2006-10-31

Rumsfelds neues Propaganda-Aufgebot f�r Weblogs

--- US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld dreht mal wieder an der Propaganda- und PR-Schraube:
Einem Bericht der Nachrichtenagentur AP zufolge hat Rumsfeld daf�r eigens eine schnelle Eingreiftruppe aufgestellt, die 24 Stunden am Tag Botschaften nach dem Gusto der Bush-Administration verbreiten soll. Damit wolle das Verteidigungsministerium seine F�higkeiten verbessern, "ungenauen" Berichten �ber die Ereignisse im Irak entgegenzusteuern. Im Visier haben die PR-Leute laut Pentagon-Sprecher Eric Ruff vor allem die "neuen Medien". "Wir wollen schneller in der Lage sein, auf Breaking News zu reagieren", so Ruff. "Wir wollen schneller in der Lage sein, auf, offen gesagt, ungenaue Statements zu antworten." Ein vertrauliches Memo, das AP vorliegt, beschreibt demnach eine Kampagne, die sich am erfolgreichen Modell des "Rapid Response Teams" im Pr�sidentschaftswahlkampf von Bill Clinton im Jahr 1992 orientiert. Angaben �ber den personellen oder finanziellen Umfang der Last-Minute-Kampage wurden nicht gemacht. Aufgabe der Rumsfeld-Truppe soll es insbesondere sein, einschl�gige Internet-Seiten und Weblogs zu beobachten und gegebenenfalls umgehend auf die dort verbreiteten Nachrichten zu antworten. Daf�r steht auch eine ganze Reihe sogenannter "surrogates", Ersatzm�nner, bereit. Diese hochrangigen Politiker, Milit�rvertreter oder Lobbyisten sollen als Sprachrohre des Verteidigungsministeriums bei schnell gebuchten Interviewterminen im Fernsehen und Radio die Regierungslinie vertreten.
Mehr Stimmen d�rfte das den Republikanern bei den Wahlen zum US-Kongress n�chste Woche aber kaum einbringen.

