2006-03-10

USA: 1,6 Milliarden f�r Propaganda im eigenen Land

--- Die US-Bev�lkerung wird kr�ftig von der eigenen Regierung mit Propaganda bombardiert, schreibt die zum Verkauf stehende Frankfurter Rundschau:
Die US-Regierung hat von Anfang 2003 bis Mitte 2005 rund 1,62 Milliarden Dollar an 343 amerikanische Werbeagenturen, PR-Firmen, Medienorganisationen sowie an acht Journalisten gezahlt, um ihre Politik zu promoten und ihr Image in den USA zu verbessern. Das geht aus einem Bericht des "Government Accountability Office" hervor. Das GAO �berpr�ft Staatsausgaben im Auftrag des Kongresses, in diesem Fall auf Antrag von Nancy Pelosi, die Vorsitzende der Demokraten im Kongress. "Die Bush-Regierung benutzt das Geld des Steuerzahlers f�r Propaganda in den USA", wetterte der Demokrat Henry Waxman. Pelosi sagte, es sei mit "keinem Geld der Welt zu schaffen, die gescheiterte Bush-Politik zu verkaufen." In den 1,62 Milliarden sind die Mittel f�r Propaganda im Ausland nicht enthalten. Am meisten Geld gab laut dem GAO-Bericht das Pentagon aus: rund 1,2 Milliarden Dollar. Dabei ist zu erwarten, dass dessen PR-Etat sogar noch w�chst: Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte j�ngst in New York vor der Presse einen "Media Blitz" angek�ndigt. Der Krieg gegen den Irak werde in den "Nachrichtenredaktionen von New York, London, Kairo und anderswo", entschieden, sagte Rumsfeld. Die Praxis, Amerika-freundliche Nachrichten in irakischen Zeitungen unterzubringen, werde zur Zeit "�berpr�ft", sagte er. Beendet worden sei diese aber, entgegen anders lautenden Meldungen, nicht. Zu den vom Pentagon bedachten PR-Firmen z�hlt die Rendon Group, die bereits im ersten Golfkrieg, bei der Panama-Invasion und beim Kosovo-Einsatz in den USA Stimmung f�r den Krieg gemacht hat. Auch der "Iraqi National Congress", eine Gruppe von Exilirakern unter Achmed Chalabi ist de facto eine Kreation der Rendon Group. Von Rumsfeld bekam Rendon 132 000 Dollar, um ein Strategiepapier f�r die Army in Sachen Kommunikation, PR und Computer zu erstellen. Die PR-Firma Fleishman-Hillard International Communications erhielt 1,12 Millionen Dollar vom Pentagon f�r eine Strategie, an Medien heranzutreten und Nachrichten zu entwickeln, die den "globalen Krieg gegen den Terror" unterst�tzten.
Aber braucht Rumsfeld denn wirklich so viele PR-Berater, um solchen Kram zu verzapfen? Rumsfeld Says Media Exaggerating Iraqi Civilian Deaths. Defense Secretary Suggests Misreporting Swaying Public Opinion. Derweil wurde auch eine Liste mit Websites bekannt, die das Pentagon f�r surfende Soldaten blockiert: It's Not Censorship. The Military Just Really Likes Right-Wing Masturbators, Addicts and Felons.

Und sonst: Da schleicht sich ein unsch�ner Jahrestag herein: Four Years of War in Iraq. Dazu passend: Abgewatscht: Experten-Ohrfeigen f�r Bushs Irak-Politik. In aktuellen Studien kommen renommierte Experten zu vernichtenden Urteilen �ber die Irak-Politik von George W. Bush. Das Land, so der Tenor, werde dank der Vers�umnisse der USA wahrscheinlich bald zum "failed state".

Das Terrorweb: "Wie steht es um die Sicherheit dieser Webseite?" Infowar: Internet-Mudschahedins f�rchten Infiltration.

Seltsame Methoden der Bush-Regierung: Pomona College Professor Gets a Visit from the U.S. Gestapo.

