Stefan Krempl
Krieg und Internet: Ausweg aus der Propaganda?
 
Es beginnt mit vielen Lügen

Die Leute können immer dazu gebracht werden, den Wünschen
ihrer Führer zu folgen. Das ist einfach. Alles, was Sie tun müssen,
ist, ihnen zu sagen, daß sie angegriffen werden und die Kriegsgegner
dafür zu denunzieren, daß ihnen Patriotismus fehlt und sie das
Land einer Gefahr aussetzen. Es funktioniert in jedem Land gleichermaßen.

Hermann Göring, Reichsmarschall, bei den Nürnberger Prozessen

 

»Es begann mit einer Lüge.« Die programmatische These, mit der die Fernsehjournalisten Jo Angerer und Mathias Werth ihren erstmals im Februar 2001 in der ARD gezeigten Beitrag über »Regierungspropaganda« , »frei erfundene Gräuelgeschichten« und »Kriegslügen« rund um die Kosovo-Krise betitelten, hat spätestens der britisch gestützte Feldzug der USA gegen Saddam Hussein bestätigt. Vor, während und nach dem neuen Irak-Krieg kristallisierte sich deutlich heraus, dass die Anführer der angreifenden Parteien einen zumindest sehr selektiven Umgang mit der Wahrheit bei der öffentlichen Rechtfertigung ihres Waffengangs pflegten. Amerikanische und englische Regierungshäupter, ihre Sprecher und Berater, Verteidigungsminister sowie die ihnen zuarbeitenden Geheimdienstmitarbeiter bauschten die von Saddam Hussein und seinen Massenvernichtungswaffen ausgehende Gefahr wiederholt auf. Sie fabrizierten ständig Connections zwischen irakischen Führungskräften und Usama bin Ladin -- und damit Verbindungen zu den traumatischen, emotionsgeladenen Ereignissen am 11. September 2001. Die rhetorisch schon überfrachtete »Befreiung und Entwaffnung des Irak« geriet zu
einer weiteren »Schlacht« im umfassenden Krieg gegen den islamistischen Terror, gegen das Grundübel der gegenwärtigen Welt aus der Sicht Anglo-Amerikas.

Als ein System von »Lug und Trug« hatte US-Präsident George W. Bush gern das irakische Regime im Vorfeld seines Kreuzzugs gegen das Böse, das Ronald Reagan noch in der Sowjetunion bzw. im Kommunismus verortet hatte, bezeichnet. Tatsächlich sollte man von einem menschenverachtenden Diktator vom Schlage Saddam Husseins keine intellektuellen Beiträge zur Debatte um Moral im 21. Jahrhundert erwarten -- selbst wenn er einst unter dem Schutz der westlichen Nukleargroßmacht als Abschirmung gegen die Mullahs im Iran großgezogen wurde.
Somit durfte der westliche Beobachter auch seinem uniformierten Informationsminister, Mohammed Saeed al-Sahaf, orientalische Narrenfreiheit
zugestehen. Seine »Informationen«, wonach die Eindringlinge Selbstmord begehen und sich wie eine Fata Morgana in Wohlgefallen auflösen würden, konnte er als hauptsächlich das arabische Publikum ansprechende Märchenstunde aus 1001 Nacht abtun -- oder als mittelöstliche Sitcom genießen.

Allerdings sollte man annehmen können, dass sich demokratische Regierungen im Umgang mit der Wahrheit in Erklärungen gegenüber ihren Bürgern und der »Weltöffentlichkeit« von Diktaturen unterscheiden. Doch offenbar waren die Differenzen zwischen der Rhetorik und Demagogie der hastig und stümperhaft zusammengeschusterten »Koalition der Willigen« und den Wort- und Manipulationskünsten des irakischen Terror-Regimes nicht sonderlich groß. Obwohl erstere vorgab. eben gerade für Freiheit und Demokratie zu kämpfen. Das fing schon damit an, dass die ganze Unternehmung »Operation Iraqi Freedom« mit dem Schwindel begründet wurde, eine Entwaffnung auf Grundlage der UN-Resolutionen umsetzen zu wollen. Das legendäre irakische Arsenal an Massenvernichtungswaffen musste schließlich -- schon allein aus »bürokratischem« Räsonnement der US-Regierung-- als wichtigster Kriegsgrund herhalten. Dabei lagen die hauptsächlichen Interessen der USA vor allem in der Stärkung der militärisch-imperialen Präsenz im ölreichen Nahen und Mittleren Osten – und in der symbolischen »Wiedergutmachung «der Anschläge auf New York und Washington.

