2009-09-21

"Vergiftete" Informationsbrocken im Netz

--- Telepolis berichtet unter dem Aufh�nger Kontaminierte Inhalte �ber krude PR-Aktionen von Firmen und Vereinigungen im Internet und nennt konkrete Namen:
wer glaubt, er k�nne sich im Netz unbedarft an den Quellen von Wahrheit und Weisheit laben, der irrt. Wer hier seinen Wissensdurst stillt, sollte sich klar sein, dass dies ein h�chst riskantes Vorhaben ist. L�ngst sind viele Inhalte des Internets kontaminiert, doch es ist wie bei der Radioaktivit�t: Man schmeckt und riecht nichts. Immer mehr stammen die Botschaften der �ffentlichen Meinung und des Internets von Interessensgruppen und werden die B�rger durch professionelle PR-Agenturen manipuliert. Wie das im Detail funktioniert, kam jetzt erneut durch eine weitere R�ge (PDF-Datei) des Deutschen Rates f�r Public Relation (DRPR), einem Selbstregulierungsorgan der Werbebranche, in Sachen Bahnskandal ans Tageslicht. Dieser Skandal schlug bereits hohe Wellen: 1,65 Millionen Euro hatte die Deutsche Bahn 2007 f�r positive Umfragen und Leserbriefe und andere Ma�nahmen ausgegeben, um das Image des Konzerns aufzupeppen. ... Mit dabei war, wie der PR-Rat jetzt r�gte, die Firma Allendorf Media AG in Berlin. Die bringt gegen gutes Geld die Botschaften ihrer Auftrageber �ber die Medien und das Internet unter das Volk. Zum Beispiel f�r die Bundeswehr und die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", einem Propagandatrupp der Metallarbeitgeber. ... "arvato online services, Full-Service-Dienstleister f�r Online-Marketing und Loyalty-Services, hat sein Portfolio um Social Media Monitoring erweitert", ist in bestem Denglisch in einer Pressemitteilung vom Mai zu lesen. Das Unternehmen �berwacht die Darstellung ihrer Kunden in den relevanten Blogs, Foren und Communities und forscht aus, was in den Sozialen Netzwerken so geplaudert und thematisiert wird. ... "Digitale Mund-zu-Mund-Propaganda" hei�t dies bei "ethority", einer weiteren Firma zur Pflege des Webs im Auftrag von Kunden.

Labels: , ,

2009-08-26

PR-Schlacht um S�dossetien

--- Nach dem Propaganda-Krieg im Kaukasus im vergangenen Jahr geht die PR-Schlacht um das zwischen Georgien und Russland umk�mpfte Gebiet munter weiter, wie PR Watch berichtet:
"The PR race is not that different from the arms race," writes John Feffer. "Russia, for instance, recently paid nearly $3 million to Ketchum for a six-month media blitz to promote the country's leaders and policies. Georgia has retained Public Strategies, Inc. at $50,000 a month. And the breakaway regions of South Ossetia and Abkhazia have hired Mark Saylor Co. at $30,000 a month.

... Russia paid Ketchum another $2.9 million "for the six months [that] ended May 31," reports O'Dwyer's PR Daily, for outreach to "top-tier global media leaders" highlighting Russia's "leadership and national policies." The Saylor firm is tasked with "explain[ing] how the Russian military saved the civilian population of South Ossetia from Georgian military forces" and countering the "aggressive information war conducted by the Government of Georgia," according to O'Dwyer's. The Moscow Times adds that Los Angeles Times editor-turned-PR executive Mark Saylor promoted South Ossetian "human rights activist Lira Tskhovrebova on a trip to the United States" in December. The U.S. State Department canceled meetings with Tskhovrebova, after it was revealed she had ties to the South Ossetian KGB.

Labels: , , , ,

2009-07-21

Israel spannt bezahlte Blogger f�r PR ein

--- Langsam erkl�rt sich der Trend zur Cyber-Mobilisierung bei deutschen Diplomaten, denn Israel war offenbar mal wieder schneller und vor allem konsequenter:
After they became an inseparable part of the service provided by public-relations companies and advertising agencies, paid Internet talkbackers are being mobilized in the service in the service of the State. The Foreign Ministry is in the process of setting up a team of students and demobilized soldiers who will work around the clock writing pro-Israeli responses on Internet websites all over the world, and on services like Facebook, Twitter and Youtube. The Foreign Ministry�s department for the explanation of Israeli policy* is running the project, and it will be an integral part of it. The project is described in the government budget for 2009 as the �Internet fighting team� � a name that was given to it in order to distinguish it from the existing policy-explanation team, among other reasons, so that it can receive a separate budget. ... �To all intents and purposes the Internet is a theatre in the Israeli-Palestinian conflict, and we must be active in that theatre, otherwise we will lose,� Elan Shturman, deputy director of the policy-explanation department in the Foreign Ministry, and who is directly responsible for setting up the project, says in an interview with Calcalist. �Our policy-explanation achievements on the Internet today are impressive in comparison to the resources that have been invested so far, but the other side is also investing resources on the Internet. There is an endless array of pro-Palestinian websites, with huge budgets, rich with information and video clips that everyone can download and post on their websites. They are flooding the Internet with content from the Hamas news agency. It is a well-oiled machine. Our objective is to penetrate into the world in which these discussions are taking place, where reports and videos are published � the blogs, the social networks, the news websites of all sizes.

Labels: , , , , ,

Obama ruft Blogger bei Gesundheitsreform zu Hilfe

--- US-Pr�sident Barack Obama beschreitet ungew�hnliche Wege, um f�r seine umstrittene Reform des maroden Gesundheitswesens in den USA zu werben. So hat er sich nun -- offenbar erstmals -- in einer Telefonkonferenz direkt an Blogger gewandt und um Unterst�tzung gebeten:
President Obama, along with senior advisers David Axelrod and Nancy Ann DeParle, held a conference call with bloggers this afternoon to discuss healthcare reform and the need for grassroots and netroots pressure on Congress to keep the urgency of the issue alive. ... President Obama strongly reiterated his basic principles for a reform bill:

Cover all Americans
Drive down costs over the long term for both the private and public sector
Improve quality
Strengthen prevention and wellness
Enact real insurance reforms that end exclusions for preexisting conditions, etc.
Relief to small businesses
Create a robust public option

But the main message of the call was the urgency of getting this done sooner rather than later. In answer to John Amato's first question about the latest push for delays from Democrats and Republicans alike, President Obama answered that "we've been debating this for 50 years, that now's the time to make the tough decisions" with the options now on the table.

Labels: , , , ,

2009-05-30

Die Bahn: Alle reden �ber PR, wir nicht

--- LobbyControl hat verdeckte PR-Aktivit�ten der Deutschen Bahn unter Ex-Chef Mehdorn mit Propaganda, "No Badge"-Arbeit bzw. Astroturfing aufgedeckt. In einem "Untersuchungsbericht" (PDF-Datei) hei�t es:
W�hrend der Auseinandersetzung um die Privatisierung lie� die Bahn von einer Agentur verdeckte Pro-Privatisierungs-Propaganda durchf�hren. ... Die Deutsche Bahn AG best�tigte am 28. Mai 2009 in einer Antwort auf unsere Fragen die verdeckte Public Relations (PR)-Arbeit. Beauftragt wurde demnach die Lobby-Agentur �European Public Policy Advisers GmbH� (EPPA), das Auftragsvolumen belief sich auf 1,3 Mio. Euro. Innerhalb dieses Auftrags beauftragte EPPA nach schriftlicher Auskunft der Deutschen Bahn wiederum die Denkfabrik berlinpolis e.V. mit PR-Ma�nahmen. ...

Als zentrale Plattform diente eine separate Webseite, die Berlinpolis einrichtete: www.zukunftmobil.de. In der Selbstdarstellung gibt sich die Webseite als neutrales Informationsportal ... Am 22. Mai 2007 ver�ffentlichte Berlinpolis eine von Forsa durchgef�hrte Umfrage, die gezielt nach den Vorteilen einer m�glichen Bahnprivatisierung fragte � aber nicht nach m�glichen
Nachteilen. ...

Eine weitere Initiative, die pl�tzlich im April 2007 als Stimme pro Bahnprivatisierung auftauchte, war die �Initiative Mobil in die Zukunft� mit ihrer damaligen Webseite meinebahndeinebahn.de (nicht mehr aktiv). Als offizieller Ansprechpartner fungierte ein gewisser Daniel Kornauke aus Dresden. Die Seite sprach sich vehement f�r die Privatisierung der Deutschen Bahn aus. Ende April 2007 tauchten in verschiedenen Blogs oder Foren z.B. des Tagesspiegel �hnliche Kommentare auf, die die Privatisierung der Bahn bef�rworten und auf die Webseite meinebahndeinebahn.de verwiesen. ...

LobbyControl hat au�erdem Hinweise, dass in die �ffentlichkeitsarbeit von Berlinpolis zur Bahnprivatisierung auch die Firma Allenbach Media GmbH Berlin einbezogen war. Auf ihrer Webseite schreibt sie als Selbstdarstellung: �Mediengerechte Aufbereitung, Darstellung und Vermittlung von gesellschaftlichen, politischen und politiknahen Themen sind unser Kerngesch�ft. Zu unseren Kunden z�hlen Abgeordnete des Bundestages, der Landtage und des Europaparlamentes, die Bundeswehr und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).� Auch Berlinpolis wird ausdr�cklich als Referenzkunde aufgef�hrt, aber zu einem anderen Thema, n�mlich der Gesundheitsreform.

