2006-08-10

"Netroots" sind wieder da: Lamont schl�gt Lieberman

--- Politik-Neuling siegt �ber altgedienten US-Senator da m�ssen doch die "Netroots" mal wieder im Spiel sein?:
Im US-Bundesstaat Connecticut konnte sich am Dienstag bei den Vorwahlen f�r den Senatsanw�rter der Demokraten mit Ned Lamont �berraschend ein politisch unbeleckter, stark auf das Internet setzender Multimillion�r gegen den Amtsinhaber Joe Lieberman durchsetzen. Der gegenw�rtige US-Senator, der es vor sechs Jahren an der Seite Al Gores beinahe zum Vizepr�sidenten der USA gebracht h�tte, unterlag dem Neueinsteiger mit 48 zu 52 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag an dem hei�en Sommertag bei 50 Prozent und damit deutlich h�her als bei vergleichbaren Vorabstimmungen. Kommentatoren in den Online-Medien und der traditionellen Presse jenseits des Atlantiks sprechen nun allenthalben von einem Sieg der "Netroots", da Lamonts erst im M�rz gestartete Kampagne gegen den alteingesessenen Profi ihre Wurzeln im Internet hatte und auf Blogger sowie Netzwerke von Online-Aktivisten setzte. Mit Howard Dean war 2004 schon einmal ein Demokrat durch seine "Netzwurzeln" gro� geworden. Der Vermonter Internist musste sich aber in den Vorwahlen John F. Kerry geschlagen geben, der statt seiner � letztlich vergeblich � als Pr�sidentschaftsanw�rter gegen den Republikaner George W. Bush antrat. Die H�henfl�ge der netzgetriebenen Politik schienen damit vorerst beendet. Der im TV-Kabelgesch�ft reich gewordene Lamont setzte nun aber auf �hnliche Hilfsmittel im Online-Wahlkampf wie Dean. Von Anfang an gab er die Parole aus, dass er nur mit mindestens 10.000 Unterst�tzungszusagen von Surfern antreten w�rde. Dann sammelte er �ber seine Website Spenden ein und verdoppelte die eingehenden Dollars kurzerhand aus eigener Tasche. Nicht fehlen durfte zudem ein offizielles Wahlkampf-Blog. Dar�ber hinaus konnte Lamont Schwergewichte der politischen US-Bloggerszene wie das Team um Markos Moulitsas Z�niga von Daily Kos oder die Macher von MyDD auf seine Seite bringen. Diese kannten im vergangenen Vierteljahr kaum ein anderes Thema als die Auseinandersetzung zwischen dem wei�haarigen Lieberman und seinem deutlich j�ngeren Herausforderer. Ein zweites wichtiges Standbein Lamonts war das den Demokraten nahe stehende Netzwerk MoveOn.org ... Nachdem Blogger das Thema permanent bedient und hoch gekocht haben, spekulieren nun Online-Nachrichendienste wie CNet �ber einen Sieg der Netroots und das Magazin Time l�sst sich �ber die Demontage des renommierten Senators durch die politischen Netzkr�fte aus. Auch die New York Times widmet sich den "neuen K�nigsmachern der Demokraten" aus dem Internet. Ihr Aufh�nger ist aber das pl�tzliche Verschwinden der offiziellen Wahlkampfwebseite Liebermanns im digitalen Nirwana seit gut zwei Tagen ... Der �berraschungserfolg Lamonts macht deutlich, dass eine geschickte Einbeziehung von Meinungsmachern aus der Netzgemeinde eine sinnvolle Verst�rkung eines Wahlkampfs darstellt und die traditionellen Massenmedien damit auf das Thema anspringen.
Guter Kommentar zum Thema auch in der Huffington Post: Lamont's Campaign: How DC And The MSM Will FUBAR The Lessons.

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