2004-09-01

Schwarzenegger als Bushs Hero

--- In einem lesenswerten Artikel beschreibt Spiegel Online, wie die Republikaner sich einerseits mit Stars wie Schwarzenegger eine "liberale" Mainstream-Fassade anlegen, andererseits aber deutlich nach rechts au�en zielen: Stars brauchen keine Nachnamen. Madonna. Cher. Und heute abend, live, vom 38. Wahlparteitag der Republikaner in New York City: Arnold! "Wow", staunt Arnold Schwarzenegger, als er unter Minuten langen Ovationen ans Podium tritt. "Das ist ja, als wenn man einen Oscar gewinnt." Kunstpause. "Als ob ich das w�sste." Und so charmeurt er sich ins Herz des Wechselw�hlers, der liberale Gouverneur aus Kalifornien, den die restlichen Amerikaner aber bis heute meist nur als Action-Star kennen. Das d�rfte sich nun ge�ndert haben, da er sein Charisma in den Dienst des gar nicht so liberalen Pr�sidenten stellt: Schwarzeneggers Rede zur besten Sendezeit erinnert, mit all ihrem populistischen Hollywood-Wortbombast, an einen anderen aus der Zunft, der es in der Politik ganz hoch brachte - Ronald Reagan. ... "Vielleicht stimmen Sie mit dieser Partei nicht in jeder Frage �berein", sagt Schwarzenegger an die Adresse der "Swing Voters". Und versichert dann gleich: "Das ist nicht nur okay. Das ist es, was an diesem Land so toll ist." ... Ein ganz anderes, zutreffenderes Gesicht der Partei zeigt sich jedoch abseits der Kameras: erzkonservativ, ideologisch, tief religi�s - und kriegsbereit. Zum Beispiel in den Katakomben eines Hotels an der Carnegie Hall, wenige Stunden vor Schwarzeneggers Auftritt. Dort versammelt sich eine Hundertschaft Delegierte und Basisk�mpfer um Newt Gingrich, ihren legend�ren Chef-Ideologen und Revolution�r, um sich Wahlkampf-Instruktionen abzuholen. ... der "s�kularen Linken" zerst�rt werde: �berrannt von Immigranten, die nicht w�ssten, "wie man Amerikaner ist"; regiert von gottlosen Gerichten; ruiniert von neuen Wirtschaftsriesen wie China. Doch Gingrich hat ein Gegenrezept: "patriotische Erziehung", verbindliches Schulgebet, �ffentliche Zurschaustellung der zehn Gebote, Beurlaubung" von Richtern, "die nicht wissen, was sie tun" - und einen Terror-Weltkrieg "bis 2070 oder noch l�nger". Schwarzenegger selbst hat sich l�ngst f�r h�here politische Weihen empfohlen; Pr�sident kann er in den USA als Ausl�nder aber momentan nicht werden. Aber wer wei�, sein American Dream k�nnte vielleicht doch noch wahr werden. Zumindest beschreibt das Magazin Wired den �sterreicher bereits als The New American Idol.

Nicht ganz vergessen werden in den gro�en Medien aber auch die heftigen Proteste gegen die Republikaner in New York. Das Stammblatt der Metropole etwa schreibt: A series of demonstrations rippled across Manhattan last night when protesters tried to converge on the Republican National Convention, as a day of planned civil disobedience erupted into clashes with police officers and led to the arrest of more than 900 people. The wave of confrontations - which included a brawl with the police at the New York Public Library, marauding crowds cursing at delegates in Midtown and the detention of hundreds of protesters near ground zero - created a day of disorder in a convention week already marked by sustained protests against the Bush administration and the war in Iraq.