2008-02-19

Zoomer: Spielwiese f�r Spindoktoren

--- Nun versucht auch Holtzbrinck, was die LA Times bereits vor geraumer Zeit versucht hat: User sollen bestimmen, was in der Zeitung steht. Holtzbrinck beschr�nkt sich dabei mit seinem neuen Portal Zoomer.de aufs Internet und auf junge Leser als Zielgruppe. Die FAZ schreibt:

Leser �lokutus� hat da noch einen �Hinweis an die Redakteurin Frau Preuߔ. Ihn w�rden, schreibt er unter den Beitrag zum Kosovo, �weitere Hintergr�nde zum Engagement der Bundeswehr und der Nato im Kosovo interessieren�. Frau Preu�, Redakteurin beim neuen Internetportal �Zoomer.de�, ist dieser Wunsch Befehl: �Lieber lokutus, ich mach mich sofort an die Arbeit!� Mit diesem Dialog scheint sie Wirklichkeit geworden, die im Internet getr�umte Utopie eines Journalismus 2.0, die die vermeintlichen Hierarchien auf den Kopf stellt: Nicht mehr ein Redakteur entscheidet hier, was er dem Leser vorsetzt, sondern serviert exakt das, was letzterer bestellt hat. Stets zu Diensten, signalisiert am Rande mancher Beitr�ge auch das Bildchen jenes Redakteurs, der �dieses Top-Thema� betreut.

Nun mag das nicht schlecht sein, allerdings freuen sich schon wieder alle Spindoktoren, Dritte kostenlos einzusetzen, um Artikel �ber ihre Themen zu platzieren. Die S�ddeutsche erkl�rt, wie das Bewertungssystem funktioniert.

Blaue Punkte, die von der Redaktion vergeben werden, stellen die Aktualit�t dar, gr�ne Punkte den Grad des Nutzerinteresses. Nach einem festgelegten Verfahren wird damit eine Gesamtpunktzahl errechnet, die �ber die Platzierung der jeweiligen Nachricht entscheidet. �Wir wollten etwas ganz anderes machen. Der User entscheidet mit �ber die Themen�, sagt dazu Holtzbrinck-Manager Neumann, der wie Zoomer-Chefredakteur Frank Syr� fr�her bei der Telekom gearbeitet hat. Angst, dass k�nftig die Masse entscheidet und immer Britney Spears ganz oben steht, hat er nicht. Umfragen h�tten gezeigt, dass sich junge Menschen nicht nur f�r Boulevardthemen interessieren. �Wir machen keinen Gaga-Journalismus, sondern etwas Ernsthaftes�, sagt Neumann. Am Montag stand lange - wie �berall - die Steueraff�re rund um Liechtenstein ganz oben.

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2 Comments:

At 2:50 PM, Anonymous Julia said...

Nun ja, bei diesem Bewertungssystem schummelt die Redaktion mit Sicherheit, sonst w�rden Paris Hilton und Kolleginnen doch immer unter den ersten drei Artikeln landen.
Bei allem Vertrauen in die Leser - blindes Vertrauen ist hier nicht angebracht.

 
At 8:30 AM, Anonymous Anonym said...

Diejenigen die Britney und co. oben haben wollen lesen schon lange keine ernsthaften Zeitungen mehr.
Zeitungen haben einen relativ klaren K�uferkreis, da w�re mir als Initiator auch nicht bange um Britney. Eher wie es im Beitrag mitklingt um "PR"-Leute die kein ehrliches Interesse an einem Thema sondern einen finanziellen Hintergedanken zum Ausdruck bringen.

 

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