2005-07-22

London-Anschlag: Zu viel Aceton, zu wenig Peroxid

--- Gro�es R�tselraten um die im Ansatz stecken gebliebenen neuen Anschl�ge in London: Anscheinend war eine weit gehende Wiederholung der Attentate vom 7. Juli geplant, anscheinend sogar mit dem gleichen Sprengstoff, der aber schon zu "alt" gewesen sein k�nnte:
Die Bomben waren in drei U-Bahnen und einem Doppeldeckerbus, versteckt in Rucks�cken, abgelegt worden. Allerdings war nach Berichten vom Abend nicht der Sprengstoff selbst detoniert, sondern nur die Z�nder der Sprengs�tze. Die britische Nachrichtenagentur Press Association berichtete seien vier �brauchbare� Sprengs�tze gefunden worden, die in Rucks�cken steckten. Drei der vier Sprengs�tze seien offenbar genauso schwer und gro� wie die Bomben, die am 7. Juli explodierten. Der vierte gefundene Sprengsatz war demnach kleiner. Die Polizei gehe von vier Attent�tern aus, die m�glicherweise auch sich selbst in die Luft h�tten sprengen wollen. Sie seien noch auf der Flucht. Die BBC berichtete, dass die im Bus gefundene Bombe so stark nach Aceton gerochen hat, dass die Fachleute zun�chst einen Chemiewaffenanschlag bef�rchteten. Der Geruch sei jedoch entstanden, weil die Sprengk�rper falsch gez�ndet worden seien - mit zu viel Aceton und zu wenig Peroxid. Die Ermittlungen bei den erneuten Anschl�gen beziehungsweise Anschlagsversuchen st�nden m�glicherweise vor einem �bedeutenden Durchbruch�, da an den Tatorten wichtige Spuren gesichert worden seien, sagte Scotland Yard-Chef Ian Blair. Auf den Rucks�cken k�nnten nun Fingerabdr�cke und DNA-Spuren sichergestellt werden, hie� es. Ein Experte sprach von einem �kriminaltechnischen Eldorado�. Au�erdem k�nne m�glicherweise festgestellt werden, ob der verwendete, aber nicht explodierte Sprengstoff zur selben Quelle wie die Bomben vom 7. Juli geh�rt, hie� es am sp�ten Abend. Gemutma�t wurde, dass es sich um Sprengstoff aus derselben Tranche wie vor zwei Wochen handeln k�nnte, weil er innerhalb dieser Zeitspanne quasi �schlecht� geworden und deshalb nicht explodiert sei.
Ein Ziel haben die Terroristen aber bereits erreicht: die Furcht vor weiteren Trittbrettfahrern ist verst�ndlicherweise inzwischen gro� in London, Das f�hrt anscheinend auch zu ersten �bersprunghandlungen wie der Erschie�ung eines anscheinend asiatischen Mannes in der U-Bahn-Station Stockwell. Doch es gibt auch unbest�tigte Berichte, wonach es sich um einen der vermutlichen Attent�ter oder einen weiteren Nachahmer gehandelt haben k�nnte. Derweil haben sich die Abu Hafs al Masri Brigaden mal wieder rasch die Bombenattentate auf die Fahne geschrieben. Diese werden allgemein aber als Trittbrettfahrer der al-Qaida betrachtet, die allein um Medienaufmerksamkeit buhlen. Mehr zum Thema in Spiegel Online und Telepolis.

Update: Videoaufnahmen der gestrigen Attent�ter sind jetzt freigegeben worden.

Und sonst: Hat der viel ger�hmte "Citizen Journalismus" in London dieses Mal versagt? Eine Einsch�tzung dazu auch in der Washington Post Online.

Antiterror-Gesetze in den USA kurz vor Verl�ngerung: Renewed Patriot Act Gets Boost in House, Senate Panel. Within hours of a second attack on the London transit system, lawmakers in the House and Senate pushed ahead yesterday with starkly different bills to extend the controversial USA Patriot Act anti-terrorism law.

Nach dem New Yorker jetzt auch in der Welt: USA manipulierten angeblich Wahlen im Irak. Washington versuchte Magazin-Recherchen zufolge, Stimmabgabe f�r schiitische Parteien zu unterlaufen.

1 Comments:

At 7:25 PM, Blogger oskar-der-grosse said...

Hallo Spindoktor schreib doch auch mal was �ber die Milit�raktionen die uns den Terror eingebrockt haben, heute war da ein sehr delikates Interview im "Freitag" mit einem Bundeswehroffizier
http://www.freitag.de/2005/29/05290701.php

 

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