Mit der Einigung auf die WMD, die im Kriegsdiskurs 2002/03 unvermeidbaren »Massenhysteriewaffen« alias »Weapons of Mass Destruction« , bürdeten sich die amerikanischen und britischen Kriegsverkäufer jedoch ein tonnenschweres, nicht gerade leicht dressierbares Biest auf. Vor allem der britische Ministerpräsident Tony Blair tat sich dabei mit hoch gegriffenen, nach dringendem Einschreiten schreienden Ansagen hervor. Saddam Husseins »Militärplanung lässt es zu, dass einige der Massenvernichtungswaffen innerhalb von 45 Minuten zum Einsatz bereit sind«, hieß es etwa in einem im September 2002 von seiner Regierung veröffentlichten Dokument über das Waffenarsenal der Iraker.

 

Aufgekochte Bedrohungsszenarien

»Aufgesext«, »sexier gemacht« worden (»sexed up«) sei das Dossier, wollte die öffentlich-rechtliche BBC ein drei viertel Jahr später von einem Regierungsexperten erfahren haben. Wenige Wochen danach nimmt sich David Kelly, einer von Blairs Biowaffenexperten, unter mysteriösen Umständen das Leben. Der späte »Kollateralschaden« zieht Kreise: Die BBC gestand wider die ehernen Regeln des professionellen Journalismus ein, dass Kelly ihr als wichtigste Quelle für den Bericht gedient hatte. Sie sah sich daraufhin ihrerseits in der Kritik, Kellys Worte aufgebauscht zu haben. Blair, sein für den WMD-Bericht mit verantwortlicher »Chef für Strategie und Kommunikation«, Alastair Campbell, sowie Verteidigungsminister Geoff Hoon mussten um ihre Positionen kämpfen. Der Westminster Regierungsapparat hat sich mit der Einsetzung der Hutton-Kommission einer öffentlichen Durchleuchtung von wohl noch nie da gewesener Dimension unterworfen. Auf dem Prüfstand stehen die politische und journalistische Kultur Großbritanniens, die Exekutive und ihr Wachhund. Beide Seiten mussten Federn lassen.

Einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit hatte die britische Regierungsspitze bereits im Februar 2003 mit der Vorlage eines weiteren WMD-Dossiers verloren, mit dem Blair eigentlich der Öffentlichkeit noch einmal die von Saddam Hussein ausgehende Bedrohung kompakt vor Augen halten wollte. Das anscheinend mehr von Campbell als vom britischen MI6 zusammengestellte Werk entpuppte sich jedoch rasch als plumpes Plagiat und Täuschungsversuch: das angeblich »aktuelle« Bedrohungsszenario war seitenweise von einer Analyse eines kalifornischen Jungakademikers abgeschrieben, der sich mit dem historischen Arsenal an Waffenvernichtungswaffen in irakischen Händen auseinander gesetzt hatte (Stand der Forschungsergebnisse: Anfang der 1990er).

Bush übernahm trotzdem Behauptungen aus dem »dogdy dossier«, dem zweifelhaften Machwerk britischer Spione und Spin-Doktoren, sowie dessen Vorgänger in seine Rede an die Nation im Januar 2003, der traditionell wichtigsten Regierungserklärung im amerikanischen Jahreskalender. Er berief er sich auf die vermeintlichen britischen Aufklärer, um Saddam Hussein ein aktives WMD-Programm vorzuhalten. Eine Behauptung in 16 Worten, die Bushs demokratischen Mitherausforderer Howard Dean sechs Monate später – als im Irak bereits der Guerilla- Krieg gegen US-Soldaten in vollem Gang ist – zu 16 Fragen an den Präsidenten veranlassten. Darin dreht sich alles um die heikle Art und Weise, mit der Bush die Amerikaner in den Krieg führte. Es gehe um die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit der USA in der Welt, betonte Dean die Dringlichkeit seiner öffentlichen Anfrage. Seine Partei ging gleichzeitig mit Fernsehspots gegen Bushs Falschaussage vor: »Die CIA wusste es. Das Außenministerium wusste es. Das Weiße Haus wusste es. Sie haben es uns trotzdem erzählt.«

Dabei hatten sich selbst Experten aus dem Geheimdienstumfeld wie der ehemalige Chef der Gegenaufklärung der CIA, Vincent Cannistraro, bereits im Oktober 2002 darüber gewundert, was für »aufgekochte Informationen ihren Weg in die Ankündigungen von höchster Ebene finden« . Die vor dem Krieg präsentierten »Erkenntnisse« über irakische Lager von ABC-Waffen seien „auf beunruhigende Art und Weise unvollständig“ gewesen, ärgerte sich General John Abizaid im Juni 2003 dann vor dem Senat in Washington. Wenige Tage zuvor hatte ein Mitarbeiter der Geheimdienstabteilung des Pentagon gegenüber der New York Times angegeben, dass die Bush-Administration »die Öffentlichkeit angelogen hat, um die Unterstützung für ihren Angriff auf den Irak zu erhalten«. Mitte Juli vermeldete das Hausblatt der amerikanischen Elite, dass die für die Kriegsrechtfertigung hauptsächlich genutzten Informationen »oberflächlich« (»sketchy«) gewesen seien, wie hochrangige Regierungsvertreter nach Monaten vergeblicher Suche nach den erwarteten Waffenlagern zugegeben hätten. Schon nachdem die UN-Inspekteure 1998 das Land verlassen hatten, seien die Spione gleichsam blind gewesen und hätten kaum neue Erkenntnisse über Saddam Husseins Auf- oder Abrüstung gewonnen.

