2006-08-02

Vom B�rger-Journalismus zur B�rger-Propaganda

--- Dass die neuen Beteiligungsm�glichkeiten rund um den viel gehypten "Citizen Journalism" auch neue Formen der Propaganda erm�glichen, zeigt sich im gegenw�rtigen Nahost-Krieg sehr gut:
Auf Videoplattformen im Internet treten arabische und israelische Propagandafilme gegeneinander an. Die einen setzen auf Emotionen und r�cken zivile Opfer des Krieges in den Mittelpunkt, die anderen zeigen Luftaufnahmen der israelischen Luftwaffe. So etwas kennen die meisten nur aus Filmen: Eine friedliche Stadt, in der Sirenen laut heulen und ver�ngstigte Menschen umherlaufen. Man sp�rt die Todesangst der Menschen. Die Amateuraufnahmen stammen aus Haifa und aus einer kleinen Siedlung irgendwo im Norden Israels. Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah - er beherrscht nicht nur die Nachrichtensendungen im Fernsehen. Auch auf Videoplattformen im Netz, allen voran YouTube, tauchen immer mehr Videos auf, die Leid, Tod und Zerst�rung zum Thema haben. so h�ufen sich auf YouTube und auf Google Video professionell produzierte Filme, die brutale Fotos der Zerst�rung zeigen und diese mit emotionaler Musik unterlegen. Viel mehr ist auch nicht n�tig, um den Zuschauer zu erreichen - oder, um es drastischer zu sagen, zu schockieren. Denn was dort mitunter zu sehen ist, ist kaum zu ertragen. Gezeigt werden verst�mmelte Leichen, Schwerverletzte, �ngstliche Kinder, weinende Erwachsene. "Reality in Lebanon" hei�t ein Film, der Fotos des Kriegsgrauens aneinanderreiht und mit Texteinblendungen kombiniert - dazu l�uft traditionelle arabische Musik. ... Doch auch Israel nutzt die Internetvideos f�r die eigene Propaganda. Mehrere Filme zeigen Material, das offensichtlich von Drohnen der israelischen Luftwaffe stammt. In einem Video ist beispielsweise der Angriff auf Katjuscha-Abschussrampen aus der Luft zu sehen. Aufwendig produziert ist das Video "Die Hisbollah feuert Raketen aus Wohngebieten Kanas ab". Es soll wom�glich die Angriffe auf die Stadt im S�den Libanons rechtfertigen, bei denen Dutzende Zivilisten umkamen und f�r die Israel im Ausland heftig kritisiert worden war.

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