Labels: , , , ,

2008-05-07

Tui: PR-Berater kassieren

--- Wird die Tui zerschlagen? Muss Tui-Chef Micael Frenzel seinen Stuhl r�umen? �bernimmt der rusische Gro�aktion�r Mordaschow das Ruder oder gar der St�renfried John Fredriksen, Gro�aktion�r aus Norwegen? Die vergangenen Wochen ging es in der Presse hei� her, um Licht ins Dunkel um die Zukunft des Touristik- und Schifffahrtskonzerns zu bringen. Heute ist die Hauptvesammlung, Zeit f�r den Showdown also. Zeit auch f�r das , die Arbeit der PR-Berater und Spindoktoren etwas n�her zu beleuchten.

Wohl selten in der deutschen Unternehmensgeschichte hat ein einzelner Konzern in so kurzer Zeit f�r so viele Tageshonorare und Spesenabrechnungen von Spin-Doktoren gesorgt wie Tui. Zwar besch�ftigt Tui in Hannover selbst eine gut ausgestattete �ffentlichkeitsabteilung. F�r den Abwehrkampf gegen Fredriksen, der Tui aufspalten will, leistet sich das Unternehmen aber eine der teuersten PR-Agenturen der Republik: Hering Schuppener.

Doch auch die Gegenseite spart nicht. Fredriksen l�sst neben Investmentbankern aus London auch die international t�tige "Strategieberatung f�r Kommunikation" Brunswick f�r sich arbeiten. Die Spezialisten sind seit Wochen im Hintergrund aktiv; heute fr�h werden sie den anreisenden Aktion�ren schon vor Betreten des Congress Centrums in Hannover "Infopakete" in die H�nde dr�cken - nur f�r den Fall, dass jemand nach dem medialen Dauerfeuer der vergangenen Tage noch nicht mitbekommen hat, wie schlecht Fredriksen die Leistung von Frenzel bewertet und wie dringend er selbst in den Aufsichtsrat m�chte. F�r neun Uhr hat Brunswick auch zu einem Round-Table- Gespr�ch f�r Journalisten eingeladen, an dem auch Fredriksen, der gr��te Tui-Einzelaktion�r, teilnimmt.


Ihr Dasein bestimmt nat�rlich die Arbeit der Journalisten, die jeden Tag "beatmet" werden, wie die Einflussnahme und das Aspekte-Management gerne genannt wird.

Wer den zweitgr��ten Tui-Aktion�r, den Russen Alexej Mordaschow, sprechen will, ruft nicht etwa in Moskau an, sondern in M�nchen. Dort hat Mordaschow die Kommunikationsberatung CNC beauftragt, eine der einflussreichsten Agenturen Europas. CNC ist praktisch �berall aktiv, wo Unternehmen in "Sondersituationen" kommen, wie es im Branchenjargon hei�t. Die Experten von CNC erkl�ren jetzt, warum der russische Stahlunternehmer Mordaschow gemeinsam mit Tui gro�e Tourismuspl�ne schmiedet.

Das Ergebnis dieser vielk�pfigen Schar von Kommunikationsexperten ist vor allem eines: eine Verwirrung. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht der eine oder andere PR-Berater eine Geschichte in dem einen oder anderen Blatt platziert hat. Ist Frenzel wirklich siegessicher? Hat Fredriksen tats�chlich 30 Prozent des Kapitals hinter sich? Nachpr�fbare Aussagen sind selten, oft werden sie sofort dementiert. Das allein allerdings kann die PR-Lawine nicht bremsen. F�r ein paar tausend Euro Tagessatz haben die Kommunikationsexperten immer schon das n�chste Ger�cht im Angebot.

Labels: ,

2008-04-11

Der IWF und die Welt der Zahlen

--- Wie ziehe ich weltweit als relativ unspannende Organisation die Aufmerksamkeit auf mich? Indem ich besonders unfassbare Zahlen in die Welt setze. Der Internationale W�hrungsfonds hat in dieser Woche behauptet, die Finanzkrise werde die Banken weltweit eine Billionen Dollar kosten, also 1 000 000 000 000 Dollar. Als Quatsch bezeichnet das heute die S�ddeutsche und kommentiert den Fall treffend.
So hat der IWF, der es vor kurzem schon einmal mit 800 Milliarden in die Schlagzeilen geschafft hat, seine Billion nicht ohne Grund in dieser Woche publiziert, kurz bevor sich die wichtigsten Wirtschaftsm�chte als G8 treffen. Die Herzen der Politiker sollen weich gemacht werden, bereit f�r den Griff in die Steuert�pfe, der die Welt vor einer m�glichen Wirtschaftskrise bewahren soll.
Auch andere bedienen sich der Zahlen. Etwa Hartmut Mehdorn. Mit seiner Bilanz erh�ht er geschickt den Druck auf die Politik, die Bahn zu privatisieren. Andere halten es ebenso. Die H�rigkeit ob der Allmacht der Zahl, iher Objektivit�t, folgen am Ende alle. Die SZ hat dar�ber hinaus noch andere Beispiel, wie mit Zahlen �ffentlich Druck ausge�bt wird. Mit Zahlen vor allem, die nicht unbedingt richtig sein m�ssen.

Auch anderswo werden Zahlen gern genutzt, um Entscheidungen zu beschleunigen. Rechnen Naturwissenschaftler per Modell aus, wie sich eine ebenfalls im Modell kalkulierte Erderw�rmung von ein, zwei oder drei Grad Celsius im Wirtschaftswachstum niederschl�gt, hoffen sie auf Schlagzeilen und damit auf Prestige, das neue Auftr�ge bringen k�nnte.


Ja, ja der Klimawandel. Ist irgendwie gerade nicht mehr so schlimm, oder?

Ob bei Siemens oder anderswo: Kaum ist die neue Nummer eins an Bord, werden die Zahlen schrecklich. Da zerrt einer die S�nden des Vorg�ngers ans Licht, um sp�ter als Sanierer zu gl�nzen. Auch Mitarbeiter lernen schnell, woher der Zahlenwind weht. Verlangt der Chef mehr Umsatz, wird der Preis gedr�ckt. Bekommt derjenige den Bonus, der die Rendite steigert, verkauft er lieber weniger und daf�r teurer.
Zurecht weist der Autor darauf hin, dass gerne auch Zahlen unterschlagen werden, wenn sie unangenehm sind.

So genau m�chte man dann doch nicht wissen, was die in dieser Woche verk�ndete Rentenerh�hung kommende Generationen kosten wird. Und auch beim Transrapid wurde lange dar�ber hinweggesehen, was jeder Fachmann h�tte wissen m�ssen: dass sich die Magnetbahn, so wie geplant, nicht finanzieren l�sst.

Ohne Zweifel: Zahlen sind lebenswichtig, und h�ufig hilft es, noch einmal nachzurechnen. Zuweilen sollten Entscheider jedoch der Versuchung des Zahlenspiels widerstehen. Immer dann, wenn sie wissen, dass sie eigentlich nichts wissen.


Labels:

2008-04-01

"PR-Krieg": Boeing gegen Airbus

--- Das Handelsblatt besch�ftigt sich damit, wie sich Boeing und Airbus um einen Auftrag der amerikanischen Luftwaffe zum Bau einer neuen Tankerflotte streiten. Der Zuschlag ging vor kurzem an den europ�ischen Konzern Airbus und nicht an die amerikanische Konkurrenz Boeing. Normalerweise wrrdedn diese Auftr�ge aber gerne an die eigenen Unternehmen vergeben. Was Airbus damals als Durchbruch auf dem amerikanischen Markt feierte, wird nun erbittert von Boeing bek�mpft. Es geht um nicht weniger als 40 Milliarden Dollar. Kein Wunder, dass Boeing etwas gegen diese Vergabe hat und sie entsprechend anzweifelt. Dazu wird offenkundig - und ebenfalls wenig verwunderlich - auch darum gek�mpft, wer das bessere Image in der �ffentlichkeit hat, um so bei der Sympathie und am Ende beim Auftrag zu punkten.


Zwischen Boeing und Northrop herrsche das "�quivalent eines totalen Krieges", sagt Richard Aboulafia, Luftfahrt- und R�stungsexperte der Washingtoner Teal Group. Northrop hat seine Lobbyisten angespitzt und in seiner Niederlassung in Washington eine Kommandozentrale f�r �ffentlichkeitsarbeit eingerichtet. Unter dem Kampagnennamen "America's New Tanker" wird dort f�r das Projekt geworben. "Dies ist der am meisten politisierte R�stungsauftrag, den ich je gesehen habe", sagt Aboulafia.
Ob eine Agenturmeldung, ein Zeitungsartikel, ein Leserbrief oder eine Stellungnahme der Gegenseite: Northrop reagiert garantiert mit einer Mitteilung darauf. "Wir betreiben in diesem Fall eine noch intensivere �ffentliche Aufkl�rung als sonst", sagt Northrop-Sprecher Tim Paynter. Artikel, die Northrop loben oder die Auftragserteilung an das Konsortium rechtfertigen, werden �ffentlich zur Lekt�re empfohlen. �u�ern sich Vertreter von Boeing oder dessen Alliierten im Kongress kritisch, kommt von Northrop umgehend eine "faktische Klarstellung".

