2004-08-18

Struck, die Bild-Zeitung und das �ffentliche Bild

--- Verteidigungsminister Peter Struck markiert gern den starken Mann und hat Hoffnungen auf h�here Weihen. Da passt ein Schlaganfall gar nicht gut ins �ffentliche Bild -- aber schlie�lich doch zumindest noch in die Bild (die heute dem Kanzler russisch beibringt). Die FTD geht dem Spin um den Anfall heute nach: Wie kam es denn, dass das Ministerium zehn Wochen lang die L�ge verbreitete, der Chef aller deutschen Soldaten habe nur einen Schw�cheanfall erlitten? Wie kam es denn, dass der Minister erst gegen�ber der "Bild"-Zeitung vom Dienstag einr�umte, es sei ein "leichter Schlaganfall" gewesen? Struck sagte am Ende seines Besuchs, allein er habe die Anweisung gegeben, die Art seiner Erkrankung zu verschleiern - aus pers�nlichen Gr�nden. Nat�rlich habe die �ffentlichkeit den Anspruch, etwas �ber den Gesundheitszustand eines Ministers zu erfahren. "Nur wie weit geht das? Soll ich vor Ihnen h�pfen oder springen, um zu sagen: So fit bin ich?" Aber das Machtkalk�l spielte offenbar auch eine Rolle. Lange habe er sich in j�ngster Zeit gefragt, wie die B�rger einen Schlaganfall bewerteten, sagt Struck: "Sagen die Menschen in Deutschland vielleicht: Der kann nicht mehr regieren?" Ein Glaubw�rdigkeitsproblem glaubt Struck trotz L�ge und Beichte nicht zu haben: "Die Menschen werden schon Verst�ndnis daf�r haben." Es hilft, dass er zu allererst der "Bild"-Zeitung die Wahrheit gesagt hat. Durch die bevorzugte Behandlung d�rfte das Blatt davon absehen, die Kehrtwende zum Skandal zu erkl�ren. Mehr zur Struck-PR-Show in Spiegel Online.