2006-08-05

B�rger-Paparazzi, I-Reporter und die Massenmedien

--- Ftd.de wirft einen kritischen Blick auf den Boom des B�rger-Journalismus und dessen Umarmung durch die etablierten Mainstream-Medien:
"Waren Sie ein Augenzeuge? Passiert vor Ihren Augen etwas? Z�cken Sie Ihre Kamera und schicken sie einen I-Report an CNN'" So fordert der US-amerikanische Nachrichtensender seine Zuschauer auf der Website auf, Inhalte wie Fotos, Tonaufnahmen oder Videos zu liefern. "CNN Exchange" nennt sich die Erweiterung der "CNN-Community" und ist das j�ngste Beispiel f�r eine Entwicklung, die im Internet begann und mittlerweile ihren Weg in viele klassische Medien wie Zeitung, H�rfunk oder Fernsehen findet. "CNN" hat erkannt, dass die passiven Zuschauer auch Inhalte in Form von Videos und Fotos liefern k�nnen, auch aus Krisenregionen der Welt. Die als "I-Report" gekennzeichneten Zuschauer-Einsendungen werden f�r das eigene Programm verwendet. Auf der Homepage wird in ein paar kurzen Abs�tzen beschrieben, wie man fotografiert, filmt und T�ne aufzeichnet. Fotos werden auf der Homepage von "CNN" ver�ffentlicht, Filmaufnahmen werden, wenn sie den Anspr�chen des Senders entsprechen, auch gesendet. Bezahlt wird f�r die Leistung allerdings nicht. In den meisten F�llen muss der "B�rgerreporter" alle Verwertungsrechte an den jeweiligen K�ufer abgeben. Die Nutzungsbedingungen von "CNN" sind da sehr deutlich. Genauso sieht es aus beim Sender "N24", der immerhin den Namen des Einsenders bei der Ausstrahlung nennt. F�r das Material gibt es aber kein Geld, ebenso wie f�r Weiterverkauf oder -verwendung durch andere Medien. ... Die hehren Ziele des partizipativen Journalismus' bleiben bei dem Weg durch die Institutionen allerdings h�ufig auf der Strecke. Die "Bild"-Zeitung ruft ihre Leser dazu auf, per Foto-Handy oder Digitalkamera Bilder von Prominenten zu schie�en, die sie irgendwo, am liebsten in einer peinlichen Situation, erwischen. Gerne nimmt "Bild" auch Fotos von Unf�llen oder Katastrophen. Der Schnappschussj�ger bekommt 500 Euro, "Bild" alle Rechte am Bild. Die Diskussion �ber Sinn und Unsinn dieser Art von Journalismus wird sehr kontrovers gef�hrt. Welche Aufnahmen wie von wem wof�r genutzt werden, liegt auch hier h�ufig in der Hand der gro�en Medien. Wenn Boulevardbl�tter Geld f�r Paparazzi-Fotos zahlen, werden sich vermutlich immer bereitwillige Schnappschuss-Fotografen melden. Wenn ein TV-Sender private Videoaufnahmen von Kriegsverbrechen zugespielt bekommt, muss er den Wahrheitsgehalt pr�fen. Wenige diskutieren �ber die Manipulationsm�glichkeiten beispielsweise durch wissentlich manipuliertes Material. Bef�rworter sprechen von einer Kontrollfunktion �ber Politiker, Unternehmen und Lobbys, die die �ffentlichkeit st�rker �bernehmen k�nnte. G�be es Fotohandy-Beweise von Schmiergeldzahlungen an Regierungsmitglieder, die zuf�llig von einem Unbeteiligten beobachtet wurden, st�rkte das die demokratische Kontrolle, argumentieren sie.
Mehr zum Thema: Die "Bild"-Zeitung darf mehrere Fotos ihrer "BILD-Leser-Reporter" nicht mehr verbreiten. Der fr�here Au�enminister Joschka Fischer und der Fu�ballspieler Lukas Podolski haben am Dienstag vor dem Landgericht Berlin entsprechende einstweilige Verf�gungen erwirkt.

Und sonst: Tony Blair wird philosophisch: "Dies ist ein Krieg. Aber ein Krieg vollkommen unkonventioneller Art." - "Es ist ein globaler Kampf um globale Werte; es geht um Modernisierung, sowohl innerhalb als auch au�erhalb des Islam." Dieser Kampf sei weniger mit Panzern zu gewinnen als mit Argumenten: "Zu Recht haben wir nach meiner Ansicht erkannt, dass man eine fanatische Ideologie nicht bek�mpfen kann, indem man ihre Anf�hrer einsperrt oder t�tet; man muss ihre Ideen bek�mpfen."

Al-Qaida will im Libanon mitspielen: Noch wird im Libanon geschossen, doch Ideologen der Qaida bereiten sich bereits auf die Nachkriegszeit vor. Ihr Ziel: das ausgeblutete Land mit K�mpfern infiltrieren. Entsprechende Pl�ne kursieren im Internet. Oder handelt es sich um gezielt lancierte F�lschungen?

Aus einem anderen unabgeschlossenen Krieg: Wer ist Steven D. Green: ein amerikanischer Soldat, dem der Irak-Krieg alle Hoffnung geraubt hat? Ein Killer, der eine irakische Familie ausl�schte? "Ich habe einen Typen erschossen, der nicht anhalten wollte, als wir an einem Verkehrskontrollposten waren, und es war, als ob nichts passiert w�re", sagte er weiter. "Menschen zu t�ten ist hier wie eine Ameise zu zerquetschen. Ich meine, du t�test jemanden, und es f�hlt sich an wie: Ok, lass uns eine Pizza essen gehen."