Das Weiße Haus und die CIA reagierten auf die Anschuldigungen, die Öffentlichkeit bewusst getäuscht zu haben, mit einem weiteren klassischen Verfahren aus dem Repertoire der Spin-Doktoren und Propagandisten: Die Schuld für die Falschinformationen wurde hin und her geschoben, bis anscheinend das »richtige«, dem Volk präsentierbare Opfer gefunden wurde. So übernahm im Juli 2003 zunächst just CIA-Chef George Tenet, der ein halbes Jahr zuvor noch dafür gesorgt hatte, dass die Atombombentheorie aus einer früheren Rede Bushs gestrichen wurde, die Verantwortung für den herben Schnitzer in der Ansprache an die Nation. Wenig später bekannte sich dann plötzlich der stellvertretende Sicherheitsberater des US-Präsidenten, Stephen Hadley, für schuldig. Er habe die Warnungen Tenets vor den nicht haltbaren Behauptungen über Uran-Käufe wohl schon wieder vergessen gehabt, hieß es. Eine Form der Schadensbegrenzung, der die Unglaubwürdigkeit in jedes Wort geschrieben steht. Auch wenn Bush auf einer seiner seltenen Pressekonferenzen Ende Juli 2003 wissen ließ, dass er natürlich letztlich selbst für das verantwortlich sei, was er sage.

Streckenweise gerieten die berüchtigten WMDs nach dem vorübergehenden Einstellen der Kampfhandlungen von US-Seite aus gar zum Anthrax von gestern, da ie sich im Gegensatz zu zahlreichen, auf das Konto Saddam Husseins gehender Massengräber einfach nicht zu Erkennen gaben. Der Krieg sei eh gerechtfertigt gewesen, da er ein Terror-Regime beendet hätte, lautete die Devise. Doch gibt es zu viele grausame Diktatoren auf Erden, als dass sich die Sache damit zu den Akten legen ließe. Zu stark hatte die Bush-Administration auch ihre Begründung für den
von der Uno nicht abgesegneten Waffengang auf das gegenwärtige Bedrohungspotenzial des Herrschers von Bagdad abgestellt. So verliehen die amerikanischen und britischen Regierungsteams lieber weiter ihrer Hoffnung Ausdruck, doch noch die vermissten Tonnen-- oder zumindest Gramm -- Giftgas, Krankheitserreger oder Uranmaterial für Atombomben zu finden.

Es waren nicht nur die großen Irreführungen der demokratischen Öffentlichkeiten, in denen sich der Irak-Krieg bzw. seine Vor- und Nachbereitung erneut als stilbildend in Propagandafragen erwies. Da waren auch die kleinen Lügen, die Vertrauensvorschüsse in die gewählten Regierungen auffraßen. Mitten im Krieg etwa, als Blair die Gräuelgeschichte auftischte, britische Soldaten seien von irakischen Truppen »hingerichtet« worden. Der Londoner Mirror veröffentliche dagegen die verwunderte Aussage von Nina Allsopp, der Schwester von einem der angeblich exekutierten Kämpfer: Der Vorgesetzte ihres Bruders habe ihr versichert, dass dieser nicht hingerichtet, sondern bei einem Angriff aus dem Hinterhalt getötet worden sei. Es gebe keine absolute Gewissheit über die Todesumstände der beiden Soldaten, ruderte Blairs Presseamt daraufhin leicht zurück.

 

Amerikas Helden

Der Nebel des Krieges, der Politikern oft gar nicht so ungelegen kommt, hatte sich auch über eine weitere vermeintliche Heldengeschichte gelegt -- diesmal vom Pentagon lanciert. Die 19-jährige Gefreite Jessica Lynch, eine süße Barbie-Blondine, war am 23. März verletzt in irakische Kriegsgefangenschaft geraten, nachdem ihre Versorgungseinheit in der Nähe von Nassirijah falsch abgebogen und in einen Hinterhalt gekommen war. Anfang April befreiten Spezialeinheiten der US-Armee die im Saddam-Hospital der Stadt untergebrachte Amerikanerin. Was für sich stehend in einer Zeit, die vom stockenden Vormarsch und von Bildern gefangener US-Soldaten geprägt war, bereits eine schöne, patriotische Geschichte unterm Sternenbanner hätte darstellen können, wurde vom Pentagon und ihm eng verbundenen Medien zu einer dramatischen Befreiungsstory erweitert.

