2004-10-05

Rumsfeld: Wir sind irrt�mlich in den Irak-Krieg gezogen

--- US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist immer wieder f�r eine �berraschung gut. Nun best�tigte er erstmals offiziell, was zwar l�ngst schon alle wissen, die Spindoktoren im Wei�en Haus jedoch bislang immer noch sehr gewunden ausdr�ckten: "Es hat sich herausgestellt, dass wir keine Waffen gefunden haben", sagte er am Montag vor dem Rat f�r ausw�rtige Beziehungen in New York. "Warum das Geheimdienstmaterial falsch war, kann ich nicht sagen." Noch in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox News hatte Rumsfeld behauptet, Saddam Hussein habe seine Waffen vermutlich vor Beginn der Invasion versteckt. Zudem musste Rumsfeld eingestehen, dass sich Informationen �ber eine Verbindung zwischen dem gest�rzten irakischen Staatschef und al-Kaida nicht best�tigt haben. Auf Nachfrage sagte er: "Soweit ich wei�, habe ich keine starken Beweise f�r eine Verbindung gesehen." Damit r�ckt Rumsfeld von fr�heren Erkl�rungen in diesem Zusammenhang ab. Das Eingest�ndnis kommt in einer Zeit, in der die US-Truppen im Irak in einen Guerilla-Krieg bislang unbekannten Ausma�es verstrickt sind: The U.S. military is fighting the most complex guerrilla war in its history, with 140,000 American soldiers trained for conventional warfare flailing against a thicket of insurgent groups with competing aims and no supreme leader. The three dozen or so guerrilla bands agree on little beyond forcing the Americans out of Iraq. In other U.S. wars, the enemy was clear. In Vietnam, a visible leader - Ho Chi Minh - led a single army fighting to unify the country under socialism. But in Iraq, the disorganized insurgency has no single commander, no political wing and no dominant group. U.S. troops can't settle on a single approach to fight groups whose goals and operations vary. And it's hard to sort combatants from civilians in a chaotic land where large parts of some communities support the insurgents and others are too afraid to risk their lives to help foreigners. Da stellt sich nat�rlich die Frage, wie lange die US-Bev�lkerung es noch akzeptieren wird, dass die GIs weiter im Zweistromland aufgrund eines -- schon vor Kriegsbeginn offensichtlichen -- Geheimdienstfehlers k�mpfen und ihr Leben lassen. Mitschuld an der pl�tzlichen "Erkenntnis" Rumsfeld waren vermutlich auch neue Presseberichte in Zeitungen wie der New York Times am Sonntag, die noch einmal die ganzen Irrt�mer und Spinnereien der Bush-Regierung rund um die vermeintlichen Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins zusammenfassten.

Update: Ein Missverst�ndnis -- nicht der Irak-Krieg, sondern bei der Wiedergabe von Rumsfelds �u�erungen, rudert das Pentagon nun zur�ck. So sei es doch nicht gemeint gewesen. Das -- wohlgemerkt vorbereitete -- Redemanuskript ist auf der Pentagon-Site verf�gbar, genauso wie die Erkl�rung zu den �u�erungen in New York. Demnach ist die CIA nat�rlich der S�ndenbock f�r das Irak-Debakel.