2004-08-17

Nadschaf: Presse raus, Papst rein

--- Die irakische �bergangsregierung kann die Sicherheit von Journalisten im umk�mpften Nadschaf nicht mehr garantieren, lautet die offizielle Ansage, um die Presse raus aus der Pilgerstadt zu bekommen. Doch es wird auch mit ganz anderen Drohungen daf�r gesorgt, dass die Vertreter der �ffentlichkeit au�en vor bleiben: Mit gezielten Sch�ssen auf das Hotel, in dem der Gro�teil der Journalisten in Nadschaf untergebracht waren, sollen die irakischen Sicherheitskr�fte laut einem Bericht der englischen Zeitung Telegraph ihrem zweiten Ultimatum wirksamen Nachdruck verliehen haben: w�hrend man das erste noch weitgehend ignorierte, verlie�en die meisten Journalisten die Stadt vor Ablauf des zweiten Ultimatums, das zum Nachmittag angesetzt war. "Wenn Sie bis zur Deadline die Stadt nicht verlassen haben, schie�en wir", hie� es nach der zweiten Aufforderung. Interessanterweise k�mmern sich nun die Aufst�ndischen r�hrend um die Rebellen und laden sie zum Bleiben ein. Derweil st��t beim rebellischen Schiiten-Prediger Muqtada al-Sadr ein omin�ses Vermittlungsangebot des Papstes anscheinend auf Gegenliebe: Papst Johannes Paul II soll als Vermittler f�r Frieden in Nadschaf sorgen "Wir begr��en die Initiative des Papstes", sagte ein Vertrauter al-Sadrs am Dienstag. Seine Anh�nger riefen Papst Johannes Paul II. auf, sich einzuschalten, um die Krise beizulegen. Der Vatikan hatte am Montag im italienischen Rundfunk erkl�rt, bei Bedarf als Vermittler aufzutreten. Die in Bagdad tagende Nationalkonferenz sprach sich indes f�r die Entsendung einer Delegation nach Nadschaf aus. Sie soll al-Sadr �berreden, mit seinen Milizen die Imam-Ali-Moschee zu verlassen. Der Schiitenf�hrer d�rfe in Nadschaf bleiben, solle aber die Moschee verlasen. Die heiligen St�tten m�ssten unter der Kontrolle der Regierung stehen. Zugleich forderte ein gem��igter Schiiten-F�hrer, die K�mpfer der "Mahdi-Armee" zu entwaffnen und diese in eine politische Partei umzuwandeln.