2005-11-09

Bloomberg erkauft sich New Yorks Thron erneut

--- Michael Bloomberg hat es geschafft: er ist zum zweiten Mal zum New Yorker B�rgermeister gew�hlt worden. Voraus ging dem Sieg eine mega-teure Werbekampagne des Medienmoguls im Stile eines Berlusconi:
Nach Ausz�hlung der Stimmen in 98 Prozent der Wahllokale lag der Milliard�r mit 58 Prozent vor seinem demokratischen Herausforderer Fernando Ferrer, der 39 Prozent erhielt. Damit fiel die Zustimmung zu Bloomberg bei der Wahl am Dienstag klarer als erwartet aus. "Alles, was ich wollte, waren vier weitere Jahre", sagte Bloomberg am Abend vor seinen Anh�ngern. Er dankte ihnen, "dass ich meinen gr��ten Traum in der gro�artigsten aller St�dte verwirklichen kann." ... Wie schon vor vier Jahren finanzierte der Republikaner seinen Wahlkampf aus seinem Privatverm�gen und nicht �ber Spenden. Nach Sch�tzungen soll der Milliard�r und Medienunternehmer seinen Ausgabenrekord von 2001 in H�he von 74 Mio. $ (63 Mio. Euro) gebrochen haben. Es wird davon ausgegangen, dass Bloomberg sich seinen Wahlkampf 80 bis 100 Mio. $ kosten lie� - rund zehn Mal so viel wie Ferrer ausgegeben habe. Damit war Bloombergs Wahlkampf der teuerste in einer B�rgermeisterwahl.
Die Wiederwahl des politischen Neutrums stand zwar vorab schon so gut wie fest, aber man fragt sich nat�rlich schon, wieso Bloomberg so viel Kohle ausgibt, um New York zu regieren. Einen Dollar soll er sich als Lohn f�r die Arbeit ja nur ausbezahlen, sodass er wohl rein aufs soziale Prestige des Amtes setzt. Sympathisch jedenfalls: der Milliard�r soll mit der U-Bahn zum Rathaus fahren.

Gar nicht gut aus sieht es dagegen f�r den Gouvernator Schwarzenegger: er hat bei einer Volksabstimmung zu seinen ergeizigen Zielen zum Sozialabbau in Kalifornien eine schwere Schlappe erlitten. Hintergr�nde in der LA Times: Schwarzenegger staged a campaign intended to capitalize on his once-robust box-office appeal. He largely shunned unscripted encounters with voters and face-to-face debates with political opponents, sticking instead to friendly exchanges in venues packed with admiring supporters. His campaign echoed the strategy he employed in the 2003 recall campaign, when the product he was selling was "Arnold," the outsider determined to "clean up" Sacramento with the same wit and resolve he showed in his movies. But in the special election, he was pitching a complicated package of ballot initiatives. He wasn't asking voters so much to "join Arnold" � his inclusive recall message � as to choose sides. And in California, his side � the Republican side � is greatly outnumbered by Democrats and political independents. Update: Das Beste: Arnold konnte seine Stimme zuerst gar nicht abgeben, weil die E-Voting-Maschine die f�lschlicherweise schon als abgegeben vermerkt hatte.

Und sonst: Ausspioniert: Erich Schmidt-Eenboom schrieb ein Buch �ber den Bundesnachrichtendienst (BND) und wurde daraufhin selbst beschattet. Ein Skandal, �ber den die Verantwortlichen sich ausschweigen.

Noch mehr BND-News zu "schmutzigen Bomben" statt schmutzigen Beschattungen: Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND h�lt die Bedrohung durch ABC-Waffen, eingesetzt durch Terroristen, f�r "sehr konkret".

Geheimdienste lieben Blogs, das ist nichts Neues, aber jetzt durchforsten sie die offenen Quellen auch gezielt �ber ein Open Source Center, zumindest die CIA.

Vielleicht kam daher auch schon der Tipp zur angeblichen Verhinderung von Anschl�gen in Australien? Australian police expect to make more arrests as part of a counterterrorism swoop which saw 17 men held in custody Tuesday after raids in Sydney and Melbourne.

Kampf dem Br�sseler Lobby-Sumpf: Die Alliance for Lobbying Transparency and Ethics Regulation (ALTER-EU) hat die EU-Kommission zu konkreten Schritten f�r mehr Lobby-Transparenz aufgefordert.

Frankreich-Randale und die Netz-Koordination: Paris geht gegen Blogger vor. Mindestens drei Personen wurden festgenommen, weil sie im Internet zur Gewalt aufgerufen haben sollen.

Mehr zum Fall Judith Miller und zur seltsamen Pressefreiheits-Auszeichnung vom Oktober bei PressThink.

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