»Amerika lässt seine Helden nicht allein. Und es gibt andere Helden, die auf unsere Befreiung warten«, hatte Jim Wilkinson, Sprecher des Zentralkommandos in Katar, zunächst in einem CNN-Interview, nicht ohne Pathos die Nacht-und-Nebel-Aktion kommentiert. Um dem Hunger der Medien nach Mythen zusätzlich Nahrung zu geben, reicherte ein Mitarbeiter der Pressestelle des Pentagon die Rettungsaktion auf der Website »Defend America« noch einmal um einige dramatische Details und viel uman Touch an. Demnach habe ein irakischer Familienvater die Informationen über den Verbleib der jungen Jessica an einen US-Stützpunkt weitergegeben -- und so für deren Rettung »alles riskiert«.

Die Boulevard-Version des amerikanischen Verteidigungsministeriums entsprach allerdings nicht der Wahrheit: Wie CNN knapp zwei Wochen später unter Berufung auf die üblichen anonymen Regierungsquellen berichtete, sei der vermeintlich ehrenhafte Informant lediglich ein für die CIA arbeitender und vom Geheimdienst bezahlter Iraker gewesen. Auch von Feuergefechten, die Militärsprechern zufolge das Betreten und Verlassen des Krankenhauses durch die US-Truppen begleiteten, könne wohl nicht ernsthaft die Rede sein, da im Spital nur noch die Belegschaft ohne jegliches Militär Nachtwache gehalten habe.

Die Washington Post sah sich daraufhin gezwungen, in mehreren Artikeln ihre eigenen Berichte zurechtzurücken: So hatte das Blatt, das der Regierung im Irak-Krieg nicht nur räumlich nahe stand, anfangs zunächst den heroischen Widerstand der Gefreiten ( »Sie kämpfte ums Überleben«) gefeiert. Mitte Juni 2003 brachten drei Post-Redakteure dann aber eine umfangreiche Korrekturgeschichte auf Seite 1, in der sie unter anderem die Verletzungen Lynchs auf einen Verkehrsunfall bei der
Gefangennahme im irakischen Hinterhalt zurückführten. Die zunächst gedichteten, eher aus den Drehbüchern Hollywoods als aus der tristen Kriegsrealität stammenden Heldenmärchen hatten zu diesem Zeitpunkt allerdings schon ihre beabsichtigte Wirkung entfaltet: Sie waren im wahrsten Sinne des Wortes ein Befreiungsschlag für die US-Truppen und die an der Heimatfront verbliebenen Amerikaner, die von den zuvor gemeldeten Misserfolgen und Sandstürmen die Nase voll hatten und eine moralische Unterstützung durch die psychologische Operation des Pentagons dringend benötigten. Die »Saving Private Lynch«-Erzählungen markierten letztlich den Wendepunkt im Krieg gegen das irakische Regime, da danach für die anglo-amerikanischen Verbände zunächst wieder fast alles wie am Schnürchen lief.

 


In die Irre geführt

Zwielichtige Offenbarungen, gezielte Falschmeldungen, große und kleine Lügen, PSYOP (psychologische Operationen) und Propaganda kennzeichneten so in noch nie erlebter Form und Massivität die Zeit des wiederholten Golfkriegs. »In Sachen Irak neigt die Bush-Administration nicht zur zweckmäßigen Gelegenheitslüge«, schreibt Christopher Scheer im Webmagazin AlterNet. »Tatsächlich hat sie fast nie die Wahrheit gesagt.« Mit Hilfe einer Rhetorik, die in ihrem zugrunde liegenden simplizistischen, dualistischen Weltbild an den Kalten Krieg und die Reagan-Ära erinnerte, dämonisierten Blair und Bush ihren ausgemachten Gegner, rührten permanent die Kriegstrommeln unter Anspielung auf alte Ängste und stimmten so die Bevölkerung auf den erweiterten »Krieg gegen den Terror« ein. »Es ergibt sich ein Muster«, konstatiert Nicholas Kristof in der New York Times anhand aufgebauschter Geschichten über Massenvernichtungswaffen, wohl inszenierter Helden-Storys und zweifelhafter Berichte über Aufstände in südirakischen Städten: »Wir wurden in die Irre geführt.«