Labels: ,

2008-03-30

Greenpeace: Angriff per Gedankenbombe

--- Heute widmet sich die Welt am Sonntag via Gastbeitrag des Soziologen und PR-Beraters Martin Ludwig Hofmann der Umweltorganisation Greenpeace und wie sie es geschafft hat, ihre Kampagnen medial zu transportieren. Hofmann spricht von "Gedankenbomben", die die Umweltsch�tzer werfen und so eine neue Form des Kampagnenmanagements geschaffen h�tten. Als Beispiel f�hrt er eine Aktion von Greenpeace im Nordpazifik an, die 1975 stattfand und sich gegen die Schlachtung von Walen richtete. Es ging darum, dass dramatische Beweisfoto zu schie�en.
"�Ich dr�ckte mehrfach den Ausl�ser, dann starrte ich auf Bob Hunter. Er schaute mir direkt in die Augen und hob seine geballte Faust.� Mission erf�llt! Greenpeace hatte, was es so dringend brauchte: Emotionsgeladene Fotos, die als Beweisst�cke in einem weltweiten Krieg dienten. Munition f�r �Mindbombs�, die in den K�pfen der Zeitungsleser und Fernsehzuschauer z�nden sollten.
Der Begriff �Gedankenbombe� stammt von Bob Hunter, dem vision�ren Kopf der fr�hen Greenpeace-Bewegung. Inspiriert von den medientheoretischen Schriften seines kanadischen Landsmanns Marshall McLuhan, pl�dierte Hunter schon fr�h f�r die �bernahme von Techniken und Taktiken moderner Werbung ins Feld der neuen sozialen Bewegungen. Wenn Konzerne f�r ihre Produkte erfolgreich Kampagnen entwickeln k�nnen, um in das Bewusstsein der Menschen vorzudringen � warum sollte das nicht auch der �ko-Bewegung gelingen?"

Das Foto war also im Kasten, nun musste es nur noch �ber die Medien transportiert werden.

"Hier kommen die �Mindbombs� ins Spiel, einfache Bilder f�r komplexe Zusammenh�nge, die durch Medien transportiert werden und in den K�pfen der Menschen emotionale Wirkung entfalten � sprich: explodieren. Das Ganze in das Korsett einer internationalen Kampagne gepackt, umrahmt von griffigen Slogans und sp�ter sogar eigenen Merchandising-Produkten. Man denke an die hunderttausendfach verkauften Aufkleber, Poster oder T-Shirts, auf denen auch hierzulande die Weissagung der Cree-Indianer unters Volk gebracht wurde: �Am Ende werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann�."

Spindoktoren und PR-Berater nutzen die Gedankenbomben heute auch gerne.

Labels: ,

2008-03-20

Irak-Krieg: Abschie�en und dann die Schaufel drauf

--- Zum f�nften Jahrestag der Invasion des Iraks gibt es nicht nur zahlreiche Demonstrationen in den USA, sondern auch vor Ort eingesetzte Soldaten berichten unter dem Aufh�nger "Winter Soldiers" (also keine "Sommersoldaten", die sich nur bei eitel Sonnenschein auf die Stra�e wagen) �ber die harten Eins�tze und Befehle. Aufzeichnungen von Aktionen der Veteranen gibt es bei YouTube, eine Zusammenfassung in der Netzeitung:
�Wenn wir uns einer Stadt n�herten, in der bereits viele von uns gefallen waren, dann galt praktisch: Feuer frei. Wir wurden angehalten, auf alles zu schie�en, was sich bewegt�, berichtet der ehemalige Irak-Soldat Jason Washburn. �Und wir f�hrten die Befehle aus. Wir feuerten auf eine Frau, die mit einer gro�en Tasche auf uns zukam. Als sich der Staub gelegt hatte, sahen wir auf dem Boden verstreute Lebensmittel. Sie wollte uns etwas zu Essen bringen, daf�r schossen wir sie nieder�, erz�hlt der sichtlich ersch�tterte Mann. ... �Wenn Zivilisten anfangs versehentlich erschossen wurden, sollten Schaufeln oder Waffen auf den toten K�rper gelegt werden, um behaupten zu k�nnen, es handle sich um Aufst�ndische�, berichtet Washburn weiter. �Bei meinem dritten Einsatz lautete der Befehl: Wir schie�en auf Zivilisten, wenn sie Schaufeln und gro�e Taschen bei sich tragen. Also f�hrten wir Schaufeln und gro�e Taschen gleich im Fahrzeug mit uns.� ... Ein anderer fr�herer Soldat, John Michael Turner, wirft seine Medaillen, mit denen er f�r seine Verdienste im Irakkrieg ausgezeichnet wurde, auf den Boden. �Am 18. April 2006 beging ich den ersten offiziellen Mord�, erz�hlt Turner den Anwesenden bei der Veranstaltung in Washington. �Der Mann war unschuldig. Als er zu seinem Haus ging, t�tete ich ihn - vor den Augen seines Vaters und seines Freundes. Beim ersten Schuss schrie er auf und sah mich an. Ich sagte zu meinem Freund: 'Das kann ich nicht zulassen' und schoss ein zweites Mal. Danach wurde ich begl�ckw�nscht.�


Ansonsten zum Jahrestag: Der Bundesnachrichtendienst muss sich mit schweren Vorw�rfen auseinandersetzen. Die Pullacher sollen ihre US-Kollegen im Vorfeld des Irakkriegs mit falschen Informationen versorgt haben.

Und bin Laden hat sich auch mal wieder per Tonband zu Wort gemeldet: Die Europ�er h�tten in ihrem �Unglauben �bertrieben�, und der Papst f�hre einen neuen Kreuzzug gegen den Islam. Das erkl�rte der Al-Qaeda-F�hrer Bin Laden in einer Tonaufzeichnung - und hat wegen der Mohammed-Karikaturen diesmal auch D�nemark im Visier.

RapP��r Steinbr�ck hat zu viel Geld und rappt �ber den Vers I love cash". Symbolische Politik vom feinsten aus der Bundesrapkonferenz, groovt ziemlich mit dem Chorus im Hintergrund.

Labels: , , ,

2007-12-07

Wie gef�hrlich sind die Atombestrebungen Irans?

--- In die Debatte um m�gliche atomare Bedrohung durch den Iran ist im Lauf der Woche Bewegung gekommen, weil die US-Geheimdienste pl�tzlich in einem �berraschenden Meinungswechsel vorl�ufig Entwarnung gegeben und Bushs Alarmismus als ebensolchen hingestellt haben. Der Economist hat die Sache noch einmal aufgegriffen:
Just two years ago the consensus view of America's 16 intelligence agencies was tough and unambiguous: Iran was �determined to develop nuclear weapons despite its international obligations and international pressure.� The fact that Iran then, in 2006, overtly restarted nuclear enrichment�the process to make nuclear fuel which can also be used to make fissile material for bombs�in defiance of United Nations Security Council resolutions only increased the sense of alarm. Speculation has since grown that America might take matters into its own hands and bomb Iran. George Bush said in a recent speech that an Iranian bomb could contribute to �world war three�. Dick Cheney, the hawkish vice-president, gave warning of �serious consequences� if Iran did not suspend uranium enrichment. Yet on Monday December 3rd the intelligence agencies revamped their view of Iran's nuclear-weapons programme. In a new official estimate released that day, the National Intelligence Council states frankly that �We judge with high confidence that in fall 2003, Tehran halted its weapons programme.� A few sentences later it states with �moderate confidence� that �Tehran had not restarted its nuclear-weapons programme as of mid-2007.� ... It also concludes that Iran is susceptible to outside diplomatic pressure and scrutiny ...

No explanation has been given for the agencies� about turn. But there is speculation aplenty. One analyst notes that the defection to the West of an Iranian general in 2007 may have produced better intelligence from inside Iran. The spies may also have concluded that earlier assessments were overly alarming, perhaps as a result of pressure from Mr Cheney, who may have sought an intelligence document to bolster any case for bombing Iran. ...

None of this, however, suggests that Iran�s nuclear programme is no longer a threat. America's national-security adviser, Stephen Hadley, argues that the new NIE only shows that �the international community has to turn up the pressure [on Iran]�. The NIE itself says that Iran �at a minimum is keeping open the option to develop nuclear weapons.� Even if Iran is not currently working on warheads or missiles to make a nuclear weapon (as it has been saying for years), it is publicly enriching uranium. Getting the right kind of fissile material is the hardest part of making a bomb.
Und sonst: Warum Larry Lessig nicht mehr �ber Copyright reden mag, sondern lieber Lobbying-Strukturen und Korruption in der Politik allgemein angehen will: Mr Lessig says legislators are clueless about �an issue that any rational policymaker has no problem understanding.� Swayed by campaign contributions from vested interests�such as film studios, music companies and book publishers�America's Congress has lengthened copyright terms 11 times in the past four decades, he observes. And Mr Lessig sees the same sorts of interference in other domains, such as the influence of sugar lobbies on government nutrition boards and that of pharmaceutical lobbies on doctors. �I felt I was spending too much time on the substance of copyright, as if that was the issue,� he says with palpable frustration. �I'm really getting tired of telling this story. It's not rocket science. But governments always get it wrong. What links these issues is that there is so much money involved in protecting them.� ... He is also arguing his case in speeches and on his blog, with the hopes of inspiring and encouraging others to participate in his campaign, in a manner akin to Wikipedia. If �you can architect the problem into bite-sized chunks� and then motivate volunteers, the results can be impressive, he says, noting that Wikipedia has grown to be one of the internet's ten most popular sites. �If we mobilise people to think of [corruption] as a trackable problem, we can use this technology to change Washington,� he declares.

Passend dazu: Siemens will sich von den j�ngsten Korruptionsskandalen reinwaschen: The Germany-based engineering company Siemens is launching its most extensive ad campaign ever, as it grapples with "a massive corruption scandal." The "Siemens answers" campaign, developed by WPP's Ogilvy & Mather, will run in "major markets around the globe." Siemens is spending $148 million a year on the three-year campaign, which highlights health care, energy and industrial "technologies being developed by Siemens." In addition to print ads, the campaign will include billboards, television ads and "keyword-based marketing" online. The goal is to "help Siemens regain the public's trust," after allegations surfaced that company managers paid bribes to win infrastructure contracts in several countries. Siemens is also a frequent funder of video news releases.

