2004-08-30

Wie der BND vor dem Irak-Krieg die Kurve nicht mehr gekriegt hat

--- Haiko Lietz arbeitet in Telepolis noch einmal die L�gengeschichten der Geheimdienste und der Bush-Administration vor dem Irak-Krieg auf. Er geht dabei vor allem auf die geheimnisvolle Quelle "Curveball" ein, die sich zun�chst dem BND offenbarte und �ber die CIA auch bereitwillig und ungepr�ft Einzug in die US-Kriegspolitik erhielten. Wie zu erwarten, steckt hinter Curveball wieder einmal Tschalabi und sein Irakischer Nationalkongress (INC). Und die PR-Agentur Rendon Group hatte anscheinend auch erneut die H�nde im Spiel: Der INC bekam den Auftrag, die Gefahr Saddam Husseins herauszuarbeiten. Propaganda lief jetzt nicht mehr betont �ber ausl�ndische Medien. Im Dezember 2001 etwa �schaffte es eine "arrangierte" Information direkt auf Seite 1 der New York Times. (Der Chefkorrespondent der Times, Patrick Tyler, stellte zwei Monate vor Kriegsbeginn Chalabis Nichte als B�roleiterin in Kuwait ein.) Auch bei der Washington Post sitzt ein Freund Chalabis: Eine �INC-Geschichte des Kolumnisten Jim Hoagland gab der Bush-Regierung im Oktober 2001 das Stichwort, nach einer Irak-9/11-Verbindung zu suchen. Insgesamt platzierte der INC zwischen Oktober 2001 und Mai 2002 �108 Geschichten in englischsprachigen Medien. Die Neocons nahmen alles, was Chalabi lieferte, begierig auf. Dabei "verdrehte er die Informationen so sehr und malte ein so rosiges und unrealistisches Bild," sagte General Anthony Zinni dem New Yorker, "dass sie glaubten, es w�rde leicht werden." Die Telepolis-Story basiert weitgehend auf einem ausf�hrlichen Report �ber Tschalabi im New Yorker.