2004-08-30

Bush gibt Krieg gegen den Terror verloren

--- Was will der Irak-Kriegsf�hrer uns damit nur wieder sagen?: US-Pr�sident Bush schl�gt v�llig neue T�ne an. In einem Interview kurz vor dem Parteitag der Republikaner sagte er, der Kampf gegen den Terror sei nicht mehr zu gewinnen. Zuvor hatte er die rasche Eroberung des Irak einen "katastrophalen Erfolg" genannt und Fehler bei der Beurteilung der Lage im Nachkriegsirak eingestanden. Unz�hlige Male hatte George W. Bush die Nation darauf eingeschworen, dass die USA den Kampf gegen den internationalen Terrorismus gewinnen werden. Nun rechnet er nicht mehr damit, den Terrorismus v�llig bezwingen zu k�nnen. Der Kampf gegen den Terror werde eine langwierige Schlacht werden, und "ich glaube nicht, dass man sie gewinnen kann", sagte Bush dem Fernsehsender NBC. Allerdings k�nne man Bedingungen schaffen, die es f�r verschiedene Gruppierungen "weniger akzeptabel" machten, Terror als Waffe einzusetzen Ein gutes k�nnte die angebliche Einsicht haben: den leeren und zugleich �berfrachteten Begriff endlich aus dem Vokabularium zu streichen.

Die Bush-Kampagne selbst l�uft derweil vor dem Nominierungsparteitag auf Hochtouren und so hat inzwischen auch Spiegel Online die in der Washington Post schon vor einer guten Woche beschriebene Spam-Maschine auf der Wahlwebsite entdeckt.

Update: Was w�rden wir nur ohne die Spin Doctors im Wei�en Haus machen? Endlich erhalten wir, ihnen sei Dank, Aufschluss �ber das, was Bush eigentlich meinte: Der Sprecher des Wei�en Hauses, Scott McClellan, beeilte sich, die �u�erungen seines Chefs richtig zu stellen. Die Aussage von Bush, der Terrorismus k�nne nicht vollst�ndig bezwungen werden, d�rfe nat�rlich nicht w�rtlich verstanden werden. Der Pr�sident habe sich lediglich auf einen Sieg im konventionellen Sinne bezogen und darauf hinweisen wollen, dass die Schlacht gegen den Terror "eine andere Art von Krieg ist und wir einem unkonventionellen Feind gegen�berstehen", erkl�rte McClellan, der Bush gestern auf dessen Wahlkampftour in den Staaten New Hampshire und Michigan begleitete. Heute nun revidierte Bush selbst seine Aussage. "Es ist ein Krieg, den wir nicht begonnen haben, aber wir werden ihn gewinnen", sagte er in Nashville vor dem gr��ten US-Veteranenverband. "Wir werden wohl nie an einem Friedenstisch sitzen, aber eines ist klar: Wir werden gewinnen, indem wir in der Offensive bleiben."