2004-10-27

Endspurt in der Schlacht ums Wei�e Haus

--- Spiegel Online zieht Res�mee bei der Schlacht ums Wei�e Haus mit all ihren kleinen und gro�en L�gen und Spinnereien: Es war ein Wahlkampf der grotesken Rekorde - in jeder Hinsicht: der teuerste, l�ngste, spannendste, bitterste, schmutzigste, verlogenste, skurrilste, leidenschaftlichste. "Das Beste und das Schlimmste, was die Demokratie zu bieten hat", bilanziert das Wochenmagazin "Time". ... Und was hat es am Ende gebracht? Die Kandidaten stehen einander fast genau so gegen�ber wie vor sechs Monaten, als alles begann: Kopf an Kopf, mit einem statistisch bedeutungslosen Vorsprung des Amtsinhabers. Den Aufwand h�tte man sich sparen k�nnen. Oder auch nicht. Denn diese sechs Monate haben einem allerhand dar�ber gelehrt, wie amerikanische Politik in den Zeiten nach 9/11 funktioniert. ... Diese Schlammschlacht begann so fr�h wie nie zuvor. Schon im Februar meldete Online-Klatschkolumnist Matt Drudge (der Bill Clintons Aff�re mit Monica Lewinsky "enth�llte"), John Kerry stehe davor, �ber einem �hnlichen Sex-Skandal zu "implodieren". Das Internet blies die Story so auf, dass die fragliche Dame, die Journalistin Alexandra Polier, zum popul�rsten Google-Suchobjekt wurde: "Das mag nur eine Fu�note im Wahlkampf gewesen sein", berichtete Polier �ber den pers�nlichen Fallout, "aber es hat mein Leben komplett ver�ndert." ... Bald empfahl Vizepr�sident Dick Cheney dem demokratischen Senator Patrick Leahy: "Go fuck yourself." Und Kerry nannte die Gegner "die betr�gerischste, verlogenste Gruppe von Menschen, die ich je gesehen habe". Der Wegfall der Schamgrenzen �berraschte nicht. Die Fronten waren hart wie nie, Nerven lagen blo�, Leidenschaft vermischte sich mit Gift und Galle. ... Die alten Rechnungen von 2000, das Trauma von 2001: Das waren die Leitmotive dieses Wahlkampfes. Eine Schicksalswahl, zumindest wollen sie das den W�hlern glauben machen. ... Manche Kenner rechnen damit, dass das rechnerische Wahlergebnis diesmal genau andersrum ausfallen k�nnte als vor vier Jahren. "Es ist gut m�glich, dass Bush jetzt die absolute Mehrheit gewinnt und Kerry die Mehrheit der entscheidenden Wahlm�nner-Stimmen", sagt der renommierte Demoskop Maurice Carroll. Das w�re bittere Ironie - und der passende Abschluss dieses Spektakels.

Update: Telepolis fasst die massiven Probleme mit den elektronischen Wahlmaschinen zusammen, w�hrend die FTD �ber die zu erwartenden Schwierigkeiten bei der Wahlbeobachtung durch die OSZE berichtet. Aber wer h�tte gedacht, dass die OSZE in einer uralten Demokratie wie den USA �berhaupt gefordert ist?

2 Comments:

At 9:18 PM, Anonymous Anonym said...

Ich finde spindoktor.de in der Intention gut, aber leider zur Zeit schlecht umgesetzt. Im Statement heisst es ja:

"Der Spindoktor deckt ... den Spin in den Nachrichten auf"

hm, hier lese ich vor allem die Nachrichten, die andere publizieren, und wahlweise selbst Opfer und T�ter des Spins sind.

Bei vielem hier fehlt mir, wo denn nun der Spin liegt. Interessanter w�re es, hinter die Nachrichten zu blicken, zu verstehen wie der Spin funktioniert.

Ich w�rde mir mehr Analyse, mehr Investigatives, also einen Abgleich zwischen (Medien-)Schein und Sein w�nschen. Gern auch mit satter Medienkritik garniert.

Am Beispiel dieser Meldung: Wie kriegt Bush es nur hin, seine offensichtlich fehlgeschlagene Politik bei den W�hlerInnen als Erfolg zu verkaufen? Was ist sein Trick? Welche Mechanismen werden bei den Medien und den Menschen angesprochen? Warum empfehlen immer noch mehr als 100 US-Zeitungen die Wahl von Bush? Was k�nnen wir daraus lernen?

Oder in Deutschland: Warum ist Merkel erst Top, dann Hop, und nun wieder Top? Wer verschw�rt sich gegen wen? Was sind Testballons, was ist ernst gemeint? Wer spielt mit unserer Wahrnehmung?

Wenn ich mehr davon finden w�rde, dann k�me ich �fter vorbei und w�rde den Spindoktor weiterempfehlen.

 
At 1:13 AM, Blogger sk said...

ok, du kannst gerne bei uns anfangen -- f�r lau nat�rlich, so wie wir dieses kleine Webangebot auch nebenbei betreiben.

 

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