Damit stellt sich eine brisante politische Frage: Bestehen die seit der Aufklärung beschworenen Unterschiede zwischen Demokratien und Diktaturen in puncto Propaganda, Täuschung und Lüge nur noch darin, dass in ersteren eine mehr oder weniger freie Presse theoretisch den Führern auf die Finger schauen und die gerade in Krisensituationen allseits geworfenen Nebelkerzen eben als solche brandmarken kann? Wie stark können vom Volk gewählte Regierungsvertreter Fakten verdrehen, ohne das System ad absurdum zu führen? Kommentatoren in den Medien sehen den Bogen jedenfalls überspannt: »Eine Demokratie, die für sich in Anspruch nimmt, das moralisch Gute in der Welt zu vertreten, kann sich eine solche Politik, die es mit der Wahrheit nicht genau nimmt, schlicht nicht leisten«, befand Andreas Oldag in der Süddeutschen Zeitung vom 9. Juli 2003. Ähnlich sieht die Sache Ronda Hauben in Telepolis: »Einen Krieg gegen eine souveräne Nation aufgrund gefälschter Behauptungen und verfälschter Darstellungen zu beginnen, wie sie hinsichtlich der Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak vorgebracht wurden, stellt den
demokratischen Prozess in Frage.« Angefeuert wurde die Empörung durch den Umgang mit der UNO, welche Blair und Bush zunächst eine völkerrechtliche Absicherung des Kriegs geben sollte, dann aber doch links liegen gelassen wurde.

Interessant ist auch die Frage, ob die mit der Regierungs- und Militärpropaganda konfrontierte Presse die mit der Wahrheit immer wieder auf Kriegsfuß stehenden Politiker überhaupt bremsen kann oder will. Prinzipiell wird den (Massen-)Medien eine Kontrollfunktion zugeschrieben. Sie gelten als »Vierte Gewalt« im demokratischen System der Checks and Balances. Journalisten sollen demnach als Wachhunde (»watchdogs«) fungieren. Doch häufig sind sie nichts weiter als zahme
Schoßhunde und enden als Bettvorleger im Weißen Haus und anderen Regierungszentralen. Bestes Beispiel ist Bob Woodward, der als Washingtoner Polizeireporter zunächst mehr oder weniger zufällig die Watergate-Affäre mit ins Rollen und Richard Nixon mit zu Fall brachte. Ein investigativer Journalist war und wurde der Reporter trotz dieses »Ausrutschers« nie. Im Gegenteil: Nach dem 11. September ließ er sich von Bush mehr oder weniger als Haus- und Hofautor »anstellen« und auf der Präsidentenranch »einbetten«. So half er mit, das bei »schnüffelnden« Kollegen verpönte Prinzip des auf Herrschers Gnaden beruhenden »Access-Journalismus« auf die Spitze zu treiben. Heraus kam »Bush at War«, ein Protokoll der ersten 100 Tage nach den Terroranschlägen auf das World Trade
Center und das Pentagon aus der Sicht des obersten Kriegsfürsten. Kritik am Regierungskurs ist dabei selbstredend Fehlanzeige. Die Aufgabe der eigenen Meinung hatte sich Woodward schließlich mit der Nähe zur Macht erkauft.

Markenzeichen der Kriegsberichterstattung während des Wüstenzugs waren die embedded journalists -- neben der gut sitzenden Föhnwellenfrisur und den frisch-farbigen, gesteiften Blusen der RTL-Korrespondentin Antonia Rados inmitten der staubigen Straßen Bagdads. Von den in die amerikanischen Truppen zu Wasser und zu Lande Eingebetteten, die gemeinsam mit den Soldaten schwitzten, schliefen und schossen (die einen mit der Kamera, die anderen mit Gewehr und Raketen), waren von vornherein keine Glanzleistungen im kritischen Journalismus zu erwarten. Denn wer den Krieg aus der Augenhöhe des Panzer-Stahlrohrs wahrnimmt, dem geht der Blick für das Ganze leicht verloren. Und wer fürs eigene Überleben auf die ihn umgebenden menschlichen Kampfmaschinen angewiesen ist, wird ihnen wohl kaum einen Beitrag später Mikrofon oder Bleistift in den Rücken rammen. Allein von den eingebetteten Print-Journalisten, die mit etwas mehr räumlicher und zeitlicher Distanz an die Arbeit gehen konnten, gab es vereinzelt selbstreflektive oder gar kriegskritische Töne zu hören.

 

Projektionsmaschine Internet

Da sich die traditionellen Massenmedien meist der meisterhaften Propaganda-Inszenierung des Pentagons und des Weißen Hauses ergaben oder -- wie der zum Imperium des australisch-amerikanischen Medienmoguls Richard Murdoch gehörende US-Sender Fox News – bewusst in den Modus »Patrioten-TV« ohne jeglichen Anspruch an professionelle Objektivität verfielen, richteten sich im Irak-Krieg noch stärker als im Kosovo-Konflikt viele Augen auf das Internet. Gilt es doch als Hort der freien Meinungsäußerung, in dem sich auch vom allgemeinen Diskurs abweichende Informationen und Stimmen finden lassen. Das Netz der Netze hat -- historisch betrachtet -- zunächst jedoch selbst einen »negativen Kriegshorizont«: Wie bei so vielen Kommunikationstechniken zuvor, gaben militärische Überlegungen mit den Anstoß zu seiner Gründung. Die ersten Ideen für das spätere Internet wurden zur Zeit des Kalten Krieges entwickelt und von der Defense Advanced Research Project Agency (DARPA), einem der wichtigsten Forschungszentren des US-Verteidigungsministeriums, vorangetrieben. Ziel war es, eine redundant aufgebaute, dezentrale und damit schwerer durch Attacken von außen in die Knie zu zwingende Kommunikationsstruktur zu erhalten. In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit verschwand der militärische Hintergrund beim Internet aber genauso schnell wie bei der Kamera, dem Rundfunk oder dem Computer, als es in die »harmlose Unterhaltungssphäre« der zivilen Welt entlassen wurde. Die militärische Entstehungsgeschichte hatte sich damit weitgehend erledigt, »negiert«.

