2005-09-24

Kirchhof zieht bei Medienschelte nach

--- Paul Kirchhof f�hlt sich auch von der Presse ungerechtfertigt behandelt und beklagt allgemein die Manipulation durch die Medien:
Medienmanipulation die zweite: Nachdem Schr�der am vergangenen Wahlsonntag in seiner Klammer-Rede in der SPD-Parteizentrale in Berlin und st�rker noch sp�ter beim Elefantenduell im TV heftige Medienschelte betrieb und inzwischen von Genossen dabei gest�tzt wird, zog Paul Kirchhof am Donnerstagabend auf der Speakersnight am Rand des Kommunikationskongresses des Bundesverbands deutscher Pressesprecher nach. Vertreter der naturgem�� offenen Wissenschaft, die sich dem Transparenzprinzip verschrieben h�tten, k�nnten aufgrund einer manipulativen Medienberichterstattung leicht "ins politische Hintertreffen" geraten, betonte der ehemalige Verfassungsrichter auf sich bezogen in der Berliner Philharmonie. Generell pl�dierte er f�r mehr Sachlichkeit in der Presse, denn "die Macht des Wortes kann Freiheit zerst�ren und Menschen vernichten." Kirchhof nutzte einen seiner ersten gr��eren �ffentlichen Auftritte nach dem mittelm��igen Abschneiden der Union zun�chst f�r eine allgemeine, stark ethisch und moralisch gepr�gte Auseinandersetzung mit der Mediendemokratie. Die Medien h�tten in unserer Welt den "Dirigentenstab" �bernommen, fand der gute Rhetoriker sch�ne Bilder im Konzertsaal. Die Wirklichkeit werde durch sie "wie in einem Holzschnitt abgebildet". Es gehe also um das Hervorheben von Grundstrukturen, wobei ein sauberes Portr�t oder eine entstellende Karikatur herauskommen k�nne. L�ngst sei es kein Geheimnis mehr, dass gerade im Fernsehen die an sich "objektive Kamera" durch die "subjektive Auswahl" des Kameramanns und der Redaktion gelenkt werde. ... Langsam konkret werdend ging der CDU-nahe Parteilose auf die nicht beim Namen genannten Medienmanipulationen beim TV-Duell zwischen Merkel und Schr�der ein. Da seien "Details hervorgehoben oder verborgen worden", gab Kirchhof verklausulierend zu bedenken. Die eine Person h�tte man etwa schon auf dem Weg zum Studio H�nde sch�ttelnd und ins Gespr�ch mit Journalisten vertieft gesehen. Die andere sei mehr oder weniger in die Aufnahmer�ume hetzend und �berwiegend von hinten gezeigt worden. Ihm selbst sei �hnlich zugesetzt worden, kam Kirchhof schlie�lich zur Sache. So sei sein Steuerkonzept h�ufig als Pl�doyer f�r die Einf�hrung einer Art "Kopfsteuer" pr�sentiert worden, obwohl davon seit dem Mittelalter keiner mehr spreche. Regelm��ig h�tten die Journalisten unterschlagen, dass er eben gerade keinen Einheitssteuersatz in H�he von 25 Prozent f�r alle wolle, sondern dass er beispielsweise "Freibetr�ge f�r Sekret�rinnen" vorgesehen habe.
Mehr zur Speakersnight aus dem vergangenen Jahr gibts im Archiv und Fotos von der aktuellen Veranstaltung bei AEDT.

Und sonst: Die get�rkte US-Wahl die x-te: Wahlmaschinenhersteller Diebold hat angeblich absichtlich Hintert�ren in seine Systeme eingebaut. Entsprechend Hinweise machen in der Blogosph�re die Runde.

Bloglines-Chef Mark Fletcher und seine Bill of Rights f�r Blogger: We urge Congress and the FEC to ensure that the Internet, particularly blog activity, remains free from campaign finance regulation. Mehr zu Thema bei Yahoo News: Political Bloggers Demand Speech Freedoms.

Auch US-Elite-Soldaten sollen irakische Gefangene regelm��ig missbraucht haben.

F�nf Jahre Bush und die Polarisierung der rechten US-Blogosph�re.

Hurrikan Rita schl�gt zu.

,

5 Comments:

At 2:31 PM, Anonymous Anonym said...

Ach ja, und zweitens turnt man auf dem PressesprecherKongress rum und tut so als h�tte man zu keiner Zeit einen hoch bezahlten, ex-arbeitslosen oder geschassten CvD oder ex-Nachrichtenchef als Kommunikationsberater von Publicis oder �hnlichem Gew�rge an der Seite gehabt. Und wenn dann die DDVG-Medien die CDU runterputzen und das ZDF die SPD-Chargen karikieren, dann spielt man das verwunderte Tierchen aus der Flu�aue im Brandenburgischen Hinterland. Wo doch ein ordentlicher Professor oder gar BVG-Richter niemals in seinem Leben bzw. seiner Laufbahn die Ellenbogen einsetzen konnte und nun ganz konsterniert ist. Jaja, die anderen sind schuld an meinem Mi�erfolg und ich bin schuld an meinem Erfolg. Mann, wie oft ich diese alte Leier h�ren musste: Da kann man gar nicht soviel essen, wie man kotzen m�chte...