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2006-10-26

Schock nach Bundeswehr-Schockfotos

--- Unsere Bundeswehr - kaum schicken wir sie ins wilde Afghanistan, da l�sst sie schon die Sau bzw. den Schwanz raus neben einem Totensch�del. Die Bild-Zeitung hat die drei Jahre alten Fotos am Mittwoch ver�ffentlicht - passend zur Kabinettsentscheidung �ber den weiteren Einsatz unserer Chaotentruppe im Land der Taliban:
Auf einem Foto wird ein Totensch�del auf dem Tarnscheinwerfer eines Kleinpanzers vom Typ �Wiesel� pr�sentiert.
� Das n�chste Foto zeigt einen Mercedes-Jeep vom Typ �Wolf�. Ein Bundeswehrsoldat spie�t den Sch�del an einer Spezialvorrichtung zur Durchtrennung von Stahlseilen (�cablecutter�) auf. Drei Kameraden schauen dem makaberen Treiben zu.
� Auf einem weiteren Foto posieren zwei Soldaten auf der Motorhaube des Jeeps � zwischen ihren Beinen den Kabeldurchtrenner mit dem aufgepflanzten Totensch�del.
� Ein anderes Foto zeigt einen lachenden Soldaten, der den Totensch�del stolz in die Kamera h�lt.
� An Perversit�t kaum zu �berbieten ist das Foto, das einen Bundeswehrsoldaten mit entbl��tem Glied in der linken und dem Sch�del in der rechten Hand zeigt!
Unklar ist die Herkunft der Gebeine. Nach der BILD vorliegenden Aussage eines Bundeswehr-Angeh�rigen k�nnte der Sch�del aus einem mutma�lichen �Massengrab� stammen.
Die Emp�rung ist riesig, interessanterweise vor allem bei Spiegel Online, wo man die Fotos wohl lieber gleich selbst "enth�llt" h�tte. Jedenfalls �berschl�gt sich die Redaktion dort momentan mit grauenhaften Warnungen �ber die Folgen der Schweinerei mit Schlagzeilen wie Bundeswehrverband: "Solche Bilder spielen den Taliban in die H�nde" oder Afghanistan reagiert schockiert auf Skandal-Fotos und der Fortsatz: Die afghanische Regierung f�rchtet gewaltsame Proteste nach der Totensch�ndung durch deutsche Gebirgsj�ger: "Radikale Kr�fte suchen geradezu nach solchen Situationen", sagt Wirtschaftsminister Amin Farhang. Und weiter gehts: Skandalfotos: Bundeswehr sorgt sich vor islamistischen Racheakten. Aufgez�hlt werden auch alle erdenklichen Bundeswehrskandale: Scheinerschie�ungen und Kreuzigung. Folterspiele, Vergewaltigung, Hitlergru�: Immer wieder brachten Soldaten die Truppe in den vergangenen Jahren in Verruf. Bei Telepolis h�rt sich das Ganze dagegen deutlich verhaltener an: Betriebsausflug mit Totensch�del: ob die Bild-Fotos - wie die Fotos von Abu Ghraib - tats�chlich das Potential haben, die Bev�lkerung gegen deutsche Soldaten aufzubringen, ist fraglich. Eine pers�nliche Beobachtung dazu am Rande: W�hrend einer Reise in Grenzgebiete zwischen Pakistan und Afghanistan habe ich mehreren Polospielen zugeschaut. Im Rahmen gr��erer festlicher Turniere gab es immer wieder kleinere Schauspiele, wo der Ball durch einen Totensch�del ersetzt wurde, sehr zur Erheiterung der ortsans�ssigen Zuschauer, die sich noch steigerte, als sie die verbl�fften Gesichter der westlichen Besucher sahen. Diese Beobachtung mag nur anekdotischen Charakter haben, zeigt aber die M�glichkeit an, dass Einheimische noch so alberne Spiele mit Totensch�deln nicht zwangsl�ufig allzuernst nehmen m�ssen. So oder so sind die Aufnahmen, von denen Schockerseiten wie Ogrish noch gar keine Notiz genommen haben, aber nat�rlich ein gefundenes Fressen f�r islamistische Propagandakrieger.

Die trumpfen derweil mit einem ziemlich heftigen Video auf: Der Sniper mit der Strichliste. Ein Schuss, ein US-Soldat sinkt zu Boden, der Sch�tze entkommt. Die "Islamische Armee im Irak" hat im Internet einen neuen Film ihrer Mordattentate ver�ffentlicht, der perfide wie nie den Tod von 600 Amerikanern proklamiert. Die Kunstfigur "Juba" wird als Meister-Sniper gefeiert. Dieses Video f�hrt die "Hitliste" bei Ogrish gerade an.

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2006-10-23

Medienkanzler Schr�der in Aktion

--- Warum soll einer die Memoiren des 62-j�hrigen, erst vor einem Jahr von seinem Amt abgetretenen Gerhard Schr�der lesen? Die Inszenierungsk�nste der Frogs (Friends of Schr�der, der Ur-Gruppe, die sich als erstes mit der Namensgebung inszenierte) kommen ein letztes Mal zum vollen Einsatz: Damit auch jeder wei�, dass Schr�der nicht nur als ein Unfall der Geschichte, sondern eine historische Figur ist, wurden die Memoiren nicht nur in Windeseile p�nktlich zum Weihnachtsfest verfasst. Der Spiegel widmet eine Titelgeschichte samt Vorabdruck und Interview dem Thema und teilt sich die Exklusivrechte (ein teurer Spa�) mit der Bild. Dann zeigt die ARD heute eine Schr�der-Story, verfasst vom Frog und Spiegel-Autor J�rgen Leinemann (der �brigens im Interview mit der ARD sagt, Schr�der w�rde bestreiten, dass es seine Memoiren seine, er wolle allein Entscheidungsprozesse in der Medien-Demokratie erkl�ren), Talkshows mit Allein-Gast Schr�der folgen, nat�rlich auch Lesereisen im Volk und so weiter. Wenn da nicht einige Hundertausend schwach werden und das Buch kaufen.
Das Prinzip jedenfalls garantiert Erfolg - unabh�ngig von der Qualit�t des Inhalts. Brilliant geschrieben ist das Buch jedenfalls nicht und all zu viel Neues findet sich darin auch nicht.
Schr�der aber versteht das System Medien hat aber eines in seiner Amtszeit gelernt: Wichtig ist die Kommunikation vor Ort mit den Menschen. Nur sie garantiert Zustimmung, nicht das Hoffen darauf, dass die Medien schon alles richten und etwa seine Agenda-Politik vermitteln.
Diskussion im FORUM.

