2006-11-23

Hulsmann: Neokonservative fl�chten

--- John Hulsmann, ehemals Europa-Experte der Heritage Foundation in Washington und heute bei der Deutschen Gesellschaft f�r Ausw�rtige Politik in Berlin t�tig, greift in einem Interview mit der Berliner Zeitung die Neo-Konservativen in den USA an und fordert, sie hart anzugehen.
"War die Entlassung von Donald Rumsfeld ein Schuldeingest�ndnis von Pr�sident George W. Bush?
Bush sagt damit: Ich habe Unrecht gehabt - ohne es w�rtlich zu sagen. Die Neokonservativen f�hlen sich nun best�tigt und meinen, dass ihre Idee gut war, aber die Ausf�hrung ein Desaster. Und sie haben ja in der Tat viele Beispiele f�r Rumsfelds Versagen. Aber wir m�ssen deutlich machen, dass die Grundthese der Neokonservativen, Demokratie mit Gewehren durchzusetzen, nicht funktioniert. Sie ist falsch.
Neokonservative wie Richard Perle oder Ken Adelman weigern sich, die Verantwortung zu �bernehmen. Perle sagt, er h�tte den Krieg nicht unterst�tzt, wenn er gewusst h�tte, wie miserabel er gef�hrt w�rde.
Das ist lachhaft. Die Neokonservativen versuchen sich reinzuwaschen, indem sie sich hinter dem Spruch "Bush ist ein Idiot, und wir k�nnen nichts daf�r" verschanzen. Das ist moralisch verwerflich.

Ist das also das Ende der Neokonservativen?
Nein. Sie verlassen zwar das sinkende Schiff, aber nur, um sich f�r einen neuen Kampf zu sammeln. Aber wir d�rfen sie intellektuell damit nicht wegkommen lassen."


Hulsmann fordert, man m�sse die Neokons diskreditieren und setzt dabei voll auf die Mithilfe der Weblogs. "Zum Gl�ck gibt es heute Blogger und die Presse, die protokolliert haben, mit welchen Argumenten die Neokonservativen den Irak-Krieg angetrieben haben."

Und sonst: Die UNO berichtet, dass im Oktober 3709 Menschen im Irak ermordert worden seien, so viele wie seit dem Irak-Krieg nicht.

3 Comments:

At 11:05 AM, Anonymous Anonym said...

Der Link zur DGAP ist falsch; die richtige Adresse ist http://www.dgap.org/ oder http://www.thinktankdirectory.org/directory/dgap.shtml

 
At 8:17 PM, Anonymous Joerg said...

Ist John Hulsman nicht selbst ein Neokonservativer, der vor sich selbst fl�chtet?

Hulsman sagt, man muesse die Neocons diskreditieren. Vielleicht sollten wir auch Hulsman diskreditieren, bzw. zumindest an seine fr�heren Positionen erinnern. Siehe:
http://www.heritage.org/About/Staff/JohnHulsmanpapers.cfm

Die Berliner Zeitung fragt ihn nach den Motiven der Neocons. Er antwortet: "Arroganz. Es war das Denken, wir, die einzige Supermacht, k�nnten alles machen mit unserem Milit�r. Jeder, der vor der Invasion warnte, wurde als weich bezeichnet."

Vor dem Krieg hat er nicht die Arroganz der Neocons kritisiert, sondern nur die Arroganz der Europ�er:
European Arrogance and Weakness Dictate Coalitions of the Willing

Er hat nicht vor dem Irak-Krieg gewarnt. Im Gegenteil er hat Deutschland gewarnt oder gar gedroht. Im Dezember 2002 z.B.:
"The German Chancellor has made a common mistake; he has confused caution with wisdom in the international sphere. Despite his electoral victory, his Iraq policy will bring no lasting benefit � on the contrary. In terms of his relations with and relevance to Washington, and in light of his ostrich-like refusal to see a threat where one so obviously exists, the Chancellor will pay a heavy political price."
http://www.opendemocracy.net/debates/article.jsp?id=2&debateId=88&articleId=853

Hulsman klingt wie ein typischer Wendehals.

Statt �ber die Neocons herzuziehen, sollte er sich an die eigene Nase fassen.

 
At 8:36 PM, Anonymous Joerg said...

Aus dem Christian Science Monitor:

Proponents of US military action in Iraq argue that the attacks of Sept. 11 justify a pre-emptive-strike policy when it comes to fighting terrorists, or to states that may give succor to Al Qaeda or threaten with weapons of mass destruction. "We have to be proactive," says John Hulsman, a senior policy analyst at the Heritage Foundation in Washington. "Terrorists don't want to negotiate; we don't have anything they want. They want to destroy us." Referring to Iraq, he says, "I don't want to wait to find a smoking gun; that means the guy has already shot me."

 

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