2005-10-21

Bush-Krise: Die Einschl�ge kommen immer n�her

--- George W. Bush sitzt immer lockerer im Washingtoner Sattel, da die Einschl�ge um ihn und seine Regierung herum immer n�her kommen. Zum einen hat die US-Justiz inzwischen Haftbefehl gegen seinen Vertrauten und Republikanerf�hrer Tom DeLay erlassen. Zum anderen wird die Kritik auch von ehemaligen Regierungsmitarbeitern immer lauter:
Zwei Schwergewichte in der amerikanischen Politik �ben derzeit bei�ende Kritik an der Au�enpolitik des US-Pr�sidenten. Sie bescheinigen ihm eine katastrophale und selbstm�rderische Aus�bung seines Amtes und werfen Bush vor, zugelassen zu haben, dass eine Clique die Au�enpolitik kapern konnte. Sie erh�hen damit �ffentlich den Handlungsdruck auf den US-Pr�sidenten, der seine zweite Amtszeit in der Defensive verbringt. ... Zibigniew Brzezinski, der ehemalige Sicherheitsberater, Elder Statesman und Kritiker des Irakkriegs, bringt in einer �u�erst scharfen Form das Urteil �ber die Staatskunst des US-Pr�sidenten auf den Punkt ... Bushs selbstm�rderische Politik habe Amerikas "globale Position gef�hrlich unterh�hlt, weil er ernste Herausforderungen, die aber handhabbar und lokal begrenzt waren, in ein internationales Debakel transformiert hat". Brzezinski f�hrt mit einer Auflistung s�mtlicher Brandherde fort, die Bushs Au�enpolitik angefacht hat. Sie hat das au�enpolitische Bild der USA in der Welt, sei es im Nahen Osten oder unter den Alliierten, ernsthaft besch�digt. ... �hnlich sieht dies Lawrence Wilkerson, der ehemalige Stabschef im Au�enministerium unter Colin Powell. Er geht zum ersten Mal mit der Schilderung an die �ffentlichkeit, wie durch eine "Intrige zwischen Vizepr�sident Cheney und Verteidigungsminister Rumsfeld in wichtigen Fragen Entscheidungen getroffen wurden, von denen die restlichen Ministerien nicht wussten, dass sie gemacht wurden." Er bezeichnete die jetzige Au�enministerin Rice als Teil des Problems und Bush als jemanden, der "in der Au�enpolitik unerfahren und daran auch gar nicht interessiert ist". Vor einer Konferenz der New America Foundation in Washington bekannte der ehemalige Oberst, dass "nun Amerika die Kosten dieser im Geheimen getroffenen Entscheidungen bezahlen muss".
Top-Nachrichtenpriorit�t haben die Insider mit ihrer Schelte zwar noch nicht, daf�r aber weiterhin die CIA-Rove-Plame-Aff�re, wo der Stabschef von US-Vize Cheney nun anscheinend als Bauernopfer herhalten soll. Zumindest w�lzt Bushs Ober-Spindoktor Rove die Schuld auf ihn ab. Mehr dazu in der FTD heute:
In Washington h�ufen sich die Hinweise darauf, dass der f�r die Ermittlungen zust�ndige Staatsanwalt Patrick Fitzgerald in den n�chsten Tagen Anklage gegen einen oder mehrere Cheney-Mitarbeiter erheben k�nnte, darunter sein Stabschef Lewis Libby. Eine Anklageerhebung gegen Libby w�re ein schwerer Schlag f�r die US-Regierung. Der konservative Hardliner ist der einflussreichste Mitarbeiter Cheneys, der seinerseits einer der m�chtigsten M�nner im Wei�en Haus ist. Eine Anklage gegen Libby w�rde auch die Stellung des Vizepr�sidenten ersch�ttern. Dass Cheneys B�ro in den Mittelpunkt der Ermittlungen ger�ckt ist, k�nnte jedoch auch eine gute Nachricht f�r die Regierung beinhalten: Der in die Aff�re ebenfalls verwickelte Chefstratege und wichtigste Berater von Pr�sident George W. Bush, Karl Rove, k�nnte in der Aff�re ohne Anklage davonkommen. Allerdings sind juristische Schritte gegen Rove nicht ausgeschlossen. Der Schaden f�r das Wei�e Haus w�re ungleich gr��er als im Falle Libbys.
Es wird ungem�tlich f�r den Irak-Kriegf�hrer im Herbst 2005 in Washington, zumal er anscheinend schon lange �ber das Treiben seiner engen Mitarbeiter im Bilde war.

Und sonst: Die Nano-Krieger kommen: The (really scary) soldier of the future. Thanks to nanotechnology, he'll be a lethal superman who can heal himself.

Aufruhr rund um Syrien: Mordkomplott zu Syriens Gunsten. Uno-Ermittler Detlev Mehlis hat im Mordfall Hariri die Grundz�ge einer syrisch-libanesischen Verschw�rung aufgedeckt. Sein Bericht kommt einem Stich ins Wespennest gleich: Die Pr�sidenten Syriens und des Libanons, Assad und Lahoud, k�nnten beteiligt gewesen sein.

Blogger-Reichtum: Tweaking for Dollars: Weblogs Inc. and AdSense. Take a look at this Google case study of Weblogs Inc., the network of 100-plus weblogs recently sold to AOL (for a reported $25 million). The case study reports that Weblogs Inc. is bringing in around $3,000 a day from Google across all its blogs.

Hintergr�nde zu Social Software, Semantic Web, Web 2.0, Folksonomy und all den anderen h�bschen Buzzwords: Zettels Triumph. Auf vielen Websites l�sst sich derzeit die Entstehung einer neuen Softwarekategorie beobachten: �Soziale Applikationen� erleichtern die Kommunikation und Interaktion zwischen Personen und Gruppen. Beispiele sind Weblogs, Foto- oder Bookmark-Gemeinschaften sowie Kontaktb�rsen f�r Freundschaften und Gesch�ftsbeziehungen.

Und ebenfalls aus der NZZ von heute mehr zum Fall Judith Miller: Erst M�rtyrerin und nun am Pranger. Erneute Kritik an der �New York Times�

1 Comments:

At 1:04 PM, Blogger Nat said...

Der NZZ-Artikel ist so etwas von l�cherlich. Es wird in keinster Weise gesagt, dass Miller eben dadurch in die Kritik ger�t, weil sie Quellen des Weissen Hauses deckte (bzw. immer noch deckt), die sie f�r eine Schmutzkampagne ben�tzten - sondern es wird nur auf ihre "falschen"Artikel im Vorfeld des Irak-Kriegs hingewiesen... Wieder mal einen Schritt hintendrein. Dass Miller keine Heldin der Pressefreiheit ist, war schon vor zwei Monaten bekannt - aber die Zeitungen folgten der offiziellen und wenig durchdachten Mainstream-Meinung...

Wann wird einmal nicht nur die New York Times hinterfragt, sondern auch unsere Zeitungen? Diese vermitteln ein falsches Bild von den meisten Vorf�llen in der USA, weil sie ganz einfach nur das reportieren, was regierungstreue Zeitungen von sich geben...

Ein Skandal.

Mehr zu diesem Thema (zum Beispiel zu den skandal�sen Vorf�llen um die letzte US-Wahl, die von den Zeitungen einfach nicht berichtet werden wollten) hier: http://www.theunderweb.ch/underradar/2005/08/warum-die-us-wahl-gestohlen-war.html

 

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