Heute gilt das Netz als das Universalmedium schlechthin. »Das Internet ist gleichzeitig eine weltweite Rundfunkmöglichkeit, ein Mechanismus für die Informationsverbreitung und ein Medium für die Zusammenarbeit und Interaktion zwischen Individuen und ihren Computern ohne Bezug auf geographische Örtlichkeiten«, fassen die Autoren einer der vielen »kurzen Geschichten des Internet« die mit dem neuen Medium einhergehende »bislang ungekannte Integration« von Nutzungsaspekten zusammen. Die technischen Charakteristika des Netzes -- seine Dezentralität, seine Verzweigtheit und die Möglichkeit, sowohl Daten zu senden wie auch zu empfangen -- haben von Anfang an zahlreichen Hoffnungen und Mythen Nahrung gegeben. Technik -- und vor allem die je
neueste Technik -- ist zwar schon immer Gegenstand von Träumen, Wünschen und Projektionen gewesen (Debatin 1997). Ungezählt sind so die Geschichten vom Homunkulus über den künstlich-intelligenten Roboter bis hin zum Cyborg. In der politischen Deutung wurden neue Medien auch schon immer gern als Demokratieverstärker gefeiert, man denke nur an Brechts Radiotheorie. Doch das
Internet generierte zunächst einen solchen Hype, dass sich die früheren Begeisterungswellen von Zeitgenossen des Telegraphen oder des Radios dagegen fast als Realismus ausnahmen. Tausende gescheiterte Unternehmer und Selbstdarsteller der »New Economy« können davon ein Lied singen.

Die für dieses Buch relevanten Hoffnungen auf das Potenzial des Internets liegen vor allem im Traum von der Entstehung einer »elektronischen Agora«, wie er am aufmerksamkeitsstärksten vom ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore beispielsweise 1994 in einer Rede vor der International Telecommunications Union (ITU) in Buenos Aires vertreten wurden. Der »Information Superhighway« beseitigt in Gores Vision alle großen sozialen Ungleichheiten der Welt und führt durch seine partizipatorischen und egalitären Strukturen zu einer Wiederbelebung der
freiheitlichen Demokratie. Mit hinein spielt der in der Netzgemeinde noch immer gern gepflegte Mythos von der Unzensierbarkeit des Netzes. Eine wichtige Bedingung für die elektronische Agora bildet auch die übers Netz mögliche Informationsversorgung aus unzähligen, unterschiedlichsten, mal persönlichen und unabhängigen, mal institutionellen und offiziellen Quellen, die endlich den intellektuell gut gerüsteten Bürger schaffen könnte. Insgesamt soll eine freie und aufgeklärte Meinungs- und Willensbildung der »Netizens« und damit eine bessere, mehr Anteile der direkten Demokratie aufweisende Regierungsform möglich werden.

 

Restart: Netzdialoge

Diese Egalitäts- und Gleichheitstheorie im Netz hat ihre philosophische Ausformulierung bereits bei Vilém Flusser gefunden, obwohl dieser das Internet selbst nicht mehr richtig kennen gelernt hat. Der Vordenker spricht in seiner »Kommunikologie« einerseits von den »amphitheatralischen Diskursen«, in denen er die »magische Gewalt« der Massenmedien begründet sieht (1998). Ihnen stellt er die »Netzdialoge« gegenüber, die »auf authentische Weise demokratisch« seien und »einer messianisierenden Politik« dienen könnten. Das Charakteristische an der Netzstruktur sei nämlich, dass »jeder Partner des Dialogs mit jedem anderen verbunden ist, also ›du‹ zu ihm sagen kann«. Interessanterweise hatte Flusser selbst dabei die »Grundnetze« der menschlichen Kommunikation, also zum Beispiel das Gerede, die Plauderei oder die Verbreitung von Gerüchten im Auge -- keinesfalls das von ihm nicht genutzte Internet. Seine Visionen lassen sich aber direkt auf so manchen späteren, basisdemokratischen Diskurs über das Netz übertragen und dienten diesen sicher auch mit als Vorlage. Flussers Forderung nach der »Umprogrammierung« der Kommunikationsstrukturen und Apparate scheint jedenfalls mit dem Internet teilweise in Gang gekommen zu sein. Andrew Shapiro (1999) etwa beschreibt ähnlich wie zahlreiche Beobachter Ende der 1990er die »Kontroll-Revolution«, die mit dem Umstellen auf die Netzdialoge einhergeht.

