2005-08-26

"Agenda Setting Power" aus dem Netz

--- Derzeit �berschlagen sich die Medien mal wieder mit Berichten rund um den Citizen Journalism. Die FTD hatte diese Woche etwa ein St�ck zum Thema �ffentlichkeitsarbeit: Risiko vernetzter Kunde �ber die Herausforderungen durch Weblogs f�r den Rest der Welt:
Moderne Kommunikationskan�le wie Weblogs, Email und SMS werden genutzt, um in hoher Geschwindigkeit Mehrheiten zu organisieren, Nachrichten zu verbreiten und zu diskutieren. Gut verfolgen lie� sich das bei der Organisation der Revolution in der Ukraine oder den Protesten gegen den G8-Gipfel: �ber SMS-Verteiler wurden Demonstranten informiert und erschienen pl�tzlich wie aus dem Nichts am verabredeten Ort. Forscher bezeichnen dieses Verhalten als "Schwarmintelligenz" - und schw�rmen selbst von "einer v�llig neuen Art des Denkens", wie der deutsche Kommunikationstheoretiker Norbert Bolz glaubt. Auch wenn weniger optimistisch gesinnte Zeitgenossen das Ph�nomen eher in der Rubrik "Herdentrieb" einordnen - die Auswirkungen sind real. "Die Massenmedien haben ihre "Agenda Setting Power" zum Teil an die digitale Community verloren", sagt Thomas Str�tling, Gesch�ftsf�hrer bei Ahrens & Bimboese, einer Agentur f�r Kommunikationsforschung und -beratung in Berlin. Mit weit reichenden Folgen f�r die Arbeit der �ffentlichkeitsarbeiter: "Das �bliche Abschmettern mit Pressemitteilung und Gegendarstellung funktioniert in Krisensituationen nicht mehr", sagt Str�tling. Wird ein Weblog abgemahnt, steht die Geschichte in kurzer Zeit auf einer anderen Seite, und oft sind die Urheber gar nicht erst ausfindig zu machen.
Ansonsten sind iKauder und Co. mittlerweile auch bei Telepolis angekommen, wo es in einem kurzen Artikel um Podcasts als Medium politischer Kommunikation geht. Den ganzen Hype werden wir wohl noch einige Zeit �ber uns ergehen lassen m�ssen, angesch�rt etwa vom "BlogDay 2005".

Und sonst: Reaktionen auf das Wahlurteil vom Bundesverfassungsgericht und zur anbrechenden "Kanzlerdiktatur" zusammengefasst im heutigen Newsletter der Kampagne 05 und in Telepolis.

Cyberwar Revisited: Cybertroops Keep War Games Real. The Pentagon marshals thousands of computer-generated soldiers, tanks, ships and networked flight simulators to make large-scale training exercises more realistic than ever before.

Terroraufruhr in Hamburg: Fahnder nehmen drei M�nner in Gewahrsam. Bei den 21- bis 25-j�hrigen Tschetschenen handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um jene Personen, nach denen seit Donnerstag in einer Gro�fahndung gesucht worden war, wie der Leiter des Hamburger Landeskriminalamtes, Reinhard Chedor, am Freitag mitteilte. Insgesamt waren 255 Personen im Rahmen der Aktion �berpr�ft worden. Die Polizei hatte Fahndungsbilder der M�nner ver�ffentlicht, die bei verd�chtigen �u�erungen an einer Bushaltestelle belauscht worden waren. Bei dem Gespr�ch auf arabisch soll nach Aussage des Ohrenzeugen der Satz vorgekommen sein: "Wir werden morgen als Helden vor Allah stehen."

Personendossiers nie gekannter Ausma�e: Kritik an Gesetzentwurf zur Anti-Terror-Datei. Sechs Bundesl�nder haben einen Entwurf f�r eine Anti-Terror-Datei erarbeitet. Er sieht laut S�ddeutscher Zeitung eine Volltext-Datei vor und nicht die von anderen bevorzugte Index-Datei.

Glotz ist tot: Vordenker, Vielschreiber, Vielredner. So lauteten einige der nicht immer schmeichelhaften Titulierungen. Sich selbst bezeichnete Peter Glotz in den letzten Jahren h�ufig als �beschleunigten Menschen�, der sich bereit f�r die Aufgaben des �digitalen Kapitalismus� macht.

Offene Fragen zum Beslan-Jahrestag: For Russians, Wounds Linger in School Siege. A year after the siege in Beslan, there is scarcely more clarity about what happened than there was immediately after the event.

, ,

1 Comments:

At 10:54 AM, Anonymous Anonym said...

"Gut verfolgen lie� sich das bei der Organisation der Revolution in der Ukraine" haha soweit mir bekannt wurde die orangene Revolution ausschliesslich �ber die Massenmedien transportiert worden. Geldgeber waren unter anderem die Volkswagenstiftung, die Friedrich-Naumannstiftung und zahllose andere. Die haben Fl�ge, Unterkunft und Pressematerial f�r die deutsche Journaille organisiert. Eigene Recherchen hat natr�lich keiner gemacht, warum auch wenn man im Luxushotel sitzt und das Material schon fertig geliefert bekommt, da will man ja nicht mit unbequemen Fragen nerven. Die Berichterstattung war ausserdem falsch und verzerrend. Auch dass die Pora fast ausschliesslich mit Geldern des amerikanischen Kongress (offiziell bewilligt) finanziert wird, scheint niemand zu st�ren. Schliesslich sind die Ukraine noch gar nicht in der Lage sich selber demokratisch zu organisieren(??)
Was allerdings nach dieser sogenannten Revolution dort abl�uft interessiert doch kein Mensch, welche Zeitung berichtete z.b folgendes:
Selbstverbrennung vor dem ukrainischen Parlament
W�rde ja auch nicht ins Konzept passen, dass jemand gegen Demokratie protestiert...

 

Kommentar ver�ffentlichen

<< Home