2007-10-08

Berlusconi meldet sich auf der Politb�hne zur�ck

--- Mit seiner alten Aufteilung der Welt in schwarz und wei� sowie einem neuen Gel�bnis zum Kampf f�r die "Freiheit" hat sich Selbstinszenierungsk�nstler Berlusconi auf der schon immer besonders bunten politischen B�hne Italiens zur�ckgemeldet:
Am Ende regnet es Konfetti. Dicht fallen Flocken von der Decke, gro� wie Visitenkarten, schneewei� und himmelblau. Die Fahnen wehen, und in den hinteren Reihen h�lt es niemanden mehr auf seinen Pl�tzen. Nach vorn dr�ngen sie, nach vorn, wo ein Mann im dunkelblauen Anzug im Flockensturm die H�nde ausbreitet. L�nger als drei Stunden hatten die 8000 in der r�mischen Messehalle auf ihn gewartet, bis er endlich die B�hne betrat, rechtzeitig vor den Abendnachrichten im Fernsehen. Er sprach zu ihnen von einem Aufbruch, von einer neuen Zeit, einer besseren Regierung ... Silvio Berlusconi meldet sich zur�ck. "Ich bin �berzeugt, dass wir im Fr�hjahr w�hlen gehen", ruft er der Menge zu und zitiert gen�sslich Umfrageergebnisse, die ihm f�r diesen Fall eine satte Mehrheit versprechen. Der Wahlverlierer des vergangenen Jahres dr�ngt mit Macht heraus aus seiner ungeliebten Rolle als Oppositionsf�hrer. Er will wieder an die Regierung, mit einer neuen Partei, die das Mitte-rechts-Lager einen soll, zumindest die beiden gro�en Parteien, Berlusconis Forza Italia und die postfaschistische Alleanza Nazionale von Ex-Au�enminister Gianfranco Fini. "Circolo della libert�", Freiheitszirkel, hei�t Berlusconis neue Formation, die am Samstag in Rom zum ersten Kongress zusammengekommen ist. "Ihr seid die neue F�hrungsschicht", verspricht er ihnen, und sie feiern jubelnd ihren Meister. Die Organisation, die nach einem Jahr Arbeit in aller Stille auf mittlerweile 5300 Ortsverb�nde kommt, soll Berlusconis Waffe gegen Premierminister Romano Prodi werden ... Michela Vittoria Brambilla hei�t die Frau, die seine neue Partei organisiert. Vor einem Jahr hat sie angefangen, den Freiheitszirkel zu gr�nden. Nebenbei f�hrt die 39-J�hrige weiter die Betriebe ihrer Familie, darunter ein Gefrierkost- und ein Tierfutterunternehmen sowie ein Stahlwerk, was ihr den Beinamen "eiserne Lady" eintrug. Die langen roten Haare, der taillierte Blazer und die tief ausgeschnittene Bluse, die Zw�lf-Zentimeter-Abs�tze, die sie am Samstag in Rom tr�gt, haben dazu beigetragen, dass sie Berlusconis Liebling wurde, aber auch ihre Tatkraft, die der Meister lobt: "Sie ist eine wunderbare Person. Sie entscheidet eine Sache und setzt sie sofort um", schw�rmt Berlusconi. "Sie ist eine echte Kriegsmaschine, ein Bulldozer." Hand in Hand steigen die beiden am Samstag aufs Podium, sie strahlt ihn an und k�sst ihm die Hand: Wer hier der Chef ist, muss allen klar sein.
Wie es weitergehen k�nnte, l�sst sich im "Ph�nomen Berlusconi" nachlesen.

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