Der echte Wandel, der vom Internet ausgelöst wird, dürfte tatsächlich eine Kontroll-Revolution darstellen, eine gewaltige Transformation der Beziehungen, wer Informationen, Erfahrungen und Ressourcen ü berwacht. Es sieht verstärkt so aus, als ob wir das tun werden. [...] Wir leben in einer Zeit, in der viele Autoritätsfiguren ihren Status verlieren: Gesetzgeber und andere Regierungsvertreter, Berufsjournalisten, Mittelsmänner im Handel oder Ausbilder. Hierarchien zerfallen. Gatekeeper werden übergangen. Macht wird an die »Endnutzer« übertragen.

Auch wenn in solchen Formulierungen der Netz-Romantizismus aus den Tagen der großen »Cyberhypes« (Maresch/Rötzer 2001) mitschwingt, so hat das Netz doch bereits Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verändert. »Indem es die wirkliche Welt einklammert, erlaubt uns das Internet das überaus produktive Ineinanderspielen von Stimmen in ihrer eigenen Heterogenität zu sehen. Das Internet hat dieses Potenzial, weil es Stimmen zu Gehör bringt, die in der gegenwärtigen Gesellschaft gedämpft oder zum Schweigen verurteilt werden.« So ermöglicht die Zugangs- und Verbreitungsoffenheit des Netzes »auch neuen Akteuren, sich in der ›politischen Netzöffentlichkeit‹ zu etablieren und zu positionieren« (Bieber 1999). Die demokratische Arena weitet sich, bietet »Electro-Hippies« oder sonstigen Netzaktivisten Raum für Proteste oder Parodien und nimmt teilweise die Funktion einer Gegenöffentlichkeit zur traditionell über die Massenmedien hergestellten Öffentlichkeit ein, auch wenn diese nach wie vor den Blickpunkt vieler noch nicht Angeschlossener auf das Internet bestimmen und angesichts einer viel beschworenen »digitalen Spaltung« der Gesellschaft in »User« und »Loser« von der Gewährleistung einer informationellen Grundversorgung nach wie vor nicht gesprochen werden kann.

Als konkrete Kommunikationsbahnen, die an Flussers Vorstellung der Netzdialoge am ehesten noch heranreichen, haben sich vor allem Mailinglisten sowie die noch jüngeren und wenig erforschten Weblogs herauskristallisiert. Erstere setzen auf der interpersonellen Kommunikationsform der E-Mail auf und verwandeln sie in ein Medium der »Massenkommunikation« , indem die elektronische Nachricht an einen offenen oder geschlossenen Verteiler mit einer allerdings vorbestimmten Empfängerzahl geschickt wird. Auf diese Weise können »Netzwerke im Netzwerk« entstehen, virtuelle Gemeinschaften, die abgegrenzte Foren im auseinander laufenden Cyberspace bilden. Ich werde im Weiteren in diesem Bereich vor allem die Kommunikation auf nettime, einer der einflussreichsten »Intellektuellen-Liste« im Netzraum, während des Kosovo- und des Irak-Kriegs untersuchen.

 

Die »zweite Supermacht«

Besondere Aufmerksamkeit der alten Medien und ihrer Pendants im Internet haben während des Irak-Kriegs die Weblogs allgemein und Warblogs im Besonderen erfahren. Hervorgerufen haben das große Interesse an den Wiedergeburten des guten alten Tagebuchs mit elektronisch-informationsfreakigen Mitteln hauptsächlich die Aufzeichnungen des irakischen Bloggers mit dem Pseudonym »Salam Pax«, der als Einheimischer direkt aus Bagdad Irrungen und Wirrungen in der vom Bombenhagel
bedrohten Stadt an den Ufern des Euphrat und Tigris einer eingeschworenen Fangemeinde vor Augen führte. Freunde machte sich der Netzchronist des Bagdader Alltags, der seine wahre Identität bis heute geheim hält, dank seiner weitgehend neutralen, unabhängigen Sicht der Dinge sowohl bei Befürwortern als auch bei Gegnern des Wüstenfeldzugs. Er sei Niemands Propagandawerkzeug, nur sein eigenes, schrieb der den Frieden arabisch wie lateinisch im Wort führende Autor einmal. Damit kam er dem »Heiligen Gral« der Kriegsberichterstattung, dem authentischen und nicht auf Desinformation abgerichteten Beobachter, sehr nahe und wurde dementsprechend häufig in der gesamten Medienwelt -- online wie offline -- gefeatured.

