2006-06-08

USA und al-Qaida einig: Sarkawi ist tot

--- Laut Agenturberichten sind sich al-Qaida im Irak und die US-Streitkr�fte ausnahmsweise einmal einig: Beide Seiten haben den Tod des Terrorf�hrers Abu Mussab al-Sarkawi in der N�he der Stadt Bakuba best�tigt. Auf der islamistischen Seite wird der jahrelang von Mythen umwobene und erst k�rzlich in einem (nicht ganz pannenfreien) Propaganda-Video "erschienene" Jordanier nat�rlich gleich als "M�rtyrer" gehandelt, weil er durch einen Luftangriff des US-Milit�rs nach Hinweisen aus der einheimischen Bev�lkerung get�tet wurde:
Wenn ein militanter Islamist im Gefecht stirbt, dann ist das nichts, wof�r man ihn bedauern m�sste. Denn seiner eigenen �berzeugung zufolge wird er in dem Moment zum M�rtyrer, in dem sein erster Blutstropfen die Erde ber�hrt. Im Einklang mit dieser Lehre erkl�rte die irakische Filiale des Terrornetzwerks al-Qaida heute: Sie habe "die fr�hliche Kunde zu verbreiten", dass Abu Mussab al-Sarkawi heute den Tod des M�rtyrers gestorben sei. Trotz der vorget�uschten oder vielleicht auch tats�chlichen Freude: F�r die Terroristen im Irak ist der Tod des Jordaniers eine Katastrophe. Es war vor allem sein Charisma, das Hunderte Dschihadisten aus aller arabischen Herren L�nder in das Zweistromland lockte, wo sie sich bereitwillig in die Luft sprengten im Kampf gegen Besatzer und Zivilisten, die sie f�r Ungl�ubige erkl�rten. Seit er kurz nach dem Fall Bagdads im Fr�hjahr 2003 aktiv geworden war, hatte Sarkawi sich als K�mpfer an vorderster Front, als junges, kampfwilliges und -f�higes Gegenbild zu Osama Bin Laden entworfen. ... unstreitig ist es Sarkawi gelungen, dass al-Qaida eine Pr�senz im Irak aufbauen konnte. Vor gut anderthalb Jahren unterstellte er sich sogar ausdr�cklich dem Netzwerk Bin Ladens. Seitdem hat er Strukturen entwickelt, Feldkommandeure installiert, Kommunikationswege errichtet. Der Terror ist durch Sarkawi effektiver, brutaler geworden. Jetzt wird sich zeigen, wie viel davon allein auf seiner pers�nlichen Kapazit�t fu�te. Mindestens zwei potentielle Nachfolger stehen nun bereit, um das zynische Werk al-Sarkawis weiter zu f�hren: Abdallah Ibn Raschid al-Bagdadi und Abu Abd al-Rahman al-Iraqi. Der letztere verfasste heute die Erkl�rung im Namen der irakischen Qaida-Filiale. Er unterzeichnete als "Stellvertreter des Befehlshabers al-Qaida im Zweistromland". Das macht ihn zum nat�rlichen Anw�rter auf die Nachfolge, und in den dschihadistischen Internetforen, in denen der Tod Sarkawis die Hauptnachricht war, wurden bereits Cyber-Unterschriften f�r Abu Abd al-Rahman gesammelt, mit denen man seine Gefolgschaft ausdr�cken sollte. ... Dass die �brig gebliebenen weitermachen werden, daran kann kein Zweifel bestehen. An den "Scheich Osama" gerichtet hei�t es in dem Qaida-Kommuniqu� von heute: "Dein Heer im Irak bleibt bei seinem Plan", der Weg werde fortgesetzt. Allerdings: Viele K�mpfer der irakischen Qaida waren vor allem auf Sarkawi eingeschworen, wie sie sich verhalten werden, muss man abwarten.
Mehr zum Thema u.a. in Telepolis. Ein Jubelstatement hat zudem Bush bereits losgelassen.

Und sonst: CIA-Fl�ge: Europarat beschuldigt Deutschland. Der Sonderermittler des Europarates hat 14 europ�ischen Regierungen vorgeworfen, die CIA bei Verschleppungen Verd�chtiger unterst�tzt zu haben. Die Beschuldigungen richten sich auch gegen Deutschland. Ein Dossier des Europarats mit Volltexten gibts hier.

Mehr zu den vereitelten Anschlagpl�nen in Kanada: Canadian Terror Plot Detailed. Plan to storm Parliament, take hostages and behead prime minister alleged in prosecutor's notes.

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