2006-10-09

Web-Interpol gegen islamistische Propaganda

--- Die rechte US-Zeitung Washington Times berichtet �ber einen interessanten Workshop �ber die Bek�mpfung islamistischer Internetpropaganda in Israel mit den �blichen Verd�chtigen, die auf diesem Gebiet t�tig sind:
The Internet has become the "seductive hypermedia" for radical Islamic terrorists, with official and unofficial Web sites, forums and chatrooms that appeal to supporters worldwide. ... An eclectic group of international experts in terrorist use of the Internet and graphic design specialists met recently in Israel's southern resort city of Eilat to formulate a comprehensive response campaign that deserves wide attention. As explained by Gabriel Weimann, of Israel's Haifa University, terrorists "narrow-cast" their messages to "trap" selected audiences of adherents. The different types of terrorist activities on the Internet require appropriately differentiated responses. As outlined by Mr. Weimann, one such response is based on what he terms a "MUD" approach (Monitoring, Using and Disrupting).
c First, terrorist Web sites need to be monitored to learn about their mindsets, motives, persuasive "buzzwords," audiences, operational plans and potential targets for attack. These sites will also reveal whom they consider to be their political and religious authorities, as well as moderate religious clerics they regard as particularly threatening. Monitoring also reveals their inner debates and disputes.
c Second, counterterrorism organizations need to "use" the terrorist Web sites to identify and locate their propagandists, chat room discussion moderators, Internet service provider (ISP) hosts, operatives and participating members.
c Third, terrorist Web sites need to be "disrupted" through negative and positive means. In a negative "influence" campaign, sites can be infected with viruses and worms to destroy them, or kept "alive" while flooding them with false technical information about weapons systems, circulating rumors to create doubt about the reputation and credibility of terrorist leaders, or inserting conflicting messages into discussion forums to confuse operatives and their supporters. In a more positive approach, alternative narratives can be inserted into these Web sites to demonstrate the negative results of terrorism or, to potential suicide bombers, to suggest the benefits of the "value of life" versus the self-destructiveness of the "culture of death and martyrdom." ... such a response requires new counterterrorism "armies" possessing new strategies, capabilities, tactics and cyber weapons to counteract the Jihadi Web sites. ... The Eilat workshop also proposed an institutional framework to carry out such influence campaigns. Joint governmental and independent nongovernmental organization (NGO) campaigns would be driven by coordinated official and "unofficial" international monitoring entities that would form a "Web site Interpol." Guidelines would be issued to define "Red Lines" in terrorist supporters' Web sites which, crossed, would trigger measures to cease their presence on the Internet.
Willkommen also zum Netwar, wie ihn Arquilla und Ronfeld schon vor langem vorhergesagt haben. Anregungen bietet der Workshop nat�rlich auch f�r die in letzter Zeit verst�rkt vorgetragenen Forderungen von Sch�uble und seinem US-Kollegen Chertoff zur st�rkeren �berwachung des Internet.

