2004-09-04

Bushs militante Propagandashow

--- Die Zeit vertieft sich in die gro�e Propagandashow der Republikaner,die am Donnerstagabend mit einer Ansprach Bushs endete: Weil ein Delegierter keine Zeit zu verlieren hat, wird sogar das Fr�hst�ck durch eine Rede verk�rzt. Diesmal tritt Rick Perry auf, Bushs Nachfolger im Amt des Gouverneurs. Dieser Perry muss einen goldenen Landstrich regieren. So viel Gl�ck, so viel Arbeit, so viel Reichtum �berall: �Niemand exportiert so viel wie wir, und niemand gewinnt so viel Olympiagold.� Dieses kraftstrotzende XXL-Texas ist, dem Gouverneur zufolge, �ein Modell�. Was in Texas geschieht, �kann in ganz Amerika geschehen, aber nur�� � Perry h�lt inne und l�sst die Pause wirken � ��aber nur, wenn George Bush gew�hlt wird und nicht dieser Massachusetts-Linke.� Die Versammlung springt auf, eine stehende Ovation. Vielleicht hilft das der Verdauung. Alle rufen: �Noch vier Jahre! Noch vier Jahre!� So ein Machismo f�hlt sich unschlagbar. Den Gouverneur l�st ein Cowboy-Impresario am Podium ab. Er gibt die Benimmregel aus. �Ziehen Sie w�hrend der Hauptsendezeit die Hemden aus ihrem Ausr�stungspaket an. Wir wollen alle gleich aussehen. Bringen Sie Ihre Cowboyh�te mit. So kriegen wir mehr Sendezeit. Bitte denken Sie daran: Hut ab, sobald die Hymne gespielt wird. Wenn Sie f�nf Minuten weg sind, besetzen wir Ihren Platz neu. Im Fernsehen sollen keine freien Sitze zu sehen sein. Verstanden?� Zum Schluss tritt noch einmal der Pastor zum Gebet vor: �Unser Pr�sident sagt, dass wir uns in einem spirituellen Krieg befinden, in einem Krieg gegen das B�se. Die Waffen der anderen Seite haben wir nicht, aber wir k�nnen beten. Und der Herr wird uns mit seiner R�stung sch�tzen. Amen.� Vor dem Hotel wartet der Bus. ... Die offizielle Pr�sidentenk�r-Show findet im Madison Square Garden statt. Auch dort ist das B�hnenbild minimalistisch: Variationen vom Sternenbanner. ... Auf einem riesigen Bildschirm donnern Kampfbomber vorbei, rasseln Panzer entlang, auch ein Fluzeugtr�ger darf nicht fehlen. Zu sehen ist, sagt die Stimme aus dem Off, �die gr��te Macht der Freiheit, die dieser Planet je gesehen hat�. Im Hintergrund singt ein Chor fr�hliche Soldatenlieder. Die Reden dieses martialischen Parteifestes sind von konsequenter Monotonie. Stichworte: Terrorismus, Widerstandswille, Mut, Durchhaltekraft, Integrit�t, Freiheit, Demokratie. Amerika f�hrt, andere folgen. Amerika hat Recht, Alt-Europa Unrecht. ... Die Republikaner sind nicht gekommen, irgendetwas zu entschuldigen oder zu relativieren. Demokraten, aufgepasst: Hier wird scharf geschossen.