Labels: , , , ,

2007-11-24

Kriegsberichterstattung im freien Fall

--- Die S�ddeutsche besch�ftigt sich mit dem Wandel der Kriegsberichterstattung in den vergangenen 20 Jahren:
Bosnien ver�nderte alles. ...Wir hatten ja immer ein privilegiertes Leben gef�hrt - immer an vorderster Front und doch niemals direkt beteiligt und betroffen. Doch nun war alles anders: Reporter waren auf einmal keine neutralen Beobachter mehr, sondern Ziel und Opfer. Tomas hatte im Journalistenhotel Holiday Inn nur knapp einen Granateinschlag in seinem Zimmer verpasst. Ron hatten Serben in der Krajina gemeinsam mit einem franz�sischen Kollegen drei Tage lang in eine Scheune gesperrt und gefoltert. Es gingen Ger�chte um, dass die serbischen Scharfsch�tzen mit Kopfpr�mien f�r Kinder und Frauen bezahlt wurden. Und angeblich waren die h�chsten Pr�mien f�r Journalisten ausgesetzt worden. Sp�ter stellte sich heraus, dass die Kopfpr�mienger�chte von der amerikanischen PR-Firma Ruder & Finn in die Welt gesetzt worden waren, die von der kroatischen Regierung 18.000 Dollar im Monat erhielt, um das Image der Kroaten aufzupolieren. Doch egal, ob Ger�cht oder nicht. Es wurde ja auf Journalisten geschossen. ... Was sich im Libanon, in Kolumbien und in Somalia schon angebahnt hatte, wurde in Bosnien besiegelt: Die Neutralit�t der Weltpresse war aufgehoben. Lokale Journalisten waren schon immer verfolgt worden, hatten ihren Mut mit dem Leben bezahlt. Wir internationale Journalisten hatten immer das Privileg der Unabh�ngigkeit genossen. Und ja auch gepflegt. Kam doch mal einer von uns ums Leben, so waren es fast immer Unw�gbarkeiten wie Kreuzfeuer, Granateinschl�ge oder betrunkene Milizen. ... Wer heute als Kriegsreporter arbeitet, der kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass ihn sein internationaler Presseausweis sch�tzt. Im Gegenteil: Im Irak kann es ihm passieren, dass ihn entweder der irakische Widerstand, die al-Qaida oder die Besatzungstruppen der Amerikaner ins Visier nehmen. Mit dem Zweifrontensystem des Kalten Krieges sind aber auch die Parameter der Berichterstattung verschwunden. Die Guerrillaromantik der sechziger und siebziger Jahre funktioniert nicht mehr.
Ansonsten: Nachdem diese Woche auf den ungarischen Server der deutschsprachigen GIMF-Seite (Globale Islamische Medienfront) erneut ein Drohvideo auftauchte, hier noch der Verweis auf einen Bericht zur BKA-Tagung "Tatort Internet":
�ber dem kleinen Jungen glitzert ein goldenes Sternchen, daneben scheint der Mond hell. Der Junge unter diesem Himmelszelt kniet auf einem Gebetsteppich. Hellblau und freundlich sieht die Internetseite der pal�stinensischen Terrororganisation Hamas aus, die sich an die Allerj�ngsten wendet. Nett und harmlos. Ein paar Mausklicks weiter sieht man ein Kopfsteinpflaster. Ein abgetrennter Frauenkopf liegt auf der Stra�e. Daneben wird das Bild einer l�chelnden, Kopftuch tragenden jungen Frau gezeigt, einer Frau, die sich f�r den Heiligen Krieg als Selbstmordattent�terin in die Luft gesprengt hat. Es ist ihr Kopf, der hier auf der Stra�e liegt. So sieht das Kinderprogramm islamistischer Terroristen aus. Immer mehr solcher Versuche gezielter Einflussnahme auf Kinder sind im Internet zu finden. Die Zahl der Terrorseiten steigt konstant. "1998 gab es weltweit zw�lf Terrorseiten, 2003 waren es 2650, im September 2007 haben wir 5860 Seiten gez�hlt", berichtete der israelische Kommunikationsforscher Gabriel Weimann von der Universit�t Haifa auf der Tagung "Tatort Internet" des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden.

Labels: , , , ,

2007-11-01

Bushs-Propagandast�tze Karen Hughes geht

--- Buhs-Propagandast�tze Karen Hughes, �ber deren Schicksalsaufgabe, ihre eigenartige Arbeitsmoral und ihre Fauxpas der Spindoktorwiederholt berichtete, hat ihren aktuellen Job als Image-Sch�nerin im US-Au�enministerium hingeworfen:
Als Karen Hughes noch f�r George W. Bush Wahlk�mpfe organisierte, war sie eine beeindruckende "Spin-Doktorin". Manchmal auch eine Angst einfl��ende. So sehr, dass jede Menge Geschichten �ber sie kursierten. Etwa, wie sie einmal quer durch den ganzen Raum auf einen Agentur-Reporter zust�rmte, der gerade einen frechen Bericht �ber einen missgl�ckten Bush-Auftritt verfasste. "Wo haben Sie denn da Buhs geh�rt?", br�llte Hughes den Berichterstatter an. Eine halbe Stunde sp�ter soll sich in dessen Artikel keine Zeile mehr zu Buhs gefunden haben. Wer Hughes in den vorigen zwei Jahren traf - als sie f�r das US-Au�enministerium die "Public Diplomacy" verantwortete, eine Art weltweite Marketing-Offensive f�r Amerika - konnte diese Aggressivit�t immer noch sp�ren. Eigentlich m�sse man die Politik der USA blo� entschiedener kommunizieren, erz�hlte Hughes dann gerne. Die Diplomaten vor Ort sollten h�ufiger im Fernsehen auftreten, sie sollten ihre Zielgruppe genau im Auge behalten, sie sollten neue Medien nutzen, sie sollten Blogs schreiben. M�helos sprang Karen Hughes im Gespr�ch von "Karen's Rules" - einer Art Medienfibel f�r ihre oft leicht verschnarchten Diplomaten - zur Bedeutung von Sportstars als Image-Boschafter f�r die USA. In diesen Momenten schien der amerikanische Sieg im Kampf um die Herzen des Rests der Welt nur eine Frage der Zeit. Doch irgendwann konnte selbst die Berufsoptimistin Hughes eine gewisse M�digkeit nicht mehr verbergen. Deshalb war ihr Abschied zum Jahresende, den sie gemeinsam mit US-Au�enministerin Condoleezza Rice gestern verk�ndete, nicht wirklich �berraschend. ... Zu deutlich waren auch die Zahlen-R�ckschl�ge gewesen, die ihre Arbeit zunehmend wie einen Kampf gegen Windm�hlenfl�gel erschienen lie�en. Als gelernte Wahlkampfstrategin war Hughes auf Zahlen fixiert, auf Umfragewerte. Und die blieben f�r die USA schlecht, etwa in der j�hrlichen "Pew Survey" zu Amerikas Ansehen in der Welt. Stimmungsbilder wie die "Transatlantic Trends" des German Marshall Fund offenbarten gar, dass sich in manchen L�ndern - etwa der T�rkei - trotz aller Hughes-Anstrengungen die Sympathie f�r die Amerikaner sogar deutlich abk�hlte. Schuld daran waren vor allem Bilder: vom Irak-Schlamassel, aus Guantanamo, von Abu Ghureib. Bilder, die sich als st�rker herausstellten als jede noch so gewiefte "Public Diplomacy".
Als "Erbe" hat die PR-Zarin dem State Department unter anderem ein Diplomaten-Blog (Dipnote) hinterlassen, das wider Erwarten sogar hei�e Themen wie Afghanistan und Irak ohne g�nzliche Sch�nf�rberei aufgreift. Dort zu finden ist aber auch der neue, von Disney in sch�nster Hollywood-Manier gemachte "Welcome"-Spot f�r USA-Reisende, welcher in scharfen Kontrast zu PNR-Daten und dem Zwang zur Abgabe von Fingerabdr�cken an der Grenze steht.



Hughes selbst noch zu dem Thema: This week I attended a movie premiere, but without Hollywood stars � this is Washington after all. The stars of this film are the men, women and children of America, shown at work, at play and going about their daily lives. ... When I first started working on America�s public diplomacy a couple of years ago, a few things became very clear, very quickly. First, all our research shows that people who have visited America and seen us for themselves have much more positive views ... But that collided with another reality � that in the aftermath of September 11th, new security regulations designed to protect both our citizens and our guests had slowed the visa process, made our airports seem less friendly, and generally created a perception that was more off-putting than welcoming. ... I started looking for partners to help us put out a better welcome mat, and realized that the travel tourism industry had a shared interest in bringing people to our country. We started brainstorming ways to make the entire process, from getting a visa to standing in an airport security line, more customer friendly. One of the things we all talked about from our very first meeting was using television monitors to display a welcoming video message as people stood in lines to go through customs.

