2005-09-03

Katrina, die Blogger und das Netz als Hilfswerkzeug

--- In der Berichterstattung �ber die von Katrina angerichtete Katastrophe im S�dosten der USA wird verst�rkt auch auf das Internet als Informations- und Hilfsmittel etwa zur Suche nach Vermissten und Koordination von Wohnungsangeboten hingewiesen. Einen Bericht �ber die New-Orleans-Blogger und -Foren etwa findet sich in Spiegel Online:
"Online Journalism Review" sammelt die Links zur Berichterstattung, und nat�rlich w�chst nun auch die Zahl der Blogs, die eben das auch versuchen. Die Stadt selbst und ihre Umgebung mag weitgehend "tot" sein, doch rundherum und rund ums Thema New Orleans entsteht eine Informationsnetz, wie es dichter gewebt kaum sein k�nnte. Und auch, wenn das Internet als Kommunikationsmittel aus dem betroffenen Gebiet nicht minder versagt haben mag als alle anderen Medien auch, erwies es sich letztlich als �berlegen. Denn wo der Leser, H�rer oder Zuschauer vor der Flut unfassbarer Nachrichten, die die klassischen Medien verbreiten, nur noch verstummen kann, verleiht das Web allen Betroffenen und Interessierten eine Stimme. Und im schlimmsten Fall sorgt das Web sogar daf�r, dass die Medien selbst nicht verstummen. Nichts zeigt das so deutlich wie die Webseite der "New Orleans Times-Picayune", die auch den Kontaktforen f�r die "St. Tammany Parish" und viele andere als publizistisches Dach dient: Online berichtet die Lokalzeitung weiter, obwohl es sie "auf Papier" nat�rlich nicht mehr gibt. Die Druckmaschinen, die Produktions- und Redaktionsr�ume sind f�r das Redaktionsteam unerreichbar. Online aber macht die "Nola" weiter. "Thank God", res�mierte die "Washington Post", "for the Internet." Aus der Not geboren wagt die "Nola" hier ein Medien-Experiment, das weit �ber alles hinausgeht, was etablierte Medien in Sachen Blogs und Foren bisher wagten. Seit dem Donnerstag wird augenf�llig, dass das Forum der "New Orleans Times" sich zu einer Art kollektivem Blog entwickelt, aus dem einerseits exklusive, aller Wahrscheinlichkeit nach authentische Vor-Ort-Eindr�cke in die mediale Berichterstattung einflie�en, w�hrend es zugleich kommunikative Schnittstelle im Chaos ist. So wird die "Nola"-Seite vielleicht zum ersten glaubw�rdigen, von einem professionellen Medienhaus betriebenen "Weblog". "Wir sitzen hier auf dem Dach unseres Hauses, " schreibt da einer am Donnerstag, "und trauen uns nicht herunter. In den Stra�en sind Bewaffnete unterwegs. Wenn das hier jemand liest, bitte sagt der Polizei Bescheid, dass die jemanden vorbeischicken. Wir brauchen Hilfe!" Live erlebt man im Forum, wie die Geschichte von Katastrophe, Solidarit�t im Elend, von Gleich- und Heldenmut abkippt ins post-apokalyptische Chaos-Szenario von New Orleans, wie es sich am heutigen Freitag darstellt: mit bewaffneten Gangs, Schie�ereien, Pl�nderungen, Kriegsrecht und dem Schie�befehl an die Polizei, die die Situation nicht unter Kontrolle bekommen kann.
Als wichtiges Hilfsmitteln hat sich etwa auch die Community Craigslist herauskristallisiert. Poynter Online verweist zudem auf Blogger, die auf die "vergessenen Gebiete" au�erhalb der Mississippi-Metropole aufmerksam machen. Und Wired News interviewt den Macher von Scipionus.com, einem auf Google Maps aufbauenden, selbst editierbaren Infoseite zu den Befindlichkeiten und Stra�enzerst�rungen im Katastrophengebiet. Dort auch interessant die Hintergr�nde, wieso all die seit Jahren vorhandenen Computersimulationen des Disasters letztlich doch nichts brachten. Ray Nagin, der B�rgermeister des nie sonderlich reichen New Orleans, war derweil reichlich "pissed" �ber Bush und Co. in Washington.

Update: Inzwischen auch bei Techology Review ein Bericht zu Katrina: A Defining Moment for Blogs.

Und sonst: Auch die c't kommt am Bloggerhype nicht mehr vorbei.

Heute ist der Jahrestag der Beslan-Geiselaff�re: Beslan remembers bloody end to school siege.

War Games: Der spielerische Krieg. �ber die Verwischung von virtuellem und realem Krieg durch Videospiele.

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2 Comments:

At 6:35 PM, Anonymous Anonym said...

Also New Orleans liegt immer noch in Louisiana, nicht in Mississippi.

 
At 7:16 PM, Blogger sk said...

das bezog sich auf den kleinen fluss, an dem NO liegt.

 

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