2004-09-18

Die Schnorrer-Nation

--- Unser Gerhard hat mal wieder f�r ein kleines bundesrepublikanisches Beben gesorgt, denn nun sollen wir alle Schnorrer sein: Bundeskanzler Gerhard Schr�der hat mit seiner Klage �ber die Mitnahme-Mentalit�t vieler Deutscher in ein Wespennest gestochen. Dass nicht wenige Bezieher staatlicher F�rsorgeleistungen gar nicht bed�rftig sind, gilt unter Experten als sicher. Kritiker werfen dem Kanzler aber vor, dass er bei seiner Schnorrer-R�ge die Oberschicht unerw�hnt lie�. "In Ost und West gibt es eine Mentalit�t bis weit in die Mittelschicht hinein, dass man staatliche Leistungen mitnimmt, wo man sie kriegen kann, auch wenn es eigentlich ein ausreichendes Arbeitseinkommen in der Familie gibt", hatte der Kanzler dem Magazin "Guter Rat" gesagt. Zuvor habe sich der Kanzler ein Bild in zahlreichen Arbeitsagenturen machen k�nnen, berichtete Regierungssprecher B�la Anda. Der Kanzler habe aber nicht nur den Missbrauch, sondern auch das �berm��ige Mitnehmen zustehender Leistungen anprangern wollen. Gut, dass es Spin Doctors gibt, die immer noch eine Erl�uterung �ber das tats�chlich Gemeinte hinterher schicken. Aber muss man sich hierzulande �ber eine Schnorrer-Mentalit�t wundern, wenn die oberen 20 Prozent der Gesellschaft durch Schr�ders "Reformen" immer reicher, und die unteren 80 Prozent immer �rmer werden? Mehr von den alten Verteilungsk�mpfen und neuen Innovationsmodellen vom Spindoktor bei Telepolis.