Labels: , , , ,

2007-10-27

US-Beh�rde probierts mit gefakter Pressekonferenz

--- Von gefakten oder bezahlten Nachrichten in diversen Medien hat man ja schon einiges geh�rt. Die schon im Katrina-Umfeld in die Kritik geratene US-Notfallbeh�rde Federal Emergency Management Agency (FEMA) ging nun einen deutlichen Schritt weiter:
Es waren erfreulich harmlose Fragen, mit denen sich Harvey Johnson konfrontiert sah. "Sind Sie zufrieden mit Femas Reaktion?", fragte ein Reporter den Vizechef der Federal Emergency Management Agency zur Brandkatastrophe. "Ja, ich bin sehr zufrieden", antwortete Johnson. Kritischer wurde es im Verlauf der am vergangenen Dienstag von der Fema in Washington anberaumten Pressekonferenz nicht - denn alle vermeintlichen Journalisten vor Ort waren in Wirklichkeit Fema-Mitarbeiter, wie die "Washington Post" jetzt herausfand.Die Beh�rde hatte ihre Pressekonferenz zu den schweren Waldbr�nden in Kalifornien erst 15 Minuten vor Beginn angek�ndigt. Deshalb war es keinem einzigen Reporter m�glich, bei der Veranstaltung pr�sent zu sein. Einige Journalisten lie�en sich telefonisch zuschalten, konnten jedoch keine Fragen stellen. Vor Ort waren neben Johnson lediglich Mitarbeiter der Fema anwesend. Die Pressekonferenz wurde von mehreren TV-Stationen �bertragen. Die Beh�rdenleute gaben sich zu keiner Zeit als Fema-Angestellte zu erkennen und stellten ihrem Vorgesetzten etliche lammfromme Fragen. ohnson schrieb am Freitag in einem Beitrag f�r die "Washington Post": "Unser Ziel war es, die Information so schnell wie m�glich zu verbreiten, dabei haben wir einen Fehler gemacht." Er wies jedoch darauf hin, wie hervorragend die Reaktion der Fema auf die Waldbr�nde gewesen sei. Eine Sprecherin von Pr�sident George W. Bush sagte der "Los Angeles Times" (Samstagsausgabe): "Das ist keine Praxis, die wir hier im Wei�en Haus anwenden w�rden." ... Deutlicher �u�erte sich das US-Heimatschutzministerium, dem die Beh�rde unterstellt ist: "Das ist unentschuldbar, solche Aktionen werden nicht toleriert und d�rfen sich nicht wiederholen."
Und sonst: Sch�uble k�mpft weiter gegen islamistische Propaganda im Netz: Bundesinnenminister Wolfgang Sch�uble hat am heutigen Freitag das Gemeinsame Internetzentrum (GIZ) in Berlin besucht, dessen Aufgabe es ist, Informationen zum islamistischen Extremismus und Terrorismus durch die Beobachtung einschl�giger Internetseiten zu beschaffen. ... Die GIZ-Mitarbeiter wussten unterdessen davon zu berichten, dass Deutsch als Sprache islamistischer Propaganda im weltweiten Datennetz immer mehr an Bedeutung gewinne. Wichtigste Sprache sei zwar nach wie vor Arabisch, aber neben der zunehmenden Zahl englisch- und franz�sischsprachiger Webseiten f�nden sich zunehmend auch solche auf deutsch. Sch�uble wertete die Zunahme als ein Zeichen daf�r, wie versucht werde, gezielt Menschen anzuwerben, die weder einen ausl�ndischen noch einen Migrationshintergrund haben. Auch berichteten die Mitarbeiter dem Minister von einer explosionsartigen Vermehrung islamistischer Propaganda im Datennetz.

Passend dazu von der anderen Seite: Mit eigenen Videos gegen Terror-PR. Die NATO will politischen Eiferern, etwa islamischen Extremisten, die ihre �ffentlichkeitsarbeit inzwischen professionell aufgezogen haben, jetzt auch in puncto PR den Kampf ansagen � und k�nftig ebenfalls auf die Macht des bewegten Bildes setzen. Laut der Nachrichtenagentur Canadian Press hat D�nemark eine Million Euro bewilligt, um die NATO mit Kameras und Videotechnik zu versorgen � das Ziel: Die Soldaten sollen �ffentlichkeitswirksames Bildmaterial aus Afghanistan liefern.

Bush d�rfte als gro�er Umarmer in die Geschichte der symbolischen Politik eingehen: Bush the Embracer: Interpreting the Presidential Hug. ... Long after his presidency is history, some of the most memorable images of Bush's years in office will involve hugs.

Labels: , , , , , ,

2007-09-07

Steinbr�ck hamstert im Web 2.0

--- Mal wieder eine Geld verschwendende PR-Aktion der Bundesregierung, dieses mal in Form eines angethrillten Monsterhamsters:
Das Video, um das es hier geht, ist ab sofort auf einer Aktions-Webseite des Bundesfinanzministeriums und auf YouTube abrufbar, demn�chst wohl auch auf weiteren Publikationsplattformen wie Clipfish oder MyVideo. Es handelt sich um eine virale Kampagne des Ministeriums, genauer: von deren PR-Agentur fischerAppelt. Kommentar des Bundesfinanzministeriums: "Das Thema Schuldenfalle ist so wichtig, dass wir nicht zulassen k�nnen, dass es bei ganz vielen nicht ankommt. Deshalb m�ssen wir um Aufmerksamkeit werben. Dieser Film ist der Versuch, mit einem neuen Schl�ssel die T�r zu mehr Aufmerksamkeit der B�rgerinnen und B�rger zu �ffnen." Gedreht hat den Clip "Am Limit"-Regisseur Pepe Danquart. ... m Zeitalter des anhaltenden Web-2.0-Wahns, er�rtert der Oscar-Preistr�ger in einem Werbeclip, warum Bundesfinanzminister Peer Steinbr�ck trotz boomender Wirtschaft die Steuern nicht senkt. Warum keine Kasernen renoviert und die Renten nach drei Nullrunden nur um 0,54 Prozent erh�ht werden. Gewidmet ist der Werbe-Clip ganz offensichtlich den Wirtschaftsteil-�berbl�tterern ... Fast so verwirrend wie Haushaltspolitik, das Ganze. Eine Kampagne, die nur mit Waschzettel funktioniert - gewisserma�en. Immerhin: Der Film ist nicht schlecht gemacht. Witziger zumindest als die Stafette unfreiwillig komischer Web-2.0-Kampagnen, mit denen die Politik sonst so versucht, jung, dynamisch und hip r�berzukommen ... Fitness-Bildschirmschoner, Podcasts, schmierige Coversongs: Die viralen Kampagnen deutscher Politiker geben viel Anlass zum Fremdsch�men.

Labels: , ,

2007-08-28

China-Spionage und Schleichwerbung

--- Wie kommt es, dass der Spiegel p�nktlich zur China/Japan-Reise der Bundeskanzlerin in seiner Titelgeschichte �ber Hackerattacken von chinesischer Seite auf deutsche Regierungscomputer berichtet? Und sich der chinesische Premier dann auch noch w�hrend der Merkel-Visite gen�tigt f�hlt, dazu in einer Pressekonferenz Stellung zu beziehen?
Fakt ist: Scoops entstehen meist, weil sie von interessierter Seite gesteckt werden. Das Image von Merkel als resolute Regierungschefin, die in einem Land wie China nicht nur Themen wie Spionage sondern auch die Menschenrechte anspricht, wird damit gest�rkt.
Unverbl�mter geht es da bei den Bundesministerien zu: Nachdem erst eine Agentur f�r das Bundeswirtschaftsministerium Zeitungen Kupelgesch�fte zwischen redaktionellen Beitr�gen und Anzeigen angeboten hatte, �bernimmt jetzt offenbar das Bundesfamilienministerium Praktiken, die man bislang nur von der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft kannte. Dazu schreibt der Deutsche Journalistenverband heute: "Der Deutsche Journalisten-Verband verlangt von der Bundesregierung, sofort alle Versuche von Schleichwerbung zu beenden. Das ARD-Magazin Report Mainz hatte am gestrigen Abend �ber PR-Aktivit�ten des Bundesfamilienministeriums berichtet, dessen Berliner Werbeagentur A&B One H�rfunksendern sendef�hige Beitr�ge und Zeitungen layoutete Berichte �ber das Erziehungsgeld geliefert hat. Das Material der Agentur war durch O-T�ne bzw. Zitate von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen angereichert. "Das ist Schleichwerbung in Reinform und hat nichts mit kritischem Journalismus zu tun", kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Ein Bundesministerium habe den Auftrag, die �ffentlichkeit �ber seine Arbeit zu informieren und nicht zu manipulieren."

Labels: , ,

2007-08-13

Bushs Spindoktor Karl Rove tritt ab

--- Karl Rove, der Architekt des Siegs von US-Pr�sident George W. Bush und der Wegbereiter der Neocons, kommt dem Fall seines Herrn zuvor und packt die Koffer in Washington � f�r den Moment zumindest und angeblich aus famili�ren Gr�nden. F�r die Verk�ndigung seines Abschieds vom Wei�en Haus w�hlte er das von Murdoch geschluckte Wall Street Journal. Fehler? Niemals, so die Kernaussage. Nun steht Bush also erst mal mehr oder weniger hirnlos da. Die New York Times zum Thema:
Karl Rove, the political adviser who masterminded President George W. Bush�s two winning presidential campaigns and secured his own place in history as a political strategist with extraordinary influence within the White House, is resigning, the White House confirmed today. In an interview published this morning in The Wall Street Journal, Mr. Rove said, �I just think it�s time,� adding, �There�s always something that can keep you here, and as much as I�d like to be here, I�ve got to do this for the sake of my family.� Mr. Rove said he had first considered leaving a year ago but stayed after his party lost the crucial midterm elections last fall, which put Congress in Democratic hands, and as Mr. Bush�s problems mounted in Iraq and in his pursuit of a new immigration policy. ...

The White House did not say early today whether Mr. Bolten would name a successor to Mr. Rove, who held a �deputy chief of staff� title. But even if he does, none would have the same influence with the president or, likely, the same encyclopedic knowledge of American politics. ... With his departure, Mr. Rove will be the latest major figure to leave the Bush administration�s inner circle. Earlier this summer, Mr. Bush lost as his counsel Dan Bartlett, a fellow Texan who had been part of the original group of close advisers that followed Mr. Bush from the Texas governor�s mansion to the White House. ...

