2004-08-06

Die We-Media kommen

--- Nicht nur seit dem Hype um die Convention Blogger ist klar, dass mit den Blogs l�ngst Mediengeschichte gemacht wird. Dies ist jedenfalls auch die Grundthese des neuen Buchs von Dan Gillmor, seines Zeichens Computerkolumnist bei der Zeitung San Jose Mercury News, die aus dem Herzen des Silicon Valley -- und damit aus dem Epizentrum der IT-Revolution -- kommt, und nat�rlich Blogger. We the Media heisst das Buch, zu dem es standesgem�� nat�rlich auch ein Weblog gibt. Online sind auch die einzelnen Kapitel des Bands f�r den freien Download verf�gbar. Inhaltlich gehts um den in der Blogosph�re entstehenden Gra�wurzel-Journalismus "durch und f�r die Menschen". Viel wird dar�ber spekuliert, wie sich die Grenzen zwischen "professionellem" Journalisten, den klassischen "Newsmakern" (also die Leute, die eine Nachricht ausl�sen), den Watchdogs in der Bloggerwelt und dem l�ngst nicht mehr rein passivem Publikum verwischt. In der Einleitung hei�t es etwa: Some grassroots journalists will become professionals. In the end, we�ll have more voices and more options. Den gro�en Medienh�usern wirft Gilmor vor, nur noch "Corporate Journalism" zu bieten, die Kasse �ber die Qualit�t zu stellen und die Neugierde verloren zu haben. Er l�sst daher kaum einen Zweifel daran, dass die n�chsten Enth�llungen eher von eifrigen Bloggern als von etablierten Schreibtischt�tern kommen. Gut zu der Spekulation passt eine Forderung von Ted Turner. Der CNN-Gr�nder, der selbst den Grundstein f�r mehr als ein gro�es Medienhaus legte, spricht sich inzwischen offen f�r die staatliche Zerschlagung der "Big Media" aus, um den Journalismus wieder zu verbessern. Ein Meldung zu "We the Media" gibt es unter anderem bei heise online. Ein Buch unter demselben Titel gab es �brigens schon 1997, damals ging es aber noch nicht um Blogger, sondern eher um allgemeine Einsichten in Medienpraktiken. Dar�ber hinaus ist seit langem "Become the Media" der gro�e Slogan der linken Gra�wurzelmedien wie Indymedia und ihrer Theoretiker.