2006-04-13

Iran setzt weiter auf Machtspiele um die A-Bombe

--- Irans Pr�sident Ahmadinedschad "trumpfte" im Lauf der Woche mit der Meldung auf, sein Land sei jetzt eine Atommacht:
Der Iran hat nach eigenen Angaben sein international kritisiertes Atomprogramm vorangetrieben. Pr�sident Mahmud Ahmadinedschad erkl�rte am Dienstagabend in einer Fernsehansprache, iranische Wissenschaftler h�tten am Sonntag erstmals Uran f�r die Herstellung von Kernbrennstoff angereichert. �Ich erkl�re f�rmlich, dass der Iran dem Club der Nuklearstaaten beigetreten ist�, sagte er vor hochrangigen Milit�rkommandeuren und Klerikern in der Heiligen Stadt Maschad. Die Anreicherung sei ein �historischer Erfolg�.
Untermauert wurde das trotzige Drohgehabe mal wieder mit starken rhetorischen Ausspr�chen gem�� dem Motto: Ahmadinedschad w�nscht Kritikern den Tod. Zuvor hatte der alte Fuchs Seymour Hersh in seinem Stammblatt New Yorker mal wieder f�r Aufsehen gesorgt mit der Ansage, dass Bush den Iran nun endg�ltig im Visier habe und einen Angriff plane: The Iran Plans. Would President Bush go to war to stop Tehran from getting the bomb? (Mehr dazu u.a. in Telepolis). Inzwischen hat sich die Lage wieder etwas beruhigt: Bush hat spindoktorend erneut die Botschaft ausgegeben, dass es keine konkreten Kriegspl�ne gebe. Alles sei reine "Spekulation": President says his administration seeks a diplomatic solution to the standoff with Tehran, downplays doctrine of preemption. Andererseits ist auch mal wieder zu h�ren, dass der Iran noch "mindestens f�nf Jahre" vom Bau einer Atombombe entfernt sei. Sehr beruhigend. Das US-Verteidigungsministerium r�stet derweil weiter kr�ftig auf: Das Pentagon plant einen Test mit 700 Tonnen Sprengstoff, um die Wirkung bunkerbrechender Waffen zu untersuchen -- manche gehen davon aus, dass damit die Wirkung von taktischen Nuklearwaffen getestet werden soll. Das Thema d�rfte sich trotzdem weiter hei� laufen �ber den Sommer, irgendwann wird es wohl einen Knall geben, wenn nicht von beiden Seiten bald eine rigide Deeskalationsstrategie gefahren wird. Mehr dazu in Telepolis: Die iranische und die US-Regierung versch�rfen den Nuklearkonflikt. Trotz des Desasters im Irak ist fast die H�lfte der Amerikaner nach einer Umfrage f�r eine milit�rische Intervention, wenn Iran weiter Uran anreichert.

Und sonst: Neues vom Terrorweb: "Vier normale M�nner, die das Internet benutzten". Ein interner Bericht des britischen Innenministeriums sieht bei den Attent�tern von London keine Verbindung mit al-Qaida oder anderen Hinterm�nnern, daf�r aber mit dem Internet. Dazu passend auch: Terrorists' Web Chatter Shows Concern About Internet Privacy. Und von den deutschen Geiseln im Irak gabs auch ein Lebenszeichen, wor�ber die Medien eifrig berichtet haben: "Bitte helft uns! Wir halten das nicht l�nger aus!". Irak: Deutsche Geiseln flehen auf neuem Video. Entf�hrer drohen mit Ermordung der Ingenieure. "Letztes Ultimatum" an die Bundesregierung. Das Video gibts wie immer auf Schocksites wie Ogrish.com.

Zum Thema Terror auch noch weitere R�tsel �ber das Mysterium Sarkawi: Military Plays Up Zarqawi Role. Propaganda campaign paints Jordanian as foreign threat to Iraq stability, documents and sources say. Aber davon will man im Pentagon nat�rlich nichts wissen.

Die neue Einigkeit: Bloggers Join the Mainstream. A syndication service that delivers commentary from 600 bloggers for use by newspaper publishers is set to launch on Tuesday, further blurring the lines that divide blogs and mainstream media.

Schlechter Verlierer: Berlusconi: 1,1 Millionen Stimmzettel �berpr�fen. Ministerpr�sident Berlusconi hat seine �u�erung, es habe bei der Parlamentswahl in Italien viele Betrugsf�lle gegeben, relativiert. Vehement fordert er allerdings neue �berpr�fungen. Siehe auch: Berlusconis Schlammschlacht: "Ihr dachtet, ihr seid mich los!" Und die Netzeitung spekuliert zudem noch �ber die Zusammenh�nge zwischen dem Wahlergebnis und der pl�tzlichen Verhaftung des Mafia-Oberbosses Bernado Provenzano.

Die Lobbykrake ist angeblich gar keine: Die Netzeitung hat ein Interview mit dem neuen Gesch�ftsf�hrer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft gef�hrt � allerdings ohne kritische Nachfragen. So kann Max H�fer behaupten, dass �wir [die INSM] keine Lobbyisten sind� und die Netzeitung macht das sogar zur �berschrift.

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2 Comments:

At 9:31 PM, Anonymous bloggnjus said...

Ahmadinedschad hat sich gew�nscht, dass "seine Feinde an ihrem eigenen Zorn ersticken m�gen". Einige Medien haben daraus die Schlagzeile "Ahmadinedschad w�nscht Kritikern den Tod" gemacht.
Auch wenn der Mann gerne Unsinn redet sollte er doch korrekt zitiert werden.

 
At 9:38 AM, Anonymous ulysses said...

Nicht-Lobbyist prinzipiell f�r SM

 

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