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2006-10-06

Islamistische Propaganda �berschwemmt Videoseiten

--- Die popul�ren Sammelstellen f�r nutzgenerierte Inhalte im Web sind auch ein gefundenes Fressen f�r islamistische Propaganda, berichtet die New York Times:
Videos showing insurgent attacks against American troops in Iraq, long available in Baghdad shops and on Jihadist Web sites, have steadily migrated in recent months to popular Internet video-sharing sites, including YouTube and Google Video. Many of the videos, showing sniper attacks against Americans and roadside bombs exploding under American military vehicles, have been posted not by insurgents or their official supporters but apparently by Internet users in the United States and other countries, who have passed along videos found elsewhere. Among the scenes being viewed daily by thousands of users of the sites are sniper attacks in which Americans are felled by snipers as a camera records the action and of armored Humvees or other military vehicles being hit by roadside bombs. In some videos, the troops do not appear to have been seriously injured; in one, titled �Sniper Hit� and posted on YouTube by a user named 69souljah, a serviceman is knocked down by a shot but then gets up to seek cover. Other videos, however, show soldiers bleeding on the ground, vehicles exploding and troops being loaded onto medical evacuation helicopters. At a time when the Bush administration has restricted photographs of the coffins of military personnel returning to the United States and the Pentagon keeps close tabs on videotapes of combat operations taken by the news media, the videos give average Americans a level of access to combat scenes rarely available before, if ever. Their availability has also produced some backlash. In recent weeks, YouTube has removed dozens of the videos from its archives and suspended the accounts of some users who have posted them, a reaction, it said, to complaints from other users. More than four dozen videos of combat in Iraq viewed by The New York Times have been removed in recent days, many after The Times began inquiries. But many others remain, some labeled in Arabic, making them difficult for American users to search for. In addition, new videos, often with the same material that had been deleted elsewhere, are added daily. ... One YouTube user, who would not identify himself other than by his account name, facez0fdeath, and his location, in Britain, said by e-mail that he posted a video of a sniper attack �because I felt it was information the U.K. news was unwilling to tell.� �I was physically sickened upon seeing it,� he said, adding, �I am wholly opposed to any form of censorship.�
Man kann das ganze nat�rlich auch aus der anderen Richtung sehen und auf die Propaganda des US-Milit�rs in den "Social Networking"-Sites schauen: The militarization of MySpace.

Und sonst: Mohammed-Karikaturenstreit revisited: D�nische Rechte provozieren mit Mohammed-Spott. Skandal bei den d�nischen Rechtspopulisten: Nachwuchspolitiker der Volkspartei haben einen Karikaturenwettbewerb veranstaltet mit dem Ziel, Mohammed schlimmstm�glich zu verunglimpfen. Das Entsetzen ist gro� nach dem Karikaturen-Streit vor wenigen Monaten. Die d�nische Zeitung "Nyhedsavisen" berichtet in ihrer Internetausgabe, dass Mitglieder der Jugendorganisation der rechtpopulistischen Volkspartei den Zeichenwettbewerb bei einer Veranstaltung Anfang August gestartet haben. Auf der Internet-Seite sind zwei Videos des offiziellen Nachwuchstreffens von insgesamt knapp drei Minuten L�nge zu sehen - unter anderem mit Zeichnungen von Mohammed als betrunkenem Terroristen und biertrinkenden Kamel. Auf einem der Videos h�lt eine junge Frau eine Ansprache und dann eine Zeichnung in die Kamera. Darauf ist ein pinkelndes Kamel zu sehen, mit einem Menschenkopf. Der B�rtige soll offenbar den Propheten darstellen. Offenbar wird der Sieger des Zeichenwettbewerbs geehrt, der Ton ist an dieser Stelle verwaschen. Im Hintergrund ist lautes Gegr�le zu h�ren, junge M�nner lachen schmutzig. Ein anderer Film zeigt die Nachwuchspolitiker beim Zeichnen. Die Filme stammen von der Organisation www.defendingdenmark.com, die Rassismus in D�nemark bek�mpfen will und die Videos der Veranstaltung auch auf YouTube ver�ffentlicht hat. Mehr zum Thema hier.