Mr. Rove was not only the chief architect of Mr. Bush�s political campaigns but also the midwife of the president�s political persona itself. His continued presence in the White House had become a source of fascination in Washington ... He predicted that conditions in Iraq would improve with the continuation of the surge � though he did not address speculation that the president will face pressure this fall, possibly even from fellow Republicans, to bring troops home sooner rather than later. And he predicted that Democrats would fail to show unity on issues such as the president�s eavesdropping program. He said he intended to write a book, which had been encouraged by �the boss,� and eventually to teach. Throughout Mr. Bush�s tenure, Mr. Rove vilified Democrats, and they vilified him right back, complaining about his infamously bare-knuckled political tactics on the campaign trail and what they considered his overt politicization of the White House. He has been the focus in the Congressional investigations into the firings last year of several federal prosecutors, and he was until last year a focus of the C.I.A. leak case investigation that led to perjury charges for Vice President Dick Cheney�s former chief of staff, I. Lewis Libby. ...

But Mr. Rove was in the eye of the political storm once again this year as Congress set out to learn his role in the attorney firings, which critics charge had been carried out to impede or spark investigations for partisan aims. ... In his exit interview today, which was with Paul Gigot, the editorial page editor of The Wall Street Journal, Mr. Rove had a parting shot for his political nemeses, telling Mr. Gigot that he believed Senator Hillary Rodham Clinton would be the Democratic nominee but called her a �tough, tenacious, fatally flawed candidate,� and predicted a Republican victory in the 2008 presidential race. It is the sort of political boasting that had become Mr. Rove�s hallmark.
Mehr Polit-Tratsch zum Thema etwa im Guardian: Hired by George Bush senior aged just 22, he started a lifelong association with the family. One of his menial jobs was to hand over the Bush car keys whenever George junior went to Washington. Mr Rove's description sounds like the start of a love affair. "I can literally remember what he was wearing," he said of an occasion in 1973: "an Air National Guard flight jacket, cowboy boots, blue jeans. He was exuding more charisma than any one individual should be allowed to have." Es ist kaum �bertrieben, mit dem letztlich doch �berraschenden Abgang Roves vom Ende einer �ra zu sprechen. Aber irgendwann erweist sich der t�gliche Spagat zwischen politischer Wunschwelt und dem Rest der Wirklichkeit erfahrungsgem�� f�r jeden Spindoktor zu weit.

Und sonst: Ein PR-Skand�lchen in Berlin � Flaskamp erh�lt keine Auftr�ge vom Bundeswirtschaftsministerium mehr: Gib mir einen Zeitungsartikel, dann bekommst du eine bezahlte Anzeige: Solch anr�chige PR-Arbeit brachte das Wirtschaftsministerium von Michael Glos unter Druck. Jetzt wurde die zust�ndige Agentur gefeuert - die Regierung versichert aufgeschreckt, sie habe damit nichts zu tun.

Labels: , , , , ,

2007-08-01

Murdoch schnappt sich Wall Street Journal

--- Der Haifisch unter den Medienmogulen hat mal wieder zugebissen und sich mit Dow Jones das Wall Street Journal einverleibt. Spiegel Online, l�ngst auf alles andere als auf Nachrichten von links abonniert, versucht die halbwegs guten Seiten bei dem Deal zu sehen bzw. diesen zumindest halbwegs n�chtern zu betrachten:
30 Millionen Dollar zahlt der m�chtigste Medienmann der Welt aus der Portokasse. Die Erben des DJ-Urvaters Clarence Barron hatten sich zwar geziert, sich bei ihrem Widerstand gegen Murdochs Pl�ne auf journalistische Grunds�tze berufen. Tats�chlich waren sie jedoch mit kaltem Cash zu k�dern. Deshalb auch die �berzogene Kaufsumme, ein 67-prozentiger Aufschlag auf den vorherigen Marktwert von DJ und das Privatverm�gen der Bancrofts. Das Murdoch-Prinzip traf selbst auf den alten Presse-Clan zu: Grunds�tze sind gut - Geld ist besser. Und so nahm seinen Lauf, was viele als Untergang des journalistischen Abendlandes beklagen: Rupert Murdoch - Machtmensch, Zeremonienmeister des Vulg�ren, brillant-skrupelloser Gesch�ftsmann - erf�llt sich seinen gr��ten Lebenstraum und verleibt sich die weltbeste Wirtschaftszeitung ein, eine der letzten unabh�ngigen Pfr�nde in der US-Zeitungslandschaft. ... Zugegeben: Unter Murdoch mutierte die linksliberale, dr�ge "New York Post" zum konservativen Kampfblatt, das jeden Feind zerfetzt. Doch ist sie selbst f�r Murdochs �rgsten Gegner Pflichtlekt�re - und hat einen auffallend gut informierten Wirtschaftsteil. Auch zugegeben: Fox News, Murdochs Nachrichtensender, verbreitet gern Regierungspropaganda. Doch sein Fox-Network - die gro�e Network-Schwester des Kabel-Newskanals - machte immerhin mit den "Simpsons" Quote, jenem subversiven Zeitkritik-Comic, in dem sich Murdoch, einmal selbst auf die Schippe nahm: "Ich bin Rupert Murdoch, der Milliard�rs-Tyrann!" ... Fest in der Tradition der Neocons, stand das "WSJ" auch US-Pr�sident George W. Bush meist treu zur Seite und trommelt bis heute f�r dessen Irak-Krieg. In dieser Hinsicht ist das "WSJ" seit langem mehr Murdoch als Murdoch selbst. Was sonst k�nnte sich �ndern? Die gro�en Reportagen, die Murdoch pers�nlich "zu lang" sind? Der oft gedrechselte Stil? Viel Spielraum hat Murdoch nicht, dazu ist der "WSJ"-Leserkreis viel zu elit�r - er d�rfte beim ersten Ausflug in niedere Gefilde schnell abwandern. "Wenn das 'Journal' seine Seite-3-Girls bekommt", juxte Murdoch im Interview mit dem US-Magazin "Fortune" in Anspielung auf die t�glichen Nacktfotos in seiner britischen Postille "Sun", "dann werden wir sicherstellen, dass sie ihren Betriebswirtschaftsabschluss haben."
Viel schlimmer kann es mit dem WSJ also gar nicht werden, auch wenn Murdochs Macht erneut w�chst. Eine �bersicht �ber die Ausbreitung des "ordoliberalen Weltenherrschers" gibts in der S�ddeutschen Zeitung. Ansonsten: Deutsche Afghanistan-Geisel von al-Dschasira in Video vorgef�hrt � das Ausw�rtige Amt bezeichnet die Aufnahmen in einer ersten Stellungnahme als "Dokument der Einsch�chterung".

Boom der PR-Industrie: Based on the survey results of 300 public relations firms around the world, The Holmes Report estimates that the industry is "generating at least $7 billion in fee income annually, employing in excess of 50,000 people, and growing by at least 8.5 percent a year."

US-Milit�r will auch im eigenen Land Propaganda betreiben d�rfen: In preparing its marketing study commissioned by the U.S. military, the RAND Corporation sought the advice of PR advisers including Burson-Marsteller, Weber Shandwick, J.D. Power, the Rendon Group, and the Lincoln Group. The report called for a review of the Smith-Mundt Act, which bans government propaganda aimed at U.S. audiences, claiming that it put the military at a "competitive disadvantage".

