2005-02-05

Spass am T�ten im Anti-Terrorkrieg

--- Muss man denn wirklich gleich so direkt sagen, dass Krieg und T�ten angeblich auch eine Menge Spa� bringen? Telepolis widmet sich den j�ngsten �u�erungen des erfahrenen Anti-Terrorkriegers Generalleutnant James Mattis und zitiert sie im Original: Actually, it's a lot of fun to fight. You know, it's a hell of a hoot. ... It's fun to shoot some people. I'll be right upfront with you, I like brawling. ... You go into Afghanistan, you got guys who slap women around for five years because they didn't wear a veil. You know, guys like that ain't got no manhood left anyway. So it's a hell of a lot of fun to shoot them. ... Dass dem schie�freudigen Offizier dann gleich der Kommandeur des Marine Corps, Mike Hagee, zu Hilfe eilt und entschuldigend erkl�rt, dass sich solche �u�erungen lediglich der harten Wirklichkeit der Krieges verdanken, ist zwar zu erwarten gewesen, macht die Sache aber eher noch schlimmer. Hagee meint, er h�tte dies halt anders ausdr�cken sollen, sei aber "einer der tapfersten und erfahrensten milit�rischen F�hrer". K�mpfer sind halt nicht immer diplomatisch, auch wenn sie F�hrungspositionen einnehmen. Mit derlei Spr�chen und dem Herumgespinne danach wird die Beziehung zu den "befriedeten" und "befreiten" V�lkern kaum besser werden.

So schl�gt in den Medien der anf�ngliche Optimismus nach der Wahl im Irak auch schon wieder in Pessimismus um, siehe etwa einen Bericht in der online beim Design leicht aufgefrischten Welt zur Lage vor Ort: Eine Situation ist entstanden, in der Optimisten vor einem B�rgerkrieg warnen; Pessimisten sagen, da� er l�ngst begonnen hat. Fast 2000 Soldaten, Polizisten und Nationalgardisten des neuen Irak sind bis jetzt in diesem Konflikt gefallen. Terrorf�hrer Abu Mussab Al Zarkawi versucht, diese Stimmung f�r seine Zwecke zu mi�brauchen und greift immer wieder schiitische Ziele an. Damit will der geb�rtige Jordanier einen B�rgerkrieg provozieren. Nach der Parlamentswahl hat sich das Gef�hl der Entfremdung bei vielen Sunniten verst�rkt. Der neue Ministerpr�sident wird wohl aus den Reihen der siegreichen schiitischen Allianz kommen; der Pr�sident m��te ein Kurde sein, denn die Kurden werden als Folge des sunnitischen Wahlboykotts den zweitgr��ten Block im Parlament stellen. Die Sicherheitskr�fte bestehen aus Schiiten und Kurden, gef�hrt von den Amerikanern. Eine kurdische und schiitische Regierung also mit kurdischen und schiitischen Streitkr�ften und einer kurdischen und schiitischen Agenda. Die Sunniten verstehen sich als die einzigen, denen der Irak wichtiger ist als ihr eigenes Teilgebiet. Sie erwarten ihre weitere Entmachtung und ein Auseinanderbrechen der Heimat. Das Gef�hl des Verratenseins ist um so gr��er, als die Sunniten - etwa ein F�nftel der Bev�lkerung - das Land stets regiert haben und unter Saddam Hussein, selbst Sunnit, zur privilegierten Klasse erhoben wurden. Das f�hrt zu Anspruchsdenken. Die meist sunnitischen Machteliten in Orten wie Ramadi und Falludscha haben alles verloren und sehen keine Chance, wieder zu Macht, Geld und Einflu� zu gelangen - au�er durch Waffengewalt. ... Das Problem ist erkannt, aber eine L�sung wird es nur geben, wenn ma�gebliche Vertreter der Sunniten in die Regierung einbezogen werden.

1 Comments:

At 5:04 PM, Blogger Markus said...

(pseudo-trackback)Gibt auch ein Video online: Das Publikum ist am�siert von den �u�erungen. Traurig.

 

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