2008-05-07

Tui: PR-Berater kassieren

--- Wird die Tui zerschlagen? Muss Tui-Chef Micael Frenzel seinen Stuhl r�umen? �bernimmt der rusische Gro�aktion�r Mordaschow das Ruder oder gar der St�renfried John Fredriksen, Gro�aktion�r aus Norwegen? Die vergangenen Wochen ging es in der Presse hei� her, um Licht ins Dunkel um die Zukunft des Touristik- und Schifffahrtskonzerns zu bringen. Heute ist die Hauptvesammlung, Zeit f�r den Showdown also. Zeit auch f�r das , die Arbeit der PR-Berater und Spindoktoren etwas n�her zu beleuchten.

Wohl selten in der deutschen Unternehmensgeschichte hat ein einzelner Konzern in so kurzer Zeit f�r so viele Tageshonorare und Spesenabrechnungen von Spin-Doktoren gesorgt wie Tui. Zwar besch�ftigt Tui in Hannover selbst eine gut ausgestattete �ffentlichkeitsabteilung. F�r den Abwehrkampf gegen Fredriksen, der Tui aufspalten will, leistet sich das Unternehmen aber eine der teuersten PR-Agenturen der Republik: Hering Schuppener.

Doch auch die Gegenseite spart nicht. Fredriksen l�sst neben Investmentbankern aus London auch die international t�tige "Strategieberatung f�r Kommunikation" Brunswick f�r sich arbeiten. Die Spezialisten sind seit Wochen im Hintergrund aktiv; heute fr�h werden sie den anreisenden Aktion�ren schon vor Betreten des Congress Centrums in Hannover "Infopakete" in die H�nde dr�cken - nur f�r den Fall, dass jemand nach dem medialen Dauerfeuer der vergangenen Tage noch nicht mitbekommen hat, wie schlecht Fredriksen die Leistung von Frenzel bewertet und wie dringend er selbst in den Aufsichtsrat m�chte. F�r neun Uhr hat Brunswick auch zu einem Round-Table- Gespr�ch f�r Journalisten eingeladen, an dem auch Fredriksen, der gr��te Tui-Einzelaktion�r, teilnimmt.


Ihr Dasein bestimmt nat�rlich die Arbeit der Journalisten, die jeden Tag "beatmet" werden, wie die Einflussnahme und das Aspekte-Management gerne genannt wird.

Wer den zweitgr��ten Tui-Aktion�r, den Russen Alexej Mordaschow, sprechen will, ruft nicht etwa in Moskau an, sondern in M�nchen. Dort hat Mordaschow die Kommunikationsberatung CNC beauftragt, eine der einflussreichsten Agenturen Europas. CNC ist praktisch �berall aktiv, wo Unternehmen in "Sondersituationen" kommen, wie es im Branchenjargon hei�t. Die Experten von CNC erkl�ren jetzt, warum der russische Stahlunternehmer Mordaschow gemeinsam mit Tui gro�e Tourismuspl�ne schmiedet.

Das Ergebnis dieser vielk�pfigen Schar von Kommunikationsexperten ist vor allem eines: eine Verwirrung. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht der eine oder andere PR-Berater eine Geschichte in dem einen oder anderen Blatt platziert hat. Ist Frenzel wirklich siegessicher? Hat Fredriksen tats�chlich 30 Prozent des Kapitals hinter sich? Nachpr�fbare Aussagen sind selten, oft werden sie sofort dementiert. Das allein allerdings kann die PR-Lawine nicht bremsen. F�r ein paar tausend Euro Tagessatz haben die Kommunikationsexperten immer schon das n�chste Ger�cht im Angebot.

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2 Comments:

At 2:23 PM, Anonymous Ed Wohlfahrt said...

sch�ne Darstellung des Ganzen. Mich w�rde ja interessieren, wie ernst es Kunden in Zeiten wie diesen mit der Evaluierung der gesetzten Ma�nahmen nehmen. Oder lautet die Devise doch einfach blo� "Mehr ist mehr"

 
At 4:10 PM, Anonymous Tina said...

Was die Kunden mit solchen Querelen im Endeffekt zu tun haben m�ssen bleibt abzuwarten. Einem Konzern und seinem Image k�nnen solche Sachen im Allgemeinen ja eher nicht sein. Es sollte interessant werden Tuis weiteren Werdegang zu verfolgen.

 

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