Labels: , , , ,

2007-06-22

Terrorgefahr jetzt zwischen abstrakt und konkret

--- Seit Jahren h�ren wir davon, dass Deutschland � wie fast der gesamte Rest der Welt � zum abstrakten Gef�hrdungsraum f�r islamistische Terroranschl�ge geh�rt, dass es konkrete Anschlagshinweise aber nicht gebe. Jetzt schl�gt das Bundesinnenministerium pl�tzlich Alarm und will irgendwie die Gefahrenstufe erh�hen. Wir sind jetzt also noch st�rker zwischen abstrakt und konkret als bisher: "Die �nderungen in der Einsch�tzung seien so signifikant, dass man nicht mehr von einer abstrakten Gef�hrdung sprechen k�nne. Konkrete Erkenntnisse �ber Anschl�ge in Deutschland gebe es aber nicht." Aha. Aber mehr zu den Hintergr�nden:
Jetzt hat sich diese Lageeinsch�tzung dramatisch ver�ndert. Eilig lud der Innenstaatssekret�r August Hanning Journalisten ein, um sie �ber die aktuellen Erkenntnisse zu unterrichten. "Wir sind alarmiert", verk�ndete er. Deutschland sei so gef�hrdet wie seit 2001 nicht mehr. Er f�hle sich an die Zeit vor dem 11. September erinnert. "Wir sind voll ins Zielspektrum des islamistischen Terrors ger�ckt." Hanning, ehemals Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND, gilt als einer der Top-Experten in Sachen Terror und als ruhiger Analyst, der nicht zu alarmistischen Warnungen neigt. ... Gerade deshalb ist die Wortwahl erstaunlich - und zeugt davon, wie nerv�s die Beh�rden sind. "Wir haben eine F�lle von Mosaiksteinen", sagt ein Top-Beamter. "Es passt pl�tzlich alles zusammen, das l�sst uns so besorgt sein." Was Hannings spontanes Briefing erreichen sollte, ist nicht ganz klar. Hochrangige Beamte sagen, man habe die �ffentlichkeit sensibilisieren wollen - ohne Panik zu sch�ren. ... In letzter Zeit, so erkl�ren Experten, verfolgten deutsche und internationale Dienste einen �hnlichen "Chatter" - so nennen die Fahnder die Erkenntnisse aus E-Mail- oder Telefongespr�chen - wie vor den Anschl�gen vor sechs Jahren. Was die Fahnder h�ren, l�sst Attentate in Deutschland zumindest wahrscheinlicher erscheinen. ... Einer der j�ngsten Bausteine ist ein aktuelles Video aus Afghanistan, das der US-Sender ABC vor drei Tagen ausstrahlte: Es zeigt Hunderte Mudschahidin, die von Taliban-Kommandeur Mansur Dadullah, dem Bruder des k�rzlich get�teten Top-Kommandeurs Mullah Dadullah, zu Selbstmordmissionen in den USA, Kanada, Gro�britannien und Deutschland verabschiedet werden. ... Eine andere Begebenheit lie� die Geheimdienstler aufhorchen: Am 10. Juni wurden an der iranischen Grenze nahe der Ortschaft Taftan drei M�nner aufgegriffen. Zwei sind Deutsche, einer Kirgise. Die pakistanischen Beh�rden nehmen an, dass die Festgenommenen aus Terrorlagern kamen - oder dorthin wollten. Auffallend war die Ausstattung: Im Gep�ck fanden sich Satelliten-Telefone und Funkger�te. ... Zun�chst will die Bundesregierung nach der ge�nderten Lageeinsch�tzung vor allem die Kooperation mit ausl�ndischen Stellen schnell und effizient verbessern. Ein Schl�ssel-Partner f�r diese Zusammenarbeit sind die USA, aber auch Pakistan. Von dort, so reichlich frustrierte Ermittler, komme aber stets wenig oder nur gefiltert.
Update: Just Sonst-Scharfmacher Beckstein h�lt die Terrorwarnungen nun "aus bayerischer Sicht eher etwas �berzogen", w�hrend Sch�uble von der "Lebensnotwendigkeit" der Kommunikations�berwachung nebst heimlichen Online-Durchsuchungen spricht.

Und sonst: Die Schweiz geht gegen islamistische Internet-Propaganda vor: Swiss trial convicts two Muslims accused of supporting terror on Internet. A Swiss court on Thursday convicted two Muslims for supporting a criminal organization by running Web sites that posted statements from al-Qaida-linked groups and showed executions. The main defendant, Moez Garsallaoui, a Tunisian, was sentenced to six months in prison and given an additional 18 months suspended.

Das Pentagon heuert PR-Unterst�tzung beim Fernsehen an: Pentagon hires ABC reporter to improve PR. The Pentagon will announce this week that Geoff Morrell, previously a White House correspondent for ABC News, has been hired as the Defense Department�s on-camera briefer, a senior administration official told The Politico. Morrell, 38, will become a familiar face of the administration on television and the Web. The official said that a working journalist was chosen by Defense Secretary Robert M. Gates in an effort to improve press relations at a time when the administration is under pressure to show progress in Iraq.

Hillarys Wahlkampf 2.0: Einen Monat hat der Wettbewerb im Netz gedauert. Und die Vorschl�ge waren nicht alle sehr nett, die Hillary Clinton erhalten hat. In einem Video auf der Web-Site ihrer Wahlkampagne hatte sie Amerikas Internet-Gemeinde aufgerufen, Vorschl�ge f�r einen Titelsong f�r ihre Pr�sidentschaftswahlkampagne zu machen und dar�ber abzustimmen. Immerhin 25 000 Vorschl�ge kamen. Darunter gemeine Titel-Empfehlungen wie "Cold as ice". Blogger nannten das ganze "l�cherlich". Einer schrieb: "Wollt ihr mich verarschen?" - was Clintons Kampagne sofort ver�ffentlichte. Das alles soll nat�rlich nur eines zeigen: Dass Hillary gar nicht so ein Eisblock ist, wie viele behaupten.

Labels: , , , , ,

2007-05-16

Der Mythos von der vierten Gewalt

--- Der Spiegel hat anl�sslich der Ver�ffentlichung des Buches Giftm�ll macht schlank ein Interview mit John Stauber von PRWatch gef�hrt. Dabei ging es auch um die "M�r" von der Presse als vierter Gewalt bzw. als "Bollwerk gegen Propaganda":
Amerika ist sicher das am meisten von Propaganda beherrschte Land der Welt. PR ist eine Multi-Milliarden-Industrie. Zehn Milliarden Dollar f�r PR sind eine konservative Sch�tzung. Anders als etwa in Deutschland sind bei uns die Journalisten zahlenm��ig den PR-Beratern deutlich unterlegen. Sie merken diesen Einfluss sofort, wenn Sie die USA mit anderen westlichen Demokratien vergleichen und darauf schauen, wie Themen wie der Klimawandel, Umweltgifte, und Arbeiterrechte diskutiert werden. Am Beispiel des Irak-Kriegs wurde das besonders deutlich. Die gro�en Medienkonzerne wiederholten im Prinzip die L�gen der Bush-Regierung. Noch im vergangenen Juli, so ergab eine Umfrage, glaubten �ber die H�lfte der Amerikaner, dass Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besa�. Dann die Idee der "embedded reporter". ... Sie kam von Tory Clark, die vorher bei der Agentur Hill & Knowlton war und dann eine der Top-PR-Leute im Pentagon wurde. ... Es geht immer darum, den Medien das eigene Anliegen zu injizieren. Dazu geh�rt, f�r Stetigkeit in den Meldungen zu sorgen und die Medien entsprechend zu f�ttern. Bei Pressekonferenzen werden nur genehme Fragen oder Fragesteller zugelassen. Mit der M�glichkeit, im Schlepptau der Armee in Echtzeit vom Schlachtfeld zu berichten, bereitete die Regierung den Medien den Krieg so auf, dass er zum Quotenrenner wurde. Ein "Nachrichtenalarm" jagte den n�chsten. ... Von Anfang 2003 bis Mitte 2005 zahlte die amerikanische Regierung 1,6 Milliarden Dollar an PR-Agenturen und Journalisten. Eine Agentur, die Lincoln Group, sorgte sogar f�r get�rkte Nachrichten in irakischen Zeitungen. F�r US-freundliche Berichte wurde einfach gezahlt - und die US-Regierung konnte das den heimischen Medien stolz vorhalten.
Auf die Rolle von Weblogs im Irak-Krieg geht Stauber nicht ein, tsts.

Und sonst: Die GIs verbrauchen zu viel Bandbreite mit Social Networking: Soldiers serving overseas will lose some of their online links to friends and loved ones back home under a Department of Defense policy that a high-ranking Army official said would take effect Monday. The Defense Department will begin blocking access "worldwide" to YouTube, MySpace and 11 other popular Web sites on its computers and networks, according to a memo sent Friday by Gen. B.B. Bell, the U.S. Forces Korea commander. The policy is being implemented to protect information and reduce drag on the department's networks, according to Bell.

Labels: , , , ,

2007-05-06

Spindoktoren sind �berall

--- Siemensskandal, Papstinszenierung oder Super-Kanzlerin Angela Merkel: Die Spindoktoren sind inzwischen �berall unterwegs. Heute beschreibt die FAS die Branche ein wenig n�her und wie sie immer wieder versuchen, �ber Ger�chte, Einsch�tzungen und Halbwahrheiten die Journalisten zu Artikeln mit dem richtigen Spin zu bewegen. Als Top-Spindoktoren der Wirtschaft werden Norbert Essing, Bernd Schuppener und Christioph Walther genannt (CNC). "Der Sturz von Siemens-Chef Klaus Kleinfeld wurde zur peinlichen Niederlage f�r Walther. Noch nie wurde eine Intrige so �ffentlich ausgetragen, st�ndig gef�ttert und befeuert von dem Rudel der PR-Berater. Christoph Walthers Agentur hatte dabei den Auftrag, Kleinfelds Job zu retten. Die Spin-Doktoren gingen so offensiv und ungeschickt vor, dass sich die Siemens-Aufsichtsr�te provoziert f�hlten und dem Vorstandschef unterstellten, er wolle �ber �ffentlichen Druck eine Vertragsverl�ngerung erzwingen. Das Ergebnis ist bekannt: Heute sucht der Konzern einen neuen Chef."