Gru� Moravagine (wissen.blogger.de)

 
At 3:35 PM, Blogger ddd said...

Kirchhof hatte sogar einen Pressesprecher der CDU an seine Seite gestellt bekommen. Der war vorher beim BDLI t�tig und danach beim Bremer Senat, wo er nach dem unr�hmlichen Auftritt seines Wirtschaftssenators (der einem Obdachlosen �ffentlich und vor einem Fotografen der BILD ein Glas Bier �ber den Kopf gegossen hatte, wir erinnern uns) gleich mit ihm gehen durfte. Jetzt sollte er eine neue Chance mit Kirchhof bekommen, um danach im Falle eines Regierungswechsels in die CDU-Parteizentrale zu wechseln. Das d�rfte sich aber jetzt erledigt haben.

 
At 3:30 PM, Anonymous Schoggo-TV said...

Kirchhoff hatte, wohl durch sein wissenschaftlich gepr�gtes Denken, schlicht �bersehen, da� unsere Medien "Meinungen" verkaufen und nicht "Informationen & Wissen" vermitteln - ein, ... sein Mi�verst�ndnis, das er �hnlich auch bei einem �ffentlichen Auftritt in Heidelberg ge���ert hatte (sinngem�� zitiert): sein Fehler beim Wechsel von der Wissenschaft in die Politik sei gewesen, da� in der Politik gezielt mit Fehlinformationen gearbeitet werde.
Schade, wieder ein f�higer Kopf, der durch "storygeile" Journalisten & Journalistinnen verheizt worden ist.
So wird das Wissen in einem weiteren Fall wieder dort verbleiben, von wo es eigentlich ausbrechen sollte: dem angeblichen Elfenbeinturm.

 
At 5:57 PM, Anonymous Anonym said...

Kirchhoff hat total recht!
http://www.myblog.de/kewil

 
At 5:58 PM, Blogger Dr. Dean said...

Kirchhof zum Thema Medienmanipulation im Wahlkampf:

"Die eine Person h�tte man etwa schon auf dem Weg zum Studio H�nde sch�ttelnd und ins Gespr�ch mit Journalisten vertieft gesehen. Die andere sei mehr oder weniger in die Aufnahmer�ume hetzend und �berwiegend von hinten gezeigt worden. Ihm selbst sei �hnlich zugesetzt worden, kam Kirchhof schlie�lich zur Sache.

*Kopfsch�ttel* - Okay, er kann im Miligrammbereich differenzieren, aber wie lange wird es wohl brauchen, bis Herr Kirchhof merkt, dass die W�hler in Deutschland seine Idee von Gerechtigkeit einfach nicht teilen?

Nur, weil Kirchhofs (von vielen Medienseiten unterst�tzte) Verkaufsmasche nicht zog, sollte er nun nicht �ber Medienmanipulation klagen! Er wurde hochgejubelt und mault. Ja, wor�ber eigentlich? Herrn Kirchhof fehlt die politische Reife.

Wird er jemals verstehen, dass seine �bergro�e Pr�potenz im H�rsaal gewiss nicht st�rt, aber f�r gr��ere Aufgaben eher hinderlich ist? Wenn er das nicht glaubt, so m�ge er doch mal genauer �berdenken, auch auf die eigene Person hin, wie die Deutschen bei Schr�der das laut-arrogante Paviansgehabe in der Elefantenrunde fanden.

N�mlich nicht so dolle. Und dann meint Kirchhof anl�sslich eines Kommunikationskongresses (welch h�ssliches Wort!) noch:

"Alle gro�en wissenschaftlichen Theorien brauchen zwanzig Jahre, bis ihnen der Durchbruch beschieden ist."


Hahaha!

"Gro�e wissenschaftliche Theorie" - hatte ich das Wort "Pr�potenz" schon untergebracht? Der "gro�e Wissenschaftler" unserer Zeit Kirchhof sollte wissen, dass sein subjektives Empfinden in Bezug auf Gerechtigkeit, nicht wissenschaftlich beweisbar ist. Einen Begr�ndungsansatz f�r alternative normative Sichtweisen findet man z.B. hier.

Im �brigen ist seine Idee eines �ber Freibetr�ge gem��igten Einheitssteuersatzes keine "neue" Theorie, sondern hat bereits einen �ber hundertj�hrigen Bart. Was zugleich anzeigt, dass es Herrn Kirchhof etwas an geistiger Frische mangelt.

Guten Tag!

 

Kommentar ver�ffentlichen

<< Home