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2006-10-05

Citizen-Wahlkampf in den USA mit YouTube + Co.

--- Spiegel Online berichtet �ber den Internet-Wahlkampf 2.0 in den USA:
Aggressive Blogger krempeln mit Hilfe von "YouTube" und "MySpace" den US-Wahlkampf um. Ausrutscher von Kandidaten kursieren oft Minuten sp�ter als Videos im Web - ebenso schnell k�nnen sie politische Karrieren ramponieren. Die Sonne strahlte in Virginia, und der republikanische Senator George Allen mit ihr. Allen stand unter einem Baum im "Breaks Interstate Park", er versprach einen positiven und heiteren Wahlkampf und fing gleich damit an - auf seine Weise. Der Senator ersp�hte einen dunkelh�utigen jungen Mann mit einer Kamera unter seinen Zuh�rern, winkte ihm zu und rief ihn fr�hlich: "Macaca". So hei�en asiatische Bergaffen. Die Leute lachten, und Allen kam so richtig in Fahrt: "Willkommen in Amerika, Macaca", schickte er grinsend hinterher. Der dunkelh�utige junge Mann, S. R. Sidarth, ist in Virginia geboren. Er hatte seine Kamera auf Allen gerichtet, weil er f�r dessen demokratischen Herausforderer arbeitete - und genau auf solche Ausrutscher hoffte. Flugs stellte Sidarth die Aufnahme des "Macaca"-Gru�es auf die Video-Website "YouTube". Dort avancierte sie zum meistgesehenen Clip der Seite. Bald griffen "Washington Post" und Fernsehkan�le die Geschichte auf. Allen entschuldigte sich zweimal �ffentlich. Doch binnen weniger Tage wurde aus dem m�glichen Pr�sidentschaftskandidaten ein Politiker unter Rassismusverdacht, der um seine Wiederwahl bei den Kongresswahlen im November zittern muss. "Pass auf, mit deiner n�chsten Dummheit kannst du auf 'YouTube' landen", gibt die "New York Times" derzeit als Losung an Amerikas Politiker aus. Die neuen Medien haben zwar schon bei der Pr�sidentschaftswahl 2004 eine gewichtige Rolle gespielt. ... Doch zwei Jahre sind eine Ewigkeit im Datennetz. In dieser Zeit gab es neben neuen Ph�nomen wie "YouTube" einen Boom von sozialen Netzwerken wie "MySpace" oder "Facebook" ... Die Betreiber von "Facebook", das als Netzwerk f�r Studenten begann, legten Anfang September 1600 elektronische Profile der Kandidaten f�r Gouverneursposten, Senat und Kongress an. 200 davon haben diese schon personalisiert, wie Evan Bayh. Auch "MySpace" will nun soziales Netzwerken mit Politik mixen. Die Seite bietet seit kurzem seinen mehr als 100 Millionen registrierten Nutzern an, sich per Mausklick f�r die Wahl registrieren zu lassen. Politiker buhlen aggressiv um diese Zielgruppe. Der texanische Gouverneurs-Kandidat Kinky Friedman hat durch humorige Pflege seines "MySpace"-Profils in wenigen Wochen 30.000 Online-Freunde gesammelt. Besonders im Wahlkampf m�ssen US-Politiker aber auch die schon etablierteren Blogs im Auge behalten. Als bei den Nominierungs-Parteitagen beider Parteien 2004 erstmals Blogger Akkreditierungen erhielten, machte das noch Schlagzeilen. Mittlerweile haben sie l�ngst bewiesen, dass sie politische Karrieren torpedieren oder bef�rdern k�nnen. ... Aus Respekt vor solcher Macht lud John Edwards, vor zwei Jahren Vizepr�sidentschaftskandidat von John Kerry, im Sommer zehn wichtige Blogger zum Essen ein. Edwards f�ttert nun seinen eigenen Blog jede Woche mit Videointerviews. Hillary Clinton, ebenfalls eine m�gliche Kandidatin f�r das Wei�e Haus, hat bereits einen "Internet Outreach Officer" engagiert. ... Wenn das Internet au�erdem zu einer gewaltigen Datenbank wird, in der jede spontane �u�erung auf ewig abrufbar ist, dann k�nnten US-Politiker noch mehr zu Marionetten ihrer Berater werden.
Fast schon traditionell dagegen: Citizen-Journalism: Die Amateure kommen. B�rgerjournalismus ist unter Medienprofis umstritten und legt zugleich M�ngel des Medienbetriebes offen.

