharfsch�tze der iranischen Sicherheitskr�fte soll f�r Nedas Tod verantwortlich sein. Ob das stimmt, wird sich wom�glich nie beweisen lassen. Wie bei allem privatem Foto- und Filmmaterial, das in diesen Tagen von Iran aus ins Internet gestellt wird, ist die Authentizit�t der Aufnahmen von Nedas Tod nicht zu �berpr�fen. ...



Einige unabh�ngige, glaubw�rdige Journalisten in Teheran arbeiten noch - die meist iranischst�mmigen Reporter mit einem zweiten, ausl�ndischen Pass nehmen dabei ein betr�chtliches Risiko auf sich. Sie waren es, die Nedas Familie ausfindig machten. Ihre Berichte erz�hlen von einer jungen Frau, die vielleicht zu Recht zur Heldin vieler junger Iraner geworden ist: Weil sie genau so war, wie sie. ... Das staatliche Fernsehen in Teheran versucht nun, den Neda-Kult zu bek�mpfen - und behauptete am Dienstag, das Video �ber den Tod der jungen Frau sei gef�lscht. Der Sender Khabar berichtete , es sei offensichtlich, dass diejenigen, die die Aufnahmen machten, auf etwas gewartet h�tten und das Ganze dann aus mehreren Winkeln gefilmt h�tten. Beweise f�r den F�lschungsvorwurf lieferte der Sender nicht.
Mehr zu vielen Widerspr�chen in den Berichten aus dem Nahen Osten und dem m�glichen Anheizen der "Revolutionsstimmung" durch westliche Geheimdienste und vor allem die CIA bei Fefe.

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2009-04-11

Polizei plante Desinformationskampagne gegen RAF

--- Da kommen langsam recht interessante Details �ber die Propaganda- und PsyOps-Bem�hungen von Politik und Polizei im Kampf gegen die RAF zutage:
Bislang im Stuttgarter Innenministerium unter Verschluss gehaltene Akten aus den Jahren 1975 und 1976 belegen, wie das Bundeskriminalamt und das baden-w�rttembergische Landeskriminalamt die RAF mit einer Desinformationskampagne bek�mpfen wollten. Die Dokumente erlauben einen Blick in die Planspiele der Fahnder und zeigen, welche rechtlich fragw�rdigen Ermittlungsmethoden sie ausbr�teten. So lie� der Pr�sident des Bundeskriminalamts (BKA), Horst Herold, im Oktober 1975 "Grunds�tze der Desinformation zur Terrorismusbek�mpfung" ausarbeiten. Die Ideen des Konzepts waren mannigfaltig: Sie reichten von gef�lschten Nachrichten �ber das "Eindringen in gegnerische Gruppierungen" bis zur "F�rderung bandeninterner Konflikte". Die Staatsschutzabteilung des baden-w�rttembergischen Landeskriminalamts fertigte in der Folge eine Modellplanung zur Desinformation an. Die Liste reichte von banaler "F�lschung von Flugbl�ttern" �ber das systematische Bel�gen der Medien bis zur Planung von Anschl�gen, die der RAF zugeordnet werden sollten. ... "Das Desinformationskonzept wurde fallengelassen", erinnert sich der damalige LKA-Chef Kuno Bux, "weil es weder rechtlich noch politisch durchsetzbar war." Ex-BKA-Pr�sident Herold w�rde heute solche Methoden als "untauglich" verwerfen: "Man sollte die �ffentlichkeit nicht vergr�men."
Da m�chte man doch wissen, welche vergleichbaren Kampagnen doch zum Einsatz kommen, sp�testens seit dem 11. September 2001 ist da ja einiges m�glich und die Bedenken sind geringer geworden.

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2008-04-20

Die trojanischen Pferde des Pentagon

--- Die New York Times hat eine umfassende Reportage �ber die Beeinflussung so genannter Milit�r-Analysen durch das Pentagon und die Bush-Regierung insgesamt. Es geht in den meisten F�llen um pensionierte Gener�le, die im Fernsehen und gegen�ber die Medien die Sprechblasen des US-Verteidigungsministeriums und der R�stungsindustrie wiedergeben:
To the public, these men are members of a familiar fraternity, presented tens of thousands of times on television and radio as �military analysts� whose long service has equipped them to give authoritative and unfettered judgments about the most pressing issues of the post-Sept. 11 world. Hidden behind that appearance of objectivity, though, is a Pentagon information apparatus that has used those analysts in a campaign to generate favorable news coverage of the administration�s wartime performance, an examination by The New York Times has found. The effort, which began with the buildup to the Iraq war and continues to this day, has sought to exploit ideological and military allegiances, and also a powerful financial dynamic: Most of the analysts have ties to military contractors vested in the very war policies they are asked to assess on air.

... Records and interviews show how the Bush administration has used its control over access and information in an effort to transform the analysts into a kind of media Trojan horse � an instrument intended to shape terrorism coverage from inside the major TV and radio networks. Analysts have been wooed in hundreds of private briefings with senior military leaders, including officials with significant influence over contracting and budget matters, records show. They have been taken on tours of Iraq and given access to classified intelligence. They have been briefed by officials from the White House, State Department and Justice Department, including Mr. Cheney, Alberto R. Gonzales and Stephen J. Hadley. In turn, members of this group have echoed administration talking points, sometimes even when they suspected the information was false or inflated. Some analysts acknowledge they suppressed doubts because they feared jeopardizing their access. A few expressed regret for participating in what they regarded as an effort to dupe the American public with propaganda dressed as independent military analysis.

... Kenneth Allard, a former NBC military analyst who has taught information warfare at the National Defense University, said the campaign amounted to a sophisticated information operation. �This was a coherent, active policy,� he said. As conditions in Iraq deteriorated, Mr. Allard recalled, he saw a yawning gap between what analysts were told in private briefings and what subsequent inquiries and books later revealed. �Night and day,� Mr. Allard said, �I felt we�d been hosed.�
Das Blatt hat dazu auch eine Multimedia-Dokumentation mit zahlreichen Original-Dokumenten �ber Sitzungen des Pentagons mit den dressierten "Analysten", in denen offen von PsyOps die Rede ist. Dass Propaganda gegen die eigenen B�rger in den USA von der Verfassung verboten wird, hat keinen wirklich gest�rt, wie dieses Protokoll (PDF-Datei) eines Brainstormings belegt. Ein geh�riges Misstrauen sollte man "Experten" ja immer entgegenbringen, vor allem, wenn es sich um in Rente gegangene Vertreter gro�er Interessenvereinigungen geht, aber das Ausma� der Korruption im Hintergrund �berrascht doch ab und an.

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