2005-08-30

36 Jahre Mediendemokratie

--- Die Zeit wirft einen Blick zur�ck auf 36 Jahre Mediendemokratie und die Verstrickungen von Medien und Politik -- von Willy Brandt bis Gerhard Schr�der. Lesenswertes St�ck, wenn auch teilweise etwas manieriert und nicht sonderlich klar auf dem Punkt:
Ohne Nostalgie: Ein beschwingendes Gef�hl von Autonomie und Hineinredenk�nnen beherrschte noch in den siebziger Jahren das Gros der jungen Journalisten. Die vierte Gewalt, das sind wir! �bersch�tzte man im �berschwang, beim �mehr Demokratie wagen� schreibend dabei zu sein, seine Freiheit, seinen Einfluss? Die Bonner Korrespondenten hockten eng mit der Politik zusammen, sehr eng. So sehr man auf der Hut sein wollte, sich nicht einbinden zu lassen � dabei sein wollte man auch. Ein Schmiergeld namens N�he �berschrieb der Journalist Peter Zudeick eine Philippika gegen diese Enge, die es schwer machte, die Rollen zwischen Politikern und Journalisten trennscharf auseinander zu halten. ...



Das Fernsehen bricht herein: Die Wechselbeziehung zwischen Journalisten und Politik am Tatort nahm sich auch zu Helmut Schmidts Zeiten noch vergleichsweise unkompliziert aus, obgleich der h�ufig �ber die �Medienbarriere� klagte und auf das unordentliche V�lkchen gern ein bisschen mehr p�dagogischen Einfluss gehabt h�tte. Laut schimpfte er dar�ber, dass das Fernsehen zu Oberfl�chlichkeit verf�hre, f�r seinen Berufsstand sei es gef�hrlich, weil es �sympathies�chtig� mache. Schmidt pr�gte das Wort vom �Staatsschauspieler�, aber darin schwang mit, dass einer, der das durchschaut, auf dem R�cken des Tigers reiten k�nne. Aus Brandts �Randfiguren� wurde allm�hlich die �Meute�, auch �Wegelagerer�. Aber noch hatte das etwas Augenblinzelndes: Klaus B�lling, Kurt Becker, R�diger von Wechmar und eine Heerschar von Mitarbeitern verwendeten unendlich viel Zeit darauf, die Politik zu erkl�ren und abzusichern, ohne dass man das Gef�hl hatte, Spin-Doktoren aufzusitzen. War das Selbstbetrug? Nein, man hatte es noch mit Handwerkern der Macht zu tun, nicht mit Public-Relation-Fachleuten, und es standen noch Trennw�nde zwischen Politikern, Journalisten, Inszenierungsprofis und Demoskopen. ... Die legend�re Performance des jungen Kanzlers Schr�der, der glaubte, mit der qualmenden Cohiba zwischen den Z�hnen oder den Lifestyle-Anz�gen ein Image zu verfestigen, von dem er dauerhaft profitiert � Pal�olithikum! Angela Merkels Wechselfrisuren und Apricotkost�mierungen wirken wie nette Zitate aus jenen Lehrjahren. Leichter hat Gerhard Schr�der sich den Umgang mit den Medien gewiss vorgestellt. Medien sind �Chefsache�! Wenn es, wie er glaubte, prim�r auf �Bild, BamS und Glotze� ankommt, dann k�mmert er sich eben pers�nlich darum. Schlie�lich, dass er �kann� mit den Medien, wei� man � und das hat er bewiesen. Nur hat sich etwas entkoppelt. Es steht Kanzlern gut an, sich in der Arena der postmodernen Mediendemokratie zu tummeln. Aber es versendet sich. Dem Raum fehlt der Resonanzboden.
Und sonst: Kaum zu glauben: Frauen in Frauendom�ne PR benachteiligt: Ladykiller "Public Relations". Selbst in einem von Frauen dominierten Beruf sind M�nner erfolgreicher.

Die FAZ portr�tiert den roten Sheriff Otto Schily und den von ihm hervorgerufenen "Klimawandel" aus konservativer Sicht (sprich: beim Aufbau des �berwachungsstaates noch zu wenig erreicht).

Auch Katrina entgeht den Hurrikan-Bloggern nat�rlich nicht, hier eine Linkliste. Noch mehr Links beim Instapundit.

Letzter Teil der Wahlkampfserie mit dem Check der Programme der gr��eren Parteien bei heise/c't aktuell, dort auch Links zur kompletten Reihe.

Befragung: Weblogs als PR-Tool.

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