2006-04-10

Platzeck tritt ab

--- Nun ist amtlich, was schon viele in der SPD erwartet haben: Matthias Platzeck tritt von seinem Amt als SPD-Parteivorsitzender zur�ck. Nachdem er vor rund 14 Tagen einen H�rsturz erlitten hatte, zog Platzeck nun die Konsequenzen. Sein Nachfolger soll Kurt Beck werden. Platzeck wurde zuletzt in den eigenen Reihen schon als "Landrat" verp�hnt, der auf der Bundesebene nicht zurecht komme. Da konnten nun also auch die Spindoktoren nichts mehr richten. Noch auf dem Bundesparteitag der SPD im November jubelten sie im Pressezentrum ob Platzecks Rede - die sie nat�rlich selbst geschrieben hatten. "Historisch" sei sie gewesen und eine Wendemarke f�r die SPD. Viele Zeitungen berichteten dann auch so; die wenigsten nahmen sie kritisch zur Kenntnis. �ber die neue soziale Gerechtigkeit, die damals propagiert wurde, sonderte Platzeck heute noch einmal zwei Seiten im Spiegel ab, nachdem sie sonst medial nie richtig platziert werden konnte. Sein Abtritt scheint damit doch recht kurzfristig entschieden worden zu sein, ansonsten h�tte er sein Pamphlet nicht noch im Spiegel ver�ffentlicht - der dreht es online jetzt so, als sei es sein Verm�chtnis. Platzeck hatte auf dem Parteitag 99,4 Prozent bei der Wahl zum Vorsitzenden erhalten, so viel wie niemand zuvor in der SPD und das, obwohl die meisten Platzeck gar nicht kannten. Aber nach dem Abgang Schr�ders und dem Verlust der Regierungsmacht war das egal. Platzecks Spindoktoren freuten sich - andere nannten das Ergebnis auf dem Parteitag einfach nur "Angstkuscheln".

UPDATE: Platzeck begr�ndet seinen R�cktritt mit seinem Gesundheitszustand. Er trete auf "dringenden �rztlichen Rat" hin zur�ck. Er habe einen "ersten H�rsturz" Anfang des Jahres gehabt, dann einen Nerven- und Kreislaufzusammenbruch im Februar. Er habe dem �rztlichen Rat nicht Folge geleistet. Dann im M�rz ein H�rsturz mit "dauerhaften Einschr�nkungen des H�rverm�gens". "Ich habe meine Kr�fte �bersch�tzt. Es hat keinen Sinn gemacht, weiter gegen die Wand zu laufen. Ich werde mich mit meiner ganzen Kraft meinem Bundesland widmen." das Pr�sidum habe einstimmig beschlossen, Kurt Beck als Nachfolger zu nominieren. "Es wird den modernen Sozialstaat geben. Er muss erk�mpft werden. Dazu braucht es eine starke sozialdemokratische Partei in Deutschland."
Kurt Beck: "Die letzten Tage waren Tage der Betroffenheit."
Bundeskanzlerin Angela Merkel �u�ert sich heute um 13.30 Uhr.

1 Comments:

At 11:10 AM, Anonymous Anonym said...

"... Platzeck wurde zuletzt in den eigenen Reihen schon als "Landrat" verp�hnt, der auf der Bundesebene nicht zurecht komme. ..."

Sic! So war es!! Der H�rsturz ist sicher nur ein Vorwand...

 

Kommentar ver�ffentlichen

<< Home