2004-06-22

US-Neocon Perle: das Internet ist gut f�r die Welt

--- Die Welt befragt heute Richard Perle, Ex-Pentagon-Berater und Vordenker der amerikanischen Neokonservativen, zum Abschneiden Amerikas im Medienkrieg rund um den islamistischen Terror. Dabei geht es zum einem um die Rolle des US-Propagandasenders Al Hurra im Machtkampf mit Al Dschasira. Perle verteidigt hier den amerikanischen Vorstoss: Im Kalten Krieg wurde uns auch vorgeworfen, dass Radio Liberty und Radio Free Europe amerikanische Propagandastimmen seien. Trotzdem wissen wir, dass Millionen sich von diesen Sendern informieren lie�en, weil sie wussten, dass ihre eigenen Nachrichtenkan�le unter Regierungskontrolle standen. Gleichzeitig wettert Perle �ber Al Dschasira im Zusammenhang mit den Abu-Ghraib-Folterbildern und kommt dann auf das Netz der Netze zu sprechen, wo er gerade noch den Turnaround schafft: lassen Sie mich klarstellen, dass die Bilder aus Abu Ghraib zun�chst im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt und in der amerikanischen Presse ver�ffentlicht wurden. Danach hat Al Dschasira sie immer und immer wieder gezeigt. Die verstehen sehr gut, wie mit einer Dauerschleife von Bildern der Eindruck erzeugt werden kann, dass Vorf�lle, die in Wirklichkeit vereinzelt waren, dauernd und �berall geschehen seien. Nachrichten inflation�r aufblasen, das ist Teil der Al-Dschasira-Methode. Und das Internet macht heutzutage nat�rlich aus jedem mit einem Computer, einem Server und einem Provider einen Nachrichtenverbreiter. Aber das ist gut f�r die Welt. DIE WELT: Die millionenfache Nachrichtenverbreitung wendet sich nun gegen die USA ... Perle: Das ist der Preis, den wir f�r die Vorz�ge eines freien Informationsflusses rund um die Welt bezahlen. Davon hatten wir noch nie etwas zu bef�rchten. Diktatoren wollen Informationen kontrollieren.