2005-11-29

Spinning: Neuer Geistes- statt K�rperkult

--- Manches Mal ist es nicht von Schaden, wenn Journalisten auf Parteitagen und anderen Events abends etwas l�nger bleiben. Dann n�mlich erf�hrt man so manches �ber politische Kommunikationsstrategien. Auf dem SPD-Bundesparteitag etwa sind die SPD-Granden etwa darauf getrimmt gewesen, Journalisten die richtige Meinung zu diktieren. Wie man die Rede des frisch gew�hlten SPD-Parteivorsitzenden, Matthias Platzeck, gefunden habe, wurde man gefragt. Waren die professionellen Beobachter eher wenig begeistert, so wurde doch siegesgewiss die Einsch�tzung vertreten, wie sie die SPP gerne am n�chsten Tag in den Zeitungen lesen wollte. Von einer "historischen Rede", wurde deshalb bewusst geredet, wie ein Vertrauter Platzecks verbreitete. Und er verriet auch: "Ich bin nach der Rede direkt in die Presselounge gegangen - zum Spinning." Geholfen hat es nicht.

--- Welche Folgen die Verschlagwortung von Themen mit sich bringt, zeigt ein Artikel in der S�ddeutschen. "Das Wort "Di�ten" oder gar "Di�tenerh�hung" funktioniert im �ffentlichen Diskurs wie das Klingelzeichen beim Pawlowschen Experiment: Es stellt sich unmittelbar Abscheu und Emp�rung ein." Das, schreibt die SZ, mache eine Reform schwierig. In der Tat. Dennoch geht Politik auch anders: Sie h�rt nicht auf die Kritik und setzt das Richtige um. "In Nordrhein-Westfalen hat der Landtag im Fr�hjahr 2005 diesen Konflikt gewagt und eine gute Di�tenrefrom verabschiedet", schreibt die SZ. Seither bekommen die Politiker h�here Bez�ge, daf�r keine Zuschl�ge mehr und auch f�r ihre Rente m�ssen sie selbst vorsorgen.