Insgesamt galt die Blogosphäre, wie die eifrigen Logbuchschreiber ihren Informations- und Interaktionsraum im Web selbst bezeichnen, gerade auch vielen deutschen Kommentatoren als Refugium der linken Kriegskritik und des Gegendiskurses. Dabei wurde nur übersehen, dass die meistgelesenen Blogger zu den amerikanischen und britischen Konservativen zählen und durchaus eine recht eigene, wenig an Objektivitätsstandards ausgerichtete Sicht auf die Dinge in ihren Aufzeichnungen zur Schau stellen. Dennoch machte selbst ein Forscher vom Berkman Center for Internet & Society der Harvard University, James Moore, mitten im Irak-Krieg die Blogs neben vernetzten Aktivistengruppen, Friedensbewegten und internationalen Organisationen als wichtigen Bestandteil der »zweiten Supermacht« aus, die im Netz ihr »wunderschönes Haupt« erhebe und sich gegen die imperialen Ansprüche der »ersten Supermacht«, der USA, stelle13. Kein Wunder, dass der Beitrag sich wie ein Computervirus in der Blogosphäre ausbreitete und sofort heftige Diskussionen in der politisch interessierten Netzwelt -- mit Verspätung auch auf Mailinglisten wie nettime und auf den Medienseiten von Zeitungen -- auslöste.

 

Analysen statt Buzzwords

Inwieweit tatsächlich von einer sich in Netzdialogen manifestierenden neuen Weltmacht gesprochen werden kann und inwiefern diese beim Durchbrechen des Nebels des Kriegs und der auch für demokratische Staatenlenker immer selbstverständlicher werdenden Propaganda helfen können, wird im Folgenden zu klären sein. Dazu eignen sich am besten Kommunikationsanalysen, wobei der Schwerpunkt auf Vergleichen der Diskurse in Mailinglisten wie nettime und ausgesuchten, viel gelesenen Weblogs auf der einen Seite sowie der linksliberalen, in Deutschland viel gelesenen und respektierten Süddeutschen Zeitung und der New York Times als einem weltweit Meinung machenden Medium auf der anderen Seite liegt. Betrachtet werden sowohl Thematisierung des Kosovo-Kriegs, der vielfach als »erster Konflikt im Internet-Zeitalter« beschrieben wurde, als auch des Irak-Kriegs, während dessen Verlauf das Netz für viele Nutzer bereits zum festen Bestandteil des täglichen Medienmixes geworden war.

Zuvor gilt es, die Verstrickungen von Medien, Krieg und Propaganda, die mit der systematischen Einbettung von Reportern in Truppeneinheiten ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat, zu beleuchten. Ist die Presse in bisherigen Konflikten ihrer demokratischen Watchdog-Rolle gerecht geworden? Was kann sich durch das Internet potenziell ändern und wie werden die theoretischen Möglichkeiten des Informationssammelns und -bewertens praktisch umgesetzt und genutzt? Welche Funktion hat das Netz im Infowar, einem Begriff, der oft in einem Atemzug mit »Propaganda« genannt wird, aber noch weitere Bedeutungen umfasst. Wo lassen sich ferner Schlagwörter wie »Cyberwar« oder »Hackerkrieg« einordnen? Gibt es Anzeichen in den Auseinandersetzungen um das Kosovo und um den Irak, welche die These einer weiteren Virtualisierung des Kriegs rechtfertigen würden?

Nicht außer Acht gelassen werden darf auch, dass das noch junge Universalmedium Internet mit dem neuen Irak-Krieg wieder an seine militärischen Anfangshorizonte zurückgekehrt ist. GCCS oder liebevoll »Geeks« hieß das Global Command and Control System, das sich Oberbefehlshaber Tommy Franks in die Wüste Katars bauen ließ. 65 Server sammelten die Bewegungen und Aufzeichnungen von Panzern, Flugzeugen, Schiffen, kamerabestückten Drohnen und Soldaten im Feld und stellten sie in einem digitalen Kriegstheater dar. Network-centric Warfare lautet das Stichwort für diese jüngste Variante des Infokriegs, in dem jede Einheit mit Laptop oder PDA Kontakt zum »großen Ganzen« hat -- solange die Batterien reichen und der Sandsturm die elektronischen Kontakte nicht erreicht. In eine -- nach der jahrelangen Beschwörung der Revolution in Military Affairs – zwar nicht ganz neue, aber dafür erstmals teilweise umgesetzte »Rumsfeld-Doktrin« hat der Oberfalke im Pentagon diese netzgestützte Kriegsführung gegossen: Weniger Truppen sollen damit kräftiger und überraschender zupacken und so die in der Nationalen Sicherheitsstrategie der Bush-Administration festgehaltene neokonservative Vision der »präventiven Schläge« umsetzen können. Doch damit ließe sich ein weiteres Buch füllen.

Text ohne Fußnoten

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