Und sonst: Tot oder lebendig? Verwirrung um Tod des Al-Qaida-Chefs im Irak. Der neue Chef des Al-Qaida-Netzwerks im Irak, Abu Ajjub al-Masri, soll nach einem Medienbericht ums Leben gekommen sein. Die US-Streitkr�fte halten das aber f�r "h�chst unwahrscheinlich".

Foltern auch Bundeswehr-Spezialeinheiten? Der als "Bremer Taliban" bekannt gewordene Murnat Kurnaz wurde nach seiner Verschleppung nach Afghanistan in einem geheimen US-Gef�ngnis anscheinend auch von deutschen Elitesoldaten misshandelt. ... Der heute 24-j�hrige Schiffsbauer aus Bremen war am 1. Dezember 2001 im pakistanischen Peshawar auf dem Weg zum Flughafen, wo er seinen Heimflug antreten wollte, an einem Checkpoint aus dem Shuttlebus gezogen und nach Kandahar in eines der ber�chtigten US-Geheimgef�ngnisse verschleppt worden. Dort wurde er nach seinen Angaben von Angeh�rigen des US-Milit�rs gefoltert, unter anderem mit Elektroschocks. In dem US-Gef�ngnis wurde Kurnaz aber auch von deutschen Soldaten misshandelt, wie er nun dem stern berichtet.

US-Universit�ten arbeiten an Beschn�ffelungssoftware: Software Being Developed to Monitor Opinions of U.S.A consortium of major universities, using Homeland Security Department money, is developing software that would let the government monitor negative opinions of the United States or its leaders in newspapers and other publications overseas. Such a �sentiment analysis� is intended to identify potential threats to the nation, security officials said.

Passend dazu: US-Regierung darf weiter B�rger abh�ren. Die US-Regierung darf ihren umstrittenen Lauschangriff zun�chst fortsetzen. Telefongespr�che d�rfen solange abgeh�rt und E-Mails gelesen werden, bis �ber einen Einspruch der Regierung gegen ein vorheriges richterliches Verbot der Praxis entschieden wird.

Auf der Suche nach den schlimmsten EU-Lobbyisten: EU Lobby Awards 2006 Nominieren Sie jetzt:�den erfolgreichsten Einfl�sterer der Einflussreichen, die gr��te Manipulation durch�Lobbyisten, die fragw�rdigste Methode der Interessenvertretung.�Die Nominierungphase findet in diesem Jahr zum ersten Mal �ffentlich statt. Machen�Sie mit auf der Suche nach dem schlimmsten Lobbying in der EU 2006.

