2005-10-28

Koalitionspoker: Schweigegel�bde und Trappatoni

--- Derzeit vergeht kein Tag in Berlin, an dem nicht irgendeine Arbeitsgruppe das erwartete Koalitionspapier einer Gro�en Koalition erarbeitet. 16 Gruppen gibt es mit jeweils zw�lf Politikern, ergiebt insgesamt 192 Unterh�ndler, die telefonieren, Termine abstimmen, sich mal in einer Landesvertretung treffen, dann in einer Parteizentrale oder gleich in einem Fachministerium. Theoretisch bekommt die �ffentlichkeit davon nichts mit, weil die Politiker wie deren Referenten ein Schweigegel�bde abgelegt haben, wenn es auch nicht von allen eingehalten wird, erstaunlicherweise aber doch von den meisten. Dabei scheinen einige Fachverb�nde so wenig Informationen zu erhalten, dass neben der Spannung auch Langeweile aufzutaucht. Warum sonst beflei�igt sich die Bahn-Gewerkschaft Transnet heute, eine Pressemitteilung zu Stuttgarts Fu�balllehrer Giovanni Trappatoni herauszugeben? Der hatte als VfB-Coach nach der Niederlage in Rostock gesagt, "wenn er den Druck, der auf ihm laste, nicht aushalten k�nne, w�re er Lokf�hrer geworden. Hier sei "mit einer flapsigen Bemerkung eine ganze Berufsgruppe in Misskredit" gebracht worden, erkl�rte TRANSNET-Vorstandsmitglied Karl-Heinz Zimmermann. Man k�nne feststellen: "Trapattoni reden wie eine Flasche leer", bemerkte der Gewerkschafter mit Blick auf fr�here Aussagen des Trainers. Der Coach habe mit seinen j�ngsten �u�erungen direkt unterstellt, dass Lokf�hrer keinem Druck ausgesetzt seien. Dies sto�e bei den Angeh�rigen dieses Berufsstandes auf v�lliges Unverst�ndnis. "Als zust�ndige Gewerkschaft k�nnen wir Sie nur auffordern, diese Aussage umgehend �ffentlich zur�ckzunehmen", hei�t es in einem Brief an Trapattoni und seinen Verein."
Ja, so ist das, wenn die Zeiten mau sind. Bald aber d�rfte sich Transnet wieder wichtigen Dingen widmen, wenn es etwa um den B�rsengang der Deutschen Bahn AG geht. Dazu werden deren Lobbyisten und die der Transnet wieder ausschw�rmen, damit die Bahn ihr Schienennetz behalten und so bestimmen darf, wer auf dem Schienennetz fahren darf und wer nicht. Das ist eines der noch strittigen Themen in der AG Verkehr, die heute in einer Telefonkonferenz zwischen dem designierten Verkehrsminister Tiefensee und CDU-Verkehrsexperten Dirk Fischer gekl�rt werden soll.