Der Instapundit erntet zahlreiche meist einigerma�en angetane Besprechungen f�r sein Buch "An Army of Davids", etwa in der Huffington Post oder sogar im Economist heute. Der Instapundit selbst brachte schon Ende Januar seine Verf�gbarkeitsank�ndigung heraus.

Auch das noch: Patriot Act zun�chst unbefristet verl�ngert (s.a. Un-Patriot Acts), Bushs hat das weit gehende Antiterrorgesetz nat�rlich gern erneut unterschrieben.

Geheimniskr�merei im Bundestag: Nebeneink�nfte von Abgeordneten bleiben vorerst geheim.

Die Vorzeige-Intellektuellen werden auch nicht j�nger: Der begr��enswerte Zuwachs an Egalitarismus, den uns das Internet beschert, wird mit der Dezentrierung der Zug�nge zu unredigierten Beitr�gen bezahlt. In diesem Medium verlieren die Beitr�ge von Intellektuellen die Kraft, einen Fokus zu bilden. (J�rgen Habermas, via Metablocker)

Wahlkrampf in Italien. Der Kampf ums TV-Duell. In Italien kommt es nun doch zum TV-Duell zwischen Ministerpr�sident Berlusconi und dem Herausforderer Prodi. Der Ministerpr�sident akzeptierte die Bedingung der Opposition, dass er nach dem Duell nicht noch eine Pressekonferenz live im Fernsehen geben d�rfte. Nun sieht sich Berlusconi mal wieder als Opfer eines "Gewaltakts".

Karikaturenstreit revisited: D�nische Rechte will mit Anzeigen provozieren. Die d�nischen Zeitung "Jyllands-Posten" hat ihre Mohammed-Karikaturen als Test von Selbstzensur-Tendenzen erkl�rt. Nun will die rechtspopulistische Partei DVP mit Zeitungsanzeigen das Thema aufgreifen.

Eskalation im iranischen Atomstreit: Sollten die Amerikaner den Weltsicherheitsrat einschalten, k�men "Leid und Schmerzen" auf die Vereinigten Staaten zu, warnte die Regierung in Teheran in einem Statement. Gebracht hat die Drohung bislang nichts: Atomstreit mit Iran kommt vor Sicherheitsrat. Der Iran kommt wegen seiner umstrittenen Atompolitik nun endg�ltig vor den Weltsicherheitsrat. Die Atomenergiebeh�rde k�ndigte an, das Gremium schon am Donnerstag �ber den Konflikt zu unterrichten.

Warum nicht gleich das ganze Land als Gei�el nehmen? 50 Menschen in Bagdad entf�hrt. Die irakische Polizei meldet einen neuen Entf�hrungsfall in Bagdad. Dieses Mal geht es um Dutzende von Menschen, die aus den B�ros einer Sicherheitsfirma entf�hrt wurden. Mysteri�s ist das allemal.

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2 Comments:

At 1:05 PM, Blogger Unwichtig said...

Warum nicht gleich das ganze Land als Gei�el nehmen?

Nett ausgedrueckt.

 
At 5:35 AM, Blogger 4dem.de/biss-der-woche/ said...

Die Arroganz M�chtiger verl�uft niemals im Sande, einer objektiven oder subjektiven Vernunft verschlie�t sie sich. Sie wirken aus dem Hintergrund und finden stets gen�gend Dumme, die Macht nach au�en vertreten. Nicht einmal die Politikm�digkeit von B�rgern �ndert etwas daran.

Wer sollte die von Timo Rieg angeregte Verbannung deutscher Politiker nach Helgoland organisieren? Nicht nur in den USA sind Politiker, B�rokraten und Juristen �berfl�ssig. Sich auf Kosten der Untertanen zu bereichern und diese durch Propaganda dumm zu halten ist weltweit verbreitet.

Auch die Schweiz ist offen f�r Dummheit. Was unterscheidet eine Regierung vom Vorstand eines kleinen �rtlichen Vereins? Nichts au�er der Zahl der Untertanen.

Hans Kolpak
Bi� der Woche

 

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