Labels: , , ,

2007-04-11

INSM wollte Studis f�r dumm verkaufen

--- Ups, da ging der Start einer neuen INSM-Aktion aber ziemlich in die Hose:
"Liebes AStA-Team, am 10. April startet unicheck.de", hei�t es einer Mail von Anfang April an verschiedenen Studentenvertretungen, die SPIEGEL ONLINE vorliegt. Ein gewisser Thorsten Schr�der schreibt darin: "Unicheck ist von Studenten f�r Studenten und bewertet Universit�ten u.a. danach, wie gut oder schlecht sie die Studiengeb�hren verwenden." Im �brigen sei er f�r eine schnelle Antwort, gerne auch per Telefon, dankbar, bitte aber ohne Grundsatzdebatten: "Wir diskutieren nicht mehr, ob Geb�hren oder nicht, sondern jetzt sind sie da und wir schauen, was wird mit Eurem Geld gemacht." Was beim ersten Lesen nach einer neuen Service-Idee studentischer Jung-Unternehmer im Web klingt, hat in Wirklichkeit mit dem Konzept "von Studenten f�r Studenten" nur wenig zu tun. Denn die Domain unicheck.de wurde am 11. Januar 2007 von Jan Loleit bei der DENIC, dem nationalen Verwalter f�r Webadressen, registriert. Und Loleit ist nicht etwa Student, sondern "Chef vom Dienst" bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) - ein von den Arbeitgeberverb�nden der Metall- und Elektroindustrie finanzierter Think Tank, der sich nach eigenen Angaben als "branchen- und partei�bergreifende Plattform" versteht und sich "an drei Idealen orientiert, die schon Ludwig Erhard hochgehalten hat: Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und Wettbewerb". In der urspr�nglichen Bedeutung des Wortes, bekennt die INSM, sei sie "neoliberal"; ein Eingreifen des Staates sei nur dann sinnvoll, "wenn beispielsweise Marktverzerrungen durch Monopole oder Kartelle einen fairen Wettbewerb zum Nutzen aller verhindern". Dass so ein Verein f�r Studiengeb�hren ist, versteht sich fast von selber. Die Initiative selbst zeigt sich �berrascht �ber das Vorgehen Schr�ders, der als einer von drei studentischen Hilfskr�ften bei der INSM "Unicheck.de" redaktionell betreut. Das Motto "von Studenten f�r Studenten" sei urspr�nglich mal ein Label f�r den Fragebogen auf der Website gewesen, das man dann aber wieder verworfen habe, sagt der Koordinator der Site bei der INSM, Ronald Voigt. "Wir wollen Studenten darum bitten, die Verwendung von Studiengeb�hren an ihrer Hochschule zu bewerten. Unser Ziel ist es, mit dem Portal mehr Transparenz herzustellen", sagt Voigt. Zwar werde das Portal von Studenten betreut, verantwortlich sei aber letztlich die INSM.
Inzwischen weisen mehrere Logos der Vereinigung auf der Site auch darauf hin.

Labels: , ,

2007-02-05

In einem Bett: Medien und PR

--- Die NZZ berichtet �ber eine neue Studie zur �bernahme von PR-Material in den (Schweizer) Medien:
Wie selbst�ndig berichten die Medien? Zu wenig, findet erneut eine Studie, welche die Leistungen von Lokalmedien in den R�umen Z�rich und St. Gallen analysierte. �Was als Medienleistung erscheint, ist zu einem betr�chtlichen Teil PR-Leistung�, heisst es im Bericht, welchen die Publicom dem Auftraggeber, dem Bundesamts f�r Kommunikation, vorlegte. Ren� Grossenbacher, der Forschungsleiter, findet damit seine Untersuchungen best�tigt, die er vor zwanzig Jahren durchf�hrte. Danach agieren die Medien oft am G�ngelband der �ffentlichkeitsarbeiter. Im aktuellen Fall untersuchte die Publicom, wie die elektronischen Lokalmedien die Pressekonferenzen der Z�rcher und St. Galler Beh�rden verarbeiteten. Zwei Arbeitsmonate dienten als Forschungsbasis. Die Ergebnisse sind ern�chternd; sie best�tigen allerdings intuitive Eindr�cke. So konnte man in gut der H�lfte der Berichte keinerlei inhaltliche Eigenleistung der Medien erkennen. Publiziert wurde die unver�nderte oder lediglich gek�rzte Fassung der Texte, die von den beh�rdlichen Medienstellen zur Verf�gung gestellt wurden. Nur 13 Prozent der Beitr�ge kamen eigenst�ndig zustande. Nachrecherchen erfolgten selten. Begrenzt scheint �berdies die Bereitschaft, die Quellen der verbreiteten Informationen offenzulegen. Nur ein F�nftel der Beitr�ge verwies auf die Medienkonferenzen als Basis. In der Regel werden allerdings die Personen genannt, von welchen die Informationen stammen. So vermittelt das Medium dem Publikum den falschen Eindruck, der Beitrag beruhe auf einer Eigeninitiative. In gut einem Viertel der Berichte werde aber auch dies nicht ersichtlich, h�lt die Studie fest. Die Quellen werden vor allem durch die Online- Medien und die privaten Fernsehsender verschleiert.
Tats�chlich ist ja das Copy & Paste von Pressemitteilungen das "Gesch�ftsmodell" einiger "Newsticker" im Internet ohne jeglichen Verweis auf den Ursprung der "Nachrichten". Siehe auch einen Kommentar zum Thema in der NZZ: Die Kernaussagen der nebenstehend pr�sentierten Studie sind ersch�tternd: Die Medien arbeiten danach zu einem grossen Teil als blosse Transporteure von Botschaften aus den Werkst�tten der �ffentlichkeitsarbeiter. Die Forscher sehen damit Untersuchungen (Barbara Bearns / Ren� Grossenbacher) aus den achtziger Jahren best�tigt. Schon damals wurde errechnet, dass zwei Drittel aller von den Medien verbreiteten Meldungen aus Pressestellen und PR-Agenturen stammen. ... Die Medien betreiben somit in hohem Mass Etikettenschwindel. Das ist verwerflich. Dennoch muss man die genannten wissenschaftlichen Befunde relativieren. Eine wesentliche Aufgabe der Medien besteht darin, �ber Ereignisse und Entscheide in Politik und Wirtschaft zu berichten. �fters handelt es sich um Informationen, die nicht kontrovers sind. Diese werden heute von den jeweiligen Kommunikationsabteilungen meist Medien-affin und professionell aufbereitet. Zudem sind �ffentlichkeitsarbeiter auf ein Vertrauensverh�ltnis mit den Medienschaffenden angewiesen. Durch Vermittlung gezinkter Informationen w�rden sie ihre Glaubw�rdigkeit sch�digen. Sie liefen Gefahr, den Zugang zu den Medienkan�len zu verlieren. Denn die Journalisten treffen die Auswahl unter den PR-Meldungen. Als Schleusenw�rter nehmen sie eine Kontrollfunktion wahr. In diesem Sinne herrscht also kein universeller �Verblendungszusammenhang�. Nicht alles, was aus PR-Werkst�tten kommt, muss von vorneherein schlecht sein. ... Wenn man die Presse einbezogen h�tte, w�ren die Resultate wohl etwas positiver ausgefallen. W�hrend Websites, Privatradios und Lokalsender immer noch als Durchlauferhitzer funktionieren (daran werden Subventionsgelder kaum etwas �ndern), liefert das gedruckte Medium am ehesten noch Einordnungen und Analysen. Angesichts der �konomischen Schwierigkeiten steht allerdings auch die Presse unter Druck. Der Sparzwang gef�hrdet das Reflexionspotenzial. PS: Baerns heisst die Barbara aber, nicht Bearns.

Und sonst: media-bl�d k�mpft gegen Abmahnungen mit einer seltsamen Art von "Justiztourismus".

Labels: , ,

2007-01-17

PR-Berater: Wahrheit hat mit Politik nix zu tun

--- Das PR-Enfant-terrible Klaus Kocks versucht sich im Gespr�ch mit Spiegel Online im Provozieren mit viel Relativismus:
Wir alle leben in Doppelmoral, Redlichkeit besteht darin, es zuzugeben. Nehmen Sie an, Sie haben als PR-Mann jahrelang bei Opel gearbeitet, und jetzt sind Sie bei Ford. Hatten Sie pl�tzlich ein Erweckungserlebnis und wussten, Ford ist besser? Oder gestehen Sie die einfache Wahrheit ein: 'Ich bin vier Jahre bezahlt worden, um die Autos von denen hochzujubeln, und jetzt werde ich von jemand anderem bezahlt, um dessen Autos hochzujubeln.' Aber so redlich sind meine Kollegen nicht, die sagen: "Nein, wirklich l�gen w�rde ich nicht. Allenfalls mal eine Notl�ge." L�gner reden immer nur von Notl�gen. ... Die Wahrheitskategorie hat mit Gesch�ften nichts zu tun. Ein Autoh�ndler m�chte Gesch�fte machen, und ein Politiker m�chte das auf einer anderen Ebene auch. In Demokratien m�ssen Sie Machtaus�bung - zynisch k�nnte man sagen: leider - legitimieren. Deshalb m�ssen Sie die Leute von Ihren politischen Ma�nahmen �berzeugen. Dass es dabei nicht um die reine Wahrheit geht, ist mittlerweile Allgemeingut. Auf die Frage: 'Glauben Sie Politikern?', antworten nur 15 Prozent uneingeschr�nkt mit ja. Und die m�ssen Sie im Grunde genommen zum Arzt schicken.
Weil die Politiker (und Imageverk�ufer) soviel l�gen, d�rfen sie also weiterl�gen, da ihnen eh keiner glaubt. Prima Logik. Der arme Seehofer kommt derweil in den Strudel des Stoiber-Machtkampfs und muss sich mit Sex, L�gen und CSU auseinandersetzen. Aber der 57-J�hrige gibt sich streitbar: "�ber meine privaten und famili�ren Angelegenheiten werde ich mich in der �ffentlichkeit nicht �u�ern", teilte der CSU-Vize am Mittwoch in einem Schreiben seiner Anwaltskanzlei mit, das der dpa vorlag. "Traurig finde ich allerdings, dass in bestimmten Medien eine Kampagne l�uft, die insbesondere auch meine Familie stark beeintr�chtigt." "Bild" hatte am Montag geschrieben, der verheiratete Seehofer habe in Berlin eine Aff�re mit einer 32-J�hrigen. Seehofer k�ndigte Widerstand an: "Ich werde hiergegen nachhaltig mit allen rechtlichen M�glichkeiten vorgehen."

Und sonst: Es ist f�nf vor zw�lf: The Bulletin of the Atomic Scientists� Doomsday Clock conveys how close humanity is to catastrophic destruction--the figurative midnight--and monitors the means humankind could use to obliterate itself. First and foremost, these include nuclear weapons, but they also encompass climate-changing technologies and new developments in the life sciences and nanotechnology that could inflict irrevocable harm.

Labels: , ,