2005-04-26

Visa-TV: Fischer kann nicht alle �berzeugen

--- 12 Stunden-Visa-TV-Marathon gestern bei Phoenix -- das konnte wohl wirklich niemand ernsthaft durchhalten. Der �ffentlich-rechtliche Spartensender erfreute sich trotzdem an Rekordquoten mit 6 Millionen Zuschauern. Eine Zusammenfassung wagt man dort gleich auch mitsamt einem Ausblick: Joschka Fischer hat ausgesagt und alle sind zufrieden: Die Regierung sieht wenig Spannendes und spricht von einer "schlechten Performance" der Opposition. Die wiederum nennt die Aussage ein "Gest�ndnis" und wiederholt ihre R�cktrittsforderung. Nach derzeitigem Stand stehen noch acht Sitzungen zur Visa-Aff�re an. Auch Fischer k�nnte nochmals vor den Ausschuss zitiert werden. Am vorl�ufig letzten Termin, dem 8. Juli, wird Innenminister Otto Schily (SPD) vor dem Gremium erwartet. Joschka kam auf jeden Fall wiederholt ganz sch�n ins Stammeln und kokettierte bewusst damit, dass die Opposition doch einen parlamentarischen Abberufungsbescheid stellen k�nnte. Er selbst bleibt lieber auf seinem Sitz kleben, weil er doch nur im Sinne einer heileren Welt agiert habe und nicht immer gut aufgekl�rt worden sei. Man hat es ja nicht leicht als Spitzenpolitiker und Oberdiplomat. Eine Zusammenfassung von Pressestimmen zur Marathonsitzung vor dem Untersuchungsausschuss gibts von Agenturen:

"Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Frankfurt): "Im Visa-Untersuchungsausschuss geht es beileibe nicht um "umfassende Aufkl�rung" (Fischer), sondern um m�glichst gro�e Wirkung auf die �ffentlichkeit. Dieses immer schon existierende Motiv aller Beteiligten wurde durch die �bertragung im Fernsehen noch verst�rkt. Die Opposition hatte und hat es da weit schwieriger als der Zeuge, muss sie doch die W�hlarbeit in dieser Untersuchung leisten, um am Ende nur das best�tigen zu k�nnen, was Fischer mit gro�er Geste schon zugab: dass er die Verantwortung f�r sein Versagen und das seines Ministeriums tr�gt. Fischer gab sein Bestes. Man wird sehen, wie weit das noch reicht."

"S�ddeutsche Zeitung" (M�nchen): Der Tag im Visa-Untersuchungsausschuss wird ihn eher wieder stabilisieren: Der H�hepunkt dieser Skandalgeschichte ist jetzt wirklich �berschritten, neue Erkenntnisse gibt es nicht, es wird sie wohl auch nicht mehr geben. Es geht jetzt um die Bewertung der schon bekannten Fakten: Denn bekanntlich verwirren nicht die Dinge die Menschen, sondern die Ansichten �ber die Dinge. Und hier f�hrt der Fischer-Tag im Untersuchungsausschuss zur l�ngst notwendigen Redimensionierung des Skandals."


Es bleibt also vorl�ufig alles beim Alten, mit oder ohne Spindoktor-TV. Fischer hatte jedenfalls schon vorher imagem��ig m�chtig verloren, da hilft auch die �ffentliche Verteidigung nun nix mehr. Ausf�hrliches zum Thema all�berall in den Medien und beispielsweise in Telepolis.

1 Comments:

At 11:11 AM, Anonymous Anonym said...

http://www.satirezeitung.de/include.php?path=content/articles.php&contentid=479&PHPKITSID=0ab7e4966678f40d5541ab88bc5b9168

 

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