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2006-10-02

Das Video-Testament von Mohammed Atta

--- Die britische Sunday Times sieht in einem Videofund den Beweis dafuer, dass Osama bin Laden und al-Qaida hinter den Todesfl�gen vom 11. September 2001 stehen:
Two bearded young men laugh and joke for the camera. They appear relaxed, well groomed, intelligent; they might be high-achieving students quietly celebrating an exam success. They look at a piece of paper and laugh some more. What is so funny? Certainly not the piece of paper. There is Arabic script on it. Easily decipherable is the word �al wasiyyah�. This means �the will�. It is the handwritten last testament of Ziad Jarrah, the lighter-haired and better-looking of the two young men. A well educated, middle-class Lebanese, he has been studying in Germany. So has his dark-haired companion, Mohammed Atta, also middle class and university educated, but born in Egypt. Atta has his will, too. Unsmiling, both men read them to camera. These images are part of a videotape, nearly an hour long, that was filmed at Osama Bin Laden�s lair in Afghanistan 6� years ago. They are revealed today for the first time, and they are a missing chapter in the searing story of the attacks on America on September 11, 2001. Atta led the team of 19 suicide attackers and flew American Airlines flight 11 into the north tower of the World Trade Center. Jarrah piloted United Airlines flight 93. His assigned target was Capitol Hill, but the plane crashed. ATTA and Jarrah have never been pictured together before. Indeed, a key element of their tradecraft was that they steered clear of each other. They were leading figures in the September 11 story, not only because they flew the planes but also because they apparently had everything to live for. Unlike most of the other hijackers, who were mainly provincial Saudi fundamentalists, Atta and Jarrah fitted easily into western society. To the Germans who knew them in Hamburg they seemed entirely normal. The tape explains this mistake. It would be hard to look less homicidal � until the camera pulls back and reveals that Atta is sitting next to an AK-47. So the tape not only fills a gap in the story of September 11 but also provides chilling proof of the difficulty of fighting Islamic terrorism: these two �normal�, happy, unthreatening individuals turned out to have an explosive effect on the history of the 21st century. The unedited video was passed to The Sunday Times through a previously tested channel. On condition of anonymity, sources from both Al-Qaeda and the United States have confirmed its authenticity. It has no sound � and lip-readers have failed to decipher it, according to a US source � but the images speak loudly for themselves.
Der Times-Server scheint ein wenig �berlastet, aber die Videos gibt es zumindest in Ausschnitten inzwischen auch an mehreren anderen Stellen im Netz, etwa bei Spiegel Online.

Und sonst: Woodward bezichtigt Bush-Regierung der L�ge: L�gen, Starrsinn, Sch�nf�rberei - US-Starreporter Bob Woodward rechnet in seinem dritten Buch mit der Bush-Regierung ab. Wider besseres Wissen zeichne der Pr�sident ein rosiges Bild der Erfolge im Irakkrieg und im Anti-Terrorkrieg. Kurz vor den Kongresswahlen steht der Republikaner unter Druck. ... Der "Watergate"-Enth�ller und Bestsellerautor hat Zugang zu h�chsten Regierungskreisen, stundenlange Audienzen selbst beim Pr�sidenten lieferten ihm den Stoff f�r die detaillierten Innenansichten der Bush-Administration. Als "Stenograf der M�chtigen" ist er von seinen Kritikern verh�hnt worden, als einer, der zwar viele kostbare Interna zusammentrug, sich aber scheute, aus all dem Material ein Urteil �ber den Kriegspr�sidenten George W. Bush zu destillieren. Am vergangenen Sonntag erschien Woodwards drittes Buch �ber Bush, und den Vorwurf den Pr�sidenten zu schonen, wird k�nftig wohl niemand mehr erheben. "State of Denial" lautet der Titel, was sich am besten mit Realit�tsverweigerung �bersetzen l�sst. Und so harsch wie das Urteil auf dem Cover fallen auch die 560 Seiten aus - Woodward wirft der Bush-Riege vor, das Ausma� des Desasters im Irak zu verdr�ngen und die amerikanische �ffentlichkeit �ber das Chaos im Zweistromland zu t�uschen. Nach internen Analysen der Geheimdienste, so Woodward, werde sich die Lage 2007 noch verschlimmern. "Er sagt den Amerikanern nicht die Wahrheit �ber den Irak," hei�t das Fazit des Autoren in den letzten Zeilen.

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