2005-09-20

Spindoktoren: Gleichschaltung gelungen


--- Was Toni Blair und seine Spin-Doktoren in Wahl-k�mpfen vorz�glich organisieren konnten, ist jetzt auch der SPD gelungen: Die Gleichschaltung der Positionen der eigenen Mitglieder. Bereits am Wahlabend gab es erste Stimmen, die als Echo von Bundeskanzler Gerhard Schr�der und Parteichef Franz M�ntefering fungierten. Eine Vorstands- und Pr�sidiumssitzung sowie die des gesch�ftsf�hrenden Fraktionsvorstands sp�ter singen alle Mandatstr�ger der SPD das selbe Lied: Wir haben nicht verloren, wir sind die st�rkste Partei, wir stellen den Kanzler. Diese Groteske mag im ersten Moment lustig wirken, bei genauer Betrachtung indes schadet das Ganze doch erheblich der politischen Kultur in unserem Land. Da werden zum einen die Medien verpr�gelt, sie seien nicht objektiv und h�tten den Kanzler im Wahlkampf im Stich gelassen; bei den Reformen forderten sie ohnehin zu schnell zu viel und warteten nicht ab, bis Reformen wirken. Da ist auf der anderen Seite die SPD, die Vollgas gibt nach der Wahl, die die relative Siegerin Merkel unter Druck setzt, montags schon Briefe an die Parteien schickt mit dem Angebot f�r Sondierungsgespr�che, dass die anderen Parteien nat�rlich ablehnen, was der SPD bewusst ist, um sie dann gen�sslich in die Ecke der vaterlands- und verantwortungslosen Gesellen zu stellen. Dabei ist es die SPD, die letztlich Verantwortung ablehnt. Bildet man so verantwortungsvoll eine neue Regierung oder ist es doch so, dass diese Partei auf Biegen und Brechen an der Macht klebt, um nicht am Ende auf der Oppositionsbank zu landen, eingeklemmt von Gr�nen-Opositionsf�hrer Joseph Fischer auf der rechten und Gregor Gysi und Oskar Lafontaine (Linke.PDS) auf der linken Seite? Der Rethoriker muss in der SPD noch gefunden werden, der sich aus dieser illustren Runde hervorhebt, damit die Partei nicht untergeht. Der SPD st�nden dann schwere Zeiten bevor. Aber soweit kommt es wahrscheinlich gar nicht. Schr�ders Ziel steht fest: Wenn er es nicht werden kann, dann wird sie es auf jeden Fall auch nicht. Dann kommen zwei andere, die die gro�e Koalition f�hren. Der geneigte Leser m�ge den Blick gen Hessen und Rheinland-Pfalz richten.

3 Comments:

At 3:46 PM, Blogger accountgel�scht said...

"Dabei ist es die SPD, die letztlich Verantowrtung ablehnt." Echt? und die FDP? Lustig, dass genau die Leute, die immer von Flexibilit�t und kreativen Vorschl�gen reden, sich selber auf einmal immens unflexibel zeigen.

 
At 5:45 PM, Anonymous Anonym said...

Also, es haben auch alle FDPler das gleiche gesagt - und heute das komplette Gegenteil.

Ausserdem stimmt es, dass Medien wohlwollender �ber die CDU berichtet haben ("BILD" ja sowieso, aber auch Spiegel mit seiner absichtlich erlogenen "Kampagne" gegen Trittin und anderem, neuestens etwa der verd�chtigen Plazierung von Wahlkreuzchen n�her an Merkel in Teaserbildern)

 
At 7:04 PM, Anonymous Anonym said...

".. eingeklemmt von Gr�nen-Opositionsf�hrer Joseph Fischer auf der rechten .."

 

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