2009-07-20

Diplomatenblatt wirbt f�r Cyber-Mobilisierung

--- Ungew�hnliche T�ne aus einem Diplomatenblatt:
Berliner Think-Tanks fordern die Nutzung �ffentlicher Internetforen zum Zweck staatlicher Propaganda und Subversion. Virtuelle Plattformen, �ber die Millionen Menschen weltweit kommunizieren, k�nnten als "Instrumente der Rebellion" gegen missliebige Regimes eingesetzt werden, hei�t es in der Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft f�r Ausw�rtige Politik. Voraussetzung hierf�r sei es, die "Debattenhoheit" in den entsprechenden Medien zu erringen; dies erm�gliche dann auch gezielte Unterst�tzung f�r die expansionistischen Ma�nahmen der Berliner Au�enpolitik. Gleichzeitig warnt die Zeitschrift vor den Gefahren einer staatlich unerw�nschten Mobilisierung von Menschen via Internet. F�r den Fall, dass sich "virtuelle Netzwerke" der Kontrolle entz�gen, seien - hei�t es - wirksame "Gegenstrategien" zu entwickeln. Wie die Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft f�r Ausw�rtige Politik ("Internationale Politik") in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt, lassen sich Web 2.0-Foren wie Facebook, MySpace, YouTube oder Twitter f�r "professionelle politische Kampagnen" einsetzen. Insbesondere in den L�ndern der sogenannten Dritten Welt entfalteten die neuartigen Kommunikationsmedien "eine beeindruckende Wirkung", hei�t es. Als Beispiele werden via Facebook organisierte Protestaktionen gegen die Regierungen des Iran, Zimbabwes und �gyptens angef�hrt, aber auch Mobilisierungen gegen die marxistische Guerillabewegung FARC in Kolumbien. Konkret genannt werden die iranische Pr�sidentschaftswahl 2009 und die Wahlen in Zimbabwe 2008.

Wie die "Internationale Politik" weiter ausf�hrt, m�sse man die genannten Internetplattformen als "Werkzeug" f�r "die ins Ausland gerichtete Public Diplomacy" nutzen. Insbesondere aus Menschen, die in den "Krisenregionen" der Welt lebten, k�nne man auf diese Weise "aktive Akteure" im Sinne der deutschen Au�enpolitik machen. Die Bev�lkerungen fremder Staaten lie�en sich nicht nur als Aktivisten nutzen, sondern auch als Zutr�ger strategisch relevanter Informationen, hei�t es: Das in den "Web 2.0-Communities" weltweit akkumulierte "kreative Potenzial" lasse sich nicht nur von transnational agierenden Unternehmen, sondern auch von der deutschen Politik gewinnbringend "absch�pfen".
Der Kampf um die Interpretationshoheit im Cyberspace ist in vollem Gange.

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